
Nicht auszudenken, was aus ihm (und der Schweiz) geworden wäre, hätte ihm seine Frau nur Söhne geschenkt: Christoph Blocher mit seinen Töchtern beim Wandern. (Bild: www.blocher.ch)
Dass Töchter für manche Überraschung gut sind, das erfahren Väter immer wieder neu – lange bevor Mädchen ihren ersten Freund nach Hause bringen. Doch was der «Telegraph» vor einiger Zeit berichtete, wird wohl den einen oder anderen Mädchen-Paps ins Grübeln bringen.
Britische Ökonomen nämlich wollen herausgefunden haben, dass die Anzahl Töchter und Söhne in einer Familie die politische Meinung des Stammhalters, des Vaters, entscheidend beeinflusst. Gemäss der Studie wählen heutige Väter, die drei Töchter, aber keinen Sohn haben, mehrheitlich links (77 Prozent); hingegen würden Papas mit drei Söhnen, aber keinem Mädchen, tendenziell rechts (67 Prozent) wählen. Dieser Effekt zeige sich auch, so Studienleiter Andrew Oswald, in kleineren Familien.
Oswald ist nicht der erste Wissenschaftler, der den Einfluss des Nachwuchses auf die Weltsicht der Eltern untersucht. So stellte die US-Forscherin Ebonya Washington 2004 fest, dass US-Kongressabgeordnete mit Töchtern bei den umstrittenen Politthemen Abtreibung und Schwangerschaftsverhütung eine liberalere Haltung verfolgen als ihre Kongresskollegen ohne Töchter. Dieses Ergebnis mag einem ein wenig banal vorkommen – aber lange war die Sozialforschung der Meinung, Väter würden sich in ihren politischen Ansichten selbst von ihren Nachbarn stärker beeinflussen lassen als vom eigenen Nachwuchs. Und womöglich war das ja auch lange so.
So weit die Statistik. Als Schweizer fragt man sich nun natürlich, wie denn ein Phänomen Christoph Blocher vor dem Hintergrund der Oswaldschen Feminisierungstheorie zu erklären ist; immerhin sind unter den vier Kindern des SVP-Patriarchen drei Mädchen. Wahrscheinlich so: Nicht auszudenken, welch Ultra-Blocher aus Blocher geworden wäre, hätte ihm seine Frau vier Söhne geschenkt, aber nicht eine einzige Tochter.
Der fruchtbarste Aspekt dieser Studien liegt jedoch womöglich nicht so sehr in den konkreten Aussagen zur Veränderung der politischen Ausrichtung von Vätern. Vielmehr ist es die Perspektive der Forscher, die tatsächlich eine neue Sicht eröffnet: Für einmal wird nicht gefragt, wie Eltern Kinder prägen. Sondern exakt das Umgekehrte: Welchen Einfluss Kinder auf das Weltbild ihrer Väter und Mütter haben. Genau dies ist doch die ungemein spannende Frage – für Väter genauso wie für Mütter: Wie haben Ihre Kinder Sie verändert?
Michael Marti, 43, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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Hier der Link zur Studie fuer diejenigen die sachlich diskutieren wollen, resp. die genauen Statistiken und T-Tests anschauen wollen:
http://www2.warwick.ac.uk/fac/soc/economics/staff/faculty/oswald/daughtersgospowd2005.pdf
Wir kennen ja diese alten verlogenen Traditionszöpfe, die Mutter der Kinder war einfach finanziell abhängig von Ihrem Partner um ihre Kinder zu ernähren, das war auch der Freipass des Mannes und sein Privileg auszuspielen, Herr im Haus bin ich, ihr seid alle von mir abhängig ohne meinen Verdienst würdet ihr längst am Hungertuch nagen. Ich kenne diese Muster aus eigener Erfahrung. Die lieben guten Hausmütterchen wo das Essen pünktlich auf dem Tisch steht sind nach wie vor gefragt. Ich war so ein gäbiges Hausmütterchen, habe mich engagiert für Emanzipation nach meinen Möglichkeiten, nach 9 Jahren wurde meine Ehe geschieden nach einer Konvention, der zentrale Punkt für mich war einfach, ich will finanziell nicht abhängig sein, für meine zwei Kinder bekam ich Alimenten, meinen Unterhalt hab ich mir durch diverse Nebenjobs verdient, hab auch mal an einem Fliessband in einer Fabrik gearbeitet, hat mir persönlich auch viel gebracht mit menschlichen Begegnungen. Lassen wir uns nach wie vor manipulieren von äusseren Gesellschaftszwängen ? Ist nicht Selbstbetrug der grösste Betrug, gehen wir Dinge ein, nur um dazuzugehören. Ich bin endlich eine Aussteigerin und mir geht es gut dabei, bin allein auf weiter Flur, ich bleibe mir selbst treu.
Ein reichlich dümmlicher Artikel – nicht zufällig geschrieben von einem Mädchenzeuger?
Wenn solche dürren Artikel wie der aus dem Telegraph neuerdings als Quelle herhalten müssen, wer wird dann nächstens das Mama Blog zitieren?
Aber Blocher ist halt in jedem Fall der richtige Mann. Wenn einer nichts zu schreiben weiss, schreibt er Blocher! Schon hat er volles Haus. Dasselbe übrigens mit Adolf Hitler. Jede Woche einmal im Tagesanzeiger, dabei ist der gute Mann seit über 50 Jahren tot. Aber was erfahren wir heute? Er nannte Chamberlain ein Arschloch. Und hatte auch noch recht damit (die Geschichte lehrt uns jedenfalls nicht das Gegenteil).
Ich bin noch nicht 50 Jahre tot. Aber ich denk mir auch meine Sache über gewisse Leute,
@ Lea: Merci. Find’s eine spannende Frage wieso die Menschen zu dem werden was sie sind. Und ich find’s ein bisschen spannend wenn man leichte statistische Evidenz findet für Faktoren die Menschen prägen (ja, ich weiss, viele Forenteilnehmer wissen’s auch ohen Statitsik, mag ich ihnen gönnen).
Der Spruch: die Kinder erziehen ihre Eltern ist ja auch schon bekannt.
Es ist wohl ähnlich wie: Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde…
Feminisiert? Links ist gleich Feminin, Rechts gleich Maskulin?