
Sexverbot für Firmenchefinnen?
Gestern fiel mir zufälligerweise das Schweizer Wochenmagazin mit nationalkonservativer Ausrichtung in die Hände. Zuerst stachen mir die Schlagzeilen ins Auge: «Homosexualität als Religion»; «Zu faul zum Arbeiten»; «Männer lieben den Krieg, Frauen lieben Krieger». Dann bemerkte ich die rot gedruckte Kopfzeile. Sie lautet: «Darf die Firmenchefin während der Krise schwanger werden? Nein.»
Im Editorial breitet Verleger und Chefredaktor K. die Problemlage aus. Eine «noch junge» Chefin des ABB-Konzerns nimmt 16 Wochen Mutterschaftsurlaub. «Rechtlich ist das alles korrekt, aber ist es auch in Ordnung?» fragt K. Wobei der Unterschied zwischen Recht und Ordnung mit der dramatischen Situation zu tun hat: Wir befinden uns «im Krieg» und die Manager sind unsere «Generäle». Von der Weltwoche-Front wissen wir ja schon, dass Männer diese Situation lieben. Wir vermuten unter anderem deshalb, weil im Krieg alles erlaubt ist. Zum Beispiel auch, die Frauen wieder huschhusch ins Körbchen zu schicken.
In den weiteren Ausführungen will K. sich zu einigen grundsätzlichen Gedanken zum «Thema Frau und Karriere» aufschwingen. Dann allerdings folgen fast ausschliesslich Reflexionen über die Tugenden eines Firmenchefs, also sich selbst: «Unternehmer und Topmanager sind Antreiber, Strategen, Vorbilder, Lasttiere. Sie müssen den Karren ziehen und alles dieser Aufgabe unterordnen. Gesundheit, Familie, Freizeit, in vielen Fällen sogar das eigene Vermögen treten in den Hintergrund.» Zum Schluss erfahren wir noch: «Wenn die ABB Schweiz in der schwierigsten Krise seit dem zweiten Weltkrieg auf ihren Chef verzichten kann, dann ist es der falsche Chef.»
Nun ist es eine berechtigte Frage, ob auch Unternehmensleiter sich sechzehn Wochen Urlaub nehmen dürfen, oder ob sie nicht, wie Magdalena Martullo Blocher den Job höher gewichten und nach ein paar Tagen wieder im Büro erscheinen sollten. Aber warum sollen Firmenchefinnen nicht schwanger werden dürfen? Sollen sie wegen der Krise vielleicht gleich ganz auf Sex verzichten? Obschon «la Crise», ja laut K.s eigenen Worten «n’existe pas»? Entweder, so müssen wir schliessen, möchte K. uns sagen, dass Frauen an Unternehmensspitzen so wenig verloren haben, wie im Krieg. Oder das ganze ist eine Kampfansage an seine Frau, die ja ebenfalls in Erwartung ist, aber von ihm wohl auf keinerlei Unterstützung hoffen darf.
Und apropos Krise. Ging es damals nicht um die UBS? Der es bestens gehen soll, wie das Wochenmagazin damals wortreich darlegte, obschon sie ein paar Tage danach Milliardenhilfe von den Steuerzahlern beantragte? Und wie war das noch mal mit der Funktion des Firmenchefs? Wenn der tatsächlich so direkt für Weh und Ach des Geschäftsgangs verantwortlich ist, sich «die Verantwortung» nicht teilen lässt: warum wurde dann Marcel Ospel nicht zur Verantwortung gezogen?
Was meinen Sie zum Thema?
Ich persönlich zweifle dran, ob die Krise mit martialischen Brustgetrommel anzugehen so klug ist, weil ja gerade solches, kombiniert mit persönlicher Gier und der Vorstellung «im Finanzkrieg ist alles erlaubt», uns erst dahin geführt haben. Und ja, ich bin unbedingt für unbequeme Fragen. Aber die Frage, ob die Firmenchefin in der Krise schwanger werden darf, ist nicht unbequem, sondern bloss beschränkt. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass K. sich letztlich in den Schlagzeilen seiner Zeitung vertan hat. Eigentlich müssten sie lauten: «Arbeit als Religion.» «Zu faul, um homosexuell zu sein» Und: «Männer lieben den Krieg. Und Frauen sollen draussen bleiben.» Vielleicht sollte er sich einen Vaterschaftsurlaub auf Mykonos gönnen.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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ganz genau…für Mamas den Mama-Blog, für Männer die Weltwoche!
Herr K. ist ein Dinosaurier aus einer längst vergangenen Zeit.
