Zehn Dinge, die ich heute besser weiss

Kein schlechtes Gewissen haben – und stattdessen eine Zahnversicherung. (Foto: Flickr/Dustin J McClure)

Kein schlechtes Gewissen haben: Junge Mutter mit Kind. (Foto: Flickr/Dustin J McClure)

Zwei Freundinnen, die vor wenigen Monaten ihre ersten Babys geboren haben, fragten mich kürzlich, welche Dinge ich heute, nach elfjährigem Mutterdasein, anders machen würde. Vielleicht hätte ich ja ein paar nützliche Tipps für sie beide auf Lager. Im ersten Moment war ich baff, ich wusste nicht recht, was darauf antworten. Mir fiel lediglich der Zahnspangen-Punkt ein (Nr. 2).

Kaum war ich zu Hause, kamen mir allerdings immer mehr Dinge in den Sinn, die ich heute besser weiss – und anders anpacken würde. Hier nun also meine persönliche Liste dazu, die ich gerne auch mit Ihnen teile.

  1. Sich nicht so viele Sorgen machen! Vieles kommt gut und renkt sich von selbst ein. Das ist der absolut wichtigste Punkt.
  2. Eine Zahnversicherung abschliessen. Für Zahnspange und Löcher – einfach das volle Programm. Mein Versäumnis damals kostet mich in den kommenden zwei Jahren locker 10’000 Franken, sagt die Kieferorthopädin. Wie konnte ich nur.
  3. Kein schlechtes Gewissen haben. Weder dem Kind gegenüber, weil Sie es ab und zu in eine Krippe geben, noch dem Arbeitgeber gegenüber, weil das Kind mal krank ist und Sie deswegen daheimbleiben müssen. Es ist einfach so. Punkt.
  4. Das Kind nicht überfordern: Ein klares Ja oder Nein ist häufig besser als eine lange Quassel-Begründung.
  5. Von Beginn an konsequent sein – aber wirklich. Beim Essen (nicht mit extra Kindermenüs beginnen), dem Schlafen («Doch, du kannst auch einschlafen, wenn ich NICHT neben dir liege»), der Erziehung allgemein. Aber, hach, das lässt sich jetzt so leicht sagen.
  6. Geduldig sein. Eine Familie zu gründen und zusammenwachsen zu lassen – in unserem Fall eine Patchworkfamilie – ist anspruchsvoll. Es braucht Ausdauer, Engagement und richtig viel Zeit.
  7. Sich nicht um die Meinung fremder Menschen kümmern. Grenzt euch ab! Wirklich unglaublich, wie sich Leute – kaum ist ein Baby da – in rein private Entscheidungen einmischen wollen. Zum Beispiel zu den Themen Stillen, Fremdbetreuung, Ernährung, Beziehungsstatus.
  8. Fotobücher machen, und zwar jährlich. Die Fülle wird sonst riesig und ist kaum mehr zu bewältigen. Wir haben Schachteln voller Fotos plus Abertausende Bilder auf zwei Computern – und bloss ein einziges, mickriges Fotoalbum.
  9. Kein Baby-Nippes: Baby-Windeleimer, Schoppenwärmer, Sterilisations-Maschine, Mozart für Babys, Baby-Parfum (!) landeten innert Wochen im Brockenhaus oder Müll. Das und so vieles mehr braucht man weder zu kaufen noch geschenkt zu bekommen.
  10. Sich nicht hochschwanger zu einer Lebensversicherung überreden lassen. Brauchts nicht. Und ja, Sie kombinieren goldrichtig. Ich hatte es damals nicht so mit den Versicherungen …

Wie ist es mit Ihnen? Was würden Sie heute anders tun?

112 Kommentare zu «Zehn Dinge, die ich heute besser weiss»

  • Tinka sagt:

    Das die CD Mozart für Baby überflüssig ist kann ich nicht bestätigen.
    Mein Tochter (6) legt sie manchmal in den CD Player und tanzt dann selbst ausgedachte Ballett-Tänze.
    Die CD ist quasi ihr erster Zugang zu klassischer Musik und ich find das klasse!

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