
Sexualität und Schwangerschaft - auch in Hollywood ein Thema. Wenn Sie die Szene aus der Komödie «Knocked Up» (2007) sich ansehen möchten, so finden Sie den betreffenden Link im unten stehenden Text. Viel Spass!
Unter Frauen, so las man gestern im Mamablog, herrsche Ratlosigkeit: Warum bloss wollen Männer mit ihren schwangeren Partnerinnen nicht mehr ins Bett hüpfen!? Ein brisantes Thema, das einer sachten Herangehensweise bedarf.
Einleitend sei gesagt, dass wir Männer schlecht bis gar nicht auf Schwangerschaftssex gecoacht werden. Weder im Geburtsvorbereitungskurs (wo man lieber Massagetechniken lehrt, die wohl noch in keinem Kreissaal der Welt zum Einsatz gekommen sind) noch von der Ratgeberliteratur, die einem mit der üblichen Political Correctness die Wände hochgehen lässt: «Werdende Väter können – wie werdende Mütter – ganz verschieden empfinden, was die Sexualität während der Schwangerschaft betrifft. Alle Empfindungen sind normal. Reden Sie einfach darüber.» Ach ja? Auch wenn einer eine Zweitkarriere als Mönch in Erwägung zieht? Und ein anderer am liebsten jede Passantin bespringen möchte?
Auch die Eltern, sonst um Ratschläge in Sachen Familienplanung nie verlegen, können zum Thema Schwangerschaftssex schlecht befragt werden. Bleiben also die Freunde. «Am besten, man behauptet, Angst zu haben, das Kind mit dem Penis zu verletzen», verriet einer. «Damit kommt man bis zum sechsten Monat durch.» Wenn der Bauch dann einmal gross genug sei, merke die Frau von selbst, dass sie nicht mehr attraktiv sei.
Hoppla. Jetzt ist es raus. Einige Männer finden ihre schwangeren Frauen offenbar «wunderschön» und «sexy», aber mit ihnen ins Bett wollen sie nicht. Klar, man könnte das Phänomen auch psychologisch erklären: Männer fühlen sich während der Schwangerschaft ausgeschlossen und nutzlos, was ihren Sexdrive drosselt. Doch wer sich umhört, ahnt die Wahrheit: Gegen eine Körbchengrösse mehr ist nichts einzuwenden, doch wenn sich die weiblichen Rundungen ins Groteske verabschieden, sagt auch die Libido Adieu. Was übrigens keine Katastrophe sein muss, liebe Leserinnen: Jetzt kommt frau doch endlich auf ihre Kuschelkosten. Oder in den Worten eines weiteren befragten Vaters: «Nie wollen sie Sex – und dann plötzlich andauernd. Kein Wunder, ist man überfordert.»
Freilich muss das Lotterbett nach der Empfängnis nicht ausgeknarzt haben. Werdende Eltern schlafen im Durchschnitt 1,5-mal pro Woche miteinander – so eine aktuelle Studie der Berliner Charité. Schwangere Prostituierte haben angeblich Hochkonjunktur. Und auf Askmen.com werden Stellungstipps mit so klingenden Namen wie «Bitte setzen» oder «Frosch-Sprung» ausgetauscht. So schwärmt jemand vom Zwei-Stunden-Sex mit seiner schwangeren Frau. Ein Anderer weiss aus eigener Erfahrung: «Hochschwangerschaftsverkehr beschleunigt die Geburt.» So weit, so ungezwungen.
Doch statt die männliche Bevölkerung in Bauchphobiker und Froschrammler zu spalten, verweise ich auf meine eigenen Erfahrungen, die ich mit manchem Vater teilen dürfte. Und die mit jenen der Hauptfigur aus der Komödie «Knocked Up» vergleichbar sind: Film ab.
Philippe Zweifel, 36, ist Kulturredaktor bei Newsnetz und Vater eines Sohnes. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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dass ihr die rechte bekommen habt, um den film bei euch auf der website zu zeigen?! eindrücklich!
