Von Müttern wird zu viel verlangt

Ein Gastbeitrag von Sibylle Stillhart*

Mamablog

Arbeiten bis zur völligen Erschöpfung: Szene aus dem Film «Eltern». Foto: PD

Seit vor einem Jahr die Masseneinwanderungsinitiative angenommen wurde, ertönt der Ruf von allen Seiten: Die Schweiz muss mehr inländische Fachkräfte mobilisieren; dabei soll das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen besser genutzt werden. Im Klartext: Frauen und Mütter sollen in die Bresche springen, ihre Teilzeitpensen aufstocken, mehr oder am besten Vollzeit arbeiten.

Als ob die Vereinbarung von Beruf und Familie ein Kinderspiel wäre! Nicht nur das: Heute sollte eine Mutter ihr Baby sechs Monate lang stillen, aber nach 14 Wochen Mutterschaftsurlaub an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Im Büro sollte sie sich bitte schön etwas anstrengen, denn, das wissen wir seit den Ausführungen von Roland A. Müller, Direktor des Arbeitgeberverbandes: Frauen geben sich einfach nicht genug Mühe, um Karriere zu machen. Männer seien eher bereit, «Arbeitszeiten weit über die regulären acht Stunden hinaus zu leisten», sagte er an einer Pressekonferenz. Nicht nur deswegen ist das schlechte Gewissen der ständige Begleiter der berufstätigen Mutter. Denn zudem müsste sie sich, so wird es immer noch erwartet, 24 Stunden lang um ihr Baby kümmern, weil die Kleinen am Anfang vor allem eins brauchen: die Mutter.

Mama soll also Kinder beaufsichtigen und den Haushalt schmeissen, den sie ja immer noch allein bewältigt, weil der Mann gerade dabei ist, wirklich Karriere zu machen. Zudem soll sie den Nachwuchs in jeder Situation sanft und liebevoll erziehen, egal welchen Blödsinn er gerade angestellt hat. Und ja, die Beziehung zum Mann darf natürlich auch nicht auf der Strecke bleiben. Aber als perfekte Partnerin, die peinlichst genau auf ihr Äusseres achtet, weiss eine Frau von heute, wie sie ihren Mann verwöhnt. Und nun soll Mama auch noch länger im Büro bleiben und bitte sehr Karriere machen.

Dass ausgerechnet die Direktorin des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann ins selbe Horn stösst, erstaunt dann aber doch. Sylvie Durrer sagte kürzlich in einem Interview mit der «Nordwestschweiz»: «Seien wir ehrlich: Mit einem 40-Prozent-Pensum kommt man beruflich nicht weiter.» Mit einer solchen Aussage setzt sie alle Frauen unter Druck, die Beruf, Haushalt und Kinder aneinander vorbeijonglieren. Dabei müsste Sylvie Durrer doch dafür sorgen, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so umgestaltet werden, dass Beruf und Familie tatsächlich miteinander vereinbart werden können. Und zwar so, dass sich sowohl Väter wie auch Mütter neben der Erwerbsarbeit um ihre Kinder kümmern können. Doch Sylvie Durrer meint: «Es muss möglich werden, dass beide Elternteile 100 Prozent arbeiten und so viele Kinder haben, wie sie möchten

Das ist Unsinn. Solche Forderungen sind weder emanzipatorisch noch frauenfreundlich – selbst wenn sie unter dem Deckmantel der Gleichstellung daherkommen. Beim Ruf nach der weiblichen Arbeitskraft geht es nicht darum, Frauen zu fördern oder ihnen in der Arbeitswelt die gleichen Chancen wie den Männern einzuräumen. Ertönt der Ruf nach mehr weiblichen Arbeitskräften, dann nur, um den Profit des Unternehmens und die Wirtschaftskraft des Landes zu steigern.

In einer gleichberechtigten Gesellschaft sollte die Vereinbarung von Beruf und Familie aber bedeuten, dass Eltern, die beide Vollzeit arbeiten, nicht der Normalfall sein können. Frauen und Männer sollen sich für das Familienmodell entscheiden, das ihnen am besten behagt; wer weniger, gar nicht oder voll Geld verdient oder ob beide einer Teilzeitarbeit nachgehen – das ist Privatsache. Das wäre «familienfreundlich» – und diese Wahlfreiheit den Familien zu ermöglichen, wäre Aufgabe des Staates, der Wirtschaft, der Gesellschaft, die daran interessiert sein müssten, die Burn-out-Diagnosen der angestellten Bevölkerung so niedrig wie möglich zu halten.

