
Integration wird in der Schule gross geschrieben: Doch die Zahl der Schulen, die nur noch Migrantenkinder mit Sprachnöten unterrichtet, wächst. Jetzt erreicht die soziale Segregation auch Krippen und Kindergärten.
Ich gestehe, ich bin ein Teil des Problems: Es ist mir nicht egal, ob sich meine Töchter in der Schule wohlfühlen, wie im Klassenzimmer der Schulstoff vermittelt wird oder wie gut sie auf die Oberstufe vorbereitet werden. Ich habe auch schon ein Gesuch geschrieben, um die Einteilung meiner Jüngeren zu der Kindergärtnerin zu bewirken, die ihr Klassenzimmer nicht von den «bösen Buchstaben» säubert. Es war das einzige Gesuch bisher – aber ich würde zweifellos wieder in die Tasten greifen, wenn ich wüsste, dass meine Kinder in der Schulklasse oder mit den Lehrkräften ein Problem hätten, das sie ernsthaft belastete.
Bin ich deshalb eine Alphamutter? Ich glaube nicht: Ich will zwar wissen, ob meine Tochter Hausaufgaben hat, und ich sorge dafür, dass sie sie macht. Aber ich überwache diese nur, wenn es verlangt wird und korrigieren tue ich sie nie. Ich glaube fest daran, dass man Kindern nicht jeden Stein aus dem Weg räumen darf, dass sie mit den verschiedensten Kindern lernen und auch mit Lehrkräften klarkommen müssen, die sie nicht in ihr Poesiealbum schreiben lassen. Aber mein Glaube an die kindliche Selbstregulation macht vor der Empirie halt: Wenn Bildungsforscher wie Urs Moser schon seit Jahren dokumentieren, dass die Lernqualität in einer Klasse spätestens bei einem Anteil von 50% Fremdsprachigen kippt, dann ist es mir eben nicht mehr egal, wie sich die Schüler eines Schulhauses zusammensetzen.
Mit dieser Haltung befinde ich mich in guter Gesellschaft, und das wird zunehmend zum Problem. Bildungsaffine Eltern überwachen heute die Schulen, wie einen volatilen Börsenkurs. Selbst hartnäckige Verfechter von Multikulti ziehen aus dem Zürcher Kreis 4, sobald der Nachwuchs fünf Kerzen auf dem Geburtstagskuchen ausblasen darf und eingeschult wird. Es sei denn, sie haben sich einen der begehrten Plätze in einer Tagesschule geangelt. Oder sie können sich eine Privatschule für den Nachwuchs leisten. Offiziell haben die Eltern zwar keine freie Schulwahl, aber sie tun schon heute alles, um die Einteilung des Kindes zu steuern. Das ist nicht nur in Zürich, Basel, Bern so. Auch wer in die Agglomeration zieht, informiert sich im Umfeld über den Ruf von Schulhäusern und Lehrpersonen, schreibt Um- und Einteilungsgesuche.
Es hat sich etwas Grundlegendes geändert im Schweizer Bildungssystem und das gibt Anlass zur Sorge: Die Volksschule verkommt immer mehr zur Zweiklassen-Schule. Das bestreiten nicht einmal mehr ihre grössten Verfechter. Das Resultat sind Schulghettos, in denen Informationsblätter zu Veranstaltungen in so vielen verschiedenen Sprachen gedruckt werden – dass darob, und das ist nicht frei erfunden, schon mal der Text in Deutsch vergessen geht. Und Quartiere, in denen Dreiviertel der Schüler ins Langzeitgymnasium eintreten.
Seit kurzem hat die soziale Segregation auch die vorschulischen Einrichtungen, Kindergärten und Kinderkrippen, erreicht: Mitte August hat am Zürcher Paradeplatz «globegarden», eine zweisprachige Kindertagesstätte eröffnet, in der die Gruppennamen «Little Mozart» und «Little Picasso» Programm sind: 7 perfekt englisch- und deutschsprachige Erzieherinnen kümmern sich darum, das die Kinder «gemäss eines altersspezifischen Curriculums in kleinen Schritten die Welt entdecken». Zusätzlich werden Lehrkräfte beigezogen, welche die Kinder in Kunst, Tanz und Musik fördern.
Die Initiantinnen dieses Projektes – zwei ehemalige Bankerinnen – haben offenbar eine Marktlücke entdeckt: Wegen der Länge der Warteliste suchen sie bereits weitere Standorte in der Innenstadt und planen eine Expansion in andere Schweizer Städte. Dabei ist der Tagesansatz von 125 Franken pro Kind nur wenig höher als ein nicht subventionierter Platz in einer städtischen Krippe. Und deshalb wird passieren, was in Deutschland oder in Amerika längst im Gange ist: Wer keine Subventionen braucht, sucht sich eine Krippe, in der die Kinder in homogenen Gruppen gefördert werden. Die Integration von Fremdsprachigen und sozial Benachteiligten, die laut Fachkräften am besten schon im Vorschulalter passieren sollte, wird immer schwieriger. Ein Viertel der Kinder bleibt, wie Bildungsdirektorin Regine Aeppli anlässlich einer Konferenz letzten Samstag feststellte, schon im Kindergarten weit hinter der Startlinie zurück.
