Leben


Michèle Binswanger am Mittwoch den 29. Juli 2009

Sind beschwipste Mütter bessere Mütter?

Achtung! Dieses Bild soll Sie zum Denken anregen.

Achtung! Dieses Bild soll Sie zum Denken anregen.

Ferien mit Kindern können ganz schön anstrengend sein. Die geheiligten Tagesstrukturen geraten in Bewegung und verwandeln sich, sofern man schlecht vorbereitet ist, schnell in ein Tiefdruckgebiet mit organisierter Konvektion, auch bekannt als Wirbelsturm. Da sitzt man dann im Auge des Taifuns und fragt sich, wie zur Hölle man sich so erholen soll.

Ich habe lange gebraucht, aber inzwischen bereite ich mich auf meine Ferien vor. Und seither erstreckt sich das sommerliche Azorenhoch jeweils auch auf meine Stimmung. Ich geniesse es, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen und kann mich mit jedem Jahr besser entspannen. Nur habe ich mich dieses Jahr so gewaltig entspannt, dass mit Langzeitschäden zu rechnen ist.

Und das kam so: ich besuchte meinen Freund McQueen in seinem Ferienhaus. Wir badeten im See, assen Eis, machten Musik, hörten Musik, tanzten und hatten Spass. Dabei tranken wir auch das eine oder andere Glas und ich rauchte, nach Jahren der Abstinenz, die eine oder andere Zigarette und fühlte mich herrlich in Ferienlaune. Nur entbindet auch die schönste Entspannung leider nicht vor Verantwortung, wie ich bald feststellen musste. Die Augen der Kinder nehmen die Handlungen der Mutter wahr als: Kamera ein! Und Action; mit Grossaufnahme – Gegenschnitt und Detaileinstellung. Und so durfte ich, als ich so kontemplativ am See dahinlümmelte, folgende Beobachtung machen: Wie meine Tochter nämlich versuchte, sich mit meinen Zigarettenpapieren selber Rauchwaren zu drehen. Wie McQueens eineinhalbjähriger Sohn zielsicher jede Bierflasche ansteuerte, um mit grossem Grinsen den Papa zu imitieren.

Ein Leben ohne Spass ist gar kein Leben, schreibt Tom Hodkinson in «Leitfaden für faule Eltern» und plädiert dafür, sein schlechtes Gewissen in den Keller zu sperren und auch in Anwesenheit der Kinder Alkohol zu trinken. Er geht sogar so weit zu behaupten, Kinder liebten beschwipste Mütter. Auf dem Papier tönt das gut. Die Frage ist nur, wie viel Spass mit dem Ernst des Lebens, auch Erziehung genannt, vereinbar ist.

Als ich die Frage mit McQueen diskutierte, erzählte er mir von einem Freund, der abends gern einen Joint rauchte. Dann wurde er Vater. Er nahm sich vor, aufzuhören, wenn das Kind grösser ist. Das Kind wuchs, aber die Lust auf den Feierabendjoint wurde nicht kleiner. Als das Kind 12 war, prahlte es in der Schule mit ihrem kiffenden Papa, was besorgte Eltern auf den Plan rief. Zu seinem Unglück verewigten ihn die Schüler daraufhin sogar als tragische, dauernd betrunkene und bekiffte Figur in einem ihrer Schultheaterstücke.

Ich fand das lustig. Und irgendwie weniger schlimm, als ich mit meinen Zigaretten. Denn kurioserweise leuchtet den Kindern ein, dass Joints und Alkohol schlimme Drogen sein können, und also mit Mass zu geniessen sind. Bei den allgegenwärtigen Zigaretten, so befürchte ich, liegt das Gift in der Beiläufigkeit ihres Konsums. Und dass Rauchen nichts Gutes ist, lässt sich mit Rauch in den Lungen besonders schwer vermitteln.

Was ist nun besser, zu seinen Verfehlungen zu stehen, mit dem Risiko, dass die Kinder ihrer Versuchung anheim fallen? Das Ganze verheimlichen mit dem Risiko, dass man die Sache nur noch interessanter macht? Oder sich ins neue, puritanische Dasein als Eltern zu schicken, nur um dann festzustellen, dass die Kinder trotzdem alles ausprobieren, was ihnen in die Finger kommt?

