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Mamablog-Redaktion am Freitag den 4. Mai 2012

Es braucht nicht Frauen – sondern Mutterförderung

Eine Carte Blanche von Michèle Binswanger*.

SCHWEIZ CAROLINA MUELLER-MOEHL

Wenn die gesellschaftlichen Strukturen Familie und Karriere nicht von vornherein ausschliessen würden, gäbe es sicher mehr Frauen wie die Unternehmerin Carolina Müller-Möhl. (Bild: Keystone)

Ich weiss nicht genau, was unsere Justizministerin sich überlegt hat, als sie am Tag der Arbeit die Zuwanderungsfrage mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verknüpfte. Doch Frauenförderung als Einwanderungsprävention zu verkaufen, um das Migrationsthema ein bisschen zu bewirtschaften, ist in dieser Frage definitiv der falsche Weg und führt, wie sich inzwischen gezeigt hat, zu unnötigen Stellvertreterdebatten über schlecht integrierte ausländische Spitzenkräfte. Sollten denn nicht die Leute Spitzenpositionen besetzen, die am besten qualifiziert sind, ungeachtet dessen, ob es sich um einen Mann, eine Frau, einen Türken oder einen Deutschen handelt? Was direkt zur Frage führt, warum die gut ausgebildeten Schweizerinnen in den Führungsspitzen immer noch untervertreten sind. Könnte es daran liegen, dass wir uns viele Gedanken darüber machen, wie man Frauen fördert aber keine darüber, dass nicht das Geschlecht, sondern die Mutterschaft Frauen aus dem Arbeitsleben reisst? Könnte es daran liegen, dass sich viele Unternehmer sagen, die einzelne Mutter sei nicht das Problem, sondern erst die Masse der Mütter, da zu teuer?

Es gibt ein paar Tatsachen, denen wir uns stellen müssen. Frauen haben heute die gleichen Chancen im Arbeitsleben, wie die Männer. Bis sie Kinder bekommen. Ebenfalls eine Tatsache ist, dass die meisten Frauen Kinder wollen und dass dies der Grund ist, warum sie im Arbeitsleben zurückstecken. Frauen haben also die Wahl, entweder auf Kinder oder auf die Karriere zu verzichten. Wenn der Staat aber beides will, nämlich die gut qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte und die Kinder, dann müssen die Strukturen angepasst werden – für Männer wie für Frauen. Und zwar sowohl in den Unternehmen, wie auch in den Familien. Und das heisst: vor allem in den Köpfen.

Auf diese Forderungen folgt meistens eine hoch moralische Diskussion. Dass Kinder zu haben doch etwas Wunderbares sei und man den Frauen das bitte nicht schlechtreden solle. Und man ihnen gefälligst auch nicht vorschreiben solle, wie sie ihre Mutterschaft zu leben hätten. Es ist das Kristina-Schröder-Argument: Wir sind längst emanzipiert, gebt doch endlich Ruhe. Mag sein – aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Wirtschaftlich gesehen gibt es nämlich nur zwei Lösungen: keine Frauen mehr auszubilden, weil sich das letztlich nicht lohnt. Oder die Strukturen zu ändern und zu schauen, ob sich dann vielleicht nicht doch mehr Frauen wie Carolina Müller-Möhl oder Andrea Degen und viele andere finden, die ebenso verantwortungsbewusste Mütter wie Unternehmerinnen sind. Auch wenn ihnen das Thema zum Hals raus hängt, weil immer nur sie die Vereinbarkeitsfrage beantworten müssen – und nicht ihre Männer.

Ich behaupte, dass Frauen ihre Mutterschaft liebend gern auch anders leben würden, wenn die Rahmenbedingungen von Anfang an anders wären. Wenn Familie und Karriere sich nicht von vornherein ausschliessen würde, wenn nicht sofort als Ego-Mutter verschrien würde, wer die Kosten des Nachwuchses auf alle Beteiligten verteilen will.

Es geht eben genau nicht darum, dass es jetzt noch mehr Leistung braucht und deshalb die armen Kinder zu Hause verwaisen, sondern die Bewegung muss in beide Richtungen stattfinden. Es muss selbstverständlich werden, dass Mütter ihre Ambitionen nicht mit der Niederkunft begraben. Und ebenso muss klar werden, dass auch hochqualifizierte Väter sich um die Familie kümmern und Zeit darin investieren.

Natürlich gibt es Stimmen, die sagen, das würde nichts bringen. Das Bildungsprofil von Frauen entspreche oft nicht den Qualifikationsanforderungen jener Branchen, die dann ausländische Spitzenkräfte anheuern, sagte der Ökonom Beat Kappeler dem «Tages-Anzeiger». Als ob die Frauen von Natur aus zum Dienstleistungssektor neigen. Aber vielleicht drängen die Schweizer Frauen ja auch deshalb mehr in soziale als in ökonomische Fächer, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dort eher gegeben ist?

