Leben


Michèle Binswanger am Dienstag den 22. September 2009

Religionsstunde, powered by the Church

Musikstunden - werden sie mangels Sponsoring bald ganz abgeschafft?

Musikstunden - werden sie mangels Sponsoring bald ganz abgeschafft?

Seit das neue Schuljahr angebrochen ist, hat meine Tochter einen Grund weniger, den Schulunterricht anzubeten. Ein sozusagen gottgewollter Grund. Denn seit August steht auf ihrem Stundenplan eine zusätzliche Stunde Religion. Zu Lasten einer ihrer geliebten Musikstunden.

Dass meine Tochter das Vaterunser wohl bald besser herunterbeten kann, als «Alle Vögel sind schon da» singen, hat einen säkularen Grund, über den die Lehrerin beim Elternabend auf Nachfrage eines Vaters zerknirscht aufklärte. Musikstunden seien teuer, sagte sie, wegen der Musiklehrerinnen, die sogar mehr verdienten, als sie selbst. Für die Kosten der Religionsstunden hingegen würde die Kirche aufkommen. Und weil man heutzutage überall sparen müsse, sei der Stundenplan angepasst worden.

Religionsstunde, powered by the Church. Diese Art von Sponsoring im Bildungswesen ist kurios genug. Und als mein Sohn dann ein paar Tage später mit einem Stapel Broschüren aus dem Kindergarten heimkehrte, stutzte ich erst recht. Die Broschüren, powered by Erziehungsdepartement, waren hochglänzend, vierfarbig, verfasst offenbar von einer gediegenen Kommunikationsagentur – sicher nicht ganz billig. Dennoch landeten sie, nachdem ich sie überflogen hatte, im Altpapier. Warum, fragte ich mich, investieren die das Geld in solche nutzlosen Broschüren, nicht in Musikstunden? Und was kommt als Nächstes? Von Nike gesponserte Turnstunden?

Ich bin keine Politikerin und ich bin auch nicht vom Fach. Aber jede Lehrperson, die ich darauf anspreche, bestätigt, dass mein Beispiel nur die Spitze des Eisbergs sei. Im Bildungswesen scheint bürokratischer Furor ohnegleichen am Werk und es sei anzunehmen, dass die Knappheit der Mittel unter anderem darauf zurückzuführen sei. Stolz verkündet beispielsweise das Basler Erziehungsdepartement auf seine Homepage: «Das «Leitbild für die Schulen des Kantons Basel-Stadt» wurde in einem breit angelegten Prozess erarbeitet, in welchen Fachpersonen aus den Erziehungswissenschaften sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, der Schülerschaft, der Arbeitswelt, der Kultur, der Religionsgemeinschaften sowie der Quartiervereine einbezogen waren.» Ich frage mich hier: cui bono? Zieht dieser Aktionismus nicht letztlich das Geld von den Kindern weg und hin zu Fachkommissionen, Gremien und Experten? Und betreibt Reformitis auf dem Rücken des Lehrkörpers? Mit dem Resultat, dass man Religionsstunden aufstockt, weil diese einfach gerade günstig zu haben sind, während man andere abbaut, weil zu teuer?

Oder täusche ich mich?

263 Kommentare zu „Religionsstunde, powered by the Church“

  1. Ralph Kocher sagt:

    Kann mir jemand erklären, weswegen Relideologien das EVOLUTIONÄRE PRINZIP zerstreuen wollen?
    Ein Text hält doch immer die Zeit in dem Moment, als er geschrieben. Natürlich bedingt “Stehenbleiben” kaum je aufreibende Flexibilität. Eher nur passive Teilnahme in Form von einfachster Genugtuung.
    KINDER WOLLEN WACHSEN, MEINE GÜTE.
    Um solch (Rel-)ideologien, diesen – Unmündige bezirzenden, auszuweichen, darf man die Kleinen abmelden; davon erlösen!