Ich habe mich schon entschieden. Trotzdem habe ich beschlossen, das Rauchen in Zukunft wieder sein zu lassen. Jedenfalls in Anwesenheit meiner Kinder.

23 Kommentare zu „Sind beschwipste Mütter bessere Mütter?“

  1. sista hope sagt:

    schon wieder ein thema, das mich auch immer wieder beschäftigt! seit meine kinder auf der welt sind, habe ich den glimmstengel beiseite gelegt. auch mein partner raucht nicht. trotzdem nimmt unser sohn (5 jahre) alles in den mund als wärs eine zigarette und findet rauchen mega cool. tja. wenn gäste unseren aschenbecher füllen, muss ich anschliessend die stummel sofort entfernen. oder ich finde sie in seinem mund wieder.
    ich habe mir schon überlegt, ob ich meinen kindern zuliebe wieder mit rauchen anfangen soll. mein grossvater hat immer allen die bude voll gequalmt und wir kinder haben uns geschworen, nie nie nie mit dem gift anzufangen. ich habs trotzdem getan, meine beiden schwestern nicht. pubertierende haben ja oft die angewohnheit, das gegenteil der eltern zu tun. vielleicht hält mein rauchen sie vom rauchen ab?

    ansonsten bin ich der meinung, dass sich genuss in grenzen positiv auf die eltern (und somit auch auf den nachwuchs) auswirkt.
    prost!

  2. Ronny sagt:

    Ich vermute, dass solche Gewohnheiten wie Rauchen und Trinken vorallem in der Pubertät nicht mehr gross von den Eltern gesteuert werden können, da sich das soziale Umfeld der Kinder bzw. Jugendlichen weg von den Eltern und hin zum Kollegenkreis bewegt. Wenn dort geraucht, gekifft oder getrunken wird geraten die Kleinen da auch schnell hinein.
    Ein Freund von mir kifft täglich und seine 16 jährige Tochter raucht und kifft nicht, und wird es wohl auch nie tun, da es “stinkt” und der Papa dann jeweils etwas benebelt ist. Das gefällt ihr halt nicht und hält so vermutlich davon ab, selber zuzugreifen.
    Ich selber hab mit 13 mit dem Kiffen angefangen und dann weitere 13 Jahre fast täglich gekifft. Dafür hab ich lange keinen Alkohol getrunken. Heute kiff ich zwar nicht mehr, dafür trink ich ziemlich oft (nicht bis zum umfallen, aber Autofahren könnte/sollte ich dann jeweils auch nicht mehr). Saufen ist halt einfach okay, Kiffen stinkt und “belästigt” auch andere. Ich hab eigentlich während der Lehre mit Alkohol angefangen, da ich halt eben mit den Kollegen zwar in der Öffentlichkeit Trinken aber nicht Kiffen konnte/durfte.
    Inwiefern sich der Konsum von Genussmitteln der Eltern auf die Kinder auswirkt lässt sich pauschal wohl nicht beantworten. Meine Eltern haben geraucht und ab und zu was getrunken. Und ich habs auch gemacht. Es gibt aber auch unzählige Fälle, bei denen die Kinder villeicht gerade wegen des Konsums der Eltern selber nie damit anfangen.
    Vermutlich spielt auch die Akzeptanz im sozialen Umfeld eine grosse Rolle. Wo viel geraucht, gekifft oder getrunken wird, ist die eigene Hemmschwelle auch niedriger als in einem “cleanen” Umfeld…

  3. Mamamia sagt:

    Bin auch dieser Meinung das ein Glas, zwei, vor dem Kind nichts schadet.

    Mein Vater ist Winzer, so gab es zum Z’nacht, Täglich 1-2 Gläser Wein bei meinen Eltern. Trotzdem habe ich meine Eltern nie betrunken gesehen. Ich geniesse den Wein heute auch, sehr! Alkoholikerin bin ich aber trotzdem nicht geworden.

    Rauchen ist weniger cool. Ich persönlich finde es eigentlich eklig, wenn Eltern vor dem Kind rauchen. Am Abend wenn sie schlafen, oder im Ausgang ist es egal. Aber Mutter die den Kinderwagen schiebt mit der Kippe in der Hand ist so was von grusig!