Will man mit Frauenförderung Ernst machen, braucht es mehr als bloss Krippenplätze. Es braucht ein gründliches Umdenken in der Wirtschaft. Es braucht Arbeitszeiten und Karrierestrukturen, die den Bedürfnissen von Familien angepasst werden. Es braucht steuerliche Anreize, damit es attraktiv wird, auch nach der Geburt im Job zu bleiben – und man den Teilzeitlohn nicht gleich wieder an Krippe und Staat abgeben muss. Es braucht einen anständigen Vaterschaftsurlaub, der Vätern ermöglicht, unter gleichen Bedingungen in ihre Vaterschaft zu starten. Darüber hinaus würde ein solcher die Frauen vom Stigma befreien, dass nur sie zum Kostenfaktor werden, wenn sie eine Familie gründen. Und vor allem braucht es die Einsicht, dass arbeitende Mütter keine Rabenmütter und Teilzeiter-Väter keine Weicheier sind.

Nicht zuletzt braucht es Ausbildungs- und Networking-Programme für Mütter, damit diese lernen, dass es viele verschiedene Wege gibt, Kind und Karriere zu vereinen. Und Zuversicht fassen, dass sie das nicht nur können, sondern ihnen das auch zusteht. Denn so lange es einfacher ist Männer zu finden, die den Frauen den Job zutrauen, als Frauen, die sich selbst einer solchen Position gewachsen fühlen, wird das nichts mit der Frauenförderung.

michele150x150 Kopie*Michèle Binswanger ist Autorin, Redaktorin, Mutter zweier Kinder und Mamabloggerin der ersten Stunde. Sie hat gerade ihr erstes Buch zusammen mit Nicole Althaus veröffentlicht: «Macho Mamas – Warum Frauen im Job mehr wollen sollen.» Nagel & Kimche, 176 Seiten, 25.90 sFR

746 Kommentare zu „Es braucht nicht Frauen – sondern Mutterförderung“

  1. Gene sagt:

    “schlecht integrierte ausländische Spitzenkräfte” – ich kannte NUR schlecht integrierte (Spitzen)Kräfte. Amis und Engländer tun sich schwer damit. Aber meistens bleiben die nur so lange da bis sie ihr Unheil angerichtet haben.

  2. marianna sagt:

    warum zum ……ist dieser artikel im mamablog und nicht ein leitartikel im tagi ?

  3. max sagt:

    Die Frau Bundesrat Sommaruga drischt Schlagworte anstatt sich um reale Probleme in der realen Welt zu kümmern. Solches Vorgehen haben die Linken seit 1968 zum politischen Standard erhoben. Cüplisozialisten nennen und Politkommentatoren das “politisch stilvoll”. Dafür wundern sich die Linken dann, wenn sie eine Volksabstimmung nach der anderen verlieren.

    Was Frau Bundesrat Sommaruga angeht, so ist für sie vermutlich im echten Sinn Frauenförderung das gleiche wie Zuwanderungsbeschränkung. Sie kann Äpfel nicht von Birnen unterscheiden, kaut eine saure Zitrone und schwärmt vom feinen Zwetschgenkompott. Ihre einzigen beruflichen Qualifikationen sind: gescheiterte Konzertpianistin und Versagerin beim Spanischstudium. Was will man also mehr von ihr erwarten?

    Für die Schreiber in den Tageszeitungen ist es zur Gewohnheit geworden, Schlagworte nachzupapageien. Für sie wiederum hat das den Vorteil, dass sie solche Stereotypen vom Stapel lassen, anstatt selber zu denken und zu recherchieren.

    • Ursula Bourgeois sagt:

      Frauenförderung = Zuwanderungsbeschränkung??? Geht in Zahlen nicht auf. Frau mit Kindern bleibt im Beruf, keine Zuwanderung eines äquivalenten Ausländers, ABER Frau (pardon, Familie) gibt Kinder in die Krippe, somit Zuwanderung von Krippenpersonal. Also betr. Anzahl der Zuwanderer kommts aufs Gleiche raus.

  4. max sagt:

    wartet auf Freischaltung….

    Hat jemand eine aktuelle Sperrwortliste? Ich schrieb Worte ähnlich wie Bunswiniger, L!nke, Schornolist, Küppli-Soziolust…

    • Beno sagt:

      Es ist wohl die Reihenfolge welche problematisch wird; .. Bunswiniger auf der Schornoliste ergibt Küppli-Soziolust…meinten sie dies vielleicht ?