Seine Argumente sind angesichts der herrschen Wirtschaftskrise & der dafür Verantwortlichen absolut lächerlich (In der obersten Führung eines Unternehmens ist Verantwortung unteilbar und nicht über einen längeren Zeitraum aussetzbar. Topmanagement bedeutet Einsatz, Sechzig- oder Siebzig-Stunden-Wochen, Entbehrung und weitgehender Verzicht auf ein geregeltes Familienleben.)
Nur mal so ganz kurz zur Erinnerung; All die ungeteilte Verantwortung in den Teppichetagen mit den tapferen Kriegern, die sich ach so selbstlos aufgerieben haben für das Wohl ihrer Unternehmen… wohin hat das geführt? Vielleicht wäre es für die Unternehmen und die Wirtschaft besser gewesen, die werten Herren hätten mal einige Wochen Vaterschaftsurlaub genommen um mal ein bisschen einen andern Blickwinkel zu bekommen.
Die Wirtschafstkrise wurde meines Wissens nicht von egoistischen Müttern verursacht, die ihrem Unternehmen wegen Schwangerschaft und Mutterschaftsurlaub fernbllieben.
Und was für eine Idiotie ist das denn bitte, dass sich der Mensch an die Arbeitswelt anzupassen hat und nicht umgekehrt? Wohin das ganze führt sehen wir ja jetzt: Wirtschaftskrise, Burnouts ect.
Endlich mal ein vernünftiges Argument für den Vaterschaftsurlaub – 16 Wochen ohne K. das wär mal was.
@ mumia, studimami etc.
Habe mal eine Studie gelesen die sagt das Frauen die währen des Studiums Kinder kriegen, die besten Chancen für eine Kariere haben. Und dies ist nachvollziehbar. Bis sie zur Aufstiegsmöglichkeiten kommen, sind die Kinder bestenfalls schon im Kindergartenalter.
KEINER in diesem Blog sagt das Frauen mit Kindern keine Kariere machen dürfen. Im GEGENTEIL! Sie sind ja schon dran und das ist gut so. Es geht nur um diese bestimmte Situation, wo jeder Chef dessen Firma in der Krise steckt, x-tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen könnten, sich KEINE 16 Wochen Ferien, Schwangerschaftsurlaub oder gar Unfall leisten kann. Obwohl, mit einem gebrochenem Bein kann man zur Arbeit kommen.
Wie die @ Nicole Burger sagte, jeder Erfolg bringt eine Verzicht oder gar Verlust mit sich.
Mann/Frau/Kind/Mensch kann nicht alles haben!!!
@Kathrin
An Ihren Aussagen erkennt man, dass Sie sich noch nie um eine Stelle bemüht haben, welche auch für sehr intelligente, kampferprobte Männer attraktiv ist.
Ich möchte Sie weiterhin darin bestärken, sich Ihren Zynismus für Dinge aufzubewahren, von denen Sie etwas verstehen.
Um doch noch etwas auf Ihre Argumentation einzugehen: Die einzige Frau in Ihrer Liste, über die ich keine Aussagen machen könnte, ist Frau Büchner, allerdings weiss ich auch nicht, wer Herr Büchner ist.
Und noch was: Die Lebenspartner im Hintergrund sind und waren nie graue Mäuse, no-names, die man nicht kennen muss.
Die Meisten berühmten Leute, welche schon lange tot sind, und heute eine Zierde darstellen für die Geschichtsbücher, hätten das nicht erreicht ohne eine Powerfrau.
Es ist nicht schön, dass es auch heute noch Frauen gibt, welche die Leistung der bescheidenen Helfer im Hintergrund nicht zu würdigen wissen.
Teile die Meinung daniel binswangers (8.7. 22.23): Schade, die Lancierung der Diskussion ist falsch und provoziert unproduktive Aeusserungen. Soll ich mich nun beschweren, dass ich (nachdem ich bei der Weltwoche die Flinte ins Korn werfen musste) nun auch Mamablog-abstinent werden könnte? Substantielle Argumente zum Thema Frau und Führung hätten mich mehr interessiert.
Der Eintrag ist keinesfalls polemisch, im Gegenteil. Es erinnert mich etwas an die NS-Zeit, in der die Frauen erst aus der Arbeitswelt verdrängt wurden, um sie dann im Krieg wieder zurück zu rufen. Frauen als Manövriermasse. Und der Vergleich mit dem Militär- oder Zivildienst ist durchaus angebracht. An meinem alten Arbeitsort hatte ich grössere Probleme, als ich eröffnete, dass ich schwanger wäre (obwohl ich bereits ein Kind und einen Teilzeitjob hatte). Meinem Arbeitskollegen machte “mann” jedoch das Leben nicht zur Hölle, obwohl er in demselben Jahr drei Monate Zivildienst nachholen musste. Zivildienst tönt offensichtlich besser als Mutterschaftsurlaub.
