
US-Präsident Obama erzählt oft von der engen Beziehung zu seiner Grossmutter Madelyn Payne. Das Bild zeigt Obama 1979 bei der Feier seines High-School-Abschlusses auf Hawaii. Rechts Grossvater Stanley.
Liebe Grosseltern da draussen, dieser Blogeintrag ist für euch. Woche für Woche, Jahr für Jahr nehmt ihr euch Zeit, eure Enkelkinder zu hüten, an ganz normalen Wochentagen und in den Schulferien, wenn die Eltern in den Stollen müssen. Ihr übernehmt Hütedienste am Abend und nehmt die Kinder am Wochenende zu euch, damit wir gestressten Mamis und Papis unsere Beziehung pflegen können und uns nicht fragen müssen, ob die Racker die Babysitterin schon ins Badezimmer gesperrt und den Süssigkeitenschrank geplündert haben. Ein grosses Dankeschön dafür von meiner Seite.
Die Zahlen sind beeindruckend. Rund 100 Millionen Stunden pro Jahr, so hat der Schweizerische Nationalfonds ausgerechnet, hüten vor allem Grossmütter ihre Enkel. Das entspricht einer Arbeitsleistung von rund zwei Milliarden Schweizer Franken – bei einem Stundenlohn von bescheidenen zwanzig Franken. Wichtiger aber noch als die schiere Arbeitsleistung ist, was die Grosseltern qualitativ in die Familie einbringen. Ich jedenfalls staune stets aufs Neue, was ich von der älteren Generation noch alles lernen kann.
- Geduld. Wenn meine Kinder sich benehmen wie Kreissägen, die direkt durch mein Nervensystem fräsen, begegnen sowohl meine Mutter wie auch meine Schwiegereltern den Wunsch- und Bedürfnisattacken meiner Kinder mit der Gelassenheit eines Hochgebirgsgipfels, wobei sie sich aber deutlich liebenswürdiger benehmen als ein solcher. Weder werden sie von Sturmwinden gepeitscht noch müssen sie Lawinenniedergänge beklagen. Und das Beste ist: Während ich beim Genörgel meiner Kinder schon nach zehn Minuten vor Ungeduld ein Loch in den Boden gescharrt habe, um dann entnervt einzuknicken, schaffen es Grosseltern mit einem ruhigen, aber geduldigen Nein, die Kinder in Lämmer zu verwandeln, die den ganzen Tag bloss noch friedlich blöken.
- Gelassenheit. Aus grösserer Distanz sehen die meisten Dinge weniger furchterregend aus, als wenn sie einem direkt ins Gesicht starren. Und so neigen viele Grosseltern dazu, deutlich gelassener mit Kindern umzugehen, als Jungeltern. Während mein Herz sich früher schon melodramatisch an die Rippen warf, wenn das Kleine stolperte, gab meine Mutter ihm lediglich den Mahnruf: «Halt dich fest!» auf den Weg und liess es damit auf Klettergerüste, Bäume und Tatzelwürmer klettern, wie es wollte. Grosseltrn wissen, dass Kinder zäh sind. Sie interpretieren auch nicht gleich jeden Laut des Babys als Todesröcheln. Und sie wissen auch, dass nicht nur Babys ein Recht auf Zuwendung, sondern Erwachsene auch eines auf Schlaf haben, weshalb Babys bei Grosseltern mirakulöserweise plötzlich durchschlafen, worauf die Eltern sich verwundert ihre Augenringe von den Ausmassen eines Lastwagenpneus reiben und sich fragen, ob sie vielleicht etwas falsch machen.
- Geschichte. Grosseltern haben viel erlebt. Deshalb sehen sie oft nicht bloss Bäume, sondern Wald, manchmal sogar ganze Gebirgszüge. Grosseltern haben Perspektiven und können diese auch weitergeben. Aber die Geschichtsdimension hört hier noch nicht auf. Als ich Kinder bekam, begannen meine eigene Existenz als Kind meiner Eltern und diejenige als Mutter eigener Kinder gewissermassen ineinanderzugreifen wie Zahnräder. Durch meine Elternschaft habe ich ein völlig neues Verhältnis zu den Eltern gefunden, weil ich vieles jetzt mit ganz anderen Augen sehe. Und ich ahne, dass ich vielleicht auch einmal die Gebirgszugperspektive für mich einnehmen werde.