  4. Sonja sagt:

    alles, was meine handlungen gegenüber meinem kind verändern würde (und ein gläschen alkohol zuviel genauso wie ein joint verändern sehr wohl die art, wie man spricht, geht etc), ist für mich ein no-go. ich weiss noch, dass ich eine riesen angst hatte, als ich meinen vater als kleines kind einmal angeheitert sah, weil das einfach nicht der papa war – und das möchte ich meinen kids nicht zumuten.

  5. Gabriela sagt:

    Ich Rauche nicht, in meiner Familie raucht niemand, meine Kinder haben also keine ihnen nahestehenden Vorbilder die rauchen. Und trotzdem klemmen sie sich cool ein Grissini zwischen die Finger und spielen rauchen.
    Als Kinder haben wir sogar extra Zigaretten aus Papier gebastelt und als uns die Erwachsenen dann sagten, dass rauchen ungesund ist, haben wir einfach gespielt, dass das gesunde Zigaretten seien. Es hat uns Spass gemacht, aber trotzdem raucht jetzt niemand von uns. Deshalb nehme ich es relativ gelassen, ich will einfach aus Imagegründen nicht, dass die Kinder in der Öffentlichkeit rauchen spielen.

  6. elena sagt:

    Authentisch sein und bleiben, das könnte ein Ansatz sein. Keine Kunstfiguren darstellen wollen, dekoriert mit pädagogischen, moralischen und gesellschaftlich goutierten Attributen. Sich anders zu geben, als man ist, die Kinder ergo für leicht ‘dümmlich’ zu verkaufen, weil man hofft (oder gelernt hat?), man tue im Grunde etwas Gutes damit und sie durchschauen das Versteckspiel nicht, könnte schwierig werden – wenn Kinder 15 oder 17 sind, zum Beispiel. Menschen, ob Kinder oder Erwachsene, mögen zu ihrem Tun stehen. Wünschen wir uns denn Kinder, die heimlich rauchen, trinken oder kiffen? Weil sie das ‘Heimliche’, das ‘Versteckte’ gar von uns abgeschaut haben? Ich bin für ‘zu seinen Verfehlungen stehen’, definitiv.

  7. Rémy sagt:

    Ich wurde von meinen Eltern gewarnt vor dem Rauchen, und vor sämtlichen Drogen die einem ins Verderben treiben. Alles was vom Gesetz in seiner Weisheit verboten wurde ist Teufelszeug, da gab es keinen Unterschied zwischen einem Joint und einem Heroinschuss…auch Alkohol darf nur im Masse getrunken werden, alles was mehr als 1-2 Gläser war wurde von meiner Mutter als Suspekt angeschaut und war schon der erste Schritt in den Alkoholismus…
    Ich rauche Zigaretten, seit ich 16 bin
    Ich besaufe mich gelegentlich seit ich 18 bin
    Ich rauche Joints, seit ich 19 bin…
    Freunde von mir, in deren Elternhaus gekifft und gesoffen wurde und bei denen es einen lockeren (und aufgeklärten) Umgang mit Genussmittel (meine Mutter würde “Suchtmittel” sagen) gab, sind völlig nüchtern und trocken, kiffen, rauchen und saufen nicht. Andere wiederum aus solchen Verhältnissen tun es. Andere aus Verhältnisse wie ich sind völlig “Keusch”…
    …deshalb denke ich, gibt es keine Regel, denn Suchtverhalten hängt auch ein Stückweit auch vom einzelnen Charakter ab…
    Aber Grundsätzlich gillt:
    Verbote sind verlockend, in der Kindheit und vor allem in der Pubertät!

