«Du schwule Sau!»

Ein Papablog von Nils Pickert*

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Wer verteidigt eigentlich zärtliche, gütige, mitfühlende, sanfte Jungen? Szene aus «Boyhood». (Bild: IFC Films)

Jetzt ist es also passiert: Mein kleiner Kerl ist nicht nur, ohne mich zu fragen, acht Jahre alt geworden, obwohl ich ihm das in dem Tempo unter gar keinen Umständen gestattet hätte, sondern ich fahre ihn mit seinen zwei besten Freunden zum Hochseilpark, um seinen Geburtstag standesgemäss zu feiern. Er liebt Klettern, kann mit affenartiger Geschwindigkeit selbst an Überhängen bouldern und würde den ganzen Sommer über in Baumwipfeln leben – wenn ich ihn denn liesse. Ausserdem scheint er über einige Menschenkenntnis zu verfügen. Seine beiden Freunde sind nette, entspannte Jungs, die sich hinter mir mit ihm Liederunsinn ausdenken und sich beinahe genauso freuen wie er. Ich geniesse es, ab und an in ihre Unterhaltung hineinhören zu können, ohne ein Teil von ihr zu sein.

Wobei das, um ehrlich zu sein, nur teilweise stimmt. Alle drei haben die Schwelle zu dieser unsäglichen «Alter, scheisse, ist ja voll krass!»-Phase überschritten und müssen sich mit diesen doch ziemlich dümmlichen Füllwörtern gefühlt nach jedem Halbsatz versichern, wie sehr sie Herr der Lage sind. Das nervt ein bisschen. Zumal ich das Geburtstagskind nicht so erzogen habe. Aber es wäre nicht nur naiv, sondern auch ziemlich vermessen, das zu unterbinden. Er soll und muss eine gemeinsame Sprache mit Menschen finden, die ihm wichtig sind und bei denen er sich nicht darauf verlassen kann, dass sie ihn niemals fallen lassen. Ich höre mir das also an, Alter. Scheisse, wo die nicht überall schon im Urlaub waren. Ist ja voll krass. Überhaupt: In den Herbstferien nicht wegzufahren, ist total schwul.

Oha! Im Rückspiegel sehe ich, wie mein Sohn entgeistert zu dem Freund blickt, der ihm das gerade eingebrockt hat, und anschliessend mit einem Anflug von Panik zu mir nach vorne schielt. Er vermutet, dass ich das nicht auf sich beruhen lassen werde, weil wir darüber schon gesprochen haben. Über das Abwerten von Menschen und Mobbing im Allgemeinen und über Schwulenfeindlichkeit im Speziellen. Aber das ist ihm gerade verständlicherweise nicht das Wichtigste. Wenn ich jetzt etwas sage, könnte das den ganzen Geburtstag in Gefahr bringen. Wer will schon mit jemandem Klettern gehen, dessen Vater ihm ungefragt eine Standpauke hält. Ich konzentriere mich also auf den Verkehr und auf mein Problem. Auf der einen Seite stehen der Wunsch meines Sohnes und die Tatsache, dass ich kein Freund davon bin, den Kindern anderer Eltern Vorschriften zu machen, so wenig wie ich will, dass andere Eltern meinen Kindern Vorschriften machen. Das hat etwas von übergriffiger Besserwisserei und trägt in einer Zeit, in der Eltern grundsätzlich unter Rechtfertigungszwang zu stehen scheinen, nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Eltern haben schon genug Erziehungsstress.

Auf der anderen Seite stehen meine Erfahrungen mit Homosexuellen und mit dem Begriff «schwul» als Beschimpfung. Als Bezichtigung. Als verbalen Schlag ins Gesicht. Homosexualität ist für mich keine abstrakte Vorstellung, die es zu verteidigen gilt, obwohl das ausreichen müsste und würde, um genau das zu tun. Menschenrechte gelten für alle. Aber meine Kindheit und Jugend waren geprägt von liebevollen, kreativen, grossartigen schwulen Männern und lesbischen Frauen. Ich habe homosexuelle Freundinnen und Freunde, für die ich unendlich dankbar bin, dass sie Teil meines Lebens sind. Ich will nicht, dass sie beleidigt und verletzt werden.

Und dann die Worte. «Du Schwuchtel! Du schwule Sau!» Wie viele Jungen sind unter diesen Anwürfen gegen ihr Selbstwertgefühl schon zusammengezuckt? Wie viele, die so lange Haare hatten wie mein Kerlchen, mussten sich das schon anhören? Wie kann ich da schweigen? Wer verteidigt eigentlich zärtliche, gütige, mitfühlende, sanfte Jungen? Wer sagt ihnen, dass sie gebraucht werden und dass sie richtig und wichtig sind? Dass gerade hier und heute niemand auf sie verzichten kann und sich alle glücklich schätzen können, dass es sie gibt? All ihre Freundlichkeit wird ihnen als unmännliche Schwäche ausgelegt. Ihre Bewegungen gelten als verdächtig. Ihr Augenaufschlag soll irgendwie falsch sein. Aber nicht für mich.

Also sag ich, wie es ist und warum. Hört mal Jungs, soundso. Nicht mit mir, nicht in meinem Auto, nicht in meiner Gegenwart. Am besten gar nicht. Aus Gründen. Das Gespräch erstirbt für volle 8 Minuten. Dann war der eine sogar schon mal in Griechenland, Alter. Söhnchen entspannt sich sichtlich.

Später, nachdem der Hochseilgarten und das anschliessende Essen zu Hause ein voller Erfolg waren, will er es dann wissen:
«Musstest du das sagen?»
«Das weisst du doch.»
«Voll peinlich!»
«Kann ich mir vorstellen. Das lässt sich aber nicht dadurch ändern, dass ich das nicht mache, sondern nur dadurch, dass andere das auch machen.»
Er streicht sich seine Haare, wegen denen er ein ums andere Mal als Mädchen beschimpft wurde, aus der Stirn und nickt gedankenverloren. Dann umarmt er mich. Ein bisschen zumindest. So wie das Achtjährige eben tun. Total krass.

pickert150x150*Nils Pickert lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Er hat eine monatliche Kolumne auf Standard.at, in der er sich mit den männlichen Seiten der weiblichen Emanzipation beschäftigt.

322 Kommentare zu ««Du schwule Sau!»»

  • juju rent sagt:

    „Als Mädchen beschimpft“ finde ich aber nicht so nett ausgedrückt 🙁 ist natürlich nicht so gemeint, ich weiß, aber trotzdem heftig….musste ich jetzt anmerken…als „Mädchen“ 😉

  • Hans Hintermeier sagt:

    Die Antwort auf Ihre Frage: Wahrscheinlich werden in Zukunft die starken Mädchen die weichen Jungs beschützen. Gender in der Schule und Medien macht es möglich! In Zürich schlagen ja bereits mehr Mädchen Jungs als umgekehrt. Die Mädchen werden eben männlicher und die Jungs weiblicher. Evtl. könnten dann auch die Frauen gleich ins Militär gehen und wir Männer schauen für die Kinder

  • Lukas sagt:

    Danke. Als frischer Vater mache ich mir so meine Gedanken, ob ich auf der Welt als Exot gelten werde, dass ich meinem Sohn genau solche Wertvorstellungen mit auf den Weg geben möchte. Das an meinem Tisch keine N-Wörter, keine rassistischen Witze und keine homophoben auswüchse geduldet werden. Es halten sich so wenige daran…dann wenigstens nicht in meinem Haus. Der Artikel hat mir gezeigt, dass ich doch nicht alleine bin. Das macht Mut – danke!

  • Sportpapi sagt:

    Immerhin mal ein ganz neues Thema. Oder doch nicht? http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/36425/sei-kein-maedchen/

  • Alpöhi sagt:

    Mit den Schwu len haben wir Menschen so lange ein Problem, wie wir keine kennen. So lange sind sie „bedrohlich“. Dann geriet ich im beruflichen Umfeld an einen netten, kompetenten Menschen und fand später raus, dass er schwul ist. Da muste ich mich fragen: und jetzt? ändert es etwas? Und fand raus: nein, es ändert nichts. Menschen bestehen aus mehr als der se xu ellen Orientierung, bzw. diese soll / darf gar keine Rolle spielen im normalen Alltag. – Nils Pickert beschreibt etwas ähnliches, nämlich positive eigene Erlebnisse vs. diffuse Ängste in der Gesellschaft.

  • Felix sagt:

    Vor etwa einem Jahr, meine Jungs, elf und zwölf Jahre alt, düfen zum Coiffeur. Sie diskutieren darüber welchen Schnitt sie wollen. Beide finden den „Kanaken“ Schnitt toll und gerade voll angesagt. Bin total entsetzt und empört, das Wort „Kanaken“ geht gar nicht, ist eine Beleidigung und ein Schimpfwort. Die Jungs bestehen darauf, das sei die offizielle Bezeichnung, es gebe keine andere.
    Jüngere Bekannte bestätigen mir, der Kanaken Schnitt gebe es tatsächlich und sei im Trend. Offenbar habe ich die Verwandlung eines beleidigendem, herab würdigenden Schimpfwort zu einem Trendword verschlafen.

  • Markus Schneider sagt:

    Man kann seinem Kind Jahr um Jahr irgendwas vorbeten, alle sind gleich, oder gar alle sind gleichviel wert und ähnliches. Jedes Kind, das dadurch nicht völlig verdooft ist kommt aber an den Punkt , wo es merkt: Man hat mir Mist erzählt. Das stimmt überhaupt nicht. Ich bin nicht gleich und ich will auch gar nicht gleich sein. ich will auch nicht gleich wertvoll sein wie jemand anderes. Was der Vater DANN sagt, das wäre viel wichtiger als diese von-oben-herab-Belehrungen eines Achtjährigen. Und was das Kind DANN von seinem Vater hält.

    • Stranger sagt:

      Stimmt. Dem Kind Glaubenssätze einzuimpfen halte ich ebenfalls für falsch.

      Übrigens: „Wir sind alle anders!“ „Ich nicht!“

      • Serhat sagt:

        Es geht doch nicht um anders-sein – es geht darum, ob man andere abwertet.

        Das Argument nun, die Realität sei doch anders und die Kinder würden doch merken, dass die Eltern Unsinn erzählen halte ich für schwach. Denn hier geht es ja nicht um eine deiktische Aussage, also wenn wir sagen, Menschen sind gleich ist das nicht die gleiche Art von Aussage wie Bananen sind orange oder gelb.

        Und Kinder können das kapieren, wenn man diesen Unterschied auch deutlich macht: Viele Menschen sehen das nicht so, aber ich und viele meine Freunde finden usw.

  • Michael sagt:

    „so wenig wie ich will, dass andere Eltern meinen Kindern Vorschriften machen“

    Das sollten wir aber tun dürfen. Heisst es nicht, it takes a village to raise a child? Also sollte sich jeder an der Erziehung von Kindern/Jugendlichen beteiligen dürfen, wenn sich diese total daneben benehmen. Leider ist das nötiger denn je.

    • clados sagt:

      Genau! Meine Nachbarin hat mir liebevoll aber bestimmt erklärt, wie blöd es klingt, wenn ich in jedem Satz HUERE sage. Ich habe es danach nie mehr gesagt.

      • Sportpapi sagt:

        Für mich ist das eher ein Beispiel, wie weit offenbar die Bedeutung des Wortes von Sprecher und Hörer auseinander geht. Jede/r weiss, was gemeint ist. Und blöd klingt es nur, weil die Nachbarin eine etwas wilde Fantasie hat. Die Nachbarin hat sich aber mit ihrer Definition offenbar durchgesetzt…

  • Martin sagt:

    So wie der Junge erzogen wird, ist wohl „homosexuell“ was Gutes? Ist wohl gerade eine Trendphase, dass alles, was anders ist, also Afro-, asiatisch, jüdisch oder eben homosexuell, dass dies alles gut ist. Ich sage nicht, dass das schlecht ist, aber mir geht es schon auf die Nerven, dass dieser „Minderheitenschutz“ all diese Minderheiten als so toll hinstellt. Es gibt Leute aus dem Balkan, die sind auch eine Minderheit, aber die Mehrheit davon ist einfach bösartig. Nur weil etwas eine Minderheit ist, ist es noch lange nicht gut und kritikfrei!

    • 13 sagt:

      Stimmt. Rass*istische Vollidiot*ten sind zum Glück auch in der Minderheit. Und trotzdem bleiben sie Vollidio*ten.

      • Martin sagt:

        Man muss das ganze nicht bloss auf Merkmale wie Hautfarbe, Ethnie oder sexuell Orientierung beschränken. Geht auch mit politischen Ansichten wie bspw. Kommunismus bzw. Kommunisten. Sind weltweit am Aussterben, sind bösartig, aber die Verbreitung ihrer Ideologie steht nicht unter Strafe. Auf was ich eigentlich hinaus will ist, dass es in der Allgemeinheit gerne so betrachtet wird, dass Minderheiten etwas gutes sind. Das ist nicht zwangsläufig so. Aber in unserer tollen Welt sind Minderheiten so lange toll, bis die Mehrheit ausgestorben ist. Prima! Und jetzt ist gerade „schwul sein“ mode!

  • Marcel Zufferey sagt:

    Adorno hatte recht: „Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.“ Statt dessen wird auf sämtlichen, gesellschaftlichen Ebenen nur noch das kompetitive Element betont und in den Vordergrund gestellt- selbst von Feministinnen, zu denen sich der Autor ja ebenfalls zählt. Aus Konkurrenten werden Gegner und später Feinde. Hier unnötig Korkodilstränen zu vergiessen halte ich für völlig verfehlt. Der Autor ist selber Bestandteil dieses Systems: Frauen sind schliesslich grösser, besser, härter, stärker als Männer, ätsch..! Klingt wie auf dem Schulhof, nicht?

    • mila sagt:

      Wo genau hat sich der Autor (je) dahingehend geäussert, Frauen seien die besseren Menschen? Ich erinnere mich micht, solches von ihm gelesrn zu haben.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Andernorten bezieht der Autor eindeutiger Stellung. Beim Freitag zum Beispiel. Oder Pink Stinks. Das Credo der Frauenbewegung (oder deren Rezipienten) ist die Schaffung eines neuen, besseren Menschen. Und der scheint weiblich zu sein. In Island denkt man z. B. bereits laut darüber nach, das Parlament nur noch mit Frauen zu besetzen. Selbst in der Wissenschaft werden langsam kritische Stimmen laut. Hier eine qualifizierte Meinung aus dem Bereich Gender Studies (D):

        http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=17324

        Etwas vom Besten, was ich je über diesen umstrittenen Bereich gelesen habe!

      • mila sagt:

        Das ist nun aber etwas schwammig, ‚eindeutiger Stellung beziehen‘. Da hätte ich mir wenigstens ein knackiges Zitat erwartet… Denn ja, ich fände es aus Sicht eines Sohnes tatsächlich problematisch, wenn der Vater das andere Geschlecht prinzipiell für das bessere hält. Für mich besteht für diese Annahme jedenfalls keine Veranlassung, auch als Frau nicht.

        Was wiederum die Gender Studies betrifft: um diese habe ich bereits im Studium einen sehr weiten Bogen gemacht, ausser es wurde mir in allgemeinen Veranstaltungen Butler aufgedrängt. Deren Texte musste ich so zwar notgedrungen lesen,

      • Marcel Zufferey sagt:

        „Der Kern des feministischen Bekenntnisses liegt in einer großen, stillen Hoffnung: das Böse in der Welt in einem Geschlecht verorten zu können und insofern selbst ‚das andere‘ zu bleiben (…)

        Es ist eine einzige Peinlichkeit, dass der Feminismus, der das Gendering von Wissensprozessen mit guten Gründen kritisierte, selbst nicht in der Lage war, Wissensprozesse unter Absehung von Geschlecht zu organisieren (…)

        Es gibt ein postnormatives Denken nach dem Feminismus: klar, heiter, kritisch, theoretisch innovativ und empirisch lernfähig. Sein einziger Nachteil: Es weiß nicht immer sofort, wer der Täter war.“

      • mila sagt:

        aber geblieben ist mir davon, ausser dem bleibenden Eindruck einer angestrengt-mühsamen Lektüre, nichts. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, der WordPress-Artikel muss ohne mich auskommen. 😉

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Mila:Sehen Sie,Sie machen es sich da auch sehr einfach mit dem Artikel und sind nicht bereits sich mit der männlichen Sichtweise auseinanderzusetzen.Wenn Sie Butler gelesen haben,dürfte der Artikel kein Problem für Sie sein.Sonst sind im offiziellen Diskurs (Gender) nur feministische Männer geduldet,durch die ich mich als durchschnittl. Mann nicht vertreten fühle.Es wird Zeit,dass auch die nicht-feministische unabhängige Männerforschung eine Stimme bekommt,da diese feministischen Männer nur opportunistische Marionetten der Feministinnen sind.Marcel hat dies,wie immer, sehr gut zusammengefasst

      • mila sagt:

        Ja, ich mache es mir in diesem Punkt sehr einfach: Gender-Forschung interessiert mich nicht, egal von wem sie betrieben wird. Butler war Teil allgemeintheoretischer Veranstaltungen, und hat mich weder geprägt noch, eben, interessiert. Ich habe sie schlicht und ergreifend ausgeblendet. So einfach ist das. Genausowenig wie ich übrigens je eine feministische Veröffentlichung gelesen habe (de Beauvoir und Konsorten).