Denn es gibt sie, Rezepte für familienfreundliche Strukturen: In der Arbeitswelt würde nicht mehr so viel Wert auf Präsenz gelegt, die Arbeitstage wären kürzer, projektbezogene Arbeiten könnten im Homeoffice ausgeführt werden. Ebenfalls müssten Teilzeitbeschäftigungen für Väter genauso normal sein wie heute für Mütter. Zu verbesserten gesellschaftlichen Strukturen gehören qualitativ gute Kita-Plätze, die bezahlbar sind (oder gratis) und Tagesschulen (von 9 Uhr bis 15 Uhr), die während der 13-wöchigen Schulferien mit einem alternativen Angebot weiterbetrieben werden.

Doch während die Anforderungen an Mütter so schnell steigen wie die Mode wechselt, modern die gesellschaftlichen Strukturen weiter vor sich hin: Nach wie vor gilt als produktiv, wer von frühmorgens bis spätabends an seinem Arbeitsplatz sitzt, egal wie effizient er tatsächlich ist. Und Mütter stehen – trotz Job – nach wie vor am Herd.

Es muss noch viel an der sogenannten Vereinbarkeit von Familie und Beruf gearbeitet werden, solange sich Mütter bis zum Umfallen verbiegen müssen, wenn sie das tun, was mittlerweile von ihnen erwartet wird. Denn wirklich geändert hat sich in letzter Zeit allein das Anforderungsprofil an die «moderne Mutter», das zu einer grösseren Gesamtbelastung der Frau führt. Alles andere ist beim Alten geblieben.

stillhart_150*Sibylle Stillhart ist Mutter, Journalistin und Autorin des soeben erschienenen Buches «Müde Mütter – fitte Väter. Warum Frauen immer mehr arbeiten und es trotzdem nirgendwohin bringen», Limmat-Verlag, Mai 2015

513 Kommentare zu «Von Müttern wird zu viel verlangt»

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Häufig, nicht immer, sind auch die Teilzeitler selbst das Problem. Wenn man 80% arbeitet möchte man natürlich am Freitag frei, was natürlich nicht in jeder Firma geht. Dann hat man natürlich Kinder, die können krank werden und man ist natürlich nicht so organisiert, dass jemand das Kind betreuen kann, man hat ja dann gemäss Gesetzt den Anspruch der Arbeit fernzubleiben. Alles kein Problem für den Arbeitnehmer, für die Firma schon.

    • Jessica Turkavka sagt:

      Ich bin Mutter von 3 Kinder, 80% angestellt, arbeite effektiv 100% und bin diejenige, welche von allen meinen Mitarbeitern am wenigsten im Büro fehlt. Weder aufgrund von Krankheiten noch aufgrund von anderen (Kinder-) Anlässen.
      So kenne ich noch etliche Mütter, welche beinahe NIE im Büro fehlen und ihre Arbeiten pflichtbewusst und zur 100% Zufriedenheit ihrer Arbeitgeber nachgehen.
      Diese Vorurteile machen krank, denn es sind mehrheitlich die Männer, welche wegen jeder Migräne und Erkältung gleich zuhause bleiben. Mütter können sich das gar nicht leisten!

      • Franziska sagt:

        Jessica Du hast vollkommen recht. Ich habe zwar „nur“ 50 resp. 60% gearbeitet und seit 2013 (meine Tochter 16J war) 70% und war 15 Jahre beim selben Arbeitgeber. In dieser Zeit komplett auf die jeweilige Arbeitszeit gerechnet knappe 5 Wochen!!! in 15 Jahren gefehlt. Knappe 2 Wochen!!! für meine Tochter (krank, Spital) eingezogen. Und da täglich das 50/60% Pensum geleistet und nur 7 min. zu FUss vom Arbeitgeber, auch OFT krank arbeiten gegangen und wenn es wirklich nicht mehr ging 1 oder 2 Std. früher (auf Kompensation??) nach Hause…. Joerg hat wohl weder Kinder noch arbeitet er Teilzeit!!!!