      • max sagt:

        Es kamen auch noch die Wörter ähnlich wie Frou Buntesrat, Zoowunderung, Schläckwortdröschen, Techtelzeitung vor.

  5. Ursula Bourgeois sagt:

    Immer hört man, Beruf und Familie/Kinder würden sich sehr gut miteinander vertragen, WENN nur der Staat die ausserfamiliäre Kinderbetreuung bereitstellen würde. Aber 1. müsste der Staat (dh die Steuerzahler) diese Betreuung auch in vielen Fällen bezahlen, mindestens teilweise. Mit den dadurch erhöhten Steuern wäre das für viele Familien ein Nullsummenspiel oder dann eine weitere Umverteilung. 2. Wer macht die Haushaltung, wenn beide Eltern arbeiten? Die übergestresste Mutter, oder beide, oder man opfert die Freizeit. Oder muss der Staat auch das Dienstmädchen organisieren und zahlen?

    • Hansli sagt:

      Sie als Hausfrau werden schliesslich massiv Subventioniert:
      - Sie bezahlen nichts an Sozialabgaben. Aber Ihre AHV, die IV, EO muss jemand an ihrer Stelle bezahlen.
      - Ihre Ausbildung für nichts hat der Staat bezahlt.
      - Falls Sie geschieden werden( Scheidungsrate immerhin 50%) gehen Sie zur Sozialhilfe
      - Reicht das Geld wegen der geringeren PK im Alter nicht, erhalten Sie Ergänzungsleistungen.
      - Dem Staat entgehen massiv Steuern wenn Sie nicht arbeiten. Die Infrastruktur die Sie benötigten wird durch andere bezahlt.

      Sie Kosten dem Staat ganz viel Geld damit Sie zuhause bleiben können.

      • alien sagt:

        Krude Punkte, entweder praktisch ganz oder ganz falsch. Nur eins: Die meisten Frauen wollen gar nicht zuhaus bleiben.

      • Hansli sagt:

        Ich kenne auch keine Frau die zuhause bleiben will.

      • max sagt:

        @Hansli
        Ich kenne keine Frau, die zuhause bleibt. Hausfrauen haben mehr und gescheiteres zu tun.

        Die Liste von “Subventionen” für Hausfrauen kann man verlängern:

        Jedes zuhause selbst erwirtschaftete Einkommen ist sehr offensichtlich steuerfrei. Was immer Familienväter und -mütter wirtschaftlich produktiv zum gemeinsamen Gut beitragen wird nicht bar bezahlt und nicht versteuert: sei es als Heimwerker, Schreiner, Maler, Maurer, als Gartenbauer, als Köchin, Schneiderin.

        Das ist der eigentliche Grund, warum die L!nken die Frauen in der Berufswelt haben wollen: Dann gibt es mehr Steuereinnahmen, die die SP-Wähler verpulvern können. Es gibt zudem mehr unzufriedene Angestellte und mehr Gewerkschaftsdemos.

      • Karl von Bruk sagt:

        @alien: Was ist an Hanslis Liste denn falsch? Es stimmt zwar, dass die meisten Frauen gar nicht zuhaus bleiben wollen. Viele gehen aber lieber shoppen oder in die Konditorei als malochen….

      • Claudia sagt:

        also ich kenne seeeeehr viele Frauen, die gerne Zuhause bleiben und sich vom Mann finanzieren lassen.

      • Karl von Bruk sagt:

        Auch die Autorin des Artikels war abgesehen davon, dass sie fuers Schreiben im Mamablog fett honoriert wurde, meisten nur “taetig” statt auch erwerbstaetig….

      • alien sagt:

        Klar, Claudia, wer verstopft um 10 Uhr morgens bei uns im Dorf den Kreisel mit den Cherokees und den Cayennes? Die ausgehaltenen Frauen.

        Ja, es gibt solche, aber die meisten Frauen sind nicht so.

      • HUA sagt:

        Hansli hat 100 Prozent recht. Ich kenne drei Frauen, die gerne zu Hause bleiben. Beide haben 2 Kinder, ein schönes Zuhause, die eine gibt noch ein bisschen Aerobic, die andere Nähkurse. Beides sind weder verbiestert noch unzufrieden oder sonst wie frustiert. Das einzige was sie aufrecht, wenn Frau ihnen versucht einzureden, sie hätten ein unvollständiges Leben.

