
Im Konfliktfall werden Männer zuweilen zu unrecht als Täter stigmatisiert - Schauspielerin Marcia Cross als Bree Van De Kamp in der TV-Serie «Desperate Housewives».
In den vergangenen vier Wochen wurden in der Schweiz fünf Frauen zu Mörderinnen. In Aldiswil erwürgte eine Frau ihren Partner. Eine andere schnitt in Glarus einem Mann die Kehle durch. In Schwyz ersticht eine den Lebenspartner der Mutter, in Schwamendingen erschiesst eine Polizistin ihre Lebenspartnerin.
Es gehört zu den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie, dass mordende Frauen grosse Aufmerksamkeit erzeugen, denn sie widersprechen dem Klischee der Frau als friedliebender Lebensspenderin, die den Aggressionen der anderen höchstens zum Opfer fällt. Diese Delikte mögen sich zufällig gehäuft haben, aber sie zeigen, dass die Gewaltbereitschaft des schwachen Geschlechts stark zunimmt, was auch die Kriminalitätsstatistik bestätigt. Im Jahr 2006 wurden doppelt so viele Frauen wegen Körperverletzung angezeigt als noch 2002. Immer öfter prügeln auf den Pausenplätzen nicht mehr nur Jungs, sondern auch Mädchen. Und Fachleute gehen davon aus, dass bei der häuslichen Gewalt Frauen mittlerweile genauso oft zuschlagen, wie die Männer. Aber sind diese brutalen Brünhilden denn nun tatsächlich eine Folge des Feminismus, wie zum Beispiel der «Blick» vermutet? Oder ist das falsch gefragt?
Es ist davon auszugehen, dass mordende Frauen auch in Zukunft eher ein Randphänomen bleiben – weibliche Aggression, zumal in der Beziehung, ist das sicherlich nicht. Gerade in konfliktbeladenen Partnerschaften kommen oft ihre subtileren, psychologischen Formen zum Tragen, welche natürlich kaum nachzuweisen sind. Und so hat der Feminismus die Verhältnisse tatsächlich zugunsten der Frauen verschoben – das Nachsehen haben dabei die Männer. Diese These vertritt jedenfalls der Kriminologe Michael Bock. Frauen, sagt er, hätten heute ein Monopol auf den Opferstatus und bestimmten die Diskussion, gerade um häusliche Gewalt sowohl auf der ideologischen wie auf der institutionellen Ebene. Mit der Folge, dass Männer beim Opferschutz krass benachteiligt werden. Nicht nur verlieren Männer aufgrund unserer Rollenbilder schnell das Gesicht, wenn sie sich als Opfer von Frauengewalt darstellen, in vielen Fällen – und gerade wenn es um Sorgerechtsstreitigkeiten geht, werde ihnen auch nicht geglaubt. Im Konfliktfall würden Männer von vornherein und zu Unrecht als Täter stigmatisiert, die Frauen dagegen hätten sofort das rechtliche Instrumentarium in der Hand, um «störende» Partner zu enteignen und loszuwerden.
Bocks Thesen provozieren, zumal er den Frauennetzwerken Filz und Vetternwirtschaft vorwirft. Dies mag etwas kurzsichtig sein – aber seine Forderung, beim gesellschaftlichen Umgang mit häuslicher Gewalt genauer hinzusehen, ist berechtigt. Der Anteil der Frauen an konfliktreichen Partnerschaften darf tatsächlich nicht verdrängt werden und es sollte die erste Pflicht sein, die gemeinsame Geschichte einer solchen Beziehung ohne ideologische Scheuklappen anzugehen.
Was meinen Sie? Ist unsere Gesellschaft auf einem Auge blind, wenn es um häusliche Gewalt geht? Oder ist das Problem gewalttätiger Frauen im Gegensatz zur Männergewalt so marginal, dass auch in Kauf genommen werden kann, dass einzelne Männer ungerecht behandelt werden?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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“Frauen sind brutaler geworden, seit unsere Buben “Jungs” genannt werden und junge Männer “Kerle”. Irgendwie fällt das zeitlich zusammen. Das Wort Knabe wird in der Umgangssprache kaum noch verwendet (Knabe – Knappe-Junker).”
