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Die Anorexie wird männlich

Jeanette Kuster am Sonntag den 27. Januar 2013
Starb mit 38 Jahren an Magersucht: Model Jeremy Gillitzer. (Screenshot: Youtube)

Starb mit 38 Jahren an Magersucht: Model Jeremy Gillitzer. (Screenshot: Youtube)

Wie dünn ist zu dünn? Eine Frage, bei der die meisten automatisch an essgestörte Frauen und Mädchen denken. Letzte Woche aber war es ein Mann, der im Zentrum der Diskussion ums (un)gesunde Gewicht stand: Ein Model, das für Yves St.Laurent über den Laufsteg marschierte. Mode-Bloggerin Poppy Dinsey sass im Publikum und war geschockt ab dem Anblick des ausgemergelten jungen Mannes. Sie teilte ihr Entsetzen via Twitter mit der Welt und auf dem sozialen Netzwerk entbrannte im Nu eine Kontroverse, die schliesslich auch in die gedruckten Medien überschwappte.

Wäre das Model eine Frau gewesen, wäre vermutlich nichts passiert. An den Anblick weiblicher Magermodels hat sich die Gesellschaft gewöhnt, an die Geschichten magersüchtiger Mädchen ebenso. Mit der traurigen Realität abgefunden haben wir uns hingegen zum Glück noch nicht. So gibt es immer wieder Versuche, die Modeindustrie auf ein Mindestalter und Mindestmasse für Models zu verpflichten. Und in den Schulen werden Essstörungen thematisiert, damit nicht noch mehr Mädchen sich fast zu Tode hungern. Jawohl, Mädchen. Denn dass immer häufiger auch normale, nicht modelnde Jungs einen übertriebenen, bisweilen krankhaften Körperkult betreiben, wird ignoriert. Und dies, obwohl das Ganze keineswegs versteckt geschieht.

So hat mir der vierzehnjährige Sohn eines Freundes vor  einer Weile beim Apéro erklärt, dass er ganz sicher keine Chips esse, die seien erstens zu fettig und hätten zweitens zuviele Kalorien. Ich dachte erst, er mache Witze. Der Junge war schon immer schlank, und wenn man sich seinen Vater ansieht, wird sich daran vermutlich auch in Zukunft nichts ändern. «Du musst aber doch nicht abnehmen», entgegnete ich, und er sagte, dass das zwar stimme, «aber ich will eben auch nicht fett werden». Als mir sein Vater dann noch kopfschüttelnd erzählte, dass der Junge seit Neustem stets eine Kalorientabelle bei sich trage und der Sohn mir diese auch gleich stolz vor die Nase hielt, wähnte ich mich endgültig im falschen Film.

Nicht nur deshalb, weil auch ich bei der Kombination Teenie und Diät bis zu jenem Tag zugegebenermassen als Erstes an ein Mädchen dachte. Mich irritierte auch sein offener Umgang mit dem Thema. Als ich noch ein Teenager war, teilte man es höchstens der besten Freundin mit, wenn man eine Diät machte. Schliesslich sollte niemand merken, dass man mit seinem Körper unzufrieden war. Und ich mag mich an niemanden erinnern, der prophylaktisch hungerte, um bloss nicht dick zu werden – und dies auch noch öffentlich kundtat.

Nun mag man einwerfen, dass es positiv ist, dass heute so offen mit dem Thema Abspecken umgegangen wird. Das wäre es eigentlich auch, wenn es denn tatsächlich ums Abspecken, also ums Loswerden einiger überflüssiger Pfunde ginge. Doch das Ziel ist für die meisten längst nicht mehr eine gesunde, schlanke Figur, es scheint vielmehr ein Wettbewerb um den kleinsten Hintern, die dünnsten Beine, das definierteste Sixpack entstanden zu sein.

Denn gerade weil die Jugendlichen heute so selbstverständlich über ihre Diäten, Krafttrainingseinheiten und ihr Gewicht reden, gilt das ständige Kreisen der Gedanken um Kalorien und Körpermasse nicht mehr als Ausnahme, sondern als Norm. Wer etwas auf sich hält, hält beim Essen Mass. Und das gilt für Mädchen wie für Jungs. Zur Veranschaulichung: Laut einem Artikel auf ElternClub Schweiz haben 37 Prozent der 15- bis 20-Jährigen schon einmal eine Diät gemacht. Ein Viertel der Schweizer Schüler hat ein problematisches Essverhalten; über die Hälfte der weiblichen und knapp 30 Prozent der männlichen Jugendlichen finden sich zu dick.

Und die Jungs dürften weiter aufholen. Schliesslich werden auch die männlichen Idole heute mehr denn je über ihr Aussehen definiert, beziehungsweise das Aussehen alleine reicht schon, um die berühmten 15 Minuten Ruhm zu erreichen. Kein Wunder also, geraten auch die jungen Männer immer stärker unter Druck, ihren Körper einem unrealistischen Idealmass anzupassen.

Höchste Zeit, dass wir Erwachsenen uns dessen bewusst werden. Denn solange die «Manorexia», die männliche Anorexie also, in unserem Weltbild nicht existiert, nehmen wir sie nicht wahr. Und lassen die Jungs, die vom Diätwahn in die Essstörung abrutschen, mit ihrem lebensbedrohlichen Problem alleine.


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265 Kommentare zu „Die Anorexie wird männlich“

  1. tststs sagt:

    Darf man pauschal raushauen:
    Insofern man nicht körperlich leidet (und diese Leiden direkt mit der Ernährung zusammenhangen), ist jeder Gedanke an die Ernährung (ausgenommen natürlich Beschaffung und Zubereitung) ein leises Anzeichen für ein nicht ganz “ungestörtes Essverhältnis”?
    ;-)

  2. fufi sagt:

    Vielen Dank Frau Kuster

    dass Sie dieses Thema wenigstens mal angeschnitten haben.

    Und DAMIT haben sie ja recht:
    Und lassen die Jungs, die vom Diätwahn in die Essstörung abrutschen, mit ihrem lebensbedrohlichen Problem alleine.
    Unbd wie ich sagen möchte: und später auch ihr ganzes Leben lang, falls sie denn nicht vorher verhungern.