Sind wir auf dem besten Weg, die Idee der Volksschule, auf die die Schweiz jahrzehntelang so stolz war, zu begraben? Wenn ja, wer ist schuld daran? Eine bildungsbürgerliche Mittelschicht, die den Migrationsquartieren den Rücken kehrt? Politiker und Politikerinnen, die vor den Problemen die Augen verschliessen? Oder eine Gesellschaft, die sich weigert, offen und ohne rassistische Untertöne über die Folgen sozialer und kultureller Veränderungen zu streiten?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@Katharina
EMK ist die Abkürzung für Europäische Menschenrechtskonvention. Ein Vertragswerk, dass die Schweiz auch ratifiziert hat. http://www.bj.admin.ch/bj/de/home/themen/staat_und_buerger/menschenrechte2/europaeische_menschenrechtskonvention.html
@Pipi Langstrumpf, Nein mit Geld lässt sich nicht alles erreichen. Und die Höhe des Budget heisst noch nicht, dass es effektiv eingesetzt wird. Denn die Diskussion ob der Hauswirtschaftsunterricht oder Religionsunterricht aufrecht erhalten oder gestrichen sind m.E. ebenfalls zweitrangig. Aber die Klassengrösse und das Betreuungsverhältnis scheint mir im Bezug auf den Lernerfolg doch wichtig zu sein und dieses wird laufend verschlechtert.
@Marcel Senator der ehemalige Finanzsenator von Berlin ist Provokateur (m.E. im positiven Sinn) und schafft es immer wieder mit überspitzten Aussagen die Diskussion auf notwendige Anliegen zu steuern. Doch in meinen Augen ist Berlin punkto gesellschaftlicher Zusammensetzung ein Sonderfall, denn neben den Problemen mit der türkischen und arabischen Migration, haben sie auch ein hohes Mass an Deutschen Sozialhilfebezügern und Rechts- und Linksextremisten. Die Stadt ist ein riesiges Konglomerat von Sub- und Parallelgesellschaften. Einerseits stellt dies ein enorme kulturelle Bereicherung für alle dar, aber andererseits hat die Stadt imense Integrationsprobleme von In- und Ausländern. Berlin hat eine grosse Beamtenschaft (diese rührt auch vom Kalten Krieg her, Berlin war sowohl das Aushängeschild West- wie auch Ostdeutschlands) ein enormes Reservat an Kunstschaffenden, Studenten und Professoren, aber es Berlin ist weder ein bedeutender Industrie- oder Dienstleistungsstandort. Ganz im Gegensatz zu anderen Ballungszentren in Deutschland oder der Schweiz.
Wieso suchen Sie eigentlich in Ihren Fragen am Ende den Fehler immer nur bei der Mehrheitskultur? Selbstkritik ist was wichtiges, vorallem bei der Kultur, und immer angebracht. Doch sollte die Selbstkritik einem die Sinne nicht derart vernebeln, dass man nicht mal mehr auf die Idee kommt, dass der Fehler nicht bei sich liegen könnte.
Es hiesse übrigens EMRK, doch das nur so nebenbei. Und auch “Zorn und Zeit” von Sloterdjik ist natürlich ein absolut lesenswertes Buch in einer Zeit, in der jede Form von Zorn notabene, jede (auch geistig) agressive Regung, buchstäblich jeder zornige Fingerzeig augenblicklich pathologisiert wird und sofort Fachleute und Expertengruppen auf den Plan ruft.
Ich kenne den erwähnten Herrn aus dem von mir verlinkten taz-Artikel übrigens nicht, sein Name ist mir nicht einmal jetzt geläufig, wenn ich ehrlich sein will. Ich brachte dieses Beispiel nur, um damit den sich anbahnenden Paradigmenwechsel zu illustrieren, den viele Personen aus Medien, Politik, Kultur und Gesellschaft offenbar immer noch nicht wahrgenommen haben, und nach wie vor noch mit denselben z. T. hahnebüchenen Argumenten auf real existierende Probleme reagieren, stigmatisieren, wo sie nur können, verdammen, wo sie nur können und jede Form anders Denkender- und davon gibt es immer mehr, wie man an den verschiedenen Wahl- und Abstimmungsresultaten in verschiedensten Ländern Europas sieht, ignorieren, was das Zeug hält, bis sie vom Zeitgeist ganz aus der Alltagspolitik und dem Alltag unserer Gesellschaft verschwinden. Die Reaktionen seinerzeit auf das erwähnte Essay von Botho Strauss spricht da Bände- natürlich sofort rechts und am liebsten noch rechtsextrem: Nein, so kommen wir heute einfach nicht mehr weiter!
