Leben


Mamablog-Redaktion am Montag den 20. Juli 2009

Islamisierung der Bademode?

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Zugegeben, der Vergleich mag nicht ganz politisch korrekt sein. Aber dieser Burkini...

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... und diese Sonnenschutzkleidung für Kinder weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf. Oder anders gesagt: Finden Sie die zehn Unterschiede!

Von David Vonplon
Eben verbrachte ich mit meiner Frau und unserem einjährigen Sohn zwei Wochen Ferien auf Korsika. Dabei zeigte sich, dass man in Kürze erkennen kann, wie hoch am Strand die Dichte an Schweizer Eltern mit Kindern ist: Nirgendwo sonst im christlichen Kulturkreis kommt man auf die Idee, den Nachwuchs in enge Ganzkörper-Badeanzüge mit (kurzen) Ärmeln und Hosenbeinen zu zwängen. Die Trikots setzen sich in der letzten Zeit bei uns immer mehr durch; das weiss, wer die Nachmittage diesen Sommer mit seinen Kleinsten am Planschbecken verbringt.

So kommt es, dass man sich in Zürcher Badis bisweilen entfernt in Istanbul, Tiflis oder Essaouira wähnt, nur mit dem Unterschied, dass bei uns auch die Buben in Taucheranzügen herumhüpfen müssen. Denn vom Badeanzug für Schweizer Kinder bis zum Burkini, dem für muslimische Mädchen und Frauen entwickelten Badeanzug, der lediglich Hände, Füsse und Gesicht unbedeckt lässt, ist es nicht allzu weit.

Freilich geschieht die Verhüllung der Schweizer Kinder aus völlig anderen Gründen: Während es muslimischen Mädchen die Religion verbietet, ihren Körper zu zeigen, dient der Badeanzug den Schweizer Kindern zum UV-Schutz. Trotzdem bringen die Ganzkörperbadeanzüge jene in Argumentationsnot, die ein totales Badeverbot für verhüllte muslimische Frauen fordern: Denn weshalb sollten die Polyester-Anzüge für die Kinder erlaubt sein, während muslimische Mädchen nicht verhüllt in der Badi erscheinen dürfen?

Dass diese Frage nicht nur ein theoretisches Gedankenspiel ist, sondern auch in der Realität von Belang sein kann, erfuhr vor Kurzem ein Schweizer mit seiner fünfjährigen Tochter, der einen Ausflug zu den Bodensee-Thermen in Konstanz machte: Sein Kind wurde innerhalb von nicht weniger als einer Minute im Bad dazu aufgefordert, den Pool zu verlassen, wie der «Beobachter» berichtete. Das Badekleid aus der Migros erinnerte den deutschen Bademeister an einen Burkini, und diese würde nicht den üblichen Baderegeln in unserem Kulturkreis entsprechen. Auch in Frankreich ist man streng: Nicht einmal in den längeren Badeshorts dürfen dort die Buben in vielen Badis ins Schwimmbecken.

In unserem Badis ist man da (noch) nicht so restriktiv. Die Schraube wird aber in anderer Hinsicht angezogen: In den Zürcher Badis machen mittlerweile Verbotsschilder die Eltern darauf aufmerksam, dass Kleinkinder nicht nackt baden dürfen. Der Grund dafür ist allerdings profaner: Mit Badekleid gerät nur verdünnt Urin ins Wasser, und die dickflüssigeren Substanzen bleiben ganz in der Hose.

65 Kommentare zu „Islamisierung der Bademode?“

  1. Laura sagt:

    Samuel findet sich wohl besonders schlau: “Alles gibt ein Statement ab”.. Meine Guete, da bist du nicht der erste, der auf solch hochstehende, philosophische Gedanken kommt!
    Was ist denn jetzt die Konsequenz, die du dementsprechend empfiehlst zu ziehen? Selbst wenn alle zu Hause blieben, wuerden sie ein Statement abgeben!! Wie kann man bloss diesem “Statement abgeben” entrinnen? Und koennte es sein, dass du die Statements falsch interpretierst und missverstehst?
    Eigentlich koennte es dir ja auch egal sein, mit welchen Statements du konfrontiert wirst. Denn 1. brauchst du nicht auf so ein “Statement” zu antworten und zu reagieren und 2. brauchst du dich auch selber gar nicht so ver- und beurteilt fuehlen. Ich vermute naemlich, dass du durchs Leben gehst und ueber jede Person, die dir aus irgendeinem Grund auffaellt, ein Urteil faellst und deswegen ganz paranoid ja selbst immer im Mittelmass sein willst, damit bloss niemand etwas an dir auszusetzen haben koennte.