    • pixel sagt:

      Sie haben aber etwas merkwürdige Sorgen, Frau Bourgeois: “wer macht die Haushaltung wenn beide Eltern arbeiten”. Super, so eine tolle Frage hab ich in diesem Kontext noch nie gehört. Sehr schön. Gerne weihe ich Sie in die Geheimnisse eines solchen Haushaltes ein: Wäsche, der Mann. Einkauf und Kochen, die Frau. Putzen, die Putzfee. Die hat leider kein feenhaftes Dasein und kostet in der Tat was. Bis jetzt zahlen wir das aus unserer Haushaltskasse. Ich hätte aber gegen eine Uebernahme aus der Staatskasse keinen Einwand. Aber ehrlich – sind das Ihre einzigen Sorgen in diesem Zusammenhang??

      • Claudia sagt:

        …und man denke….auch arbeitstätige Menschen führen einen Haushalt…..wie wir das wohl machen :-)

  6. mapa sagt:

    “Frauen haben heute die gleichen Chancen im Arbeitsleben, wie die Männer. Bis sie Kinder bekommen.”
    Meine Frage wäre dazu: Nutzen Frauen die (noch) keine Kinder haben diese Chance?

    • Karl von Bruk sagt:

      Noe, die meisten brechen die Ausbildung oder Erwerbstaetigkeit ab, sobald sie einen guten Zahler erwischt haben. Gibts dann Nachwuchs muss eine Putze und eine Naenny her. Aermere behelfen sich mit einer VerdingkindsklavIn, fuer die sie dann auch noch ein happiges Unterhaltsgeld abzocken. Und dann wird moeglichst bald geschieden, um den Rest der ehelichen Pflichten hinknallen zu koennen, aber dank Scheidungsraubjuxtiz, Steuergeschenken und Sozialkassen dennoch bis zur Bahre sinekuriert zu blbeiben….

  7. justme sagt:

    … freischaltung……………. HALLOOOO

  8. justme sagt:

    …, wollte nur einfach sagen…: Fr. Binswanger, nett Sie wieder zu lesen. Liebe Grüsse von Mexiko, fals Sie sich an mich erinner können. FTW

  9. Karl von Bruk sagt:

    Vielleicht wurden die Zensorinnen geschasst und durch Zensoren ersetzt ;-)

  10. Beno sagt:

    Warum hasse ich diese Pizza-Reklame doch so abgründig tief…

    • marie sagt:

      weil die pizze von oe ungeniessbar sind?

      • Beno sagt:

        …gut möglich….aber auch, wenn ich sie im Laden sehe, werde ich immer an dieses penetrante “Reinschieben” der Reklame denken und dies mit “irritant” kuppeln; …und wer isst schon eine IRRITANTE Pizza :sad:

      • marie sagt:

        beno ein guter grund sie eben nicht zu kaufen und sie selber machen – viel besser und ist befreiend. es geht schlussendlich wie bei allem um qualität und nicht um quantität. ;-) dieses reingeschiebe ist ärgerlich, wenn es wenigstens etwas schönes wäre…

      • Beno sagt:

        jah..marie…Recht hast du wieder ! ;-)

      • alien sagt:

        Reingeschiebe ist ärgerlich, marie? Tsts. Soo allgemein kannst Du das jetzt aber nicht sagen, oder. :-)

  11. Ursula Bourgeois sagt:

    Antwort an Hansli`s Antwort vom 5. MAi 12, 15.37
    Lieber Hans
    1. Ich war beruftstätig, aber die Kosten der ausserfamiliären Kinderbetreuung hab ich zu 100 % selbst getragen.
    2. Glauben Sie wirklich, dass sich für den Staat das Folgende lohnt: 2 Kinder in Krippe, effektive Krippenkosten mindestens CHF 100/Kind und Tag, Betrag der Eltern zB CHF 50/Kind und Tag, also effektive Kosten CHF 4000/Monat, Elterbeitrag CHF 2000/Monat, Fehlbetrag bzw Betrag der öffentlichen Hand CHF 2000/Monat. So viel an Steuern und AHV-Beiträgen zahlt wohl niemand, der eine 50%-ige Krippen-Subvention erhält.

    • alien sagt:

      Du meinst also, Ursula, das müsse sich für den Einzelfall lohnen? Dann hast Du aber überhaupt keine Vorstellung unseres Staates. Wenn der Staat sich an Aufgaben beteiligt, die für einen Teil der Bevölkerung nützlich sind, für einen anderen aber nicht, dann ist das doch nicht a priori schlecht? He, wieviel hat der Staat an unser ETH-Studium beigetragen? Wieviel zahlt die Gemeinde an Gemeindestrassen, auf welchen Autos fahren, welche aber Leute nie benutzen, die kein Auto haben und nicht Bus fahren?