Und zur von Curdin Cariget erwähnten Selbstkritik: Das Hinterfragen der Knzeptes der multikulturellen Gesellschaft ist mal ein guter Anfang. Meiner Ansicht nach sollten wir sowieso aufhören, von einer multikulturellen Gesellschaft zu sprechen- naheliegender wäre da schon der Begriff interkulturelle Gesellschaft.
Der Liberalismus steckt in der Krise, wie schon einmal erwähnt- und damit meine ich den v. a. den sozialen, hauptsächlich links geprägten Liberalismus, als auch den vorwiegend rechts (und neuerdings auch links [Verrat!]) geprägten, wirtschaftlichen Liberalismus.
Ich halte die kritische Auseinandersetzung mit dem erwähnten Liberalismsu, bzw. mit seinen zweifellos negativen Folgen für einen reinigenden Prozess, der uns langfristig wieder auf reaistischere Bahnen zurückkehren lässt. Und diese Bahnen münden ganz sicher nicht in den Faschismus, wie uns die linken Dogmatiker immer wieder toleranterweise einzubläuen versuchen.
Allerdinsg muss man mit diesem “Spurwechsel”, wenn man dem so sagen darf, schon ganz vorsichtig umgehen- sonst geht der Schuss am Schluss bei einem Teil der Bevölkerung tatsächlich hinten raus! Und das ist nicht nur nicht wünschenswert, sondern muss mit allen politischen Mitteln verhindert werden! Historische Fehler dürfen sich nicht wiederholen- und ein Abdriften in faschistische Tendezen ist unter diesen Umständen tatsächlich zu befürchten, wenn unsere geistigen Eliten die Zügel weiterhin so schleifen lassen. Eine starke Hand ist in diesen unsicheren Zeiten des Wandels angesagt- doch von denen git es leider nicht gerade viele…
Ich erinnere mich noch zurück an meine Kindergarten-/Schulzeit in den 70-/80-er Jahren. Da gab es in ZH-Oerlikon bzw. Agglo von Zürich auch schon einige Ausländerkinder. Diese waren aber begrenzt auf vielleicht 20-30%. Wohlbemerkt im Kreis 11. Gehen sie heute mal nach Oerlikon bzw. Regensdorf in einen KiGa bzw. Schule. Der Anteil liegt locker bei 40-80%. Das ist wirklich nicht gut für die hiesigen Kinder. Ich sage nicht dass fremde Kulturen schlecht sind. Doch es gibt doch so etwas wie eine eigene Kultur/Mentalität die wir doch auch fördern sollten. Das geht doch gar nicht mehr bei solch hohen Anteilen von ausländischen Kindern. Ich behaupte dass die Folgen für unser Land schlecht sind. Man verliert doch immer mehr den Bezug zur eigenen Herkunft. Ich für meinen Teil möchte keineswegs eine multikulturelle Gesellschaft. Das funktioniert nicht wie man in versch. Ländern sieht. Es gibt allerdings Ausnahmen (z. B. Kanada). Ich war mehrfach in Kanada und habe gesehen dass es durchaus funktionieren kann. Warum? Weil Kanada von Anfang an ein Einwanderungsland war. Doch unsere CH ist im Ursprung kein Einwanderungsland gewesen. Wir haben eine “ur-eigene” Kultur und Mentalität. Diese möchte ich eigentlich beibehalten. Deshalb ist es wichtig dass wir Ausländer mehr in die Pflicht nehmen und die Einwanderung stark begrenzen. Wir würden unseren Kindern und künftigen Generationen einen grossen Gefallen machen.
@Giorgio: “Die EMK ist ein Fetzen Papier von den Verlierern des 2. WK zusammengeschustert”. Das ist quatsch. Man bemühe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Menschenrechtskonvention : “Die Konvention wurde im Rahmen des Europarats ausgearbeitet, am 4. November 1950 in Rom unterzeichnet und trat am 3. September 1953 allgemein in Kraft. Völkerrechtlich verbindlich ist allein ihre englische und französische Sprachfassung, nicht hingegen die zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz vereinbarte gemeinsame deutschsprachige Fassung.”
Frankreich und die Angelsachsen haben also den WW 2 verloren?
Interessant ist, dass formal DE, A und CH die Konvention nicht ratifiziert haben.
@Mephisto: Kanada hat auch Minderheitenprobleme. Teilweise sogar sehr grosse, wenn man das Verhältnis der frankophonen und stark separatistischen Minderheit zur anglophonen Mehrheit betrachtet. Kanada hat eine sehr restriktive Einwanderungspolitik. Dies, obwohl das Land extrem dünn besiedelt ist. Kanada hat 33,212,696 Einwohner auf einem Territorium, das weitaus grösser als die USA ist (9,984,670 km**2). Die USA hat 304,059,724 Einwohner auf 9,161,923 km**2.
