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Mamablog-Redaktion am Freitag den 4. Mai 2012

Es braucht nicht Frauen – sondern Mutterförderung

Eine Carte Blanche von Michèle Binswanger*.

SCHWEIZ CAROLINA MUELLER-MOEHL

Wenn die gesellschaftlichen Strukturen Familie und Karriere nicht von vornherein ausschliessen würden, gäbe es sicher mehr Frauen wie die Unternehmerin Carolina Müller-Möhl. (Bild: Keystone)

Ich weiss nicht genau, was unsere Justizministerin sich überlegt hat, als sie am Tag der Arbeit die Zuwanderungsfrage mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verknüpfte. Doch Frauenförderung als Einwanderungsprävention zu verkaufen, um das Migrationsthema ein bisschen zu bewirtschaften, ist in dieser Frage definitiv der falsche Weg und führt, wie sich inzwischen gezeigt hat, zu unnötigen Stellvertreterdebatten über schlecht integrierte ausländische Spitzenkräfte. Sollten denn nicht die Leute Spitzenpositionen besetzen, die am besten qualifiziert sind, ungeachtet dessen, ob es sich um einen Mann, eine Frau, einen Türken oder einen Deutschen handelt? Was direkt zur Frage führt, warum die gut ausgebildeten Schweizerinnen in den Führungsspitzen immer noch untervertreten sind. Könnte es daran liegen, dass wir uns viele Gedanken darüber machen, wie man Frauen fördert aber keine darüber, dass nicht das Geschlecht, sondern die Mutterschaft Frauen aus dem Arbeitsleben reisst? Könnte es daran liegen, dass sich viele Unternehmer sagen, die einzelne Mutter sei nicht das Problem, sondern erst die Masse der Mütter, da zu teuer?

Es gibt ein paar Tatsachen, denen wir uns stellen müssen. Frauen haben heute die gleichen Chancen im Arbeitsleben, wie die Männer. Bis sie Kinder bekommen. Ebenfalls eine Tatsache ist, dass die meisten Frauen Kinder wollen und dass dies der Grund ist, warum sie im Arbeitsleben zurückstecken. Frauen haben also die Wahl, entweder auf Kinder oder auf die Karriere zu verzichten. Wenn der Staat aber beides will, nämlich die gut qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte und die Kinder, dann müssen die Strukturen angepasst werden – für Männer wie für Frauen. Und zwar sowohl in den Unternehmen, wie auch in den Familien. Und das heisst: vor allem in den Köpfen.

Auf diese Forderungen folgt meistens eine hoch moralische Diskussion. Dass Kinder zu haben doch etwas Wunderbares sei und man den Frauen das bitte nicht schlechtreden solle. Und man ihnen gefälligst auch nicht vorschreiben solle, wie sie ihre Mutterschaft zu leben hätten. Es ist das Kristina-Schröder-Argument: Wir sind längst emanzipiert, gebt doch endlich Ruhe. Mag sein – aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Wirtschaftlich gesehen gibt es nämlich nur zwei Lösungen: keine Frauen mehr auszubilden, weil sich das letztlich nicht lohnt. Oder die Strukturen zu ändern und zu schauen, ob sich dann vielleicht nicht doch mehr Frauen wie Carolina Müller-Möhl oder Andrea Degen und viele andere finden, die ebenso verantwortungsbewusste Mütter wie Unternehmerinnen sind. Auch wenn ihnen das Thema zum Hals raus hängt, weil immer nur sie die Vereinbarkeitsfrage beantworten müssen – und nicht ihre Männer.

Ich behaupte, dass Frauen ihre Mutterschaft liebend gern auch anders leben würden, wenn die Rahmenbedingungen von Anfang an anders wären. Wenn Familie und Karriere sich nicht von vornherein ausschliessen würde, wenn nicht sofort als Ego-Mutter verschrien würde, wer die Kosten des Nachwuchses auf alle Beteiligten verteilen will.

Es geht eben genau nicht darum, dass es jetzt noch mehr Leistung braucht und deshalb die armen Kinder zu Hause verwaisen, sondern die Bewegung muss in beide Richtungen stattfinden. Es muss selbstverständlich werden, dass Mütter ihre Ambitionen nicht mit der Niederkunft begraben. Und ebenso muss klar werden, dass auch hochqualifizierte Väter sich um die Familie kümmern und Zeit darin investieren.