    Immer noch galt: Das PRINZIP nährt sich von selbst, und zwar auch ohne uns…

  2. Ralph Kocher sagt:

    @MARTIN GRUNDER:

    Um in ihrer Sprache zu deuten: “Jesus” soll man leben – und kaum je “folgen” (müssen), bitte…!

  3. oma sagt:

    gerade in unserer zeit tut ein 2bisschen religionsunterricht2 oder noch besser ethikunterrricht den kindern gut – wird von den eltern sehr oft sträflich vernachlässigt

  4. Dubi sagt:

    Ich bin Atheist, trotzdem bin ich der Meinung, dass die Schule Relegionsunterricht anbieten muss- ob dies nun durch Steuergelder oder by the Church (also auch durch Steuergelder!) finanziert wird, ist mir eigentlich egal.
    Unsere Geschichte, unsere Kultur und letztlich unsere Erziehung ist geprägt vom Christentum. Mangelnde Kenntnisse anderer Religionen/Kulturen scheint mir ein Hauptgrund der allgegenwärtigen Intoleranz. Für die stufengerechte Vermittlung dieses anspruchsvollen Stoffes sollen weiterhin theologisch ausgebildetet Leute eingesetzt werden können.
    Genau aus diesem Grund zahle ich auch als Atheist weiterhin brav die Kirchensteuer.

  5. Peter sagt:

    Trompeter: Und warum wissen Sie denn, was in den Betsälen gepredigt wird?? Wenn ich die Hasstiraden gegen Christen von Atheisten in diesem Blog lese, kann ich mir gut vorstellen, wie Glaubenskriege entstanden und entstehen.

  6. Ruedi Burkhard sagt:

    Kann Martin Grunder VOLL beistimmen.
    Es ist mE. Mode geworden, das Christentum als Basis unserer Kultur und Demokratie in den Dreck zu ziehen. Andere Religionen sind ‘gescheiter’ und achten darauf, dass in ihrem Land (Irak, Iran, Saudi-Arabien usw.) die dortige Religion, milde gesagt, gepflegt wird. (Bin mit der harten Gangart dort überhaupt nicht einverstanden, aber trotzdem..)
    Diejenigen, die hier meinen den Bibel-Unterricht vom Christentum gleich setzen zu können mit historischen Lehrgängen, sollten sich mal umsehen in unserer Welt. Es gibt für viele Formen Beispiele (Atheismus: UdSSR, China; Buddhismus: Japan; Hinduismus:Indien). Man nenne mir eines, dass besser ist als das Christentum und seine Ethik.

  7. carmen sagt:

    Meine Tochter,6 Jahre mag bis jetzt alles an der Schule,ausser den Religionsuntericht.der
    2Stunden am stück dauert.Ich empfinde es grundsätzlich als bereicherung für mein Kind .
    Doch leider ist 2 stunden am stück stillsitzen für 6 und 7 Jährige eine ziemliche qual.
    Daher wäre es ein “Fach”in dem man aus meiner sicht ,ein spielerischen aktiven unterricht gestalten könnte!
    aber das kommt natürlch auf die “Lehrperson”an.
    Toll wären andere Fächer in der Schule die es noch nicht gibt,wie kommunikationsunterichte,wie wir das leben erleben,
    gefühle übers malen ausdrücken und und und .

  8. Brunhild Steiner sagt:

    @carmen: diese Lektionen finde ich ebenfalls ein bisschen heftig, vorallem auch angesichts der Tatsache dass wir bis zur 5.Klasse vorgestossen sind, ohne irgendeinen Religionsunterricht/Biblische Geschichte oder ähnliches zu haben.