  8. Lara sagt:

    Meine Eltern haben beide geraucht und mir mit 12 CHF 1′000 (was unglaublich viel – ich meine ausser meine Vorstellungskraft viel geld war) versprochen, wenn ich bis 20 nicht rauche. Hat funktioniert! und ich rauche bis heute nicht…

  9. Staunemann sagt:

    Ich schlage vor, sie lassen das Rauchen generell in Anwesenheit anderer Personen und schon sind sie uns wieder ein bischen sympatischer

  10. xyxyxy sagt:

    ich denke so schwierig ist diese Frage nicht – denn Kinder schauen sich ja das ganze Leben der Eltern an, wenn wir verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen, dann geben wir das den Kindern letztlich weiter

    mit dem Rauchen ist das so eine Sache, weil ja nur eine ganz kleine Minderheit verantwortungsvoll mit diesem Genussmittel umgehen können –
    kann ich es – denkt sich vielleicht mein Kind dereinst “das kann ich auch und kann es nicht”
    bin ich ein elender Suchthaufen – kann das entweder Vorbild oder Abschreckfunktion haben
    bin ich ein Abstinenzler – dito.

  11. Laura sagt:

    Ich denke, als Eltern muss man authentisch bleiben, raucht man, darf man auch dazu stehen, genau so wie mal ein Glas Wein oder Champagner erlaubt ist. Verbote wirken bei kleinen Kindern aber spätestens in der Pubertät bewirken die das Gegenteil. Ich setze auf Aufklärung, rede darüber mit den Kinder, erkläre.
    Klar haben meine beiden Teenager schon mal geraucht und mir das auch gesagt, was ich als Vertrauensbeweis gewertet habe. Auf meine Frage, ob es denn gut gewesen sei, haben beide mit “nein” geantwortet und ich hab dann gefragt, weshalb sie sich denn etwas antun, was für sie nicht gut gewesen sei, das hat sie zum Nachdenken angeregt und seither haben sie die Glimmstengel, die jederzeit für sie zugänglich wären, weil ich selber rauche (wohlgemerkt nur im Freien, nie in der Wohnung, weil ich den Gestank von kaltem Rauch einfach nicht aushalte), nie mehr angefasst. In ihrer Clique rauchen einige und da sie jetzt selber ausprobiert haben, wie es schmeckt, können beide sagen, dass das für sie nicht in Frage kommt, weil sie nichts tun, was ihnen nicht gut tut.
    Auch bei diesem Thema geht es doch darum, dass man die Kinder stärkt, dass man sie wahr nimmt, sie ernst nimmt, mit ihnen spricht, sie aufklärt. Verbote und etwas verheimlichen bewirkt das Gegenteil. Kinder spüren Unsicherheiten und Unstimmigkeiten viel besser als Erwachsene, einem Kind kann man nichts vormachen. Ob gutes oder schlechtes Vorbild, das Kind nimmt sich das, was richtig ist für seinen Weg und als Mutter kann ich nur eins sein, nämlich mich selber, mit meinen guten und meinen schlechten Seiten.

  12. Vanessa sagt:

    Also, ich denke das hängt wie schon ein paar geschriebn haben vom Freundeskreis des Kindes ab. Ich selber bin zwar erst 20, aber meine Eltern haben mir auch immer eingetrichter, wie schlecht rauchen und Drogen sind.
    Sie haben mir auch gesagt wenn ich bis 18 nicht rauche oder Drogen nehme, dan bekomme ich meine Autoprüfung geschenkt. Ich rauche bis heute nicht, und habe die Prüfung geschenkt bekommen. Aber ich muss sagen, ich hatte nie das Gefühl, denn drang es zu Probieren müssen. Ich hätte es auch ohne diesen Ansporn nicht gemacht.
    Mir ist aufgefallen das früher als ich ca 13 wahr, viele in der Schule angefangen haben zu rauchen, ich vermute das es oft mals der “Gruppenzwang” war, es ist leider traurig aber wahr.
    Was ich heute mache ist halt mal das eine oder andere Glas am Wochenende oder ein Feierabendbier. Mit 19 hatte ich auch eine Phase wo ich kiffte, aber die hat sich nach weniger als einem halben Jahr wieder gelegt, weill es nicht immer schönes hervorruft.
    Wenn ich dan mal ein Kind haben werde, werde ich einfach schauen das ich weniger trinke, und ihm dan auch einen Anspron geben es nicht zu tun. Aber wenn es dan halt mal die Erfahrung machen will ist es ok.
    Ich sage immer man sollte alles versuchen was man versuchen möchte, denn nur dan weiss man wie es wirklich ist

