
Finden Sie die 10 Unterschiede: Hipstermom Angelina Jolie mit Tochter.
Die Erziehungswissenschafter unterscheiden gemeinhin drei verschiedene Erziehungsstile: autoritär, demokratisch, nachlässig - und ordnen diesen drei Muttertypen zu: Die Übermutter, die Pragmatikerin, die Freundin. Das ist verdienstvoll, wird aber dem Alltag nicht gerecht. Ich habe genug Stunden auf Spielplätzen verbracht, um zu wissen: Im Mutterkuchen gibt es mehr Splittergruppen als bei den Tierschützern. Hier eine Liste. Schubladisierungen tun halt immer ein bisschen weh.
- Berufsmutter oder Glucke: Nein, sie ist noch nicht ausgestorben. Zum Glück für die Karriere- und Outsourcingmütter. Denn die Glucke steht immer zur Verfügung. Nicht nur dem eigenen Nachwuchs. Optisch verrät sie sich durch das Outfit: Es ist, ich sags jetzt nett, sehr praktisch. Ohne Tupperdose, Ersatzkleider, Windeln und Feuchttücher verlässt sie nie das Haus. Mit Garantie trifft man bei sämtlichen Schulausflügen auf eine Vertreterin.
- Die Yuppi-Mutter ist ebenfalls auf Schulausflügen anzutreffen. Ausser man muss laufen. Babyballett und Frühenglisch sind für die Yuppi-Mutter eine Art Kinderbetreuung. Dabei kleidet sie den Nachwuchs so, dass die anderen Kinder daneben aussehen wie das zukünftige Personal. Die Erziehung delegiert sie an eine mindestens zweisprachige Spielgruppe.
- Last-Minute-Mütter betonen gern, dass der Nachwuchs auf natürlichem Weg entstanden ist, vor allem wenn Sie einen Zwillingswagen stossen. Sie betonen ausserdem gern, dass sie genug Partys für zwei Leben gefeiert haben. Daran merkt man, wie schwierig sich die Anpassungsleistung an das Baby gestaltet. Letzteres ist auch der Grund, warum sie sehr viel lesen, bevor sie erziehen. Ihre Kinder gehorchen währenddessen den eigenen Regeln.
- Karrieremütter sind die letzten Vertreter der Menschheit, die glauben, dass es so etwas wie Qualitytime gibt. Den Rest erledigt eine Krippe oder Nanny mit Qualitylabel.
- Urbane Hipstermom: Ja, Englisch ist hier unbedingt nötig, weil das Wort «Mami» eine Beleidigung wäre für ihre Coolness. Auch aus dem Mund ihrer Kinder. Die Hipstermom erkennt man sofort am Outfit ihrer Tochter: Sie trägt dasselbe wie das Mami, das sie beim Vornamen ruft. Erziehungsmässig ist sie so vielseitig wie H&M: Von allem ein bisschen. Sie kommt durchaus auch in der Form Last-Minute-Mutter vor. Nur Party gibts in ihrem Leben nie genug.
- Das Jungmami: zuletzt gesehen im Kanton Glarus, 1985
- Die Hippie-Mutter ist nicht so einfach zu erkennen, wie man vermuten könnte – weil viele Hippiemama-Eigenheiten mittlerweile vom mütterlichen Mainstream vereinnahmt worden sind: Tragetuch, Stillfreundlichkeit, Bio für alles. Dennoch gibt es untrügliche Signale. Etwa ein Satz wie: «Schätzchen, was hat dich denn so wütend gemacht, dass du das kleine Mädchen von der Schaukel stossen musstest?»
- Das Teilzeit-Mami ist hierzulande am weitesten verbreitet. Und das obwohl, man bei genauem Hinsehen das Gefühl nicht los wird, dass diese Bemutterungsform nicht richtig glücklich macht. Ihr Erkennungsmerkmal? Das schlechte Gewissen.
- Die Alphamutter ist der Katalysator unter den Müttern. Alle haben etwas gegen Sie. Dabei kann sie doch gar nichts dafür, dass klein Caspar Friedrich hochbegabt ist.
- Die Outsourcing-Mutter ist nicht zu verwechseln mit der Karrieremutter. Sie glaubt nicht an Qualitytime. Sie lebt Qualitytime. Am liebsten ohne Nachwuchs. Outsourcing-Mütter sind in der Schule sehr beliebt, weil sie höchstens zum Elterngespräch auftauchen. Auf dem Spielplatz hingegen weniger, denn sie delegieren ihre Kinder wohin auch immer und man weiss nie, ob sie sie noch nach dem Abendessen oder erst nach dem Frühstück wieder abholt.
- Normalo-Mutter: Schauen Sie sich diese ganz genau an, wenn Sie eine treffen. Sie ist eine Rarität. Zwar sind viele Mütter wohl versteckte Normalos aber kaum eine getraut sich, das mehr so offen auszuleben. Oder erzählen Sie allen, dass ihr Erziehungskonzept aus Handgelenk mal Pi besteht? Und dass sie dem Kind auch schon mal einen Klaps auf den Hintern gegeben haben?
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@isabellemüller – ja, richtig gelesen, getreten. es tut mir wirklich leid, aber wer diesen guten und immer wieder unterhaltsamen journalismus des mamablogs mit “pessimismus versprühen” verwechselt, hat definitiv etwas falsch verstanden. und was für eine anmassung ist die kinderfrage an nicole althaus? ich bekomme langsam den verdacht, dass du eine der “einwandfrei-mamas” bist? oder gar eine “besserwisser-mama”…?