
Eine Traummutter hätte ihrer Tochter womöglich das Rauchen verboten. Oder eben gerade nicht! Jane Birkin mit Tochter Charlotte Gainsbourg.
Die meisten Mütter hegen den heimlichen Wunsch, die beste aller möglichen, eine eigentliche Traummutter zu sein. Denn in der Nachbarschaft gibt es immer eine andere, die scheinbar besser organisiert, ausgeglichener und überhaupt viel engagierter ist. Erstaunlicherweise bringen auch gewagteste Forschungsexpeditionen zu näheren und ferneren Bekannten nie zweifelsfrei anerkannte Exemplare von Traummüttern zutage. Gibt es sie überhaupt? Um dem Phänomen Traummutter ex negativo etwas näher auf die Spur zu kommen, hier fünf Punkte an denen Sie erkennen können, dass Sie keine sind:
- Wenn Sie sich nächtelang mit Meditation, autogenem Training und Selbsthypnose auf den Elternabend vorbereitet haben und dann trotzdem nach zwanzig Minuten auf dem Sitz herumzurutschen beginnen wie eine Kontinentalplatte auf ihrer Drift in die nächste Subduktionszone, dann wird auch das angestrebte Mutterideal nur noch eines tun: Duck and Cover. Denn das Erdbeben folgt unweigerlich, wenn die versammelte Elternschar ihr Dauerfeuer von Detailfragen auf die Lehrerin eröffnet, Sie sich stöhnend und ächzend nur knapp auf dem Stuhl halten können, bis in der Stadt Ihres Ansehens bei der Elternpeergroup Totalschaden angerichtet ist.
- Ihr Kind freut sich zwar seit Wochen auf seinen Geburtstag, aber Sie schaffen es erst in den frühen Morgenstunden des grossen Tages, einen Masterplan auszuhecken, um dann wie ein Hochgeschwindigkeitszug durch die Stadt zu ziehen, um die entsprechenden Utensilien käuflich zu erwerben, zwischen Mitagessen und dem Eintreffen der Kinder zeichnen Sie eine Schatzkarte, verteilen die Schnipsel auf der Wegstrecke, hecken kluge Fragen aus und vergraben den Schatz, um dann die Geburtstagsgäste in Empfang zu nehmen und sie durch den Nachmittag zu dirigieren, als wären Sie Steven Spielberg und drehten Indiana Jones 5. Dem Kuchenessen wohnen Sie noch bei, allerdings so ruhig wie das tote Meer, um dann nach der Verabschiedung der Gäste in eine katatonische Starre zu verfallen, von der Sie durch grosszügiges Verteilen von Süssigkeiten bei Ihren Kindern ablenken.
- Wenn Sie sich zwar freuen, dass Ihre Kinder eine Höhle der Wissbegierde sind, Ihr eigenes Wissen sich aber angesichts der Dimensionen dieser Höhle als höchst unzureichende Taschenlampe erweist, deren Batterie viel zu früh den Geist aufgibt, sobald man in tiefere Regionen vorstossen möchte, zum Beispiel: «Wenn die Geschichte mit dem Urknall stimmt, ist die Schöpfungsgeschichte dann eine Lüge? Warum ist unsere Welt denn so, wie sie ist? Warum sind die Menschen böse? Und warum müssen wir sterben?» Und anstatt sich ihrer Abenteuerlust anzuschliessen und in die unbekannte Ödnis vorzustossen, erinnern Sie an die begrenzten Vorräte, die unzureichende Ausrüstung oder sagen schlicht: Ich weiss einfach nicht, wo es weiter geht. Dabei sind Sie einfach zu müde und erschöpft, um das Abenteuer zu wagen.
