Leben


Michael Marti am Montag den 12. Oktober 2009

Was macht aus Frauen tolle Mamas?

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Eine Mutter, von der Männer träumen? Im September 2009 wurde bekannt, dass US-Schauspielerin Halle Berry mit 43 ihr zweites Kind erwartet. Berry rangiert in Umfragen nach den attraktivsten Müttern stets weit vorne - ob sie auch die Sympathien der Mamablog-Leserinnen und -Leser gewinnen würde, muss leider offen bleiben.

Auf ausdrücklichen Wunsch unserer Leserinnen hin will ich heute die Frage aufwerfen, nach welchen Kriterien sich ein Mann die Mutter seiner Kinder aussuchen soll. Es ist, zugegeben, eine grosse Frage und ich habe mich bemüht, sie mit dem nötigen Ernst und der gebotenen Sorgfalt zu beantworten.

1. Suchen Sie sich als Mutter für Ihre Kinder eine Frau aus, die schön ist – zumindest in Ihren Augen. Sie werden Ihre Frau und Ihre Kinder während langer Jahre ansehen dürfen, womöglich länger als Ihnen es zuweilen lieb sein wird. Da ist es von Vorteil, wenn Sie dieser Anblick erfreut und wenn Sie mit einer gewissen Zufriedenheit in den Gesichtern Ihres Nachwuchses dasjenige der Mutter erkennen.

2. Suchen Sie sich als Mutter für ihre Kinder eine Frau aus, die natürlich ist. Mit «natürlich» meine ich nicht: Bäume umarmen, Achselhaare wuchern lassen oder sich makrobiotisch durchs Leben hungern. Nein, die Mutter Ihrer Kinder muss entspannt natürlich sein: gegenüber ihrem eigenen Körper und gegenüber Körperlichkeit generell, gegenüber allerlei Säften und Gerüchen, denn davon scheiden Kinder tonnenweise aus. In einer Familie weiss bald einmal jeder, wie es riecht und klingt, wenn der andere auf der Toilette sitzt. Damit muss man umgehen können, ohne dass neurotische Prozesse ausgelöst werden. Deshalb sei an dieser Stelle auch vor Frauen mit Essstörungen, exzessivem Suchtmittelkonsum oder pathologischem Fitnesstrieb gewarnt – alles schlechte Vorzeichen für eine Elternschaft. Wer für ein Kind sorgen will, muss zuerst zu sich selber Sorge tragen (einverstanden, das gilt genauso für Männer). Jedenfalls: Meiden Sie all diese Heidi-Klum-Angelina-Jolie-Madonna-Frauen – auch wenn Ihnen das als Mann schwer fällt. Doch als Vater denken Sie eben nicht mehr zuerst an sich selbst, Sie denken immer an erster Stelle ans Wohl ihrer Kinder.

3. Suchen Sie sich eine Frau aus, die unter äusserem Druck kooperativ reagiert. Kinder und Familie bedeuten Stress, sehr viel Stress – das lässt sich nicht wegdiskutieren. Was Sie aber nicht brauchen, ist eine Frau, die im Stress auch noch die Schuldfrage diskutieren will («Du hast dem Kind doch dieses Fahrrad gekauft, du warst es – und jetzt liegt dein Sohn mit einer Gehirnerschütterung im Spital»). Die Mutter Ihrer Kinder muss lösungsorientiert sein. Das klingt schrecklich businessmässig – aber was, bitte sehr, ist eine Familie anderes als ein Kleinstunternehmen?

4. Suchen Sie sich als Mutter für Ihre Kinder eine Frau aus, in die Sie verliebt sind – oder zumindest mal verliebt waren. Sie und Ihre Frau der Wahl brauchen etwas, was Sie mit niemand anderem teilen: eine Geschichte, die nur Sie beide kennen, ein leidenschaftliches Geheimnis, einen emotionalen Kern, eine selige Erinnerung. So etwas schaffen Sie mit Vorteil vor der Familiengründung, denn sobald die Kinder da sind, wird ihnen nur schon die Zeit dazu fehlen.

5. Und schliesslich: Suchen Sie sich eine Frau, die nicht darauf wartet, dass man sie findet. Anders herum gesagt: Die Mutter ihrer künftigen Kinder muss so selbstständig sein, dass sie auch ohne Sie zurecht käme; weil sie so tough ist, weil sie Vermögen hat, weil sie als Berufsfrau so erfolgreich ist – aus welchen Gründen auch immer. Es gibt wenig, was einem Vater mehr beruhigt, als das Wissen, dass die Kinder bei der Mutter gut aufgehoben wären, sollte einem selbst etwas zustossen. Das klingt nun dramatisch, ist aber so.

Wahrscheinlich reicht es aus, wenn Sie eine Frau finden, die in vier Punkten diesen Ansprüchen genügt. Weniger sollten es aber keinesfalls sein – für unsere Kinder wollen wir nur das Beste. Und dann muss noch gesagt sein: Findet ein Mann nicht zu einer Traumpartnerin, muss dies nicht zwangsläufig die Schuld der Frauen sein. Es kann durchaus an ihm selbst liegen.

MICHAEL-MARTI_100Michael Marti, 43, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

104 Kommentare zu „Was macht aus Frauen tolle Mamas?“

  1. Nocheinmeier sagt:

    Superidee mit den 5 Punkten. Dank diesem Check kann ich mir sogar eine Ersatzliste anlegen

  2. ich sagt:

    hmm, nette checkliste zum sich mal durch den kopf gehen lassen – jetzt müsste eine gefundene frau nur noch so bleiben, wie man sie gefunden hat…

    • Eremit sagt:

      Warum das?
      Es gibt Bereiche, in denen man\frau sich mit dem Alter verändern darf. Andere Veränderungen hingegen sind verwerflich, die z.B. zu einer Feindseligkeit gegenüber dem Partner führen und damit zur Belastung für die Kinder.

  3. Eremit sagt:

    @Michael Marti
    Ein zutreffliche Liste. Ich erlaube mir noch zwei Punkt auf zu werfen:
    - Körperlich fit: Eine tolle Mama sollte wie ein toller Papa ein Mindestmass an körperlicher Fitness haben, um den kleinen Kinder notfalls hinterher zu rennen und vor grossen Dumm zu bewahren.
    - Eine Frau, die natürlich ist II: Eine Frau, welche die ganze Zeit mit Nagellack, Lippenstift und Make-Up herum läuft steht bei gemeinsamen Kinder vor der Wahl; entweder sie vernachlässigt die Kinder oder ihr Äusseres. Und bekanntlich trennt man sich ungern von alten Gewohnheiten.

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