
Soll ein Opa staatlich erfasst werden, weil er den Enkel hütet?
Ohne die Grosseltern, ohne Gotte und Götti ginge es bei uns nicht: Die Grosseltern sind vier Monate nach der Geburt meiner beiden Töchter jeweils in die Bresche gesprungen, wenn der Mutterschaftsurlaub vorbei und der Krippenplatz noch in ferner Zukunft lag, obwohl ich das Ungeborene jeweils auf die Warteliste setzten liess, noch bevor ich es zum ersten Mal auf dem Ultraschall gesehen habe. Oma und Opa haben die Kinder über Monate zwei Tage pro Woche gewickelt, geschöppelt, geliebt und verwöhnt. Und sie tun es heute noch: Jedesmal wenn eines der Kinder krank ist, wenn Mutter oder Vater ausfallen, weil sie geschäftlich unterwegs sind, springen sie ein. Gotte und Götti sind es, die jeweils eine oder zwei der dreizehn Wochen Schulferien mit den Kindern etwas unternehmen, weil schon fünf Wochen Ferien für die meisten Arbeitsnehmer ein Luxus ist und für die meisten Kinder der Ferienhort mehr Stress als Erholung bedeutet.
Ohne Oma und Opa, ohne Paten- oder sonstige Tanten, ohne Nachbarinnen, das werden die meisten berufstätigen Mütter unterschreiben, wäre der Spagat nicht machbar. Der Bundesrat sollte sich für die freiwillige Betreuungsleistung der erweiterten Familie bedanken. Immerhin kostet ihn diese Leistung nichts, sondern füllt die Kassen: Denn nur dank dem Gratishütedienst können Mütter arbeiten und Steuern bezahlen. Stattdessen will der Bund das Kinderhüten eidgenössisch reglementieren: Künftig muss, wer Kinder regelmässig zwei Tage pro Woche (20 Stunden) oder in den Ferien betreut, einen obligatorischen Einführungskurs besuchen und sich anschliessend regelmässig weiterbilden. So schreibt es die neue Kinderbetreuungsverordnung vor, die der Bundesrat bis zum Herbst in die Vernehmlassung geschickt hat. Wer sich dieser Bürokratie entzieht und ohne behördliche Bewilligung Kinder hütet, dem droht gemäss neuer Regelung eine Busse bis zu 5000 Franken. Egal, ob es sich dabei um die Gotte, Tante oder die Nachbarin handelt. Einzig die Grosseltern dürfen sich regelmässig ohne Lizenz auch nachts um ihre Enkel kümmern, auch sie aber müssen den Hütedienst anmelden.
Der Begleitbericht der neuen Verordnung pocht auf das Kindswohl. Auch die Betreuung durch Verwandte berge Risiken und Gefahren für das Wohl des Kindes in sich, heisst es dazu. Die Eltern der Kinder übrigens, um die sich der Staat so sehr sorgt, kommen in diesem Bericht praktisch nicht vor. Sie sind offenbar reif genug, die horrend teuren Krippenkosten zu berappen und als Doppelverdiener beträchtliche Steuersummen abzuliefern, nicht aber mündig genug, zu beurteilen, ob die Gotte oder Nachbarin anständig für das Kind sorgt.
Auf Facebook wurde bereits eine Gegner-Gruppe gegründet: «Wir sind gegen zu grosse Eingriffe des Staates ins Familienleben.» Höchste Zeit, da beizutreten.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook



























































































@Nicole Althaus Diese Ergänzung war notwendig und richtig! Tatsächlich verschleiert der Verordnungsentwurf in geschickter Weise die wahre Tragweite der Regulierung.
Wenn kommt eigentlich die Regulierung der Eltern? Es gibt einfach zuviele idiotische und dumme Eltern.