Natürlich gibt es Stimmen, die sagen, das würde nichts bringen. Das Bildungsprofil von Frauen entspreche oft nicht den Qualifikationsanforderungen jener Branchen, die dann ausländische Spitzenkräfte anheuern, sagte der Ökonom Beat Kappeler dem «Tages-Anzeiger». Als ob die Frauen von Natur aus zum Dienstleistungssektor neigen. Aber vielleicht drängen die Schweizer Frauen ja auch deshalb mehr in soziale als in ökonomische Fächer, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dort eher gegeben ist?

Will man mit Frauenförderung Ernst machen, braucht es mehr als bloss Krippenplätze. Es braucht ein gründliches Umdenken in der Wirtschaft. Es braucht Arbeitszeiten und Karrierestrukturen, die den Bedürfnissen von Familien angepasst werden. Es braucht steuerliche Anreize, damit es attraktiv wird, auch nach der Geburt im Job zu bleiben – und man den Teilzeitlohn nicht gleich wieder an Krippe und Staat abgeben muss. Es braucht einen anständigen Vaterschaftsurlaub, der Vätern ermöglicht, unter gleichen Bedingungen in ihre Vaterschaft zu starten. Darüber hinaus würde ein solcher die Frauen vom Stigma befreien, dass nur sie zum Kostenfaktor werden, wenn sie eine Familie gründen. Und vor allem braucht es die Einsicht, dass arbeitende Mütter keine Rabenmütter und Teilzeiter-Väter keine Weicheier sind.

Nicht zuletzt braucht es Ausbildungs- und Networking-Programme für Mütter, damit diese lernen, dass es viele verschiedene Wege gibt, Kind und Karriere zu vereinen. Und Zuversicht fassen, dass sie das nicht nur können, sondern ihnen das auch zusteht. Denn so lange es einfacher ist Männer zu finden, die den Frauen den Job zutrauen, als Frauen, die sich selbst einer solchen Position gewachsen fühlen, wird das nichts mit der Frauenförderung.

michele150x150 Kopie*Michèle Binswanger ist Autorin, Redaktorin, Mutter zweier Kinder und Mamabloggerin der ersten Stunde. Sie hat gerade ihr erstes Buch zusammen mit Nicole Althaus veröffentlicht: «Macho Mamas – Warum Frauen im Job mehr wollen sollen.» Nagel & Kimche, 176 Seiten, 25.90 sFR

746 Kommentare zu „Es braucht nicht Frauen – sondern Mutterförderung“

  1. Chris Östman-Wenger sagt:

    Frauen haben NICHT die gleichen Chancen im Arbeitsleben – in der CH.. Hier bei uns in Schweden überwiegen die Frauen in vielen Bereichen. Die Löhne sind fast ebenbürtig. Mütter benützen unsere gut ausgebauten “Kinderkrippen”. Schulpflichtige Kinder können gegen einen geringen Betrag nach der Schule die “Freizeitschle” besuchen. Pädagogisch, spielerisch und erziehend. Mein Grosskind liebt die “Freizeitschule”. Etwas für die CH?

    • Widerspenstige sagt:

      Das ist hochinteressant, was Sie von Schweden zu berichten haben, liebe Chris.

      Wie lange bleibt die Mutter durchschnittlich direkt nach der Geburt Zuhause?
      Wie lange dauert der Mutter-/Vaterschaftsurlaub?
      Wie hoch ist der Staatsbeitrag für den Lohnausfall während diesem Urlaub oder wie geregelt?
      Werden im Durchschnitt die Stellen offen gelassen für die Rückkehr ins Arbeitsleben u wenn ja, wie lange?
      Sind immer noch alle Geschäfte ab 16.00h geschlossen dh. kürzere Arbeitszeiten als in CH?

      Ich weiss, ein wenig viele Fragen…aber bitte…es wäre wichtig um deren Beantwortung. Danke!

      • Ginola sagt:

        Widerspenstige

        off-topic. Ich haben deinen Post bei der “Fussball-Debatte” dann noch beantwortet. Deine Replik würde mich selbstverstädnlich interessieren… :)

      • Widerspenstige sagt:

        Oh, Ginola, danke für Deinen Hinweis..ich suche noch, wo das war und antworte Dir dann gerne. :-)

    • Frank Baum sagt:

      @Chris: Die staatliche Sozialisierung des Menschen könnt Ihr behalten. Das ist nichts für ein freies Land.