Und wieso sind Männer brutaler geworden? Ich hab nicht nachgezählt, wieviele Männer in den letzten vier Wochen zu Mördern geworden sind, aber es sind definitiv mehr, als auch schon. Wenn Männer ihre Familien auslöschen, dann bucht man das unter dem euphemistischen Begriff des “erweiterten Suizid” ab und schiebt es unter der Erklärung “Beziehungsdelikt” in die Privatsphäre der betroffenen Personen. “Hat es immer schon gegeben”, wird in Diskussionsrunden das Thema abgekanzelt – dass es schon immer auch mordende Frauen gab, muss man mit jedem weiteren Delikt wieder mühsam in Erinnerung rufen. Sicher macht es Sinn, Frauengewalt zu analysieren, aber die Zunahme der Frauengewalt als gesondertes Phänomen zu behandeln, greift meines Erachtens zu kurz. Der gesellschaftliche Umgang wird aggressiver und er betrifft BEIDE Geschlechter.
@ pipi langstrumpf
nein, dann ist es keine notwehr mehr. notwehr setzt unmittelbare bedrohung von leib und leben voraus. später muss mit anderen mitteln, die nicht weniger einschneidend sein können, “zurückgeschlagen” werden.
Brutale Brünhilden
Gabriele Kuby hat dazu ein interessantes Buch geschrieben “Gender Revolution/Gender Mainstreaming. Ebenso lesenswert ist der Artikel von Christa Meves: “Wütende junge Männer”
die wahrscheinlich grösste Statistik ist http://www.ojp.gov/bjs/intimate/offender.htm
und wegen der grossen numerischen Basis daher sehr relevant.
________Täter
Opfer Männlich Weiblich Beide
___________________________
Weiblich:…95.7%……3.1% ..1.2%
Männlich:….6.0%…..82.4%…1.6%
Das es immer nur “Wütende junge Männer” sind, stimmt einfach nicht. Sorry Gals.
ich finde auch, dass ein Klischee transportiert wird, wenn bei wütenden Frauen von Brünhilden geredet wird. Und Butch Dikes sind die auch nicht.
Ich habe einfach Mühe mit diesen ständigen Verharmlosungen sei es psychische oder physische Gewalt. Bei Massenschlägereien bei jungen Männern spielt sicher der Gruppendruck eine Rolle. Heldentum und Rivalitätsideologien werden nach wie vor idealisiert, auch Militärideologien. Das fängt schon in der RS an, Männer müssen gedrillt werden um echte Männer zu werden. Sogenannte “Weicheier” werden belächt und verpönt. Die andere Seite gibts auch, Frauen die flüchten müssen in Frauenhäuser, weil sie von ihren Männern verprügelt werden. Das schönzureden ist verlogen und einfach abzutun mit Zeitgeist oder achselzuckend “es war immer so”. Früher wurden Militärdiensverweiger bestraft, bedauerlich finde ich, dass die Armee in der Schweiz noch so ein hohes Prestige hat, mit Pauken Fahnen und Paraden wird alles hochgejubelt, Macht und Geld regiert die Welt, leider ein Massenphänomen, mithalten und dazugehören ist das Fazit.
Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl sind kritischer, das fängt bei der Sozialisierung unserer Kinder an, wir haben heute durch Aufklärung die Chance nicht blindwütig unsere destruktiven Muster weiterzugeben, das heisst für mich hinsehen und nicht wegsehen, wir können andere Entscheidungen treffen. Kinder die keine physische oder psychische Gewalt erfahren, werden keine Schläger, keine Mörder etc. da kann ich mich mit dem Gedankengut von Alice Miller identifizieren. Ich bin keine Psychoanalytikerin, hab mich einfach immer für psychologische Zusammenhänge interessiert, seit ich alle Bücher von A. Miller gelesen habe brauche ich keine Psychologiebücher mehr zu lesen. Die Quintessenz habe ich in ihrem letzt erschienen Buch “Dein gerettetes Leben” erfahren. Wichtig ist für mich nicht wer persönlich das geschrieben hat ob ein Mann oder eine Frau, der Name ist für mich auch nicht so relevant.
Ob die vermehrte Aggressivität etwas mit Feminismus zu tun hat ? Wenn unter Feminismus einfach alle Eigenschaften der Männer kopiert werden, dann sicher. Man sieht ja teilweise schon bei Managerinnen, dass sie noch viel verbissener und aggresiver handeln als ihre männlichen Kollegen. Auch Mädchen-Banden sind nicht mehr ziemperlicher als Buben-Banden. Es wäre sicher an der Zeit mal zu überlegen, ob Mädchen/Frauen alle Charaktereigenschaften von Männer übernehmen müssen, auch wenn sie völlig falsch sind, nur um sich zu beweisen in der Gesellschaft.
Mordende Frauen gab es schon immer, auch wenn der Anteil von Frauen an der absoluten Anzahl von Morden immer viel geringer ist als der von Männern. Diese Tatsache wurde schon tausendfach analysiert. Basta.