Schluss mit Stuss: Schwarznannies muss es ja zu zehntausenden geben, wenn man den Befürwortern dieser Gesetzesvorlage glaubt! Das ist ein Scheingrund und nix anderes.
Diese Verodnung ist völliger Schwachsinn- und wer soll Verstösse gegen die Meldepflicht ahnden? Die Einsatzgruppe Diamant der Kantonspolizei Zürich vieleicht? Cobra von Bern? Schwerstbewaffnete Anti-Terroreinheiten also?
Augen auf: Familien, die aufgrund mannigfaltiger Probleme nach Gratislösungen suchen, um ihre Kinder zu betreuen (also nicht Horte)- und nicht ständig nach dem Staat, Staat, Staat rufen, sollen doch nicht noch zusätzlich bestraft werden!
es geht hier doch nur um eines….
mütter zurück an den herd – wir haben sowieso zuviel arbeitslose,,,,
alles schön ‘politisch korrekt’ verpackt
Einen Scheiss werde ich irgendwo mitteilen wann und wo ich meine Enkel betreue oder nur besuche. Gats no.
Jezt ist langsam genug Heu dune. Wenn die in Bern so Angst vor den Ausländer mit KIndern haben dann sollen sie doch die Grenzen wieder zu machen. Es geht einfach nicht, dass wegen den Ausländer die Schweizer Familien kaputt gemacht werden. Ich lass mir doch nicht mehr länge auf der Nase rumtanzen. Wieder mal so alte linke Damen bei denen die Kinder aus dem Haus sind und nicht wissen was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Politik kommt denen dann gerade recht.
Als Grossmutter muss ich jetzt sicher keinen Kinderhütekurs absolvieren. Melden ich kanns nicht fassen.
Also ich werde politisch aktiv, wenn dieser Schwachsinn rechtsgültig wird. Und genau das empfehle ich auch anderen Eltern:
N.E.I.N. ! ! !
Nachtrag zum ersten Beitrag. Verbietet entlich den Politikern das Alkohol drinken.
Das muss eine Schnapsidee sein anders kann man sich das nicht erklären.
@Nicole Althaus
Das mit Gotte/Götti, kann ich nachvollziehen, wie schon gesagt. Haben wir auch so.
Dass es nur 20 Stunden tagsüber sind habe ich tatsächlich überlesen, mea culpa.
Allerdings ist die Auslegung, dass für regelmässig schon einmal im Monat genügt dann schon wieder etwas gewagt meiner Meinung nach. Genauso verbietet niemand eine Woche Ferien bei Onkel und Tante. Jedenfalls nicht in diesem Entwurf.
Alle anderen Einsprüche Deinerseits sind wohl sehr berechtigt. Ich hätte in den letzten 10 Jahren wohl den meisten dieser Vorschriften ganz gewaltig zuwidergehandelt.
Was mir besonders aufstösst beim zweiten (genauen, weil zu Hause) Lesen sind die “Kinder mit besonderen Bedürfnissen”. Der Entwurf würde es einer Familie mit einem (auch nur leicht) behinderten Kind glatt verunmöglichen auf Eltern, Verwandte zurückzugreifen. Und aus Erfahrung kann ich sagen, ist es in diesen Fällen am dringendsten nötig und so schon schwierig genug Freiwillige zu finden.
Also, das Ding muss definitiv nochmals überdacht werden. Aber wie schon gesagt, es ist eine Vernehmlassung und es würde mich wundern, wenn der Entwurf nicht total zerzaust aus dieser herauskäme.
Ich als Omi hüte meine Grosskinder 1 – 2 Nachmittage weil meine Tochter angewïesen ist auf einen Verdienst. Meine Grosskinder sind beide selbstständig und gehen eigene Wege, ich bin einfach da als Ansprechperson. Sind diese >Politiker alle schizophren? Wenn das durchkommt gehe ich auf die Barrikade. Die sollen doch den Stutz bei der Waffenlobby holen. Auch ich brauch keinen Kinderhütekurs habe einen guten Draht zu Kindern.