  2. G.SL sagt:

    Die Lotterhosen sind in Frankreich seit langem (seit sie in Mode sind) unerwünscht, und zwar aus dem selben Grund, wie Badekappen vorgeschrieben sind: es sollen weniger Haare im Wasser landen.

  3. Riccardo sagt:

    @maya
    Diese Burkinis kannst Du auch in der Schweiz via Post kriegen. Schaue mal die Seite ‘www.zohra.ch’ an.

  4. rb sagt:

    Ich hatte als Kind dutzendfach Sonnenbrand und bereits mit Mitte 20 (gutartigen) Hautkrebs. Ich wäre noch so froh, hätten meine Eltern mich mit so einem Badeanzug vor der Sonne geschützt!

  5. Lyss sagt:

    @ Jennifer: Ja musste ich auch schon versuchen und war erfolgreich! Unsere Mütter und deren Ihre Mütter habens geschafft – also sollte das auch heutzutage noch möglich sein!

  6. Samuel sagt:

    @ Laura
    Nun… immerhin gehöre ich nicht zu der Sorte die Ihre Frauen zwingt sich zu verhüllen und jene beschimpfe die das nicht tun.
    Meine Empfehlung? Provokationen erzeugen entprechende Reaktionen… beides ist zu vermeiden. Und eben: Wegschauen ist auch keine Lösung!
    Betreffend ‘falsch interpretierter Statements’ lasse ich mich gerne belehren… Bin gespannt.

  7. Bodie sagt:

    Mein Junior (7) wird immer schön eingecremt und ein Sonnenschirm haben wir auch immer dabei wenn wir in die Badi gehen. Einen Sonnenbrand hatte er bisher nicht.
    Der UV-Badeanzug ist meiner Meinung nach für überbesorgte Eltern oder solche, die sich das eincremen sparen wollen. Zwar kennen diese Kinder nichts anders, bin aber gespannt wie es dann für sie als Erwachsene ist, ‘praktisch nackt’ in die Badi zu gehen. Vielleicht findet so in 10 Jahren der Burkini auch in unseren Breitengraden reissenden Absatz.

  8. mioma sagt:

    @Lyss

    Das Statement von Jennifer könnte auch von mir sein. Schön, dass Du beim Eincremen so erfolgreich warst. Ehrlich gesagt: Unsere Mütter und deren Mütter haben uns kaum so oft und gründlich mit Sonnencreme eingecremt, wie wir das heute meist tun. Oder ich hätte nicht haufenweise Sonnenbrände in schlechter Erinnerung, mit Blasenbildungen und ähnlichem Graus. Vielleicht hattest Du ja für damalige Zeiten auch besonders vorsichtige Eltern. Es dürfen doch wohl die heutigen vorsichtigen Eltern auch von so praktischen Neuerungen wie diesen UV-Gwändlis profitieren, wenn sie wollen. Zumal Sonnencreme ja abgesehen von mühsamem Eincremen auch viele Nachteile hat…

    Und überhaupt: Ist schon erstaunlich, dass man offenbar nicht einfach so angezogen in der Badi erscheinen kann, wie man es für sinnvoll hält.

  9. Lyss sagt:

    @mioma: Du hast recht, dass es bestimmt nicht immer einfach ist ein Kleinkind einzucrèmen, vorallem da diese kleinen Geschöpfe dies nicht wirklich immer begrüssen. Vielleicht war meine eigene Mutter auch sehr vorsichtig was meine Haut angeht, aber man (frau) macht es sich ja schon extrem einfach, das Kind einfach in ein UV-Badeanzug zu stecken / zwingen!
    Meiner Meinung nach ist dieser Anzug ein weiters Produkt, welches die voranschreitende Faulheit unserer Gesellschaft fördert!
    Ob UV hin oder her. Liebe Erwachsene würded ihr gerne in der Badi liegen, ein Buch lesen, eure Freizeit geniessen und dabei ein solcher Anzug tragen? Have Fun!