Man sagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind grosszuziehen. Heute sind solche Dörfer natürlich nicht mehr so einfach verfügbar und ich bin froh um die Grosseltern, die willens und fähig sind, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu teilen. Dafür nochmals, liebe Grosseltern: Danke euch, vielen vielen Dank!
Lesen Sie dazu auch: Eine Fiche für aktive Omas und Opas.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook




























































































@Mirjam
Ich kann Sie irgendwie verstehen, nur nützen Sie so weder Ihren Kindern noch den Schwiegereltern und meine Kinder kannten zwar meinen Frauenarzt, aber während den Untersuchungen waren sie nie anwesend, da hat sich die liebe Arzthelferin gerne um sie gekümmert (das war telefonisch so abgesprochen), dasselbe beim Zahnarzt und im Spital. Es findet sich immer jemand, der in einer Notsituation gerne hilft und wenn Ihre Schwiegermutter das nicht tun möchte (haben Sie mal nachgefragt WESHALB?) dann ist das wirklich ihr gutes Recht. Versuchen Sie doch mal Ihre Wut und Ihre Trauer ins Positive umzuwandeln, laden Sie doch mal Ihre Schwiegereltern ganz ungezwungen auf einen Kaffee ein, plaudern Sie nett ein Stündchen und Sie werden merken, dass das viel schöner ist, als wütend und traurig zu sein, weil Ihre Bedürfnisse nicht abgedeckt werden. Lassen Sie vor allem Ihre Kinder aus dem Spiel, die sind zu klein um das zu begreifen.
@Laura
Doch noch ein Nachsatz: Ganz Deiner Meinung!
PS: Kann mir mal jmeand erklären, warum sich hier fast alle mit Vornamen anmelden und sich dann teilweise mit Sie ansprechen? OK, ist off topic aber trotzdem…
@Mirjam: Liebe Mirjam, natürlich sind sie zutiefst verletzt und wütend, wären wohl einige von uns. Doch je mehr Situationen Sie schildern werden, desto verbissener werden die Fronten. Es gibt Grosseltern, die sind so wie im Artikel. Dann gibt es welche, die freuen sich über Enkel, sind interessiert an ihnen, aber möchten nicht Hand anlegen. Dann gibts solche, die scheinen nicht gross interessiert und sind ab und zu doch zu einem Noteinsatz bereit. Und dann gibts welche, die sich weder freuen noch irgendwas tun. Es gibt Grosseltern, deren Schwiegertochter im Spital liegt wo die Ärzte um ihr Leben kämpfen, die Enkel sind auch in dieser Situation egal, der Schw.tochter wird Simulieren vorgeworfen- und wenn sie gestorben wäre hätte es vielleicht Vorwürfe gegeben, dass der Abdankungstermin ausgerechnet während dem Coiffeurtermin stattfindet, ob Sohn das nicht bitte verschieben könnte?! Und ich vermute, dass nämlich die Beziehung Ihrer Schwiegereltern zum eigenen Sohn auch nicht die beste ist, wenn so wenig Interesse an seinen Kindern besteht.
Aber…, jeder Mensch darf wählen wie er leben will, was seine Prioritäten sind. Auch wenn er damit Angehörige tief verletzt- knapp gesagt, solange Ihre Schwiegereltern nicht gegens Strafgesetz verstossen, dürfen sie sich Ihnen gegenüber verhalten wie sie wollen. Das gutzuheissen oder nicht ist was anderes.
