
Geteiltes Sorgerecht - nicht immer zum Wohl des Kindes.
Familien waren immer schon komplexe Systeme. Doch früher funktionierten sie nach vergleichsweise simplen Prinzipien: Die Ehegemeinschaft diente erst der Triebabfuhr, wurde dann mit Nachwuchs zum ökonomischen Kleinbetrieb erweitert und diente später per Franchising via Kinder der Altersvorsorge. Heute ist alles anders. Die Familie wird aus individuellen Verwirklichungsansprüchen zusammengeschustert und mit Emotionen gekittet. Eine nicht sehr stabile Konstruktion, so zeigt die Scheidungsstatistik: jede zweite Ehe – wahrscheinlich auch jede zweite Konkubinatsgemeinschaft – endet in einem Scherbenhaufen, aus dem sich im besten Falle Bruchstücke retten lassen. Zum Beispiel das geteilte Sorgerecht.
Nur erweist sich das geteilte Sorgerecht auch beim besten Willen der getrennten Elternteile als eigentliches Sorgenkind. Das konnte ich an einem mit mir befreundeten Elternpaar beobachten. Nach der Trennung einigten sich die beiden auf die je hälftige Betreuung des Kindes, Montag bis Mittwoch, Mittwoch bis Freitag, die Wochenenden aufgeteilt. Mit weitreichenden Konsequenzen. Zunächst einmal verdoppelt sich der Aufwand. Es braucht zwei Haushalte, zwei Betten, zwei Garnituren Wäsche, Spielzeug, Geschirr. Mit dem Eintritt in den Kindergarten kam die Logistik dazu: da der Vater in einem anderen Quartier wohnte, vervierfachte sich sein Weg für den Hol- und Bring-Dienst in den Kindergarten. Die verständnisvolle Kindergärtnerin versorgte netterweise beide Elternteile mit Informationen – auch für sie doppelten Aufwand. Das alles kostet natürlich nicht zuletzt Geld – von dem beide Elternteile weniger verdienen, weil sie wegen des grösseren Betreuungsaufwandes nur noch Teilzeit arbeiteten.
Zu den logistischen, organisatorischen und finanziellen Fragen kommen die emotionalen Herausforderungen. Paradoxerweise muss, wer gemeinsam ein Kind betreut, ohne zusammen zu sein, umso mehr miteinander reden. Und dann gibt es, auch bei gemeinsamem Sorgerecht, die gesetzliche Obhut, die immer nur bei einem Elternteil liegt, meistens bei der Mutter. Im Zweifelsfall sitzt die dann auch am längeren Hebel.
Gemeinsame Sorge bedingt vor allem eines: dass das getrennte Elternpaar sich nahe bleibt, räumlich und grundsätzlich. Doch genau diese Nähe ist in den meisten Fällen irgendwann nicht mehr gegeben – vor allem wenn noch neue Partner und Kinder dazukommen. Ist eine gerechte Lösung für eine so komplizierte Gemengelage überhaupt denkbar? Und wenn ja, kann sie vom Staat erwartet werden, oder liegt sie nicht in der Verantwortung der Eltern? Oder sollten wir einfach akzeptieren, dass die Trennung ohne grosse individuelle und emotionale Opfer einfach nicht möglich ist?
Bei dem erwähnten Paar endete die Geschichte damit, dass sie einen neuen Partner fand, mit ihm Kinder bekam und in eine andere Stadt zog. Der Vater war vor die Wahl gestellt, den Sohn in seine Obhut zu nehmen, oder ihn nur noch jedes zweite Wochenende zu sehen. Er entschied sich für letzteres. «Hätte ich ihn zu mir genommen, hätte das einen grossen Anteil Fremdbetreuung bedeutet. Bei ihr wächst er mit Geschwistern auf und wird von der Mutter betreut», sagt der Vater heute. Er sagt auch, dass er ihn oft vermisst. Aber hat er zum Wohl des Kindes entschieden.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@BigMac
Es ist richtig, dass es für das Kind das Schönste und Beste wäre, wenn die Eltern zusammen blieben.
Es ist richtig, dass Scheidungswillige zu wenig über die Folgen informiert sind, weder über die finanziellen Probleme, noch über die emotionalen Abgründe (die des Partners, die eigenen, die der Kinder)
Es ist richtig, dass eine Scheidung Verletzungen hinterlässt, bei allen Beteiligten.