    @Katharina: ja, der Smart ist tatsächlich ein Auto, aber keines in dem ich gerne sitze (Instantsarg trifft es nicht schlecht), und tun Sie das dem ohnehin schon belasteten ÖV nicht an, das Ding als Kinderwagen zu missbrauchen… .
    Die Weinflasche gefällt mir sehr, es gibt ein ähnliches Bild mit dem Elefanten welcher von Blinden ertastet wird. Weinflaschenversion noch nie gehört, aber werde den Elefanten damit ersetzen (jedenfalls bei den Weintrinkern)
    Und, ist es nicht beruhigend zu sehen, dass anderswo noch blöder getan werden kann als in Redneckistan? ;-)
    Zum eifern, das Thema trifft wohl einfach bei vielen einen Hauptnerv. Ich kann nicht alle Statements der “Pro-seite” blanko unterschreiben, doch die Heftigkeit gewisser “Contras” ist genauso fragwürdig. Im harmloseren Fall als komplett autosuggeriert (oder fremdhypnotisiert?) bezeichnet zu werden geht ja noch, im deftigeren das Etikett “totalgestört” und ähnliches verpasst zu bekommen, naja… .

  9. carmen sagt:

    Hallo,
    an B.steiner.
    Ich weiss nicht was sie meinen aber mein kind besucht jede woche den religionsunterricht!!
    kanton graubünden.Von 10 uhr bis Mittag(11 4o uhr).sie ist 6 jahre.
    Wie soll ich sie verstehn ???

  10. Brunhild Steiner sagt:

    @carmen: wir haben bis jetzt nie Religionsunterricht gehabt, also weder in 1., 2., 3., 4. noch 5.Klasse. Religionsunterricht in der Schule meine ich, oder geht Ihr Kind in einen externen Unterricht? Und da erstaunt es mich, dass Ihre Kleine 2 Lektionen hintereinander hat, und unsere noch nie…, aber gibt da wohl die unterschiedlichsten Schulpläne… .

  11. Brunhild Steiner sagt:

    @Dubi: hoffe Sie verstehen das jetzt nicht falsch, aber Ihre und ähnliche Posts sind Balsam auf meine Seele, Licht am Horizont, oder irgendwie so in der Art… .

  12. Daniel sagt:

    @ Ruedi Burkhard, Brunhild Steiner et al.

    Sie alle haben die Bedeutung von Ethik und Moral des Christentums für unsere Gesellschaft betont. Ich habe bereits die Frage in gestellt, weswegen Religion NOTWENDIG sei, um Ethik zu tradieren oder moralische Wertmassstäbe zu definieren. Ich bin in diesem Punkt völlig anderer Ansicht als Sie alle. Die zweifellos vorhandenen Errungenschaften in ethischer Sicht, die das Christentum für die Schweiz hatte, lassen sich meiner Ansicht nach alle auch ohne Religion vermitteln. Vereinfacht gesagt: Ich brauche keinen Gott, um zur Überzeugung zu gelangen, dass ich keine anderen Menschen töten soll. Deswegen wirkt die Rechtfertigung von Religionsunterricht als “Ethik- und Moralunterricht” auf mich klar ungenügend. Wenn der Zweck die Ethik ist, und Religion nur das Mittel dazu, dann gibt es womöglich auch andere Mittel und Wege, um den Selben Zweck zu erreichen. Ich habe geschrieben, ich hätte gegen eine Behandlung des Christentums im Geschichtsunterricht nichts einzuwenden. – Wie andere Religionen und Hochkulturen auch. Genau so wenig hätte ich etwas dagegen, wenn ein religionsneutrales Fach “Ethik und Moral” unterrichtet würde. Von mir aus könnte man da sogar auch immer noch auf die religiöse Vergangenheit vieler Moralregeln Bezug nehmen. Am Religionsunterricht sehe ich dagegen den Fehler, dass der Glaube an Gott sozusagen als Grundvoraussetzung für ethisch korrektes Handeln vorausgesetzt wird.