      • Widerspenstige sagt:

        Frei ist ein dehnbarer Begriff, gellen Sie Herr Baum. Kommt ganz darauf an, auf welcher Seite man diese FREIHEIT geniessen darf.

        Ähm, Chris…noch eine etwas philosophische Frage hätte ich da gerade noch:

        Sind die Schweden im Grossen und Ganzen zufrieden mit der staatlichen Unterstützung oder verfluchen sie diese eher? Wäre grad noch schön zu lesen für Leute wie Frank Baum…

      • Lorenz Häfeli sagt:

        @Frank Baum: Das war ein ganz intelligenter Einwand. Wow! Sie sind ein echter CHer der alten Rütlischwur-Generation. Bei ihnen merkt man wie sie Tugenden wie Freiheit, Knickebocken, Mist an den Schuhen, Frau am Herd und im Bett, usw., hochhalten. Gratuliere. Ich beneide sie um Ihre Lebenseinstellung!

      • Frank Baum sagt:

        @Häfeli: Mir ist die perönliche Freiheit doch noch ein wichtiger Wert. Die Sozialisten möchten gerne aus allem einen Einheitsbrei machen. Das möchte ich nicht. Genausowenig finde ich die Sozialisierung des Menschen, wie sie früher in totalitären Staaten und heute noch in Schweden praktiziert wird, etwas Wünschenswertes. Die Schweden hatten in ihrem System massive Skandale mit Kindsmissbrauch und Selbstmordraten bei Kindern. Wollen unsere Sozis natürlich nicht wahr haben.

      • tststs sagt:

        @Hr. Baum: es ist wieder einmal Zeit für Janis “Freedom is just another word for nothing less to lose”
        Und, hüstelhüstel, gerade als CHler sollte man, was Suizid bei Kindern und Jugendlichen betrifft, eher ruhig sein…

      • Lorenz Häfeli sagt:

        @Baum: Wir wissen doch alle, dass es in unserer Staatsform (egal ob sozialistisch, kommunistisch, demokratisch) gar keine persönliche Freiheit gibt. Die einzige Freiheit die sie haben ist zu wählen was und in welcher Form sie konsumieren wollen. Sogar für den einzigen Garant frei zu sein, nämlich Landbesitz um sich ernähren zu können, kommt man nur heran, wenn man bezahlt. Und wenn es schon so ist, dass man nur mit Geld die existenzsichernden Dinge bekommt, will ich ein Aufsichtsorgan welches überwacht, dass wir nich plötzlich wieder Landvögte bei uns haben, welche Freiheit sagen & Geld meinen

      • tststs sagt:

        Fast, Hr. Häfeli, fast. Wenn es zB Coop nicht in den Kram passt, wird einfach was mal für eine Zeit aus dem Sortiment genommen… die Ironie daran? Ein Grossteil der Konsumenten applaudiert auch noch…

      • Erich sagt:

        @Lorenz Häfeli “…will ich ein Aufsichtsorgan, …” Und wenn sich dieses Aufsichtsorgan selber als Landvogt aufzuspielen beginnt? Dürrenmatt hat mal die CH als Gefängnis bezeichnet, wo die Gefangenen selber die Wärter wählen (www.youtube.com/watch?v=yKRJzIK4yEU
        ). Das wäre dann Ihre Definition von Freiheit.

      • tststs sagt:

        Hihi, Erich, und ich finde gerade DAS, das tolle in der Schweiz: “Der Staat” ist nicht irgend ein unbekannter Apparat, sondern es sind wir alle selber, aktiv oder als Wähler, und tatsächlich, das ist für mich eine Art von Freiheit!
        Und übrigens, die Staatsform ohne Wächter nennt sich Anarchie… ist das Ihre Definition von Freiheit?
        ;-)

      • Frank Baum sagt:

        @tststs: Hiess es nicht “Freedom is just another word for nothing else to lose”? Die Definition wird vor allem von Zynikern aufgeführt, die sich vor der Selbstverantwortung drücken. Mir ist die persönliche Freiheit wichtig. Ich verstehe auch, dass dies mit Selbstverantwortung einhergeht und Risiken birgt. Einige wünschen sich die Vollkasko-Gesellschaft mit BGE und Einheitsbrei für alle. Einige explodieren vor Neid, wenn sie zusehen, wie andere Leute etwas aus ihrem Leben machen. Ich nehme lieber die Risiken in Kauf, die mit der persönlichen Freiheit einher gehen.