Und es ist richtig, dass, nur weil es sozusagen alle tun, es deswegen nicht verharmlost werden sollte.
Es ist eine Tragödie. Punkt.
(Was nicht ausschliesst, dass auch Ehen eine Tragödie sein können.)
Es ist jedoch möglich, dass für ein Kind eine Geborgenheit und eine gute Entwicklung gegeben sein kann, in einer Patchworkfamilie oder auch bei einem einzigen Elternteil, oder zwei getrennt lebenden Eltern, die gemeinsam sorgen.
Es gibt auch glückliche Adoptivkinder, und sogar glückliche Heimkinder, nur hört man von denen im Normalfall nichts.
Es ist nicht der Idealfall, aber es kann für ein Kind unter den gegebenen Umständen gut sein.
Und ich hoffe, es kann auch sein, dass man aus den Fehlern in der ersten Ehe gelernt hat.
In unserem Fall, ich bin seit 11 Jahren mit meinem zweiten Mann zusammen, wissen wir alle, dass die Geschwister Halbgeschwister sind, und der Stiefvater nicht der leibliche Vater ist, aber wir leben WIE eine richtige Familie zusammen.
Es ist eine Lebensgemeinschaft, wir sind füreinander da, fühlen uns verantwortlich und lieben einander.
Das ist unsere Abmachung.
Mein Sohn leidet darunter, dass sein leiblicher Vater sich nicht für ihn interessiert und sich nicht um ihn kümmert (ich fast noch mehr), aber er hat tatsächlich mit seinem Stiefvater ein gutes Verhältnis. Und dem gelingt es ausgezeichnet, beide Kinder genau gleich zu behandeln, auch gefühlsmässig. Da staune ich immer wieder.
Die Stiefväter kommen aber auch nicht vor, bei den Gebrüder Grimm… Oder?
Und ich stimme Giorgio Girardet zu. Männer sollen Verantwortung für die Familie übernehmen, meinetwegen Oberhaupt sein. Das schliesst für mich eine partnerschaftliche Beziehung nicht aus.
Wenns der Mann nicht tut, muss die Frau die Führung übernehmen. Das kann gut gehen, oder auch nicht.
Wer die Führung in der Beziehung hatte, der wird der Schuldige sein, wenn die Scheidung da ist.
Im Idealfall sind beide stark genug, um jeder für sich selbst die Verantwortung zu tragen, und zusammen die Verantwortung für die Kinder. Das schaffen aber leider nicht viele.
Es steht niemandem zu, jene zu verurteilen, die zu schwach sind, Verantwortung zu übernehmen, oder jene, die Fehler machen, weil sie allein führen müssen.
Es müsste mehr Scheidungsprävention betrieben werden, und zwar nicht mit Panikmache und religiösen Argumenten, sodern mit Aufklärung, mit Elternberatung statt Mütterberatung, mit weniger Isolation in der Ehe, mit Eheberatung / Kursen, was auch immer.
Mein Sohn sagte, in der Schule werde ich sexuell aufgeklärt, aber wie ich eine Beziehung führe, sagt mir keiner.
Und unser Trauzeuge der zweiten Ehe ist ein Spanier, der fühlt sich sehr zuständig für unsere Ehe. Er gratuliert uns zu jedem Hochzeitstag und erwartet, dass wir mit Eheproblemen zu ihm kommen. Das finde ich grossartig. Ist in der Schweiz nicht üblich, soviel ich weiss.
@peter, mara, engagierter Papi etc.: ja, es gibt sie, die Verprügelten, Geschändeten und so weiter. Aber das sind die wenigsten. Ich habe einige Zeit in meiner Ausbildung als Scheidungsanwältin arbeiten müssen, ich weiss also, wovon ich rede. Und ich habe Kinder, auch da weiss ich, wovon ich rede. Und lebe noch immer mit deren Vater zusammen, auch wenn das nicht immer leicht ist/war – wie überall. Wenn man Kinder hat, dann hat man seine Energie in den Erhalt der Familie zu setzen, nicht in deren Zerstörung. Alles andere ist verzweifeltes Leiden, für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen – wenn sie sich dies denn ehrlicherweise eingestehen. Bloss ist es dann zu spät. Wer in einer Krise ist, muss sich bloss die Konsequenzen einer Trennung klar genug vor Augen haben, dann ist es – wäre es eigentlich – ganz einfach…
@Mia
Stimmt, ich gebe Ihnen völlig recht, es wäre eigentlich ganz einfach, aber was sagen Sie ihrem Kind, wenn es zu Ihnen kommt und sagt, dass es die Bilder vom Vater, der auf die Mutter einschlägt, das Blut, das aus den dabei entstandenen Platzwunden spritzt, einfach nicht aus dem Kopf kriegt? Sagen Sie dem auch, och, es wäre eigentlich ganz einfach……
Das sind Tatsachen, meine Tochter hat das fast 10 Jahre nach der Scheidung zu mir gesagt und auch, dass sie froh ist, dass ich und mein Ex-Mann nicht zusammen leben, weil sie sich sonst nicht so entfalten könnte, wie sie das jetzt tun kann, weil sie damals, als kleines Kind so machtlos zuschauen musste und diese Bilder sich ihn ihre Seele eingebrannt haben.