Gewalt wird von Frauen und Männern gleichermassen ausgeübt – der Anteil psychischer Gewalt ist bei Frauen bloss massiv höher und umgekehrt. Frauen sind in aller Regel wesentlich effektiver, ihre Interessen manipulativ und subtil durchzusetzen. Schliesslich mussten Sie sich diese Kompetenz aneignen um der physischen Überlegenheit der Männer zu entgegnen. Da Männern diese (keineswegs ehrenwerte) Fähigkeit oft abgeht, werden Sie leider viel öfter als Frauen zu physischen
Kurzschlüssen getrieben.
Der Kommentar zeigt in die richtige Richtung – in der Gesellschaft, welche die “Emanzipation der Frau” noch nicht sauber vollzogen hat müsste endlich das Thema “Emanzipation des Mannes” angegangen werden. Hier sind Widerstände, eben subtiler Natur, aber vorprogrammiert.
Falls es wirklich Notwehr war, hat einmal mehr die Mutter versagt. Warum bleiben Frauen bei Männern die schlagen oder missbrauchen? Nein, lieber leiden und warten bis die Kinder schlussendlich zur Waffe greifen. Freigheit pur. Dann tönt es, ich bin ein armes Opfer und jetzt mache ich mir Vorwürfe, weil ich meine Tochter/Sohn für mich gehandelt hat. Erste Priorität einer Mutter ist die Kinder zu schützen, auch wenn es heisst in den sauren Apfel zu beissen und sich der eigenen Feigheit zu stellen und den Mann zu verlassen. Genug Hilfe gibts ein Telefon genügt. (http://www.frauenhaus-schweiz.ch/).
Also Frauen, lasst es nicht soweit kommen, dass die Kinder die Dreckarbeit übernehmen müssen.
@Sonja:
Das Frauenhaus ist eine sehr gute und wichtige Institution, die hauptsächlich Symptome männlicher Gewalt angeht.
Wo gibt es eine Anlaufstelle für Männer? Männer, welche mehrheitlich sicher nicht physische Gewalt, sondern psychische Repression/Manipulation erfahren? Um eben Männer zu stützen, welche dem Druck von ausserhalb und innerhalb der Beziehung nicht mehr gewachsen sind – bevor es eskaliert und einigen Wenigen die Sicherungen durchbrennen.
Hier sind die Ursachen anzugehen – was führt zu männlicher, physischer Gewalt? Da wir Zehntausende Jahre Evolution in 10-20 Jahren nicht einfach biegen können (Männer sind statistisch gesehen physisch stärker und Frauen kommunikativer), muss dieser Zugang quasi “artgerecht” geschehen.
Hier sind Männer gefragt, die sich eingestehen, dass Frustration in jedem (und eben jeder) stecken kann und der Umgang (und auch der eigene Charakter) dabei entscheidet, ob dieser Frust in äusserliche Aggressionen umkippt.
Und Frauen, denen auch in der Auseinandersetzung bewusst bleibt, dass frühzeitig das eigene Handeln (resp. Nicht-Handeln) entscheidet, ob eine Situation später eskaliert oder nicht.
@H. Meier
http://www.mannebuero.ch/
Die können sicher auch Hilfe in anderen Kantonen vermitteln.
Ich habe meinen Beitrag auf den Mord von Oberrieden bezogen, weil ich über einen Link in dem Artikel auf den Mamablog geleitet wurde. Da war es wieder eine Mutter, welche die physische/psychische Gewalt gegen sich selber und auch gegen die Tochter einfach hingenommen hat, ohne die Koffer zu packen und sich und das Kind in Sicherheit zu bringen und auch da zu bleiben und nicht bei der ersten schwierigen Situation oder der Beteuerung vom Partner wieder zurück zu gehen.
Ist eine Frau gegen einen Mann und das Kind gewalttätig erwarte ich genau die gleiche Aktion des Mannes.
Ich spreche jetzt von Personen, welche einer der Landessprachen mächtig ist und sich deshalb Hilfe an jeder Ecke holen kann. Wenn der/die Lebenspartner/in gewalttätig wird, dann kann man bleiben und das Opfer sein oder man sucht sich eben Hilfe. Wenn man aber Kinder hat, dann ist man von mir aus gesehen in der absoluten Pflicht, sofort zu reagieren und zu gehen. Alles andere ist eine Gemeinheit dem Kind gegenüber.
und noch ein Nachtrag
auch wer bei einem Alkoholiker/in bleibt, der handelt absolut fahrlässig seinem Kind gegenüber. Denn leider ist Alkohol und physisch/psychische Gewalt oft verbunden.