  10. gargamel sagt:

    seit den 60ern des letzten jahrhunderts hat die uv-strahlung (durch die abnahme der ozonschicht) im mittel zugenommen (gegen 50%). d.h. unsere eltern mussten uns weder in kinderburkinis stecken noch mit schutzfaktor 50 einschmieren noch permanent mit sonnenhut ausrüsten, um sonnenbrände zu verhindern…

  11. hansdampf sagt:

    kann gargamel nur beipflichten!

  12. mioma sagt:

    @ Lyss

    A propos “Kind zwingen”: Kann nur für mich reden, aber mein Kind lässt sich problemlos in den UV-Anzug stecken (übrigens ganz ohne Zwang), im Gegensatz zum Sonnencreme eincremen (was meist nur mit Zwang geht). Bin ich jetzt also faul, wenn ich die einfachere und noch dazu effektivere Massnahme wähle, die mein Kind ausserdem besser akzeptiert?

    Und ich selbst trage übrigens meist auch mindestens noch ein T-Shirt, wenn ich in der Badi bin. Weil auch ich keinen Hautkrebs riskieren möchte, der – Tatsache – auf dem Vormarsch ist.

    Was in dieser Diskussion gar nicht vorkommt: Die meisten Eltern variieren bei ihren Kindern ja mit den verschiedenen Möglichkeiten. Also z.B. UV-Anzug in der Mittagshitze, fröhliches Nacktbaden ab 17 Uhr…

  13. Würde irgendeine Hollywood-Nudel mit so einem Surf-Kini oder Bur-Whatever herumstolzieren wäre es nur eine Frage der Zeit, bis hier alle damit herumlaufen. Das eigentliche Problem ist die Radikalisierung der Islamhasser, die Mobilisierung von hasserfüllten Gedanken Menschen gegenüber, die ihre Körper nicht in einer Titten- und Füdliparade herumstolzieren brauchen, sondern einfach angezogen Schwimmen gehen wollen. Leute die keinen Hautkrebs wollen, werden jetzt also zu radikalen Islamisten, die den ortsansässigen Kulturkreis zerstören. So ein Schwachsinn, nur Bünzlis sind hirnverbrannt genug um so etwas herauszulassen. Man schaue sich die Bademode der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts an, das waren noch Bade-ANZÜGE und nicht irgendwelche grusigen Tangastrings, die aussehen, alsob einem Nudisten hinten was raushängt. Mode ist ein persönlicher Entscheid, genauso wie Religion ein freier Entscheid ist. Klar ist doch, dass die meisten Männer in der Badi sich an leichtbekleideten Mädchen aufgeilen, und es gibt auch einige Frauen die das geniessen. Normal ist alles, solange es Spass macht und nicht auf Unterdrückung herausläuft. Nur: Wenn Angestellte in einer Badi Kindern vorschreiben wollen was sie tragen müssen, werden die Eltern entmündigt, ihr Erziehungswille von Halbschlauen unterdrückt. Wer das akzeptiert, erlaubt es, dass irgendwelche Leute aus irgendwelchen Launen heraus über seine Kinder Entscheiden. Verstehe ich richtig: wollen sich irgendwelche Bademeister gemäss ihrer eigenen Berufs-”Ethik” anmassen, anderen Kindern vorzuschreiben was sie zu tragen hätten? Unmöglich, oder? Bademeister sind meistens nicht die grossen Philosophen und meistens nicht die grossen Rechtsanwälte. Und nun sind sie die Hüter der Abendländischen Badekultur. Aber wer ein Problem damit hat, dass der Nachbar ein blaues Beret trägt, oder einen ganzkörper-Badeanzug, soll das nun plötzlich ausleben dürfen, in dem er anderen Kindern, Frauen verbietet, nicht halbnackt zu sein. Solche Leute haben nichts zu melden, sie sollen auswandern oder still sein. Mit Bünzlis gibt es 100′000x mehr Probleme als mit Burkini-Kids, jeden Tag belästigen sie mich und viele andere mit ihren hinterwäldlerischenHasstiraden gegen alles das nicht Bünzli ist. Ich werde meinen Kindern zu Weihnachten so einen richtig schönen Burkini kaufen, auf dem vorne “Bünzli” steht, und hinten “DU!”. PS: es gibt mehr Turn-Absenzen von Kindern aus christlichen Familien, die Angst davor haben, dass dem ungeschickten Stammhalter der Medizinball auf den Fuss fallen könnte, als Väter, die ihre pubertierenden Töchterlein nicht in ein Schwimmbecken mit geilen Osterhasen stecken wollen. Oder Schwimmdispensen an Christenkinder, ausgestellt wegen Wasserangst oder Chloralergien – nicht wegen Allergien gegen den Sohn Gottes.