        Ausschlaggebend ist für mich in diesem Zusammenhang allein der gelebte Alltag von Männern und Frauen. Und ich stelle fest: die, die wollen, leben gut miteinander. Und ein kleiner

      • mila sagt:

        Rest debattiert über grossteils weltfremde Theorie-Konstrukte. Für solche Kopfgeburten und Scheingefechte ist mir meine Zeit zu schade. Mich beschleicht auch seit längerem das Gefühl, dass die aktiven Protagonisten beider Seiten persönlich frustrierte Gesellinnen und Gesellen sind. Wenn sie sich also gegenseitig aneinder abreiben wollen, ist das ihr Bier. Für mich hat es keine Relevanz, mir geht es um ein Miteinander. Wie den meisten von uns. Nerven tut mich lediglich, dass die Randfiguren so unglaublich laut sind, dass man sich gelegentlich notgedrungen mit ihnen befassen muss –

      • mila sagt:

        und sei es nur, um das Augenmass wieder herzustellen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Spricht für Sie, dass Sie um diesen Genderzirkus an de Uni einen grossen Bogen gemacht haben, mila. Was den „WordPress-Artikel“ angeht: Forschung und Lehre ist die Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbands, der Berufsvertretung der Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses. Prof. Stefan Hirschauer ist Sprecher der DFG-Forschergruppe 1939 „Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung“ und insofern ein wissenschaftliches Schwergewicht. Da spielt es eigentlich keine Rolle, wo er was in welcher Form publiziert.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Mila, würde ich mich hier nur für Frauenthemen stark machen, würden Sie ganz anders argumentieren, wie unsere vergangenen Diskussionen hier zeigen. Eine konstruktive Diskussion über Männer ist mit Ihnen nicht möglich, Ihr Thema sind Frauen, item: Sie vertreten z. T. Standpunkte, die ich durchaus teilen kann. Ja, das Miteinander ist wichtig. Aber den normativen Rahmen setzen andere, v. a. Medien, Politik und Wissenschaft- und zwar mittlerweile bis in den hintersten Winkel unseres Privatlebens hinein. Mit diesen Einflüssen muss Mann sich zwangsläufig auseinander setzen, ob man will oder nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Hm, mila, hier möchte ich doch in aller Freundschaft mein Befremden kundtun. Gerade Sie sind es doch, die hier in der Regel mit Theorien, manchmal sogar mit erfundenen Geschichten argumentiert. Aber einzig beim Thema Beziehungen, bei der Geschlechterfrage soll das nun ganz anders sein? Wenn ja, warum? Und in wiefern haben Sie Einblick in den „gelebten Alltag“ z.B. in der Schweiz, dass Sie aufgrund dieser Erfahrungen diskutieren können? Oder bleibt das dann, was auch vernünftig ist, einfach normativ?

      • mila sagt:

        Oha die Herren: kollektives Aufjaulen, und dazu noch erfundene Geschichten? Da erürbrigt sich aus meiner Sicht ein weitere Kommentar. 😉

        Nur soviel an Marcel: wenn Sie aufmerksam mitgelesen hätten über die letzten dutzend Monate und mehr, wäre Ihnen kaum entgangen, dass Frauen längst nicht mehr ‚mein‘ Thema sind. Was beweist, dass Menschen entgegen landläufiger Meinung eben doch lernfähig sind. Wenn sie denn wollen. Hingegen gebe ich Ihnen recht, normative soziale Prozesse sind ein Fakt. Aber ich sehe dies als eine allgemeine Gegebenheit des Mensch-Seins, von der wir in allen unseren Rollen

      • mila sagt:

        betroffen sind. Wir haben jedoch selbst die Wahl, wie wir als Individuen damit umgehen – gerade heute. Ich bin daher fürs Prinzip ‚liefere statt lafere‘, im alltäglichen Umgang miteinander. Und damit meine ich nicht nur die Geschlechterfrage, die mich je länger, je mehr wirklich nur noch anödet. Zumindest in der Art und Weise, wie sie in der medialen Öffentlichkeit von den jeweiligen Eiferern ausgetragen wird.

      • Sportpapi sagt:

        Wo sehen Sie ein Aufjaulen? Ich habe eigentlich nur Anmerken wollen, dass Innensicht und Aussensicht (zumindest aus meiner) bei Ihnen nicht ganz überein stimmen.
        Das mit den fiktiven Argumentationsketten haben Sie vor Jahren eingebracht, aber ich weiss den Zusammenhang nicht mehr. Ist ja auch egal.

    • Stranger sagt:

      Marcel, mila ist nicht als Tüpflischiisserin bekannt, wenn sie etwas fragt, dann will sie es wirklich wissen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Hm, ich kenne langsam einfach ihre Strategie, Tigri 😉

      • Stranger sagt:

        Als Strategin sehe ich sie allerdings auch nicht. Einfach als ernste (und zuweilen etwas humorlose, aber das finde sicher nur ich) Mitdiskutantin. He, ich hab ihr mal ein Kompliment gemacht, und sie hat sich _beschwert_…

      • Marcel Zufferey sagt:

        *räusper* Tigri: Könnte das auch an deiner speziellen Art liegen, wie du Komplimente machst..?

      • mila sagt:

        Hmm. Also dieses Kompliment nehme ich gerne an – für einmal, Tigri. Bitte nicht wiederholen. 😉

    • Marcel Zufferey sagt:

      Ja, gut, mila: Ich lese hier nur noch selten mit. Insofern ist mir offenbar entgangen, dass Sie nicht nur für Frauen votieren, das geht auf meine Kappe 😉

      Was die ganze Art, diesen unseligen „Diskurs“ zu führen anbelangt: Ja, das ödet auch mich an. Aus bereits mehrfach erw. Gründen.

      Liefere statt lafere, stimmt. Doch das ist mitunter gar nicht so einfach. Ich habe gerade eine grosse Lieferung abgeschickt. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt. Vorschusslorbeeren habe ich bereits eingeheimst. Aber das muss ja nicht unbedingt etwas heissen.

      • mila sagt:

        In diesem Fall wünsche ich viel Erfolg, respektive gutes Gelingen. 😉

      • Marcel Zufferey sagt:

        Danke 😉 Erwähnte Lieferung wird sich wohltuend vom Rest abheben und ganz anders gestrickt sein, als das bisher Vorhandene. Der Link, den ich Ihnen noch schulde- die berühmt-berüchtigten 21%, remember?- werden Sie da dann finden. Zusammen mit 350 anderen Quellen.

  • Luise sagt:

    Armer Junge! Standpauken kann man(n) halten, wenn der Besuch weg ist – wenn überhaupt.

    • tina sagt:

      meine jungs fanden mich zu meinem erstaunen noch cool, wenn ich mich einbrachte mit statements. und das hörte ich auch zum teil direkt, zum teil über meine jungs oder eltern, dass das wirklich gut ankam. ich hätte mir manches mal die zunge abbeissen können… aber ich als teenie hatte auch nur vor erwachsenen respekt, die sich trauten persönliche statements abgaben.

      • Stranger sagt:

        Ja, bei vielen Menschen kommt wahrgenommener Mut gut an.

      • Papperlapapi sagt:

        Wir haben einen Nachbarsknaben etwa in dem Alter, wie im Blog beschrieben, eine zeitlang als „Pol“ bezeichnet, weil sein Grossvater Pole war. Eines Morgens hat uns seine Mutter zur Rede gestellt, mitgeteilt, dass sie halbe Polin und stolz darauf sei und wir damit aufzuhören hätten. Hat mir sehr Eindruck gemacht und nachhaltig gewirkt.

      • Stranger sagt:

        Mutige Frau.

  • Luise sagt:

    Der arme Junge! Standpauken kann man halten, wenn der Besuch nicht mehr da ist – wenn überhaupt.

    • alam sagt:

      Es war wohl nicht der eigene Junge, der das schw… Wort gebraucht hat. Die „Standpauke“ galt dann wohl dem Besuch. Hat wohl eher mit Zivilcourage zu tun. Duckmäuser sind keine guten Vorbilder, und das wollen wir Eltern ja sein, oder?

  • Felix Heinzer sagt:

    Feinfühlige Jungs sind meist Hochsensible Menschen und diese Eigenschaft wird von vielen „normalen“ Menschen nicht verstanden oder mit Homosexualität gleichgesetzt. Ich selber habe zwar einige Homosexuelle Männer kennengelernt – sehr viele mit Niveau und grosser Sozialkompetenz aber einen Zusammenhang mit sexueller Ausrichtung und Feinfühligkeit möchte ich ausschliessen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      …dann möchte ich aber Feinfühligkeit von Hochsensibilität entkoppelt haben,
      auch Menschen im Mittel der Emotionsempfindung sind dazu in der Lage!

  • Mark Altheer sagt:

    schwul war schon in meiner kindheit (späte 70-er, anfang 80er jahre) und jugend (90er jahre) ein ausdruck der breit verwendet wurde für weicheier oder mädchenversteher etc. der grund ist ganz einfach: hetero-männer sind in der regel angewidert beim gedanken homosexuell zu sein bzw. sich homos beim sex vorzustellen. das hat was mit der natur von uns männern zu tun. gefühle sind ja echt und der empfundene ekel empfindet man halt so. niemand kann etwas dafür. was man mit diesem gefühl macht und wie man seine mitmenschen behandelt ist eine andere sache.

    • Stranger sagt:

      Nein, ich bin nicht angewidert, und zwar darum, weil ich sehr sicher weiss, dass ich nicht schwul bin. Ich muss mich nicht künstlich abgrenzen.

      • Susi sagt:

        Stranger, du bringst es auf den Punkt. Vor etwas 20 Jahren las ich nämlich mal genau von einer solchen Studie, in der empirisch bewiesen wurde, dass die homophobsten Männer die grössten verdrängten Tendenzen zum Schwulsein haben und sich genau darum von Schwulen so bedroht fühlen.

      • Stranger sagt:

        Von dieser Studie wusste ich nichts, aber diese Idee hatte ich schon selbst. Plausibel.

    • Mark Altheer sagt:

      @Stranger: bist du schwul? anders kann ich mir das nicht erklären. ich habe nämlich umfragen dazu gemacht weil ich das thema im rahmen einer freiwilligenarbeit für einen studienkollegen erörterte. es gab kaum männer die sagten sie empfinden keinen ekel oder abneigung beim betrachten von sex.-praktiken zwischen männern. das mit dem homophob ist sowieso eine schutzbehauptung. homophobie ist kein gefühl sondern eine einstellung.

      • Stranger sagt:

        Nee, ich bin zu etwa 0.05 % schwul, der Rest, also 99.5%, ist hetero. Aber ich halte das für Zufall. Könnte auch anders sein.

      • Stranger sagt:

        Beim Betrachten von schwulen Aktivitäten empfinde ich keine Lust, stimmt. Aber homophob werde ich deswegen sicher nicht. Leben und leben lassen. Ekel empfinde ich auch keinen.

      • Susi sagt:

        @Mark Altheer: Sie würden sich noch wundern, wenn Sie wüssten, wie viele vermeintliche Heteromänner, oft Familienväter, ein Bi-Doppelleben führen, ohne dass die Frau davon weiss…

    • Vlad Evgenyj sagt:

      @stranger: Freut mich zu hören, dass du nicht angewiedert sind. Das soll schon was heissen. Als Mitglied der poltisch-korrekten, ach so schampar intellektuellen und toleranten Empörungsindustrie, weisst du ja schliesslich, wie der Hase läuft.

  • Thomas sagt:

    Danke für diesen schönen und wichtigen Text.
    Und ja, es ist gut in der Schweiz ein Antirassismusgsetz zu haben, wieso aber werden Homosexuelle nicht besser vor primitiven, verletzenden Beleidigungen geschützt?!?!?!
    Und weltweit: Auch in manchem Hollywoodfilm hört man Schwulenfeindliches – „Das geht gar nicht, ist krass daneben, Alter.“

    • Stranger sagt:

      Man darf niemanden beleidigen. Ich dachte immer, hier sei der Schutz so gut, wie er sein muss, bei Beleidigungen und auch sonst. Ist dem nicht so?

    • Papperlapapi sagt:

      Was soll ein Antischwulendiskriminierungsgesetz Nils P. in seinem Auto nützen?

  • Malena sagt:

    Kinder in diesem Alter nehmen schon wahr, dass es verschiedene Erziehungsgrundsätze gibt. Ich war kürzlich mit einer Gruppe Kinder im Wald (zusammen mit einer Lehrerin). Ein paar Jungs haben Abfall in den Wald geworfen, die Lehrerin hat nichts gesagt. Ich bat sie, den Müll wieder aufzusammeln , die Kinder haben sich zuerst geweigert. Offensichtlich wussten sie gar nicht, dass ‚man das nicht macht‘. Mit meinem Kind kann ich solches durchsetzen (wenn ich dabei bin), mit fremden Kindern ist es schwieriger, echtes Verständnis zu schaffen oder Regeln durchzusetzen. Und trotzdem ist es wichtig, dass

    • Malena sagt:

      jeder einzelne für seine Überzeugungen einsteht, wenn es sein muss auch über die eigenen Familie hinaus. Verständnis zu haben dafür, dass Kinder nun mal Grenzen austesten, steht damit nicht im Widerspruch. Ich bin ziemlich sicher, dass auch die meisten Kritiker von political correctness und Nils Pickert in diesem Forum bei ihren eigenen Kindern den Gebrauch von Wörtern wie ‚schwul‘ nicht einfach unreflektiert hinnehmen oder gar gutheissen.

      • Sportpapi sagt:

        Solange meine Kinder auch Mädchen als schwul bezeichnen, finde ich es irgendwie noch nicht so schlimm…
        Ernsthaft jetzt. Wichtigste Regel bei mir: Die Kinder dürfen nur Begriffe/Bezeichnungen verwenden, die sie verstehen und mir auch erklären können.

      • mila sagt:

        Sie hätten dann auch nichts dagegen, wenn Ihre Jungs Mädchen dereinst pauschal als Schlampen etc. bezeichnen – sofern sie Ihnen versichern, es wäre dann im Fall nicht so gemeint? Es gibt (nicht nur Jugend-)Kreise, in denen das gang und gäbe ist.

        Bei der Erklärung würde es bei mir entsprechend nicht stehen bleiben. Eher würde ich darauf hinweisen, dass die angeblich so coole Jugendsprache nichts weiter ist als ein Ausdruck von Gruppenzwang, insofern man ja nichts anderes will, als dazu zu gehören. Es geht also im Grunde genommen um Unsicherheit, und definitiv nicht um Individualität. Oder,

      • mila sagt:

        schon gar nicht, Souveränität. Und zumindest für mich wäre Souveränität ein wesentliches Erziehungsziel.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Malena

        Jedenfalls gehört diese Lehrerin aus dem Schuldienst entfernt.