Dies, um die Verhältnisse klar zu stellen. Ein Land wie die Schweiz mit weit weniger besiedelbarem Territorium kann gar nicht die gleichen Einwanderungsgesetze wie grossflächige a la USA, Kanada oder Russland haben. das wäre Suizid auf Ratenzahlung…
Ich würde bei der Schweiz nicht von einer homogenen Kultur sprechen. Das Selbstverständnis der Schweizer ist doch so, dass jedes sich als Zürcher Basler, Genfer, Walliser, Tessiner , Graubuendner sieht und erst in zweiter Linie als Schweizer. Das genial an der Schweiz ist, dass diese kulturelle und sprachliche Vielfalt durch das Schweizer System in den letzten 160 Jahren friedlich koexisiterte. Man darf sagen, dass das trotz aller in-Effizienz und Langsamkeit ein wesentlicher Erfolg dieses Systems ist und daher als weltweites Modell gelten darf.
@Marcel: Ich vermute, dass Sie das Wort Liberalismus im Sinne der amerikanischen Republikaner , die die Demokraten als liberals beschimpfen, benutzen.
Die Ideologie selber stammt aus der Zeit der Aufklärung http://de.wikipedia.org/wiki/Liberalismus und ist die Grundlage der modernen westlichen Verfassungen.
Ein wesentlicher Aspekt des Liberalismus ist das Prinzip der Subsidiarität. Das System öffentlicher Körperschaften (Gemeinde/ Kanton/ Bund/ Supranationale Organisationen) übernimmt dabei in einem Gesellschaftsvertrag Aufgaben, die auf individueller/familiärer Ebene nicht oder nur ineffizient gelöst werden können. Dieser Gesellschaftsvertrag muss ständig kritisch betrachtet und revidiert werden. Die ‘Staatsmacht’ definiert sich also nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben.
Die Amerikanischen Republikaner sind somit eigentlich die Liberalen und die Demokraten die demokratischen Sozialisten.
Was in der derzeitigen Krise versagt hat, ist nicht der Liberalismus, sondern die staatlichen Kontrol- und Ausgleichsmechanismen. betrachtet man die versagenden Elemente im Finanzsystem, so gab es immer unzulässige – sogar kriminelle – Verflechtungen und Cronyismus zwischen diversen Aktoren. Selbst nach dem Versagen wird z.B. die Strafrechtliche Verfolgung dieser Aktoren NICHT vorwärts gebracht.
Es gilt also, die kriminellen Aktoren innerhalb dieses Systems zu entfernen, nicht das System selbst zu entfernen.
@Katharina: In welchem übegeordneten, politisch oder philosophischen Kontext mein Begriff von Liberalismus angesiedelt ist, ist wahrscheinlich Definitionssache. Ganz pragmatisch von Versagen spreche ich bei einem Zweig des ökonomischen Liberalismus, wie er u.a. von Ludwig von Mises (ein sehr spezielles Thema, dieser Herr), Friedrich-August von Hayek, Milton Friedman, kurz: der Chicagoer Schule also (bis auf Ersteren) definiert worden ist. Inwieweit sich hier amerikanische Versionen demokratischer oder republikanischer Natur anwenden lassen, weiss ich nicht. Beim sozialen Liberalismus spreche ich von einem Begriff, wie ihn u. a. der amerikanische Politologe Francis Fukuyama kritisch verwendet hat (in der grosse Aufbruch zum Beipiel). Max Stirners “der Einzige und sein Eigentum” aus dem Jahr 1844 ist mir ebenfalls sehr fremd- und dabei handelt es sich wohl um eine Teil des von Ihnen erwähnten, philosophischen Überbaus. Natürlich kommt es immer drauf an, was für ein Menschenbild man verinnerlicht hat. Und hier ist mir Thomas Hobbes am nächsten.
@Katharina
Sarah Palin eine Liberale? Sonst vielen Dank für deine Berichtigungen. Ich gehe mit dir auch einig, dass es in der Schweiz nie eine homogene Kultur (also Leitkultur) gegeben hat. Die Schweizer hielten sich zusammengehörig durch das, was sie geschaffen hatten: Eine direkte Demokratie, die einmalig auf der Welt ist.
Ich bin ein Bürger der Welt und derzeit lebe ich in der Schweiz. Aber in die Rückblick bedauere ich meine Entscheidung, mein Heimatland zu verlassen. Nicht wegen ich mag nicht die Schweiz. Leben in Der Schweiz ist wirklich gut. Ich hätte es gehabt, wenn ich in meinem Heimatland geblieben wäre. Aber jetzt ist es zu spät, bin ich zu alt und meine Kinder wollen zurück zum Land von ihren Eltern nicht gehen. Die Schweiz hat alles für Schweizer aber für mich diese sind unmöglich. Der Autor von diesem Artikel ist unbedingt richtig. Integration ist notwendig für Kinder, damit sie völlig und verantwortungsbewusst werden, geniesst ihre Leben in diesem Land.