Wer in einer Top-Position in einem internationalen Unternehmen 4 Monate weg ist, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auch weg vom Fenster. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Mutterschaftsurlaub oder um Rekonvaleszenz nach einem grösseren Unfall geht. Das hat nichts mit Frauen- oder Familienfeindlichkeit zu tun sondern mit eher mit dem harten Konkurrenzkampf, der auf höheren Stufen herrscht. Die Luft wird dünn da oben und dass keiner der lieben Mitkonkurrenten die Abwesenheit des Chefs nutzen wird, um seine eigene Position zu stärken, ist utopisch. Zudem ist wirklich niemand unersetzbar, wie bereits mehrfach betont wurde. Mitleid mit der “armen” ABB-Chefin wäre jedoch auch fehl am Platz, denn ohne eine gehörige Portion Selbstvertrauen und den Willen auch selbst die Ellenbogen einzusetzen, kommt man in der Regel gar nicht erst soweit.
Noch ein paar Worte zum Thema Militär: Die Zeiten, in denen 4-5 wöchige Abwesenheit aus militärischen Gründen “kein Problem” waren, sind definitv vorbei. Im Gegenteil, eine militärische Kaderposition erweist sich schon länger – vor allem in grösseren internationalen Unternehmen – als Klotz am Bein. Ich musste mir selbst schon öfter pointiert anhören “Was? Du bist mal nicht im Militär?”. Dass das früher akzeptiert war, lag eher daran, dass auch ein “normaler” Soldat in der Regel bis über 40 in den WK musste und die “Mehrabwesenheit” des Kaders sich effektiv auf eine bis höchstens zwei Wochen beschränkte. Zudem MUSSTE wirklich beinahe jeder ins Militär. Heute sind wohl gegen 50% der Männer aus verschiedensten Gründen nicht mehr “diensttauglich” und entsprechend sind die anderen 50% auf dem Arbeitsmarkt im Nachteil. Aber eigentlich geht das ja am Thema vorbei….
@Zara: Klar, gebären und am gleichen Tag wieder an die Arbeit! So ein Mist! Die gute ABB-Chefin darf gerne eine Weile zu Hause bleiben, aber 16 Wochen sind wohl nicht nötig, um sich optimal von einer Geburt zu erholen, oder? Meine Mutter kam jedenfalls eine Woche nach der Geburt des vierten Kindes wieder nach Hause und hat den Haushalt geschmissen wie zuvor. Wir wollen ja nicht sagen, dass das weniger anstrengend und zeitraubend ist, als eine Firma zu führen, oder? Ausserdem, wenn wir schon beim Thema sind: Der Herr Gemahl dürfte ja in der modernen Gesellschaft seine Aufgaben auch wahrnehmen und die Dame bei der Kinderbetreuung unterstützen. Bei ihrem Gehalt kann er es sich sogar leisten, den Hausmann zu machen. Wie modern! Ist doch super!
Der langen Rede kurzer Sinn: Es hätte wohl niemand gestört, wenn die Frau drei, vier Wochen zu Hause geblieben wäre. Vielleicht hätte man dann nicht einmal einen Ersatz gebraucht. Aber das, was sie macht, finde ich verantwortungslos und egoistisch. Der Vergleich mit dem Militär hinkt auch: Dort ist ein Mann auch drei oder vier Wochen weg. Aber nicht 16 Wochen am Stück.
Linkspopulismus fand ich ein passendes Wort. Auch Herr Binswangers Beitrag hat mir gefallen.
P.S. Ich bin übrigens auch Akademikerin, die mal Kinder haben wird. Und gleichzeitig plant, weiterzuarbeiten. Ich mache mir also auch die entsprechenden Gedanken, danke für den Hinweis. Auch ohne Karriere werde ich einen guten Job und ein anständiges Einkommen haben. Es ist wie immer eine Frage der Prioriätensetzung – deren Konsequenzen man aber auch tragen muss.