- So sehr Sie die Kreativität ihrer Kinder lieben, manchmal geht Ihnen deren nicht zu stillendes Aufmerksamkeitsbedürfnis auf den Geist. Und wenn diese darauf bestehen von Ihnen zu hören, was für ein wunderbares Kunstwerk sie wieder gebastelt haben, wie toll sie schon Purzelbäume schlagen können, dann geht Ihnen irgendwann Ihr Kontigent an begeistertem Applaus aus, sie antworten zunehmend undeutlich mit mhmmmm und grmblmbl, bis Sie nach der fünfzehnten Aufforderung sie dabei zu beobachten, wie sie auf einem Bein stehen, deutlich werden und sagen: Ja, toll, aber ich habe jetzt einfach keine Zeit für deine Kindereien. Wonach Sie sich sofort schrecklich fühlen und den Ausfall mit dem doppelten Aufwand ungeteilten Interesses wieder gutmachen müssen.
- Aber wenn Sie sich letztlich Ihre Kinder anschauen und erkennen, dass diese sich prächtig entwickeln und mit ihrer Existenz zufrieden sind, können Sie davon ausgehen, dass Sie keine Traummutter sind. Denn Traummütter, so die letzte Zuflucht von uns Fehlbaren, dürften beim Nachwuchs letztlich vor allem Traumata verursachen, denn Perfektion ist nun einmal nicht für den Menschen gemacht.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@Markus Schmidli: “… keine gleichgeschlechtlichen Neigungen entwickelt”
Ich bin eine Traummutter und möchte Ihnen sagen, dass Homosexualität nichts mit Erziehung hat.
@Aschi: “1. Ist dies ein Mama-Blog. 2. Was haben Väter mit Kindererziehung zu tun?” Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass hier die Mamas unter sich sein wollen. Ich würde es halt begrüssen, wenn zwischen Mama und Papa kein grundsätzlicher Unterschied gemacht würde. Eltern sind beide. Und auch wenn die Realität anders aussieht, gibts es m.E. keinen Grund, die Rolle vom Papa anders zu sehen als die der Mama. Insbesondere ist der Papa genauso zur (persönlichen) Kinderbetreuung verpflichtet wie die Mama. Die 5 Dinge verraten ebenso, dass ein Mann kein Traumvater ist. Die erneute Zementierung typischer Mutter-Vater-Clichées dienen niemandem.
@markus schmidli: oh doch, sie sind mit sicherheit homophob, das kann ich ihnen versichern. und zudem haben sie noch keine ahnung, von was sie schwafeln:
1. können weder traum- noch alptraummütter ihre kinder schwul oder lesbisch machen, da die sexuelle ausrichtung grundsätzlich mal angeboren ist.
2. unterstellen sie jedem schwulen, jeder lesbe mit “gleichgeschlechtlichen Neigungen entwickelt oder sonstwie auf die schiefe Bahn geraten” irgendwie kriminell zu sein.
3. ja, es ist verboten, homophob zu sein:
Art. 8 Abs. 2 BV: Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.
4. und warum hofft man, dass das eigene kind nicht homosexuell ist? weil sein aufwachsen durch menschen wie sie zur hölle werden könnte.
@gargamel
gelungene selbstrechtfertigung und damit bestätigung der ansicht von schmidli
können sie mir noch kurz erklären durch welche lebensform (ihre referenz zur diskriminierungsfrage) sie gezeugt wurden?
@ Aschi: Was Väter mit der Kindererziehung zu tun haben? Ähm. Mir käme da schon einiges in den Sinn. Dir nicht auch?
@zysi: ach da, da kommen noch mehr von der sorte unter dem stein hervorgekrochen?
gelungene selbstrechtfertigung und damit bestätigung der ansicht von schmidli
ähm, ja? selbstrechtfertigung? was rechtfertige ich denn da vor mir selber? und wie bestätigt das die antwort von schmidli? ach, das wissen sie selber nicht? das war einfach so ein satz, der ihnen irgendwie eingefallen ist und mit meinen ausführungen eigentlich gar nichts zu tun hat? ja, das kam mir auch so vor…
können sie mir noch kurz erklären durch welche lebensform (ihre referenz zur diskriminierungsfrage) sie gezeugt wurden?