@Marcel: Danke für die Gedankenanstösse. Dass die Chicago Schule kritisch durchleuchtet werden muss, ist offensichtlicher denn je. Aber wir weiten das Grundthema wohl etwas zu weit aus, wenn wir den Faden weiter spinnen.
Republikaner – Demokraten. Es gibt hier die etwas spasseshalber vorgebrachte Forderung, die Kongress- und Senatsabgeordneten sollten es so wie die Rennfahrer halten und auf ihrem Anzug die Sponsorenlogos tragen. Da wüsste man wer mit wem verbandelt ist.
@bigmama: Ich wollte darauf hinweisen, wie die rechte Republikaner-Ecke mit Sinn-verschobenen Wörtern manipuliert. wenn auch die Demokraten das auch tun, so doch weniger, um bei den gebildeten nicht so lächerlich dazustehen wie die konservative Republikaner-Ecke.
die Sarah ist nach dem im vorherigen Post dargelegten betr. Liberalismus sicher keine liberale. ich bezweifle, dass sie die staatsphilosophische Ausbildung hat, um in solchen Feinheiten zu denken. es ist ja eher so, dass es – wenn es nach ihren Kommentaren geht – genügt, Russland vom Balkon aus sehen zu können,um als Aussenministerin qualifiziert zu sein.
die Elche allerdings sehen das etwas anders und wandern über die Beringstrasse nach Ostsibirien ab. dort werden sie wenigstens nicht von Pick-up Trucks mit Maschinengewehr schwingenden Palins belästigt.
@Katharina: “die Kongress- und Senatsabgeordneten sollten es so wie die Rennfahrer halten und auf ihrem Anzug die Sponsorenlogos tragen. Da wüsste man wer mit wem verbandelt ist.” Da gäbe es speziell im amerikanischen Falle aber noch viel zu sagen! Sauguter Vorschlag- liesse sich auch bein unseren Parlamentariern anwenden! Mann, das gäbe einen riesengrossen Haufen knallbunter Logos..!
Nur das Volk hat kein Logo…
Abgesehen davon: Eine Demokratie, die sich im Wesentlichen auf zwei Parteien stützt, hm. Wie stark unterscheiden die sich denn wirklich? Ich meine, wenn man sie aufgrundihrer Taten beurteilt- sie nach Worten zu beurteilen sollte man tunlichst unterlassen. Obama, we can’t do it!
@Marcel: Zweiparteien-’System’. Stimmt. Der daraus resultierende Gridlock ist genau, was die allgemeine Bevölkerung hier den Beltway-Boys vorwirft (also der politische Olymp in Washington DC, der sich innerhalb der Beltway genannten Ringstrasse befindet). Es gibt aber einen stetigen Zustrom zu den Independents. Als prominentes Beispiel Bloomberg.
Das letzte Mal, als die ein relatives Gewicht hatten, war mit Ross Perot. Das Resultat ist ja bekannt. Es ist ein Sammelsurium von Leuten, die den ganzen Zirkus der offiziellen parteipolitischen Immobilität satt haben. Es wird geredet und hier Geld und da Geld verbrennt und nichts geschieht. Siehe die Revision des Gesundheitswesens, die von Präsidentenwahl zur nächsten weitergereicht wird. Und das seit Ronald Reagan.
Das Spektrum ist meiner Meinung nach auch enger als in Europa, da die Grundprinzipien – so wie sie in der Verfassung entworfen wurden – eigentlich nicht hinterfragt werden. Diese Prinzipien bewegen sich in etwa entlang von dem, was ich über Liberalismus erläutert habe. Das Verständnis der Leute über die Aufgabe des Staates ist , dass der Bürger sich als unabhängig und frei sieht und der Staat nur diejenigen Aufgaben im Sinne eines Dienstleisters zu erfüllen habe, die über die Verfassung als Gesellschaftsvertrag an diesen delegiert wurden. schon dadurch ist eigentlich der Spielraum der Bundesregierung sehr eng. es ist auch so, dass die Mitgliedsstaaten oft und immer öfter auf ihrer Unabhängigkeit bestehen.
zu Obama: Der Mann hat während seiner Kandidatur das schier unmögliche versprochen. er hat sich auch so dargestellt, dass er nicht zum Establishment gehöre – was nicht stimmt. bei den meisten Versprechen ergab sich seit seinem Amtsantritt eine 180 Grad Kehrtwendung. so zeichnet sich ab, dass die Kriege nun noch mehr Soldaten und noch mehr Geld benötigen, statt den von der Bevölkerung verlangten Pull-out.
bei der Wirtschaftsförderung hat bis jetzt nur das noch von Bush angebahnte Paket betr. Finanzinstituten gegriffen.
die anderen Massnahmen verpufften wirkungslos und haben dem Bundeshaushalt eine Schuld von drei Billionen USD beschert. wir sind erst in Monat 9 der Amtszeit…..
das wichtigste an der Wirtschaftsförderung, nämlich die Verbesserung der maroden Infrastruktur, wird fast nicht mehr diskutiert. das wird langfristig die USA in die zweite Liga verweisen, wenn sich das nicht schnell ändert.
trotzdem: wer das Land kennt, wird mit mir einig gehen dass die Wahl eines Mischlings mit soviel Mehrstimmen doch ein riesiger Schritt in die richtige Richtung war.