      • mila sagt:

        Um noch ein anderes Beispiel zu nennen: fänden Sie es auch ok , wenn Ihre Söhne ihren Abfall nicht wegräumen, nur weil das unter Jugendlichen inzwischen völlig normal ist? Die Eltern dieser Jugendlichen haben Pärke, SBB-Waggons und dergleichen noch nicht kollektiv zugemüllt, es aber igendwie verpasst, ihren Kindern diese einfache Grundregel verbindlich mitzugeben – auch im Gruppenverhalten. Und weshalb man mit Sprachmüll ‚toleranter‘ umgehen sollte als mit sonstigem Müll, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

      • Sportpapi sagt:

        Hm, mila, sich krankhaft dem Gruppendruck zu entziehen ist nun auch nicht gerade ein Zeichen von Individualität. Auch wenn die Leute das manchmal meinen. Und wenn man sich in einer Gesellschaft/Gruppe bewegen will, ist es von Vorteil, die entsprechende Sprache zu sprechen.
        Und in der Regel merken die Kinder/Jugendlichen sehr genau, wann welche Sprache angemessen ist. Oder man muss ihnen dabei helfen.
        Und nein, beim Abfall sehe ich das ganz anders. Weil es mich und die ganze Gesellschaft direkt betrifft. Allerdings glaube ich nicht, dass dies schlimmer geworden ist, oder nur ein Jugendthema ist

    • mila sagt:

      Bin entsprechend ganz bei Malena weiter oben.

  • Onkel Arnold sagt:

    Selbstverständlich ist Homophobie völlig inakzeptabel und es war richtig, dass der Blogautor intervenierte. Aber diese Beleidigung („schwule Sau“) weist nicht nur einen sexistischen/homophoben Aspekt auf, sondern auch einen speziesistischen. Als Speziesismus wird die willkürliche Diskriminierung nichtmenschlicher Tiere bezeichnet. Und während die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in der Schweiz vor allem Mobbingopfer und Depressive erzeugt, fordert die Entrechtung von Schweinen jedes Jahr alleine in der Schweiz hunderttausende von Toten.

  • Stefan Meier sagt:

    Gemach! Was habe ich als jugendlicher über Minderheiten abgezogen, einfach mich an der Kraft des Ausdrucks erfreuend. Habe selber homosexuelle Freunde, es hat mein Leben also nicht kaputtgemacht.

  • Martin sagt:

    „Das hat etwas von übergriffiger Besserwisserei und trägt […] nicht gerade zur Entspannung der Situation bei“: Problem offenbar erkannt, die Konsequenzen aber nicht gezogen!

    Armer Junge kann ich nur sagen und mich darüber wundern, dass man politische Korrektheit über das Wohl seiner Kinder stellt. Vermutlich wird die Intervention die Gemassregelten auch kaum davon abhalten „schwul“ weiterhin für Negativbewertungen zu verwenden, eventuell einfach nicht mehr in Anwesenheit des Autors.

    • Vlad Evgenyj sagt:

      @ Martin: Es wird wohl einen Grund geben, warum der Autor für den Mama-Blog schreibt und auf Teufel-komm-raus einen Jungen will, der sich wie ein Mädchen aufführt.

      • Huber sagt:

        @Vlad: Es wird wohl einen Grund geben, weshalb du den Mama-Blog liest… Und: „auf Teufel-komm-raus einen Jungen will, der sich wie ein Mädchen aufführt“ reine Interpretation deinerseits. Vielleicht überlegt er sich bei der Sozialiserung seines Buben einfach etwas mehr als Hinz und Kunz.

    • Widerspenstige sagt:

      Da irrst Du aber, Martin. Gerade Jugendliche, die solche Wörter bewusst in Anwesenheit Erwachsener erwähnen, wollen eine Reaktion spüren. Das nennt sich Grenzen ausloten von beiden Seiten. Ich bin ziemlich gut gefahren mit meinem Einspruch, wenn es zu heftig ausfiel. Klar hat das eine Diskussion im Nachhinein mit meiner Tochter gegeben, aber sie kennt ja ihre Mama diesbezüglich und ihre Clique kam trotzdem immer mal wieder zu uns nach Hause u belegte Zimmer u Bad stundenweise im Chaos…. 😀

    • Widerspenstige sagt:

      Und nicht zu vergessen: es in einem scherzhaften Ton sagen mit Augenverdrehen kommt besser an als mit erhobenem Zeigefinger und verkniffenen Mundwinkeln nach dem Gesagten.

    • sonic sagt:

      ¨über das Wohl seiner Kinder¨ .. also ich weiss ja nicht. Wo wird das Wohl der Kinder gefährdet???? Haben Kinder ein Recht sich blöd zu äussern? Es ist die Aufgabe der Eltern, die Regeln durchzugeben. egal ob bei 4 oder 8jährigen. Wie die Kids untereinander reden ist mir egal aber in meiner Anwesenheit geht solches Gerede sicher nicht. Und hei, Eltern sind immer peinlich, das ist sozusagen ihr Job. Alles andere ist feige.

  • Albert Baer sagt:

    Man(n) sollte solche (Ab)Wertungen wie „Du schwule Sa*“, „Ich f*ck dini Mutter/Schwester“, „Du Opfer“… nicht ignorieren/verharmlosen aber auch nicht moralisieren, sondern schlicht und einfach Realitäten schaffen. Heisst, diesen sprachlichen Entmenschlichungen echte Menschen gegenüberstellen. Also z.B. eine „schwule Sa*“ besuchen, zur Mutter/Schwester gehen die man angeblich f*cken werde und mal einem menschlichen Opfer begegnen.

  • Alex Werker sagt:

    Es gilt diesbezüglich zu bedenken, dass Kinder die das Pech haben eine durchschnittliche öffentliche Schule besuchen zu müssen, zunehmend auf andere Kinder treffen die aus einem Kulturkreis bzw. Elternhaus stammen in welchen Homosexuellen aber auch Frauen bestenfalls den Status von Tieren beigemessen wird. Zumal es für erstgenannte Kinder nur die Optionen gibt mitzumachen oder selbst unter die Räder zu geraten, dürfte Jeder und Jedem klar sein in welche Richtung diese Entwicklung gehen wird.

  • Alex Werker sagt:

    Im Weiteren gilt es zu bedenken, dass Kinder die das Pech haben eine durchschnittliche öffentliche Schule besuchen zu müssen, zunehmend auf andere Kinder treffen die aus einem Kulturkreis bzw. Elternhaus stammen in welchen Homosexuellen ein weitaus tieferer Status als Tieren beigemessen wird. Zumal es für erstgenannte Kinder nur die Optionen gibt mitzumachen oder selbst unter die Räder zu geraten, dürfte Jeder und Jedem klar sein in welche Richtung diese Entwicklung gehen wird.

    • tina sagt:

      hattori hanzo, das hier meinte ich zum beispiel. gahtsno?! in sekundarschulen gehen ganz normale kinder zur schule, mit ganz normalen eltern.

      • tina sagt:

        äh natürlich auch primarschulen. öffentlich eben

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Tina

        erlebe immer wieder anderes, obwohl ich auch viel gute Erfahrungen mit Menschen aus solchen Kulturen mache. Trotzdem ist es halt eine Tatsache, dass immer häufiger Menschen aus solchen Kulturkreisen auffällig sind, sei es mit Gewalt oder auch nur einfach mit Gruppenpöbeln. Da hilft Ihnen auch Ihre Ignoranz nicht.

      • Tom Müller sagt:

        @ tina: wobei ich hoffe, dass Kinder in der Primarschule sich noch nicht wirklich gross mit ihrer Sexualität auseinandersetzen… ich selbst war jedenfalls erst mit 17 sicher, dass Mädchen nix für mich sind.

  • Brürrk sagt:

    Schon peinllich, was manche Kommentatoren da von sich geben…

  • Dilek Demirel sagt:

    Herr Pickert hat das 100% richtig gemacht, gesagt, geschrieben. Den Tarif klar durchgeben, auch wenn diese Art von kindlicher „Verbal-Barbarei“ bei den meisten zu nichts Schlimmen führen würde, bei einigen eben schon. Ein bisschen Selbstreflexion schadet auch den Kids nicht. Man kann und soll nicht immer alles seiner Peergroup recht machen wollen. Und bitte die sanften Jungs schützen, die sind nämlich viel bedrohter als die „wilden, motorisch Getriebenen“ welche ach so furchtbar unter den Mädchen-orientierten Schulen leiden sollen.

    • Widerspenstige sagt:

      Ebenfalls gut reflektierter Kommentar, Dilek. Ich habe es situativ so gemacht wie beschrieben von NP, je nach Alter und Schrägheit der um-sich-geworfenen Wörter. Da wurde ich jeweils zur Getriebenen, denn Schimpfwörter unterster Schublade gehören von mir aus anderswo plaziert als innerhalb der Familie.

  • Rolf sagt:

    Nie haben wir schlimme Wörter benutzt, laute Worte und Streit hat es vor den Kindern nie gegeben, denn als Eltern müssen wir Vorbilder sein.
    Als wir sie letzte Woche eine Viertelstunde alleine liessen, lagen sie sich in den Haaren! Wir waren schockiert und fragten, was denn los sei.
    Die Antwort der Kinder: „Er hat zuerst Liebling zu mir gesagt!“

  • Vlad Evgenyj sagt:

    Der Verfasser dieses Artikels wird sich damit abfinden müssen, dass Kinder – vor allem Jungs bis spät in die Pupertät – sich einen Dreck um poltische Korrektheit kümmern. Ein Junge der sich als schwul outen würde, hat eine Schulzeit der Hölle vor sich. Insbesondere,, wenn er an einer Schule mit vielen Jungs aus südlichen Gefilden ist. Da können sie sich empören wie sie wollen, ein schwuler Junge ist so ziemlich das Schlimmste in den Augen sehr vieler anderer Jungen. Das personifizierte Weichei sozusagen. Und wer will das schon sei?

    • Tom Müller sagt:

      Ich wurde mit 18 eher unfreiwillig am Gymi geoutet. Es war nicht die Hölle, es war sogar richtig toll zu sehen wie viele es gar nicht interessierte! Natürlich gab es ein paar verschreckte Homophobe, aber als Schwuler lernt man denen Paroli zu bieten. Das ist auch eine wertvolle Kompetenz für das spätere Leben.

      • Paul sagt:

        „mit 18 am Gymi“: D.h. als junger Erwachsener unter anderen jungen Erwachsenen in einem Umfeld wo bereits eine gewisse Selektion stattgefunden hatte.
        Ich bin mir recht sicher, dass sie ein solches Outing in der Primarschule anders erlebt hätten – je nach sozio-kulturellem Umfeld in Ihrer Schulklasse wäre „Hölle“ vermutlich noch ein Euphemismus gewesen.

      • Martina sagt:

        Glauben sie mir: Wenn sie mit Fünfzehn an einer Schule an einer Sek-Schule in der Anglo Zürich geoutet werden, müssen ihre Eltern danach den Wohnort wechseln.

      • Vlad Evgenyj sagt:

        Das freut mich zu hören Herr Müller. Wo ich zur Schule ging, wäre das wohl etwas anders abgelaufen.

      • Marco Gallati sagt:

        @Tom Müller: Die Klientel am Gymi ist eine andere als in der Real- oder Oberschule. Abgesehen davon kann man von 18-Jährigen mehr erwarten als von 8-Jährigen. Ob sich ein Junge/Mädchen outen kann/soll oder nicht hängt in erster Linie vom Umfeld ab. An der Schule meines Sohnes sind die Hälfte der Schüler Ausländer, vorwiegend aus dem Balkan. Wer sich da outet, der kann sich auf ein täglichen Spiessrutenlauf gefasst machen. Ich freue mich für Sie, dass ihr Outing so gut verlaufen ist. Aber daraus allgemeine Schlüsse zu ziehen erachte ich als falsch.

      • plop sagt:

        @Tom – haben Sie das Buch „Das Ende von Eddy“ von Edouard Louis schon gelesen? Ein sehr naher Bericht über eine Jugend in einer Macho-Kultur in Frankreich. Und alles erlebt vor etwa 10 Jahren. Furchtbar. Ein sehr gutes Buch.

      • Tom Müller sagt:

        Vielen Dank für vielen Rückmeldungen! Aber ganz generell: Wieso soll ein homosexueller (oder sonstwie anderer, nicht ganz der Norm entsprechender) Jugendlicher in der Schule Angst haben müssen? Gegen die Angst müssen wir kämpfen, und die Rüpel und Schläger be-kämpfen. „Es ist halt so“ ist keine befriedigende Antwort… Ah ja, am 20. Juni ist in Zürich wieder Pride (früher CSD). Der Anlass ist auch wieder nötiger als auch schon!

      • Susi sagt:

        @plop: “Das Ende von Eddy” lese ich gerade, finde es auch sehr gut und halt bezeichnend für das Milieu, in welchem der Autor aufgewachsen ist; die Coming Outs, die ich bei meinen Schülern/innen erlebt habe, waren allesamt unproblematisch. Aber eben, im Gymi sind die halt schon älter und durch die lange Schulzeit hoffentlich auch etwas reflektierter.

      • plop sagt:

        @Susi: genau das Milieu hat mich am meisten beschäftigt. Dass es dieses überhaupt gibt. Als normalo-schweizer kriegt man solches nicht wirklich mit… Wenn ich beim lesen das Gefühl hatte, all das könnte ja auch lange her sein, hat mich die Sprache dann sofort wieder ins Jetzt geführt…

    • Marcel Maier sagt:

      richtig. Leider. Ein Ausdruck einer testosterongeschwängerten Macho-Kultur in der es nur darum geht, der grösste Prolet, die lauteteste Klappe und die meisten Muckis zu haben. Schwule sind abartig und Mädchen eine Ware, die man konsumiert.
      Den Kindern Toleranz und Verständnis zu predigen bringt leider nichts, solange dies zuhause nicht passiert. Und das hat mit Kulturen gar nichts zu tun, sondern mit dem um sich greifendem Egoismus der „Ich-zuerst-was-scheren-mich-die-anderen“ Kultur, die im Berufsleben, im Verkehr und in den Kommentarspalten schön zum Ausdruck kommt.

      • Widerspenstige sagt:

        Genau, das hat mit Kultur im Sinne des Wortes nichts zu tun, Marcel. Das kommt in jeglichen Familien vor, ob nun schweizerischer oder sonstiger Nationalität. Das nennt sich einfach schlicht und ergreifend primitiver Egoismus zelebriert und vorgelebt nach dem Motto ‚Geiz ist geil und wer zuerst kommt, schnappt zuerst zu!‘

      • Vlad Evgenyj sagt:

        Natürlich hat das mit Kultur zu tun. Mir wurde beigebracht, dass Schwule verachtenswerte Schlappschwänze sind, die keine Daseinsberchtigung haben. Schwul sein ist entgegen Gottes Wille.

        Denke ich heute so? Natürlich nicht. Aber abzustreiten, dass gewisse Kulturen eindeutig homophober sind als andere, ist nur naiv und ideologisch verblendet.

      • Widerspenstige sagt:

        Vlad, ‚Toleranz und Verständnis zu predigen‘ wie von Marcel M. beschrieben hat wenig mit Kultur zu tun. Es gehört mE in den Bereich Bildung und Erziehung, welche dann kulturell geprägt sein können. Das ist eine Schnittstelle, über die diskutiert werden kann. Aber so zu tun als ob solche Ausdrücke fast ausschliesslich ausserhalb schweizerischer Dialekte vorkommen würden, wenn diese nicht von ausländischen Landessprachen nach CH geholt worden wären, ist eine Augenwischerei eigener Dialektkenntnisse. Auch Schweizer fluchen so grob, wie wenn sie immer noch im Stall hausen würden…

      • Martin Frey sagt:

        Mit Kultur hat das alles natürlich nichts zu tun, mit Soziolkultur andererseits sehr wohl. Aber vielleicht ist einfach der Begriff Soziokultur nicht durchwegs optimal geeignet, wer weiss…
        Auf jeden Fall muss man die Augen schon etwas zukneifen um da keine Zusammenhänge zu sehen…

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Danke Vlad: mir gehen diese Rosabrillenträger auf den Geist, welche die Tatsache ignorieren, dass in gewissen Kulturen Zuhause gelehrt wird, andere wie den letzten Dreck zu behandeln und es normal ist, dass man zu mehreren auf kleine Kinder losgeht. Schön, wenn auch Menschen aus südlichen Kulturen begriffen haben, dass eine solche Art in der Schweiz keinen Platz hat..

      • Marcel Maier sagt:

        @Vlad: ich streite nicht ab, dass es unterschiede in den Kulturen bzgl homophobie gibt. Ich spreche davon, dass Toleranz und Verständnis kein kulturelles Thema ist, unabhängig vom Thema Homosexualität. Das ist allgegenwärtig und zeigt sich lediglich in verschiedenen Ausprägungen. Die einen verachten Schwule, die anderen Menschen mit einer Rechten oder Linken politischen Gesinnung, andere hassen Velofahrer während wiederum andere in Autofahrern den Teufel sehen. Wieviele Leute kennen Sie, die nach dem Motto „Leben und leben lassen“ gegenläufige Ansichten/Einstellungen von anderen akzeptieren?