Wir können darüber sprechen und nein! Ich trage meinem Ex-Mann nichts nach, ich hatte auch meine Schuld an der damaligen Situation und die Kinder haben ein einigermassen gutes Verhältnis zu ihrem Vater, weil ich ihnen immer wieder gesagt habe, dass das damals zwischen ihm und mir war und nichts mit ihnen zu tun gehabt hat.
Und heute funktionieren wir als Eltern, ich informieren ihn über alle Schritte, die die Kinder unternehmen, ich halte ihn in allen Belangen der Kinder auf dem Laufenden und ich nehme ihn auch oft in Schutz, wenn es Reibereien gibt zwischen Vater und Kindern. Das bin ich meinen Kindern schuldig, sie haben auch das Recht darauf, ihre Liebe zum Vater zu pflegen und seine Liebe zu empfangen, nur als “glückliche Familie” würde das ganze nie und nimmer funktionieren. Auch dazu darf man stehen und auch das darf man zum Wohl des Kindes machen.
@mia
Nur so aus persönlichem Interesse: Was ist das für eine Ausbildung, in der man zeitweise als Scheidungsanwältin arbeitet? Und was ist die Quintessenz dieser Erfahrung für Sie? Wenn Sie mit dem Vater Ihrer Kinder unter einem Dach zusammen leben können und wollen und das für alle Beteiligten tragbar und die optimalste Lösung ist, wunderbar! Dass Sie jedoch darauf beharren zu wissen, welches auch für andere die beste Lösung ist, stimmt mich dann eher nachdenklich. Ich und meine ehemalige Partinerin haben uns für einen anderen Weg entschieden und das ist für uns alle eine sehr gute Lösung – was nicht heisst dass wir das leichtfertig und kurzfristig entschieden haben. Oder fordern Sie allen Ernstes wir müssen zurück in die alte Lebensform nur weil Sie davon begeistert sind? Sie unterstellen mir zudem in Ihrem Eintrag meine Energie in die Zerstörung der Familie investiert zu haben – das verbitte ich mir kategorisch.
@BigMac
Punkt 2 und 3 widersprechen sich doch in Ihrer Argumentation. Kinder wissen sehr genau dass der Stiefpapi nicht der leibliche Papi ist und fordern auch nicht ein, so behandelt zu werden. Sie wollen weder von Stiefmami/-papi abgeknutscht werden und lassen sich im Gegenzug vielleicht auch gewisse Dinge nicht sagen oder wehren sich eher als wenn die leiblichen Eltern ein Machtwort sprechen. Kinder können sich aber sehr wohl über Stiefeltern freuen wenn sich diese engagieren und Ihnen Zeit und Aufmerksam schenken, die sich vielleicht vom leiblichen Vater oder Mutter nicht bekommen (haben). Dass Scheidungskinder weniger Aussichten auf eine glückliche und langfristige Beziehung haben kann ich mir gut vorstellen, gibt es diese Statistik auch umgekehrt? Und gibt es irgendwo wissenschaftlich gefestigte Hinweise dass Menschen a priori monogam sind oder ist Monogamie nicht ein gesellschaftliches Phänomen?
Die Welt ist glücklicherweise mehr als Schwarz und Weiss. Wer mit einer Lebensform zufrieden ist soll diese leben können, anderen nicht vorhalten alles falsch zu machen und Ihnen irgendwelche Schuldgefühle aufschwatzen zu wollen. Aufgabe der einer Gemeinschaft und des Gesetzgebers sollte es meiner Meinung nach sein, den verschiedenen Lebensformen soweit möglich gerecht zu werden.
