«Wir gehen daheim zur Schule»

Ab heute erteilt der Mamablog regelmässig Kindern und Jugendlichen das Wort. Die erste Carte Jeune geht an Yana und Leia.

Mamablog

Zu Hause unterrichtet zu werden macht Spass: Leia (l.), Amber (M.), Yana (r.).

Hallo! Wir heissen Yana und Leia und sind 9 und 10 Jahre alt. Wir gehen in die 3. und die 4. Klasse, aber wir gehen nicht zur Schule. Wir werden zu Hause unterrichtet.

Yana

Viele Leute fragen, wo ich zur Schule gehe und wer meine Lehrerin sei. Zuerst habe ich mich nicht getraut, auf diese Frage eine Antwort zu geben, aber langsam gewöhne ich mich dran und sage ihnen, dass ich zu Hause unterrichtet werde.

Ich finde es toll, dass meine Mutter uns daheim unterrichtet. Wir haben mehr Freizeit und mehr Zeit zum Spielen, ich darf auch die Zeit selbst einteilen und kann manchmal auch ausschlafen. Ich spiele gerne Flöte und Klavier, reite gerne auf Pferden, gehe ins Geräteturnen und Leichtathletik und lese sehr gerne Bücher.

Wir gehen oft im Sommer in ein Lager, wo auch andere Familien hin gehen, die ihre Kinder zu Hause unterrichten. Dieses Jahr waren wir im Appenzell in Gais. Dort spielte ich mit einigen jeden Abend «Räuber und Poli». Das Lager war eine Woche lang und am Mittwoch gingen wir in die Schaukäserei in Stein. Nachher machte ich ein Fotoalbum vom Lager.

Jeden Donnerstag treffen wir uns mit anderen Homeschoolers. Dort machen wir manchmal verschiedene Sachen, zum Beispiel Käse. Diese Idee hatten wir vom Homeschoolinglager, als wir die Schaukäserei besuchten. Oder wir machen einen Kartenlauf. Dazu müssen wir die Orte, die auf der Karte eingezeichnet sind, finden und in der Mitte gibt es einen Preis. Solche Läufe machen mir Spass.

Jeden Monat organisiert unsere Mutter ein Treffen in Teufenthal. Dort machen wir immer ein anderes Thema. Am besten gefallen hat mir der Tag mit Laubsägearbeiten und der mit Basteln aus gewaschenen, leeren Joghurtbechern und anderem Material zum Recyceln.

Leia

Wir werden daheim unterrichtet, weil unsere Mutter das besser findet. Sie findet, dass die Schule zu viel Freizeit wegnimmt, und dass es mehr nützt, wenn man freiwillig lernt.

Manchmal fragen uns die Leute, warum wir Homeschooling machen, oder wo wir in die Schule gehen. Früher habe ich das peinlich gefunden und habe sie manchmal ignoriert, oder das Thema gewechselt. Einmal habe ich sogar gelogen, weil ich Angst hatte, dass sie mich auslachen würden. Aber nachdem ich gelogen hatte, war es mir peinlich, dass ich gelogen habe.

Jetzt sagen wir einfach: «Unsere Mutter unterrichtet uns zu Hause.» Dass sie weitere Fragen stellen, ist uns noch gar nie passiert, darum weiss ich auch nicht, wie ich darauf reagieren würde. Aber grundsätzlich gefällt es mir, dass wir daheim unterrichtet werden. Wir haben täglich ein paar Stunden am Morgen, die wir mit Mathe und Deutsch und manchmal Realien verbringen. Den Rest lernen wir durch den Tag.

Doch manchmal wünschte ich mir, dass ich wüsste, wie es in einem Klassenraum aussieht, oder wie es ist, zur Schule zu gehen. Da bin ich manchmal sehr neugierig. Ich habe mir schon oft gewünscht, ein paar Tage hin zu gehen. Aber das ist bis jetzt nicht gegangen, weil man für mindestens ein Jahr gehen muss und das war mir zu lange, nur um es für mich auszuprobieren.

Aber meistens gefällt mir das Homeschooling. Ein paar Leute meinen, dass wir so nicht sozial würden oder dass wir sicher keine Fantasie hätten. Aber das stimmt gar nicht, ich liebe es, Fantasiegeschichten zu schreiben. Ich mache Leichtathletik, reite und spiele Klavier. Ich will auch noch mit Karate anfangen. Meine Mutter findet, dass das genug sei.

Ich habe sehr viele Freunde, doch die meisten gehen zur Schule. Das nervt, weil man sie dann nur, wenn es Ferien ist, oder am Samstag, Sonntag und Mittwochnachmittag sehen kann. Ich habe aber auch zwei Freunde, die nicht zur Schule gehen und die ich regelmässig treffe. Aber die meisten von meinen Kollegen gehen zur Schule. Das ist, weil es weniger Leute gibt, die Homeschooling machen, als solche, die zur Schule gehen.

Ich finde Homeschooling auch schön, weil ich mir nicht vorstellen könnte, unter der Woche nur noch am Abend Zeit für meine Katze zu haben. Und es ist schön, weil ich dann mehr Freizeit habe und damit auch mehr Zeit zum Spielen.

261 Kommentare zu ««Wir gehen daheim zur Schule»»

  • nora sagt:

    @single20
    Du kannst das googlen, da findest du viele Informationen überwiegend in Englisch. Meine Tochter wird mit Material der Fernschule unterrichtet und der Unterricht findet nur am Morgen statt, somit haben wir den ganzen Nachmittag zur freien Gestaltung frei. Sie kann ohne Mobbing oder stress lernen. Meine Tochter liebt den Unterricht.
    Nur weil jemand an der PH studiert hat er trotzdem nicht unbedingt eine Klasse mit über 20 Kindern im Blick geschweige denn im Griff und kann sie gut und individuell anleiten.

  • Dan Fust sagt:

    Homeschooling? Besser ist überhaupt keine Schule! Einfach mal André Stern googeln oder sein Buch lesen. Der hat nie eine Schule besucht und ist trotzdem oder gerade deshalb gebildet. Es geht einfach auch ohne den ganzen Zirkus! Der Mensch ist nämlich von Natur aus extrem neugierig und will lernen. Die Schule ist selbst oft das grösste Hindernis!

  • single20 sagt:

    Homeschooling ? Wie kann ich das machen? Wo bekomme ich das Lehrmaterial ?

  • Der Unterrichtsforscher Franz Weinert: «Guter Unterricht ist ein Unterricht, in dem mehr gelernt als gelehrt wird.»

  • wespi sagt:

    Jede (neue) Bewegung fängt mal klein an und stosst naürlich auf Widerstand. Vor der Industrialisierung brachten auch die Eltern den Kindern bei, wie das Leben funktionierte. Wieso sollte dies heute nicht merhr gehen? Die ganze Welt liegt offen da zum Lernen, vernetzt und online verfügbar. Ganze Biliotheken stehen zur Verfügung um den unbändigen Wissenshunger von neugierigen Kindern zu stillen. Noch nie war Wissen so niederschwellig verfügbar wie heute per Internet.
    Wieso funktioniert denn diese Lernform so gut in Amerika?und wieso sind denn die HS in Ameriak so heiss begehrtan den Unis?

    • aha sagt:

      Ausgerechnet das amerikanische Bildungssystem?

      Was heiss begehrt ist, sind Elite-Universitäten in den USA und deren Absolventen. Das kostet einen Haufen Geld und das Niveau ist hoch. Welch Wunder also: eine Schule die in Geld schwimmt und so begehrt ist, dass sie sich von den Besten der Besten noch die Besten aussuchen kann. Natürlich nehmen dann unsere Firmen geren deren Absolventen.

      Abgesehen davon ist genau das amerikanische Bildungssystem eine Katastophe.

      Homeschooling wird dort missbraucht um den Kindern ein fundamentalistisches Weltbild zu vermitteln, wie in Koranschulen anderswo.

  • Francesca sagt:

    Homeschoolende Eltern haben vielerlei Gründe, die Schulstube in das eigene Wohnzimmer zu verlegen:
    Es gibt naturverbundene Kinder, die nicht gern brav auf dem Schulstühlchen sitzen und mit Papier und Bleifstift beschäftigt sind. Andere Kinder sind visuell orientiert und haben Mühe, dem auditiven Unterricht zu folgen. Wiederum andere sind leicht ablenkbar und in einem ständig ausgesetzten Lärm- und Schwatzpegel in der Schule nicht lern -und aufnahmefähig.
    Jedes Kind hat eine natürliche Wissbegier und Lernfreude. Der ständige Notendruckin kann diese Entdeckerfreude hemmen.

  • moritzmax sagt:

    Homeschooling ist nichts anderes als Untericht bei einem Privatlehrer. Solange dieser Lehrer gut ausgebildet ist, anstaendig bezahlt wird, und die Kinder die Lernziehle erreichen ist dagegen nichts einzuwenden.Die Zeiten in denen nur privilegierte Kinder eine gute Ausbildung bekamen, sind in der Schweiz zum Glueck vorbei. So gesehen ist Hoeschooling ein Relikt aus vergangenen Tagen.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Homeschooling können wir uns weder für uns noch für unsere Kinder vorstellen. Wir wollen ihnen den sozialen Austausch und die damit verbundenen Erfahrungen wie Kontakte zu „Gspänlis“, Einblick in andere Kulturen, gemeinsamer Schulweg,… auf gar keinen Fall vorenthalten. Wir erachten es als sehr wichtig, den Kindern zu zeigen, dass es noch andere Bezugspersonen wie z.B. Kindergarten- und SchullehrerInnen gibt als „nur“ wir Eltern und Geschwister ;). Doch es ist wie alles im Leben Geschmacksache – Hauptsache, das gewählte Modell stimmt für ALLE Beteiligten und Betroffenen – Eltern wie Kinder!

  • Heyokah sagt:

    Hier die in Frage Stellung: Ich schrieb z.B. Homeschooling „kann“ effizienter sein und fordere ein horizontales Schulsystem mit dem man gleichermaßen home- un- und school- schoolen kann.

    Tatsache scheint mir auch, dass jedes Werkzeug (z.B. Homeschooling) missbraucht werden kann. Hier steht dann aber nicht das Werkzeug in Kritik, sondern der Anwender und seine Intention. Schule wird schon lange missbraucht und bestimmt auch Homeschooling (siehe Sekten etc.)
    Dennoch zeigen wissenschaftliche Studien, das „unschooling“ zu grosser Bildung (meist größerer) und lebenslang intakter Motivation führt.

  • Fam. Widmer sagt:

    Homeschoolende Eltern haben vielerlei Gründe, die Schulstube in das eigene Wohnzimmer zu verlegen:
    Es gibt naturverbundene Kinder, die nicht gern brav auf dem Schulstühlchen sitzen und mit Papier und Bleifstift beschäftigt sind. Andere Kinder sind visuell orientiert und haben Mühe, dem auditiven Unterricht zu folgen. Wiederum andere sind leicht ablenkbar und in einem ständig ausgesetzten Lärm- und Schwatzpegel in der Schule nicht lern -und aufnahmefähig.
    Jedes Kind hat von Natur aus eine Wissbegier und Lernfreude. Der ständige Notendruck kann diese natürliche Entdeckerfreude hemmen

  • Serge sagt:

    Hängt natürlich stark von den Eltern ab, diese Form des Unterrichts Sinn macht. Gerade in den Naturwissenschaften und in Fremdsprachen bezweifle ich stark, dass ein Grossteil der Eltern selbst das nötige Niveau vorweisen kann, um die Kinder zu unterrichten. Lehrer gehen nicht umsonst an die PH.
    In Einzelfällen könnte es schon eine Option sein, ich denke aber, dass es eine Randerscheinung bleiben wird.
    Unschooling halte ich dagegen nicht für eine gute Idee. Gerade wenn man sich in ein Thema vertiefen will, ist oft ein bestimmtes Bildungsniveau nötig, um nicht in eine Sackgasse zu kommen.

    • g@d sagt:

      also die rechtslage in der schweiz erlaubt es eltern, die keine ausbildung als lehrkraft absolviert haben nicht, kinder über einen längeren zeitraum (länger als 4 monate, wenn ich mich nun grad richtig erinner) zu hause zu unterrichten. von daher ist das argument „Lehrer gehen nicht umsonst an die PH.“ nicht wirklich sinnvoll in diesem zusammenhang.

    • g@d sagt:

      korrektur: natürlich beschränkt sich besagte rechtsquelle auf den kanton zürich, hatte ich vergessen zu erwähnen… im kanton appenzell ausserrhoden zum beispiel ist das anders geregelt… für einen grossen teil der schweizer bevölkerung ist das mit dem homeschooling rechtlich nicht ganz so leicht, respektive mit ausbildung verbunden… 😉

      • nora sagt:

        Nur weil jemand an der PH studiert hat er trotzdem nicht unbedingt eine Klasse mit über 20 Kindern im Blick geschweige denn im Griff oder kann sie gut und individuell anleiten. Homeschooling kann jede Mama!

  • gattopardo sagt:

    Homeschooling hat auch dazu geführt: uncollege.org => und das ist für alle interessant, auch wenn sie schon weit über dieses Alter hinaus sind.

    und nicht zu vergessen: http://www.solidarische.ch/billag => das ist für alle Interessant, die mit dem Billag-Konzept nicht einverstanden sind und für die SRG Verblödung keinen weiteren Rappen mehr zahlen wollen.