Ich unterbreche euch nur kurz.
Ich, ausländer, bin in Kleinhüningen/Klybeck aufgewachsen. Ich hatte erst in der 8. Klasse einen Schweizer in der Klasse, also erst als ich nicht mehr in der Gegend in die Schule ging, sondern ins Bäumlihof. Das war noch im laufenden Jahrhundert.
Und siehe da, ich kann deutsch. Leider geht es heute nicht jedem so.
Übrigens bin ich froh dass es so gekommen ist. Ich habe gelernt wie viele andere Kulturen es gibt und wie verschieden man sein Leben lebt. Man lernt so einiges in so klassen, was man in reinen Schweizerklassen nicht lernen würde. Dass der Schulstoff dabei etwas untergeht, naja, ist leider der Kompromiss beim ganzen.
Grüsse aus Kleinhüningen
Für mich beginnt das Problem damit, dass niemand wohl genau weiss, was “Integration” eigentlich heisst. Was bedeutet dieses Schlagwort, was verstehen wir darunter? In der Fachliteratur gibt es zahlreiche Definitionen. Auffälig ist für mich dabei die Widersprüchlichkeit in den Aussagen. Auf der einen Seite steht die Behauptung, Integration verlange keine Aufgabe der eigenen kulturellen Identität. Demgegenüber steht die Aussage, Integration setze den Willen, eine weitgehende Neu-Sozialisation und Neuorganisation der Persönlichkeit einzugehen, voraus.
Das Dilemma mit der “Integration” wird in diesem Widerspruch deutlich: Einerseits will man nicht der “Böse” sein, der jemanden zwingt, die eigenen Wurzeln, Überzeugungen etc. abzulegen – Stichwort “political correctness” – andererseits weiss man objetkiv gesehen aber, ohne eine gewisse Anpassung gibt es keine “Integration”.
Weitgehend Einigkeit herrscht darin, dass Integration nur funktioniert, wenn die Bildung von “Getthos” verhindert wird bspw. durch Zuwanderungsbeschränkungen. Hier läuft das, was man tun sollte – Zuwanderung begrenzen, teilweise sogar die Wahl des Wohnorts für bereits zugewanderte einschränken – unserem freiheitlichen Gedankengut zuwider, abgesehen davon, dass hier die sog. “Menschenrechte” verhindern, dass entsprechende Ansätze politisch überhaupt verfolgt werden könnten.
Symptomatisch für diese Problematik – man weiss, was getan werden müsste, kann dies aber aufgrund “höherer Werte” nicht vertreten – ist bspw. die Diskussion um die vereinfachte Namensänderung für Migranten bei der Einbürgerung. Der entsprechende Wunsch dazu kommt aus den Kreisen der Secondos selbst. Prompt folgt aber die Gegenbewegung einer ethischen “Elite”, die Subito argumentiert man könne diese “Selbstaufgabe” der Migranten nicht zulassen. Warum verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wie viele Schweizer oder Deutsche Auswanderer haben bspw. in den USA ihre Namen “anglikanisiert”? Wie viele der heutigen “Schweizernamen” sind eigentlich eingedeutschte Versionen von ursprünglich fremdländischen Geschlechtern? Den eigenen Namen dem neuen Heimatland resp. dessen Sprache anzupassen, war immer schon üblich. Damit meine ich nicht, dass aus dem Herrn Josic der Herr Meier wird aber vielleicht wird aus dem Herrn Josic der Herr Jositsch oder auch nur der Herr Jos…
Ein weiteres Problem mit Integration: die neue Heimat muss Werte-Alternativen bieten, Identifikationsmöglichkeiten. Oft habe ich in diesem Thread gelesen, man wisse nicht, was “Schweizer Kultur” eigentlich sei. Genau da liegt der Hund m.E. begraben. Ich kann von jemandem nicht verlangen, eigene Werte aufzugeben, wenn ich ihm stattdessen nichts besseres als Wertelosigkeit zu bieten habe. Es täte also Not, dass wir – gemeinsam – definieren, was wir unter dem “Schweizersein” verstehen. Dass dabei ein Ideal formuliert wird, dem wohl die wenigsten Schweizer selbst genügen, spielt keine Rolle. Es geht darum zu definieren, wie wir sein wollen und welche Werte gelten sollen und damit auch welches Verhalten wir von einem Migranten erwarten, um ihn EHRLICH akzeptieren zu können.