  14. RafiqT sagt:

    Ich bin angenehm ueberrascht, dass die Mehrheit der Kommentare nun einal ‘burkini-freundlich’ sind. Die Muslime in unserer Mitte koennen so auch den europaeischen Sommer geniessen. Die Franzosen enttaeuschen. Da sehe ich nichts von ‘egality, fraternite, liberte’. Was fuer eine ‘egalite’ ist das, wenn alle gleich aussehen muessen?

  15. Franziska sagt:

    Nur so am Rande erwähnt: Wer Angst vor UV-Strahlung hat, sollte einfach nicht an die Sonne gehen! Wer Respekt davor hat, sollte nach 15 Uhr in die Badi gehen. Natürlich immer mit Sonnenschutz, auch bei bedecktem Himmel. Wer hier über Kleider und UV labert, sollte am besten zum Arzt gehen.

  16. Franziska sagt:

    Übrigens, hätte ich fast vergessen: Kein anderes Produkt hat so viele Nano-Partikel wie die Sonnencreme! Wenn man schon Angst vor der bösen Sonne hat, sollte man erst recht von Nano-Partikeln haben, die direkt auf die Haut geschmiert wird! Vielleicht wäre ein Anzug doch die bessere Lösung, wobei die überängstlichen Eltern ein anderes Motiv dafür haben!

  17. Papi sagt:

    apropos Nacktbadeverbot: Das hat wenig mit Gaggi und Bisi zu tun!
    Seit jedes Handy mit einer Kamera ausgerüstet ist, lassen sich wunderbar versteckte Filme und Photos machen. Es sind schon mehrere Pädophile in der Nähe der Kinderplanschbecken erwischt worden…

  18. Cira sagt:

    Wie wohl die Kommentare sein würden, wenn es eine Nacktbadepflicht oder Wahl gäbe… Die Wellen der Badis würden wohl höher schlagen als die Burkina der Musliminnen es könnte. Auch in Indien gehen die Frauen nur mit Hose und T-Shirt ins Wasser – für solche Fälle ist ein See wohl geeigneter, obwohl man mit der Verkleidung nur planschen und nicht schwimmen kann. Hab mich sehr amüsiert über die vollverpackten Kinder im Artikel. Ich würde den Mittelmeerurlaub im Hochsommer nicht machen, wenn meine Kinder und ich nur noch mit oben genannten Schutzanzügen ins Wasser gehen könnten. Mir selbst ist die Sonne am Mittelmeer zu stark und heiss, um dort am Strand zu brutzeln. Früher haben uns die Eltern ein T-Shirt in der Mittagssonne drübergezogen. Die Eltern werden immer ängstlicher, auf dem Skihang oder Spielplatz ist es dasselbe. – Die Bademode vor 100 Jahren war schon sehr zugeknöpft – kommt ein Revival?
    Übrigens sind die Georgier (in Tiflis) christlich orthodox mit sehr toleranter Ausprägung, dort gehen die Frauen ganz selbstverständlich im Bikini ins Meer oder im See baden, ausserdem verbrennen sie sich nicht so schnell wie wir Mitteleuropäer.

  19. Anonymous sagt:

    http://www.wholesomewear.com … christlicher Kulturkreis, nicht Schweiz.

  20. Regina sagt:

    Wie lange dauerts wohl noch, bis wir in der Badi einen Helm tragen sollen?… :-)

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