    Dabei ist die Anorexie nämlich schon längst zum Manne geworden.
    In der CH nämlich spätestens vor 34 Jahren, als ich – anerkanntermassen ein Mann – im Januar 1979 an Anorexie erkrankte, wo auch als solche diagnostieriert wurde.

    • tststs sagt:

      Darf ich Ihnen zwei Fragen an Ihre Erfahrung stellen – ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sie auch Kontakt zu anderen Betroffenen hatten/haben -
      a) Unterscheiden sich die Ursachen signifkant zwischen Männern und Frauen?
      b) Liegt die Hemmschwelle sowohl extern (Hilfsangebote) als auch intern (über Probleme sprechen können) bei Männern höher?
      Thanks schon mal im Voraus…

      • fufi sagt:

        Nein

        Ich habe und hatte nie irgendwelche Kontakte.
        Weil:
        Erstens ist Anorexie auch heute noch, zusammen mit Depression, die einsamste seelische Krankheit
        und zweitens:
        Haben Sie gelesen: DAS war 1979
        und DAMALS haben si mit dem Finger auf mich gezeigt:
        “Gsehsch, das isch dä wo schpinnt, woni dir verzellt han”.
        Und ALLE meine “Freunde” haben mich schneller fallen lassen als eine siedendheisse Kartoffel.

  3. gabi sagt:

    So sehr ich Bedenken habe, was der Ungarische Staat (und dessen Bürger) so treibt und so sehr mir bewusst ist, dass wohl eher die Einkünfte im Vordergrund standen, als die Volksgesundheit, so sehr fänd ich es auch in allen andere Staaten ganz gut, wenn Produkte, die übermässig überzuckert oder überfettet sind (oder für mich gerne auch: künstliche Aromen beinhalten) eine Lenkungs-, bzw. Strafsteuer draufgeklatischt kriegen würden, die das Zeug deutlich und schmerzhaft verteuern.

    • Aromat sagt:

      Ich bin ein grosser Gegner von solchen Volksgesundheitserziehungsmassnahmen des Staates. Das Problem ist nicht, dass die Leute nicht wissen, was wieviel von was drin hat, sondern dass sie drauf pfeifen.
      Auch ich will nicht, dass der Staat mir vorschreibt, was ich zu essen habe. Wenn ich nicht mehr darüber entscheiden kann, was ich esse, kann ich meine Mündigkeit gleich aufgeben. Es genügt schon, dass mir der Kindergarten vorschreiben will, was ich meinem Kind als Znüni mitgeben soll.

      • Rahel sagt:

        Da ist die Diktatur nur einen Steinwurf davon entfernt!!!!

      • tststs sagt:

        “Das Problem ist nicht, dass die Leute nicht wissen, was wieviel von was drin hat, sondern dass sie drauf pfeifen.”
        Kann ich vollkommen zustimmen…
        “Auch ich will nicht, dass der Staat mir vorschreibt, was ich zu essen habe.” Ganz so einfach ist es nicht. Denn solange der Staat die Konsequenzen zu tragen hat – und man beachten, dass in der CH der Staat das Volk, also wir alle, ist – , kann er Vorschriften erlassen….

      • Rahel sagt:

        Yepp………Hüah, Jolly Jumper, wir suchen meinen Schatten und dann spendier ich ‘ne Runde im Puuuuhuuuuub ( oder war’s der Saloon??? )
        :-)

      • gabi sagt:

        Mhmjajagnubelgnummh….

        Ich bin mir ja auch nicht so sicher (und was die dort sonst noch treiben, geht eh auf keine Kuhhaut).

        Dennoch: Lieber Steuern auf so was Ungesundes und Schlechtes, als auf sonst was.

        (D will nun auch deutlich Steuern auf selbsterzeugten Strom klatschen! – by the way)

      • Aromat sagt:

        Das ist ja das Perfide: Man zwingt (mit ehrbaren Motiven) den Bürger in eine Sozialversicherung, damit ihm nachher sagen kann, dass er als Teil der Versicherung das machen muss, was man ihm sagt, da ansonsten die Solidarität nicht mehr spiele.
        Ich halte den Staat weder für kompetent noch zuständig, mir zu sagen, welche Lebensmittel mir gut tun.

      • alien sagt:

        Beim Staat sind doch viele gescheite Leute, die Dir sagen können, was für Lebensmittel Dir gut tun und was für welche nicht so. Das finde ich sehr normal. Die Frage ist damit noch lange nicht gestellt, geschweige denn entschieden, ob Dir der Staat auch sagen darf, was Du essen darfst und was nicht.

        Immerhin hat man in der Schweiz die Freiheit, sich fast beliebig ungesund zu ernähren. Wer will, der kann sich von Pommes Chips erhähren. Niemand hält ihn auf.

      • Susanna sagt:

        An Aromat: Sie dürfen doch essen, was Sie wollen, nur… gewisse Sachen wären nicht mehr im Angebot, aber wenn Sie unbedingt überall Zucker drin haben wollen oder Fett, dann backen Sie sich selbst etwas oder werfen Zucker ins Joghurt. Sie wissen vielleicht, was dick macht. Gewisse bildungsfernere und kulturell andere Gruppen sind z.T. noch nicht so gut informiert. Zudem ist Fett billiger als andere Nahrungsbestandteile. In den Billigläden hat es überzuckertes, vollfettes Zeug und schwächer gestellte Gruppen kaufen ganze Einkaufswagen voll damit. Hier müsste gehandelt werden!

      • Gregor sagt:

        Herr oder Frau Aromat (nomen es omen?): Wenn Sie, verzeihen Sie, zu blöde sind, Ihren Kindern etwas Anständiges zum Znüni in den Chindsgi mitzugeben, muss man Ihnen eben zum Schutz der Kinder vorschreiben, was Sie mitzugeben haben. Wenn Sie klug genug sind, Ihren Kindern was Gescheites mitzugeben, muss Sie die Vorschrift nicht kümmern. Lassen Sie also Ihr Geheule.