  13. Mit Genussmitteln müssen Eltern einfach natürlich und ohne Kommentare umgehen.

  14. heidi reiff sagt:

    Ich habe auch Fehler gemacht, no body is perfect, während der Schwangerschaft hab ich nach Anraten meines damaligen Gynäkologen 7 Zigaretten im Tag geraucht, was Rauchen betrifft war ich und mein damaliger Mann ein miserables Vorbild, bin froh meine Tochter hat sich anders entschieden, die hat nie angefangen zu rauchen, ist mehr so ein blödes paffen, wenn Kinder in meiner Nähe sind rauche ich nicht, such mir dann einfach ein eigenen Platz, diese blöden Rauchverbote sind so stur und fanatisch erreichen oft das Gegenteil, Kindern denen Verbote aufoktiriert werden machen es einfach hintendurch, das war bei mir auch so. Mein Onkel war ein Alki, er schickte uns Kinder immer in die Beiz um Bier zu holen, das war früher noch möglich und wurde nie hinterfragt, Kinder sind ja nach wie vor gäbige Opfer die tun alles nur um geliebt zu werden, als Erwachsene Menschen können wir ev. etwas kritischer umgehen mit diesen destruktiven Mustern müssen ja nicht alles weitergeben. Fakt ist aus der Entwicklungspsychologie, dass Kinder lernen aus Nachahmung, wir kommen nicht mit einem voll entwickelten Gehirn auf die Welt, nicht schon perfekt als Erwachsene, das Leben ist ein Prozess

  15. suha sagt:

    nein, Kinder lieben keine beschwipsten Eltern – sie finden es vielleicht interessant und manchmal auch lustig und ein bisschen unheimlich wenn die Eltern plötzlich so komisch werden, sind dann aber wieder sehr froh, wenn alles wieder normal ist und das wirklich nur ausnahmsweise mal vorkommt

  16. Salomé sagt:

    Mein Vater war (und ist) starker Raucher – er hat, als ich klein war auch in der Wohung, im Auro ect geraucht (Ende der 70iger nahm man das noch nicht so genau) je älter ich wurde, desto ekliger fand ich das und habe mich auch immer beklagt, dass es stinkt.
    Mich hat das insofern beeinflusst, als dass ich ganz bewusst nie eine Zigarette angefasst habe, obwohl in der Pubertät natürlich viele um mich herum anfingen zu rauchen. Ich fand das überhaupt nicht cool, sondern doof.

    Also liebe Eltern raucht ruhig (ab & zu), dann finden es eure Kinder in der Pubertät total unccol, weil sie dann ja vor allem eins wollen: nicht so sein wie die Eltern ;-)

    Ist ja das selbe wie mit dem Fernsehen, Süssigkeiten; Mc Donalds… Alles was man den Kindern zu Hause verbietet, machen sie dann eben bei/mit Kollegen. Strikte Verbote oder ihnen eine “ideale Welt” vorspielen, bereitet sie ja nicht auf die echte Welt vor.

    ab und zu rauchen oder etwas trinken ist ok. solange es nicht aus dem ruder läuft. aber betrunkene eltern sind für kinder nicht angenehm – das kann man ja machen, wenn die kinder mal beim grosi sind ;)

  17. Marc sagt:

    Das wichtigste scheint mir, dass der Umgang mit Genussmitteln nicht zu einem “Ausnahmezustand” führen. d.h. Wenn ein Glas Wein, oder ein Bier zum Znacht etwas völlig normales darstellt, das uns Eltern nicht verändert, dann ist’s ok. Wein und Bier sind dann halt einfach ein Getränke nur für “grosse”. Auf keinen Fall die Kinder probieren lassen, und dann sich amüsieren beim Gesicht, dass sie dabei ziehen, denn das macht das verbotene erst interessant.
    Beim rauchen ist’s schwieriger. Einerseits ist rauchen meine kleine Erwachsenewelt, die mich für ein paar Minuten aus der Kinderwelt ausklinkt, andererseits sehe ich sehr wohl in den Kinderaugen, wie eine Kippe im Mundwinkel imponiert. Selber halte ich’s so: Vor den Kindern keine Zigarette, (erst recht nicht selber drehen) höchstens mal eine Zigarre, denn das ist ja sowieso etwas besonderes und hat bei den Kindern einen anderen Stellenwert und löst andere Assoziationen aus als eine Zigarette.
    Übrigens: selber stamme ich aus einer Familie in der in 70-er alle rauchten. als 5-jähriger durfte ich für meine Mutter Zigaretten kaufen gehen, und war mächtig solz darauf. in den 80-er hörten dann alle auf und wurden zu fanatischen anti-Raucher! Ich rauche (und kiffe gelegentlich) seit ich 17 bin und habe es sehr lange verheimlicht vor meinen Eltern.