  • Kim Müller sagt:

    Ist ja logisch, dass HS effizienter, individueller ist, so etwas kann und wird die Volksschule nie anbieten können. Aber es geht auch darum in einer Gemeinschaft aufzuwachsen um unter anderen, v.a. Sozialkompetenzen zu erringen. Und das kann man nun mal nicht als Einzelkind/Zweierkind zuhause. Es herrscht sowieso ein viel zu grosser Individualismus, früher hat uns kein Schwein gefragt, wie wir denn die Schule gerne hätten, ob doofer Lehrer oder nicht, wir mussten einfach. Punkt. Und das war gar nicht so schlecht.

    • tina sagt:

      ja früher. seit wann gibt es so etwas wie eine geregelte arbeitszeit, respektive geregelte freizeit, recht auf arbeitsfreie tage und ferien. geregelte ausbildung. früher gab es noch eins auf die finger mit dem lineal.

    • Pat sagt:

      Der Mensch ist nun mal ein Individuum…und zur Sozialisierung helfen Klassenverbände von Gleichaltrigen definitiv nicht – und weil das schon lange erwiesen ist, gibt es ja auch da und dort Schulen mit altersdurchmischten Klassen…ich war drei Jahre in so einer Volksschulmultiklasse…das waren die einzigen Jahre, in denen ich richtig gern zur Schule ging.
      Ich verstehe jeden, der diesen pausen- und gnadenlosen Konkurrenzkraft, der vom System, den Noten und den späteren Arbeitgebern gefördert wird, seinen Kindern nicht zumuten will!

      • Fistik sagt:

        „und zur Sozialisierung helfen Klassenverbände von Gleichaltrigen definitiv nicht “

        In der Schule geht es aber nicht nur um Sozialisierung, sonder auch ums Lernen…gnadenloser Konkurrenzkampf kann man durch entsprechende Lernmethoden eliminieren . Lernen unter Gleichaltrigen stimmuliert !

      • Kim Müller sagt:

        eine mehrjahrgangsklasse erhalten sie in der volksschule, somit auch die sozialisation, oder haben sie einen anderen vorschlag? ich habe meine schulzeit nicht als pausen- gnadenlosen konkurrenzkampf in erinnerung. logisch gabs tränen, enttäuschungen, ein jahr ehrenrunde :-), prügeleien usw. aber am nächsten tag war alles wieder ok. ich glaube, man darf kids nicht vor allem bewahren, sonst gibt das richtige weicheier.

    • Pat sagt:

      Und zum Thema: „Wir mussten einfach. Punkt!“:::
      Das Leben ist für die Jungen nicht einfacher geworden! An jedem dritten Tag nimmt sich in der Schweiz ein Jugendlicher das Leben – im besten Alter, Schule abgeschlossen oder fast…Kaum irgendwo auf der Welt hätte er bessere Zukunftsaussichten. Warum? Hören wir doch auf, unsere Kinder für ein leistungsorientiertes, konkurrenzgestresstes Leben heranzuzüchten. Lehrer, Politiker, aber allen voran ELTERN: KOMMT ZUR BESINNGUNG! Kinder brauchen Zeit, Liebe und Geduld! Brummen wir den Kindern doch nicht auf, was wir selber hassen würden!

    • Ana sagt:

      Und das kann man nun mal nicht als Einzelkind/Zweierkind zuhause…
      Doch, das geht schon – sehr gut sogar, wie man anhand vieler Beispiele auf der ganzen Welt sehen kann.
      „It needs a village to raise a child“ soweit geb ich Ihnen 100% recht. Aber wer sagt denn, dass Homeschoolers nur alleine zu Hause sitzen und Schule für Kinder die Einzige Art ist verschiedene Menschen zu treffen und mit ihnen zu interagieren?

    • Ana sagt:

      @ Kim Müller
      Und das kann man nun mal nicht als Einzelkind/Zweierkind zuhause…
      Doch, das geht schon – sehr gut sogar, wie man anhand vieler Beispiele auf der ganzen Welt sehen kann.
      “It needs a village to raise a child” soweit geb ich Ihnen 100% recht. Aber wer sagt denn, dass Homeschoolers nur alleine zu Hause sitzen und Schule für Kinder die Einzige Art ist verschiedene Menschen zu treffen und mit ihnen zu interagieren?

  • A.HILTY sagt:

    Die Enge und Intoleranz gewisser Kommentare macht mir Angst!

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    jkjk

  • luftibus sagt:

    aso ehrlich, ich finds komisch, dass hier alle das homeschooling so loben, oder aber zu irgendwelchen alternativschulen abgleiten, niemand aber die beschulung zuhause überhaupt in frage stellt! vielleicht liegt das daran, dass man hier hat kinder ihre situation schildern lassen, die es eh gut finden, so jung sie sind und nichts anderes kennen. mal warten bis die pubertieren.
    hier sollte unbedingt kurz klargestellt werden: homeschooling findet bei stark gläubigen und anderen sektenverbundenen familien anklang, um den einfluss der bösen welt auf die kinder „kontrollieren“ zu können…

  • Widerspenstige sagt:

    Ich finde das eine prima Sache, solange die Kinder genügend andere Inputs von Mitschülern in Regelschulen erhalten dh sich mit diesen unkompliziert austauschen können, Hausaufgaben mal auswärts lösen mit Nachbarskindern gleichen Alters zusammen etc. Es hätte unseren drei Kindern sehr gut getan, vermehrt via Homeschooling aufwachsen zu dürfen. Von dieser Option wussten wir als Eltern einfach nichts u quälten uns mehr schlecht als recht durch die Volksschulzeit. Die Steuern sollten in diesen Fällen jedoch reduziert werden dürfen via Homeschooling-Abzug. Wer unkonventionell lebt, schätzt es.

  • Heyokah sagt:

    (2)
    Ein modernes Schulsystem muss her. Horizontal. D.H. 100 Klassen, 100 Räume, keine Noten und freie Auswahl. Keine Jahrgänge, Erwachsene sollten auch als Schüler teilnehmen (man lernt nie aus), Kinder sollten auch unterrichten. Privatpersonen sollten unterrichten dürfen. Wir haben Wikipedia. Das statische hirarchisch aufgebaute Lehrerwissen ist nicht mehr zeitgemäß.
    Grundwissen wie Lesen, Schreiben, Rechnen lernen Menschen ohne Schule siehe 5% unschooled Kinder in GB. Die Neurophysiologie weiss es seit über 40 Jahren. Individualisierter horizontaler Unterricht! Der Kapitalismus zerstörts.

    • Pixel sagt:

      Wie stell ich mir einen individualisierten und gleichzeitig horizontalen Unterricht vor? Wo – gemäß Ihren Angaben – Erwachsene zusammen mit den Kindern in einer Klassengrösse von 100 lernen sollen?

      Ferner: „if there is no competition, then where is the f*** point?“ (jean grey)

    • Carolina sagt:

      Heyokah, das Unschooling (allein schon das Wort!) steht am gegensätzlichen Pol von einer staatlichen Volksschule, die zumindest das Ziel hat, allen Kindern die gleichen Chancen einzuräumen. Diese Polarisierung nützt uns herzlich wenig. Was etwas nützen würde, wären das mehr Offenheit und Flexibilität von seiten des (bei uns) Kantons, wenn es um neue Ideen und Beteiligungen geht. Z.B., wie Sie sagen, Unterricht von Privatpersonen. Das kenne ich aus meiner eigenen Schulzeit in GB und fand es normal und bereichernd, dass gewisse Eltern sich mit ihren Fachgebieten eingebracht haben. Und, was ich

      • Carolina sagt:

        /2 für ganz wichtig halte, ist mehr ‚Wettbewerb‘ – also z.B. hat der Kanton Gemeinden nicht mehr zu bevormunden, wenn es um die Mittelverteilung geht, wie SP das vorne mal ausgeführt hat. Da liegen so viele Ideen und soviel Kreativität brach, die den langen Weg durch die Behörden einfach nicht überstehen, dass ich mich oft genug darüber wundere, wieviele wirklich enthusiastische Lehrer es noch gibt.

  • Heyokah sagt:

    Homeschooling kann wesentlich effizienter sein als Schule. Der von Schulbehörden selbst festgelegte Vergleichssatz ist 2 Stunden Heimunterricht ersetzen einen ganzen Schultag. Den Profis ist bewusst, dass der grösste Teil der Schulzeit mit Overhead verschwendet wird. (Hausaufgaben doppelt vorlesen, immer wieder die gleichen Fragen beantworten, für Ruhe sorgen, etc…) Es ist bekannt, dass sich nur mit dem Overhead schon 50% zu Tode langweilen.

    Ich empfinde das nachweislich am weitesten entwickelte Bildungssystem die „Unschooling“ Methode der englisch sprachigen Länder.

  • maja sagt:

    von wegen keine Fantasy, die Schule zerstört die Fantasy. Ich finde es mutig von dieser Familie, dass sie diesen Weg gehen.
    Ich konnte es leider nicht.

  • Mama sagt:

    Da sich viele Leute Gedanken zum „Homeschooling“ machen, reale Informationen darüber aber offenbar dünn gesät sind, möchte ich hier Interessierten ein paar Inormationsmöglichkeiten aufzeigen:
    http://www.bildungzuhause.ch informiert sachlich über das Thema, unter http://www.bildungzuhause.ch/de/studien.html findet man Studien, auch von Ländern in denen Homeschooling schon länger praktiziert wird. Auch der soziale Aspekt wird dort genauer angeschaut.
    Andrè Stern z.B. hat ein Buch über seine Kindheit geschrieben: …und ich war nie in der Schule.
    Oder: pro-lernen.ch/blog/ Da schreibt eine Familie über ihren

  • Dorothea sagt:

    Was mich an diesen Diskussionen immer stört ist das Gezänke zwischen den beiden Fronten. Und stets wird das Negative herausgehoben wenn es um Homeschooling geht. ES GEHT UM DIE KINDER UND NUR UM DIE KINDER UND DEREN ZUKUNFT! KINER SIND DIE ZUKUNFT! Ich kenne gaaaanz viele Kinder die nicht gerne zur Schule gehen. Da muss es doch Alternativen geben.Jedem Kind die Bildungsform, die zu ihm passt. Wir Erwachsenen arbeiten ja auch nicht alle auf einem Büro. Wir Menschen sind so Individuell, dass es unbedingt auch individuelle Bildung braucht. Alles andere ist Potenzialverschleuderung.

    • gabi sagt:

      Es gibt auch Kinder, die nicht gerne duschen.

      … Da muss es doch Alternativen geben!

      Also alleine das Nichtmögen von – ausgerechnet – Schule zur Begründung zu bringen, find ich ziemlich seltsam.

      • Frank sagt:

        Freiheit ist, wenn einer, der nicht gern duscht, dann eben einfach in die Badewanne steigen kann. Schlimm wäre es allerdings, wenn die Alle-sind-gleich-Ideologen die Badewanne verbieten würden. Dann wird es hart für die Dusch-Allergiker. So müssen sie ungewaschen und stinkend durchs Leben gehen, wo sie doch mit Badewanne wichtige Gestalter der Badekultur hätten werden können…

  • Gabi sagt:

    Allein das Kind zählt.

    Allein das Kind.

    Das Kind… Allein.

    Jedes Kind sollte allein sein dürfen!

  • Matti Hoch sagt:

    Homeschooling hat Zukunft! Vorallem glaubende Christen müssten vermehrt Druck auf den Staat machen und ihre Kids zuhause schulen. Der Umgangston in der Staatsschule unter Kindern ist zum Teil verheerend! Auch der Druck, die Evolutionstheorie sei die einzige Wahrheit der Entstehung unserer Erde ist völlig daneben. Wie das Wort sagt, ist es ja nur eine Theorie, aber daneben von der Schöpfung reden zu wollen, wird den Lehrern versagt. Unser Staat wird immer gottloser. Lehrer, die esoterische Themen in Klassen behandeln, müssen nichts befürchten, anders Lehrer, die über Jesus Christus reden!!

    • Serge sagt:

      Die Evolutionstheorie ist falsifizierbar, die Schöpfungsgeschichte nicht. Gäbe es stichhaltige Argumente, die die Evolutionstheorie widerlegten, würde man sie den Kindern nicht beibringen. So ist das mit dem Wissen, nichts ist absolut, aber für gewisse Dinge (wie die Evolutionstheorie) findet man starke Anhaltspunkte, die man auch beobachten kann.
      Hat man nun etwas genügend oft beobachtet und nicht widerlegt, so wird es zu Wissen und genau das soll in der Schule vermittelt werden (z.B. die Evolutionstheorie).

    • Wildkatze sagt:

      Religionsunterricht jeder Art müsste verboten werden. Das hat nichts mit Bildung sondern nur mit Verblendung zu tun. Get them while they’re young!

      • Matti Hoch sagt:

        @Serge: Sie sagen nicht die Wahrheit!Die Evolutionstheorie kann im Prinzip gegen die reine Wissenschaft überhaupt nicht bestehen! Es fehlen zuviele Elemente,die, so hoffte man,sich dann schon einmal finden würden,aber bis heute ohne Ergebnis!Gott ist in der Geschichte gegenwärtig und durch die Bibel als prophetisches Buch ist vieles beweisbar! Man lese nur einmal die alten Propheten, die z.B. den Judenhass u. Zions-Hass in unseren Tagen schon vor Tausenden von Jahren vorhergesagt hatten. Dieses Buch, das auch die Schöpfung erzählt,kann u.wird nicht irren, weil es Gottes untrügliches Wort ist!