    • Carolina sagt:

      Klar, und dann haben wir, wie in Teilen der USA oder Syndney heute schon, irgendwann in jeder Bar, an jedem Volksfest, ein paar Volksaufseher stehen, die fragen, wieviel man denn schon getrunken habe, die einen mit sanfter Gewalt Richtung Ausgang spedieren. Und irgendwann werden die paar verbliebenen Raucher, die heimlich auf ihrem eigenen Balkon stehen, monatlich im Betrieb getestet, ob sie denn immer noch dieser schrecklichen Angewohnheit anhängen. Wenn wir nämlich mal anfangen, im Namen der Volksgesundheit den Staat Massnahmen ergreifen zu lassen, wo hört das dann auf? Konsequenterweise

    • Carolina sagt:

      Gabi, mein Kommentar hängt, aber er ist ziemlich scharf. Ich möchte in so einem Staat nicht leben und lehne das vehement ab. Konsequenterweise muss dann nämlich irgendwann das Privatleben der Bürger durchleuchtet werden, ob da nicht einer noch heimlich raucht, Alkohol trinkt, sein Gewicht womöglich auf genetische oder Couch-Potato-Ursachen zurückführen lässt, ob er exzessiv Sport betreibt, zu Unfällen neigt etc. Nein danke.

      • Rahel sagt:

        @Carolina

        Bravo!!! :-)

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Die Kehrseite der “Solidarität” ist aber eben schon, dass man dann in gewissem Umfang halt auch mitsprechen möchte. Hätten wir einen liberalen Staat, wäre das ja alles kein Thema…

      • gabi sagt:

        Also das find ich jetzt nicht:

        Wenn ich es denn Leuten einfach nur schwerer (teurer) mache, ungesundes Futter zu erwerben, muss ich doch deshalb nicht zwangsläufig den Gläsernen Bürger fordern.

        … Und hallo; hey:

        Überlegt mal: Dann müsste der überteuerte Alkohol in Skandinavien doch lääängst zum selben Effekt geführt haben.

        Oder nciht?!

      • Carolina sagt:

        Der überteuerte Alkohol in Skandinavien hat dazu geführt, dass die Skandinavier sich bei jeder Gelegenheit aber so etwas die Kante geben, dass sie jede Gelegenheit nutzen, um zuzuschlagen. Die Zuckersteuer in Dänemark ist wieder abgeschafft worden. Und Gabi, warum dann nicht auch eine noch höhere Alkohol-, Tabak-, Marathonläufer-, gefährliche-Sportarten-Betreiber-Steuer fordern? Warum nur selektiv Zucker?

      • Carolina sagt:

        Sorry, Gabi, musste gerade noch den (völlig zuckerfreien) Tafelspitz (echt, jetzt) aufsetzen. Wenn man ein wenig weiterdenkt, nachdem schon eine Zuckersteuer im Gespräch war: wir kommen da auf ein Gebiet, das sehr komplex ist, nämlich inwieweit die Allgemeinheit für selbstverschuldete (oder eben oft von den Eltern!!) Adipositas oder Magersucht bezahlt über unser KK-System. Wo genau soll das enden? Staatliche Intervention führt immer zu mehr Kontrolle und zu einer Einschränkung persönlicher Freiheiten – davon haben wir für meine Begriffe wahrlich genug.

      • gabi sagt:

        Mmmmmjammgrummel-jajajajah.

        Ich weiss. Die Frage, wie weit, stellt sich immer. Aber andererseit könnten wir mitdemselben Argument dann auch schon einige interventionistische Schritte abschaffen, oder?!

        Und hey, Du Britin: Komm mir nicht mit Kante geben und das nur aufs Geld schieben wollen.

        Schliesslich ist´s in Britanien auch nicht besser.

        Obwohl… Ev. nutzt Du das für Dich: Vielleicht hat das ja wiederum mit den Pubzeiten (inzwischen zwar geändert, aber wer, wenn nicht wir Britten*, würden nicht schon aus Tradition so weitermachen!) und der daraus folgenden Saufbeschränkung zu tun.

      • Muttis Liebling sagt:

        Bis in die Zeit nach WK II hatten Ärzte ein feines Leben. Wer krank wurde, musste so nach 5 Tagen wieder gesund werden, oder er starb. Wenn der Kranke starb, war es Gott, sonst war es der Arzt. Das änderte sich mit dem Verständnis von Hygiene und der massenhaften Verfügbarkeit von hochwirksamen Medikamenten, wie Antibiotika und Insulin.
        Fortan war der Arzt etwas entzaubert und die Patienten fragten ihn, warum sie trotz Behandlung weiter leiden müssen und er nicht helfen konnte. Das dies nur an der Zunahme der Lebenserwartung lag, wollte keiner verstehen. Da war es wie ein Segen,

      • Muttis Liebling sagt:

        dass die Risikofaktortheorie auftauchte, der Patient sei selbst schuld an seiner Krankheit, weil er völlte. Gesundheitspolitiker und Krankenkassen nahmen den Gedanken gern auf. Mal davon abgesehen, dass es unzulässig patientenseitige Moralkriterien in die Medizin einführt, stimmt es schlicht nicht.
        Alle Statistiken zeigen, dass die gesundlebenden Zeitgenossen dem Gesundheitswesen am meisten, die multirisiko Betreibenden über die Lebensstrecke am wenigsten kosten. Aber diese Erkenntnis ist unbequem, man will den Patienten, den Finanzier des Gesundheitswesen als sich schuldig fühlend..

      • Muttis Liebling sagt:

        Tatsächlich ist es so, dass vom Gesundheitswesen nichr Kranke, sondern Behandlungsbedürftige behandelt werden. Biographietypische Zustände, wie die Herzinsuffizienz oder degenerative Gelenke um die 80 sind keine Krankheiten, sondern Folgen des Altern. Das macht jeder, auch wenn er gesund lebt, er verschiebt es nur in die Zukunft und erhöht über die Zeit die anfallenden Kosten.
        Wenn man den Anteil der Fetten, der Raucher, der Säufer usw. an den Kosten des Gesundheitswesen kalkuliert, kommt man nie über 10%. Deshalb ist das Bestrafen von Risiken billige Demagogie, man sollte die Belohnen,

      • Muttis Liebling sagt:

        wenn man Kosten sparen will. Aber auch das will keiner, denn die 11% dieser am BIP sind auch Bestandteil des BIP. Wenn man in CH die Kosten des Gesundheitswesen halbiert, was durchaus geht, aber nur über politische Massnahmen, gibt es 5% weniger BIP und 3x soviel Arbeitslose
        Es gibt keinen moralischen Grund, gesund zu leben, dass macht man nu raus Eigennutz und den muss man nicht gesellschaftlich belohnen.