1. mir reicht wenn michele die WW gelesen hat und interpretiert, ich kann selber noch gewichten
2. K. ist ein unsägliches sprachrohr der SVP, nur ein SVP Wähler nimmt WW und K. Ernst, polemik fliesst aus dieser ecke pur und kontinuierlich. als früherer WW abonnent und heutige die WW beim Coiffeur überfliegen reicht mir für eine fundierte meinung
3. militärabwesenheiten gg. mutterschaftsurlaub- richtiger punkt getroffen. militärische abwesenheiten von kader hatten bis dato auch keinen einfluss auf den firmenverlauf – wenn man sich richtig organisierte und das wollen uns die betroffenen hohen kader doch sicher so verkaufen
4. es geht darum, dass herr k. generell den mutterschaftsurlaub in frage stellt und sich am liebsten keine erfolgreichen frauen in den führungsetagen wünscht die auch ein familienleben führen können UND u.A. den rechtlichen Mutterschaftsurlaub nutzen. unter diesem aspekt müssen wir nicht nur über den “chef” (wow, was ist das, wann bin ich das…) sprechen sondern über jeden mitarbeiter. ein ADA hat mit seiner RS schon mal eine mutterschaftsurlaub abwesenheit egalisiert
5. nicht auf ABB herumreiten, solange alle mitarbeiter bei ABB die gleichen rechte und unterstützung erhalten ist dies positiv zu werten.
6. wer hat am meisten an der jetzigen wirtschaftssituation beigetragen? personen mit militärführungserfahrung und weiteren ego qualitäten? oder die abwesenheit von kader frauen mit mutterschaftsurlaub?
7. es geht nicht um frau und mann sondern ob frau in höherer kaderposition sich nicht heute auch das herausnehmen kann was sich männer schon immer leisteten
2 Punkte:
1. Steckte die ABB auch bereits vor 9 Monaten in der Krise? War die Krise vorauszusehen und wenn ja, soll dann jede Firmenchefin auf den Kinderwunsch kurz- oder eben auch langfristig verzichten? Ist alles immer 9 Monate im voraus zu planen?
2. Eine Schwangerschaft kommt meist im duemmsten Moment. Entweder steht ein Karrieresprung in Aussicht oder die Heirat des Bruders oder der Zuegeltermin oder man ist zu alt oder zu jung oder ein Todesfall in der Familie oder oder oder… Egal, es kommt dann schon immer irgendwie gut – also los, einfach mal drauflospopperlen.
Ansonsten finde ich auch, dass 16 Wochen nicht noetig sind zur Erholung der Geburt. Jede Mutter kann das wohl bestaetigen. (Was aber nicht heissen soll, dass Mama bzw. Baby kein Anrecht auf 16 Wochen Urlaub hat, schliesslich ist es fuer das Baby das beste, mind. die 16 vollen Wochen gestillt und von Mama’s Liebe umsorgt zu werden!)
Und zudem kann sich eine selbstaendige Mutter (z.B. Ladenbesitzerin, Kuenstlerin, Coiffeursaloninhaberin etc.) keine 16 Wochen Auszeit leisten. Daher reduziert die gute ABB-Chefin vielleicht ihren ‘Urlaub’ auch auf einige wenigere Wochen.
@mamamia
Das stimmt tatsächlich. Verzicht ist sicher nicht vom Tisch zu wischen. Jeodch finde ich, dass es auch Ansichtssache ist. Es gibt viele Frauen, die einiges unter den Hut bringen und nicht das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen (meine Wenigkeit). Eben, wie erwähnt, man muss die Prioritäten setzen. Aber ich finde auch, dass dies eine persönliche Frage ist. Wenn ich meinen Job gut erledige, Stellvertreter tiptpo eingeführt ist/ sind, dann verstehe ich das Problem des Kinderkriegens nicht. Gar nicht.
Man muss ja nicht mal einen hypothetischen Beinbruch oder das Militär bzw. WK als Beispiel nehmen. Frauen sollten sich doch nicht rechtfertigen müssen, wann und warum sie schwanger sind. Die Frage ist doch, wie die Frau/ Mann die Arbeit bzw. Absenz so organisiert, damit es nicht zum Desaster wird.
P.S. Köppels symbolische Wortwahl erinnert mich an den Herr Steinbrück, auch brilliant, trotzdem unsympathisch
Wenn irgendeinem Kadermitglied aus irgendeinem Grund 16 Wochen Urlaub zustehen, ist er oder sie frei diesen Urlaub zu beziehen – das Timing ist halt ab und an Glücksache. Dass während der Abwesenheit die Karten neu gemischt werden ist Berufsrisiko (und wird finanziell abgegolten). Fazit: Nutzen und Risiko müssen selber abgewogen werden, Mitleid ist fehl am Platz.