      • lentini sagt:

        richtig, matti hoch! und damit das ein für allemal geklärt ist: die erde ist rund 6000 jahre alt (um genau zu sein, sie wurde am 23. Oktober 4004 v. Chr. geschaffen), das ganze fossilienzeugs sind fälschungen, die saurier gibts bloss nicht mehr, weil sie die abfahrt der arche noah verpassten…

    • aha sagt:

      Na vielen Dank,

      GENAU deswegen ist Homeschooling schlecht. Widerlegbar Falsche Dinge wie in der Bibel werden gegen faktisch erwiesene wissenschaftliche Tatsachen gelehrt von fundamentalistischen Eltern. Die armen Kinder bekommen von diesen dann Unterricht, der ideologisch nicht besser sind, als Koranschulen in Afghanistan.

      Vielen Dank für das beste Argument in dieser Diskussion.

      Und ich hoffe ernsthaft für Sie, dass Sie irgendwann auch mal ein anderes Buch als die Bibel lesen. Aussagen wie „Evolutionstheorie ist auch nur eine Theorie“ zeugen einzig von mangelhaftem Wissenschaftsverständnis

  • Franz Oettli sagt:

    Nun, wer das will und kann soll von mir aus das Glück im Selbstunterricht finden. Das oder auch die zunehmende Privatschulmanie finde ich aber schade. Natürlich gibt es an der Volksschule einiges auszusetzen. Doch immerhin ist es noch etwas, was dieses Land verbindet und zu gemeinsamen Erinnerungen führen kann. Von diesen Gemeinsamkeiten gibt es ja immer weniger. Die Zentrifugalkräfte sind stark.

    • Pat sagt:

      Wäre schön, wenn das so wäre…wenn ich auf den Schulhof schaue, findet da etwas anderes statt. Gruppen von Gleichaltrigen in Klassenverbänden zu UNTERrichten geht gegen jede natürliche Art der Sozialisierung…oder gibt es irgend ein Lebewesen, wo die Kleinen anders sozialisiert werden als in ihrem natürlichen Lebensraum (Familie & Nachbarn)? Stecken Sie mal 20 junge Stiere, Meerschweinchen, Saurier…in einen Raum…nur wenige überlebens!
      Ich plädiere für altersdurchmischte Klassen und einen schlankeren Lehrplan…

  • Auch dieser Schutyp hat seine Vor- und Nachteile. Hauptsache, es steht den Eltern frei, dass sie ihn wählen können. Wer sich für dieses Modelll entscheidet, überlegt vielleicht mehr, als jene, die ihre Kinder dort beschulen lassen, wo sie automatisch, d.h. obligatorisch (!) eingeteilt werden. Selbstverständlich müssen die Lernziele erreicht u kontrolliert werden.

    • Sportpapi sagt:

      „Selbstverständlich müssen die Lernziele erreicht u kontrolliert werden.“ Wie?

      • tina sagt:

        wie auch die volksschullehrer gibt es auch bei den homeschool-lehrern schulbesuche, respektive hausbesuche und prüfungen, die absolviert werden müssen, um zu belegen, dass die lernziele erreicht wurden.
        ich bin sicher, einer meiner söhne würde von homeschooling sehr profitieren, aber ich kann ja schlecht arbeiten während das kind sich selber überlassen ist, und zusätzlich unterrichten. der tag hat nur 24h und der unterricht muss schon auch stukturiert und vorbereitet sein. ausserdem ist er ja nicht mein einziges kind, und der andere geht gerne in die volksschule

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Die Schulaufsicht mit den gelegentlichen, angekündigten Schulbesuchen sind ein Witz. Und Lernstandskontrollen über die Klassen hinaus gibt es in der Regel gar nicht. Dazu müssten ja die Lernziele messbar formuliert und mit Tests unterlegt werden. Und eben nicht nur Lernziele in 3-4 so genannt wichtigen Fächern. Da gibt es auch noch andere, die wesentliche Unterrichtszeit beanspruchen.

      • tina sagt:

        achso, das ist kritik am schulwesen überhaupt?

      • Sportpapi sagt:

        Nein, tina. Obwohl ich sehr wohl für mehr Tests/Standards bin, wie das bei Harmos vorgesehen ist. Ich glaube aber nicht, dass dies mehr als einen kleinen Teil des Schulstoffs abdeckt. Die Schulaufsicht heute basiert meiner Meinung nach stark auf Vertrauen in die Lehrpersonen. Was teilweise auch sehr sinnvoll ist. Bei Homeschooling wäre ich aber nicht so gutgläubig.

    • tina sagt:

      eines meiner kinder kriegt im unterricht so vieles nicht mit, dass ich es ihm sowieso abends noch beibringen muss.

  • Müller sagt:

    Bei dem Tempo der Inflationisierung der akademischen Ausbildungen kann ich dies gut nachvollziehen. Grundsätzlich gibt es in der Schulqualität starke regionale Unterschiede und nicht überall ist das Problem so gravierend. Als erste Lösung wäre ein Umzug sinnvoll, zieht man in ein Quartier mit höherem Wohlstand, verbessert sich auch das Umfeld der Kinder sowie deren schulische Entwicklung. Der Weg ins Gymnasium und Universität wird somit erreichbarer.

  • Frank sagt:

    Da die Lerngeschwindigkeit in den öffentlichen Schule nicht individualisiert ist und aus diesem Grund der Unterricht „pauschal“ verabreicht wird, ohne auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes einzugehen, halte ich die Heimbildung für deutlich effektiver. Ich selber habe inkl. Gymnasium & Uni 18 Jahre die Schulbank gedrückt (trotz, dass ich nie wiederholen mußte) & fühle mich so als Profi für öffentlichen Frontalunterricht ;-). Beim individuellen Unterricht kann das Wissen sicherlich deutlich effizienter & wiederholungsfrei vermittelt werden. Es erfordert aber sicherlich einige Organisation.

    • mira sagt:

      Ich sag nur: Montessori 🙂

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Finde ich auch die beste Schule. Das pädagogische Konzept von Montessori und Steiner ist vergleichbar, aber die Ideologie von Steiner, die z.T. schon sehr eigen ist und mit der ich nichts anfangen kann, fehlt bei Montessori. Mein Sohn besuchte in Lausanne einen Montessori Vorkindergarten, erstklassig! ich wünschte mir flächendeckend Montessori Schulen, wir hätten glücklichere Kinder. Und leistungsbereitere!

      • Sportpapi sagt:

        Ich bin ja nicht perfekt im Bild, was Montessori ausmacht. Aber wenn ich das richtig sehe, ist das ein sehr interessantes Konzept für den Kleinkindbereich, evtl. bis Primarschule. Es gibt aber wohl einen Grund, weshalb es dann nicht weitergeht. Und, wenn ich das richtig sehe, ist es sehr betreuungsintensiv und für Kinder mit Auffälligkeiten eher nicht geeignet. Aber ich lasse mich da gerne belehren.

    • Ronja sagt:

      An den Profi für Frontalunterricht! Diese Unterrichtsform ist veraltet und gibt’s übrigens in den Staatsschulen, zumindest Primarstufe, schon lange nicht mehr (Integration, Mehrstufigkeit der Klassen, individuelle Förderung gemäss Lehrplan). Machen Sie doch mal einen Besuch an Ihrer Schule!

      • Sportpapi sagt:

        Wenn es den Frontalunterricht nicht mehr gibt, ist das aber keineswegs ein Fortschritt. Richtig ist, dass künstlich immer noch mehr Heterogenität in der Klasse geschaffen wird, die den Lernfortschritt keineswegs fördert. Und die Lehrer vor unglaubliche, zum Teil unlösbare Herausforderungen stellt. Individuelle Förderung ist gut, bei 25 Kindern…

      • tina sagt:

        inzwischen weiss man, dass für einen teil der kinder frontalunterricht sehr viel angenehmer und effektiver ist als dieses projektartige oder wie auch immer.

      • Sportpapi sagt:

        Eben, tina. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Und zeitsparend ist es auch noch. Überhaupt ist es schräg, wenn man für Methodenvielfalt plädiert, aber eine wichtige einfach prinzipiell weglässt.

  • chanpab sagt:

    Es ist sehr schwer sich vorzustellen, dass unsere Kinder fähig sind alleine zu lernen. Kinder sind von Geburt an neugirig und wollen alles wissen. Babys lernen selber sitzen, krabbeln und laufen, warum vertrauen wir unseren Kinder nicht, dass sie auch selber lernen wollen? Die Schule vergleiche ich mit einer Entenfarm, es wird eingetrichtert um ein gutes Resultat zu bekommen.
    Unschooling, sehr im Gespräch in den USA und Kanada, wird heftig diskutiert. Unschooling hat überhaupt kein Lehrplan. Kinder lernen was sie wollen. Unterstütze alle Eltern und wünsche ihnen viel Erfolg und Mut!

  • Stephan Baumann sagt:

    Würde mich ja interessieren, was die Eltern arbeiten, dass sie soviel Zeit haben. Ich finde auch viele Sachen der Staatschule dof oder unnötig, ob es jetzt um Schöpfungsgeschichte (ja, sowas ist im Lehrplan) oder die sog. Schnürlischrift. Aber das alles ändert nichts dara, dass ich die Kinder in die selbe Schule schicken möchte, in die auch die Nachbarskinder gehen.

    • Frank sagt:

      Die Kinder könnten außerhalb der zwangsgruppierenden Schule (Ordnung nach Alter, anstatt nach Veranlagung und freiwilligen Ordnungskriterien) genauso mit ihren Freunden Zeit verbringen. Wie weiter unten berichtet wurde, scheinen wegen der gesteigerten Effizienz auch 1-3 Stunden effektiven Lernens auszureichen, um das Tagespensum der Schule zu vermitteln. Es braucht deshalb von Elternseite gar nicht der gigantische Zeitaufwand (Zeitverschwendung?) der Staatsschule investiert zu werden, wenn sie es daheim angehen, den Kindern eine Bildung zu offerieren. Das war auch für mich neu & überraschend.

  • Auguste sagt:

    hmm…, oekonomisch ist homeschooling natürlich völlig unsinnig. man schafft ein angebot, das grundsätzlich schon existiert, und für das man mit seinen steuern auch bezahlt, auf eigene kosten noch einmal. darüber hinaus schränkt man seine eigene wirtschaftliche handlungsfreiheit so ein, dass einem haushalt zumindest noch opportunitätskosten entstehen. wer so rechnet, dem möchte ich meine kinder eigentlich nicht zum rechenunterricht anvertrauen.

    exotische freiheiten haben ihren preis, und den muss man sich leisten wollen und können. gut hält sich das schadenspotential wenigstens in grenzen.

    • Pat sagt:

      …eben existiert es nicht, das Angebot des freien Lernens, getrieben vom natürlichen Wissensdurst der Kinder. Oder wie hat Einstein gesagt:
      „Es grenzt schon an ein Wunder, dass die modernen Lehrmethoden die heilige Neugier der Forschung noch nicht völlig abgewürgt haben, denn was die zarte kleine Pflanze am meisten braucht, abgesehen von ersten Anstößen, ist Freiheit, ohne die sie mit Sicherheit eingeht.“
      Abgesehen davon können diese Homeschooler in die Ferien wann sie wollen…und das spart ja Geld in unserer familienfreundlichen saisonalen Tourismusökonomie 😉

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Homeschooling finde ich eine feine Sache, wenn gewisse Punkte beachtet werden: Das Kind sollte nicht einzeln unterrichtet werden, sondern mindestens noch ein Gspänli haben, die Resultate müssen regelmässig überprüft werden, als Ausgleich sollten Kinder, wie im oben beschriebenen Beispiel, in Sportvereinen mitmachen. Wenn diese Punkte erfüllt sind, ist gegen das HS nichts einzuwenden.

    Ich hätte es nicht machen wollen, aber wenn es Eltern gibt, die das tun wollen, warum nicht? Und wie hier auch schon erwähnt: Auch die öffentliche Schule ist nicht ideologiefrei, ganz im Gegenteil!!

    • Beno sagt:

      Homeschooling hat mehr Nachteile als Vorteile, also …not !

      • gabi sagt:

        Es fällt in ihren Posts auf, dass überhaupt „Ideologie“ das A und O für Pippi zu sein scheint.

        Um was anders – auf das nun mehrere Teilnehmende hingewiesen haben – könnt´s nicht ev. auch gehen?

        By the way: Selbst wenn sie zu begrüssen ist… Ist Montessori denn „ideologiefrei“? Oder stellt es ev. gar einen eigene „Ideologie“ dar?

  • Sandra sagt:

    2) Weiter geht’s über Migrationsprobleme, integrative Klassen die ich auch sehr kritisch hinterfrage und dem immer grösser diktierten Unterricht vom Staat. Ich möchte mein Kind keineswegs von verschiedenen Weltanschauungen fernhalten und genau dies ist der Grund wieso ich nicht den Einheitsbrei der staatlichen Schule wählen würde. Ob Privatschule (ist auch eine finanzielle Frage) oder Homeschooling wird sich noch weisen… Und wenn man den Unterricht mit mehreren Bekannten erweitern kann, Abwechslung und andere Sozialkontakte pflegt ist dies auch kei Nachteil für die Kinder.

    • cynthia sagt:

      woher der lehrermangel wohl kommt? ev. von ständig unzufriedenen eltern, die es immer besser wissen?!?

      • Sandra sagt:

        Ist doch super gibt es die Homeschooling Möglichkeit? Dann können die „besser wissenden“ Eltern die Fehler und die Verantwortung über die Kinder gleich selbst übernehmen.

  • Sandra sagt:

    Ich glaube der wesentliche Punkt ist die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Schule. Wir hatten letzthin im Bekanntenkreis genau die Diskussion um das „Homeschooling“. Was machen, wenn das Geld für eine Privatschule fehlt? Für mich ist klar, dass unter heutigen Bedingungen mein Kind auch nicht in die Staatsschule soll. Grottenschlechte Lehrer, die aufgrund Lehrermangel nicht ausgewechselt werden(Reklamationen von zig Eltern nützen nichts, da ja kein Ersatz vorhanden ist).