      • Ursula Bourgeois sagt:

        1. Auch wer nicht Auto oder Bus fährt, profitiert von den Strassen (Müllsammlung, Heizöllieferung, Sanität …).
        2. `Unser` ETH-Studium wird sicher abbezahlt durch die Umverteilung, nicht nur durch die progressiven Steuern, sondern zB durch die AHV-Beiträge, denn – insbesondere für ein Ehepaar, sind die Einzahlungen viel höher als die Renten, sowie durch staatliche Leistungen, die wir NICHT beziehen (uA Krankenkassensubventionen, Stipendien für `unsere` Nachkommen).

    • Hansli sagt:

      Jemand zahlt wesentlich mehr Steuern. Eine Frau verdient nach einigen Jahren im Job 7000.- und ist nachher während einiger Jahren Hausfrau. Während dieser ganzen Zeit wurde darauf keine Steuern bezahlt. Nachher geht Sie wieder auf Arbeitssuche und muss wesentlich tiefer wieder einsteigen. Sie muss wieder beim Anfangslohn beginnen und verdient nach vielen Jahren wieder ihre 7000. Das die Frau natürlich keine Karriere gemacht hat und nie mehr machen wird, ist natürlich auch klar.. Da entgehen noch mehr mögliche Steuern. Falls ein Berufseintritt wieder möglich ist, in meiner Branche ist das fasst unmöglich.

      • Hansli sagt:

        Das andere sind die überrissenen Krippenkosten. Da könnte Abstriche beim Kindswohl zu machen sehr viel gespart werden.

      • Ursula Bourgeois sagt:

        Betr. Karriere: Wenn die Frau nach der Baby-Pause eine Karriere macht, dann macht automatisch ein anderer Mensch (Mann oder kinderlose Frau) keine Karriere, also spielt das für die Steuereinnahmen des Staates kaum eine Rolle.

      • O. S. sagt:

        Frauen in die Hosen fürs Vaterland! Das bisschen Kindergebären ist ein “Dienst an der Allgemeinheit”. Nach ein paar Wochen gefälligst wieder zurück an die Pflugscharen, auf die Traktoren, ins Büro! Was haben sonst 40 Jahre Feminissmuss gebrracht, häää? Faule Bande, mit jedem Tag, an dem ihr mit euren Kindern zuhause sitzt (die sowieso in der Krippe sein sollten wegen der Frühförderung), restauriert ihr das Patriarchat mehr und noch schlimmer: ihr kostet den armen Staat Geld, Geld Geld! Unserem Väterchen Eidgenossenschaft! Das doch nur ein sozial gerechtes Leben für alle finanzieren will.”heul*

      • Hansli sagt:

        Da muss ich Ihnen zustimmen. Aber das sind dann oft die bösen Deutschen… Das ist das gute an der rechtskonservativen Ideologie. Man kann immer etwas kritisieren.

      • Ursula Bourgeois sagt:

        Und ja, die effektiven Krippenkosten (also nicht unbedingt die Elternbeiträge) sind wirklich enorm. `Schuld`daran sind im Wesentlichen die staatlichen Vorschriften; so muss für 2 Säuglinge (bis 1,5 Jahre) eine Betreuerin vorhanden sein, angeblich, damit die Kinder genügend betreut sind. Im Gegensatz zu einer Mutter mit 2 Kindern müssen die Betreuerinnen nicht einkaufen, nicht kochen, nicht putzen, nicht mehr als 42 h arbeiten. Da würden meiner Ansicht nach Einsparungen drin liegen, ohne dass die Kinder vernachlässigt werden.

      • Hansli sagt:

        @O.S. Mir ist egal wie jemand seine Familie organisiert. Nur werde ich sauer wenn jemand beginnt aufzuzählen wie viel die eine Lebensform kostet. Wer mit dem Geldargument gegen Tagestrukturen ankämpft und selbst in der traditionellen Familie der letzten 50 Jahre lebt, der hat dann bereist verloren. Denn derjenige wird massiv subventioniert.

      • Hansli sagt:

        @Frau Bourgeois Irgendwo habe ich gelesen das die Kostenunterschiede in der Schweiz pro Kind bei 30% und mehr liegen. Schlecht betreut werden die sicher nirgends. Ihr Säuglingsbeispiel ist absolut treffend. Das ist leider der bürgerlichen Abwehrhaltung dagegen zuzuschreiben. Die Leute haben brauchen unbedingt diese Tagestrukturen und wählen dann die linke Umsetzung. Ist eben besser als nichts.

    • Ursula Bourgeois sagt:

      Lieber Hansli, die Krippenkosten (Einkommensabhängig) werden – insbesondere in den Städten – von eher linken Parlamenten oder Sozialämtern bestimmt, nicht von einer bürgerlichen Minderheit. Die bürgerliche Minderheit – iA mit relativ höherer Ausbildung und relativ höheren Einkommen (meint man) – zahlt dann erschreckend hohe Krippenbeiträge. Dabei wird gesagt bzw geheuchelt, man wolle vor allem gut ausgebildete Frauen im Beruf behalten.