Bloss…, die Gefahr durch solche Erfahrungen verbittert zu werden ist erheblich, da braucht es Eigeninitiative dem vorzubeugen, und gerade den eigenen Kindern Versöhnlichkeit vorzuleben- wo sollen sie es denn lernen wenn nicht gerade in Situationen, die der Mutter ans Lebendige gehen?
Dann die praktische Seite, stützen Sie Ihr Netz nicht nur auf Hüetimeitli und Eltern, es kann sein, dass Ihre Eltern plötzlich aus gesundheitlichen Gründen ausfallen. Gibt es keine Möglichkeit sich mit Spielgruppen/Kindergarten (später Schul)eltern zu vernetzen? Nachbarn? Gemeinschaftszentrum? Nicht wenige um uns rum haben ebenfalls keine erreichbaren Grosseltern und sind froh, wenn man sich gegenseitig unterstützen kann. Und wenn alle Stricke reissen, dann nehmen Sie die Kinder halt mit, egal um was es geht! Ausser Ihr Mann könnte notfallmässig einspringen, das wär ja auch noch eine Option. Ich habe selber keine Grosseltern “zur Hand” und stelle mir als worst case immer einen Autounfall vor (ich als überfahrene Fussgängerin), irgendwie müsste es da ja auch gehen, und selbst wenn die Kinder dann halt mit in der Ambulanz hocken müssten… .
Geben Sie Ihre Schwiegermutter von Ihren Anklagen frei, um frei für andere unterstützende Beziehungen zu werden. Und vielleicht, vielleicht wendet sich eines Tages doch unerwarteterweise das Blatt. Vorallem gäben Sie Ihren Kindern einen ganz wertvollen Schatz in Sachen Lebensweisheit weiter.
Schön gesagt, Brunhild.
…in ihrer phantasie, landen sie dann im seattle grace hospital oder bei dr. house in princeton, brunhild?
@Thomas: tja, also das Seattle Grace kenn ich nicht, und Dr House würden meine Kinder wohl nach dem zweiten Satz (den sie natürlich übersetzt bekommen), die Krücke wegnehmen,- wobei er sich da ja mit allerlei Phantasie behelfen kann, oder ich könnt sie Dr Cuddy unterjubeln, dann käm sie mal in kids&action Genuss?
Ja, er rastet auch gegenüber den Kindern aus. Habe ich selbst mehrmals erlebt. Dann ist meine Tochter wie versteinert. Ob er gegenüber meiner Tochter auch ausrastet weiss ich nicht, sie würde mir das aus Stolz kaum eingestehen. Ich weiss aber von Ihrer Mutter, dass er zu andern äusserst giftige Antworten geben kann. Ich hatte seinerzeit noch ein Zusatzstudium in Psychologie nach C G Jung gemacht insbesondere seine Typenlehre hatte es mir besonders angetan. Seit die Tochter Kinder hat, funktioniert die Kommunikation zwischen den beiden Elternteilen schlecht. Die beobachtete Körperhaltung der beiden spricht Bände. Und ein ganz banales Beispiel: Als ich mal die Kinder an einem Freitag zurückbrachte fragte ich ob ich mit dem ältern Sohn am folgenden Samstag morgen die Vorbeifahrt eines Dampfzuges anschauen dürfte. Weder der eine noch der andere war fähig, mir eine Antwort zu geben, worauf ich sagte, sie können mir ja noch telefonieren. Eine Antwort kam nie. Nach C G Jung ist auch in diesem Fall klar, dass die beiden ergänzende, sprich gegenteilige Partner geheiratet haben, was in der Phase des Verliebtseins extrem schön ist, aber später die Kommunikation ungemein erschwert. Früher schauten viele Eltern darauf, dass ähnliche Typen heirateten. Aber so was hatten wir schon damals nicht mehr akzeptiert. Aber dieser Fehler ist einer der Gründe der vielen Scheidungen von heute. Aber es gibt neuerdings ein Weg der die alte Weisheit wieder zum Durchbruch verhilft. Die seriöse Internet-Partnervermittlung z.B. bei parship.ch achtet auf ähnliche Typen. Das ist ein Hoffnungsschimmer, wenigstens für meine Enkel.