@engagierter Papi: Ich habe versucht, die wichtigsten Punkte aufzuzählen, aus der eine Patchworkfamilie im normalfall langfristig nicht funtkioniert. Unter Punkt 2 geht es mir eher um die Partner untereinander. Ich erlebe schon in meiner “normalen” Familie Situationen, in denen mich meine Instinkte drängen, meine Kinder vor – wohlgemerkt verdienter – Schelte seitens des Mamis in Schutz zu nehmen. Wenn ich mir vorstelle, dass die Partnerin zusätzlich auch noch nicht die leibliche Mutter meiner Kinder ist, ich aber ja trotzdem auch in solchen Situationen hinter ihr stehen sollte, ist für mich das Katastrophenpotential ziemlich gross.
Nur in Punkt 3 geht es mir um die Sicht der Kinder, die – wie Sie ja selbst schreiben – den neuen Papi nicht akzeptieren und sich gegen ihn wehren. Die daraus entstehenden Konflikte in Zusammenarbeit mit Punkt 2 dürfte zum schnellen Ende so manches Flickwerks beigetragen haben.
Die deutsche übersetzung von “Patchwork” finde ich übrigens die treffendere Bezeichnung für diese Lebensform: Flickwerk. Ein gut gemachter Flicken kann dabei durchaus auch halten und besser sein, als die verfügbaren alternativen. Ein anzustrebendes Ideal kann er für mich aber trotzdem nie darstellen.
Im letzten Punkt haben Sie mich falsch verstanden. Nicht Scheidungskinder haben geringere Chancen auf längerfristige Beziehungen – obwohl ich mir dies durchaus auch vorstellen könnte (siehe http://www.psychohelp.de/h/news/familie/langzeitfolgen_scheidung.shtml). Die Statistik von der ich sprach behandelte die “Lebensdauer” von Beziehungen Erwachsener, die bereits einmal geschieden haben. Und da sah es zappenduster aus, d.h. einmal geschieden sind die Chancen in der nächsten Beziehung langfristig glücklich zu werden sehr klein und schrumpfen mit jedem weiteren gescheiterten Versuch drastisch.
Auch eine Interessante Studie, die Scheidungsgründe untersucht ist hier zu finden – zumindest eine Vorschau:( http://books.google.ch/books?id=WttVSwPZr6QC&pg=PA182&lpg=PA182&dq=studie+scheidung+neue+partnerschaft&source=bl&ots=-cFQDjDR1I&sig=xZVxS8jT9IpAbzXAuHYyjoatysc&hl=de&ei=UMxISvrBKoelsAa24sXXCQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=5). Die Resultate sprechen für sich selbst.
@Mia
Ich muss dem genauso wie der engagierte Papa widersprechen. Meine Energie ging nicht in die Zerstörung der Ehe im Gegenteil. Meine Ex wird das gerne bestätigen.
Und es muss auch nicht gleich Missbrauch, Blut im Spiel sein um die Situation für die Kinder ziemlich unerträglich zu machen. Da reichen dauernde Streitereien und täglich ändernde Grenzen / Regeln auch. Ich höre jetzt von meinen Kindern jedenfalls nicht mehr: “hört auf zu Streiten” oder “Mama ist wieder mal ausgeflippt” sondern “war schön, dass Ihr zusammen Kaffe trinken geht” und “es tut gut, dass Ihr nicht mehr streitet”.
Und das ist wohl der bessere Flickenteppich.
@BigMac
Nach dem letzten Beitrag nehme ich den Troll gerne zurück. Ihr Idealbild sollte aber auch als Ihr Idealbild erkennbar sein. In den meisten vorherigen Beiträgen wurde das immer als einzig möglicher Weg definiert und dies ist meiner Meinung nach nicht so. Jeder soll das Recht haben, den für ihn besten Weg zu beschreiten. Und das kann wohl auch mal der Flickenteppich sein.
Patchwork ist allerdings eine ganz grosse Herausforderung. Denn es sind im Extremfall ja auf beiden Seiten Kinder von neuen Partnern vorhanden. Macht das Ganze nicht immer einfach und kann auch zum Bruch einer Beziehung führen. Da sollte man sich wohl als Geschiedene keinen Illusionen hingeben.
@Peter. Er schrieb :
“Ich frage mich einfach, warum nicht verschiedene Lebensmuster nebeneinander akzeptiert werden können.