      • Carolina sagt:

        Nee, Gabi, in England ist gar nichts besser. Ich bin sehr froh, dass meine Kinder hier aufwachsen dürfen. Schon in meiner Jugend hat es überhaupt nichts genützt, dass die Pubs um 11 zumachen – da hat man halt noch schnell auf Vorrat bestellt. Heute ist das alles um ein Vielfaches schlimmer, dazu kommt ein fast kompletter Wegbruch einer Mittelschicht, der die englische Welt scharf in arm und reich, Verlierer und Gewinner etc einteilt. Es herrschen entweder die komplette Oberflächlichkeit oder der totale Rückzug auf eine elitäre Schiene – aber das ist hier nicht das Thema.

      • Carolina sagt:

        ML, ich stimme Ihnen völlig zu. Letztlich müssen wir uns die Frage stellen, was wir eigentlich mit einer Bestrafung von als gesundheitlich riskant determinierten Faktoren erreichen wollen. Interesse an der Volksgesundheit? Höhere Lebenszeit? Gesünder alt werden? So, wie es zur Zeit ist, werden, glaube ich, an die 80 oder mehr Prozent der KK-Kosten am Lebensende eines alten Menschen aufgewendet. Was machen wir damit? Fangen wir an, daran herumzusparen? Oder fummeln wir ein wenig an den Symptomen herum?

      • Widerspenstige sagt:

        Darauf läuft es ja hinaus, dass bereits einmal in einer Clubsendung der Wert eines alten Menschen beziffert wurde, was er noch kosten darf….es wird also bereits daran ‘gefummelt’. Bin da völlig einig mit Aussagen von ML und Carolina. Ich denke aber, dass eine Deklaration von Lebensmitteln mit grün, orange bis roter Markierung – je nach Zuckergehalt oder Fettanteil – gerechtfertigt wäre! Da gebe ich gabriel den Zuschlag mit seinen Argumenten. Denn es kann ja immer noch jede/r KonsumentIn frei entscheiden, ob sie/er nun das grüne oder rote Produkt kaufen will. Diskrete Markierung wäre ok.

      • gabi sagt:

        Ich bin erst hier drüben drauf gekommen (und ich lobe die Ösis wirklich nur für wenig!), dass es offenbar überhaupt keine Hexerei ist, riesige, nationale Ketten, die nur mit M und Coop vergleichbar sind, mit Joghurts zu beliefern, die ohne Aromastoffe auskommen.
        Einfach nur Joghurt und die entsprechenden Früchte oder Vanille (also nicht Vanillin!) und fertig. Nicht als Nischenprodukt, sondern als Prime Seller in x Varianten.
        Erst in CH fällt mir nun auf, dass die Jogis alle “seltsam” schmecken. Um aber “Aromen” im Aufdruck zu lesen, brauch ich eine Riesenlupe: Das ist doch absichtlich mini!

      • tststs sagt:

        Jaja, der pösepöse Staat (noch einmal: der Staat besteht aus Ihnen und mir, nicht aus irgendwelchen Maschinen oder CH-feindlichen Ausländern).
        Jedes Gesetz ist eine Einmischung des Staates und es liegt in der Sache, dass man diese Einmischung nur als negativ empfindet, wenn man mit den gängigen Gesetzen/Normen/Regeln nicht einverstanden ist.
        Wieso regt sich kaum jemand über das Gurtenobligatorium auf? Weil es dem vernünftigen Bürger klar ist, dass er sich anschnallen sollte (er empfindet es als dürfen, nicht als müssen). Und diejenigen, die glauben, sich nicht daran halten zu müssen aber keine Probleme haben, bei einem Unfall die Kosten uns allen aufzudrücken, tja denen können per Gesetz Vorschriften gemacht werden.
        Und genauso verhält es sich auch mit dem Essen. Wer sich und seine Kinder sowieso schon einigermassen vernünftig ernährt, wird von den Staatsvorschriften nicht viel merken. Wer aber glaubt, sein Kind mit einer Zuckerbombe zum Znüni versorgen zu müssen (und ich dann mit meiner KK die Spätfolgen zahlen darf), dem darf ich mit gutem Recht (moralischem gegenüber dem Kind, nicht gesetzliches gegenüber den Eltern!!!) Vorschriften machen…

      • tststs sagt:

        “Ich denke aber, dass eine Deklaration von Lebensmitteln mit grün, orange bis roter Markierung – je nach Zuckergehalt oder Fettanteil – gerechtfertigt wäre”
        Das finde ich jetzt genau einen Schritt zu viel. Der Staat kann (und hat er bereits) erlassen, dass Nährwerte abgedruckt werden. Jedoch verlange ich noch von jedem Bürger, dass er selber denken kann und die Nährwerte in sein eigenes rot-orange-grün-Schema einfliessen lässt. Wer nicht mehr fähig ist zu erkennen, dass 20g Zucker auf 100g Joghurt irgenwie ungesund ist, dem gehört generell die Zulassung zum selbstständigen Einkaufen entzogen.

      • tststs sagt:

        “Darauf läuft es ja hinaus, dass bereits einmal in einer Clubsendung der Wert eines alten Menschen beziffert wurde, was er noch kosten darf….”
        Bitte die beiden Dinge nicht durcheinander bringen:
        Natürlich darf gefragt werden, wieviel Geld für einen Menschen im Alter noch ausgegeben wird; zumal das Geld ja nicht vom Himmel fliegt, sondern es eine beschränkte Menge davon gibt und die man verteilen muss. Also darf auch gefragt werde, wieviel Anteile ältere Patienten erhalten.
        Dies sagt aber nichts über den Wert eines Menschlebens aus!

      • tina sagt:

        tsts: alsob ein joghurt wegen den 20gr zucker gleich ein killer wäre! als ob man gesund leben würde, wenn man alles mit grünen ampeln konsumieren würde.