  • Pixel sagt:

    Nie, nie, niemals würde ich hierzulande mein Kind aus der Schule fernhalten wollen. Wieso auch? Dabei fällt mir ein, dass wenige Monate zuvor das Thema „Einzelkind“ so stark debattiert wurde….

  • Pixel sagt:

    Mich würde interessieren, was die beiden Mädchen nennen würden, wenn man sie, nach einer vergleichbaren Zeit in der Schule, danach befragen würde, was ihnen lieber ist: Schule oder Mama-Unterricht.

    • Carolina sagt:

      Mir drängt sich auch die Frage auf, wie genau ich auf diese Carte Jeune reagieren soll? Kann/darf man davon ausgehen, dass dieser Blog von den Kindern gelesen wird, dass sie kritisch mit ihren Eltern darüber diskutieren dürfen? Wen sprechen wir an, die Kinder oder die Eltern? Ich habe eine gewisse Befangenheit, hier wirklich ehrlich zu sein, wenn ich das Gefühl haben muss, dass die Kinder mit Kritik vielleicht nicht umgehen können? So einleuchtend und willkommen mir eine Carle Jeune erscheint, so sehr würde ich mir hier wünschen, dass die Eltern uns erklären, was genau ihre Beweggründe sind,

      • Carolina sagt:

        /2 die Kinder vielleicht in eine Schule gehen dürften, wenn sie das wirklich wünschten etc.

      • xyxyxy sagt:

        wie gesagt ich find es nicht so toll
        denn offensichtlich ist das eine Werbeschrift aus Kindermund – auch wenn die Kinder die Situation ehrlich als überwiegend positiv schildern, ist es für mich nicht wirklich relevant.
        1. Kennen sie nichts anderes
        2. Würden sie es als überwiegend negativ empfinden, würden ihnen die Eltern bestimmt nicht erlauben hier zu schreiben.

  • Ursula sagt:

    Man stelle sich vor, Familien mit islamischem Glauben würden ihre Kinder in der Schweiz vorzugsweise zu Hause unterrichten, und als „Integration“ in die Gesellschaft würden sie sich in Spezialwochen und Tagen untereinander treffen. Es würde ein Skandal daraus, denn es würde als ein Beweis dafür betrachet, dass sie nur unter sich bleiben wollen und sich nicht richtig in die Gesellschaft integrieren wollen. Wenn das jedoch fundamentalistische Christinnen und Christen tun, scheinen wenige etwas dagegen zu haben. Das hingegen scheint mir skandalös.

    • xyxyxy sagt:

      ich denke wenn wir täglich von Attentaten hören würden oder von christlichen Gottesstaaten welche Homosexuelle zum Tode verurteilen oder Apostaten oder Mädchen wegen angeblicher Gotteslästerung – dann würden wir dieses Treiben sicher gleich kritisch beäugen, ja höchst wahrscheinlich noch kritischer.

      • Sportpapi sagt:

        Naja. Mein Kind soll nicht mit anderen Kindern schwimmen müssen ist völlig undenkbar, das geht gar nicht. Aber es soll nicht mit den anderen in die Schule gehen, das ist dann völlig ok, weil nur Ausdruck einer freiheitlichen Gesinnung. Oder?

      • xyxyxy sagt:

        nein, nein SP – ich finde es auch problematisch
        dennoch spielt es sehr wohl eine Rolle – wo sie der systemunangepasste befindet.
        Bunter Hund
        religiös-esoterisch weltabgewandt aber friedlich
        oder in der Nähe zu einer gewaltbejahenden Ideologie

        ich finde das jedenfalls so – und ich finde, das sollte auch immer wieder gesagt werden.
        oder finden sie, das ist alles einerlei?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sportler, ob mein Kind von dir oder von einem Muslim indoktriniert wird, spielt in gesellschaftspolitischen Fragen so gut wie keine Rolle, das ist grad Hans was Heiri. Auf der Verpackung mag etwas anderes stehen, der Inhalt ist ungefähr identisch.

      • Sportpapi sagt:

        Was du nicht sagst, Pippi.

      • Gabi sagt:

        Ooh… nicht mal bei dem Mslims spielt Pippi bei mir mit.

        Nun ist gar Sportpaps schon auf Stufe Schria gestelt von ihr.

        – Also die Konstellationen, die sich im MB jeweils von Pippi schaffen lassen, die gibt´s draussen in der langweiligen Realität halt einfach schon nicht…

        😉

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Wenn ein Kind vom Schwimmunterricht abgemeldet wird, weil es nicht mit anderen gemeinsam spärlich bekleidet schwimmen soll. Wenn Eltern sich einsetzen, dass gewisse Stoffe nicht oder anders behandelt werden sollen. Wenn Kinder aus der Schule genommen werden, um sie von schädlichen Einflüssen dessen, was wir eigentlich Schweizerische Gesellschaft, hier gültige Werte anschauen. Dann ist es mir egal, ob der Grund für diesen Rückzug (-> Parallelgesellschaft!) nun Fundamentalismus christlicher oder muslimischer Wurzel ist, oder sonst irgendetwas.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Ursula:
      mir scheint Sie ziehen da einen eher unpassenden Vergleich,
      bei den christlichen Homeschoolern werden Sie zwar gefärbtes Gedankengut finden, aber ich schätz mal bei allen steht unsre Verfassung ausser Frage und wird übers Homeschooling nicht eine Parallelgesellschaft aufgebaut.

      • Sportpapi sagt:

        Selbstverständlich wird da eine Parallelgesellschaft aufgebaut. Es gibt ja einen Grund, weshalb die Kinder nicht in die öffentliche Schule sollen, weshalb sie in den Ferien in Lager mit Gleichgesinnten sollen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        also echt jetzt?!?
        Inklusive aktive Nicht-förderung der lokalen Landessprache,
        dem Bewusstmachen/Kennenlernen der üblicherweise verankerten Kultur,
        dem hiesigen Rechtswesen,
        und den Mädchen wird freie Berufswahl erfolgreich verweigert?
        Wirklich?

      • xyxyxy sagt:

        SP und Brunhild -ich denke eure Diskussion ist nicht zielführend, solange man nicht klar definiert, was man unter Parallelgesellschaften versteht, bzw. ab wann diese Problematisch sind und bis wo sie Ausdruck freiheitlicher Pluralität sind.
        Wenn das nicht geklärt ist , wird man aneinander vorbeireden. Das nur als ein Gedankenanstoss.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Ich glaube, eigentlich sind BS und ich uns relativ einig darüber, was wir unter Parellelgesellschaft verstehen. Nämlich eben Gruppen, die hier leben, aber nach eigenen Regeln, nach eigener Kultur leben möchten. Und sich nicht integrieren. Und verhindern, dass ihre Kinder sich integrieren. Ich verstehe nur nicht, weshalb BS hier einen Unterschied machen kann, wenn es doch gerade darum geht, die Kinder von der Volksschule und den „schädlichen Einflüssen“ dort fernzuhalten, und stattdessen vermehrt eigene Werte und Inhalte zu vermitten. Wo liegt die Differenz?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        weil die Kinder aus Homeschoolen üblicherweise nicht einfach aus der Gesellschaft ferngehalten werden,
        ihnen kein anderes Verständnis der allgemeinen Rechtslage und hier gültigen Menschenrechten beigebracht wird,
        und einiges anderes mehr.
        Kein Vergleich zu den Parallelgessellschaften welche im „Illi-Abteil“ durchdiskutiert worden sind, und was ich im Prinzip mit dem Wort Pg meine.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        weil die Kinder aus Hom esch oolen üblicherweise nicht einfach aus der Gesellschaft ferngehalten werden,
        ihnen kein anderes Verständnis der allgemeinen Rechtslage und hier gültigen Menschenrechten beigebracht wird,
        und einiges anderes mehr.
        Kein Vergleich zu den Parallelgessellschaften welche im “ I l l i-Abteil” durchdiskutiert worden sind, und was ich im Prinzip mit dem Wort Pg meine.

      • xyxyxy sagt:

        SP – ich denke sie hören nicht gut zu – Brunhild versteht etwas anderes unter dem Begriff als sie.
        für mich ist es auch seltsam, dass sie nicht in der Lage zu sein scheinen (den Wunsch nach) Andersartigkeit zu nuancieren.
        Für sie scheint es egal zu sein, auf welche Art jemand anders ist. Sie (scheinen zu) sagen: „anders ist anders – und das sollte konsequent ausgemerzt werden“.
        Ich habe sie weiter oben darauf angesprochen. Leider hat Pippi das dann aufgegriffen und sie haben lieber auf ihr unsinniges Nachdoppeln geantwortet, als auf meine ernst gemeinte Frage.

      • Sportpapi sagt:

        @BS und xy: Sie machen hier eine Differenz, wo keine ist. Nimmt man ein Kind aus der Schule, also dem Ort, in dem Integration im Wesentlichen stattfindet, bildet man eine Parallelgesellschaft. Zumal dies ja passiert, um die Kinder vor gewissen Werten, Einflüssen und vermitteltem Stoff zu bewahren. Und dafür eigene Ideologien zu vermitteln. Dass Muslime ihre Kinder aus der Schule nehmen habe ich übrigens noch nie gehört. Ich möchte doch sehr bitten, auf dem Boden unseres Rechts und unserer Werte alle speziellen Gruppen bzw. ihre Wünsche nach dem gleichen Massstab zu bewerten!

      • Sportpapi sagt:

        Und hier noch etwas, was meiner Wahrnehmung entspricht: http://www.sotomo.ch/blog/223-sarrazins-albtraum-spielt-anderswo

  • xyxyxy sagt:

    @Brunhild – ich kenne das Homescooling auch nur von Freikirchlichern bzw. christlich-konservativer Seite. Und die Motivation ist durchweg, die Kinder von „der bösen Welt“ fernzuhalten, von einem Weltbild, das anders ist. Selbstverständlich werden die Lernziele auch gelehrt, aber eben, vorgekaut, durch die eigene Brille. Grundmotivation ist: dass man die Kontrolle behalten will, welchen Einflüssen das Kind ausgesetzt ist.
    Ich halte das in jeder Hinsicht für problematisch.

    In Einzelfällen kann es natürlich auch sein, dass Kinder besser unterrichtet werden, weil die Eltern extrem begabt sind.

    • xyxyxy sagt:

      ok – habe gerade gelsen: auch von anthroposophisch gesinnten oder link-kreativen
      aber das macht keinen Unterschied. Die Motivation ist die selbe: man möchte nicht, dass die Kinder mit einer anderen Weltsicht konfrontiert werden.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das frage ich dich, warum es das nicht kann, du gehörst zu diesem Apparat. Ich begreife es nicht, vor allem begreife ich nicht, dass eine Lehrperson, die auch nur einen Funken Berufsstolz hat, sowas zulassen kann. Lesen und Schreiben ist eine Fertigkeit, die jeder normal begabte Mensch problemlos lernen kann.

      • Sportpapi sagt:

        Ich gehöre zu keinem Apparat. Und ich weiss da genauso wenig Bescheid wie du, weshalb ich mich vor verfehlten Schuldzuweisungen hüte.

      • xyxyxy sagt:

        Brunhild – Tee ist besser. Bei Kaffee reicht mir eine Tasse. Leider gibt es nicht sehr viele Teefreunde und ich muss mir diesen Genuss meist alleine gönnen. (Und bei Bier wird mir dann von den Neoabstinenzlern wieder vorgeworfen, ich sei ein Alkoholiker).
        Also wenn Sie Tee mögen und ich auch. Wäre das eine gute Sache. Allerdings gibt es in Restaurants nur Beuteltee …. hmmm

    • Sportpapi sagt:

      Und bitte, immer wieder hier das Einhalten des Lehrplanes, oder hier sogar der Lernziele (gibt es die?) anzuführen. Als ob dies irgendjemand vernünftig kontrollieren könnte.

      • xyxyxy sagt:

        ich verstehe ihren Einwand nicht

      • Pixel sagt:

        War kein Einwand. Oder?

      • Pixel sagt:

        Apropos Lernziele: weiss jemand, müssen die irgendwie Ende Jahres ein Zeugnis bekommen? Wie wird denn eine allenfalls spätere Einschulung gewährleistet? Vielmehr anhand von was?

      • Carolina sagt:

        Doch, ich finde Deinen Einwand absolut berechtigt, SP. Wie genau kontrolliert man die Einhaltung des Lehrplanes? Gibt es externe Prüfungen? Wer bezahlt eigentlich diesen zusätzlichen Kontrollaufwand?
        Und wer kontrolliert, ob diese Kinder wirklich, vom Lehrplan abgesehen, sozialisiert werden, Zeit ausserhalb des Hauses und weg von ihren Eltern verbringen? Oder ob sie in irgendeiner Form indoktriniert werden, die über das normale Mass hinausgehen.

      • xyxyxy sagt:

        Pixel – eben, ich verstehs nicht. Ich bin ja skeptisch, dagegen…. für mich hört sich SP so an, als hätte ich dafür plädiert..

        caro – ich hab mal im Spiegel über eine kurde Gemeinschaft gelesen, mit Homescooling. So weit ich mich erinnere, gibt es Prüfungen, wo die Schulbehörden prüfen, ob die Kinder auf dem gleichen Stand sind. Die Kinder hatten jedenfalls schulisch keine Defizite. (Aber weil es dort nicht erlaubt ist, musste am Ende der Vater ins Gefängnis etc. … )

      • Sportpapi sagt:

        Eine Kontrolle, wenn es sie gibt, beschränkt sich auf die wenigen Kernfächer.