Jeder soll das Recht haben, den für ihn besten Weg zu beschreiten. Und das kann wohl auch mal der Flickenteppich sein.”
Um es direkt anzusprechen : Das ist seicht und belanglos. Du predigst hier Allgemeinplätze, die von niemandem in Frage gestellt werden. Warum dauernd einen bestehenden Konsens in Frage stellen ?
Einige der relevanten Fragen lauten; Wie werden Trennungen und Scheidungen in der Praxis vollzogen ? Sind die Regelungen fair für alle Beteiligten, oder sind sie es nicht ? Deine Toleranzduselei trägt nichts zu einer kritischen Aufarbeitung der Thematik bei.
@peter arnold
Was soll der Vorwurf der Toleranzduselei? Nur weil ich nicht einfach mit der Meute schreie und als alleiniges Bild die Ehe “bis dass der Tod euch scheidet” vertrete, wie einige SchwarzWeissMaler hier? Die von Dir kritisierte Aussage war ein konkrete Antwort an BigMac der bis zu seinem letzten Beitrag dieses Bild als einzig glücklichmachende Version vertreten hat.
Es gibt nun mal Fälle da ist die Trennung der einzig mögliche Ausweg. Und zur Antwort der relevanten Fragen gibts hier (und im anderen Blog) genügend konkrete HInweise und Anregungen auch von meiner Seite.
Fair? Fehlanzeige, wenn Frau nicht will ist Mann machtlos.
Und die Scheidung die am Anfang nicht mit Frust, Ärger und gegenseitigen Vorwürfen einhergeht soll mir mal einer zeigen. Konkreter Vorschlag hier: Mediation!
Ist das jetzt konkret genug? Und zwischendrin schadet Toleranz gar nicht, das ist doch gerade der Kern einer vernünftigen Bewältigung einer Trennung.
Das lustigste an der ganzen Sache ist folgendes: Es gibt nur einen einzigen Menschen auf der Welt, den man sich in unserer Kultur selber und voll bewusst aussucht und das ist der Ehepartner. Die Eltern sind von den Umständen vorgegeben, Berufs- und Freizeitkollegen sowieso, sogar die Kinder kann man sich nicht aussuchen. Aber die einzige Person im Leben, die sich jeder selber aussucht, ist der Ehepartner/-in. Insofern ist jede Trennung nichts anderes als eigenes, persönliches Versagen. Und mitnichten die Schuld des Partners.
Mmh… Ich hatte nicht den Eindruck, dass die “Ehebefürworter” in diesem Blog die Mehrheit und damit die “Meute” darstellen, eigentlich eher umgekehrt. Was die “Toleranz” angeht, bin ich mir nicht sicher, ob diese Toleranz – oder zumindest das, was vielfach darunter verstanden wird – nicht doch schadet.
“Toleranz” kann meines Erachtens in der heutigen Verwendung des Begriffes oft mit einer Kombination aus Gleichgültigkeit, fehlender Konfliktfähigkeit, Opportunismus und moralischer Orientierungslosigkeit gleichgesetzt werden. Insbesondere dann, wenn es um die Rechtfertigung eines eigentlich nach unseren wenigen übriggebliebenen Moralvorstellungen eigentlich nicht statthaften Verhaltens handelt. Diese “Toleranz” schadet durchaus, indem sie Raum schafft für individualisitsche “Problemlösungen” die keinen Gedanken an andere oder die Allgemeinheit verschwenden. Gleichzeitig führt diese “Toleranz” dazu, das wichtige gesellschaftliche Kontroll- und Korrektursysteme versagen. Es wird dann versucht, dieses Vakuum mit Gesetzen zu füllen, wohin dies führt, sehen wir tagtäglich…
@Obelix
Stimmt, ich gebe Ihnen absolut recht, ich fühle mich heute noch schuldig, dass ich es nicht geschaft habe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, meinen Ex-mann zu einer Therapie zu bewegen und vielleicht damit meine Familie zu retten. Ich zerbreche täglich an meinem eigenen Versagen und ich will das auch nicht schönreden.
Sich scheiden lassen ist das schlimmste, was ich in meinem Leben erlebt habe, nebst dem Versagen kommt noch dazu, dass ich das Vertrauen in mich selber verloren habe, wie konnte ich so blind sein und die Probleme nicht schon erkennen, bevor ich geheiratet habe?