      • Carolina sagt:

        Bitte belehren Sie mich nicht, ts. Ich habe nichts, aber auch gar nichts zum Wert eines alten Menschen gesagt. Ich habe zu bedenken gegeben, dass man, wenn man das (noch) auf dem Solidaritätsprinzip beruhende KK-System explizit nicht mit von Eltern mit Zucker traktierten Kindern belasten soll (wie Sie unten in Ihrem 08.15 sagten), gefälligst weiterfragen muss, vor allem wenn dort der Staat gesetzmässig eingreifen soll: wie sieht das denn dann mit Magersüchtigen aus? Ist der Staat dafür verantwortlich? Was sagen Sie denn zu Marathonläufern, bei denen es gehäuft zu Grauem Star kommt? Sprechen

      • gabi sagt:

        Der Zucker wär mir übrigens noch eher egal.

        Mich wundert, wie lange die ganzen künstlichen Aromen (auf den Verpackungen jeweils “natürliche” geheissen) unter jedem Radar durchgehen.

        Die sind alles Andere als ohne.

      • Katharina sagt:

        Mich erinnern solche Forderungen und Verbote an Bloomberg. In seiner Stadt treiben solche Verordnungen bedenkliche Blüten.

      • Carolina sagt:

        /2 Sie jeden Säufer in Ihrer Umgebung an? Es gibt unzählige Fälle, in denen wir solidarisch zahlen, die ich hier aufzählen könnte. Wenn der Staat jeden dieser Fälle regeln bzw nach dem Prinzip der Selbstverschuldung aufklamüsern würde, könnten wir das System gleich abschaffen. Ja, ich finde es ein absolutes No-go, dass bei jedem F*rz nach Regulierung gerufen wird, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen das für unser freiheitliches System hat.

      • tina sagt:

        ich bin überzeugt, wenn ich meine 20gramm zucker so richtig geniesse, bin ich wesentlich gesünder dran als wenn ich angeödet mein minimalkalorien-nullgeschmack-karton runterwürge

      • tina sagt:

        überhaupt, nur schon einen nullkalorienkarton zu kaufen ist doch an sich schon eine essstörung, bevor man sich ans runterwürgen macht

      • Katharina sagt:

        Stimmt, Gabi. Generell sind Zusatzstoffe selten diskutiert. Aber hier geht es um ein psychisches Problem, das für die betroffenen lebensgefährlich werden kann. Da auf Frühzeichen sensibilisiert zu werden ist schon richtig.

      • Carolina sagt:

        Wenn wir wirklich etwas gegen den viel zu überhöhten Zuckergehalt, die künstlichen Aromen etc tun wollen, dann steht es uns allen frei, z.B. den Grossverteilern den Spiegel vorzuhalten – im kleinen kann das jeder von uns tun, in dem er den Schrott einfach nicht kauft. Im grösseren Rahmen kann man Interessengruppen gründen oder ihnen beitreten, ohne dass einem ein Zacken aus der Krone bricht. Aber über unseren Tellerrand hinausdenken müssen wir selber. Unsere persönlichen Abneigungen (dicke Menschen, zu dünne Menschen, unfitte etc etc) sind genau das, unsere persönlichen.

      • tina sagt:

        hallo erde! ein kilo zucker kann ich auch im kleinen bioladen kaufen und das ist auch gut so!

      • Carolina sagt:

        Katharina, alles, aber wirklich alles kann tödlich sein im Uebermass oder wenn Sie eine Fisch-/Nussallergie haben. Es ist wie immer das Mass. Für meine Begriffe hat es etwas unglaublich Zynisches, einzelne Dinge herauszupicken (z.B. Zusatzstoffe) und daraus ein gesamtgesellschaftliches Problem zu machen, wenn es doch jedem von uns freisteht, sich davon zu distanzieren.

      • Carolina sagt:

        Wir werden alle immer älter, wir ernähren uns, summa summarum, viel gesünder als noch vor 20 Jahren, wir haben eine riesige Auswahl – aber der Genuss und die Freude am Essen, am Zusammensitzen über einer Mahlzeit, ist vielen komplett abhanden gekommen. Merkwürdig, das.

      • tststs sagt:

        Oje, war nicht meine Absicht, Carolina (oder sind Sie zeitgleich auch Widerspenstige?)… aber ja, wenn ein solcher Freigeist wie Sie in einem so freiheitsverachtenden Staat wie die Schweiz leben muss, ist es schon hart…. ;-)
        “darüber nachzudenken, welche Folgen das für unser freiheitliches System…” Haben Sie sich schon mal überlegt, was die Folgen sind, wenn wir nicht eingreifen?
        Und nochmals: ob etwas als Hilfe oder als Eingriff verstanden wird, hängt einzig vom Subjekt ab. So halte ich zB Znüniregeln halt eher für “Hilfe” für das Kind, und Sie wohl eher als Eingriff gegen die Eltern

      • tststs sagt:

        @Kath: Aber würden Sie nicht auch sagen, dass die Stadt seither (führt Bloomberg nicht einfach Gulianis Werk fort?) einiges lebenswerter wurde?

      • Katharina sagt:

        Carolina, vielleicht habe ich das zu knapp gesagt. Ich DENKE ja gerade, dass das Verbieten oder Bestrafen von Inhaltsstoffen bei diesem Thema nicht angebracht ist, denn hier wurden Essstörungen besprochen, Das sind psychische Probleme, die bei Nichterkennung lebensgefährlich werden können.

      • Katharina sagt:

        tsts: Sicher hat Guiliani sehr viel getan, dass die Stadt sicherer, sauberer und lebenswerter wurde. Ueber seine Mittel kann man sich teilweise streiten. Bloomberg allerdings macht Verordnungen (in Umgehung der demokratischen Regeln) die in etwa Forderungen entsprechen, die hier genannt wurden. Zb gibt es ein Verbot für eine bestimmte Portion an Sodagetränken an den vielen Ständen. Das ist Mikromanagement von Symptomen. Ist aber etwas Off-Topic.