      • Carolina sagt:

        ‚kurde‘? ich verstehe Sie schon, xy, aber je länger ich darüber nachdenke, desto merkwürdiger kommt mir der Wunsch nach Homeschooling vor. Wenn der Schulstoff so oder so gelehrt und überprüft werden muss, was genau bewegt denn die Eltern dazu, die Kinder zu Hause zu unterrichten? Es würde mich wirklich mal brennend interessieren, von den Eltern der beiden Mädchen zu hören.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Mein Beitrag war nur zur Ergänzung gemeint. Weil ich mich immer wieder wundere, wie man die Einhaltung von Lehrplänen und Lehrzielen verlangen kann, wenn solches fast nicht zu kontrollieren ist – auch in der Volksschule nicht. Was meinen Sie, wie viele Lehrer haben den Sport-Lehrplan noch nie gesehen seit der Ausbildung?
        Hier zu den Gefängnissen noch eine Ergänzung: http://www.spiegel.de/thema/homeschooling/

      • xyxyxy sagt:

        krude Caroline – krude

        es gibt einige krude Menschen und Gruppierungen -gab es schon immer und wird es wohl immer geben.
        So unmöglich ich das auch finde und so sehr mir das auch gegen den Strich geht – sollte ein freiheitlicher Staat, das weitgehenst tolerieren. Ausser natürlich, es ist gewalttätig oder darauf aus unsere Rechte zu beschneiden.
        Alles in allem sheinen die Homescooler eher harmlose Einzelgänger zu sein, wie es auch der Experte im Bericht meint.

      • xyxyxy sagt:

        caroline – die Motive sind bei wohl über 90% dass die Eltern eine total andere Weltsicht haben und nicht wollen, dass die Kinder dem „schutzlos“ ausgesetzt werden
        dann wird es wohl noch einige geben, die aus totalem Familienidyll heraus das wollen
        und noch andere, die überzeugt sind, dass sie einfach die besseren Lehrer sind für ihre Kinder und für ihre Kinder nur das Beste wollen. Der Jugendautor C.Paolini wurde so zu Hause unterrichtet. Seine Mum unterstützte ihn auch in der herausgabe seiner Romane, welche Weltbestseller wurden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy:
        wenn das die einzige Motivation ist, das „Abschotten“ hätte ich ebenfalls grosse Bedenken,
        aber so wie ich das verstehe nehmen die Kinder ja durchaus an „gemischten“ Aktivitäten teil und leben nicht in einer Art Parallelwelt. Auch habe ich noch nie von ehemaligen Homeschoolern gehört die dann total überfordert in Lehre oder an der Uni waren. Überfordert im Sinne von überfordert mit anderen Meinungen und Ansichten.
        (resp. gibt es diese „Überforderten“ ja wenn schon querbeet)
        Aber vielleicht täusch ich mich?

      • xyxyxy sagt:

        Brunhild – ich hab nichts anderes gesagt. Selbst in sehr kritischen Spiegelartikeln wird meist darauf hingewiesen, dass die kinder keine schulischen Defizite haben und so wie sie sagen, auch in der Gesellschaft funktionieren. Aber das „behüten/bewahren“ ist bei religiösen sicher das Hauptmotiv.
        Das Anliegen ist insofern legitim, als alle Eltern ihre Kinder vor Bösem schützen wollen.
        Parallelwelt ist ein dehnbarer Begriff, mit beinahe unendlichen Abstutungen von grau. Wir müssten mal zusammen einen Kaffee trinken, dann könnte ich ihnen erklären, was ich meine.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Einhaltung des Lehrplanes ist ein gutes Stichwort: Kontrolliert sollte also werden, tja, da wäre ich auch dringend dafür und zwar in den öffentlichen Schulen. Woher kommen den die völlig unterschiedlichen Ergebnisse von Schulabgängern? Wie ist es möglich, dass in einem System, das pro Schüler/Jahr Fr. 20’000 kostet, Jugendliche als Analphabeten von der Schule gehen, rund 10 % sind betroffen in der CH. Sind die alle blöd? Nein, sicher nicht, viele von ihnen hatten bloss faule, unfähige Lehrer.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Caroline, was ist ein ’normales Mass an Indoktrination‘? Da bitte ich doch um eine klare Definition und Begründung für die Definition, danke!

      • Carolina sagt:

        ‚Normales Mass von Indoktrination‘ – mMn religiöse, weltanschauliche Sicht der Eltern, der ein Kind immer ausgesetzt ist. In Abgrenzung zu: abschottend, nicht unser Wertesystem achtend.

      • Sportpapi sagt:

        Natürlich, Pippi, die Lehrer sind schuld. Alles faule Säcke.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf:
        „…da wäre ich auch dringend dafür und zwar in den öffentlichen Schulen.“ 😉 richtig!
        Allerdings orte ich die Probleme woanders, nicht in erster Linie bei den Lehrern, sondern ihren teilweise enfach nur noch katastrophalen Arbeitsbedingungen. Ein zwangsverordnetes „Kundensegment“ (Kinder WIE AUCH DEREN ELTERN) die wirken wie Sand im Getriebe und durch entstande Unruhe und aufwendiges Basic-Wiederholen diese Lernzielerreichungen erfolgreich boykottieren. Glück für die Kinder, falls sie in so einer Klasse sind, wenn ihr privates Umfeld den Stoff aufholt…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ja, wenn ein normal begabtes Kind (und um solche handelt es sich, sonst wären sie in Sonderschulen, die Integration gibt es erst seit kurzem!) nach 9 Jahren Schule nicht lesen und schreiben kann, sind die Lehrer schuld! Wer denn sonst, der Abwart, oder die Mutter?

      • Sportpapi sagt:

        Ach. Erklär mal. Weshalb kann ein normal begabtes Kind nach 9 Schuljahren nicht lesen? Und von wegen Mutter: Ja, da sind die Eltern schon auch gefordert. Wären.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy:
        das mit den Parallelwelten hab ich noch nicht aufgegriffen-
        ich befürcht da würden nicht mal hundert Kaffeetassen reichen um die, (jeweils von einer Seite überzeugten) Dimensionen in der Tiefe und gründlich zu erläutern,
        aber ich hoff doch dass das eine und andere Statement von Ihnen, ich auch hierdrinnen ausreichend kapiere 😉

      • gabi sagt:

        Ja, was meint Pippi, denn wohl nur mit Indoktrination?

        Man hat ja gar keine Ahnung, von was für einem sinister indoktrinierenden System sie sich umstellt weiss…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Die Indoktrination hab nicht ich ins Spiel gebracht, ich muss also auch nichts erklären. Aber schon klar Gabi, dass du auch mit dem Lesen von einfachsten Texten überfordert bist.

        Sportler, es geht nicht um Schuldzuweisung sondern um das Übernehmen von Verantwortung für einen unhaltbaren Zustand. Die Kinder gehen in die Schule, um dort gewisse Fertigkeiten zu lernen, wenn sie Grundfertigkeiten, welche normalerweise in den ersten Schulj. erlernt werden, nach 9 J. nicht beherrschen, ist dafür jemand verantwortlich und zwar jemand, der ihnen das hätte beibringen sollen. Nein, nicht die Mutter!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Wenn ein zu Hause beschultes Kind nach 2 J. nicht lesen und schreiben kann, wird die Übung abgebrochen, dann gibt es keine Bewilligung mehr.

        Warum also ist es in der öffentlichen Schule möglich, dass Kinder nach 9 J. diese Stätte verlassen ohne Beherrschen der Grundfertigkeiten? Die öffentliche Schule, welche soviel kostet, wo Profis unterrichten, welche die höchsten Löhne weltweit in diesem Metier kassieren (im aktuellen Stern kann man lesen, dass in Paris eine Lehrerin nach 23 Berufsj. 1800 Euro netto verdient, 39 Wochenstunden).

        Dies IST DER SKANDAL!

      • Sportpapi sagt:

        Weisst du, Pippi, wenn ich es nicht schaffe, alle Schüler innert 5 Jahre die Kletterstange hochzubringen, bin ich als Lehrer auch nur begrenzt dafür verantwortlich. Auch wenn ich der Meinung bin, dass ist doch eigentlich etwas ganz Einfaches (was schon mein Dreijähriger kann). So simpel ist die Welt nicht!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Du vergleichst Birnen und Äpfel, wie immer!

        Um eine Stange hochzukommen, braucht es gewisse Fertigkeiten, Körpergewicht und Kraft müssen übereinstimmen, nicht alle Kinder haben sie. Lesen und Schreiben kann JEDER/JEDE lernen, welche(r) normal begabt ist, oder willst du behaupten, dass über 10 % der Kinder in der Volksschule zu blöd sind? Sicher nicht, dann wären sie in der Sonderschule gewesen, die es bis vor kurzem noch gab. Sogar Trisomie21-Kinder können lesen und schreiben lernen u.U.

        Du versuchst die Verantwortung deiner unfähigen Kollegen zu verneinen, eine Krähe usw………..

      • xyxyxy sagt:

        Brunhild – ich bin da weit optimistischer. Wir würden uns sicher gut verstehen. Selbst wenn wir nicht in jedem Punkt einig würden. 2-3 Tassen würden wohl reichen. Das mache ich eigentlich viel lieber, als in einem Blog mit zehn verschiedenen Menschen gleichzeitig zu reden. Weil es da unweigerlich zu Missverständnissen kommt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy:
        🙂 hab mich zu unklar ausgedrückt, meinte eigentlich, wenn wir alle überhaupt existierenden Anschauungen/Parallelwelten durchdiskutieren wollten, dann bräuchte es ziemlich viel Kaffee- ich würd da glaub irgendwann auf Tee umsteigen um mir den Kreislauf nicht zu ruinieren.
        In den überwiegendsten Fällen kann ich Ihre Statements ja nur noch fett und dick unterschreiben,
        kommen Sie also bloss nicht auf die Idee uns hier im Stich zu lassen! 😉

      • xyxyxy sagt:

        oje meine Antwort ist irgendwo oben gelandet Brunhild

  • xyxyxy sagt:

    Ich könnte mir das nicht vorstellen. Unsere Kinder brauchen das – weg von den Eltern sein. Ein anderer Ort. Und uns tut es auch gut, wenn die Kinder mal weg sind. So geniesst man die gemeinsame Zeit um so mehr. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, wenn die Kinder nicht auch INPUT von ausserhalb bekommen. Wenn sie nur immer meinen Senf hören, alles durch meine Art beigebracht bekommen …. also das finde ich schon sehr einseitig.

  • Ursula sagt:

    Die Aussagen der Mädchen überzeugen mich nicht. Es schimmert die Sehnsucht durch, so zu sein wie die anderen Kinder. Die Mädchen scheinen Entschuldigungen und Rechtfertigungen für die Entscheidung ihrer Eltern zu suchen, da sie keine andere Wahl haben. Schulunterricht zu Hause sollte verboten sein, jedes Kind sollte die Chance erhalten, an der Gesellschaft teilzuhaben wie die anderen auch, und dies nicht nur in Ersatzprogrammen. Ausserdem sollte die Volksschule gestärkt werden, anstatt dass man sie stückweise zersägt.

    • xyxyxy sagt:

      ich weiss nicht, ob man das so unterstellen kann
      mich überzeugt es in dem Sinne nicht, weil sie einfach nichts anderes kennen und es selbstverständlich eine Werbeschrift aus Kindermund ist. Da habe ich Bedenken.
      Kann aber durchaus sein dass die Kinder das rundum positiv sehen.

  • Kurt Ochsner sagt:

    Im Kanton ZH ist ein Lehrerdiplom notwendig. Fundamentalchristen versuchen immer wieder, Homeschooling zu liberalisieren. Meine Vermutung: Sobald der Islamische Zentralrat Homeschooling propagiert, damit Mädchen verschleiert den Koran auf Arabisch auswendig lernen können, ist Homeschooling hierzulande erledigt. Das Wegsperren der eigenen Kinder von der Gesellschaft ist m.E. ein Verbrechen.

    • tststs sagt:

      Mhmmm, ich glaube, Diskussionen um irgendwelche Fundamentalisten, die ihre Kinder zu Hause unterrichten um sie „wegzusperren“ bringt hier kaum etwas.
      Ich glaube nicht, dass Yana und Leia irgendwie „eingesperrt“ oder „abgeschnitten“ sind…

      • Sportpapi sagt:

        Nein, sie werden zu Hause unterrichtet, damit sie mehr Freizeit haben. Indenen sie dann Freunde treffen können, die dann keine Zeit haben, und die ihre Freunde in der Schule gefunden haben…
        Nebenbei: Was ist eigentlich mit der Zeit der Mutter? Ist die nichts wert?

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Ich denke, dass die betroffenen Mütter ihren Einsatz sehr wertvoll finden und zufrieden sind. Sonst würden sie es ja nicht machen (Fanatiker/Sekten-Opfer jetzt mal ausgeschlossen).

      • Sportpapi sagt:

        @mira. Richtig. Nur Mütter, die wie hier im Beispiel ihre eigene Freizeit (und Arbeitszeit) investieren, um den Kindern mehr Freizeit zu verschaffen, opfern sich auf. Macht es Sinn?

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Warum aufopfern? Wahrscheinlich machen es diese Mütter gerne. Mir würde das keinen Spass machen, bin keine Lehrerperson, aber über die persönliche Berufspräferenz kann man nicht streiten. Es gibt sogar Leute, denen macht es Spass, in einer Bank zu arbeiten 😉

      • Sportpapi sagt:

        Es gibt auch Eltern, denen macht es Spass, ihre Kinder töglich vom Musikkurs zum Sporttraining und zurück zu fahren, etc. Ich nenne es trotzdem aufopfern.