      • Hansli sagt:

        Das sind eben Konzessionen damit die bürgerlichen Mitte-Politiker die Betreuung schlucken. Die suchen halt Mehrheiten in einem bürgerlichen Land.

  12. Hanspeter Bruhin sagt:

    Als erfahrener Mann, sage ich, es gibt nur ganz wenige Berufe, die vorteilhafter sind als selbständige Hauswirtin und Erzieherin. Dazu kommt, dass der Ehemann im Normalfall auch Arbeit macht.

  13. Pasquale Sutter sagt:

    “Sollten denn nicht die Leute Spitzenpositionen besetzen, die am besten qualifiziert sind?”
    Klares NEIN – denn Qualifikationen sind nicht alles!
    Ein guter Chef ist nicht derjenige, der einfach nur die besten Qualifikationen mitbringt und für den auch die nächste Berufsdestination nur eine Stufe auf der Karriereleiter darstellt – sondern einer, der ein umfassendes Know-how mitbringt, Leidenschaft für die Materie und ganz, ganz wichtig: Sozialkompetent ist!! Eine gewisse Nähe zu den Arbeitnehmenden muss da sein – schwierig, wenn dabei schon die Sprachbarriere (und die Kultur) im Wege stehen…

    • alien sagt:

      Du vergisst das Peterprinzip.

      Wichtig für eine Führungsposition ist Selbstüberschätzung. Ohne wird aus einem nie ein anständiger PHB.

  14. Daniel Sulzberger sagt:

    Die ist schon frech, die Simonetta; verlangt sie doch von Frauen in die Hosen zu steigen, und zwar nicht nur damit’s gut aussieht! Auch wenn die Schwarzer die Frauen zu hilfsbedürftigen Opfern und die Männer zu bösen Unterdrückern predigt und somit nur die von den meisten gewünschten Zustände feiert, hilft das alles nichts. Wir brauchen ökonomisch unabhängige Frauen als Grundlage für die anstehenden Veränderungen. Damit werden sich die Diskussionen über Kinderbetreuung, Teilzeitstellen etc. plötzlich in Luft auflösen. Hosen sind geil.

    • Karl von Bruk sagt:

      Die Femanzen sind jetzt am Scheideweg. Entweder sie loesen sich von der unheiligen Allianz mit den Lohnsklavenhaltern und dem uebrigen Geldadel sowie der von diesen geschmierten Polit- und Juxtizponzen und allieren sich mit den vermoegenslosen Kindern und Maennern fuer eine Gemeinsame Wohlfahrt und die Wiederherstellung der Grundrechte – inklusive Reise- und Familienfreiheit -aller. Oder sie werden wie die Kleinbauern als bereits abgetretenes Wahl- und Stimmvieh von allen politischen Geschenken (mit Ausnahme der VerdingkindsklavInnen) ueber das zum Dahinvegetieren noetige Minimum wieder abgeko

    • Karl von Bruk sagt:

      Eine Million erwerbsscheue Abscheiderinnen, die pro verseblstaendigten Haushal monatlich Exmann und Staat einen Nettoverlust von 5000 Franken einfahren, belasten das System mit 60 000 000 000 Franken bzw. weit ueber 10 Prozent des BSP jaehrlich. Die Sinekurierung kerngesunder Abscheiderinnen geht auch auf Kosten der paar Millioenli fuer Waisen, Invalide und (echte!) Witwen und keult die staerksten Staats- und Sozialkassen. Island, der erste ohne Euro pleite gegangene europaeische Staat ist Femokratieweltmeister!

  15. Daniel Engel sagt:

    Liebe Michèle Binswanger.

    Ob Frau Müller-Möhl, welche nach dem Flugzeugabsturz ihres Gatten Ernst Müller-Möhl am 3. Mai 2000, eine Erbschaft von 700 Millionen Franken antreten konnte, als ideales Fallbeispiel und repräsentativ für die Aussage Ihres Artikels angesehen werden kann, sollte sich wohl jeder selber beantworten.