EINE FRAGE: Ich möchte auch in die Agglomeration ziehen. Wie kann ich mich über den Ruf von Schulhäusern und Lehrpersonen informieren (da wir noch keine Ahnung wo wir hinziehen sollte, kann ich leider nicht direkt betroffenne Eltern befragen)? Wohnt jemand von Ihnen in der ZH-Agglo mit einer tollen Primarschule?? Danke im voraus!
Es sind nicht die Ausländer, die die Schule für Mittelstandskinder ungeeignet machen. Die indischen Kinder und allen voran die russischen sind wahre Zugpferde und tun unseren Kindern gut. Die Kinder untereinander haben auch keine Probleme. Aber die Lehrerinnen sind mit den Schulexperimenten überfordert und mit den ständigen Sitzungen, die das Fachlehrer-System mit sich bringt. Gehen wir doch einfach zwanzig Jahre zurück, vergessen die unsinnigen Experimente und legen wieder Wert auf Disziplin und Leistung und Lehrer, die ihre Arbeitszeit im Klassenzimmer verbringen. Dann haben wir die Schule, in der sich die Kinder wohlfühlen.
Wer kein Geld hat um seinen Kindern eine angemessene Ausbildung zu finanzieren, der/die soll/sollen doch bitte nicht gleich jammern, weil Kinder sind an sich schon das schwierigste Thema überhaupt, sondern zuerst auf alles verzichten, was dadurch den Kindern zugute kommen würde. Insbesondere sei auf das oft selbstsüchtige Verhalten der Väter hingewiesen (weil verhaltensgestört und unfähig…) die keine andere Rolle einnehmen können als die des ganztägig abwesenden Geldverdiener. Es steht jedem/jeder frei, sich so zu organisieren, dass die persönliche Misere sich über die Masse ausbreitet – und nicht etwa umgekehrt – oder doch umgekehrt? Kinder können nichts dafür, dass sie in einem Land aufwachsen in der eine andere Sprache gesprochen wird als die ihrer Eltern, trotzdem werden sie deswegen auf natürliche Weise benachteiligt. Die Lösung des Problems könnte einfacher nicht sein. Für jedes Schuljahr einen Sprach-Eingangstest schaffen, und schon ist eine Hürde vorhanden, an der selektiv ausgemustert werden kann: Kinder mit Sprachschwierigkeiten gehen zuerst ein Jahr in den Sprachunterricht. Es wird nur Sprache und der Umgang mit anderen in unserer Sprache vermittelt. So verlieren sie nur ein Jahr, können sich mit UNS unterhalten – und vor allem mithalten – und danach problemlos im Unterricht mitziehen. Das Problem der Eltern, die nach 20 Jahren immer noch kein gutes Deutsch sprechen ist ein ganz anderes, das ist nicht “unser” Problem. Aber die Kinder können und müssen wir systematisch in unser System eingliedern.
Liebe Frau Althaus
Vorsicht ist auch bei der Empirie geboten. Meines Wissens sinkt in einer Klasse mit vielen sogenannt bildungsfernen Kindern der Notendurchschnitt. Der Notendurchschnitt der ganzen Klasse wohlgemerkt, nicht die Noten der sogenannt guten Schüler und Schülerinnen. Ich bitte Sie, das wenn möglich zu überprüfen, um zu verhindern, dass allfällig falsches Wissen tradiert wird. Ausgehend von meinem eigenen Interesse an Ihren Beiträgen vom Mamablog vermute ich nämlich, dass Ihr Einflussbereich nicht unerheblich ist! Die Weiterbildungsstelle der Universität Freiburg CH bietet immer wieder ein- und zweitägige Seminare zum Thema an, die ich sehr empfehlen kann. Allgemein verständlich und konzentriert bietet dort das Heilpädagogische Institut einen Tour d’Horizont über die aktuellsten Ergebnisse zur Forschung im Bildungsbereich, auf unser Schweizer Schulsystem bezogen. Der nächste Kurs Ende November 09 heisst “Bildungserfolg und Bildungsmisserfolg”. Im Übrigen vielen Dank für die poiniterten und witzigen Stellungnahmen, die wohl nicht nur mich aus der Reserve locken!
“Wenn ja, wer ist schuld daran?”
@ Nicole
Gute Frage, alle wissen es, aber unter dem Stiefel von Maulkorb und Politterrorjuxtiz trauen es nur noch wenige zu sagen.
Die halbrechten Lohndoempergeilen holten die Lohndoemper zuerst nur zur Rotation, knickten dann aber unter linkem und “christlichem” Druck auf die Einwanderung ein. Die christlichsozialen liessen zudem in unheiliger Allianz (gibst du mir – zum kommunistischen Weltsozialamtswahn hinzu – eine zusaetzliche Sozialindustrie, lass ich dir die Lohndoemper) auch ihre Familie auf die Sozialhaengematten nachziehen.