    • Sportpapi sagt:

      Die Frage ist wirklich: wozu? Wer soll hier vor wem oder was geschützt werden? Und wir diskutieren ernsthaft über Eltern, die ihre Kinder nichts ins Schwimmen schicken möchten…
      http://www.nzz.ch/wissen/bildung/lernen-ohne-schule-1.17704257#disqus_thread

      • Wildkatze sagt:

        @Sportpapi:
        „Wer soll hier vor wem oder was geschützt werden?“ – Hätte ich Kinder, niemals würde ich diese den Abrichtungsmethoden der öffentlichen Schulen aussetzen. Solange möglich, vor allem wenn sie klein sind, käme nur Home Schooling in Frage, notfalls mit Privatlehrer, den man mit Gleichgesinnten teilen könnte. Ich habe schon einmal an anderer Stelle darauf hingewiesen: Weshalb wohl heisst es „Erziehungsdirektion“ und nicht „Bildungsdirektion“?

      • Sportpapi sagt:

        Oh ja, mit Gleichgesinnten auf der einsamen Insel, abgeschnitten von der Welt. Nebenbei heisst es in Zürich Bildungsdirektion: http://www.bi.zh.ch/internet/bildungsdirektion/de/home.html

      • Wildkatze sagt:

        Danke für diesen wunderbaren Link, Sportpaps. Haben Sie ihn auch gelesen? Besonders gefällt mir, dass der Vater – Lehrer an einer öffentlichen Schule – seine eigenen Kinder nicht in eine öffentliche Schule schickt. Es ist immer wieder ersichtlich, dass Kindern, sobald sie in die Schule gehen, das Lernen zur Last wird, währenddem Neugier und Lernenwollen eigentlich bei Kindern die natürlichste Sache der Welt wäre. Ich kenne einen Franzosen, der nie in einer Schule war, 4 Sprachen fliessend spricht, und sympathisch, weltoffen und eine absolute Frohnatur ist er ausserdem. Toller Mann!

      • Wildkatze sagt:

        Ich bin in Rapperswil in die Primarschule gegangen. In unserer Klasse war ein Junge, dessen Eltern 3/4 des Jahres mit dem Zirkus Knie auf Tourné waren und diesen Jungen in dieser Zeit selbst unterrichteten. Im Winter kam er jeweils in unsere Klasse. Als Kind habe ich ihn immer bewundert, denn er war viel klüger als wir, konnte damals schon richtig gut argumentieren, sprach in der 4. Klasse schon französisch (was damals nicht an der Tagesordnung bzw. im Lehrplan vorgesehen war), und war rundum einfach souverän und uns allen weit überlegen.

      • Sportpapi sagt:

        @WK: Meine Frau war jahrelang Lehrerin in einem Jugendzirkus. Die Jugendlichen waren jeweils von Frühlings- bis Herbstferien bei ihr (Sommerferien fielen flach). Der Stoff wurde von den jeweiligen Lehrer/innen wöchentlich übermittelt. Sicher hat es niemandem geschadet, sondern viele neue Erfahrungen gebracht. Aber natürlich beschränkte sich der Schulstoff in dieser Zeit auf ein Minimum, eben vor allem auf die Kernfächer. Und: es wurden nur gute Schüler zugelassen.

      • Auguste sagt:

        hmm…, wildkatze, die fenster und türen verrammelt, das haus winterfest gemacht und die fähre aufs festland genommen?

        youtube: the beach boys – summer’s gone

      • Wildkatze sagt:

        Im Gegenteil, Auguste: Vor kurzem erst wieder geöffnet! Ich verbringe vor allem den Winter hier. Zur Zeit haben wir draussen 22,1°. Allerdings weht ein kräftiger Südwind.

  • Sportpapi sagt:

    Neben den vielen Nachteilen, die ich sehe. Wer kann sich das eigentlich leisten? Wer will sich das leisten?

    • tststs sagt:

      Naja, man stelle sich Folgendes vor:
      Ein Elternteil bleibt während der ersten Jahre zu Hause und der andere verdient die Brötchen. Wenn man dieses Modell weiterzieht, ist es nur sinnvoll, dass der daheimgebliebene Elternteil (bei Qualifikation) die neuen Aufgabe, sprich Schule, übernimmt (Weiterführung der Erziehungsaufgabe). Wie Sie bereits geschrieben haben, ist es eine Frage des sich Leisten-könnens; spricht für Gutverdiener, was wiederum auf gute Bildung hinweist, was wiederum die Qualifikation für Heimunterricht mit sich bringt… 🙂

    • Pixel sagt:

      Danke, sp. Diese Frage brennt mir auch auf der Zunge! Bei dem Fall aus Ihrem oben verlinkten Ar t ik el ist es sicher etwas anders. Bei 10 Kindern ist es vielleicht sogar noch naheliegend 😉
      Aber ansonsten…? Ich stelle mir ja vor, wie das zeitintensiv ist, wenn man dem schulischen Unterricht gleichkommen möchte. Das können ja nicht einfach nur mal 2 Stunden pro Tag sein. Ansonsten drängte sich mir der Gedanke einer geistig unterforderten Mutter auf. Selbstzweck sozusagen. Damit ernte ich jetzt bestimmt scharfe Kritik….

      • Sportpapi sagt:

        Ja, 10 Kinder, alle in einem anderen Alter, die ältesten unterrichten sich praktisch selber…

      • Pixel sagt:

        😉 eine altersgemischte Klasse. Eher glaube ich, dass die Ältesten die Jüngsten unterrichten.

  • tststs sagt:

    In Einzelfällen erachte ich Heimunterricht als probate Lösung; ich denke da an stark unter- oder überforderte Schüler, Mobbingopfer u.ä. Natürlich bei geeingneter Qualifikation der Eltern.
    Als Regelfall möchte ich es aber keinesfalls sehen, aus den bereits genannten Gründen: Sozialisation, Abgrenzung, Erfahrungen.

  • Christa Meier sagt:

    Im Kanton Zürich braucht es ein Lehrerpatent. In anderen Kantonen besteht je nach dem eine Meldepflicht oder Bewilligungspflicht, etc.

  • Auguste sagt:

    hmm…, meinen söhnen wird seit etwa einem jahr oder so auch – zusätzlich zur normalen schule – home-schooling zu teil. die arbeitsmarktsituation in griechenland macht’s möglich. der zehnjährige macht gewaltige fortschritte, so erzählte er mir unlängst den verlauf des matches federer vs. del potro auf englisch und das mit den richtigen satzresultaten. ich hatte fast tränen in den augen. bei seinem ein jahr jüngeren und etwas freigeistigeren bruder schlägts noch weniger an. seinen kampf mit der richtigen buchstabenreihenfolge beendet er oft und vorzeitig mit: „du kannst es ja lesen, mama.“

    • Carolina sagt:

      ‚Zusätzlich zur normalen Schule‘ macht es aber zu einem ganz anderen Ding, August. Das halte ich für in Ordnung bzw im Ermessen der Eltern, aber nur zu Hause, sozusagen in einer Vakuumatmosphäre, wo man die Kindlein jederzeit und ständig im Auge haben kann? Halte ich für Kontrollzwang.

      • Auguste sagt:

        hmm…, carolina, unser jüngster wäre da voll auf einer linie mit ihnen. sogar in sachen vakuumsatmosphäre – meint er doch manchmal: „ich muss dringend raus, ich kriege kein luft mehr hier im haus!“

    • Sportpapi sagt:

      Das hiess bei uns doch einfach Nachhilfeunterricht, oder?

      • Auguste sagt:

        hmm…, sportpapi, dort ist es viel mehr: optionen fürs leben offen halten (fremdsprachen), kompensation für viele ausgefallene schultage wegen streiks oder, wenn der grossvater doziert, einführung in die physik und jenes ach so typischen hobbies von griechen: das suchen von griechischen wortstämmen im deutschen und englischen vokabular unter zuhilfenahme eines lexikastapels, der die statik des hauses ernsthaft bedroht, bleistiften, die nur noch zwei cm kurz sind und immer mal wieder abgeleckt werden und etwa 12’351 notizzettelchen, die einem später an den unmöglichsten orten wieder begegnen.

      • Carolina sagt:

        In diesem Fall halte ich das natürlich für völlig vertretbar und sogar wünschenswert. Aber in einem Land wie der Schweiz, wo die Primarschulen, bei aller Nichtperfektheit, traumhaft ausgestattet sind im Vergleich zu unseren Nachbarländern, frage ich mich schon, was genau dazu bewegt, die Kinder dieser Schule nicht aussetzen zu wollen. Könnte mal jemand, der damit Erfahrung hat, dazu etwas sagen? Sonst bleibt halt doch der Eindruck haften, es gäbe ideologische Gründe bzw die Eltern sind Kontrollfreaks.

  • Manuela sagt:

    Da ich selber meine Schulzeit in schlechter Erinnerung habe, finde ich den Gedanken an Homeschooling interessant. Ich hatte so viele schlechte Lehrer und langweiligen Unterricht, dass ich das meinen Kindern nur ungern zumuten möchte. Zudem habe ich 99% meiner Klassenkameraden nicht gemocht, was schlimmer wurde, je älter wir wurden. Meine Bildung habe ich auch so von zu Hause bekommen: Geschichte, Sprachen, Bio, Physik etc. Meine Eltern haben immer geschaut, dass ich mich interessierte und Antworten bekomme (und seid durch Bücher). Das werde ich genauso machen bei meinen Kindern…

    • Carolina sagt:

      Sie haben 99% Ihrer Klassenkameraden nicht gemocht? Lauter schlechte Lehrer und langweiliger Unterricht? Und da soll die Lösung sein, sich zuhause ‚einzuigeln‘ und allem, was einem nicht genehm ist, aus dem Weg zu gehen? Ich sehe genau das als Grund dafür an, dass die Kinder eine Schule besuchen müssen – um zu lernen, dass das Leben wirklich kein Wunschkonzert ist, wo einen das Mami vor allem Schlechten, Unkontrollierbaren und Vorurteilen bewahren kann. Genau damit müssen sie lernen umzugehen, um später im Leben bestehen zu können.

      • gabi sagt:

        Wie immer: voll bei Dir, Caro.

      • Hermann sagt:

        Es gibt eine Grenze, wo es gefaehrlich wird. KInder koennen sehr brutal sein und andere KInder kaput machen. Bei den bekannten Schiessereien in amerikanischen Highschools sind die Bewaffneten fast immer Kinder (oder Jugendliche), die ueber Jahre von Mitschuelern misshandelt wurden. Da haette Homeschooling Leben retten koennen.

      • Sportpapi sagt:

        Obs wirklich an den 99% liegt, oder an der einen, die offenbar einige Defizite im Sozialbereich aufweist? Carolina hat recht: das wird nur besser, wenn man die Probleme anpackt, nicht ausweicht.

      • gabi sagt:

        Also ich weiss nicht, Hermann…

        Dieses Argument finde ich sehr befremdlich.

        Geht mir in Richtung: Hätte man das World Trade Center nie genaut, wären auch niemals so viele Leute drin umgekommen.

        Bzw.: Sollte nicht ausm Haus raus, wegen der Gefahr von Verkehrsunfällen.

    • Markus sagt:

      @Manuela: Mit Deiner Argumentation und Ideologie ist Homeschooling begrüssenswert. Nur ist dies halt nicht die Regel und die Beweggründe dafür meistens gerade das Gegenteil. Man will eben keine Kinder die Fragen stellen, da es keine Fragen da alle Antworten bereits in DEM einen Buch niedergeschrieben sind, das man für den Hauptunterricht benötigt. Dies im Gegensatz zum Homeschooling in Australien oder Alaska.

    • tststs sagt:

      Eine Erfahrung kann ich aber mit Manuela teilen: den Grossteil meines Allgemeinwissens habe ich zu Hause mitbekommen…ah Flashback: erinnert sich noch jemand an diese diversen Time-Life-Bücherserien? 🙂 Die habe ich verschlungen…

      • xyxyxy sagt:

        Wie gesagt ich bin dagegen. Aber wenn einige sich in der Schule nicht wohlfühlen und tatsächlich den Kindern den Stoff vermitteln können, dass diese danach auch – wie gelesen – in die Uni gehen können. Spricht für mich nichts dagegen, auch wenn es ganz und gar nicht mein Fall ist.
        Sicher gibt es auch Schulsituationen unter der ein Kind leidet. (Ich habe nie gelitten – aber andere tun das.) Soviel Respekt sollte man andersdenkenden entgegenbringen.

      • Carolina sagt:

        xy, ich rede hier nicht von Respekt, selbstverständlich lasse ich meine Kinder in der Primarschule mit ihren Problemen nicht allein, sondern bin für sie da. Mir geht es darum, dass sozusagen vorauseilend den Kindern Probleme, Durchsetzungsübungen und Wohlfühlbelange erspart bleiben sollen – dabei sind diese Dinge essentiell, um im Leben klarzukommen. Having said that: ich halte Wettbewerb in Form von Privatschulen und, ja, auch Homeschooling (bei klaren Vorgaben) für durchaus wünschenswert für unsere staatlichen Schulen. Dann aber, wie SP sagte, bei gleichen Voraussetzungen.