      • Simon sagt:

        @ Jessica und Franziska: ich glaube nicht, dass Jörg das so gemeint hat wie ihr das aufgefasst habt. Ich glaube er wollte nur auf den Umstand hinweisen, dass die Akzeptanz in der Arbeitswelt für Teilzeitmitarbeit und engagierte ELTERN (es soll auch Väter geben die engagiert sind…) eher klein ist. Ich bezeichne mich als engagierten Vater, leider hatte ich immer Probleme wenn ich über den Mittag für die Kids kochen ging und eben nicht an eine dieser langweiligen Sitzungen ging… Ich könnte da viele Beispiele geben! Mir wurde eine reduktion des Pensums immer verweigert…

    • Gaby Stäheli sagt:

      Ich bin Arbeitgeberin und Mutter und kann aus Erfahrung sagen, dass zumindest der erste Teil der obigen Aussage nicht der Realität in Familien entspricht. Wer Kinder hat bevorzugt in der Regel oft den Mittwoch als arbeitsfreien Tag, weil diese dann nachmittags frei haben. Bei den Teilzeitlern die am Freitag frei wollen handelt es sich meist um kinderlose Männer oder Frauen, die auf 80% reduziert haben um sich Hobbies, Sport oder sonstigem zu widmen. Auch bei kinderlosen Mitarbeitern gibt es immer solche, die bei jedem Wehwechen zuhause bleiben und die Leistung nicht bringen.

      • Franziska sagt:

        DANKE Gaby!! Ich hatte eine Zeitlang die 50% auf 4 Tage verteilt Mo/Di/Do/Fr weil der Mittagstisch Mittwochs nicht geöffnet hatte, später hatte sie dann 4 Std. Schule (ab 3. Kl) HEUTE gibt es Tagesstrukturen 12.00-18.00 in unserer Gemeinde. ABER ich bin froh hatte meine Tochter noch 8.00-10.00 Schule in Halb Klassen (10 Kids)+ Blockzeiten kamen erst ab der 4. Kl. wo 4 Std. Schule eh normal war.. mit 2x Mittagstisch, 1x Gspänli 1x zu Hause alleine habe ich eine gute Mischung gefunden um Nachmittags dann nicht mehr arbeiten gehen zu müssen auch bei 60% (8.00-13.00).War meinem Arbeitgeber dankbar

    • Janine sagt:

      Mir fehlt in der ganzen Diskussion ein bisschen die Einsicht, dass die Entscheidung für ein Kind gleichzeitig und naturgemäss die Entscheidung gegen etwas anderes ist – das Bewusstsein, dass man irgendwo in seinem Leben ein bisschen zurückstecken muss/möchte, um dem Kind Platz zu machen. Heute müssen alle alles haben: Karriere, riesen Freundeskreis, aktive Freizeit, ausgefüllte Beziehung, bombiges Sexleben – und natürlich Kinder. Gehört halt dazu und „Qualitätszeit“ reicht ja. Männer wie Frauen sollten bereit sein, wenn sie sich für Kinder entscheiden, dafür auch etwas aufzugeben.

      • Florian sagt:

        Die Achtsamkeit vieler liegt in der Erfüllung gesellschaftlichen Erwartungen und leider nicht in bei den Kindern. Ich lese hier wie kleine Kinder eine Agenda mit Spielgruppe, Kita, Kindergarten, Mittagstisch, Nachbarn und Kolleginen haben. Da ist die Elternagenda noch nicht mal dabei. Ein ständiger Wechsel des Umfeldes. Jede Woche oder Jeden Tag an X verschieden Orten ankommen, abschiednehmen und mich stündlich einer völligneuen Situation anpassen. Wo ist Zeit zum erholen, verarbeiten, sein und vertieftem Spielen bleibt. Ob etwas aufgeben zu müssen oder etwas zu bekommen ist nur Haltungsache.

    • Gunter sagt:

      Wenn man selber krank ist – bleibt man auch zu Hause – aber das ist doch auch ein Problem oder etwa nicht?

      • Sportpapi sagt:

        Ist es. Wenn dann aber noch die Krankheiten der drei Kinder dazukommen, die eher häufiger sind, multipliziert sich halt die Häufigkeit.