@Oskar: also ich würde auf jeden Fall zu dieser Kinderschutzstelle gehen. Man könnte jetzt lange über die Hintergründe philosophieren und jede Psychorichtung hätte wohl ihre eigene Erklärung. Das hilft Ihnen aber nicht praktisch weiter. Wichtig scheint mir jetzt, dass Ihr Kontakt zu Ihrer Tochter nicht abbricht, und Ihre Tochter das Vertrauen in Sie nicht verliert!
Und Ihre Enkel könnten dann ja auch ganz einfach von anfang an einen “Beziehungsbegleiter” aussuchen, eine Person ihres Vertrauens, die ihnen beim Aussortieren der Schwierigkeiten helfen kann. Denn Probleme gibts immer, und mit gutem Willen auch einen Weg.
@Oskar
Ich würde es zuerst mit einem Gespräch versuchen, nur du und dein Schwiegersohn, bei einem guten Essen im Restaurant,also auf neutralem Boden. Hör dir doch mal an, was er dazu sagt, wie er dazu steht, wie er die ganze Sache sieht. Vielleicht lässt sich so einiges klären. Mit Behörden auf den Hals hetzen erreicht man, dass sich die Fronten verhärten und ob das für alle Beteiligten eine gute Sache wäre, ist fraglich.
@Brunhild Steiner: “Wählen Sie den stressfreisten Kommunikationsweg, sms aufs persönliche Handy, was auch immer.” Ja STRESSFREI, das ist eine gute Idee. E-Mail funktioniert wenigstens, auch wenn sie mir mal wütend zurückschreibt. Ich hab gute Nerven, einer der Buben war einst ein Schreibaby. SMS kann ich noch dazufügen. Siehe auch mein zweiter Beitrag.
@Oskar. Der Schwiegersohn hat Sie taetlich angegriffen. Nach Ihrer Beschreibung sogar massiv. Ich würde da Strafanzeige machen. Warum:
Die Situation mit Ihren Enkelkindern und deren Vater ist eine Zeitbombe. Die Strafanzeige könnte bewirken, dass dem Herrn eine Anger-Mangement Kur auf-gebrummt wird. Oder eine Haftstrafe, die es Mutter und Kinder erlaubt, aus dem Bann der Angst zu gelangen.
Geschieht dies nicht, kann die Situation so eskalieren, dass es nicht mehr nur Schrammen, zerrissene Kappen und kaputtes Handy ist.
Es kann auch sein, dass das Sicherheitsventil anders popt. eines der Kinder könnte sich wegen der ständigen Angst gegen den verursachenden Elternteil wenden, oder side-steppen gegen irgendeinen Passanten, wo die auslösenden Muster zufälligerweise passen.
Das ist keine Bagatelle. die ‘Kinderhilfsstellen’ und Sozialdienste können meist nicht helfen. das weiss ich aus eigener Erfahrung.
Ich war auch immer mit dabei, wenn meine Mutter zum Zahn- Frauen- oder sonstigen Arzt , zur Bank, auf die Post oder sonst wohin musste. Ich habe dann ein Buch im Wartezimmer angeschaut, im Auto gewartet oder draussen gespielt. Alles ganz problemlos und ohne Gezeter, dass X oder Y nicht auf mich aufpassen wollte.
Ich war es gewohnt halt mal warten und mich selber beschäftigen zu müssen.
Erst muss ich mich mal für die bisherigen Antworten bedanken, denn jede dieser Antworten ist wertvoll.
