
Zugegeben, der Vergleich mag nicht ganz politisch korrekt sein. Aber dieser Burkini...

... und diese Sonnenschutzkleidung für Kinder weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf. Oder anders gesagt: Finden Sie die zehn Unterschiede!
Von David Vonplon
Eben verbrachte ich mit meiner Frau und unserem einjährigen Sohn zwei Wochen Ferien auf Korsika. Dabei zeigte sich, dass man in Kürze erkennen kann, wie hoch am Strand die Dichte an Schweizer Eltern mit Kindern ist: Nirgendwo sonst im christlichen Kulturkreis kommt man auf die Idee, den Nachwuchs in enge Ganzkörper-Badeanzüge mit (kurzen) Ärmeln und Hosenbeinen zu zwängen. Die Trikots setzen sich in der letzten Zeit bei uns immer mehr durch; das weiss, wer die Nachmittage diesen Sommer mit seinen Kleinsten am Planschbecken verbringt.
So kommt es, dass man sich in Zürcher Badis bisweilen entfernt in Istanbul, Tiflis oder Essaouira wähnt, nur mit dem Unterschied, dass bei uns auch die Buben in Taucheranzügen herumhüpfen müssen. Denn vom Badeanzug für Schweizer Kinder bis zum Burkini, dem für muslimische Mädchen und Frauen entwickelten Badeanzug, der lediglich Hände, Füsse und Gesicht unbedeckt lässt, ist es nicht allzu weit.
Freilich geschieht die Verhüllung der Schweizer Kinder aus völlig anderen Gründen: Während es muslimischen Mädchen die Religion verbietet, ihren Körper zu zeigen, dient der Badeanzug den Schweizer Kindern zum UV-Schutz. Trotzdem bringen die Ganzkörperbadeanzüge jene in Argumentationsnot, die ein totales Badeverbot für verhüllte muslimische Frauen fordern: Denn weshalb sollten die Polyester-Anzüge für die Kinder erlaubt sein, während muslimische Mädchen nicht verhüllt in der Badi erscheinen dürfen?
Dass diese Frage nicht nur ein theoretisches Gedankenspiel ist, sondern auch in der Realität von Belang sein kann, erfuhr vor Kurzem ein Schweizer mit seiner fünfjährigen Tochter, der einen Ausflug zu den Bodensee-Thermen in Konstanz machte: Sein Kind wurde innerhalb von nicht weniger als einer Minute im Bad dazu aufgefordert, den Pool zu verlassen, wie der «Beobachter» berichtete. Das Badekleid aus der Migros erinnerte den deutschen Bademeister an einen Burkini, und diese würde nicht den üblichen Baderegeln in unserem Kulturkreis entsprechen. Auch in Frankreich ist man streng: Nicht einmal in den längeren Badeshorts dürfen dort die Buben in vielen Badis ins Schwimmbecken.
In unserem Badis ist man da (noch) nicht so restriktiv. Die Schraube wird aber in anderer Hinsicht angezogen: In den Zürcher Badis machen mittlerweile Verbotsschilder die Eltern darauf aufmerksam, dass Kleinkinder nicht nackt baden dürfen. Der Grund dafür ist allerdings profaner: Mit Badekleid gerät nur verdünnt Urin ins Wasser, und die dickflüssigeren Substanzen bleiben ganz in der Hose.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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Liebe Hülya
Ich glaube fest daran das wir nur mit der WAHREN LIEBE Zusammenleben können. Und NICHTzur WAHREN LIEBE gehört das vernichten des Lebens !
Das ist ein sehr guter Vergleich, Bravo!
Es zeigt auch genau auf dass der Grund ausschlaggebend ist ob so ein Ganzkörperbadeanzug von den anderen akzeptiert wird oder nicht.
Wenn man sich so anzieht nur weil es Mode ist, ist es gar kein Thema aber wenn es getragen wird weil man Muslimin ist, wird es schon schwieriger…
Unglaublich, für was es in der Schweiz alles ein Verbot gibt…! Überhaupt verstehe ich die ganze Aufregung über die Burkinis nichts. Wenn Musliminnen dank dieser Einteiler wie andere Frauen auch schwimmen gehen dürfen, ist das doch super! Und all jene, die sich an solchen Badeanzügen stören, sollen doch einfach wegsehen – so einfach ist das!
Und nun zurück zu den Badeanzügen für Kleinkinder: Auch ich habe als verantwortungsvolle Mutter meinen beiden kleinen Kindern letzten Sommer solche Badekleider gekauft. Und ich werde es auch diesen Sommer wieder tun. Diese Einteiler sind nicht nur praktisch, sondern schützen zudem vor den gefährlichen UV-Strahlen. Was daran nun schlecht sein soll, verstehe ich beim besten Willen nicht. Und da stehe ich wohl nicht alleine da…
Die Anzüge mit Burkinis zu vergleichen ist ebenso lächerlich und unsinnig wie ein Verbot. Ich hoffe sehr, dass die Vernunft siegen wird und das Verbot aufgehoben wird!
Ich habe als Kind prktisch nie nen Sonnenbrand bekommen, Sonnencreme gab es bis Schutzfaktor 12, habe ich nie eingeschmiert (ausser wenn ich mich nicht wehren konnte). Heute braucht es wenig und ich bin rot. Wenn ich jetzt ganz Sonnenexponiert arbeiten muss, versuche ich möglichst eingepackt zu sein, auch wenn ich das hasse. Ich weiss nicht, ob es an mir liegt, aber ich versuche, die Kinder zu schützen. Da Sonnencreme bäh ist, sind Kleider mein Mittel. Die Titandioxid Partikel sind mir auch nicht sehr sympatisch, da ist mir ne dicke Dreckschicht fast lieber. Ich selbst ziehe ein Shirt an, sobald ich aus dem Wasser komme.
Für alle, die es noch nicht wissen; Mohammed, Jesus und wie sie alle heissen, sind tot.
zu: Mit Badekleid gerät nur verdünnt Urin ins Wasser, und die dickflüssigeren Substanzen bleiben ganz in der Hose.
->sehr nett ausgedrückt