  • SPOOKY sagt:

    Unabhängig vom genauen Familienmodell frage ich mich, wieso Frauen, die arbeiten immer noch denken, sie müssten auch noch den Haushalt schmeißen. Da funktioniert es im Gegensatz zu den Kindern Outsourcing wirklich und ganz einfach. Und außerdem gibt es wieder Arbeit für jemanden (ja und die Sozialabgaben müssen bezahlt werden, ist gar nicht schwer)

  • Domenico sagt:

    Schön dass uns eine Journalistin erklaert, wir die Wirtschaft funktioniert! Eine 40%-Kraft hat nur dann Chance nach oben zu kommen, wenn niemand anderes im selben Umfeld mehr als 40% arbeitet. Dies wäre nur mit einem Griff in die (feministisch-sozialistische) Giftkiste realisierbar, naemlich durch staatliche Regulierung!

  • Anja sagt:

    Vielen Dank für diesen deutlichen und ehrlichen Text. Die Freiheit zu Wählen und die Freiheit mit der Wahl glücklich zu sein, sind meine beiden Wünsche.

  • sofie sagt:

    Schön diesen Artikel zu lesen. Nur gibt es auch andere Jobs die Mutter macht. Wie im pflegerischen Bereich oder im Detailhandel das wird gerne vergessen. Oder gehören diese Berufe nicht dazu ?
    Was ist den mit den alleinerziehende Mütter ? Gehören sie nicht zu der Gesellschaft ? Die alles alleine stämmen müssen ? Wer setzt sich für diese „randgruppe“ ein ?

    • Katrin sagt:

      Die Ausführungen sind grundsätzlich sehr interessant, nur geht manchmal vergessen, dass sich viele Berufe nicht im Homeoffice erledigen lassen. Auch Tagesschulen von 9.00-15.00 lösen das Problem in solchen Berufen nicht, weil eine Schicht länger als 6h dauert.

  • Fahri sagt:

    Guter Artikel! So in etwa hätte ich es auch geschrieben, wenn ich die Zeit dazu hätte 😉 Mit mehr Teilzeitstellen für die Männer wären viele Probleme gelöst. Klar dass die Arbeitgeber dies nicht unbedingt wollen… Ich finde es happert hauptsächlich bei den Vätern, die gar nicht Teilzeit arbeiten möchten (fehlende Vorbilder?). Schade, denn „Happy Wife=Happy Life“ 😮

  • Florian sagt:

    Wer nimmt sich so wichtig? Wer denk, dass die Kinder, der Mann/Frau, der Haushalt, eine Firma, die Gesellschaft nicht auf sie verzichten können? Es ist die eigene Aroganz und Angst die lenkt und wer Erwartungen Anderer erfüllen will, will sich nur bestätigt fühlen.
    Ich bin allein lebender Vater. Mein Kind begleite ich 4 Tage die Woche. Für meinen Arbeitgeber Leiste ich ein 50% Pensum in 2 Tagen die Woche. 50% Einkommen die nicht reichen für unser Leben. Der rote Betrag geht vom ersparten ab. Für mich und mein Kind da zu sein ist Lebsqualität. Nicht teure Wohnungen, Autos, beauty oder Ferien.

  • Hans Weder sagt:

    Wenn etwa ausgebildete Medizinerinnen nicht oder nur wenig arbeiten, ist ein gesellschaftliches Problem. Sagen wir, so ein Medizinstudium kostet CHF 500’000.- und man hat 35 Jahre Arbeit vor sich, dann würde die Amortisation der Bildungskosten mit 30jährigem Zinssatz (1%) gut CHF 17’000.- pro Jahr ausmachen. Bei 50% Frauen und 1000 Abschlüssen/Jahr: CHF 8.5mio./jedes Jahr. Auf CHF 17’000.- Steuern kommt man mit einem steuerbaren Einkommen von etwas über CHF 100’000.-, (brutto also vielleicht CHF 130’000.-) – nur damit die Bildungskosten gedeckt wären. Eindrücklich, oder?

    • Sportpapi sagt:

      Eindrücklich, ja. Aber relevant? Fakt ist, wir brauchen Ärzte. Also müssen wir welche ausbilden und hoffen, dass sie a) die Ausbildung bis zum Schluss bestehen, b) in möglichst hohem Umfang tätig bleiben und c) dies auch noch möglichst lange. Vermutlich bringt es allerdings nicht so viel, hier irgendwelchen Druck aufbauen zu wollen.
      Nebenbei – die Ausbildungskosten sind eigentlich üblicherweise gar nicht so klar ausrechenbar. Als Student wäre ich jedenfalls nicht bereit gewesen, den Professorenlohn auf meine Kappe zu nehmen, der nur eine Vorlesung pro Semester im überfüllten Hörsaal hielt.