      • Erich sagt:

        tsts: Ja, dann gehen Sie mal auf ein Amt (ich würde mal mit dem Bauamt beginnen, aber eigentlich kommt’s nicth drauf an, welches) und sehen Sie mal, wie effizient und kundenfreundlich ihr “sind wir alle” sich aufspielt. Was ich sagen wollte: Ganz so naiv sollten viele nicht alles “dem Staat” überlassen wollen. Die Griechen haben’s auch probiert.

      • Lorenz Häfeli sagt:

        @Erich: Wir können dieses Trötzligespräch bis zum Abend weiterführen. Ist mir schon klar, dass Ihre Argumentation & die von Baum, darauf hinausläuft, kein Aufsichtsorgan zu haben, also keine Gesetzgebeung die kontrolliert. Sondern die totale wirtschafl. Freiheit. Der Mächtige übernimmt die Kontrolle und die Anderen dürfen bei kargem Lohn, im Licht der Petroleumlampen, im Estrichsaal der Spinnerei 18 Stunden/Tag schuften. Wenn dann plötzlich pol. Ideen wie die der Kommunisten, oder relig. Anschauungen wie die der Verpackungskünstler, Auftrieb erhalten, ist man ganz erstaunt.

      • Frank Baum sagt:

        @Lorenz Häfeli: Es gibt sowieso keine Freiheit? Na, das ist auch ein einfacher Weg, sich von jeglicher Verantwortung frei zu sprechen. Wenn denn das Wirtschaftssystem egal ist, wie Sie schreiben, wieso wandern denn so viele Menschen aus den Ländern aus, wo der Kommunismus herrscht? Wieso baute eine DDR eine Mauer, um die Menschen vom Auswandern abzuhalten und die USA einen Zaun, um die Menschen vom Einwandern abzuhalten?

      • tststs sagt:

        Tja Erich, wie man in den Schalter hineinschreit, so hallt es zurück… ich finde im Grossen und Ganzen läuft es bei uns gut, Verbesserungspotential gibt es überall… einige Dinge sind im Ausland vllt besser, aber Vielesvieles auch bedeutend schlechter, sprich mühsamer…
        @Hr. Baum: Sie leben aber nicht auf einer Insel, wo Sie tatsächlich nur für sich selber eine Verantwortung haben, Sie leben in einer Gesellschaft, und mit Rechten in dieser Gesellschaft kommen automatisch Pflichten… also nix mit totaler Freiheit…
        und es heisst natürlich “left to lose”… sorry

      • Frank Baum sagt:

        @tststs: Man sagt zwar “every man is an island”, aber klar: wir leben in einer Gesellschaft, gehen dazu Zwänge ein und sind solidarisch. Die Frage ist nur: wie weit gehen wir da und steht das Individuum im Vordergrund oder irgendeine Ideologie, den Leuten eine Lebensart aufzwingen zu wollen. Dahingehend gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen den Schweden und uns. Ich verstehe den Charme des schwedischen Einheitsbreis, aber mir ist unsere persönliche Freiheit viel lieber. Wichtig ist aber: Es ist eine Frage der Freiheit – vor allem des Masses an Freiheit.

      • Lorenz Häfeli sagt:

        @Baum: Typisch wenn solche Leute wie nicht mehr weiter wissen, fangen sie an über die DDR zu reden. Das Wort Stalin hat gefehlt! Nun denn, lass ich mich noch einmal auf dieses simple Gespräch ein: Der Kommunismus interessiert mich nicht! Ich bin für den Kapitalismus. Einen gesunden Kapitalismus. Es darf Millionäre geben – kein Problem. Aber solche Leute wie Sie, müssen gleichzeitig unter der Knute gehalten werden. Denn sie würden Leute wie geschildert unter miesen Bedingungen arbeiten lassen, oder ‘ortsübliche’ Wuchermieten von Wohnabhängigen verlangen, nur um etwas schneller reich zu werden..

      • tststs sagt:

        Hihi, ich kenns als “no man’s an island”…
        Und die Frage müsste heissen: Steht das Individuum im Vordergrund oder die Gesellschaft…

      • Frank Baum sagt:

        @Häfeli: Den Kommunismus hatten Sie ins Spiel gebracht – zusammen mit Ihrem Zynismus, dass die Freiheit ja ohnehin piepsegal sei. Als Querulant wären Sie wohl der erste, der abhauen würde, wenn wir wirklich die totalitären Massnahmen einführen würden, die Sie sich da wünschen. Wo wollen Sie denn den Strich ziehen, wenn Sie die Millionäre zwar gut finden (alle zu verteufeln käme ja nicht gut an) aber Leute wie mich unter der Knute halten wollen? Abgeshen von der Tatsache, dass wir anderer Meinung sind, haben Sie ja keine Ahnung, wer ich bin.