Habe den Sex mit meiner schwangeren Frau immer sehr genossen, auch wenn die Vorstellung anfangs gewöhnungsbedürftig war.
@Luise
Wenige Kommentare von Männern? Kein Wunder, wo nichts mehr stattfindet kann nichts mehr kommentiert werden. Während den Schwangerschaften, auf gar keinen Fall Sex. Nur so etwas anzudeuten löste einen Zusammenschiss epischen Ausmasses aus. Kuscheln, Berühren alles strengstens verboten “bin überreizt” ist ein Standard-Totschlägerargument geworden. Auch gegenüber den Kinder. Was die Kinder mit mir tun (balgen, kuscheln, umarmen, anhängen etc.) ist bei Mama nur in den allerseltensten Fällen erlaubt; “bin überreizt, fass mich nicht an”. Auch Bekundungen wie “du siehst gut aus, hübsch bist du” lösen Reaktionen aus, wonach ich das Gefühl habe ich sei die fleischgewordene Personifizierung sämtlicher Triebtäter dieser Erde.
Irgendwas ist da schiefgelaufen mit manchen Frauen, auch von anderen Männern höre ich die gleichen oder ähnlichen Fakten. Und es sind durchaus Kerle wie ich die integer und mit Achtung und Respekt vor der Partnerin und allen Mitmenschen durchs Leben gehen.
@ hans nötig: häsch’s nötig???
Ansonsten: ob schwanger oder nicht, es geht immer um unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn einer mehrmals mehr will, als der andere, dann gerät die Sache sukzessive in Schieflage. Wer weniger will, ist von vorneherein abweisend, spürt die eigene Lust irgendwann gar nicht mehr, und der andere kommt ungewollt in die Rolle des Sexmonsters, das immer will. Man muss in einer Beziehung unglaublich aufpassen, dass man da nicht in irgendwelche Rollen kippt und das dann zementiert, denn dann ist das Liebesleben bald auf dem Nullpunkt. Interessant: der gleiche Mensch kann in verschiedenen Beziehungen genau die umgekehrte Rolle haben, es ist also unter Umständen Zufall, ob man zum Dauerverweigerer oder Dauergeilen wird.
Was für Kommentare. Bei manchen frage ich mich: Durften sie nicht oder mussten sie?
Tja. Man kann das wohl nicht verallgemeinern. Meine Partnerin war während “unserer” Schwangerschaft fast 8 Monate von Unwohlsein geplagt, so dass es nie zum Verkehr kam. Ich hab damit keine Probleme gehabt, denn wir hatten vorher auch schon selten Sex. Tendenziell denke ich kann es, wenn die Lust da ist und die Chemie stimmt sehr viel heisser sein als auch schon, aber dazu muss mann und frau sich von den Vorurteilen lösen, dass man dabei das Baby stört oder gar beschmutzt. Respektvoller Sex ist etwas vom schönsten und liebensfördernsten was es gibt und kann sogar Spass machen. Für Paare mit Sexflaute könnte eine Schwangerschaft eventuell auch eine Chance für eine Änderung oder einen Neuanfang sein. Wer weiss? Ich gönn es jedem. Bei uns wars leider nicht so und wie’s dann ausschaut mit Sex, wenn die Kinder da sind, das haben wir ja schon abgehandelt.
@Luise:
Ich denke viele Kommentare (86) sind schon im vorigen Artikel gemacht worden.
Wie dort schon geschrieben: ich finde schwangere Frauen total sexy…. (und würde mit meiner schwangeren Frau sooft schlafen, wie es sich ergeben würde, wenn ich denn eine Frau hätte).