  18. Marsupilami sagt:

    Meine Eltern haben beide geraucht, meine Mutter hat dann aufgehört mein Vater auf die Pfeife gewechselt.
    Ich hab nie denn Drang nach einer Zigarette verspürt weil es eklig stank und habe bis heute nie eine angerührt.
    Bin heute auch noch dagegen, dass mein Vater die Pfeife raucht aber toleriere es halt. Wenn jedoch meine Eltern bei mir sind darf mein Vater raus auf den Balkon pfaffen.
    Mein Bruder hat genau dasselbe erlebt und er ist ein Freizeitraucher geworden… warum wohl?
    Weil die Kollegen einen viel grösseren Einfluss haben in dieser Hinsicht, aber auch beim Saufen und Kiffen (sic!) als die Eltern und die Leute die den Gruppendruck nicht standhalten können leicht in diese Fallen “hineingleiten” können.
    Es wurde bei uns auch gern mal ein wenig Wein am Wochenende getrunken…mit demselben Resultat: Ich selber trinke nur manchmal am WE ein Glas Weissen oder bei einem Fest einen Champagner und mein Bruder langt bei seinen Kumpels auch mal fester zu. Wir wurden genauso erzogen.
    Ich denke die eigene Persönlichkeit und auch das soziale Umfeld bzw. Freundeskreis im Teenageralter spielen die Hauptrolle, ob das Kind raucht, kifft oder säuft. Der Teil den die Eltern beeinflussen können ist vorhanden, aber je nach Charakterstärke oder -schwäche grösser oder kleiner.

    Ich finde jedoch all die rauchenden Mütter (aber auch Väter) die ihren Kinderwagen rumschieben zum k…en und völlig egoistisch. Geben sich ihrer Sucht hin anstatt, dass Sie schauen würden, dass ihre Kinder nicht auch noch zusätzlich zu der heutigen Umweltbelastung noch Passivrauch ausgesetzt werden.
    Bin froh, dass die Schweiz endlich mal kantonal wenigsten dem Rest von Europa angleicht was das Rauchverbot anbelangt. Überall ist es sonst kein Problem gewesen es einzuführen, nur hier in der Schweiz machen die Suchtis einen Tamtam. Ich sehe es positiv…wenn im Winter vor den Clubs die Zigarette in der Hand draussen abfriert werden sicher einige mehr motiviert sein mit dem Rauchen aufzuhören bzw. gar nicht anzufangen.

  19. Roman Tanner sagt:

    Lustig, lustig. Da schreibt die Autorin eigentlich über offene Beziehungen und sinniert darüber, ob man die Kindern transparent machen darf. Und alle fallen auf das Ablenkungsmanöver mit den Glimmstengeln ein. Hoffen wir, dass die Autorin in einem zweiten Anlauf das Thema direkt anspricht. Spannend wäre es auf jeden Fall.

  20. Hansueli sagt:

    Ich kannte einen Australischen Familienvater, der direkt nach dem Aufstehen seine erste Haschpfeife geraucht und sein erstes Bier getrunken hat. Der Rest des Tages sah ähnlich aus. An einem “guten” war er bereits um 11 Uhr morgens sturzbetrunken und Abends dann nochmal. Darauf angesprochen warum er seinen Drogenkonsum und Alkoholismus nicht vor seinem Kindern versteckt, sagte er nur: “I don’t fuckin lie to my kids”. Ob das nun gut oder schlecht ist mag dahin gestellt sein, aber die Antwort hat mich beeindruckt.

Kommentieren

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.