      • Lala sagt:

        @Vlad
        Sie haben dieses Denken nicht übernommen, also sind nicht alle Landsleute so.
        Klar hat dies auch mit Kultur und Erziehung zu tun, leider auch bei Schweizern.
        Wir wohnen sehr ländlich, Ausländeranteil unter 5%, wenige Alleinerziehende, viele aus der Mittelschicht. Die sogenannte heile Welt, diese ist jedoch sehr oft kein Ponyhof. Ja auch hier sind die Menschen sehr homophob. Staune manchmal sehr über die Denkweise hier, alles was „anders“ ist macht Angst. Als Jugendlicher sich hier zu outen wäre wohl auch ein Grund das Dorf zu verlassen.

    • Héloise sagt:

      Ein Junge in der Primarklasse meiner Tochter wurde von den Mädchen als „schwul“ bezeichnet, nicht eigentlich ausgrenzend, eher in der Art „er ist einer von uns“. Nach dem Gymi wurde er Model und Schwarm vieler Girls. Ob schwul oder nicht, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

  • Alex Werker sagt:

    Angesichts der flächendeckenden faktischen Benachteiligung von Knaben hinsichtlich Bildung, Erziehung und Gesundheit, können einem Eltern von Knaben wahrhaftig Leid tun. Buben mit einem gesunden Bewegungsdrang werden von unseren Pädagoginnen quasi als Mädchen mit einer Verhaltensstörung betrachtet und wahlweise mit Versetzungen in Sonderklassen oder Ritalin kaltgestellt, wobei Letzteres neuerdings gar mit behördlichem Druck erzwungen wird. Und Diejenigen, welche dieser Aussage keinen Glauben schenken, dürften sich eines Besseren belehrt sehen sobald sie eigene Söhne haben.

    • Vlad Evgenyj sagt:

      Das sehe ich genausso. Wir leben in einer Zeit, in der sich ein Junge ein Mädchen gebären muss, um im Schulsystem nicht negativ aufzufallen und Sanktionen zu fürchten. Falls er sich halt doch mit Kollegen prügeln wil oder einfach generell wild ist, läuft die weibliche „Gschpürsch-mi“ Gesprächsmaschinerie auf Hochtouren. Das ganze Schulsystem ist unterdessen total feminisiert, belohnt wird Anpassung, Pazifismus und ja leistungsfähig sein.

      • Franz Vontobel sagt:

        Das ganze Schulsystem ist unterdessen total feminisiert, belohnt wird Anpassung, Pazifismus und ja leistungsfähig sein.

        Lassen sie mich raten: ihre Toleranz gegenüber einer „bewegten Jugend“ wie in den 80ern (unangepasst, durchaus auch mal gewalttätig und Leistung verweigernd) hält sich aber dann doch sehr in Grenzen, nicht?

      • Martin sagt:

        @Hr. Vontobel:
        Dass man nicht möchte, dass Jungs als Mädchen erzogen werden heisst nicht, dass man Anarchie gutheissen muss – das nennt sich auch gesundes Augenmass.
        Es ist nicht akzeptabel, dass „Unangepasstheit“ soweit geht, dass fremdes Eigentum und öffentliche Güter beschädigt werden und/oder andere Personen tätlich angegriffen werden, wie das die von Ihnen erwähnte „bewegte Jugend“ tat. Es ist hingegen normal, dass ein Junge Cowboy spielt (und dabei Spielzeugpistolen verwendet) oder zurückschlägt – Tatsachen die gewisse Pädagogen heute offenbar nicht mehr verstehen (wollen).

      • Franz Vontobel sagt:

        Ach so… also, gut ist nur so eine Art angepasste Unangepasstheit… alles klar… 😀

      • Vlad Evgenyj sagt:

        @ Vontobel: Nein, meine Toleranz gegenüber dieser Gruppierung ist sehr hoch. Ich halte nur nichts von der diskriminierenden Gleichmacherei. Mein Junge als Beispiel ist direkter Leidtragender dieses Wahns.

      • Franz Vontobel sagt:

        @Evgenyj: OK, dann kann ich ihr Statement akzeptieren – halte das Problem allerdings nicht für ein Produkt des „Genderwahns“, sondern der Untervertretung von Lehrern (m.) auf v.a. Primarstufe.

      • Stranger sagt:

        Ich weiss wenig über Gleichmacherei der Geschlechter im Kindes- und Jugendalter, avendo zwei Mädchen. Allerdings weiss ich schon jetzt, dass diese beiden später recht zu leiden haben werden unter der Ungleichmacherei.

    • Huber sagt:

      Ich habe einen Sohn. Weder er, noch mein Mann, noch ich haben das Gefühl, er werde in der Schule in irgendeiner Form benachteiligt. Wahrscheinlich hat er halt keinen „gesunden Bewegungsdrang“. Wie auch immer – mein Mann und ich müssen jedenfalls niemandem leidtun, der Bub auch nicht. Und ich sehe mich auch nicht eines Besseren belehrt. Sorry.

  • DB sagt:

    Das von der Jugend verwendete „schwul“ hat mit Homosexualität in etwa soviel zu tun, wie die FIFA mit Transparenz und Integrität. Genauso wie „geil“, „cool“, „toll“ usw. nicht im Sinne ihrer ursprünglichen Bedeutung verwendet werden.

    • E. Battista sagt:

      Ja, und? Das Wort Schwul hat aber ganz bestimmt etwass mit den real Schwulen zu tun, wenn diese öffentlich abgewertet, geschlagen, ausgeschlossen und gar ihrer Rechte beraubt werden. Das ist noch immer real und findet in dieser, jetztigen Gesellschaft statt. Erklären Sie mal ihren Jungs, dass das eine ok, da ja ganz anders gemeint, das andere aber nicht ok ist. Es ist offensichtlich, dass in zu vielen Situationen die Jungs dann diesen Unterschied eben doch nicht machen. Hier geht es darum mit Konsequenz gegen etwas Unrechtes vorzugehen und auch Vorbild zu sein. Ihre Erklärung finde ich daneben

    • Franz Vontobel sagt:

      Sie haben natürlich recht, DB. Genau wie das von mir in Zusammenhang mit der EssVauPe verwendete Wort „N@zi“ mit dem Nazionalsozialsmus ü-ber-haupt nichts zu tun hat und nicht im Sinne seiner ursprünglichen Bedeutung verwendet wird. Ich weiss echt nicht, warum die sich immer so aufregen…

      • Stranger sagt:

        Tun sie das? Einem zümpftigen SVPler geht das doch am Arsch vorbei. Mehr noch: Er ist stolz, in die Nähe der schneidigen Herren im Deutschland vor 70 Jahren gestellt zu werden.

      • Thomas sagt:

        …einerseits richtig DB, ABER das Problem ist, dass das von der Jugend verwendete „schwul“ generell für etwas Negatives steht und darum ist NICHT okay, also sollten wir als Gesellschaft gucken, dass es NICHT in diesem falschen Kontext verwendet wird. Danke.

      • Markus Schneider sagt:

        Esel wird im allgemeinen auch negativ verwendet. Sollen wir uns jetzt beim Esel entschuldigen oder soll der Esel dafür sehen, dass man seine Eigenschaften nicht mehr als derart negativ empfindet? Was heute passiert ist, dass nicht mal der Begriff Grautier mehr genehm ist, also muss ein lateinischer Ausdruck her: ein asinus also. Aber weil das zu durchsichtig ist, nennen wir ihn noch besser einfach Hund, denn eigentlich ist er ja gleichviel wert wie ein Hund, schliesslich macht ein rechter Hund ja auch i-ah.

    • Sportpapi sagt:

      @DB: Gerade deshalb scheint es mir wichtig, von den Kindern und Jugendlichen einzufordern, dass sie die Wörter wenigstens in ihrer eigentlichen Bedeutung kennen, wenn sie sie schon in einem anderen Zusammenhang verwenden.

    • Leon sagt:

      Solange die Wörter „schwul“, „Schwuler“ und „Schwuchtel“ negativ besetzt als Synonym für „scheiße“ (u.ä.) genutzt werden, solange wird auch jeder „echte Schwule“ (vielleicht unterbewusst) mit etwas Negativem verknüpft, gleichgesetzt, was auch immer. Und solange das der Fall ist, werden diese Menschen diskriminiert, ausgeschlossen, gemobbt und schlimmeres. Das Gleiche gilt für Wörter wie „behindert“ oder mittlerweile auch wieder für „Jude“.

  • Darja Rauber sagt:

    Genau – „Mädchen“ ist nämlich auch schon eine Beleidigung (zumindest für alle Jungs). Und „du Opfer“ ist auch so eins, oder übrigens auch „du Jude“: Es ist bloss zu hoffen, dass diese Kinder/Jugendlichen niemals selber Opfer werden und erfahren, wie es sich tatsächlich anfühlt, Opfer zu sein! Dummerweise haben die meisten aber Eltern, denen es nichts ausmacht, wenn ihre Kinder so reden. Für die Frauen, Homosexuelle oder Juden ganz selbstverständlich minderwertige Menschen sind…

    • tina sagt:

      die meisten kinder haben ja eine frau als mutter ;-). so ein blödsinn. die meisten kinder benutzen schimpfwörter, die erwachsene stören. und natürlich ist es den eltern nicht egal, hallo?! genau aus dem grund schimpfen ja kinder so, das sind diese kleinen abgrenzungsgeschichten. ausserdem wollen sie wissen, ob die eltern standhalten. und aus dem grund gibt man als eltern ein ernstes statement ab.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Tina – oberflächlicher geht’s nimmer. Abgrenzen tut man sich mit Musik, Kleidung, jugendjargon. Diese Flüche werden hingegen auch von Erwachsenen benutzt. Sie stammen sogar aus der Welt der Erwachsenen. Aus einer Zeit als diese f@schistoiden Werte die Gesellschaft geprägt haben. Und in diesen Sprüchen lebt diese Schädliche Denke weiter

      • tina sagt:

        oh dankeschön. gleichfalls. jugendjargon, eben. vielleicht ist HH entgangen, dass bei jeder noch so unmöglichen gelegenheit eltern, und im selben atemzug vorallem eltern mit bestimmter herkunft, als unfähig und/oder frauenverachtend usw dargestellt werden. und nun überleg mal scharf, ob diese, zu meinem entsetzen total geduldete haltung, nicht vielleicht auch diskriminierend ist

      • Martin Frey sagt:

        Ist halt wieder mal die alte Frage nach dem Huhn und dem Ei, tina. Beides ist wohl irgendwie wahr, denn mit Verlaub, viele Kinder wiederholen halt schon auch Verhaltensmuster die ihnen vorgelebt werden. Nicht nur auf der Strasse sondern gerade auch zuhause.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Keine Ahnung was sie meinen. Nur dass sie gar nicht darauf eingehen dass sprachliche Diskriminierung von schwulen, juden … Aus der Welt der Erwachsenen stammt und gar kein jugendjargon ist

      • tina sagt:

        ja dann denk halt mal nach HH, über das was ich schrieb, und vergleiche worauf ich reagierte. ich weiss, du findest dich super korrekt, dabei hast du nichtmal wahrgenommen wie eltern aufgrund ihrer herkunft diskriminiert werden. du machst es sogar selber. aber schliesslich gehört es zum guten ton und ist selbst hier unter denen, die sich für intelligent halten offensichtlich total geduldet. oder eben, wird nicht wahrgenommen. schlimm

      • tina sagt:

        für jemanden, der mal ohne nachzudenken „oberflächlicher gehts nimmer“ daherpoltert, denkts ja reichlich oberflächlich in dessen gehirn. falls es überhaupt gedacht hat

      • tina sagt:

        martin frey, meine söhne sagen auch solche wörter, und ich kann versichern, dass sie das nicht von ihren eltern haben. und ich würde meine hand ins feuer legen, dass kein elternteil der mitschüler meiner kinder diese als fluchwort benutzt. ich benutze andere üble wörter, die meine kinder nie in den mund nehmen würden, weil man das heute nicht mehr so sagt.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Entschuldigen Sie Tina – ich schrieb mit dem Handy und habe ihre Aussage nicht im Zusammenhang erfasst – ich sehe nun weiter oben, dass sie Thematik etwa gleich sehen, wie ich.
        Ich dachte, sie gehörten zur Alt-Herren-Hinterwald-Fraktion, welche diese Art von Flüchen „ganz OK“ finden.
        mea culpa

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe auch nicht von Ihnen gesprochen tina, wobei, Hand ins Feuer legen für andere ist immer etwas heikel 😉
        Aber Sie werden wohl kaum abstreiten dass es Milieus und Familien gibt bei denen derartiges gang und gäbe ist? Und Kinder, teils noch bedeutend älter als die erwähnten 8 Lj., orientieren sich nun mal sehr und auch relativ blind an ihrem engsten Umfeld (Väter, Mütter, Geschwister).

      • tina sagt:

        oh danke HH 🙂
        ich weiss schon MF, dass ich nicht angesprochen war. ich nahm unsere familie als beispiel. hast du geflucht wie dein vater oder wie deine schulkollegen? wie ältere schüler wohl am ehesten, nicht? und die haben es auch von den älteren schülern oder vom tv vielleicht
        hm. milieu. das ist alles ein bisschen komplexer. nehmen wir den herrn vontobel. so eine verachtung gegenüber menschen herumzutragen, wenn das mal nicht auf seine kinder abfärbt. das halte ich für weit weniger harmlos als fluchen. vielleicht gerade weil es so subtil ist, dass es ein minderjähriger nicht durchschaut

      • mila sagt:

        Ohne mich an dieser Stelle allzu sehr einmischen zu wollen, tina: aber wenn man zumindest eines Franz Vontobel ganz sicher nicht vorwerfen kann, dann ist das Subtilität…

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha, danke mila, da musste ich auch sehr lachen – aber ich gestehe: ganz heimlich, still und subtil indoktriniere ich meine Kinder mit dem leisen Gift der Menschenverachtung.Was gar nicht so einfach ist, schliesslich wachsen sie in einer intakten Familie auf, mit Eltern, die eine Elternrolle wahrnehmen und nicht versuchen ihre BFFs zu sein… 😉
        Vielleicht sollte ich’s anstelle der Menschenverachtung auch mal mit Selbstgerechtigkeit versuchen..?

  • angelina sagt:

    ich hätte das genauso gemacht. solche ausdrücke gehen einfach nicht. und so handhabe ich es auch mit meinen kindern wenn sie von der schule wiedermal mit solchen ausdrücken heimkommen, wobei das wort „schwul oder lesbisch oder was auch immer“ ich von ihnen noch nie gehört habe, aber andere kraftausdrücke die ich nicht toleriere.
    vor kurzem hat meine mittlere, von der ich eigentlich sowas nie erwartet hätte plötzlich angefangen einige abwertende sprüche gegen unseren nachbarsbuben loszulassen und die anderen kinder stimmten vergnügt mit ein. der nachbarsjunge ging dann traurig nach hause….

    • angelina sagt:

      ….ich habe das alles mitbekommen und mein töchterlein zur rede gestellt und ihr ne standpauke gehalten, das ich sowas nicht toleriere, das ist verletzend und gemein und tut man nicht und du gehst jetzt zu ihm hoch und entschuldigst dich etc. hat sie dann auch gemacht und es wurde wieder weiter gespielt.

      • Leonidas sagt:

        och, so schön. und die welt ist wieder friedlich und Sie können stolz sein. wahrscheinlich mehr auf sich selber als auf die tochter, die gar nicht wusste, wie ihr geschieht, weil sie das unrechtsbewusstsein noch gar nicht entwickelt hat und sich keiner schuld bewusst war, warum sie nicht tun darf, was andere jeden tag tun.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Leonidas

        das Unrechtsbewusstsein fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern muss, so sehe ich das jedenfalls, im Alltag und durch den Alltag erarbeitet/aufgebaut werden.
        Über das „wie“ in diesem Beispiel kann man verschiedener Meinung sein, hilfreicher wär vielleicht umgehende „Intervention“ gewesen welche eine Flucht des Jungen erübrigt hätte.

      • Susi sagt:

        Stimme Brunhild zu: Man sollte wirklich nicht unterschätzen, welche Spuren hier im Unbewussten hinterlassen werden.