@Katharina: Mein Schwiegersohn hat gegenüber mir ein ausserordentlich schlechtes Gewissen. Das zeigte sich schon nach der ersten leichteren Tätlichkeit für die es mehrere Zeugen gibt. Nach einer Ausrasterei belastet ihn sein eigenes Verhalten ausserordentlich und das über Jahre. Seit diesem ersten Fall gegegüber mir hat er sich immer versteckt, wenn ich die Kinder abholte. Nach der zweiten schweren Ausrasterei gegen mich, habe ich mich auch nicht tätlich gewehrt, der Kinder wegen, die zugeschaut haben, weil meine Tochter wieder mal aktionsunfähig erstarrt war. Dieses hat ihn ausserordentlich überrascht, denn er sagte zu mir “du hast einen Kurs gemacht”. Wenn sich da nichts bewegt oder weiter eskaliert, wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben als Strafanzeige einzureichen. Ob das dann eine Wende bringt? Auf rein juristischem Weg hab ich keinerlei Rechte bezüglich der Kinder das ist mir immer klar gewesen. Aber es geht hier um Moral und auch um das schlechte Vorbild das die Eltern ihren Kindern geben. Er ist eben auch ein Drückeberger. Da könnte ich bald ein Buch schreiben von einem der gross angibt, ja sogar mit der Polizei droht, wenn ich sein Grundstück nicht sofort verlasse und als ich es dann nicht tat wagte er die Polizei nicht anzurufen, weil er genau wusste, dass ich umgehend Strafanzeige gegen ihn einreichen würde.
@Laura: Da bin ich voll mit Dir einig. Ich bin auch der Meinung, dass man miteinander reden soll, das ist doch eine absolute Selbstverständlichkeit. Aber er verweigert sich mir total. Er hat kürzlich sogar seine Handynummer geändert, damit ich ihn nicht mehr anrufen kann. Ich kann nur schriftlich mit ihm kommunizieren aber da kommt keinen Pips mehr daher, seit er wiederum ausgerastet ist, weil ich mit seinem Nachbarn gesprochen habe, der sich angeboten hat ein Gespräch zustande zu bringen. Das wird nicht zustande kommen, weil schon vorher meine zweite Tochter einen Coach eingeschaltet und selbst bezahlt hatte. Mein Schwiegersohn hat sich jedoch sogar um ein Einzelgespräch herumgedrückt. Als er sich an mir ausgetobt hatte, konnte ich ihn dazu bewegen, doch noch mit mir zu reden. Ich hab ihm dabei mehrmals seine Hand geschüttelt, dass doch eigentlich alles gut sei. Aber diese Hand hat keine Kraft, sie wirkte wie gelähmt. Dieser Typ schlicht und ergreifend ein ganz ganz armer Typ.
@Brunhild Steiner: Die Idee mit dem Beziehungsbegleiter scheint mir vielversprechend. Erstaunlich, Sie haben meine Art in etwa erahnt, ich bin stark analytisch begabt, was in der Praxis etwas hinderlich kann.
@Oskar
Ich muss Sie bewundern, für Ihre Geduld und Ihr Verständnis, dass Sie noch immer versuchen für Ihren Schwiegersohn aufzubringen. Ich finde das sehr schön und bin ganz ehrlich, ich weiss nicht ob ich das könnte. Haben Sie schon einmal versucht mit Ihrer Tochter alleine über die schwierige Situation zu sprechen. Vielleicht hat sie ja auch einfach Angst, Angst davor das die Beziehung in die Brüche gehen könnte (offiziell, den diese Beziehung ist bestimmt nicht mehr intakt), davor was andere sagen denken, vor der Verantwortung die sie vielleicht alleine zu tragen hätte. Gäbe es eine Möglichkeit ihr zu zeigen, dass sie in einer solchen Situation nicht alleine wäre. Ich denke wenn sie das wüsste, hätte sie eher den Mut ihrem Mann gegenüber stark aufzutreten. Sie müsste ihm ein Ultimatum stellen, entweder er nimmt Hilfe in Anspruch, oder aber er verliert seine Familie. Denn von dieser Situation sind ja primär Ihre Tochter und vor allem aber zwei schutzbedürftige (da noch minderjährige) Kinder betroffen. Ich weiss nicht ob das hilft, aber es könnte der Schlüssel zum Schwiegersohn sein. Denn scheinbar ist er kein schlechter Mensch, sondern sehr überfordert. Solche Menschen müssen manchmal am Punkt stehen alles zu verlieren was ihnen lieb ist um Hilfe anzunehmen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter von Herzen viel Kraft.
@Oskar
Ja, dieser Mann ist wirklich ein ganz armer Kerl und er muss das Gefühl haben, dass er gegen die “Familienfront” anrennt. Höchst wahrscheinlich kennt er klärende Gespräche nicht, hat als Kind das nie erfahren, dass miteinander reden oft hilft.