      • Carolina sagt:

        Da ich ältere Kinder habe und einen kleinen Sohn, kann ich, glaube ich, beurteilen, dass die Angst und die unbedingten Kontrollen über einen Primarschüler heute groteske Formen annehmen (immer begleiteter Schulweg, mit dem Auto hinfahren, Pfadi werden als gefährlich angesehen etc). Wir gelten mit unserer libertinären Haltung unserem Sohn gegenüber schon fast als Rabeneltern. Wenn dann das Kind sogar noch nicht mal in die Schule geht, sondern von der Mutter unterrichtet wird, ist das Nestgehabe noch viel grösser und, für mich, alarmierend.

      • xyxyxy sagt:

        Wie gesagt carolina -ich bin ja ganz auf ihrer Seite. Aber es gibt nun mal Menschen die anders ticken. Solange sie niemandem schaden, kann ich das akzeptieren.
        Unter den 6 Mia menschen mag es tatsächlich Eltern oder Kinder geben, die sich nicht so gut einpassen können wie sie und ich und für die es tatsächlich besser sein kann, wenn sie eine Alternative haben.
        Und weltweit gesehen mag es die eine oder andere Schule geben, wo es sinnvoller wäre, seine Kinder nicht dahin zu schicken. – Das meine ich. Aber natürlich bin ich 100% bei ihnen.

      • mila sagt:

        „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ – Albert Einstein

        Es gibt Menschen, die anders sind. Sie sozial ’normieren‘ zu wollen, anstatt ihnen in ihrer Andersartigkeit zu begegnen, halte ich für grundfalsch. Aber die Menschheitsgeschichte ist bekanntlich voll von Sündenböcken und – im übertragenen Sinn – brennenden Scheiterhaufen.

      • Carolina sagt:

        Und was bedeutet das für die Praxis, mila? In einer normalen Schulklasse befinden sich idR 25 Kinder (mindestens), die alle auf irgendeinem Gebiet ‚andersartig‘ sind, in den Augen der Eltern fast immer wunderbar einzigartig. Der Erziehungs- und Bildungsauftrag kann sich unmöglich diesen unterschiedlichsten Befindlichkeiten annehmen, sondern muss notwendigerweise normieren. Idealerweile kommen dann die Eltern ins Spiel, die bei Nichtzufriedenheit ihrem Kind individuelle Förderung angedeihen lassen, seine ganz speziellen Talente fördern. Das kann nicht Aufgabe des Staates sein.

      • Carolina sagt:

        Oh nein, bitte, muss ich jetzt wieder mit dieser Auseinanderschreibung anfangen? Ist doch völlig harmlos, was ich geschrieben habe…..

      • mila sagt:

        Es ist bisweilen zum Haare raufen, Carolina…

        Was ich sagen will: ich erinnere mich noch sehr lebhaft, wie man im meinem schulischen Umfeld bis weit in die Sekundarstufe hinein mit sogenannten Aussenseitern umgesprungen ist. Insofern kann Manuelas Aussage nachvollziehen, und würde sie nicht gegen sie verwenden.

      • Carolina sagt:

        Komme einfach nicht durch, mila. Harm.loser geht es nicht. Finde das einfach zum He.ulen…

      • mila sagt:

        Angesichts so manchen, was hier ohne jegliche zensorische Beschränkung durchkommt, stellt man sich durchaus die eine oder andere Frage….

        Von mir abschliessend nur noch dies: für mich ist rückblickend klar, dass der vielfach kolportierte Spruch „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“ nicht immer zutrifft. Die Erfahrungen der Schulzeit können bei einigen Kindern bleibende seelische Verletzungen verursachen, und in einem solchen Fall würde ich als Elternteil nicht zögern, entsprechende Konsequenzen zu ziehen – nicht mittels Homeschooling, wohl aber mit einem Schul(system)wechsel.

      • Widerspenstige sagt:

        Teile die Meinung von Manuela zu einem grossen Teil, wenn es sich so negativ einprägt. Dann sollte eine Alternative – nebst Privatschulen bzw. Montessorischulen – wie Homeschooling in Erwägung gezogen werden. Es kann ja ein Jahr durchgezogen werden zu Beginn u mit der Regelschule abgesprochen werden, ab wann der Einstieg dort erfolgt. Das Kindswohl ist dem negativen Druck vorzuziehen, wenn das Kind offensichtlich extrem unter dem Schulsystem leidet.
        Das meine ich damit was Sie sagen 11:09 mila.

        btw ….meine posts hängen wieder anderswo….wieso nur?!

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Reagieren, wenn es nicht mehr anders geht ist aber etwas anderes als gleich präventiv zu handeln. Wir haben heute die Idee der Schule für alle, in der selbst Kinder mit Behinderungen Platz finden sollen. Ein hoher Anspruch, der aber dann auch einzufordern ist.

  • Big Mama sagt:

    Man soll sich nicht gegen Unbekanntes sperren, aber bei Homeschooling, kommen mir Zweifel auf. Wir haben eine Zeit lang in den USA gelebt, wo Homeschooling verbreitet ist. Wir haben eine Familie kennengelernt, die das praktiziert, weil sie sich keine gute Schule leisten können. Ich kann dies verstehen, aber für uns war klar, dass wir das für unsere kids nicht wollen. Eltern sind wichtig und zentral, aber sie dürfen die Kinder nicht davon abhalten, sich frei zu entfalten. Man kann sie nicht vor allem beschützen. Mir tut das Mädchen leid, das sich für diese Wahl der Eltern schämen musste.

  • plop sagt:

    Für mich wär das keine Variante. Ich finde es aber gut, dass die heilige Kuh Volksschule vermehrt in Frage gestellt wird.

    • mira sagt:

      Ich ging schon vor 25 Jahren auf eine Privatschule, weil meine Eltern die Volksschule in Frage gestellt haben… Ist also nichts Neues im Lande….

      • Chrigi sagt:

        Ob Privat- oder Volksschule ist doch gar nicht relevant. Hauptsache Schule – und die besteht eben nicht nur aus der Ausbildung. Auch bei der Sozialisation spielt sie eine gewaltige Rolle. Diese fehlt beim Homeschooling. Ob das ein gutes Bild ist, das da vermittelt wird? „Ihr seid so wichtig, dass Mama euch selber unterrichtet. Denn die Welt da draussen ist schlecht.“ Irgendwann werden auch „homegeschoolte“ Kinder auf eigenen Beinen stehen müssen. Wie gross ist dann der Schock, wenn sie plötzlich auf andere Rücksichten nehmen müssen und nicht nur nach dem Lustprinzip funktionieren können!

    • Sportpapi sagt:

      Kann es nicht gerade des Resulat dieses „in Frage stellen“ sein, dass die Eltern wieder wissen, was sie an der Schweizer Volksschule eigentlich haben?

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Ja klar. Und die Volkschule heute ist auch nicht mehr die Volkschule von meiner Junged. Viele Dinge die wir damals hatten und „speziell“ waren, sind heute in der Volksschule integriert. Ich hätte keine Bedenken, meine Kinder in die Volkschule zu schicken, wenn ich keine andere Option hätte (wir haben da noch eine sehr interessante, aber das ist ein anderes Thema).

      • Sportpapi sagt:

        Ich gehe sogar noch weiter. Würden die Ausweichmöglichkeiten wie Homeschooling und vor allem Privatschulen geschlossen, würde noch viel mehr, und vielleicht fruchtbar, über die Entwicklung der Volksschule diskutiert werden müssen.

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Da bin ich anderer Meinung: dank den Privatschulen (und deren Erfolg) hat sich die Volkschule und das „gemeine Volk“ gewissen Inhalten/Lernformen geöffnet und die Inhalte/Lernformen konnten in die Volkschule integriert werden. Mit Homeschooling hat das aber nichts zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht haben Sie recht, mira. Allerdings befürchte ich, dass es der Entwicklung der Volksschule schadet, wenn sich ganze Gruppen aus der Diskussion abmelden. Es erscheint mir auch unsinnig, wenn heute die Volksschule „integrativ“ läuft, also auch die Schwächsten in den Klassenverband integriert werden, dafür die „Stärksten“ bzw. die es sich leisten können wieder hinausgehen.

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Haha, da ist nochmals ein anderes Thema… Ist mir hier zu offtopic…

      • Sportpapi sagt:

        Off Topic? Dann bringe ich ein anderes Beispiel: Es ist einer Schulgemeinde nicht erlaubt, mehr Lerhrpersonen als vom Kanton bestimmt einzusetzen und damit zum Beispiel die Klassengrössen zu verkleinern. Gerade damit punkten dann aber die Privatschulen, die sich an solche Vorgaben nicht zu halten haben.

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Ich sehe es eher so: nicht alle Kinder sind für die gleiche Schulform geeignet: es gibt Kinder die wollen und brauchen Druck, andere lernen besser freiheitlich. Unsere Kinder lernen individuell, und so sollten es auch unsere Schulen sein.
        Das mit den Klassengrössen hat mit Geld zu tun. In gewissen Privatschulen ist einfach mehr Geld durch die privaten Schulgebühren vorhanden (welche sich die Eltern nicht von den Steuern absetzen können)….

      • Sportpapi sagt:

        „Das mit den Klassengrössen hat mit Geld zu tun. In gewissen Privatschulen ist einfach mehr Geld durch die privaten Schulgebühren vorhanden (welche sich die Eltern nicht von den Steuern absetzen können)….“ Nein, mira, das stimmt so nicht. Nicht im Kontext. Denn die Gemeinden dürfen nicht, auch wenn sie es sich leisten könnten und wollten. Die Vorgaben dazu sind strikt, und sie laufen unter dem Titel Chancengleichheit.

      • Wildkatze sagt:

        jaja….Chancengleichheit und sonstige Gleichschaltung. Nein, danke!

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Warum Changengleichheit? Damit auch die ärmeren Gemeinden die „gleiche“ Qualität anbieten können?

      • xyxyxy sagt:

        SP – obwohl ich meine Kinder in die Volksschule schicken werde, widerspreche ich ihnen hier.
        Wenn eine Institution das Monopol hat – hat sie eigentlich nie grosse Fortschritte gemacht. Ganz im Gegenteil.

        Deshalb ist es völlig ok, wenn Privatschulen oder auch Homescooling erlaubt bleiben. – Allerdings mit strengen Vorschriften und Standards.

      • Sportpapi sagt:

        Genau, mira. Ich weiss auch noch, wie man in meiner Gemeinde das Gehalt der Schulleiter anheben wollte, um hier eine weitere Professionalisierung zu erreichen. Wurde vom Kanton untersagt.

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Das ist in der Tat schade. Aber diese Problem würde durch ein Verbot von Privatschulen nicht gelöst werden.

      • Sportpapi sagt:

        @mira: Meine Meinung ist nur, dass Privatschulen sich nicht ausgerechnet damit sollten profilieren dürfen, was der Volksschule explizit verboten ist.

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        Ich kann nicht für alle Privatschulen sprechen. Bei uns war es umgekehrt: wir hatten sehr grosse Klassengrössen (bis zu 33 Kinder pro Klasse!). Und die Argumentation war eine ganz andere.

      • Carolina sagt:

        Da gebe ich Sportpapi absolut Recht – das ist eine Form von unlauterem Wettbewerb. Warum sollten Gemeinden nicht selber darüber bestimmen können, welchen Anteil des Budgets sie für Bildung aufwenden, ob sie ihre Bildungsstätten grosszügiger ausstatten wollen als in der Gemeinde nebenan? Nur das würde einen wirklchen Wettbewerb mit Privatschulen gewährleisten. Da wird eben ‚Chancengleichheit‘ mit Gleichmacherei verwechselt.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Sie widersprechen mir doch eigentlich gar nicht. Mein Ansatz ist ja nur, dass die Teilnehmer am Wettbewerb über gleich lange Spiesse verfügen sollen. Also gleiche Regeln einzuhalten haben.

      • xyxyxy sagt:

        ach so … dann entschuldigen sie. Ja wenn möglich gleichlange Spiesse.
        Aber ich kenne mich nicht zuwenig aus, um beurteilen zu können, wer nun benachteiligt ist.
        Weil ich meine kinder eh nicht in eine Privatschule schicke, so weit ich das absehen kann, habe ich mich bis jetzt nicht in der Tiefe damit befasst.

  • Pinky sagt:

    Das ist doch sehr problematisch. Wie lernen denn diese Kinder mit schwierigen Situationen in Gruppen umzugehen. z.b Neid, Ausschluss aus der Gruppe, Gewalt etc. All dies kommt ja leider in jeder Gesellschaft vor und davon kann man doch seine Kinder nicht schützen und sie die ganz Primarschulzeit lang daheim behalten. Je schneller die Kinder mit solchen heiklen Situationen fertig werden, desto einfacher ist es dann auch später im Leben.

  • Pascal Sutter sagt:

    Au, was mich da interessiert – wenn wir die weit entfernten Verwandten mal besuchen und gleich 3 Monate bleiben wollen, darf ich dann die Kinder selber unterrichten? WIe läuft denn so eine temporäre Umstellung ab?

    • Markus sagt:

      Yep, kannst du. Machen ja auch viele Bauern auf den Alpen in den Sommermonaten und bilden sogenannte Alpschulen. Du musst einzig den Nachweis erbringen, dass Du – oder eine andere Perosn – in der Lage bist, die Kinder zu Unterrichten ohne dass sie den Stoff versäumen.

    • Stebs sagt:

      Bin nicht ganz sicher, aber wenn die Kinder in die Schule gehen und man mal eben für ein paar Wochen/Monate ins Ausland gehen möchte, dann wird es recht kompliziert. Die meisten Schulen machen inzwischen nur schon ein Riesentheater wenn man die Kids für eine Woche rausnehmen will. Also könnte man die Kinder (bei einem mehrwöchigenen Auslandaufenthalt) auch aus der Schule abmelden. Das dumme ist nur, wenn man sie wieder zurückmelden möchte (nach der Auslandzeit), dann könnte es passieren dass die Kids nicht mehr in die gleiche Klasse kommen, allenfalls sogar in ein anderes Schulhaus müssen.