      • tina sagt:

        sportpapi: ein studium wird über steuergelder finanziert, nicht durch den studenten.
        professoren haben recht viel lehraufwand, und nicht nur dieses. nur schon die prüfungen, ein wahnsinnsaufwand. bei den medizinern sowieso.

    • Herr Weder greift einen wichtigen Punkt auf. Der Staat gibt viel Geld aus für Bildung, und zwar für Männer und Frauen. Wer vom Staat viel bekommt, sollte auch wieder etwas zurückgeben, zum Beispiel in Form von Steuern bei Erwerbstätigkeit.

      • Sportpapi sagt:

        Wer bezahlt keine Steuern bei Erwerbstätigkeit?

      • tina sagt:

        sportpapi: es werden – wie bereits im beispiel von hans weder (der ex rektor?) gezeigt – natürlich massiv mehr steuern bezahlt bei einer vollzeiterwerbstätigkeit. aber es geht ja nicht nur um steuern, sondern um den nutzen für die gesellschaft. man muss natürlich garnichts, aber wie im beispiel gezeigt, ist alles andere (als vollpensum arbeiten nach einem teuren studium) eigennützig

    • Assistenzärztin mit abgeschlossener Familienplanung sagt:

      Zufällig bin ich eine dieser Medizinerinnen, ausserdem Ehefrau und Mutter von zwei Kindern. Als schwangere Frau steiss ich während des Studiums an der Uni Zürich nicht gerade auf positive Reaktionen. Dabei kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Schwangerschaft, Stillzeit (habe beide Kinder je 1 Jahr gestillt) recht gut mit den Präsenzzeiten des Medizinstudiums und dem flexibel planbaren Lernen vereinbar sind. Als Assistenzärztin habe ich jederzeit und bis heute 100% gearbeitet. Zusammengefasst: es hat Vorteile, die Kinder im gebärfähigen Alter zu kriegen und nicht erst danach…

      • Muttis Liebling sagt:

        Das Studium ist nicht nur biologisch, auch sozial das beste Alter zum Kinder bekommen und diese über die ersten Jahre zu betreuen. Das setzt nur voraus, das man zu mindestens in der Tendenz bereits erwachsen ist und nicht noch von kindischen Wünschen, wie das Leben geniessen oder zu erfahren, besessen ist.

  • Gunter sagt:

    Wenn man die Beitraege liest, könnte man meinen, dass unsere Gesellschaft noch im alten Rom haust.
    Die beste Begründung warum Frau zu Hause bleiben soll, ist das kranke Kind. Stimmt der Mann wird nie krank – aeh doch, aber dann ist es okay zu Hause zu bleiben!
    Kinder im Hort sind geschädigt? Aehm – was ist dann im Kindergarten? Dort sind sie ja auch von den Eltern getrennt – oder tritt die Schädigung nur in der KITA ein?
    Frau kann nicht alles haben – Kind oder Arbeit? Aehm okay, sind wir doch froh, dass immerhin der Mann arbeiten und Kinder haben darf.

  • Sportpapi sagt:

    Und wenn ich das lese, habe ich gleich noch viele Fragen mehr. Unglaublich. http://www.wireltern.ch/artikel/muede-muetter

    • Melanie sagt:

      Leider habe und hatte ich die Zeit nicht, alle Kommentare die hier stehen zu lesen (Mutter von 2 Kindern mit Arbeitspensum 40%). Aber ich bin grad daran das Buch von Frau Stillhart zu lesen und finde mich in jeder Zeile wieder. Was sie beschreibt ist Realität für viele Mütter resp. Familien in diesem Land. Es geht dabei nicht darum, sich zu beklagen (was diese Mütter meist nämlich nicht tun), sondern zu zeigen, was sich hinter einigen gern gebrauchten Schlagworten (wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf) tatsächlich verbirgt.

      • Flo sagt:

        leider habe ich keine Zeit alle Kommentare zu lesen (um 15.53) eil garade ein Buch lese!
        Wissen sie wann ich gelesen haben? In der Nacht mit Abzug an meinen Schlaf habe ich mir nach 100 % Arbeit, Kind und Haushalt mal ein Buch gegönnt. Aufstehen um, 6.00 Uhr (jede Tg) – zu Bett gehen nie vor 23.00/24.00 Uhr Zum jammern hatte ich keine Zeit und ehrlich gesagt auch keinen Grund; denn ich habe JA zu dem/den Kind/ern gesagt!