@Sonja:
Ich glaube, dass Sie meinen Text nicht ganz verstanden haben. Das “mannebüro” kenne ich.
Ich wollte tiefer, oder auch früher ansetzen – in der Eindämmung von psychischer/physischer Gewalt.
Ich denke an die Bekämpfung der URSACHEN und nicht der Symptome.
Der Kommentar von Michèle Binswanger zeigt auch auf die Beurteilungs-Asymmetrie bei Gewaltdelikten. Das kommt nicht überall besonders gut an – die “Emanzipation des Mannes” hat eben noch nicht effektiv begonnen.
Physische Gewalt ist gleichwertig, ob von Mann oder Frau ausgeübt. Das gleiche gilt bei psychischer Gewalt.
Ich meine, dass sich Frauen bewusst werden, resp. sich ab und zu fragen sollen, wie ihr Verhalten auf den Partner wirkt.
Um keineswgs missverstanden zu werden, ob der unentschuldbaren Taten (wir denken dabei immer an die “bösen” Männer) – es braucht eben meist zwei.
Doch ich habe das schon auch rausgelesen.
Ihren Ansatz, die Zeichen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln, erfordert von allen Beteiligten eine hohe soziale Intelligenz und die spreche ich Menschen, die überhaupt in diese Lage geraten, ab. Die Vorgänge, die zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung führen sind sicher meist sehr komplex und sie zu durchschauen erfordert Abstand und Ruhe, die kaum ohne Hilfe möglich ist.
Übrigens denke ich bei Gewalt nicht unbedingt an Männer, denn ich kenne zwei Männer, die sich als Opfer geoutet habe, aber ich kenne keine Frau, die mir je erzählt hat, dass sie geschlagen wird.
Ich stimme zwar mit Ihnen überein, es braucht immer zwei, aber der Grund ist für mich ein anderen. Es braucht eine Person, die die Gewalt überhaupt zulässt und eine die sie ausübt. Für mich gibt es keinen Grund zu schlagen, egal wie das Verhalten der anderen Person ist. Es gibt Gründe eine Person zu verlassen, aber ein noch so nerviges, gemeines Verhalten, rechtfertigt nicht die Gewalt.
“Schwache” Personen können nicht ausbrechen oder verlassen bevor es zu spät ist, sondern wiegeln die Situation bis zum Knall auf. Sie können auch die Rolle, die sie im Ganzen spielen nicht erkennen und wenn es zu spät ist, dann können sie erst recht nichts mehr unternehmen, weil sie nicht stärker, sondern nur noch schwächer geworden sind.
Und darum ist es vermutlich ein Ding der Unmöglichkeit die ganzen Abläufe zur “rechten” Zeit zu unterbrechen.
@Sonja: Du sagst:
“Warum bleiben Frauen bei Männern die schlagen oder missbrauchen?”
“Also Frauen, lasst es nicht soweit kommen, dass die Kinder die Dreckarbeit übernehmen müssen.”
Ich finde, das ist der falsche Ansatz. Wenn der Ehemann/Partner tatsächlich derjenige ist, der Domestic Violence ausübt, dann ist er der straffällige Täter. Ich bin absolut dagegen, dass dann das Opfer mitsamt der Kinder ausziehen muss. Nein! Es ist derjenige, der diesen Sch… bietet, der ausziehen soll.
dein Ansatz macht die Opfer nämlich noch einmal zu Opfern, indem sie bei Freunden oder einem Frauenhaus oder ähnlichem unter kommen müssen.
Fühlte ich mich von jemandem von der Grösse und der körperlichen Kraft wie im Oberrieder Fall dermassen bedroht, dass ich subjektiv um mein Leben oder physische Integrität fürchtete, würde ich nicht zögern ‘to shot the S.O.B.’.
Die Tochter im Oberrieder Fall hatte eigentlich Glück, denn die meisten Menschen könnten in der Situation eigentlich nicht abdrücken oder zielten aus Angst daneben. der Angreifer hat meist in solchen Situationen die Oberhand und behändigt sich der Knarre. Ich muss nicht weiter erläutern, wie das dann raus kommen kann.
Also. Leute, die sich bewaffnen wollen, sollten wirklich lernen, mit den Dingern um zu gehen, ansonsten besser gar nichts mit
knarren tun und die dinger aus dem haus werfen.
Hätte ich keine Kinder und mein Mann würde mich windelweich schlagen, dann wäre er vermutlich nachher auch tot, nein vermutlich einfach im Spital. Aber ich würde mich auf jeden Fall mit allem wehren was ich hätte.