    • Ursula Bourgeois sagt:

      Lieber Daniel Engel, Sie haben völlig recht. Arbeiten lohnt – rein finanziell gesehen – nur, wenn sehr viek Geld oder sehr wenig Geld verfügbar ist. Bei sehr viel Geld spielen hohe Kosten für Krippe oder Nanny keine Rolle, bei sehr wenig Geld sind die Krippenkosten minimal. Schlecht geht es dem Mittelstand, da fressen Kinderbetreuung und zusätzliche Steuern (in der hohen Progressionsstufe) das Zusatzeinkommen auf. Es bleibt, negativ gesehen, der Stress; positiv gesehen, das `am BAll bleiben` im Beruf.sst die Kin

  16. Felix Thür sagt:

    Die Frauen wollen gar nicht Karriere machen und Unternehmerin sein. Es ist doch viel bequemer, sich vom Alphaehemann durchfüttern zu lassen. Solange Frauen Karrieremänner bevorzugen, müssen sie sich nicht wundern, dass der Haushalt am Ende bei ihnen landet.

    • marie sagt:

      und solange es solche alphamännchen gibt, die sich solche frauen aussuchen, wird es sich eben in der tat nichts ändern herr t! es braucht immer zwei – für einen beziehungskatastrophe sowieso.

      • alien sagt:

        Easy, Felix Thür hat die richtigen Frauen eben noch nicht kennen gelernt. Da entgeht ihm eine Welt.

        Hm. Genauer bedacht, ist es wohl besser, er lernt die richtigen Frauen gar nie kennen. Sonst will er ihnen nur einreden, sie seien nicht richtig.

  17. diva sagt:

    gestern kuckte ich mir auf «tagi-online» ein filmchen an, wo es um das zentrale, weltbewegende und mit nichts an wichtigkeit zu überbietenden thema ging, was frau diesen sommer für jeans tragen soll… da äusserten sich «hochkompetente fachrauen» (ich muss jetzt lachen!) darüber, was frau von welt diesen sommer trägt. es vielen begriffe wie «must have» und «gaaaaanz wichtig ist…»
    sorry, meine damen, aber wenn ich sowas sehe, dann wundert es mich überhaupt nicht, dass die frauen in unserer gesellschaft nachwievor nicht ernst genommen werden.

  18. Daniel Engel sagt:

    Ob Frau Müller-Möhl, welche nach dem Flugzeugabsturz ihres Gatten Ernst Müller-Möhl am 3. Mai 2000, eine Erbschaft von 700 Millionen Franken antreten konnte, als ideales Fallbeispiel und repräsentativ für die Aussage Ihres Artikels angesehen werden kann, sollte sich wohl jeder selber beantworten.

    • Karl von Bruk sagt:

      Ob Mueller-Moehl oder Schneider-Ammann, die Eigen”leistung” erschoepft sich in der geschickten Familiensippenhaftungs-Partnerwahl….

  19. Valérie Grandjean sagt:

    Diesen Blogbeitrag von Frau Binswanger finde ich sehr gut und sehr zutreffend. Trotz all dem ist aber der Titel des Beitrags “Es braucht nicht Frauen – sondern Mutterförderung” falsch: Es ist erwiesen, dass Frauen im “kritischen Alter” (ca. 25-45J.) häufig deswegen eine Stelle nicht bekommen, weil der Arbeitgeber befürchtet, sie könnten ja schwanger werden. Darum empfehle ich allen Frauen, den Zivilstand im CV wegzulassen, um überhaupt zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Ich kenne Frauen, die nur dank Weglassen “verheiratet, 2 Kinder” im CV überhaupt zum Gespräch eingeladen wurden.

    • pixel sagt:

      ich hatte mir auch schon überlegt, die Angabe des Kindes wegzulassen, als ich nach der Geburt einen Job gesucht habe. Dann jedoch fand ich, dass mein Arbeitgeber mich mit dieser Tatsache und wegen meiner Qualifikationen einstellen sollte. Denn es ist für mich ja in der Tat nicht realistisch, massive Ueberstunden zu machen. Ich wusste daher, dass die Gespräche die ich hatte auf einer ehrlichen Basis und mit Rücksicht auf diesen Umstand waren. Und davor? Verheiratet war ich nicht und Kinder hatte ich auch keine. Was in den Köpfen geschieht hat nichts mit der Angabe im CV zu tun.

      • Katharina sagt:

        ein Arbeitgeber sollte eigentlich nicht fragen dürfen, ob jemand verheiratet oder in Partnerschaft lebt oder ob Kinder da sind. das geht den Arbeitgeber betreffend Job Anwärter gar nichts an. genau wie auch das Alter in jener Phase den Arbeitgeber nichts angeht. auch fragen nach Religion oder politischer Einstellung gehen den Arbeitgeber nichts an.

      • O. S. sagt:

        Hier in Europa hat der Bürger der Obrigkeit gegenüber gläsern zu sein, Katharina. Traurig, aber wahr.

      • Blitz Blank sagt:

        Darum darf man solche unerlaubten Fragen auch nicht wahrheitsgemäss beantworten.