  13. carmen sagt:

    An B.steiner
    Also sie besucht die ganz normale erste Klasse.sie dürfen es gerne nachprüfen es ist in Igis.
    Nach Deutsch und Rechnen geht sie ins andere Klassenzimmer für die Religion.
    Ich wusste nicht das es woanders nicht so üblich ist.(ehrlich gesagt).
    Ich habe mich vorher auch noch nie damit auseinandergesetzt.
    alles gute………………

  14. Brunhild Steiner sagt:

    @Daniel: Sie haben wohl durchaus recht im Punkt, dass man einen Ethikkatalog, losgelöst von Religion, für den Schulunterricht definieren könnte. 2 Probleme sehe ich dabei, wer hat aufgrund welcher Kompetenzen beim Definitionsprozess das Sagen? Und was geschieht an den Schulen bis dieser Katalog unterrichtsreif ist? Ich habe verschiedene Religionsunterrichte erlebt und nie wurde uns vermittelt, dass wir nur durch einen aktiven Gottesglauben zu ethischem Handeln fähig wären. Aber die ethischen Richtlinien konnten anhand biblischen Geschichten, uns Kindern sehr fassbar dargestellt werden, z.Bsp. der barmherzige Samariter, der verlorene Sohn etc. Es sind Gefässe die schon vorhanden sind und in unsrer Kultur verankert.
    Sie sind bis jetzt der Einzige, welcher sich für Abschaffung der kirchlichen Feiertage einsetzt (und das ist sehr ehrlich!), aber bis sie abgeschafft sind sollte dennoch jeder Bescheid wissen. Und wie gehts denn später weiter, in Musik/Kunst etc-Unterricht? Wird Bach & Händel rausgekippt, der Maler Rembrandt gestrichen- unsere Kultur ist voll von Hinweisen auf biblische Geschichten, weshalb dann nicht auch die Kinder darauf vorbereiten? Ich war heute an einer Vorstellung des Béjart Ballets, es wurde ein Musikvideo von Freddy Mercury gezeigt, “I want to break free”, darin kommt ua eine Art Kreuzigungsszene vor. Wie soll man nun diese Szene verstehen wenn man null Ahnung hat?
    Ich glaube die bestehenden Gefässe liessen sich gut für einen “Ethiktransfer” nutzen, ohne dass impliziert wird, mensch wäre nur mit Gottesglauben zu guten Taten fähig. Denn das stimmt so sicher nicht.
    Registrieren, dass viele Organisationen/Privatpersonen aber aus genau dieser Motivation heraus an den unmöglichsten Orten dieser Welt karitativ tätig sind, kann man dennoch. Von Mutter Teresa zu “unserem” Pfarrer Sieber, Gassenarbeiten, Strassenkinderarbeiten und und und. Ich finde es nicht irrelevant wenn diese engagierten Menschen ihr Tun zu ihrem Glauben in Beziehung setzen. Das eine schliesst ja das andere deswegen nicht aus.

  15. Lichtstrahl sagt:

    @Daniel hat geschrieben: “Für einen allmächtigen Gott sollte es doch eine Kleinigkeit sein, mir seine Existenz zu beweisen.”
    “Ihr werdet mich SUCHEN und finden, denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.” Jer.29.13. Der Weg führt über die Selbsterkenntnis – im Lichte des Massstabs Gottes. Da verströmen die Meisten zum “Selbstschutz” und zur Aufrechterhaltung des ICH-Gottes Nebel. Suchen und finden sind freiwillig, wer aber nicht sucht, genügt sich selbst und will nichts zu tun haben mit dem göttlichen Gesetz, das ihn durchrichtet und ihn die Gnade Gottes finden lässt. Das Ich bleibt Gott.
    Zum Krieg wegen Religionen? Es gilt, zwei Alternativen zu prüfen:
    Entweder ist die Religion göttlich, und der Mensch handelt ihr zuwider, oder aber, die Religion ist nicht göttlich, und der Mensch handelt danach.
    “Prüfet aber alles und behaltet das Gute.”