Aber mit Kindern sieht es ein bisschen anders aus. Was nützt es wenn der S.O.B tot ist, aber ich in den Knast muss. Nein, dann lieber die Kinder packen und so schnell wie möglich weg. Oder ihn mit der Polizei aus dem Haus werfen lassen. Es spielt für mich eigentlich keine Rolle was man macht, aber nichts zu machen und nur darum geht es mir, ist keine Option wenn Kinder im Spiel sind.
Waffen sind mir ein riesen Gräuel und ich würde nie eine Waffe im Haus tolerieren… auch nicht wenn mein sanftmütiger Mann eine mit nach Hause bringen würde.
Hallo Sonja,
“Es spielt für mich eigentlich keine Rolle was man macht, aber nichts zu machen und nur darum geht es mir, ist keine Option” – da hasst Du absolut recht.
Zu Waffen: Wie ich oben sagte, ohne Schulung im Umgang absolut nicht.
oje … kann ich da leider nur sagen.
hier läuft etwas quer, denke ich.
“knarren”, “s.o.b.”, he??
zum glück hat MEINE partnerin keine “knarre” auf frau,
katharina würde sich wohl zum kinobesuch mit einem typen wie mir bewaffnen.
meine schiere körpergrösse und leistungfähigkeit wären latent bedrohlich…
um was geht’s hier?
zumindest sehr unsympathisch und befremdlich.
Es gradezu unglaublich, wie Presseleute die häusliche Gewalt von Frauen nach wie vor verharmlosen und bagetelliesieren. Noch immer wird der Konjunktiv in den Vordergrund gestellt bei Frauengewalt. Offensichtlich kann nicht sein, was nicht sein darf.
Dann lesen Sie mal den Vortrag vom 29.9.2003 in der FH Brugg- Windisch (AG) von Prof. Dr.Dr. Dr. Michael Bock.
http://www.vev-ag.ch/new/ und werden Sie sich bewusst, wie nach der bekannten Methode Häusliche Gewalt eingeteilt wird im Fachbereich. Keine Sorge es ist nicht so schwer wie die Presseleute immer schreiben.
Man spricht von der „conflict tactics scale (CTS)“ . Es ist eine Liste von agressiven Verhaltensweisen mit Intensitätsgraden in aufsteigender Reihenfolge. Also Angefangen bei verbalen Beschimpfungen bist Mord.
Freundliche Grüsse, René Keller, Familienmediator, 19.11.2009
Zum Thema Frauengewalt.
Ich glaube nicht, dass Frauen heute mehr Gewalt ausüben als früher. Ich denke das Phänomen der Gewalttätigkeit ist bei Frauen sowie bei Männern schon immer gleichermassen aufgetreten. Früher war die weibliche Gewalt, welche sich eher im emotionalen oder verbalen Verletzen ausdrückte, z.B. durch Manipulieren, Intrigieren, Denunzieren, Verleumden, Anschwärzen und Ausspielen eher eine verborgene Gewalt. Heute verschiebt sich diese Gewalt, durch die Änderungen der Geschlechterrollen und Klischees, eher in den sichtbaren Bereich des Laut Werdens und des Zuschlagens. Es ist eine Illusion, vielleicht auch ein Männer-Wunschtraum, das Frauen weniger gewalttätig seien oder es jemals waren als die Männer. Auch sollte die Definition von Gewalt überdacht werden. Wenn eine überforderte Mutter ihren Ehemann dazu animiert oder unter Druck setzt, die Kinder mit dem Gürtel zu züchtigen, so galt bisher oft er als der alleinige Gewalttätige. Diese Sichtweise hat sich nun, Gott sei Dank, geändert. Aufforderung und Animation zu Gewalt ist bereits Beteiligung an der dadurch erzeugten Folgegewalt. Auch sollten wir nicht vergessen, die Gewalt fängt im Kopf an, und die meisten von uns haben gelernt gewalttätig zu denken und gleichzeitig unsere Verletzbarkeit zu leugnen. Und die meisten von uns wurden von Müttern gross gezogen, denn die Väter waren ja immer am Arbeiten. Ich wurde in meinem Leben einige male mit weiblicher Gewalt konfrontiert. Mein Nasenbein ist nie wieder zusammengewachsen. Abgesehen von adäquatem Selbstschutz habe ich nie mit Gewalt geantwortet. Sie tun mir alle heute noch Leid, denn diese Täterinnen und diese Täter sind alle einmal mehr Opfer als es ein Opfer überhaupt sein kann. Denn sie sind nun auch Opfer von sich selber, von ihren niederen Instinkten.
Beatus Gubler Projekte http://www.streetwork.ch Gewalt und Drogenprävention in Basel.