Am Rande einer Konferenz hat mir ein Multimilliaren-Investor mal gesagt, er arbeite höchstens sechs Stunden am Tag, alles andere sei ineffizient. Die Arbeitswelt hat sich rasant entwickelt (revolutioniert?), aber unser Arbeitspensum ist immer noch Mo-Fr, 08.00-17.00 Uhr, vier Wochen Ferien… Wär’s nicht mal an der Zeit, den Modus zu wechseln? Wäre nicht das eine Diskussion wert?
Der Vergleich mit dem Militär ist äusserst schwach: Wir haben eine Dienstpflicht, ich hab mir das nicht ausgesucht. By the way: Von all meinen “feministischen” Kolleginnen war nur eine aufrecht genug und hat Militärdienst geleistet (bei der Militärpolizei, respect!). Nichtmal ein Sozialeinsatz war für die anderen drin… einfach nicht cool…
@Magdalena
Zu 1. Seit Juli 08 ist die ABB Aktie im Fallen.
Die Aargauer Zeitung hat über die Geburt berichtet, wenn ich mir die gähnende Leere im dazugeschalteten on-line Blog angesehen habe, überkam mich sogar Mitleid für Frau Staiblin.
Sollte sie durch einen dummen Zufall diesen Blog zu lesen bekommen, dann möchte ich ihr aus ganzem Herzen gratulieren und ihr und ihrem Kind alles Gute wünschen.
Ich finde es super, wenn geeignete Frauen grosse Konzerne führen und Kinder haben.
Aber diese Forderung kann nicht losgelöst stehen, es gibt verschiedene Kontexte, in welche diese Forderung hineingestellt werden muss, damit nicht nur Einzelfälle in diesen “Genuss” kommen.
Herr K sollte im Rahmen der Wirtschaftskriese als erster weg-rationalisiert werden, dann hätte er auch Zeit für sein Bebe. Das nennt man auch “verantwortung übernehmen”. Er ist ein Voll…..!
Wenn ein Chef oder eine Chefin absolut unersetzbar ist und das Wohl einer Firma davon abhängt, dass dieser permanent anwesend ist, dann ist etwas faul. Das würde ja heissen, dass der Laden den Bach runtergeht, sollte der Herr / die Dame sich verletzen oder dummerweise einen Unfall haben oder unters Tram kommen um es mal salopp zu formulieren.
Und wenn die Bosse dieses Selbstverständnis haben, sollten sie meiner Meinung sofort entlassen werden. Wenn ich will dass eine Firma funktioniert, dann sollte sichergestellt sein, dass eben niemand unersetzlich ist. Das sollte das oberste Ziel von Verwaltungsräten sein bei der Einstellung Ihrer sogennannten Topshots. Und natürlich auch die ganze Leiter runter.
Sobald es heisst, jemand sei unersetzlich beginne ich mich ernsthaft zu fragen. Erfahrung zeigt, dass sind sie dann erst weg plötzlich gut ohne geht?
Oder vermisst jemand Ospel? Vielleicht hätte er besser jedes Jahr 4 Monate unbezahlten Urlaub bezogen, dann hätte er erstens Verantwortung abgeben müssen und auch mal für eventualitäten vorsorgen und der immer wieder zu beobachtende “Kadavergehorsam”, der jedes kritische Denken ausschaltet würde auch nicht so schnell entstehen.
Wenn Mutterschaftsurlaub (und Vaterschaftsurlaub) nicht möglich sind hat die Firma was falsch gemacht und der Chef selbst erst recht.
Und Krise hin oder her, nie sollte das Wohl einer Firma von einer einzigen Person abhängen. Das kann ja nur schiefgehen…
Also mich hat’s ja fast vom Stuhl gezwickt als ich die Worte von Herrn K. in der Weltwoche las. Wie jetzt? Hatten wir das alles nicht schon mal, und ist das nicht durch? Nein, durch ist es nicht. Natürlich nicht. Sonst würden die Frauen ja auch längst soviel verdienen wie die Männer, was ja noch nicht der Fall ist.
Einen Mutterschaftsurlaub mit einem Mann zu vergleichen der seine Beziehung retten möchte… ein bisschen weithergeholt. Ausser der Mann würde für die Frau als ausdruck seiner Liebe ein Poulet aus seinem Nasenloch drücken oder so. und es dann auch noch pflegen und hegen und gross ziehen. Absurd? Genau wie der Vergleich von Herrn K.
Ich habe nichts gegen provokative Berichte, aber ich bilde mir auch gerne selber eine Meinung. Und meiner Meinung nach, ist das Rätsel das einzige was in der WW noch Spass macht.
Schade eigentlich…
Ein Poulet aus seinem Nasenloch drücken… hahahahahahahaha
…der K. wird mit zunehmendem Alter einfach nur gschpässig im Kopf.