Und noch eines möchte ich nicht unerwähnt lassen, ich dachte damals, als ich bei meinem Ex-mann auszog, dass es nur noch besser werden konnte, dass endlich die Schläge und der Psychoterror aufhören würden. das stimmte, der Terror hörte auf, aber mir, mir ging es nach der Trennung viel schlechter als vorher.
Die Kinder sind die Verlierer.
Der im Artikel angesprochene doppelte Aufwand ist die Ausrede gegen das gemeinsame Sorgerecht. Denn das gemeinsame Sorgerecht ist die Pflicht der Eltern mindestens für die gemeinsamen Kinder miteinander zu komunizieren und das eigene Ego den Kindern und der Elterlichen Vorbild/ Erziehungspflicht zu unterstelllen!
Doch leider neigt die Erwachsenenwelt ( manchmal fraglich wer den Erwachsener ist , die Kinder oder die Eltern ) zu Ausreeden und ihre Kinder werden dies gemäss ihren Vorbildern nachmachen!
Das gemeinsame Sorgerecht hat überhaupt nichts mit doppelten Aufwand zu tun, weil es nichts damit zu tun hat, wo das Kind wann wohnt….Das ist eine blöde Ausrede und als Journalistin sollte man sich bevor man so etwas schreibt kundig machen, was gemeinsames Sorgerecht bedeutet. Gemeinsames Sorgerecht bedeutet schlicht und einfach, dass wichtige Entscheide, die das Kind betreffen gemeinsam gefällt werden müssen.
Zudem heisst es gemeinsames – nicht geteiltes – Sorgerecht. Weil wie soll das Sorgerecht geteilt werden? Wer erhält welchen Teil?
Was will uns dieser Blog sagen? Das ne Trennung kompliziert ist? Wissen wir. Dass es nachher mehr kostet? Auch schon gehört.
Aber das hat doch nicht mit dem Sorgerecht zu tun. Nach einer Trennung sind es eh zwei Wohnungen, auch wenn die Kinder nur am Wochenende zu Besuch kommen, brauchen sie Platz und sonstige Infrastruktur.
Das gemeinsame Sorgerecht ist eine rechtliche Frage
Es ist eine Schande, dass es in der Schweiz das automatische gemeinsame Sorgerecht nicht gibt. Im Konkubinat muss die Frau das gemeinsame Sorgerecht beantragen und dann kann man aufs Amt und nen Vertrag ausarbeiten und ja, nicht nur die Trennung kostet, auch die Bürokratie ist nicht gratis.
Nach Erwerb des gemeisamen Sorgerrechts, ist das Infomaterial für den Kindergarten nur an die Frau adressiert, die Kinder sind nur im Niederlassungsausweis der Frau eingetragen und wenn mann für die Kinder die IDs erneuern will und dafür den ganzen Papierkrempel von wegen Sorgerecht etc mitbringt, wollen sie einem weissmachen, dass das nur die Mutter könne.
Übrigens, schon mal versucht die erste ID eines Kindes abzuholen? Am Postschalter kann das nur die Mutter oder der Vater mit der ID des Kindes.
Wir werden jetzt denn heiraten, weil einfach alles viel zu teuer und kompliziert ist wenn man im Konkubinat lebt.
Tsss, tsss, tsss…
Was man(n) hier lesen muss, das sind Stereotypen pur. Prügelnde, saufende und vergewaltigende Männer bedrohen Frauen, Kinder und sowieso – bis das Blut spritzt!!!
Worüber wir hier reden, das sind Fälle im kleinen Promille-Bereich. Wie, das stimmt nicht? Dann informiert euch mal über die tatsächlichen Zahlen und rechnet meinetwegen noch das dreifache obendrauf.
Wenn über das gemeinsame Sorgerecht ab Vaterschaftsanerkennung geredet wird, heißt es sofort, aber doch nicht nach einer Vergewaltigung. Als sei das der Normalfall. Das ist Ideologie pur. Letzteres geschieht im minimalsten Promille-Bereich. Statistisch fast nicht mehr messbar. ABER DAS TRAGENDE ELEMENT der weibklichen Argumentationskette.
Vielleicht sollten wir endlich wach werden und uns darauf einigen, dass Männer und Frauen, Väter und Mütter, grundsätzlich erst einmal gleich gut oder schlecht für Kinder sind? Probleme bitte als Einzelfall und nicht als Erscheinungsform der gesamten Population abhandeln?