  • Linda-Sue sagt:

    Die Schulzeit war die lustigste, sorgloseste Zeit meines Lebens, ich würde sie nicht missen wollen. Die vielen Klassenlager, Ausflüge, Projekte, die ganze Klassendynamik, wer ist mit wem befreundet, oder wer ist gegen wen, man verbündet sich, stösst aus, wird wieder aufgenommen, hat einen Schwarm oder Verehrer in der Klasse…. es gab Grüppchen, aber es wurde nie auf einer Person rumgeritten, also alles im Grünen Bereich, ich denke heute noch viel an diese schöne, intensive Zeit. Die man so sicher nicht erleben kann, wenn die Eltern immer dabei sind.

    • plop sagt:

      Die Schulzeit war die schlimmste, mühsamste Zeit meines Lebens, ich würde sie um keinen Preis wiederholen wollen.

  • mira sagt:

    Ich würde das für meine Kinder nicht wollen. Der Klassenverband ist eine einmalige und sehr wichtige Erfahrung für die Kinder, die ich ihnen nicht vorenthalten möchte. Klar kann man ins Reiten und ins Lager gehen und auch dort ein bisschen Sozialisation lernen. Mir wäre das aber nicht ausreichend.
    Ich finde es auch wichtig, dass die Kinder einen Raum OHNE die Eltern haben. Wo sie sich neu ausprobieren können, ohne die ständige mütterliche/väterliche Präsenz.
    Es wäre spannend, etwas über die Hintergründe zu erfahren. Der journalistisch überarbeitete Kindermund gibt ja nicht viel soviel her.

    • mostindianer sagt:

      @mira: danke für den gedanken. etwas machte mich die ganze zeit stutzig, jetzt weiss ich, was mir durch den kopf geisterte: die selbständigkeit. ich bin der meinung, dass ein kind zu selbständigem denken und handeln befähigt werden soll. (so lautet übrigens der grundsatz in der prämisse jedes lehrplans). ob das beim homeschooling erfüllt werden kann, wage ich zu bezweifeln.

      • mira sagt:

        @mostindianer
        Wahrscheinlich hängt sehr viel von der lehrenden Mutter und deren Ausbildung/pädagogischen Fähigkeiten ab. Aber auch wenn die Mutter es schaffen könnte, die Kinder unabhängig denkend zu erziehen: der Klassenverband, die Sozialisation, die kindliche Freiheit fehlt. Das sind Erfahrungen, die so nie mehr nachgeholt werden könne.
        Aber wie gesagt: Ohne Hintergrundinfos ist es schwer zu beurteilen und ich würde mich über einen richtigen Artikel zum Thema freuen.

      • Carolina sagt:

        Absolut, Mira, ich stimme Ihnen völlig zu. Allerdings bin ich noch ein wenig rigoroser: die einzigen Homeschooling-Kinder, die mir bekannt sind, gehören Freikirchen an (zwei Familien). Ich halte diesen Kontrollzwang, dass Eltern sogar noch über die Schulzeit ihrer Kinder bestimmen, für eine Gefahr. Der Schulweg allein schon ist für Kinder extrem wichtig, er ist wie Zeitunglesen für Erwachsene. Die Kinder vor jedem Rempler, jeder heiklen Situation und jeder möglichen Konfrontation bewahren zu wollen könnte wie ein Boomerang zurückkommen.

      • mira sagt:

        @Carolina
        Ja, im Kontext der Freikirchen finde es auch sehr bedenklich. Entweder realisieren solche Kinder irgendwann die Enge und brechen aus (das sind die Starken) oder sie werden auch so ein braves, gleichgeschaltetes Schäfchen wie die Eltern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira:
        und nicht Freikircheninvolvierte sind alle beeindruckend eigenständig, selbstbestimmt-unabhängig und weit entfernt von jeglicher Gleichschalterei und verwandtem?
        Plus, was ist unter „braves Schäfchen“ zu verstehen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        wow, ich komm zeitgleich durch-
        echt jetzt? Bin ja ganz überrascht…,
        aber im Ernst: vielen Dank!

      • Sportpapi sagt:

        Weshalb, BS, sind es gerade religiöse Gruppen, die ihre Kinder von gewissen Gruppen, Lernstoffen, etc. fernhalten wollen? Oder wozu soll denn der Heimunterricht dienen?

      • mira sagt:

        @Brunhild Steiner
        Das habe ich nirgends geschrieben. Wie kommen sie auf den Gedanken?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira:
        „…finde es auch sehr bedenklich. Entweder realisieren solche Kinder irgendwann die Enge und brechen aus (das sind die Starken) oder sie werden auch so ein braves, gleichgeschaltetes Schäfchen wie die Eltern.“
        aus diesen (Ihren) Worten hab ich das abgeleitet, mir klang das ein bisschen sehr ausschliesslich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        ich erteile keinen Heimunterricht und kenne auch niemanden persönlich der das tut, habe allerdings schon drüber gelesen, und die Gleichung, es gehe nur ums Fernhalten von bestimmten Unterrichtseinheiten ist wohl doch zu einfach. Zumal die fest vorgegebenen Lernziele ja so oder so erreicht werden müssen.
        „Wozu er also dienen soll“ müssten Sie jemand anderen fragen…

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Wenn Sie nicht wissen, weshalb Eltern sich so entscheiden, können Sie auch nicht behaupten, dass die offensichtlichste Erklärung zu kurz greift. Natürlich müssen die Lernziele erreicht werden, zumindest die wichtigsten. Es gibt aber auch viele Freiheiten, „Unwichtiges“ wegzulassen und andere Prioritäten zu setzen.

      • mira sagt:

        @Brunhild Steiner
        Sie haben einen Umkehrschluss getroffen, der von der Logik her nicht zulässig ist. Nur weil (a) engstirnig ist, muss (b) nicht zwingend offen sein.
        Als gleichgeschaltete Schäfchen verstehe ich Leute, die religiöse Inhalte/Dogmen als 1. Prämisse in ihrem logischen Denksystem setzen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        so ist eine Diskussion natürlich eher schwierig…, Sie „behaupten“ ja genauso hier drinnen,
        und liefern mir quasi keine hieb-und stichfesten Belege dafür…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira:
        ja, ich habe einen Umkehrschluss getroffen, und gut wenn er nicht zutreffend ist,
        Sie nicht davon ausgehen dass die Gefahr von Gleichschalterei und ähnlichem beim Homeschooling-Modell markant höher sei.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Ich habe Gründe gesucht, und den für mich wahrscheinlichsten aufgeführt. Sie haben erklärt, das sei zu einfach, ohne eine eigene Idee dazu zu äussern. Mehr hier: http://www.nzz.ch/wissen/bildung/lernen-ohne-schule-1.17704257

      • mira sagt:

        @Brunhild Steiner
        Meine Aussage hat sich auf den Kontext Freikirchen bezogen. Ich denke aber schon, dass man durch Homeschooling die Kinder stärker in eine ideologisch Ecke drängen kann und nicht wegen nichts kommen viele Homeschooling-Kinder aus eher fundamentalistischen Kreisen. Nur wird dort das Modell Homeschooling für die eigenen Zwecke missbraucht.

      • mira sagt:

        @@Brunhild Steiner
        Ich könnte mir auch vorstellen, meine Kinder selbst zu unterrichten, wenn ich zB in einer Islamistenhochburg leben würde und es keine adäquaten Privatschulen gäbe. Oder mein Kind aus psychischen oder gesundheitlichen Gründen nicht normal zur Schule gehen könnte. Aber das sind für mich Extremfälle, und keine Normfälle.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira:
        der Kontext war mir klar, ich nehm auch an dass Homeschooling am ehesten unter Freikirchenangehörigen verbreitet ist, habe allerdings keine Zahlen dazu. Aber mich stört das Etikett „fundamentalistisch“, ein Begriff der meist negativ gemeint ist. Auch sehr überzeugte „Freikirchler“ sind fähig ihren Kindern einen weiten Horizont zu öffnen, das von vornherein auszuschliessen finde ich nicht in Ordnung,
        besonders weil dann meist nicht ebenfalls erwähnt wird, dass es enge Horizonte genauso gut auch anderswo gibt, Kinder in andren Settings auch „gleichgeschaltet werden können“ etc… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira:
        also ich bin sehr dankbar dass die von Ihnen genannten drei Gründen in unsrer Familie nicht aktuell sind…,
        denn sosehr wir aus Überzeugung das traditionelle Modell gewählt haben, so sehr bin ich doch auch von unsrem Schulsystem zumindest einigermassen überzeugt, und ein Homeschooling fänd ich einfach ein riesen Stress, zumal ich die Kinder nun wirklich nicht fast den ganzen Tag um mich rum bräuchte… 😉

      • mira sagt:

        @Brunhild Steiner
        Ich bin als Jugendliche eine Zeit lang in eine Freikirche gegangen und was ich dort erlebt habe, war fundamentalistisch. Hab mich aber nicht reinziehen lassen, im Gegenteil zu einer Kollegin von mir, die später den Umgang mit mir verboten bekam (ich (und alle anderen) waren des Teufels…).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mira:
        das tut mir leid, und klar, mit solchen Erfahrungen im Hintergrund ist man schon mal doppelt vorsichtig…

  • mostindianer sagt:

    „weil unsere Mutter das besser findet“? mich nähme es wunder, wie denn die bedingungen dafür aussehen, dass man das überhaupt darf, da ja in der schweiz ein schulobligatorium besteht. (mal abgesehen davon, dass offensichtlich die mutter den ganzen tag zu hause ist.) „den rest lernen wir durch den tag“. aha. werden da auch lehrpläne angewendet?
    ganz ehrlich: die idee finde ich gar nicht mal so schlecht, aber die zukunft dieser kinder? ich tippe auf home-office. ein weiterer schritt in richtung virtuelle sozialisation. irgendwann kennen wir uns nur noch vom bildschirm…

    • Markus sagt:

      @mostindianer: Schulobligatorium bedeutet nicht, dass die Kinder eine öffentliche Schule besuchen müssen sondern dass sie Anrecht auf eine schulische Ausbildung haben. Wie man dies als Eltern gewährleistet ist grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Vorgeschrieben ist einzig die Einhaltung des kantonalen Lehrplanes, was mit regelmässigen Kontrollen durch die Erziehungsdirektion geprüft wird. Bei Kindern mit Unterricht zu Hause wird dies mit Besuchen und Prüfungen kontrolliert. Homeschooling in der Schweiz wird oft von christ.-religiösen Gruppierungen propagiert.

      • Nick Schmid sagt:

        @Markus: Ist das nicht von Kanton zu Kanton anders geregelt? Teilweise braucht es ein Lehrerdiplom, um die Kinder selber unterrichten zu können, soweit ich weiss.

      • Markus sagt:

        @Nick: Dies weiss ich jetzt zugegebenermassen nciht genau, wird aber in unserem förderalistischen System schon so sein. Im Kanton Bern ist dies jedoch meines Wissens nicht zwingend. Bedenklicher am Homeschooling in der Schweiz ist jedoch meistens die Ideologie die dahinter steckt, wobei es sicher auch Ausnahmen gibt wie z.B. Alpschulen in den Sommermonaten. Wer die Gegend um Teufenthal kennt, kann erahnen aus welchem christlich fundementalistischen Kreisen die Familie kommt. Das Kindswohl beschränkt sich primär auf die Kontaktvermeidung zur „ungläubigen“ Aussenwelt.

      • mostindianer sagt:

        sprich: homeschooling ist die beste gelegenheit, sein eigenes kind vor der bösen sexualkunde, den bösen michael-ende-und -ottfried-preussler-büchern, der bösen religionundkultur-stunde und vor allem vor den bösen gedanken andersdenkender kinder geschweige denn, den evtl. linken und möglicherweise („gott“ bewahre!) atheistischen lehrern zu beschützen?

    • Auguste sagt:

      hmm…, ich kenne sie doch bereits heute nur vom bildschirm, roter freund aus dem land, wo am horizont der birnbaum steht, und die erde sanft hinunter ans grosse wasser fällt. möge ihr tipi warm sein in den kalten dezembernächten, und der schwache euro den einkauf bei den brüdern auf der andern seite des wassers weiterhin günstig und das kanu voll machen.

      • Stebs sagt:

        😉

      • mostindianer sagt:

        häuptling zwinkerndes auge hat gesprochen! hugh. leider musste ich schon vor vielen monden das fruchtbare land am grossen wasser verlassen und meine zelte in den hügeligen wäldern jenseits des tannzapfenlandes aufbauen, wo honigkuchenbrettlein verspeist werden und die schulen voller freikirchenkinder sind. möge der grosse geist sie alle auf den pfad der erkenntnis bringen.

    • Ursula Meyer sagt:

      Hallo

      Ergänzend zu Markus untenstehender Antwort: Im Kanton Zürich muss der hauptsächlich unterrichtende Lehrer (hier offenbar die Mutter) eine Lehrerausbildung vorweisen, wenn das Home-Schooling länger als ein Jahr betrieben wird. Seit diese Regelung in Kraft ist, hat das Home-Schooling deutlich abgenommen hier, viele Familien mussten es aufgeben, manche sind umgezogen in Kantone, in denen dies (noch?) nicht so gehandhabt wird (z.B. Appenzell).

  • Brunhild Steiner sagt:

    Finde ich eine super Idee mit der Carte Jeune!

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