      • angelina sagt:

        @leonidas
        mit 8 jahren weiss man schon sehr genau was man tut. vorallem findet sie solche sprüche sonst auch selber gemein. ausserdem würd ich auch mit ner 3 jährigen reden und erklären das sowas nicht geht, da spielt das alter keine rolle. sowas muss man von klein auf tun oder wollen sie warten bis die kinder erwachsen sind mit erziehen? stolz bin ich übrigens keinesfalls und freude macht mir sowas auch nicht. gehört aber dazu.

      • angelina sagt:

        @brunhild steiner

        ich lasse die kinder in der regel solche sachen alleine lösen und misch mich nicht ein. wenn sies aber selber nicht checken wie grad vor ein paar tagen, helf ich ihnen mit einem denkanstoss auf die sprünge. und da muss man auch nicht laut werden, das kann man ganz ruhig erklären.

  • Hattori Hanzo sagt:

    Ich muss hier allen widersprechen, die im Namen der Jugendsprache/Abgrenzung die Ohren verschliessen.
    1. Wenn ich in meiner Gegenwart nicht auf einen bestimmten Umgangston bestehe – biete ich keine Orientierung. (Und nebenbei können sich dann die Jungen gar nicht mehr „abgrenzen“.)

    2. Es gibt nichts, was mehr das Denken und die Werte eines Menschen prägt als die Sprache. Die NS-Propaganda hat zuerst mit der Sprache, die Ju den getötet. Wie man von klein auf redet, das prägt.

    3. Homosexuelle Jugendliche sind einem grossen Leidensdruck ausgesetzt, hohe Suizidrate.

    • Susi sagt:

      @HH: Danke für den Punkt 2., der ist enorm wichtig. Genau das meine ich weiter oben, wo ich Gassners Beitrag kritisiere.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @HH
      @Susi und auch
      @M artin Fr ey

      stimme zu, frage mich aber auch ob es eines Tages so sein wird, dass Kinder/Jugendliche (Erwachsene?) schimpfen, Ärger zum Ausdruck bringen (können) ohne dass irgendein Wort auch diskriminierende, abwertende Deutungen für bestimmte Gruppen, Ansichten, Weltanschauungen, was auch immer, haben wird. Die Alternativen wie „hundert saure Öpfel“ uä find ich jetzt nicht so überzeugend, aber vielleicht finden sie ja mal doch Eingang in das allgemeingebräuchliche Schimpfwortvokabular…

    • Brunhild Steiner sagt:

      @HH
      @Susi und auch
      @M artin Fr ey

      stimme zu, frage mich aber auch ob es eines Tages so sein wird, dass Kinder/Jugendliche (Erwachsene?) schimpfen, Ärger zum Ausdruck bringen (können) ohne dass irgendein Wort auch diskriminierende, abwertende Deutungen für bestimmte Gruppen, Ansichten, Weltanschauungen, was auch immer, haben wird. Die Alternativen wie “hundert sa ure Öpfel” uä find ich jetzt nicht so überzeugend, aber vielleicht finden sie ja mal doch Eingang in das allgemeingebräuchliche Schimpfwortvokabular…

      • Hattori Hanzo sagt:

        Ach was – währschaftes fluchen und unanständig sein kann man hervorragend ohne f@schistoide Worthülsen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @HH
        und Sie sind sich sicher, dass sich kein einziger Vertreter einer wie auch immer gesinnten-Angehörigengruppierung durch währschaft-unanständiges Fluchen betroffen bis verletzt fühlen würde/könnte? Die einen stecken was locker weg, während es für andere äusserst unangenehm sein kann.

      • tina sagt:

        ich wäre für einen lehrgang in der schule. das wäre lustig

      • Martin Frey sagt:

        @BS: Umso angriffiger, böser, verletzender, politisch inkorrekter, umso attraktiver sind natürlich Begriffe die der Provokation und Abgrenzung dienen sollen. So gesehen kann es keinen politisch korrekten Jugendslang geben.
        Die Begriffe selber wandeln sich ja auch kontinuierlich, werden erst durch den Gebrauch verpönt (Bsp. Neger) oder umgekehrt salonfähig (Bsp. Schwule). Wie der Begriff im Jugendslang zweckentfremdet eingesetzt wird ist wiederum eine andere Sache.

      • Stranger sagt:

        Oder bin ich wieder einmal auf dem Wege der definitiven Sperrung?

      • Stranger sagt:

        Ich glaube nicht, allerdings verschwinden schon mal willkürlich Kommentare. Das war letztes Mal so, kurz bevor ich der Zeichnungsberechtigung hier verlustig ging…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @M artin F rey

        das meinte ich, es wird schwierig werden für alle Menschengruppen auf „politisch korrekte“ Art und Weise Dampf abzulassen, jedenfalls wenn es Betreffende so richtig deutlich verbal zum Ausdruck bringen wollen, sich positionieren, abgrenzen etc. Ich bin sehr wohl für no-go’s, aber auch dafür sich klarzusein, dass man nicht alles ausmerzen können wird, und das vielleicht auch noch nicht unser Untergang bedeutet- da sehe ich ganz andere Baustellen die handlungsbedürftiger wären.

    • Ulrich Gassner sagt:

      Hattori-sama, von ‚Ohren verschliessen‘ oder – wie bei Susi – ‚unkommentiert lassen‘ ist zumindest bei mir nicht die Rede. Es kommt auf das ‚wie‘ an. Jugendsprache will vor allem provozieren. Moralinsaure, entrüstete Reaktionen sind genau das gewünschte Resultat. Ich hätte die Jungs im (ja wahrscheinlich fiktiven) Beispiel gefragt, ob sie denn schon einmal mit Schwulen zu tun gehabt hätten. Die nächste Frage, nach dem ‚Nö!‘, liegt auf der Hand. Ich bilde mir ein, dass ich damit mindestens so viel erreicht hätte wie mit dem über-rechtschaffenen ‚Nicht mit mir!!‘

    • Ulrich Gassner sagt:

      PS: Und den Vergleich mit der NS-Propaganda finde ich, bei aller guten Absicht, doch etwas weit hergeholt.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Weit hergeholt? Schwule wurden (und werden in gewissen Ländern immer noch) geächtet, kriminalisiert, verprügelt oder umgebracht.

      • Franz Vontobel sagt:

        Und diese Länder haben alle NS-ähnliche Regimes? Oder wo ist genau der Zusammenhang?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Hattario Hanzo

        In solchen Ländern werden aber auch Frauen und andersgläubige diskriminiert, da spricht aber niemand darüber, weil sich die Schw… als alleinige Opfer sehen wollen. Dasselbe auch vor 70 Jahren: viele Millionen Menschen starben, aber gewisse Volksvertreter halten sich für die alleinigen Opfer, weil sie das Leid der Anderen nicht interessiert.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Jedes Opfer verdient unser Mitgefühl, egal welcher Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Geschlecht es angehört. Mir geht es auf den Geist, dass gewisse Gruppen glauben, das Monopol auf Opferhaltung zu haben. Zudem wurde ich schon Zeuge, wie ein dickes Mädchen von einem sichtlich homosexuellen Paar beschimpft wurde. Auch Minderheiten diskriminieren andere, oder dürfen sie das einfach?

  • Tom sagt:

    Man darf der Integrität der Jugend auch vertrauen. Diskriminierung gehört in jedem Fall unterbunden. Nicht alles, was wir Erwachsenen aber als Diskriminierung wahrnehmen, ist von Jugendlichen auch diskriminierend gemeint.
    In unserer Jugend entsetzten sich die Erwachsenen ob des Ausdrucks „huere“. Aber wer von uns dachte bei dem Ausdruck „E huere schwäri Chischte“ schon an eine Prostituierte?

    • Laurence sagt:

      Sie verwechseln da was. Huere kommt in diesem Kontext von uhuere. wird es so ausgesprochen, meint man unwahrscheinlich / ungeheuer und stellt das vor ein Adjektiv zur Verstärkung. Uhuere ist dann politisch korrekt und muss den Kindern dann auch nicht abgewöhnt werden – zumindest in der Zentralschweiz nicht, wo die Etymologie bekannt ist.

  • Susi sagt:

    Das Problem ist komplexer, es liegt nicht in vermeintlich schwulenfeindlichen Aussagen, sondern vielmehr darin, dass das Wort „schwul“ als Synonym für „doof“ eingesetzt wird, oft sogar, ohne dessen Bedeutung zu kennen. Sagt ein Kind, in den Herbstferien nicht wegfahren sei schwul, dann denkt es dabei ganz sicher nicht an Homosexuelle. Man müsste also dort zur Erklärung ansetzen, um einem Kind klar zu machen, was denn seine Aussage überhaupt bedeutet. Hat man noch Schwule im Freundeskreis, die man dabei erwähnen kann, wirkt die Erklärung sicherlich nachhaltig.

    Etwas befremdlich finde ich Pickerts Beschreibung der Schwulen in seinem Bekanntenkreis; sie explizit als „kreativ“ zu bezeichnen, verfestigt ein weiteres Klischee, von dem man doch eigentlich genau versucht wegzukommen.

    • Martin Frey sagt:

      Sehr richtig, Susi. Mir fehlt auch etwas die intellektuelle Auseinandersetzung mit der Sinnfreiheit des eingesetzten Provokationsinstrumentes „schwul“. Dies kann man auch im Gespräch mit den Gleichaltrigen des Sohnes suchen.
      Und ja, auch positive Diskriminierung ist eine Diskriminierung. Erst wenn die sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielt, haben wir echte Toleranz im Zusammenleben erreicht. Gilt übrigens auch für die Genderdebatte, meiner Meinung nach.

      • Susi sagt:

        @Marin: „Und ja, auch positive Diskriminierung ist eine Diskriminierung“

        Ja, genau das meinte ich!

        Zum anderen: Stimme auch hier zu; ich denke nicht, dass man da eine Standpauke halten, sondern sich vielmehr einfach mal mit dem Begriff auseinandersetzen sollte.

      • tina sagt:

        susi, ich wette, die jungs wissen sehr genau was schwul heisst. ich las pickerts ansage nicht als standpauke. es war eine klare ansage, ein statement. ich finde er hat das gut gemacht, ich habe die selbe haltung

      • Susi sagt:

        @tina: ich beziehe mich nicht auf Pickert mit der „Standpauke“.

        und nein, viele Kinder benutzen den Ausdruck „schwul“ bereits im Kindergarten als Schimpfwort, ohne zu wissen, was er überhaupt bedeutet (auch hier beziehe ich mich nicht direkt auf Pickerts Sohn). Passiert so beispielsweise im Kindergarten unseres Quartiers…

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe auch dieselbe Haltung wie Hr. Pickert, ich finde jedoch, man soll, insbesondere in den eigenen vier Wänden, den eigenen Regeln und Gepflogenheiten Achtung verschaffen und zur eigenen Haltung stehen. Dies zieht auch den Umgang mit anderen Kindern mit ein. Denn wie kann man bei anderen Kindern schweigen, wenn man es bei den eigenen nicht durchgehen lassen würde? Ich halte das auch gegenüber den eigenen Kindern nicht für korrekt und, whs. noch schlimmer, für sehr inkohärent. Ein Vorbild verhält sich anders. Auch wenn es dem eigenen Sohn im Moment peinlich vorkommen mag.

      • tina sagt:

        er hat eben nicht geschwiegen, auch wenns dem sohn peinlich war.
        susi, natürlich hast du dich auf den eröffnungstext bezogen, aber egal

      • Susi sagt:

        äh, Tina, nein, ich weiss genau, worauf ich mich bezogen habe. In Pickerts Text steht nirgends, er habe eine Standpauke gehalten, und mir liegt es fern, irgendetwas dazu zu dichten.
        Ich beziehe mich beim der Rezitation des „schwul“-Satzes auf eine solche Aussage, nicht auf die Person, die sie gemacht hat, und schreibe darum explizit „Kinder“.
        War alles im allgemeinen Sinne gemeint.

      • tina sagt:

        ja sorry, natürlich weisst du besser worauf du dich beziehst. aber du hast in deinem texten tatsächlich wörtlich bezug genommen. es ist eben ein bisschen mühsam, etwas zu diskutieren, wenn die leute beinahe zitieren und hinterher sagen, das habe keinen bezug gehabt. irgendwo aus dem blauen raus kamen die aussagen ja auch nicht und da zielten sie auch nicht hin. aber ebe. egal

    • Papperlapapi sagt:

      Bei uns früher war es voll mongo, nicht in die Herbstferien zu fahren….

  • lukas sagt:

    schwul wird in diesem zusammenhang letztlich sinnentfremdet verwendet – jede generation benutzt solche wörter zum entsetzen der vorhergehenden. würde sagen: adaptieren statt reklamieren.

  • Hans Tolzin sagt:

    Nur eine weitere, unbedeutende, eine von Tausenden von Stimmen welche in den Kanon der Schwulentoleranz einstimmen um sich zu profilieren. Homosexualität ist etwas normales, ein Lauf der Dinge, ein Zustand den das Leben so bereit halten kann. Es ist keine Errungenschaft, kein Verdienst, es ist wie in Land X oder Y geboren zu sein, weisse oder dunkle Hautfarbe zu haben, dem Zufall überlassen. Trotzdem entspricht es dem Zeitgeist sich schützend auf sie zu werfen wie ein Soldat der sich auf eine Mine wirft um andere zu retten. Aber geht es um die Schwulen oder doch eher um den Schützer selbst?

  • Ulrich Gassner sagt:

    Yep, getragen vom heiligen Zorn der political correctness machen sich Menschen wie der Au.tor daran, den Goofen die pösen Wörter auszutreiben. Was früher oder später dazu führen wird, dass sich diese neue unanständige Ausdrücke suchen, um die Kompostis zu schockieren.

    • Susi sagt:

      @Gassner: Müsste man Ihrer Meinung nach denn Kinder das Wort „schwul“ kommentarlos als Schimpfwort benutzen lassen?

      • Carolina sagt:

        Das hat er ja nicht gesagt, Susi. Ich meine, er hat Recht, wenn er darauf hinweist, dass es noch keiner Eltern-/Lehrer-/Kindergärtner-Generation gelungen ist, den Jungen ihre Sprache auszutreiben – Sie sind doch noch nicht so alt, dass Sie sich nicht erinnern können, wie es bei uns war, oder? Diese Diskutiererei, dieses Ein-riesiges-Thema-daraus-machen ist doch exakt das, was für die Jugend ein Absetzen von den Alten bedeutet. Machen Sie es nicht in unserer Gegenwart, tun sie es halt unter sich und mehr oder weniger heimlich. Was ist daran so schlimm?

      • Carolina sagt:

        /2 Allerdings bleibt es jedem Elter (mich schaudert bei dem Wort, müsste eigentlich auch sofort drüber diskutiert werden) überlassen, Kommentare zum Jugendsprech zu machen und sie für sich selber abzulehnen. Das Recht haben Eltern natürlich, allerdings wäre meiner Meinung nach Gelassenheit die bessere Wahl.

      • Blanche Wu sagt:

        Es kommt halt darauf an was man mit dem Wort schwul meint. Viele die dieses Wort benutzen, haben gar nichts gegen Schwule, es ist halt einfach ein Schimpfwort aber eigentlich mittlerweile schon ohne Bedeutung. Eine leere Worthülse um mal Dampf abzulassen ohne direkten Bezug tatsächlich auf Schwule. Das ist doch wie mit dem Ausdruck „so behindert“ und man bezieht das ja nicht auf Behinderte und verhöhnt sie damit. Man kann das Wort sogar benutzen und Behinderte mögen und lieben. Oder das Wort Wichser…wurde früher sehr oft benutzt, obwohl das Wort eigentlich als Beleidigung absolut keinen Sinn

      • Susi sagt:

        Carolina, es geht bei Gassner um „political correctness“, über die er sich lustig macht, nicht um Fluchwörter/Jugendsprache generell. Und ja, ich erinnere mich daran, ich selbst und meine Freunde haben ganz sicher keine Ausdrücke wie „schwul“ als Schimpfwort benutzt.

        Wenn man sowas unkommentiert gewähren lässt, kann man auch gleich sämtliche poststrukturalistischen Ansätze durch den Fleischwolf lassen.

      • Susi sagt:

        Und P.S.: Ich gehöre auch heute noch zu den leidenschaftlichen Fluchern, aber sage dann Dinge wie „verfiggter Dreckskopierer“, d.h. bin immer bemüht, politisch korrekt zu sein.

      • Susi sagt:

        @Blanche Wu: Aber darin liegt ja genau das Problem.