      • Widerspenstige sagt:

        tststs:’Das finde ich jetzt genau einen Schritt zu viel. Der Staat kann (und hat er bereits) erlassen, dass Nährwerte abgedruckt werden.’ Ja, aber wer hat Zeit, sich diese näher anzusehen während dem Einkauf? Ich auf jeden Fall nicht.
        ‘Jedoch verlange ich noch von jedem Bürger, dass er selber denken kann und die Nährwerte in sein eigenes rot-orange-grün-Schema einfliessen lässt. Wer nicht mehr fähig ist zu erkennen, dass 20g Zucker auf 100g Joghurt irgenwie ungesund ist, dem gehört generell die Zulassung zum selbstständigen Einkaufen entzogen.’ Genau das ist der springende Punkt. Danke! :D

      • Sportpapi sagt:

        Nährwerte liest man wie den Preis, wenn es einen interessiert. Und einmal lesen reicht für gaaaanz viele Einkäufe.

      • Carolina sagt:

        Ts, mit Ironie zu antworten ist gewissermassen auch eine Antwort. Ich erwarte nichts anderes als weiterzudenken – wenn Sie der Meinung sind, dass Zucker-Znünis (was ist das eigentlich?) verboten gehören, wann fangen wir denn dann an, Fett, Kohlehydrate, bei Rot über die Ampel gehen, gefährliche Sportarten, leichtsinniges Verhalten und – hier wird es zynisch – Magersucht zu sanktionieren und als selbstverursachte Folgen zu deklarieren, für die auf keinen Fall die Allgemeinheit aufkommen kann/will? Diese Frage haben Sie noch nicht beantwortet.

      • gabi sagt:

        Das stimmt so nicht ganz, SP:

        Den Preis seh ich meistens auch recht gut.

        Aber bei den Inhalten – und kritischen Zusatzstoffen erst recht – wird´s oft sehr, sehr schwierig… So klitzeklitzeklein werden etwa die “natürlichen Aromastoffe” dann jeweils auch noch irgendwie rein gequetscht.

  4. fufi sagt:

    Und gleichzeitig möchte ich allen selbsternannten Experten für ihre wesentlichen und intelligenten Diskussionsbeiträge danken.

    Insbesondere:
    Markus Schneider: “Die anderen haben eben einen leichten Dachschaden, aber das ist ja nicht verboten.”
    Soccerdad: “Ausnamhen bestätigen die Regel.”
    Sportpapi: “Hungerhaken werden aber eher nicht mit männlich assoziiert.”

    Wer wirklich wissen will, was es DAMALS bedeutet hat,

    Gerne beantworte ich eure Fragen HIER:

    fortissimo@bluewin.ch
    Und wer vielleicht wissen will, was es HEUTE bedeutet, dass ich DAMALS an Anorexie erkrankt bin:

    • Sportpapi sagt:

      @Fufi: ““Hungerhaken werden aber eher nicht mit männlich assoziiert.” Willst du widersprechen? Ist das ein männliches Schönheitsideal, wie das bei Frauen zumindest teilweise der Fall ist?

      • fufi sagt:

        Hey Sportpapi:
        Haste denn auch nur ein bisschen was von – hach, ichweissnichtwas – in deinem Sixpack?
        Wenn schon nicht 20 oder gar 80cm drüber?

      • Jeanette Kuster sagt:

        Es geht ja bei einer Essstörung – nicht umsonst als MagerSUCHT oder Ess-BrechSUCHT bezeichnet – meist nur ganz am Anfang um ein Schönheitsideal. Danach spielen ganz andere Aspekte eine Rolle (Kontrolle über den eigenen Körper etc). Deshalb zieht das «Hungerhaken sind unnmännlich»-Argument nicht wirklich.

      • Sportpapi sagt:

        So hiess es komplett: “Natürlich achten auch Männer (zunehmend?) auf ihren Körper. In der Regel, dass er gepflegt, vor allem aber muskulös ist. Das heisst, viel Training und gezieltere Ernährung. Hungerhaken werden aber eher nicht mit männlich assoziiert.” Dies zum Thema Körperkult, nicht Suchtverhalten. Insofern empfinde ich Körperkult (eben Muskeln, breite Schultern, etc.) und Magersucht bei Männern als eher gegensätzlich.

      • mila sagt:

        Körperkult soll ein positiv besetztes Wort sein? Symptomatisch für eine Gesellschaft, die (zu) viel auf Äusserlichkeiten gibt… Ich hab meinen Mann jedenfalls lieber ohne hyperdefinierte Muskelmasse zu Hause, als stundenweise im Fitnessstudio. ;-)

      • mila sagt:

        PS: Magersüchtige Frauen wollen ursprünglich auch nicht aussehen wie wandelnde Skelette; es ist das zunehmende Suchtverhalten, das irgendwann die Selbstwahrnehmung verzerrt.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Aber der Körperkult endet eben manchmal auch in der Sucht, sei dies nun Magersucht (Thema gezielte Ernährung) oder vielleicht auch einer Kombination aus Sportsucht und Essstörung. Deshalb können Männer genauso betroffen sein. Und «Hungerhaken» werden sie ja erst, wenn sie schon krank sind, dh das war wahrscheinlich nicht ihr ursprüngliches Ziel. Schliesslich will auch nicht jede Frau, die eine Essstörung entwickelt, bewusst bis auf die Knochen abmagern.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Danke Mila, genau so ist es – da waren Sie schneller als ich. :-)

      • Katharina sagt:

        Mila: “Körperkult soll ein positiv besetztes Wort sein?” – warum denn nicht? Mein Körper ist das Gefäss, in dem meine Seele wohnt. Also hege und Pflege ich diesen wie einen Tempel.