Und nebenbei: Das Beispiel des Mannes, der zugunsten seines Kindes verzichtet, sollte Frauen zu denken geben. Es ist zwar reine Fiktion, denn in der Regel wird der Mann nicht gefragt, ob das Kind bei ihm bleiben soll. Es wird mitgenommen. Häufig ohne Ankündigung.
Noch ein Beispiel? Gestern stehe ich an der Haltestelle. Eine Mutter mit zwei Kindern wartet dort ebenfalls minutenlang. Das kleine Kind im Sportwagen fragt dann nach einiger Zeit ganz leise nach einem Bonbon. “Halt die Klappe, sonst lass ich dich hier stehen!” bekommt es zu hören, bekommt aber auch das Bonbon. Sind das die Mütter, deren Bild hier hochgehalten werden soll?
Niemand ist besser oder schlechter, solange das nicht unwiderlegbar bewiesen ist. Alles andere ist Vorurteil.
Was mich in diesem Zusammenhang Wuschig macht ist die Tatsache, dass ungeachtet der “Vor-Trennungs-Situation” die Kinder fast immer bei der Mutter bleiben dürfen/müssen.
In meinem Fall ein Müssen, denn sie sind es von Klein auf gewohnt, dass der Papi nachts aufsteht füttert und Windeln wechselt, dass der Papi ihnen Frühstück macht, dass der Papi mit ihnen Lego baut udn dass der Papi ihnen Abends Schlaflieder singt und so weiter.
Sogar nach der Trennung waren die Kinder fast 50 % der Zeit bei mir und es wurde in fasst 8 Monaten eine gute und liebgewonnene Gewohnheit für sie und natürlich auch für mich.
Und nun? Mit dem unterschwelligen Hinweis, die Zeit beim Vater sei nicht gut für die Kinder, müssen sie per Superprovisorische Verfügung ohne Gehör der Gegenpartei, wie es so schön formuliert wurde, grossmehrheitlich bei der Mutter bleiben.
Mein Kleinster meinte: “Papi, wo kann ich mich verstecken, dass Mami mich nicht findet, wenn sie nachher kommt um mich zu holen?” Der Zweitgrösste unter Tränen: “Papi, ich will aber nicht weg hier, ich bin hier bei Dir zu Hause und nicht beim Mami, da gefällt es mir nicht.”
Interessiert jemand, was Kinder wollen? Nein, definitiv nicht. Ich bin überzeugt, dass, wäre dies so, viel mehr Kinder bei ihren Vätern bleiben wollten und nicht zwangsweise zur Mutter umgesiedelt würden. Andere Gründe wie beispielsweise Drogen- und Alkoholmissbrauch oder psychische Angeschlagenheit der Mutter, finden trotz gerichtlichter Kenntnisnahme kaum Eingang in die Entscheidungen
Es ist ein typisches Verhalten für sogenannte Verantwortungsträger, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Würde mit Frauen in gleicher Art und Weise umgegangen, so würden die diversen Frauenorganisationen Amok laufen und nach Gleichberechtigung schreien.
Wo bitte bleibt die Gleichberechtigung des Mannes? Ein Mann hat keine starke Lobby im Sinne von “Männerverbänden” etc. so dass es viel leichter ist, Männer zum Schweigen zu bringen.
Vielleicht sollten wir Männer (sind doch einige von solchen Machenschaften betroffen) eine entsprechende Vereinigung gründen. Vielleicht muss ich das machen.
Interessant. Auch im Zeitvergleich.
Was sind Sie denn für ein komischer Kauz? Haben sie den Mamiblog eben erst entdeckt? Jetzt stöbern Sie die uralten Blogthemen durch und setzen da und dort eine Duftmarke. Das wird nichts, die Karavane ist längstens weiter gezogen.
Nochmals (hab’s schon mal gepostet, ist aber irgendwohin entschwunden).
Mir egal, mich interessieren Themen und Argumente. Die Karawane im aktuellen Blog besteht scheinbar aus etwas wirren Leuten.
der ist nicht neu.
Wieso wirr? Sie haben sich nicht genügend eingelesen, Genderfragen und Fragen nach Religion (oder keiner Religion) bewegen die Menschen immer wieder, zu Recht. Solche Themen sind komplex, da kann man nicht einfach schnell darüberlesen und dann finden, die Leute seien wirr, nur weil man den Einstieg nicht findet.