Sicher ist es so, dass ohne und mit Schwangerschaft die sexuellen Bedürfnisse unterschiedlich sind und dass man im gemeinsamen Gespräch einen Weg finden muss/kann, damit umzugehen.
es ist wieder einmal erbärmlich typisch für die welt der medien männer in rolle a zu stecken; er will nicht weil sie schwanger ist, und sie, rolle b, will immer, weil sie schwanger ist. ich denke die realität beinhaltet alle möglichen varianten und lässt weder frau noch mann in eine geschlechtertypische rolle stecken was ihre sexuellen bedürfnisse in der schwangerschaft anbelangt. die sexuellen vorliebe ohne schwangerschaft sind ja genau so vielfältig wie die unendlichkeit. und so ist es bestimmt auch in der schwangerschaft.
das liebesleben hat sich bei mir mit meinem partner überhaupt nicht verändert durch die schwangerschaft, wir sind genau so aktiv wie vor der schwangerschaft. es gibt also auch männer, die vertrauen einfach auf ihre eigenen gefühle und die ihrer partnerin und hegen werder vorurteile noch empfinden sie die thematik als delikat. sie sind nicht von klischees beeinflusst, dass es abnormal sei, mit einer schwangeren frau zu schlafen, weil sie durch ihre körperliche veränderung nicht mehr sexuell attraktiv wirken sollte (nur weil sie nicht irgendwelchen vespentaillierten hochglanzplakaten entspricht.)
wäre sex während der schwangerschaft gefährich, unnatürlich oder abnormal, hätte frau ganz einfach keine lust darauf. und hat frau eine beschwerdenreiche schwangerschaft, ist es wohl nichts alles verständlich, dass sie keine lust auf sex hat. hat jemand mit magendarmgrippe ja auch nicht. vielleicht sollte mann die sexualität der frau einfach einbisschen enttaubuiseren und sich aus eigeninitiative schlau machen. dann könnte mann nämlich überall lesen, dass sex während der schwangerschaft absolut bedenkenlos für das ungeborene ist. zudem ist sex nichts schmutziges womit ein das kind beschandet wird sonderneinfach etwas natürliches, woraus ein kind überhaupt entstehen kann.
also, ich wundere mich immer wieder ab der verknorztheit und unnatürlichkeit heutzutage der menschheit sexualität gegenüber, dem natürlichsten der welt. sex ist überall präsent, aber nicht als etwas natürliches, sondern als etwas gekünsteltes, hygiensisches, barbiehaftes oder perverses. ideale sind vorgegeben und der indivieduelle instikt wird damit untergraben. sex hat mehr facetten als diese zwei varianten. sex in verbindung mit liebe erschliesst weitere dimensionen als purer trieb und körperlichkeit und schablonenartigen vorstellungen von attraktivität.
Herzlichen Dank an den Autor!!!
Es hat mich sehr zum schmunzeln gebracht, der Schreibstyl ist so frisch und offen und ich finde ihn einfach köstlich!!
Frag ich mich doch persönlich sehr oft über die männliche Ansichtweise derartigen Themen, so bin ich wirklich glücklich eine offene Meinung zu erfahren…
Freue mich schon riesig den Rest zu lesen.. Weiter so!!!!
Herzlichen Dank!
Nadja
PS: nicht alle Frauen wollen “nie” Sex…. aber die die es sehr oft wollen leiden genau so unter denen die es nie wollen wie ihr Männer!! glaubt mir, mit diesen Vorurteilen zu leben und dann sich gegenüber einem überraschtem Gesichtausdruck zu befinden oder gar danach als “Nymphomanin” oder dergleichen abgestempelt zu werden bzw. ev. sogar nur noch für dieser Vorzug “geliebt” zu werden ist sehr, sehr, sehr verletztend und demütigend…
Kurz, ich spreche da für mich persönlich- ich unterstütze Euch darin und teile Euer Leid…. denn es ist auch gelegentlich meines….
in dem Sinne… Viel Vergnügen
Nadja
@hans nötig. Das hat mir bei diesem Thema gerade noch gefehlt, Du elender Bluffer. Wenn Dein Penis zu lang ist, ist es an der Zeit dien Invalidenversicherung zu beantagen!