      • Carolina sagt:

        Ich hoffe ja sehr, dass meine Seele mit jedem Gefäss, das ihr zur Verfügung steht, klar käme. Das ist für meine Begriffe ja das Merkwürdige: unsere Körper werden alt, krank, gebrechlich, zerfallen – aber unsere Seele ist weiterhin da. Der Umkehrschluss ist nun nicht, dass ich auf meinen Körper nicht Acht geben muss, sondern dass ich keinen Kult um ihn treiben muss der Seele wegen……

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Wer hat gesagt, es sei positiv besetzt? Ich sehe allerdings auch dümmere Orte, als das Training, wo man seine Zeit verbringen könnte. Und ich schätze es deutlich mehr, wenn jemand sich mit Fleiss und Einsatz einen attraktiven Körper erhält, als wenn er/sie dies mit Schminke und schönen Kleidern tut. Aber jedem das seine. Und, nebenbei, Ihr Mann hätte Sie vielleicht auch lieber ihm zugewandt als mit einem Buch oder Laptop in der Hand. Das wird Sie aber nicht abhalten, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @Fufi: ???
        Mein Sixpäck ist auf jeden Fall warm eingepackt :-)

      • mila sagt:

        @Sportpapi: erwischt. Wer jedoch einmal die Erfahrung gemacht hat, wie einschränkend körperkultartiges Verhalten ist (u. a. Sport um des schieren Kalorienverbrauchs willens, nicht aus reiner Freude an der Betätigung), sieht das Thema nicht mehr ganz so leger wie Sie. Für meinen Teil bin ich froh, dass mein Körper- und mein Seelenbewusstsein heute im Gleichgewicht stehen, und mein Alltag nicht mehr von Gedankenkreisen rund um den Zustand meiner äusseren Hülle dominiert wird. Man rutscht da schleichender rein, als man denkt – exakt wie von JK beschrieben. Und schafft den Absprung nicht immer

      • mila sagt:

        frühzeitig genug, wie das glücklicherweise bei mir der Fall war. Die Lebensqualität war, dies als persönliches Fazit, enorm beeinträchtigt, obwohl lediglich kontrolliertes Essverhalten und noch keine eigentliche Essstörung vorlag.

    • Pixel sagt:

      Fufi, schön dass Sie sich zu Wort melden – ich kenn das Thema ausgezeichnet (nicht an mir persönlich, aber trotzdem sehr nahe). Wenige scheinen sich Gedanken in psychologische Richtung gemacht zu haben. Es ist ja auch schwierig, über etwas zu diskutieren, von dem man so gar keine Ahnung hat. Bis auf Sie und allfällige Betroffene schnallt niemand, dass das weder mit Dachschaden noch mit elterlicher Vorbildfunktion zu tun hat, sondern tiefe und individuell zu ergründende Muster dahinter stecken.

      • mila sagt:

        So wie bei jeder Sucht gibt es neben individuellen jedoch auch übergreifende Faktoren, die u.a. die Präferenz für eine bestimmte Sucht erklären – dies als Ergänzung zu Ihrer sehr wahren Aussage, Pixel.

        @Redaktion: es wäre sehr nett, wenn Sie mich wieder aus dem Spamordner nehmen würden, ich mag nicht dauernd wie eine Verrückte auf mein Handy eintippen. Ich verspreche auch, künftig aus keinenenglischen Fachtexten mehr zu zitieren.

      • Carolina sagt:

        Mila, darf ich Ihnen mal eine blöde Frage stellen? Wie poste ich mit dem Handy? Ich habe auf meiner T.A.-App nur immer die letzten 10 Kommentare drauf, ohne Antwortmöglichkeit…..

      • mila sagt:

        Sie müssen zur klassischen Browseransicht wechseln, siehe link am Seitenende.

        Die Entspamung lässt nach wie vor auf sich warten, ich hoffe, es liest ein Redaktionsmitglied in älteren Threads mit…

      • mila sagt:

        D.h. am Seitenende der App-Ansicht.

      • mila sagt:

        D.h. am Seitenende der App-Ansicht.

      • Carolina sagt:

        mila, ich kapiere es nicht – in solchen Dingen einfach total besch…..rt. Immer noch Schwierigkeiten? Nehme an, keine Antwort ist ein Ja!

      • gabi sagt:

        Apropos MB und Sucht…
        ;-)

      • Carolina sagt:

        Ja, gäll, davon kannst Du auch ein Liedchen singen…… Oder wehrst Du Dich noch dagegen? ;-) )

      • Carolina sagt:

        R E. D . A.K.T.I.o.N: Bitte, bitte mila aus dem S.p.a.m – Gefängnis entlassen!!!!!

      • Pixel sagt:

        Caro: ich texte ständig via Handy. Wie Mila sagt: scrollen Sie ganz runter. Da steht in klein “zur klassischen Browseransicht wechseln”. Klicken. Dann passiert noch nicht viel. Gehen Sie hoch und wechseln oben das Thema des Blogs. Nun lädt er eine neue Seite und dann geht’s eigentlich ganz gut. Gelegentlich passiert es jedoch, dass er wieder umspringt. Super sind aber auch die RSS Feeds. Da kann man schnell nachlesen wo was gepostet wurde.

      • Carolina sagt:

        Supi, pixel, ich glaube, ich hab’s. Nur mit den RSS Feeds tut sich noch nichts, aber das kriege ich doch noch hin….. Merci vielmal ;-)

    • alien sagt:

      fufi, mich freut es, dass Du die Anorexie überwunden hast, echt jetzt.

    • tina sagt:

      tsts: gurtenobligatorium kann man nicht vergleichen damit, es verbieten zu wollen, etwas mit viel zucker drin zu kaufen oder verkaufen. ich lebe recht gesund und ich finde es unter aller sau, mir vorwerfen zu lassen, mir gehöre die lizenz zum einkaufen verboten. ich bin sicher, meine kinder leben gesünder, wenn sie süssigkeiten essen dürfen, anstatt ein fertigprodukt mit einer grünen ampel drauf weil es angeblich wenig fett und zucker enthalte. lieber sich auf eine feine süssigkeit freuen und sie geniessen. meine kinder pfeifen auf all die grusigen fertigprodukte, DAS ist mri wichtig

  5. fufi sagt:

    Ich danke euch allen für eure souveräne Teilnahmslosigkeit.
    Und grüsse euch damit:

    Savoy Brown – Hellbound train

    http://www.youtube.com/watch?v=qlqqeobOJvg

    fufi

    • fufi sagt:

      Ja, ich hätte mich halt schon gefreut
      über ein liebes Wort, oder so.
      Aber was nicht sein soll, soll nicht sein!

      Wünsch euch was!

    • Rahel sagt:

      Hey fufi!
      Also erstmal: schön wieder von Dir zu lesen! Hast Dich ja lange nicht gemeldet, oder habe ich da was nicht mitbekommen? Ich war auch einige Zeit nicht mehr aktiv hier und erst seit ein paar Tagen gebe ich wieder meinen Senf dazu!