Da wird alles geregelt.
Groesse der Seife und Seifenschalen in der Kinderkrippe, Abstand der stühle zu den tischen. lichteinfall ins kinderzimmer. Die Hand streckt man im 95 Grad Winkel aus zum Grüssen. Die Reglementierung im Militär während des kalten Krieges war Honigschlecken im Vergleich zu diese Wut der Reglementierung in der Kindererziehung.
und zu aller letzt wird noch jeder registriert.
Aber wir vergessen dabei, den Kindern Menschenwärme zu geben. Nein zu sagen, wo’s notwendig ist. Wir vergessen zu verbieten (ohne Verordnung) sondern mit natürlichem Menschenverstand und aus Liebe, dass man zu viel TV schaut. Wir vergessen zu untersagen, dass man mit 14, 15 und 16 keinen Alkohol drinkt und keine Drogen konsumiert. Dafür aber als Eltern mit den Kindern regelmässig etwas unternimmt, zusammen musiziert, etwas liest. Heute Man darf alles, sofern es geregelt ist…
und schliesslich wundern wir uns über Zwischenfälle von Rasern, Schlägern, wie wir es die letzten Tage aus den Zeitungen erleben.
Ich glaube, ich ziehe wieder nach Südamerika. Nicht, dass es dort die Probleme der Jugendlichen nicht gibt, doch der Staat lässt mich wenigstens in Ruhe mit meine 3 Kindern. Hoffe nur, dass die Grosseltern auch mitkommen…
Haben die eigentlich nichts Schläueres zu tun in Bern. Wie wäre es beispielsweise mit der Finanzkrise? Anscheinend ist dieses Problem bereits gelöst, dass man sich um Dinge kümmern kann, die gar kein Problem sind. Eine Meldepflicht für Grosseltern wenn diese die Kinder hüten. Ne echt, es wird immer besser. Haben da ein paar zu viel Cannabis geraucht?
Habe neben meinem 80% Job während längerer Zeit die Tochter meiner Freundin am Mittwoch, Samstag und Sonntag betreut. Falls dieses Gesetz in Kraft tritt, werde ich in Zukunft bei ähnlichen Anfragen aus meinem Freundeskreis Nein sagen. Ich habe neben meinen eigenen Kindern und der Arbeit keine Zeit für irgendwelchen bürokratischen Kram. Möchte mich auch nicht ausquetschen lassen, warum ich für die Betreuung kein Geld verlange etc. Vertraue voll darauf, dass der Staat in Zukunft Beschäftigen im Niederlohnbereich Betreuungsmöglichkeiten am Wochenende zur Verfügung stellt
Es ist doch völlig wurscht, um wieviele Stunden es sich dreht! Der Staat hat sich nicht in Familienangelegenheiten einzumischen!
Wie schon andere vor mir geschrieben haben: Bald brauchen wir eine staatliche Genehmigung zum Zeugen von Kindern! Willkommen in der Eugenik und in der Diktatur!!!
Schlussendlich geht es nur darum, dass Beamte (und damit der Staat) noch ein weiteres Instrument haben um nötigenfalls Bürger zu schikanieren, zu plagen und ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Insbesondere unbotmässige weniger obrigkeitsgläubige und -hörige werden gerne mit Fantasie-Bescheiden zu Steuern, bei Gewerblern Fantasie-Bescheiden zu Auflagen, Vorschriften etc. eingedeckt um Widerstand zu brechen damit sie brav kuschen vor jedem Beamten.
Es wird mir schlecht bei der Vorstellung, dass künftig irgendein frustrierter Beamter unangemeldet bei mir aufkreuzt, den kleinen Napoleon in meinem eigenen Haus spielt und mir vorschreibt welche Seife ich wo hinzustellen habe etc. Und ich seiner Laune und seiner willkürlichen Macht einfach so ausgeliefert bin und der herumschnüffelt wo immer es ihm passt. Immer mit der Drohung auf den Lippen, wenn ich nicht kusche, dann kostet es Fr. 5′000.-.