Die Einheitsschulung fuer Deutschsprachige und Deutschanalfabeten schadet beiden Opfergruppen. Das ist ungefaehr gleich, wie eine Universitaet fur Holzfaellerei und Hirnchirurgie in einem Hoersaal. Deutschanalfabeten gehoeren wie andere an einer durchschnittlichen Teilnahme an der Gesellschaft behinderte in Sonderschulen oder dispensiert. Die Durchmischung hat zur Folge, dass Lohnsklavenkinder um ihre Bildung geprellt werden, waehrend in Lohndoempinggewinnlerquartieren auch deren thumber Nachwuchs optimal gefoerdert wird, worauf nicht mehr Intelligenz und Fleiss, sondern nur nocn Mamas Schulkreis fuer Erfolg oder Misserfolg in der Lohnsklaverei entscheidet.
Natuerlich kostet eine Sonderbehandlung der Lohndoempinggopfer mit Schutz der Einheimischen vor den ungewollten Vermischungsnachteilen nicht nur in der Schule, sondern auch in fast allen anderen gesellschaftlichen Bereichen von der IV bis hin zum Gefaengnis fuer die IV-Betrueger immense Summen. Auslaendische und neubuergerische Lohndoemper und ihr Nachzug ohne Familienbande zu gebuertigen Schweizern sollten separat, aber keineswegs schlechter (oder gar besser) behandelt, verwaltet und verbucht werden. Der Prokopfmehraufwand an Staats- und Sozialversicherungsleistungen sollte dann separat ausgewiesen und aufgerechnet werden, und den Lohndoempinggewinnlern in Form einer Lohndoempinggewinnsteuer auferlegt werden. Dies wuerde auch die Bevorzugung von Lohndoempern vor Schweizern durch die Lohnsklavenhalter maessigen.
Stimme Aschi mehr oder weniger zu. Die Lehrer sind überfordert, das ist das Hauptproblem. Man erwartet von ihnen nicht bloss Lehrer, sondern auch Erzieher zu sein, zollt ihnen aber wenig Respekt und weist sie (oft die Eltern) bei der ersten Gelegenheit in ihre Schranken. Natürlich stellen nicht deutschsprachige Kinder zumindest am Anfang, eine gewisse Herausforderung dar, man tut aber sowohl diesen als auch den einheimischen Kindern gar keinen Gefallen, wenn man sie schon in diesem frühen Alter separiert, so wie im vorherigen Kommentar vorgeschlagen(dadurch erzeugt man nur eine Kluft, die sonst nicht zwangsläufig da wäre). Um die Lehrpersonen nicht zu überfordern und alle Kinder möglichst profitieren zu lassen, sollte man eher schauen, dass der Anteil fremdsprachiger Kinder ein gewisses Mass nicht übersteigt. Das würde erfordern, dass sich innerhalb der Schulen die Lehrer und das Rektorat absprechen und schauen, dass diese “Quote” nicht überschritten wird. Hier allerdings liegt das Problem, denn dieser Schritt ist fast unmöglich…oft regen sich empörte Eltern auf und wünschen, dass alle Ausländerkinder in eine Klasse verfrachtet werden, ein Druck dem oft nachgegeben wird, zum Nachteil aller. Dies ist allerdings nur eine Notlösung.
Eine langfristige Massnahme wäre, mehr in frühkindliche Bildung zu investieren (für alle, nicht nur für die Ausländer). Würde man fremdsprachige Kinder im Kindergartenalter in zusätzliche Deutsch bzw. Schweizerdeutschkurse schicken, würden schulische Defizite, die oft ihre Wurzel im mangelnden sprachlichen Selbstvertrauen haben, später weniger entstehen, diese Kinder wären ergo, eine kleinere “Belastung” für die Lehrer.
Eine kleine Allgemeinbemerkung zum Schluss: nicht alle fremdsprachigen Kinder sind schlecht in der Schule und ziehen das Niveau einer Klasse nach unten, ganz im Gegenteil. Nur an die grosse Glocke gehängt wird das nicht. Die Diskussion hat auch, mit einem latenten Rassismus gewisser Ausländergruppen gegenüber zu tun. Wenn in einer Klasse die Hälfte der Kinder aus Frankreich und England stammen würden, anstatt aus, sagen wir mal der Türkei und dem Kosovo, würde man die Durchmischung als Bereicherung ansehen und nicht bloss als Problem. Bei Ausländern aus gewissen Volksgruppen herrscht in der Schweizer Bevölkerung aber allgemein die Vorstellung, dass man nichts von ihnen lernen kann und sie deswegen auch unmöglich eine Bereicherung für eine Gemeinschaft darstellen können.