        „Schwul“ als quasi bedeutungsloses Schimpfwort einzusetzen ist doch nicht vergleichbar mit dem Wort „Wichser“: „Wichsen“ ist eine Bezeichnung für eine Tätigkeit, die fast alle von uns hin und wieder ausführen, während „schwul“ eben nur eine Randgruppe betrifft.

      • Leonidas sagt:

        @susi: ja, das sollte man. fragen sie doch mal ein kind, das völlig gedankenlos dieses pöse wort benutzt, was es denn heisst und bedeutet. sie werden vermutlich überrascht sein, was sie hören. aber eben: man verurteilt, korrigiert und tadelt kinder, weil man ihnen dieses erwachsenendenken zuschreibt. sagt mehr über uns erwachsene (mit genderdenken) als über unsere jungen und die welt. die war übrigens noch nie politisch korrekt und wird es auch nie sein, elter hin oder her!

      • Susi sagt:

        @Leonidas: „man verurteilt, korrigiert und tadelt kinder, weil man ihnen dieses erwachsenendenken zuschreibt“

        Offensichtlich haben Sie leider nichts von dem, was ich schreibe, verstanden.

      • Ulrich Gassner sagt:

        @Susi: Wir haben uns als Goofen (Franz!!) z.B. ‚Mongo‘ geschimpft, natürlich ohne zu wissen, was denn das genau ist. Wenn Erwachsene darob entrüstet waren, fanden wir das lustig. Der Punkt ist: bei den allermeisten Goofen (Franz!!) wächst sich das aus, sobald sie die Pubertät überstanden haben und zu denken anfangen. Dann gehen sie dazu über, so niedliche und völlig unproblematische Ausdrücke wie ‚verfiggter Dreckskopierer!‘ zu benützen.

        @ Leonidas: viel Spass dabei, 100’000x Franzls Satz zu schreiben!

      • Franz Vontobel sagt:

        Gofen, Ueli, Gofen – ein „o“. (Quelle: Schweizerisches Idiotikon)

      • Susi sagt:

        @Gassner: „Verfiggter Dreckskopierer“ zu sagen, kommt auch nicht bei allen sehr gut an, auch ohne, dass man dem Gerät einen Fusstritt versetzt.

        Trotzdem: Ich verweise auf Hattori Hanzos Kommentar weiter unten. (9:15h)

    • Franz Vontobel sagt:

      Ich bin sehr dafür endlich die Verwendung des unsäglich doofen „Wortes“ pöse unter Strafe zu stellen (z.B. 100’000 mal den Satz „Ich darf mit meinen begrenzten literarischen Fähigkeiten kein Schindluder mit der deutschen Sprache treiben.“). Das war schon 1990 nicht wirklich lustig, nach 2010 ist’s nur noch lahm und der Benutzer versorgt sich damit gleich selber in der „Nicht-Ernst-zu-nehmen“-Schublade.

      Und, um das auch mal klar zu stellen: die Gofen haben nichts mit Goofy zu tun.

      • Susi sagt:

        100’000 Mal?
        😀

      • Franz Vontobel sagt:

        Mindestens!

      • Ulrich Gassner sagt:

        99’997….99’998….99’999…. fertig!! Darf ich jetzt wieder mitschreiben, Franzl?

        PS: Goofen haben tatsächlich nichts mit Goofy zu tun; genau so wenig wie Schweizerdeutsch mit amerikanischem Englisch, Sie Oberschlaumeier!

      • Susi sagt:

        Gassner, Sie haben mit copy/paste gearbeitet, geben Sie’s zu. So wirkt das aber nicht nachhaltig, im Fall.

      • Stranger sagt:

        Eine Frage: Was ist, wenn man sich literarische Qualitäten durchaus zuschreibt?

      • Franz Vontobel sagt:

        Dann benutzt man keine dumm-doofe Vokabeln wie „pöse“…

      • Widerspenstige sagt:

        ….und wer das pöse Wort Gofen statt Kinder verwendet, versorgt sich mE auch gleich selber in eine bestimmte Schublade…. (ja, das muss auch gesagt werden, gopf!).

      • tina sagt:

        dieses pöse stammt aus einem monty python film. jene szene ist voller dermassen unter-der-gürtellinie-anspielungen, dass es schon wieder lustig ist

      • Franz Vontobel sagt:

        Unfug, „Gof“ ist etwa so böse wie „Chnopf“ und halt einfach Dialekt.

        Was stammt aus einem Monty Python Film? „Pöse“? Hä?!

      • Widerspenstige sagt:

        Nein, als ‚Gofen‘ bezeichnet man dort, woher ich stamme, als ungezogene Bengel und ist nur abwertend gemeint. Chnopf hingegen ist für mich ein Kosewort und positiv liebevoll gemeint, Franz! Gofen stammt noch aus dem Wortschatz aus Gotthelf’s Heimatfilmen, wenn man es ganz genau nehmen will. Diesen Zeiten sind wir doch langsam aber sicher entwachsen oder irre ich mich gänzlich? Also ich verwende dieses Wort nur, wenn es sich tatsächlich um rotzfreche Saugofen handelt, die Null Respekt je in ihrem Leben von Erwachsenen erfahren haben u sich entsprechend rotzfrech verhalten…

      • Ulrich Gassner sagt:

        @ Widerspenstige: Und diejenige die meint, mit der Verwendung des Worts ‚Goofen‘ versorge man sich in eine Schublade, die versorgt sich gleich selbst in eine andere Schublade. Nämli.

        PS: Sie müssen jetzt übrigens auch 100’000x den Satz schreiben, sonst kriegen Sie’s mit dem Vontobel zu tun.

        @Tina: falls Sie Monty Python-Filme in deutscher Übersetzung schauen, gehen Sie bitte in eine Ecke und schämen Sie sich.

      • Franz Vontobel sagt:

        Da würde ich mich sogar dem Ueli anschliessen, bei der Meinung zu den synchronisierten Pythons (womit natürlich nichts gegen die originaldeutschen „Fliegender Zirkus“ Folgen gesagt sei!).

      • Stranger sagt:

        Die Übersetzung von Life of Brian ist durchaus gelungen.

      • tina sagt:

        ullrich gassner, genau, nicht-gut-englisch-sprechende gehören in die schämmdi-ecke, zusammen mit den schwulenhassern. eine verneigung vor der bildungselite, die sich dann von leuten wie mir ihr mobiltelefon konfigurieren lassen müssen, weil sie nichtmal das können, obwohl es sie viel mehr betrifft im alltag

      • Franz Vontobel sagt:

        Hahaha, guter Witz, Stranger, hahah…

      • Franz Vontobel sagt:

        Nö, Zu-faul-zum-Undertititel-Lesende gehören in die Schäm-Ecke, v.a. auch weil sie daran schuld sind, dass auch in CH Originalversionen in den Kinos immer spärlicher zu finden sind.

      • Sportpapi sagt:

        Leute, die auf Originalversionen stehen, sorgen dafür, dass für Synchronisationen kein Markt besteht und Leute in die Röhre gucken (oder gerade eben nicht), die kein Englisch verstehen…

      • Franz Vontobel sagt:

        Ja genau, weil Synchros ja eine aussterbende Spezies sind…

        Aber mir ist das unterdessen eh egal: Leinwand und HD-Beamer = keine Synchros, keine Popcornfresser, keine Dauerquassler, keine Handydeppen…

      • Sportpapi sagt:

        Ist doch toll, nicht einmal mehr aus dem Haus gehen. Selbst sich mir anderen Leuten auseinandersetzen geht virtuell ja viel besser…
        Ich habe mir vor kurzem erklären lassen, wie schwierig es ist, Kinderfilme auf Schweizerdeutsch zu synchronisieren, weil der Markt einfach zu klein ist. Trotzdem ist das z.B. ganz schön, wird es hin und wieder gemacht.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ich rede aber nicht von Kinderfilmen… und, ja, wenn ich ins Kino gehe, dann will ich mir einen Film ansehen und nicht mich „mit anderen Leuten auseinandersetzen“ – das mag ihnen seltsam erscheinen, aber da bin ich etwas eigen.

      • Widerspenstige sagt:

        Da gehe ich mit Franz‘ Eigenheit einig (u hoffe somit, die 100’000 Sätze mit ‚pöse‘ umgehen zu können….) u möchte im Kino mich ganz dem Film widmen – ohne Synchronisation u mit Untertiteln! Ich verstehe nicht, wieso man einen Film so verhunzen muss u mit einer mehr schlecht als rechten Synchronisation. Gut gibt es jetzt Kinofilme on Demand, wo man sich seinen Lieblingsfilm zusammen mit Freunden ansehen kann. Eine fabelhafte Idee!

      • Stranger sagt:

        Mein English ist pretty ok I guess aber die altehrwürdige Tradition des Synchronisierens soll nicht sterben, finde ich. Meist wird das durchaus gut gemacht.

      • Sportpapi sagt:

        Nun ja, offenbar entscheidet der Markt in der Schweiz, dass man lieber synchronisierte Filme hat. Aber heute hat ja jeder sein Heimkino, da ist das ja nicht so schlimm.

      • tina sagt:

        kam life of brian überhaupt jemals im kino bei uns?
        ich finds jetzt nicht unbedingt erstrebenswert vor lauter verachtung vor der menschheit allein im keller filme in o-ton zu schauen, aber weiterhin viel spass beim leben ihrer wahl herr vontobel

      • tina sagt:

        mir wurde erst weit nach 20 bewusst, was für eine schräge angelegenheit synchronisation ist, und dass die kinder in weiten teilen europas den vorteil haben, dass sie aufgrund fehlender synchronisation besser englisch lernten als ich.
        da ich aber eben mit synchronisierten filmen aufwuchs, empfinde ich die trennung von ton und bild gar nicht als solche. schräge angelegenheit, keine frage.
        aber eiiiigentlich hat der franz nur übertünchen müssen, dass er eine bildungslücke (HAAHAA) hat. kanns noch peinlicher werden? verpassen sie nicht die nächste folge von franz im mamablog

      • tina sagt:

        wo im vontobelschen weltbild ist wohl eigentlich ein homosexueller positioniert, der synchronisierte filme schaut? neutrale zone, wie der schwulenhasser, der o-ton filme schaut? wenn er deklariert englischen humor zu verstehen? fragen über fragen. aber wir werden ja sehen. das puzzelt sich schon noch zusammen. ich freue mich auf weitere unfreiwillig gewährte einblicke. das spiel gefällt mir zunehmend

      • Franz Vontobel sagt:

        Uiuiui, Tinchen… sie sind ja richtiggehend besessen vom bösen, bösen menschenverachtenden Vontobel, sie kleine Stalkerin, sie! 😀

      • daniela p. sagt:

        achtung, selbstüberschätzung hat sie hinterrücks übermannt herr vontobel. ah das ist ja defaulteinstellung bei ihnen….

      • Franz Vontobel sagt:

        Was ist denn das? Noch eine? Oder wohl doch eher die Sparte „Tina heisst jetzt Daniela“… slow day at the office, tinaniela? 😀

      • tina sagt:

        das war nur ein anderer teil meiner gespaltenen virtuellen persönlichkeit, aber ebe, es ist ja wurscht wie ich mich hier nenne, man merkt wer ich bin, sogar du.
        herr vontobel, die beschränktheit ihrer beleidigungsbemühungen ist ein bisschen enttäuschend. sie wiederholen sich ja schon. echt, repertoir ausgeschöpft? da hätte selbst ich ihnen mehr zugetraut.
        heute ist nicht büro, heute ist besser als büro. und sie so? hocken im keller und tätscheln den beamer?

      • Franz Vontobel sagt:

        Beleidigungsbemühungen? Ich nenne einen Esel ja nicht Esel, um ihn zu beleidigen, sondern weil er eben einer ist… 😀

        Btw: sich mit verschiedenen Nicks in ein und demselben Blog rumzutreiben hat einen ziemlich trolligen Beigeschmack…

    • Pedro sagt:

      @Blanche Wu: -schätze, Sie hätten es nicht so gerne, wenn die Jugendlichen „Blanche Wu“ als Schimpfwort benutzen, aber ja eigentlich nicht sie persönlich meinen…..

    • Leonidas sagt:

      @susi: vielleicht liegt es daran, dass Sie vor lauter angst, in die falle der political incorrectness zu tappen, sich nur mehr schwer verständlich ausdrücken? dass Sie nie „schwul“ gebraucht haben, die errungenschaften der poststrukturalistischen welt (!) loben und „verfiggter dreckskopierer“ sagen anstatt „schwule maschine“ (zugegeben ziemlich doof!), macht Sie natürlich zur mutter theresa der verbalen kommunikation. gratuliere.
      @franzl: ich höre auf, pöse zu sagen, wenn das politisch korrekt wird. 😉 aber das papier für die 100’000 sätze zu verschwenden, tu ich der umwelt nicht an. sorry!

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Widerspenstige

        Gof isch Bärndütsch; also nichts mit Schublade oder so.

      • Susi sagt:

        @Leonidas: „Mutter Theresa der Kommunikation“? Oh, danke, selten sowas Süsses gehört!

        Und natürlich sage ich „schwul“, manchmal sogar N3ger, aber halt im richtigen Zusammenhang. Heisst: Wenn jemand homosexuell ist, sage ich „schwul“, denn das Wort „homosexuell“ finde ich irgendwie schwul. (Verliere ich jetzt den Mutter-Theresa-Titel grad wieder?)

  • Stefan Moser sagt:

    Wir leben in einer Nachbarschaft, wo Kinder zwischen 14 und 3 Jahren zusammen spielen. Das hatte zur Folge, dass 4-Jährige bereits „figg di du blöds Arschloch“ sagen – Papi, was heisst eigentlich „figg di“? Traurig. Was hat das zur Folge? Wir intervenieren, wenn wirs hören. Auch draussen, auch mit den Nachbarjungs, wenn sie vor den Erwachsenen ihr krass-geil-voll-schwul-Vokabular auspacken. So lernen sie wenigstens den Unterschied, wo man wie reden sollte. Die Zurechtweisung halte ich darum für immens wichtig – auch wenn wir logischerweise nicht alles verhindern können und wollen.

    • tina sagt:

      genau. sie wollen wissen wo die grenzen sind, und sie wollen wissen, welche erwachsene zu dem stehen, was sie so erzählen

    • Stranger sagt:

      „figg di“ ist etwas sehr Fieses und Beleidigendes. Es bedeutet einfach „hau ab“.

      Fixed that for you.

  • fabian sagt:

    „Wer verteidigt eigentlich zärtliche, gütige, mitfühlende, sanfte Jungen? “
    Ich glaube, unsere Erziehungssystem (Schule, Kindergarten) fördert sogar die weiblichen Knaben. Knaben mit männlichen Attributen hingegen werden durch das Verschreiben von Medikamenten (Ritalin und co) ruhiggestellt. Wennschon müssten wir uns ums Wohl und die Entwicklung der weniger angepassten Jungen sorgen. Natürlich sind die angepassten Menschen der Wirtschaft und dem Staat lieber, weil sie ohne zu murren arbeiten und konsumieren werden, aber das kann ja wohl nicht das ZIel einer Gesellschaft sein…

    • Lorena sagt:

      So sehe ich das auch. Bei meinem Sohn werden die Buben im Turnen, die im Voelkerball einen etwas harten Schuss haben, auf die Bank gesetzt. Handarbeit besteht aus Stricken und Haekeln. Eintraege sind ausschliesslich fuer die Buben vorbehalten.

    • Stranger sagt:

      Das Seltsame ist, dass bei diesem Thema das adjektiv „schw oo l“ auf der Nogo-Liste steht…

      • Franz Vontobel sagt:

        Nichts neues… bei Themen, die Religion betreffen, wird ja auch „G0tt“ abgefangen…

      • Susi sagt:

        Also, bei mir kommt „schwul“ durch. Es muss an etwas anderem liegen, Stranger. Ich gehe davon aus, dass du halt unter Generalverdacht stehst.
        🙂

      • Stranger sagt:

        Kann sein. Dabei bin ich doch so ein Liebes *treuherzig guck*…

      • Stranger sagt:

        Sooo ungerecht, Susi! Ich melde das nach Den Hach jawoll.

      • Stranger sagt:

        Ich bin eine Einmannzelle der Illuminaten, Ihr habt mich entlarvt.

        Oder waren es die Templer? Na egal.