Also echt: ob schwanger oder nicht: bumst doch dann, wenn Euch danach ist!
Hier wird immer nur darüber gesprochen, was der Mannn oder die Frau empfindet. Doch was ist mit dem Ungeborenen los? Seht Euch http://www.dianetik.de an. Ein ungeborenes Kind zeichnet alles auf, genauso wie ein Erwachsener. Wenn Euch also das Wohlergehen Euers Nachkommen etwas wert ist, dann wartet mit dem Sex bis nach der Schwangerschaft.
@tob
dein scientology-link hat hier gerade noch gefehlt….
@tob:
und wenn dir das wohlergehen deines nachwuchses am herzen liegt, dann zeug’ ihn gar nicht erst! BITTE!
Es gibt doch nur wenig erotischeres als eine hochschwangere Frau.
Man betrachte sich nur die Sihluette, des wunderschön runden Bauches und meist hohlen Kreuzes. Selten kommen die Kurven einer Frau schöner zur Geltung.
Die Brüste werden voller und die Brustwarzen und Warzenhöfe treten klar hervor und schon bald kommt ein Tröpfchen Milch.
Und neben der puren Erotik haben schwangere Frauen, welche in glücklicher Erwartung sind, einfach eine unglaubliche Ausstrahlung.
Ich beneide jeden werdenden Vater und bemitleide jeden von Ihnen der diese 9 Monate nicht in vollen Zügen geniesst.
@ Tob: Entwicklungspsychologischer SCHWACHSINN was du da von dir gibst!!! Das Kind kommt sicher einiges mit über, aber es hört ja nicht mal den Papa wenn dieser mit dem Bauch spricht, sondern nur die Stimme der Mama, da die ja “aus dem selben Körper” kommt (auch der Grund, warum Kinder sich zuerst an die Väter gewöhnen müssen).
Freiwilliger Sex in der Schwangerschaft ist nicht schädlich für das Kind, im Gegenteil, ich kann mir gut vorstellen, dass es dem Baby gut tut wenn Mama mit Glückshormonen überschüttet wird. Also geniesst es, oder lasst es sein wenn es euch unangenehm ist, das ist euch überlassen. Aber lasst euch bitte nicht von dem Scientology-Quatsch anstecken, die haben noch selten etwas Wahres, Unverzerrtes gesagt…
Wir haben drei Kinder. 14, 8 und 6. Während der Schwangerschaft war der Sex immer sehr interessant. Wir haben viele Sachen ausprobieren, die wahrscheinlich sonst nicht zum Thema geworden wären.. Bei uns war diese Zeit eine sehr intensive und ich glaube kaum, dass eines unserer Kinder einen Schaden davongetragen hat. Für mich gibt es kaum etwas erotischeres, als eine schwangere Frau.
SEX macht immer spass. Ob schwanger oder nicht. Es muss für beide stimmen. Doch da liegt das Problem. Darum gehen viele Männer fremd oder ins Pfuff.
Meine Lebenspartnerin (und ich) war im Jahr 2005 schwanger. Auch mit Kind im Bauch empfand ich sie als aeusserst attraktiv, jedoch studierten wir beide lange darueber nach, wie wir unser Sexualleben aufrecht erhalten koennen waehrend dieser Zeit. Die Loesung brachte lustigerweise eine Szene aus dem Film Munich, welche den Hauptdarsteller beim Verkehr mit seiner schwangeren Frau darstellt. So “ueberlebten” die damals verbleibenden 5 Monate der Schwangerschaft und konnten weiterhin unseren Trieb ausleben. Jetzt ist unser Toechterchen auch schon 5, im Kindergarten und geschadet hat es offensichtlich nicht.
Kann die dort dargestellte Stellung waermstens weiter empfehlen.