      • Sportpapi sagt:

        @Pixel: Also ich würde eher eine 35jährige Frau mit zwei Kindern anstellen, als einen jungen Mann, der immer auf dem Sprung ist, oder eine junge Frau, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit noch schwanger wird, und von ihren Plänen im Interview sicher nichts (wahres) erzählen wird. Das weiss man doch, was man hat.
        @Katharina: Wenn es die Arbeitsleistung, die Flexibiltät, die Bereitschaft zu Überstunden etc nicht beeinträchtigt, sollte ein Arbeitgeber wirklich nicht fragen dürfen…
        @Blitz: Super. Und sich dann über einen “Generalverdacht” wundern…

      • Blitz Blank sagt:

        @Sportpapi

        Ich sagen nur, wie die rechtliche Situation ist.
        Natürlich kann man auf sein Recht verzichten, wenn man denn will.

      • Sportpapi sagt:

        @Blitz: Man kann auch seine Rechte wahrnehmen, immer, jederzeit. Und sich dann wundern, dass dies halt Konsequenzen hat.

      • Katharina sagt:

        “die Bereitschaft zu Überstunden” – es ist an der Zeit, dass die arbeitsrechtlich definierten Maximalzeiten wieder eingehalten werden. das wird ja aufgeweicht auf biegen und brechen. das ist sehr schlecht und die Produktivität sackt nach etwa 8 1/2 Stunden Tagesarbeitszeit massiv ab und die Fehleranfälligkeit steigt rapide an. idiotisch was da durchgeboxt wird.

      • Ursula Bourgeois sagt:

        Liebe Katharina, wenn dann aber die Kinder krank sind, hat die Mutter das Recht, pro Kind und Krankheit 3 Tage bezahlt zu Hause zu bleiben; das geht dann wohl den Arbeitgeber nichts an? Und wohl auch die Nicht-Kinder-Betreuenden Kollegen auch nicht, die dann mehr arbeiten müssen? (Und Krippenkinder sind bekanntlich recht häufig krank).

      • Katharina sagt:

        Ursula, es geht darum, in der Bewerbung Diskriminierung zu verhindern. Sei dies Alter, Religion, Geschlecht, Familienstand usw.. Also sollen gewisse Fragen nicht gestellt werden.

        Das von Ihnen genannte Beispiel ist ja auch auf eine langjährige Mitarbeiterin anwendbar, die nun Kinder hat. oder einen langjährigen Mitarbeiter. werden Betreuungsaufgaben paritätisch übernommen, dann ist ja jeder Mann auch ein ‘unternehmerisches Risiko’.

      • Katharina sagt:

        Eine Antwort wartet. keine Ahnung welches Wort nun denn schon wieder sein soll. ärgerlich.

      • Pixel sagt:

        @sportpapi: ja, ich sehe das genauso. Aber das Gros der Arbeitgeber eben leider nicht. Ferner gibt es mittlerweile auf eine stellenausschreibung so viele Kandidaten mit ziemlich treffenden Profilen, sodass man dann auch noch auf andere ausweichen kann als die von Ihnen genannten.
        @katharIna: natürlich im Grundsatz hast Du absolut recht. Fakt jedoch ist, dass in bestimmten Branchen der Takt ein anderer ist und die Tendenz auch und zu letzterem ein Beispiel: ich verdiene jetzt ungefähr 10% mehr in meinem Beruf als vor rund 7-8 Jahren. Meint man auf den ersten Blick. Dann aber stelle ich fest//

      • Pixel sagt:

        //mittlerweile sind 5 Wochen Ferien kein Selbstverständnis mehr, die wöchentliche Arbeitszeit wird auf 42.5 oder 43 stunden von ehemals gönnerhaften 40 hochgesetzt oder mit Gehalt abgeglichen, einige Feiertage sind nicht mehr die die sie früher mal waren (knabenschiessen oder sechseläuten in ZH) und das 13. Gehalt wird gerne entweder ganz gekürzt oder nach Gewinn ausbezahlt. Kurz: die Arbeitgeber berufen sich immer mehr auf das Minimum und somit die Gesetzesgrundlage. Fakt ist, unterm Strich verdiene ich weniger als vor 7 Jahren. Und jetzt reden wir nochmals über den realistischen Arbeitsmarkt

    • Hansli sagt:

      ist nicht unbedingt ein Nachteil. Den jemand mit Kinder hat für den Arbeitgeber auch Vorteile ob Frau oder Mann. Derjenige wird sicher nicht so leicht wieder abspringen

  20. max sagt:

    … wartet seit 5. Mai 2012 um 12:28 auf Freischaltung.

    Was an dieser Schaltung frei sein soll, weiss der Knecht.

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