      • plop sagt:

        es ist die falsche Bezeichnung. Ein Unwort. Verwenden Sie doch bitte den korrekten Ausdruck dafür. Sonst werden Sie, wie ich letztens, als ich beim Znacht über ein Buch sprach zu diesem Thema, von der Grosselterngeneration schräg angeguckt, da ich nicht das „korrekte“ verwendete…

      • Stranger sagt:

        „Schwul“ ist korrekt. Zumindest wenn „Stundenkilometer“ korrekt ist, wo man „Kilometer pro Stunde“ schreiben muss oder „Kalorien“ wo eigentlich „Kilokalorien“ stehen muss. Nicht perfekt, aber genug richtig. Und anstössig ist es nicht mehr.

    • Michael sagt:

      In der 20 Minuten und Welt.de waren Berichte, wonach gemobbte SchülerInnen im späteren Leben viel mehr psychische Probleme, Depression etc. hatten, während die „Bullies“ erfolgreich im Berufsleben standen (wohl eben weil sie sich fies „durchboxten“). Es stimmt also gar nicht, dass solche aggressiven Täter geschützt, sondern wohl noch eher bekämpft werden müssen oder zumindest mal das gleiche wie ihre Opfer erleben sollen, damit sie zur Vernunft kommen.

  • Esther Müller sagt:

    Zuerst war ich auch geschockt als mein kleines blondes Engelchen mit solchen „gruusigen“ Ausdrücken aus dem Kiga kam. Dann habe ich mir überlegt was ich (als Elter) dagegen unternehmen kann/muss. Zuerst haben wir zusammen geschaut was denn all diese Ausdrücke wirklich bedeuten, danach haben wir festgelegt welche akzeptabel und welche nicht akzeptabel sind. So hat mein Kind mittlerweile gelernt sich sprachlich anzupassen wenn es es möchte oder es notwendig ist.
    Das finde ich als Elter ist ein Erfolg, denn so hat es in Zukunft die Möglichkeit angemessen auf sein Gegenüber zu reagieren.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Liebes Elter, ich finde gerade nicht dass man es für notwendig erachten sollte, sich bezüglich unteren Schubladen sprachlich anpassen zu können, gerade der Nachahmereffekt der Anpassenden in ihrer Summe trägt seinen Teil zum Problem bei, ein engagiertes Mami und kein Elter… .

      • Hitz sagt:

        Frau Müller, Sie sind im Fall eine Mutter, auch wenn die Welt sicher eine viel bessere wird, wenn Sie sich als „Elter“ fühlen…

      • Franz Vontobel sagt:

        Nun ja, als leibliches „Mami“ mit sind sie nicht nur automatisch auch ein „Elter“ sondern sogar eine „Genetrix“. Aber das nur nebenbei. 😉

        Kinder können normalerweise sehr gekonnt zwischen den in verschiedenen Situationen und Konstellationen gefragten und erlaubten Jargons hin- und her wechseln: unter Freunden gilt eine andere Wortwahl als Zuhause.
        Ausserdem ist die Verwendung von Jargon auch Abgrenzung (und das nicht nur bei Jugendlichen…), und sich aus Sprach-Schubladen zu bedienen, die dem Genitor und der Genetrix die Haare zu Berge stehen lassen, gehört da dazu.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Ich bin auch ein ES. Solche ES wie wir finden solche sinnlosen Wortschöpfungen wie Elter total gut. Wir finden Menschen sollten Schnecken sein. Menschsein ist an sich schon anrüchig. Da Menschen mit ganz grosser Mehrheit männlich oder weiblich sind. Und das finden wir ES schlecht. Wir sollten uns ein Vorbild an den Schnecken nehmen. Schnecken haben noch nie Kriege geführt und sind eine friedliche Spezies weil sie ES sind.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hattori Hanzo
        also friedlich sind sie nur wenn sie den Salat in Ruhe lassen… 😉

      • Susi sagt:

        @HH: „Schnecken haben noch nie Kriege geführt und sind eine friedliche Spezies weil sie ES sind.“

        Würde ich aus Schlabber und Schleim bestehen und drei Hirnzellen besitzen, käme ich auch nicht auf die Idee, einen Krieg zu führen.

      • Stranger sagt:

        Susi, Du beleidigst die Fauna, Du Tierquälerin Du. Schnecken haben mehr als 3 Hirnzellen, mindestens 4. Wichtiger finde ich aber den Hinweis, dass es „den Elter“ nicht gibt. „Eltern“ existiert nur im Plural. Jawoll.

      • Stranger sagt:

        Naja, wie ich grad sehe, gibt es Elter. Es ist offiziell deklariert als „künstliche Einzahl“, wird aber gebraucht. Muss schnell kotzen gehen, sorry.

      • Susi sagt:

        Stranger, ich hab jetzt eine ganz seriöse Schnecken-Nachforschung betrieben und herausgefunden, dass Schnecken gar kein Hirn haben! Stattdessen haben sie im Kopf einen P3nis, schau:

        http://www.spektrum.de/lexika/images/biok/f2f485_w.jpg

        Ab sofort wird die Weinbergschnecke zu einer meiner Lieblingsmetaphern: Es gibt ein Wesen, das heisst „Schnecke“ (höhöhö), ist aber länger als breit und darum eigentlich ein Phallussymbol, und im Kopf hat es kein Gehirn, sondern einen Penis. Wofür könnte das stehen?

      • Susi sagt:

        Streng genommen hat es zwar nicht mal einen Kopf…

      • Stranger sagt:

        Das erinnert mich an den Beziehungswitz:

        „Du bist so ein Kindskopf, ich glaube, ich lasse mich scheiden!“

        „Höhöhö, sie hat „scheiden“ gesagt…“

      • Susi sagt:

        hihi, der Witz ist aber lustig, musste jetzt grad zweimsl drüber lachen! „er hat ‚SCHEIDEN‘ gesagt!“ pffff!

    • Hubert K. sagt:

      Bitte Frau Müller, Mami Müller, lassen Sie das sein. Das mit dem „Elter“. Nur weil mal jemand gesagt hat, dass dies „politisch korrkter“ sei, heisst dies nicht, dass dies unbedingt zu übernehmen ist. Des Authors Sohn verzichtet ja scheinbar auch auf gewisse Ausdrücke, obschon diese bei seinesgleichen aktuell „korrekt“ sind. Danke.

      • Franz Vontobel sagt:

        Der Ausdruck „Elter“ hat grundsätzlich mal gar nichts mit political corectness zu tun, sondern kommt aus dem Fachjargon der Biologie (genauer, aus der Genetik).

    • Leonidas sagt:

      kinder kriegen nur stress mit wörtern, weil ihnen erwachsene sagen, welche gut (=politisch korrekt, genderneutral, nicht diskriminierend,…) und welche schlecht (=männlich/weiblich, wertend, qualifizierend, nicht genderneutral etc) sein sollen. anstatt die kinder einfach kinder sein zu lassen, pfropfen ihnen mamis und papis, die sich als „elter“ bezeichnen, solchen bs ein! die frage stellt sich, ob man die kinder nicht einfach selber rausfinden lassen soll, dass homosexuelle ganz nett und toll, aber auch doof und arrogant sein können. wie jeder andere mensch auch. ausser elter, die ist nix.

  • Hattori Hanzo sagt:

    Absolut richtig. Make your stand.
    Wir erwachsenen müssen nicht vor den Jungen aus Ängstlichkeit kuschen. Wie sollten sie je vor uns Respekt haben oder lernen was Respekt ist. Ich muss nicht fremde Kinder auf dem Pausenplatz ansprechen, aber wenn sie bei mir zu Hause sind und in meiner Gegenwart reden, wie sichs nicht gehört, dann soll ich ihnen was sagen.
    Allerdings stelle ich in meinem Umfeld fest, dass auch die Kinder viel toleranter sind, als das zu unserer Zeit war. Diese Macho-Mädchen-sind-igitt-Haltung von damals, sehe ich heute nicht mehr. Zum Glück.

    • Eljyah sagt:

      Wirklich? Wow, das ist echt cool! Ich (Jahrgang `84) habe als Neunjährige in mein Tagebuch geschrieben, dass ich nicht mehr zur Schule gehen will, weil die Jungs uns Mädchen ständig Schlam*e und Nu**e sagen. Zusätzlich hatte ich etwa zwei Jahre lang ständig blaue Oberarme, weil es diese kleinen Schei**er es unglaublich witzig fanden, den Mädchen in der Klasse fortwährend „Tomätli“ zu verpassen. (Ziemlich heftiger Schlag mit der geballten Faust auf den Oberarm.) Die Macho-Mentalität von diesen kleinen Jungs war unerträglich – und falls jemand glaubt es wurde in der Oberstufe besser… Nun ja.

      • Hattori Hanzo sagt:

        Heute – das ist etwas mehr als 20 Jahre später. Erfahrungen von meinen Kindern und denen eines Freundes. Ok unser beider Kinder gehen aufm Land in die Schule, wo der Neo-macho-kulturelle-Hintergrund sehr gering ist.

      • tina sagt:

        HH meine kinder gehen in einem viertel von einer stadt zur schule, über das man das schlechteste denkt – wenn man nicht hier wohnt. es sind normale kinder mit normalen eltern. eltern die sich kümmern, kinder die anständig sind.
        ich hingegen wuchs auf dem land auf. nix idylle. ich finde das eine sehr schräge haltung hier

      • Stranger sagt:

        Ich glaube auch, dass das Klima in einer Schule nicht so enorm geprägt ist vom Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund. Hier gibt es sicher Untersuchungen, und von denen würde ich gern hören.

      • tina sagt:

        stranger, ich meine dass es gar nichts mit migrationshintergrund zutun hat

      • Hattori Hanzo sagt:

        Hallo? Ich sagte nicht es wäre anderswo anders. Nur dass evt unsere Erfahrung nicht auf ganz ch anzuwenden ist. Negativ Geplärr kenn ich auch nur vom Hörensagen. Oft gerade hier im Blog und dann frag ich mich: leben wir einfach in so einem Idyll oder liegt es in subjektiver negativ-Wahrnehmung

      • Stranger sagt:

        Meine ich auch, tina, nur wurde das sicher auch schon untersucht, und solche Untersuchungen würde ich gerne lesen, zumindest in der tl;fr-Version von 140 Zeichen 🙂

      • Stranger sagt:

        tl;dr heisst das. „Too long, didn’t read“. Eine Superkurzzusammenfassung.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „…Das hat etwas von übergriffiger Besserwisserei und trägt in einer Zeit, in der Eltern grundsätzlich unter Rechtfertigungszwang zu stehen scheinen, nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Eltern haben schon genug Erziehungsstress. “

    sofern sie sich diesen „Erziehungsstress“ überhaupt antun…,
    denn das so oft bis zum abwinken zitierte Dorf, welches es brauche, bedingt nun mal auch:
    „Das lässt sich aber nicht dadurch ändern, dass ich das nicht mache,
    sondern nur dadurch, dass andere das auch machen.»“

  • Flo sagt:

    Anfügen möchte ich auch noch das ich es sehr wichtig finde welcher Gesprächsjargon zu Hause stattfindet.
    Auch stelle ich fest das schon die Kleinen, also Kindergärtner keinerlei Respekt vor älteren oder gar behinderten Menschen zeigen – offenbar etwas was auch zu Hause vernachlässigt wird.
    Wenn einem kleine Mädchen im vorbei gehen anstossen oder mit Hey Alter ansprechen finde ich das einfach nur sehr traurig.

  • Ria Eugster sagt:

    Danke für die Selbstreflexion und den Mut des Autors. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag.

  • Flo sagt:

    ich wohne direkt neben einem Kindergarten – Kinder meines Wissens zwischen 4 – 6 Jahren. Mancmal kann/muss ich staunen über welchen Wortschatz sie verfügen. Da fallen unzählige Male Wörter, für die mir meine Mutter seinerzeit den Mund mit Seife ausgewaschen hätte. Leider kann ich auch kein eingreifen der KindergärtnerInnen diesbezüglich feststellen.
    Meine Kinder habe ich jeweils, beim Gebracuh solcher Worte, darauf hingewiesen und versucht ihnen das unanständige Verhalten durch einen solchen Wortschatz einzuprägen – meiner Ansicht nach mit Erfolg.

  • Albert Baer sagt:

    Der Autor wendete dieselbe „männliche“ Strategie an („Also sag ich, wie es ist und warum. Hört mal Jungs, soundso. Nicht mit mir, nicht in meinem Auto, nicht in meiner Gegenwart. Am besten gar nicht. Aus Gründen. Das Gespräch erstirbt für volle 8 Minuten.“) die er zuvor bei den Macho-Jungs noch beklagte/beobachtete („und müssen sich mit diesen doch ziemlich dümmlichen Füllwörtern gefühlt nach jedem Halbsatz versichern, wie sehr sie Herr der Lage sind.“).

    Statt hier also den (klassisch männlichen) Tarif durchzugeben hätte er besser das Gespräch mit den Jungs gesucht.

    • Albert Baer sagt:

      Die männliche Strategie heisst: „Herr der Lage werden“, „Zeigen wo Gott hockt“, „In den Senkel stellen“, „Wart nur bis der Papa heimkommt!“, „Tarif durchgeben“…

    • Milamar sagt:

      Das ist ja Quatsch. Das ist bloss eine klare Ansage.
      Ich hab das bei den Kindern meines Partners genauso gemacht
      (Schwule Hose? Was ist an der Hose homosexuell bitte? und warum sollte schwul etwas schlimmes sein? Ihr kennt doch auch XXX, den findet ihr doch nett und der ist nun mal schwul, was bitte soll jetzt daran ein Schimpfwort sein? „ja aber das sagen alle so….“ Das ist mir egal was „alle“ sagen, ICH will das nicht hören, nicht in meiner Gegenwart! Punkt. Ausrufezeichen!)

      Ausserdem impliziert „soundso“ eigentlich schon dass er erklärt hat warum.

      • Albert Baer sagt:

        Nett wie Sie gleich den Tarif durchgeben (Quatsch). 😉

        Nun, bei einer lediglich klaren Aussage (Ansage? Was wird da wohl „angesagt“) wird wohl kaum nachher 8 Minuten Stille herrschen. Vielmehr verstecken sich in solchen Aussagen/Ansagen Drohungen, womit die Buben exakt das lernen was sie selber schon fleissig üben: Der grösste männliche Macker gewinnt.

        Man hätte die Buben ernst nehmen sollen. Vielleicht hätte der Autor gleich bei einer realen „schwulen Sau“ vorbeischauen können, damit die Jungs mal so eine „Sau“ in echt sehen können.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Eigentlich müsste neben dem Bild von Nils stehen:“Er hat eine monatliche Kolumne, in der er in Bezug zur weiblichen Emanzipation die VERWEIBLICHUNG und Ent-Emanzipierung des Mannes propagiert“.Ich finde man muss bei all diesem Genderunsinn (Verteufelung allen Männlichen) in den Medien den Jungs eher wieder mal sagen:“Es ist okay,dass ihr Jungs und keine Mädchen seid! Ihr müsst nicht Mädchen werden, um gute Menschen zu sein!“ (Kunststück läuft sein Sohn in Frauenkleidern rum!). Übrigens „dissen“ heute die Mädchen genauso wie die Jungs.Faires Durchsetzungsvermögen ist heute für beide wichtig.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Ich bin auch für Minderheitenschutz und erlaube es meinen Kindern nicht abfällig über Minoritäten zu sprechen. Ich verkläre diese Minderheiten aber auch nicht und mache sie zu etwas Speziellem, mache keinen Hype um sie. Sie sind einfach Menschen, nicht besser, nicht schlechter. Übrigens sprechen auch einige Homosexuellen ständig abfällig über die Heteros, es ist also nicht einfach eine Einbahnstrasse.

    • mila sagt:

      Der Autor hat im Gegemsatz zu Ihnen nirgends von Verweiblichung gesprochen und akzeptiert seinen Sohn als das, was dieser gemäss seiner eigenen Natur und seinem persönlichen Ausdruck ist: ein feiner Kerl. Statt ihn auf Biegen und Brechen zum lauten Kerl zu trimmen, nur damit er als ‚echter‘ Kerl rüberkommt. Sanftheit und Einfühlsamkeit sind keine Eigenschaften, auf die Frauen alles Recht gepachtet haben. Auch wenn vereinzelte Frauen das vielleicht noch so gerne glauben würden. Ich stimme ihm deshalb zu: ein Hoch auf diese Jungs. Und auf alle anderen.