zysi, abgesehen davon, dass auch diese frage wenig bis gar keinen zusammenhang mit meinen ausführungen hat: lebensformen können nichts zeugen! ehrlich! das mag für sie jetzt total überraschend sein, ist aber tatsächlich so…
ich bin ehrlich und echt. Meinem Kind würde ich keinen Gefallen tun, wäre ich eine Traummutter – in diesem Sinn wohl gemeint “die perfekte Mutter”. Mein Kind hat nämlich Fehler und diese zu akzeptieren und daran zu arbeiten lernt es, weil es sieht, dass auch Mama (und selbstverständlich auch Papa) Fehler hat und daran arbeitet. Ich stelle mir nichts frustrierenderes vor, als – selbst mit Fehlern bestückt – neben einem Menschen leben zu müssen, der einfach traumhaft fehlerlos ist. Da schaudert mich … und da ich keine Barbie bin – nur die sind fehlerlos (vermutlich weil sie nicht reden können) – sondern eben ICH, habe ich Fehler. Die machen mich so sehr aus wie meine guten Seiten mich ausmachen. Heisst nicht, dass ich stolz darauf bin, wenn ich mich im Ton vergreife oder meine Tochter für etwas schimpfe was sie letztendlich gar nicht getan hat. Aber genau das gibt mir letztendlich doch auch wieder die Möglichkeit, meinem Kind etwas zu lehren; wir können darüber reden, ich kann mich entschuldigen, ihr erklären … und der glückliche Friede hinterher, ist doch so schön
Wo wäre der bei perfekten Menschen? Darum – wer Fehler hat, stehe dazu und sehe ein, dass auch der andere Fehler hat
In diesem Sinn; einen wunderschönen Tag an alle!
ach und by the way; schwul, lesbisch, hetero oder nicht … egal wie, ich wünsche mir für mein Kind nur, dass es mal glücklich sein kann – alles andere ist ihm überlassen. Macht mich das nicht schon fast ein bisschen zur Traummutter
@zysi:
Selten so gelacht! Weiter so bitte! Und überhaupt, dass wird ja immer besser!
hopp gargamel
Von der perfekten Mutter zur Traummutter! Nein Danke!
Zum Glück bin ich, Ich, auch wenn das was ich als Mutter leiste nicht immer gleich goutiert wird!
@gargamel: Sie glauben also ans “Schwulengen”? Dieser Gendefekt wurde bisher nirgends gefunden. Die Ansicht, dass die sexuelle Ausrichtung angeboren sei ist doch völliger Schwachsinn.
Der aufgeweckte Mensch hat doch nicht bloss eine einzige und auch noch angeborene sexuelle Neigung. Haben sie noch nie eine Neunjährige geliebt? Als sie selber neunjährig waren beispielsweise? Die Frage ist doch bloss, ob und wann und in welcher Weise er seinen sexuellen oder sonstigen Neigungen nachgeht.
@ Markus Schmidli: Bevor Sie weiter homophoben Käse erzählen können Sie sich ja mal überlegen ob Ihre Handlungen als heterophiler wirklich verdienstvoller sind als die Handlungen von homophilen. Mit ein wenig Verstand kommen Sie dann zum Schluss dass die sexuelle Neigung nur bedingt damit korreliert, ob jemand verdienstvolles tut oder nicht. Vielleicht können Ihnen die untenstehenden Links beim Überlegen ein bisschen helfen.
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Gordon-Brown-entschuldigt-sich-beim-EnigmaHelden/story/15349827
http://de.wikipedia.org/wiki/Enigma_(Maschine)#Geschichtliche_Konsequenzen
@Thomas von Känel: Wen interessiert diese Enigma-Maschine, was hat sie der Welt gebracht? Da Sie mir so wohlwollend Tips zum überlegen anbieten, überlegen Sie sich doch umgekehrt mal, was beispielsweise der homosexuelle René Osterwalder der Welt gebracht hat und wewr sich bei ihm entschuldigen wird. – Das Phänomen an solchen Einzelfällen aufhängen zu wollen ist doch völlig lächerlich.