  16. Stefan sagt:

    Also die romantisierende Geschichte des barmehrzigen Samariters. Ist es nicht so, dass die Grundlage dieser Geschichte nicht auch eine Kritik an der jüdischen Gesellschaft zu jener Zeit darstellt? Ist es nicht so, dass auch die Thora die Nächstenliebe fordert, aber der Priester sich beschmutzen würde, wenn er anstelle des Verletzten einen Toten berühren würde. Geht es hier wirklich um die Nächstenliebe oder um eine Kritik an den Klerikern, da ja auch der zweite untätige ein Levit war? Oder ist etwa eine Kritik am 3. Buch Moses oder deren Auslegung? Oder bedeutet es, dass andere religiöse Gesetze nicht gültig sind, wenn es ums Leben geht? Interessant ist vorallem, dass die Religion die ersten zwei von der Hilfe abhielt, statt sie zur Hilfe zu motivieren. Dies ist ein sehr gutes Beispiel wozu die Religion auch führen kann, Ausgrenzung und Entzug der Hilfe und Verlust der Moral. Darin sind ja auch Christen die besten Experten.
    Dann der ewige Vergleich mit den “christlichen” Feiertagen, ich finde für jeden der in Zürich arbeitsfreien Tage, einen Heidnischen oder unreligiösen Grund zu feiern, wogegen ich nicht für alle einen christlichen finde.
    Ethik und/oder Moral ist die Grundlage für das Zusammenleben mehrer Menschen und teilweise auch biologisch unabdingbar. Gesetze, Regeln, etc. für das Zusammenleben von Menschen gab und gibt es länger als die Religion.

  17. Brunhild Steiner sagt:

    @Stefan: Exakt, und auch beim verlorenen Sohn gibts ähnlich brisanten Hintergrund. Perfekt für eine Durcharbeitung im späteren Geschichtsuntericht, aber im Fach zur Einführung in die Religionen nicht so angebracht.
    Transportieren nicht die meisten Kulturen ihre Ethik/Moral auch gerade über/durch/in ihren religiösen Überlieferungen und Mythen? Für den grössten Teil der Menschheit ist es normal damit aufzuwachsen, warum haben wir im Westen diese Berührungsängste? Dass es nicht um Ideologisieren geht wurde mehr als einmal erwähnt

    @Transient: warum ich (unfreiwillig!) zur Hijackerin geworden bin? Mir scheint die Fragen (berechtigt) und Vorwürfe (fordert zur Stellungsnahme auf) repetieren sich ebenso.

    @Stefan: und (sorry Transient!) nochmals zu den kirchl.FT, Sie, mir wäre es auch viel lieber das Christentum wär 380n.Chr nicht zur Staatsreligion erklärt worden. Aber leider wurde es, und die neuen Feiertage wurden (logisch) auch im Blick auf schon bestehende heidnische Feiertage in den Kalender eingebracht. Und sie sind nun mal als solche drin, und ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass nicht mehr Druidenfeste mit Menschenopfern im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert sind, sondern die kFT’s auch wenn total verkommerzialisiert und sinnentleert.

  18. Shaolin sagt:

    Meiner Meinung nach ist es für die Menschheit Ihr Bewusstsein zu öffnen. Öffnen für freie Gedanken und öffen für Hinterfragungen… Vergessen Sie bitte nicht das die Bibeln nicht Gottes Wort sind. sondern Interpretation von Mönchen aus dem Mittelalter.
    Wie Albert HOfmann bereits gesagt hat vor seinem Tod, er wünsche der Schweiz ein bisschen mehr Bewusstsein. Ein verängstigtes Volk, dass Ideal ist für Religiöse Fanatiker und Politiker mit faschoiden Zügen.

    Kinder in der 1 Klasse bereits in den Religionsunterricht zu senden ist definitiv ein Versuch der Kirche Ihre Schäfchen beisamemen zuhalten.
    Religion ist menschlich…. Wer die anwesenheit Gottes, Allahs etc. gefühlt hat merkt dass keine Schrift nötig ist… keine Kirche nötig ist, es ist nämlich die ehrliche und reine Gedanken eines jeden Kindes, dass die Regeln von Geburt an spührt. Doch wir werden Hirngewaschen schritt um schritt, bis unsere Reinheit im Teenageralter, durch Fanatismus, dekadenz etc. verunreinigt wird.
    Hört mehr auf die Kinder denn die Waren Gott am nächsten….. Wir Erwachsenen sind bereits zu lange weg von ihm….