      • Erich sagt:

        Nein, Lorenz Häfeli, es geht nicht um schwarz oder weiss, sondern um den Grad der Delegation und die Tatsache, wer denn eine Angelegenheit besser erledigt. Es geht darum zu erkennen, dass die Delegation elementarer Verantwortlichkeiten an ein Organ einhergeht mit dem Verlust an Selbstverantwortung, Eigenkontrolle, Identifikation etc. Weder das eine noch das andere Extrem ist wünschenswert und die verbissene Heiligsprechung ebenso.

      • tststs sagt:

        “Es geht darum zu erkennen, dass die Delegation elementarer Verantwortlichkeiten an ein Organ einhergeht mit dem Verlust an Selbstverantwortung, Eigenkontrolle, Identifikation etc.”
        Sind Sie da so sicher? Wo verliere ich meine Selbstveranwortung, wenn ich mein Kind in die Krippe gebe? Und verliere ich dieselbe Selbstverantwortung, wenn ich sie in die Schule schicke?
        Wie oft gebe ich am Tag meine Selbstverantwortung aus den Händen? Wenn ich Regal blindlings nach einem Brot greife? Wenn ich am Rotlicht stehen bleiben? Irgendwann endet die Selbstverantwortung bei der Beherrschung gewisser Körperfunktionen…

      • alien sagt:

        Frank Baum, lassen Sie es mich hier deutsch und deutlich sagen: Ihr Zerrbild vom Sozialismus (oder besser: der Sozialdemokratie) ist eine rufschädigende Verunglimpfung, die nicht wahr wird, wenn man sie wiederholt wiederholt. Das musste gesagt sein, weil Unentschiedene sonst vielleicht auf die Idee kommen, dass Sie das Selbstverständnis des Linken wiedergeben.

      • Katharina sagt:

        “die Frage müsste heissen: Steht das Individuum im Vordergrund oder die Gesellschaft?”

        ganz klar das Individuum.

      • Widerspenstige sagt:

        :D

      • Widerspenstige sagt:

        Danke für diesen griffigen Klartext, Lorenz! Eine echte Wohltat, solche Argumente zu lesen.

        Aber Du bist für den ‘gesunden’ Kapitalismus mit all seinen negativen Auswirkungen?

      • Frank Baum sagt:

        @alien: Wo habe ich den Sozialismus verunglimpft? anstatt einfach zu schimpfen, verweisen Sie auf ein Posting von mir, wo ich den Sozialismus verunglimpft habe. Wenn ich etwas falsches über den Sozialismus geschrieben haben sollte und damit jemandem beleidigt haben sollte, dann nehme ich das gerne zurück.

    • maia sagt:

      Ob die SchweizerInnen dann auch so erfreut wären über die gleich hohen Steuern wie in Schweden? Es hat hier schon jemand geschrieben: Da bleibt dann keine Wahlfreiheit mehr. Es müssen beide Elternteile arbeiten gehen weil mehr als die Hälfte des Einkommens für Steuern wegfallen.
      und die Geschäfte ab 16.00 h geschlossen? Wie Wiederspenstige schreibt? Das find ich super, aber ob das die SchweizerInnen super finden? Wo sie doch immer längere und längere Landenöffnungszeiten wünschen.

      • Schwedin sagt:

        Ach quatsch, in Schweden sind die Läden ganz normal geöffnet.. Lebensmittelläden haben sogar (viel) länger offen als die Geschäfte in der CH.
        Elternurlaub: 18 Monate,wovon je 3 Monate nur von der Mutter bzw. nur vom Vatter bezogen wird. Die restliche Zeit kann nach freien wünschen aufgeteilt werden. (genauer: 480 Tage die bezogen werden können bis das Kind 8 Jahre alt ist).
        Natürlich wird die Stelle freigehalten, dass ist im Gesetz verankert.
        Noch nie habe ich was von Skandalen wegen Kindsmissbrauch und höheren Selbstmordraten bei Kindern in Schweden gehört, bitte halten sie sich an Fakten!