Mir hat es in einer ähnlichen Situation sehr geholfen, dass ich einen langen, langen Brief geschrieben habe, ich habe alles dargelegt, die Hand geboten und versucht zu verstehen, was den anderen bewegt. Es hat zwar nicht unmittelbar geholfen, aber es hat wenigstens das Eis ein wenig gebrochen und ein zarter Dialogfaden konnte gesponnen werden, zuerst auf schriftlichem Weg, heute auch ab und zu ein Telefonat.
@Mirjam
Tut mir leid, da habe ich wohl in ein Wespennest gestochen. Aber ich kann Sie verstehen, denn ich kenne dies selber.
Brunhild Steiner hat es schön beschrieben, da gibt es nicht mehr viel anzufügen. Ausser, dass wenn halt alles nichts nützt, Sie sich innerlich von Ihrer Schwiegermutter lösen müssen. Es darf Sie nicht mehr berühren, dass Sie Ihnen und Ihren Kindern gegenüber gleichgültig oder desinteressiert reagiert. Wenn Sie das überwunden haben, kann Sie das nicht mehr verletzen. Denn nur Menschen welchen wir mit Gefühlen verbunden sind, haben die Kraft uns zu verletzen. Ich weiss das, denn ich hatte Jahrelang mit der Ablehnung meiner Schwiegermutter zu kämpfen, meine erste Tochter hat sie geliebt, die zweite tolleriert die dritte abgelehnt. Dies, da man in der heutigen Zeit nicht mehr so viele Kinder hat, für unsere letzten beiden interessiert sie sich nicht. Ihr Kommentar bei der Geburt war so was dummes macht man nicht. Wir können damit leben, ich habe ihr verziehen, denn sie scheint ein sehr unglücklicher Mensch zu sein. Aber ich liebe sie nicht (mehr). Sie kann mich heute nicht mehr treffen, was auch immer sie tut. Freuen Sie sich an den Menschen die Ihnen wichtig sind und denen Sie wichtig sind. Für Notfälle versuchen Sie sich ein gutes Netz in Ihrer Umgebung zu schaffen.
Unsere Kleinen verbringen – nebst “Notfällen” – jede Woche einen Tag bei meinen Eltern. Sie sind beide nicht mehr erwerbstätig und freuen sich darum über die Abwechslung, die unsere beiden “Gören” in Ihren Alltag bringen. Auch im Notfall können wir uns immer aufs Grosi verlassen. Wenn es irgendwie geht, wird sie einspringen. Für die Sicherheit, die sie uns damit gibt, bin ich unendlich dankbar, es macht unseren Alltag sehr viel leichter. Die Schwiegereltern würden sicher auch gerne mal einspringen, haben aber den Nachteil des ca. eine Autostunde entfernten Wohnorts.
Grundsätzlich hat das so gelebte Familienverhältnis natürlich auch eine Kehrseite und die wurde hier bislang nicht thematisiert. Die Grosseltern investieren selbst viel Zeit und Emotionen in unsere Kinder, entsprechend entstehen natürlich auch Ansprüche. D.h. sie wollen informiert sein, wenn es den Kleinen nicht gut geht, Anteil nehmen dürfen am “Alltag”, bspw. zu Schulvorführungen eingeladen werden und natürlich gehören sie auch an Feiertagen und bei anderer Gelegenheit “zur Familie”. Das kann ab und zu auch eine Last sein, gehört aber m.E. dazu.
Ich würde mich nicht wundern, wenn in vielen Fällen, in denen sich die Grosseltern nicht für die Enkel “engagieren”, diese Komponente zu kurz kommt. Wie der Fall von Oscar zeigt, ist es sehr riskant, sich emotional auf Kinder einzulassen, die einem dann jederzeit “weggenommen” werden können. Nur als “rechtsloser Gratishütedienst” werden sich Grosseltern wohl sehr selten verdingen lassen, wenn sie nicht auch ansonsten als Teil der Familie akzeptiert und willkommen sind.