Hiermit bitte ich darum Komentare, wie die von Herrn Schmidli zu ignorieren und nicht darauf zu reagieren! Ansonsten bietet man solchen Menschen nur eine Plattform und uns die leide Möglichkeit an solchem Gedankengut teilzuhaben… Auch hat es nichts mit dem Thema “Traummütter” zu tun, wenn jemand sein Unwissen zu gewissen Themen mit uns teilen möchte.
deshalb:
Meine Mutter war alles andere als perfekt jedoch sicher keine “Albtraummutter”, halt ein Mensch, der wie jeder andere Fehler hat. Aber bereits mit 15 Jahren habe ich realisiert, aus welchen Gründen sie gewisse “Fehler” gemacht hat (Sorge um mich, Überforderung mit der Situation (bin das 1.Geborene..) pubertäre Anfälle meinerseits, etc)…und es ihr deshalb auch nach kurzer “Wutphase” verziehen. Inzwischen bin ich 30 und meiner Mutter sehr dankbar wie sie mich erzogen hat und was sie mir für meinen Lebensweg mitgegeben hat; Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Toleranz, Individualität, Lebensfreude, Sensibilität im Umgang mit anderen und einiges mehr… Ich bin froh eine Mutter wie sie zu haben, die noch heute voll und ganz für mich da ist, hinter mir steht und mich unterstützt. was sie natürlich auch für meine Geschwister tut! Ich wünsche mir, dass ich (falls ich mal Kinder haben sollte) eine genauso gute Mutter wie sie sein werde!
lieber eine nicht perfekte mutter – als eine traummutter- nach dem traum wacht man auf und ist im alptraum oder mann kann nur noch davon träumen eine mutter zu haben- was heisst schon perfekt-so ein schrott-baut euch doch eine terminatormutter bestückt sie mit der besten software- und träumt von den guten alten zeiten- als die mutter noch fehler machte-weil sich ein mensch war hört doch mit diesem perfekt hier perfekt da auf- die welt ist nich perfekt………………….
@Tanja: Sie wollen also eine andere Meinung einfach ignorieren? Heisst das nicht Realitätsflucht und ist das nicht gar pathologisch? Glauben Sie vielleicht, bloss weil ich Kommentare wie den Ihren lese, werde ich mich zu Ihrer Meinung bekehren? Denn sehr wohl hat mein Kommentar mit dem Thema zu tun:
Träumt eine Traummutter tatsächlich von einem homosexuellen Kind? Wie reagiert eine Traummutter beispielsweise, wenn ihr neunjähriger Sohn mit siebenjährigen Jungs erwischt wird? Ihrer Meinung nach gibt’s das wohl gar nicht. Nun gut.
@Markus Schmidli
Eine Traummutter träumt von einem glücklichen Kind. Das kann sowohl hetero- als auch homosexuell sein.
Und was tun die 9 + 7 jährigen Jungs? Ihre 3cm Pimmels vergleichen? Ist das bereits schwul? Und wenn mein 12 Jähriger probehalber in meine Stöckelschuhe schlüpft, soll ich dann Spass oder Angst haben?
Oje.
@Tanja: was für ein schönes Kompliment an Ihre Mutter
Ich glaub als Mutter und Vater kann man nichts Schöneres zu hören bekommen, das ist so quasi das “Traummutter-Attest”, und macht einem Mut wenn man noch kleinere Kinder hat und unterwegs ist. Merci fürs Teilhabenlassen.
Leider können nur Mütter von Söhnen “Traummütter” werden – von Töchtern werden sie nie den Satz hören: “Wenn ich einmal gross bin, heirate ich Dich, Mami.”
Warum soll eine Mutter eine schlechte Mutter sein, wenn sie sich an einem Elternabend in der Schule langweilt? Solche Sachen können auch einfach zu blöd sein. Die Lehrerin soll gefälligst ein Flugblatt aufsetzen mit den wesentlichen Informationen. Das kann sie den Kindern nach hause mitgeben und die Mutter ist informiert.