Zeit, diese unproduktive und selten nützliche Beamten-Masse zu stoppen und noch besser für die Schweiz, diese mal drastisch zu reduzieren.
Als Vater von 4 Kindern kann ich mich nur fragen, was das denn soll. Ich lese viele Kommentare und freue mich, dass es einigen ähnlich geht wie mir. Wir haben nach der Geburt unseres Jüngsten für einige Monate die intensive Unterstützung eines Kindermädchens beansprucht und auch den Goodwill unserer Familie strapaziert. Ohne unsere Kinder fremdbetreuen zu lassen, könnten wir vieles nicht effizient bewältigen. Meist sind es Verwandte, die sich die Babysitter-Rolle teilen. Wie sollten wir denn das ohne die Gotti’s und Tanten anstellen? Die Bewilligungspflicht würde – abgesehen davon, dass ich es schlicht unsinnig finde – auch unnötige Kosten verursachen. Der Staat greift hier wirklich in die Privatsphäre der Bürger ein. Bitte lasst es nicht soweit kommen!
Es gibt übrigens eine weitere Facebook Gruppe. Viel Spass beim vorbeischauen!
eidg. dipl. Kinderaufpasser/in – Hm, Führerausweis für Kinderbetreuung?
Nee, glaube nicht. Eher ein Versuch einer versteckten Sparübung. So viel reglementieren wie nur möglich um die Kinderbetreuung einzudämmen, die Mütter (oder auch Väter) zurück an den Herd zu locken (die Feinstaub-Jasmin wird jubeln) und mit den Bussen (aus den Verstössen) den Verwaltungsapparat dazu finanzieren. Oder aber denen in Bern gehen die Themen aus und sie brauchen ‘was zu diskutieren. Auch nicht? Was denn? Stumpfsinn!
Also, bei allem Respekt: Aber dass diese hirnrissige Vorlage dazu dienen soll, Frauen (und auch Männer- es gibt soviele Hausmänner, ausser Bänz Friedli gibt es glaub’ ich keinen einzigen im ganzen Land) zurück an den Herd zu zwingen, ist schon sehr weit her geholt.
Viel eher vermute ich da einen Betreuungs- und Social-Care-Konzern mit 1431 Sitzen in insgesamt 213 Ländern und 34′000 Angestellten weltweit im Hintergrund…
Klingt ironisch- ist aber durchaus denkbar. Gibt es eigentlich solche Ketten schon? Ich meine Firmen, die Horte u. ä. landesweit unterhalten und Gewinnträchtig betreiben?
@ Peter Müller, Myriam und allen anderen “besserwisser”
Wie die Vorlage jetzt genau im Detail beschrieben ist ist, ist wohl Nebensache. Das Schlimme an der Vorlage ist, das es sie überhaupt in dieser Form gibt. Die Zeit und das Geld sollte besser dazu dienen um neue Betreuungsplätze für die Kinder zu schaffen. Jemanden für die Gratisbetreuung zu finden ist schon schwierig genug, es noch komplizierter zu machen unnötig.
Jedes mal die Gesetzgebung zu lesen, bevor man das Kind jemandem abgibt um zu lesen, wie legal oder illegal dies ist, lächerlich. Der Staat soll da jetzt mal HALT machen!!!
@ Mira
Das ist Geschmacklos und beleidigend. In deiner Sprache ausgedrückt: “klugscheisserisch”
Die Schweiz weisst schon wo sich das Geld holen lässt! Und immer wieder beim Mittelstand Eltern!
Und all die “Supermamis” die ein Test für die Elternschaft verlangen, sollten doch erst einmal einen Yogakurs besuchen und sich mal entspannen. Das tut gut und bringt einen auf positive Gedanken.
Und wenn es nicht klappt, dann sich zuerst selber zum Test anmelden.
* Cheers*
Wie kommt ein so schwachsinniges Dokument in die Vernehmlassung? Haben die etwa keine interne Kontrollen? Ist leider nicht ein Einzelfall, Bsp. Tierschutzverordnung.