      • mila sagt:

        …denn schliesslich nehmen wir Frauen uns heute auch die Freiheit, keiner Stereotype mehr entsprevhen zu müssen. Wieso also sollten sich die Männer irgendwelchen vorgefassten Vorstellungen beugen müssen, egal welcher Art? Persönlich kenne ich keinen einzigen Jungen, dem ‚typisch‘ männliche Eigenarten abtrainiert werden von den Eltern, wenn schon wünschen sie sich mehr Verständnis und Entgegenkommen von Kiga, Schule etc. Aber das ist ein anderes, nämlich institutionelles Problem. Institutionen erwarten ‚brave‘ Zöglinge und sodann Bürger, doch das war in den ‚alten‘ Zeiten nicht anders –

      • mila sagt:

        ganz im Gegenteil, denkt man zumal an das Losungswort ‚Zucht und Ordnung‘. Das nennt sich auch Sozialdisziplinierung, oder in dem Fall auch Kasernendrill. Und dorthin will vermutlich niemand mehr zurück. Ich fand es ja immer im Grunde ironisch, dass die starke ,männliche‘ Natur gefeiert wurde – um sie nachfolgend in dumpf gehorsames Soldatenmaterial zu zwingen, als Kriegsfutter für fremde Interessen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @mila: „…denn schliesslich nehmen wir Frauen uns heute auch die Freiheit, keiner Stereotype mehr entsprechen zu müssen.“ Sehen Sie, genau diese Freiheit haben heute Jungs nicht mehr. Sie müssen nämlich dem feministischen Idealbild eines Mannes entsprechen und sonst gibt es Sanktionen. Dass auch viele Frauen mit solch verweiblichten Männer nicht mehr glücklich sind, zeigt z.B. auch das Buch: „Stirb Susi“. Diese Jungs kommen auch oft nicht mehr zurecht im Leben,weil ihnen wichtige Kompetenzen fehlen und sie von den Frauen nicht mehr als Männer wahrgenommen werden,sondern als beste Freundin.

      • Susi sagt:

        @Hintermeier: Und Sie meinen ernsthaft, dass Frauen umgekehrt diese Freiheit haben?

        Genau, vermännlichte Frauen kommen super an beim Durchschnittsmann… Ab sofort pfeifen wir doch auf Schminke, Nagellack und Rasierklingen. Tragen Boxershorts, Männerparfums und halten uns die Haare möglichst kurz. Sprechen mit tiefer Stimme. Wir werden uns dann vor Verehrern kaum noch retten können. Pfff.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Susi:Ja,und übrigens hat Mila dies in die Runde geworfen!Über Frauen wird heute praktisch nicht mehr kritisch geschrieben, da dies nicht politisch korrekt wäre (ausser,dass alle Frauen Karriere machen müssen). Den Männer sagt man ständig wie sie zu sein haben.Mein Punkt war,was von den Medien/Zeitgeist gefördert wird,nicht was den Männern gefällt.Susi, warum wollen sie denn keine attraktive Frau mehr sein?Warum wollen Sie wie ein Mann sein?Warum wäre dies für sie ein Fortschritt? Besteht die Anziehung der Geschlechter nicht aus Polarität?Wenn beide gleich sind,wo bleibt die Anziehung?

      • mila sagt:

        Also, in meinem ’normalen‘ Alltag haben Nagellack und Make-up keinen Platz, auch wenn ich absonsten auf ein gepflegtes Äusseres achte. An Verehrern hat es mir deswegen noch nie gemangelt, denn unter weblicher Attraktivität verstehen glücklicherweise auch sehr viele Männer nicht eine bestimmte ‚Hülle‘. 😉

      • Widerspenstige sagt:

        Also das kann ich nicht so stehen lassen, was Hans H. wieder mal wiederkaut hier wie ein Besessener seiner ganz eigen(rück)ständigen FemMission: meine beiden Söhne entsprechen genau dem erwähnten wohlerzogenen ‚feinen Kerl‘ den mila beschreibt u – oh, welch‘ Wunder! – sind beim weiblichen Umfeld ziemlich begehrt. Also an ihrem wenig rüpelhaften statt dessen smarten Auftreten, um möglichst selbstbewusst zu wirken, liegt viel Potential auch oder gerade im heutigen Ellenböglizeitgeist….

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, WS, der Blick einer Mutter auf ihre Söhne ist wohl der objektivste nicht… ich denke, Mutter Bates hat von ihrem Norman in ähnlich hohen Tönen geschwärmt…

      • Sportpapi sagt:

        Die Frage ist tatsächlich, ob die Lieblinge der Schwiegermütter auch bei deren Töchter so gut ankommen…

      • Widerspenstige sagt:

        Ich bekenne mich schuldig und es rein subjektiv zu sehen, ja klar Franz. Sie doch auch? Nun, das weibliche Umfeld bestätigt meinen Eindruck und somit liege ich nicht so gänzlich daneben. Ich erwähne es eigentlich selten, aber hier passt es u soll auch den ewigen Klischeedreschern vom verweiblichten Jüngling etwas entgegen wirken. Zumal genau diese Söhne ja vorwiegend mit familienergänzender Betreuung diverser Art konfrontiert waren. Der ältere hat da am meisten bewältigen müssen u somit widerlegt sich das Vorurteil diesbezüglich gleich auch noch. Ich bin ganz zufrieden mit dem Resultat. 😀

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Widerspenstige:Stellen Sie sich vor,es gibt zwischen „rüpelhaft“ und „verweiblicht“ noch andere altehrwürdige Männlichkeiten.Wie wäre es z.B. mit GentleMAN.Ich erziehe meine Jungs nicht zu Terminatoren aber auch nicht zu verweiblichten Jungs,die von anderen beschützt werden müssen (vgl. Titel des Artikels).Also den edlen Krieger z.B. Ritter: Eine Männlichkeit, die selbstlos beschützt.Es gibt neben der verweiblichten Männlichkeit noch eine Männlichkeit,die eMANNzipiert ist von weiblichen Anpassungsforderungen (zur Frau) und Umerziehungsansprüchen der Frauen,die ihr Mannsein noch stolz lebt

      • mila sagt:

        Uj, wenn ich umgekehrt meine Weiblichkeit ’stolz‘ leben müsste… Für mich ist sie eine nicht weiter nennenswerte Selbstverständlichkeit. Ich denke, allen Menschen, die mit sich selbst und ihren diversen (sozialen) Rollen im Reinen sind, geht das so – unabhängig vom Geschlecht.

        Und, @WS: Ich hatte schon immer eine Schwäche für die feinen Kerle – bei den harten langweilt mich persönlich das demonstrativ an die Frau getragene Kerlsein. Aber für die gibt es bekanntlich genug anderes Publikum. 😉

      • mila sagt:

        @H. Hintermeier: Zu Ihnen nur soviel: ein Gentleman klassischer Prägung zeichnet sich unter anderem durch Unterstatement und Gelassenheit aus. Diese Eigenschaften kann man ihrer Web-persona nun wahrlich nicht unterstellen. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass Sie meine Kommentare verstanden oder auch nur gelesen hätten. Aber das ist wohl auch nicht nötig, wenn es allein darum geht, die immer gleichen pauschalen Mantras (von der verweiblichten Susi u.ä.) wiederzukäuen. Ein echter Dialog wäre für Missionsgetriebene wie Sie bei aller notwendigen Wiederholung vermutlich auch zu zeitraubend.

      • Susi sagt:

        Hintermeier: „Susi, warum wollen sie denn keine attraktive Frau mehr sein?“

        Hier bestätigen Sie genau meine These: Sie werfen den Frauen vor, dass sie „weibliche“ Männer nicht schätzen und behaupten, umgekehrt sei es nicht so, den Frauen werde ja nichts vorgeschrieben. Und dann sagen sie aber gleichzeitig, dass ich keine attraktive Frau mehr wäre, würde ich meine weiblichen Attribute fallen lassen. Voll nicht kongruent.

      • Stranger sagt:

        Jedem das seine. Mir gefallen intelligente Frauen, wenn sie „weiblich“ sind, find ich das gut. Aber am Wichtigsten ist, dass sie sich treu bleiben.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Mila:Selbstverständlich habe ich Ihre Kommentar gelesen,es ist nur schwer einen Dialog zu führen,wenn die Hälfte der Kommentare nicht veröffentlicht wird(enthalten keine Beleidigungen).Sie können auch davon ausgehen,dass ich mich gedanklich wirklich auf ihre Argumentation einlasse(sonst wäre es wirklich Fanatismus!).Ich stelle jedoch fest,dass meine Argumente (absichtlich) verdreht werden,oder auf irgendeinem nebensächlichen Punkt herumgeritten wird.Sie sind bis jetzt (absichtlich)auf kein einziges meiner Argumente substantiell eingegangen (ausser Sie werden genauso stark zensuriert wie ich)

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Susi: Nochmals: Mein Punkt war,was von den politisch korrekten Medien/Zeitgeist gefördert wird,nicht was den Männern an den Frauen i.d.R. gefällt.

      • mila sagt:

        Im Gegenteil, Herr Hintermeier: Ich bin auf Ihr Hauptargument von der gesellschaftlichen Verweiblichung eingegangen, habe es als pauschale Gegebenheit in Frage gestellt, jedoch durchaus eingeräumt, dass institutionell ein Interesse besteht, ‚brave‘ Jungs zu formen. Das alles steht schon in meinen Ausgangskommentaren. Dass Ihnen so viel Differenziertheit nicht bekömmlich ist – dafür kann ich nichts. Ebenso habe ich darauf hingewiesen, dass jeder Mensch – ob Mann oder Frau – das Recht haben sollte, sich gemäss der eigenen Art frei zu entfalten. Nicht jeder ist zum Ritter geboren, nicht jede zum

      • mila sagt:

        Burgfräulein. Daran sollte jedoch Männlichkeit oder Weiblichkeit nicht gemessen werden, und tut es auch von den meisten Menschen nicht. Susi hat aber ebenfalls recht, wenn sie anmerkt, dass auch Frauen von solchen kollektiven Vorstellungen noch nicht medial/sozial ‚frei‘ sind, greifen Sie doch nur zu einer x-beliebigen Frauenzeitrschrift und ziehen sie sich mal die ganzen Diät-, Mode- und Make up-Tipps rein. Aber die Freiheit, wie man selbst ist (und sein will), liegt beim Individuum. Das gilt auch für Männer, denn es zwingt die erwachsenen ‚Zusieht‘ niemand, auch noch mit Vierzig am

      • mila sagt:

        – sorry, Susis – am Rockzipfel (oder Küchentisch) von Mama zu hängen. Aber das ist ja wiederum so schaurig bequem, während es angeblich so unheimlich schwer ist ist, Eigenverantwortung zu übernehmen. Zumindest, wenn man gewissen Leuten Glauben schenken möchte.

        Merke: die Eltern von heute sind sich sehr bewusst, dass körperlich aktive Buben (ich drücke es bewusst neutral aus) es im Schulsystem nicht einfach haben. Und darüber wird sogar medial diskutiert. Ihr ganzes schönes (einfach) zusammengezimmertes Mantrainstrumentarium ist somit hinfällig – Sie haben es nur noch nicht bemerkt.

      • mila sagt:

        Ich ermuntere Sie daher, Ihre Augen und Ohren etwas weiter zu öffnen – und das gesamte Bild anzuschauen. Sie werden dann vielleicht sogar feststellen, dass man Ihnen in einigen Punkten mehrheitlich Recht geben würde, wenn es denn nicht immer auf diese unsäglichen verbalen Holzschnitte hinauslaufen würde. Ein Holzschnitt hat mit der Realität in ihrer ganzen Fülle in etwa so viel gemein wie ein Rollenklischee mit einem einzelnen Menschen in seiner ganzen Eigenart. Respektive: Mit Eindimensionalität ist man der (komplexen) Wirklichkeit noch nie beigekommen, insofern erübrigen sich Patentrezepte.

      • Sportpapi sagt:

        Von wegen verweiblichter Susi: „Du bist so eine Susi“ darf ich aber schon noch sagen, oder? 🙂

      • mila sagt:

        @SP: Ich halte es eher mit der Sissi (und zwar geschlechtsunabhängig). Aber jedem das seine. 😉

    • Flo sagt:

      was, ihre Meinung nach, hat „dissen“ mit Durchsetzungsvermögen zu tun?
      Und das Mädchen noch um vielfaches „gemeiner und hinterhältiger“ sein können zeigt sich schon auf dem Kindergartenspielplatz!

      • Hattori Hanzo sagt:

        Herr Hintermeier – was hat jetzt das mit Verweiblichung zu tun, wenn man Homosexuelle nicht abwertet?
        Finden sie das etwa männlich, wenn man sich auf Kosten von Minderheiten und Schwachen aufplustert?
        Sie sagen: nein. Also was genau soll dann das vorherige Gefasel. Was hat jetzt dieser Beitrag mit „Verweiblichung“ und „Genderwahnsinn“ zu tun? Extra wurde noch das Klettern erwähnt (typische Bubenbeschäftigung) und alles ist ein „männlicher“ Aufruf, seinen Mann zu stehen, in der Kindererziehung.
        Also wo ist ihr Problem Herr Hinterwald?

      • Hans Hintermeier sagt:

        @HH: Mein 1.Kommentar bezieht sich nicht explizit auf diesen Artikel, sondern auf alle Artikel, die Nils bereits veröffentlicht hat. Da anscheinend keine Kommentare mehr von mir veröffentlicht werden, kann ich meine Aussagen auch nicht mehr präzisieren.

    • Helmut Kohl sagt:

      Sehe das genauso Herr Hintermoser. Klar werden diese Übereltern dagegen wettern. Weswegen haben denn mittlerweile soviele Frauen Afrikaner,oder Männer aus dem Ostblock? Weil sie auf die weichgepülten Allesversteher nicht zurechtkommen. Tönt blöd, ist aber so. Bei diesen Kommentaren hier kommt man sich ja schon irgendwie seltsam vor wenn man nicht mindestens insgeheim Bi ist.

      • Martina sagt:

        Wer im Zusammenhang mit unseren schwulen oder lesbischen Mitbürgern das Wort „Minderheitenschutz“ benutzt, entlarvt die eigene Gesinnung eigentlich schon ziemlich genau. Ich bin mir übrigens zu neunundneunzig Prozent sicher, dass sie ihre Sätze über ausländische Mitbürger mit: „Also, ich bin kein Rassist, aber… “ beginnen.

    • Lisa sagt:

      Lieber Hans, über den Ton haben wir doch auch schon gesprochen… Logisch „dissen“ die Mädchen genauso wie die Jungs, weil sie, jetzt kommt’s, Kinder sind! Kinder können fies sein, Kinder testen Grenzen aus und manchmal bietet man ihnen halt Paroli. Was es mit „Verweiblichung“ zu tun hat, dem Sohn zu erlauben, einen Rock zu tragen oder lange Haare, ist mir schleierhaft. Ist es Vermännlichung, wenn ein Mädchen Jeans trägt und auf Bäume klettert? Inwiefern wird das Männliche verteufelt, wenn den Kids beigebracht wird, dass „schwul“ kein Schimpfwort sein soll?

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Lisa:Ich habe nie geschrieben,dass das Männliche verteufelt wird,wenn den Kids beigebracht wird,dass *schwul“ kein Schimpfwort sein soll.Ich habe mich auf die Gesamtheit der Nilschen Artikel bezogen.Zitat von Ihnen:“Was es mit “Verweiblichung” zu tun hat, dem Sohn zu erlauben, einen Rock zu tragen […], ist mir schleierhaft.“Wirklich,Sie können sich nicht vorstellen,dass dies etwas mit Verweiblichung zu tun haben könnte?Nils ermutigt m.M.n. ja geradezu seinen Sohn zum Tragen von Röcken und gibt ihm so das Gefühl etwas Besonderes zu sein (Er schreibt dann Artikel darüber.Ein Schelm, wer …)

  • Simone sagt:

    ich halte das auch so- sage, dass ich diese Wörter nicht hören will in meiner Wohnung, in meinem
    Auto, in meiner Gegenwart wo auch immer.
    das hört auf, wenn man selber anders spricht.
    die Haltung, auch die unausgesprochene, der Eltern prägen und bleiben, auch wenn das Kind zwischendurch Abstecher macht.
    manchmal frage ich auch nach, was die Wörter bedeuten- da darf ich dann manchmal noch mein zusatzwissen kundtun.
    für die Kinder ist es wichtig, dass wir unsere Meinung kundtun- auch wenn wir peinlich sind.

  • Fabrice Pellaton sagt:

    Danke! Einfach schön.

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