  • m sagt:

    Verstehe ich nicht: Immer sollen sich die anderen ändern: Die Männer, die Gesellschaft und was weiß ich nicht noch wer alles. Wie wäre es denn. liebe Frauen, wenn ihr euch selbst ändert und anpasst? Wir Männer tun das auch. Oder kann man das von euch nicht verlangen? „Wasche mich, aber mache mich nicht nass!!“ Forderungen, Forderungen, Forderungen. Das ist alles, was wir hören.

    Diesen Druck habt ihr euch selbst aufgebaut. Ihr wolltet ALLES haben, nun müsst ihr auch zusehen, wie ihr das auf die Reihe bekommt.

    • Gaststar sagt:

      Männer haben alles: Karriere, Kinder, Hobbys. Was sie seltener haben, ist echte Arbeit – Hausarbeit, Erziehungsarbeit – ja, Kinder machen tatsächlich Arbeit und ja, ihre im Job getragenen Hemden und Hosen waschen sich immer noch nicht von ganz allein.
      Mit welcher Begründung bleibt nun der unschöne Teil des „ALLES“ nur an den Frauen hängen? Da also auch Männer das Recht auf ALLES haben, dann bekommen sie die 50% der Kinder- und Hausarbeit. Und weil der Herr m, wie er so schön selber sagt, total anpassungsfähig ist, wird er schon bald die Funktionsweise der Spülmaschine usw. erlernen.

      • Flo sagt:

        aber das der „liebe “ Papi g e n ü g e n d Kohle nach Hause bringt um die vielen Wünsche, Haus/zweit Wagen/ mehrmals Ferien/ letzte Mode in Bezug auf Kleidung und Einrichtung, zu finanzieren, davon ist nie die Rede

  • jayjay sagt:

    Welcher Manager könnte schon eine solche Aufgabe wie eine Mutter mit Teilzeit Job macht, erledigen?
    Managers haben eine persönliche Assistentin, welche die Agenda koordiniert, Sitzungen, Reisen koordiniert, Telefonanfragen beantwortet, Situngsprotokolle schreibt, Präsentationen erstellt, Briefe erfasst, etc. Eine Mutter muss alles selbst koordinieren, und erst noch zusätzlich zu ihrem Job! Sie bringt/holt den Familiennachwuchs zur KiTa/Schule/Sportverein, unterstützt bei den Hausaufgaben, hat stets ein offenes Ohr für Kids und Mann, schmeisst den Haushalt und dies alles gratis und franko!!

  • Simon sagt:

    Das ganze ist kein „Frauen- oder Männerproblem“ – es ist ein Gesellschaftliches! Wenn die vielen Kommentarschreber/innen dies verinnerlichen würden hätten auch die vielen engagierten Väter und Ehemänner die Möglichkeit, Ihren Tagesablauf dem gewünschten Familienmodel anzupassen. Dies ist aber in unserer Leistungsgesellschaft nicht gefragt. Seit ich Selbständig bin ist es für mich viel einfacher und mein Mitarbeiter (Familienvater) hat ein Homeoffice und 8 Wochen Ferien. Wer immer anderen die Schuld zuweist kommt nicht weiter! Beruf + Familie geht schon – die Medaille hat aber 2 Seiten!

  • Flo sagt:

    ich kann das Gejammere vieler heutigen Mütter n i c h t m e h r h ö r e n / l e s e n !
    Ich war vor über 40 Jahren selbst alleinerziehende Mutter, voll berufstätig (denn woher sollte das Geld für meine Familie sonst kommen,hatte Arbeitgeber die nicht halb soviel Verständnis für Mütter hatten,Da gab es noch keine Unterstützung von seiten des Staates/Kantone/Gemeinden mit Krippen /Tagesmüttern und finanzieller Uterstützung.
    Und es ging, es ging weil ich meine Ansprüche nach hinten stellte, andere Alleinerziehende organisierte und wir uns unter einaner Hilfestellung leisteten.Jammern-keine Zei

    • Luisa sagt:

      @Flo: Also weil sie es so schwer hatten früher, sollen es die heutigen Frauen (und Männer, die sich in dieser Situation befinden) auch nicht besser haben? Tststs, das ist jämmerlich.

  • Barbara sagt:

    Vielen Dank für diesen wertvollen Artikel, Frau Stillhart!! Endlich bringt das mal jemand auf den Punkt.

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