  19. Stefan sagt:

    @Brunhild ich unterstelle Ihnen keine Ideologisierung, sondern respektiere Ihren Glauben, tue dies auch allen anderen Gläubigen gegenüber. Der Punkt ist ein ganz anderer, ich erwarte von einem Staat und seinen Institutionen dass auch dieser die Vielschichtigkeit und die Glaubensvielfalt seiner Einwohner respektiert. Die Reduktion auf das Christentum im Religionsunterricht erachte ich als nicht zeitgemäss. Ich will dass meine Kinder einen möglichst neutralen Zugang zu unserem Wertesystem erhalten, sie sollen auch die anderen Weltreligionen und die Zusammenhänge dazu, erhalten. Ohne das Judentum zu verstehen, fehlen wichtige Bestandteile um das Christentum zu verstehen und ohne den Islam fehlt zum Beispiel ein wichtiges Bautteil für die Reconquista in Spanien, welche wiederum einen Einfluss auf das restliche Europa hatte. Mir ist bewusst, dass ein Grossteil hiervon im Geschichtsunterricht besprochen werden muss, aber dann fehlt die Berrechtigung für den Religionsunterricht.
    Ich habe und hatte nie Berührungsängste mit Religionen und dessen Werte, im Gegenteil ich quetsche meine muslimischen und jüdischen Freunde permanent aus.

    Aber wenn sich die Schule auf das Christentum beschränkt, dann reduziert sich das ganze auf die Zeit nach Christigeburt. Und den Kindern bleiben die Bilder der Engel, der Schwangerschaft Marias (jungfräulich verstehen sie sowieso noch nicht wirklich), der Wanderung, der Geburt mit den Drei Königen. Ein paar weiteren Geschichten, dann dass die Juden schuld am Tode Jesus sind, Jesus auferstanden ist, etc. Sorry aber für dies brauche ich keine Schule, dafür genügt mir der Dorfpfarrer oder auch ein Imam. Dass die meisten Kulturen dieser Erde auf (religiösen) Mythen beruhen, stelle ich auch nicht in Frage, jedoch aber die Moral und die Ethik. Ich behaupte, dass die Religion teilwiese dazu benutzt wurde, um die moralischen und ethischen Grundwerte zu transportieren, aber nicht um sie zu entwickeln. Ich behaupte auch, dass keine meiner persönlichen moralischen/ethischen Werte auf religiöser Basis, sondern auf biologischen Instinkten, Überlebensdrang oder rationalem Bewustsein basiert.

    Und zu guter letzt, verkörpert das von den Kirchen gelebte Christentum auch Werte die ich ganz entschieden ablehne und auch (gewaltlos) bekämpfe. Sollten meine Kinder diese Werte Leben wollen, sollen sie dies aus eigenem Antrieb lernen und auch dürfen, aber Ich will nicht, dass ein sekulärer Staat meinen Kinder gegen meinen Willen diese Werte vermittelt.

    Dann noch zu den christlichen Feiertagen, Weihnachten ist nicht so problematisch, bei Pfingsten scheint mir die Frage angebracht, in wie weit hier nicht einfach ein jüdisches Fest aus politischen Gründen christanisiert wurde. Nun wenn die Erklärung zum Karfreitag/Ostern vom “falschen” Pfarer erzählt wird, ist mir unwohl. Zu oft wird die Geschichte missbraucht, um das Bild des bösen Juden, der Jesus getötet hat zu transportieren. Ich meine die kürzlichen Äusserungen von Herrn Ratzinger stimmen mich da schon nachdenklich.

  20. habakuk sagt:

    mit stefan voll einverstanden. @B. Steiner, lichtstrahl, martin grunder, Leo, healed et al: warum können dieses doch relativ neutrale statement (sein erster absatz) so wenige von euch religiösen unterschreiben, es lässt euch ja jede freiheit, eure kinder weiter zu unterrichten?

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