      Tut mir leid, dass ich erst jetzt auf deine Kommentare eingehe, aber ich war hängengeblieben bei den zum Teil doch ziemlich gehässigen Posts! Habe aber alles gelesen, was Du geschrieben hast! Es ist sehr interessant, von jemandem zu lesen, der direkt betroffen war! Vor allem aber hat es mich erschüttert, wie sich Deine Freunde von Dir abgewendet hatten!

      • fufi sagt:

        Weisst du, Rahel, ich mag es eigentlich nicht sehr, wenn meine Kommentare erst Stunden später freigeschaltet werden.
        Wenn überhaupt!
        Aber weisst ja, wo du mich andernorts finden kannst!

    • tina sagt:

      fufi, sei nicht enttäuscht, das liegt doch daran, dass das hier anonym ist. wie soll man anteil nehmen an einem schicksal das angedeutet wird, von jemandem zu dem man persönlich keinen bezug hat. nimm das nicht persönlich. eine unpersönliche diskussion anonym zu führen ist eine ganz andere angelegenheit, darum wird fröhlich weiter geplaudert, während die persönliche message kaum beachtet wird.

  6. The Damned sagt:

    Wir sollten uns vielleicht einmal grundsätzlich fragen, welches Menschenbild wir in unserer Leistungsgesellschaft pflegen wollen: Langsam arten sämtliche Tätigkeiten, sowohl im privaten als auch die beruflichen Bereich, im Endeffekt nur noch auf eine irgendwie geartete Leistungssteigerung hinaus. Das Leben scheint nur noch aus Leistungskriterien zu bestehen, Leistung ist alles: In alle Lebensbereiche schleicht sich das kompetitive Denken ein- Wettbewerb bis zur totalen Erschöpfung, 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, ein ganzes, verdammtes Leben lang!

    • fufi sagt:

      Und so paradox das klingen mag:
      Genau um die Verweigerung desselbigen geht’s bei der Anorexie!
      Ein verzweifelter Hilferuf:
      Lasst mich doch bitte SO sein, wie ich gerne sein möchte!

  7. Katharina sagt:

    Hier wurde die Notbremse gezogen.

  8. pedrodesconocido sagt:

    ……………….Der Bart wird weiblich……………………

  9. Reto Burgener sagt:

    Ich würde sagen, jeder dritte Junge IST zu dick !!!!

  10. Thomi sagt:

    Es gibt immer mehr schwule Jungs und die haben halt Mädchenprobleme; Ist mein Hintern zu dick?

  11. alam sagt:

    Wir Erwachsenen haben gut reden. Wir würden uns nicht entscheiden absichtlich zu verhungert. Das entscheidet jemand, der im Übergang vom Kind zum Erwachsenen ist, der in seinem neuen Körper noch nicht zu Hause ist. Rutscht in diese Sucht hinein und findet nicht mehr heraus. Wann ist denn das Aussehen so vordergründig wichtig? Doch gerade bei den Teenies, und die suchen sich nun mal Idole. Ich bin deshalb sehr wohl der Meinung, dass gerade auf dem Laufsteg rigorose Gewichtsgrenzen gesetzt werden müssen.

  12. Ted sagt:

    Leidete eigentlich Robin Gibb von den Bee Gees auch an Anorexie ?

  13. Peter sagt:

    Nur bei zu dünnen und normalgewichtigenKnaben/Kindern/Menschen ist es tragisch, wenn diese sich für zu dick halten. Wenn übergewichtige sich für zu dick halten, zeigt das, dass sie ein realistisches Selbstbild haben!
    In der Schweiz sind rund 20% der Kinder (Beobachter Online 24. Mai 2011) übergewichtig sind und davon vermutlich mehr Kanaben. Weshalb es theoretisch möglich währe, dass sich fast nur die 30% übergewichtigen Knaben für zu dick halten.

    Im überigen giebt es unzählige Diäten (Laktose, Gluten, Vegi…) die nicht der Gewichtsreduktion dienen.

  14. tina sagt:

    was auffällt: eine diskussion über magersucht, es wird von hungerhaken gesprochen.
    es ist gesellschaftlich in ordnung und wird nicht als unanständig angesehen, jemanden öffentlich zuzurufen, er sei aber dünn, während es gesellschaftlich absolut nicht als in ordnung angesehen wird, jemandem öffentlich zuzurufen, er sei aber dick.

  15. fufi sagt:

    Und namal en Kommentar vom fufi,
    ganz eleige für de Schportpapi!

    Wenn DU Menschen, die an einer unheilbaren seelischen Krankheit leiden,
    wo bestenfalls die Symptome wegtherapiert werden können,
    und häufigstens chronisch wird
    und oft tödlich verläuft.

    Wenn DU also diese Menschen als

    HUNGERHAKEN

    bezeichnest?

    Weisst du, Sportpapi,
    DAS sagt eigentlich auch recht viel über DICH aus!

    • babuschka miro sagt:

      sorry fufi,aber ich habe deine nachricht an sportpapi auch gelesen.DANKE!bin auch persönlich betroffen (B) und musste mir meine ganze kindheit/jugend/tw.erwachsenenwelt solche”gehobene” stammtisch-sprüche anhören.ich weiss,es fälkt nicht immer leicht;solche menschen/kommentare zu ignorieren…aber:tue es!SP wird dich sonst nur wieder verletzen…gewollt oder ungewollt.alles gute!

  16. Sascha sagt:

    Krass, dem war ich mir bis jetzt gar nicht bewusst… ein richtiger Augenöffner – wieder mal, dieser Artikel.
    Danke!

  17. Anna sagt:

    Schlimm finde ich eher, dass solche die schon an Aneroxie erkrankt sind oft gar nicht wahrgenommen werden, sondern man findet dünn einfach super und schön! Erst wenn es sehr extrem wird, dann wird dann mit den Fingern auf diese Leute gezeigt.
    Vielleicht sollte man endlich davon wegkommen normalgewichtige Frauen als zu dick zu beschimpfen und untergewichtige Frauen als schön zu bezeichnen. Und Slim Jeans bei Jungs, die im moment nicht mehr wegzudenken sind, sind halt auch absolut daneben! Jeder Junge mit ein bisschen Muskeln (nicht Fett notabene!) sieht darin beschissen aus.

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