      • Frank Baum sagt:

        Die Fakten zu den Suiziden finden Sie bei der WHO. Zu Schweden: Was einem auffällt ist die schlechte Arbeitsmoral: miesrabler Service in Hotels, Restaurants oder Flughafen und eine Einstellung in Grossbetrieben, die der Arbeitsverweigerung nahe kommt. Insgesamt: Null Ehrgeiz, null Pepp.

      • Valeria sagt:

        Herr Baum, Sie haben sich da wohl verschrieben. Sie meinen Schweiz, nicht Schweden… :-) Das Gros der Schweizer Gastronomen tut sich jetzt nicht gerade mit besonders viel “Pepp” hervor. Und von der Arbeitsmoral in Schweizer Ämtern (Ausnahmen bestätigen die Regel) möchte ich jetzt nicht anfangen. Es mänschelet halt überall.

      • Valeria sagt:

        http://www.who.int/mental_health/media/swit.pdf
        http://www.who.int/mental_health/media/swed.pdf

        Es tut mir leid, Herr Baum. Aber bezüglich der Suizid-Theorie sprechen die Fakten eine andere Sprache… Und interessanterweise scheinen die Schweden im Alter massiv weniger suizidal zu sein wie die Schweizer.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Schweizer Gastronomie, auch so ein trübes Kapitel! Es gibt viel zu viele Beizen, die nur noch die Mikrowelle beschäftigen, bestenfalls mal einen Salat frisch machen – natürlich an einer Fertigsauce – und ansonsten nur Beutel aufschneiden. Dafür werden aber trotzdem stinkfrech Preise verlangt, als würde richtig gekocht. Solches ‘Essen’ spare ich mir! Wenn ich auswärts essen muss, dann entweder etwas Schnelles beim Grossverteiler, essbar bis nicht schlecht und günstig, oder dann richtig fein, frisch gekocht, mit guten Zutaten. Alles dazwischen kann man vergessen, es ist den Preis nicht wert.

      • Pixel sagt:

        @valeria: genau das lag mir auch auf der Zunge! In der Schweizer Dienstleistungsbranche von Pepp zu sprechen ist pure Ironie! :-) @frank Baum: dass Ihnen die persönliche Freiheit SEHR wichtig ist, haben Sie nun oft genug betont, um nicht fast schon zu sagen, Sie haben sich wiederholt. Sehen Sie, die Sache ist die: wenn man anfängt so zu denken, dann kommt man nirgendwohin. Soll ich mich aufregen, dass ich immer höhere Krankenkassenbeiträge bezahlen muss und selbst noch nie davon Anspruch nehmen musste? (hier konkret bin ich sehr froh, dass es so ist!) Mit so einer Denke ist alles unfair und //

      • Pixel sagt:

        // ungerecht. Man wird für sich ständig den Eindruck haben dass man mehr gibt als man nimmt. Aber Frank wissen Sie, das ist das Gesetz des ZUSAMMENLEBENS mit Menschen. Wo man haben möchte, muss man auch bereit sein und in Kauf nehmen, dass man irgendwo gibt. Am meisten Freiheit haben Sie übrigens auf einer einsamen und unbewohnten Insel.

      • Frank Baum sagt:

        @Pixel: Dass miur die persönliche Freiheit wichtig ist, haben Sie ja offensichtklich verstanden. Dass es Ihnen nichts bedeutet, scheint auch klar zu sein. Es ist auch klar – aber dieser feine Unterschied ist den Linken eben fremd – dass es eine Frage des Masses ist. Wir leben zusammen und zeigen uns solidarisch, z.B. bei den Krankenkassen oder der IV. Wir wissen, dass dies vielen Menschen hilft aber auch von anderen ausgenutzt wird. Was auch klar ist: je mehr wir lediglich umverteilen, umso weniger Eigeninitiative gibt es. Das ist natürlich denen egal, die sowieso nie Initiative ergreifen.

      • Frank Baum sagt:

        Auch in der Schweiz ist nicht alles perfeckt, aber meine Erfahrungen in der Schweizer Gastronomie sind durchaus gut. Das gleiche gilt auch für Fluhafen, Ämter, usw. – vor allem im Vergleich mit anderen Ländern. Man sieht vor allem auch in der Privatindustrie, dass sich die Leute in ihrer Arbeit einbringen. Natürlich gibt es die linken Trittbrettfahrer auch bei uns, aber eben deutlich weniger. Das sieht in Schweden anders aus.

      • Widerspenstige sagt:

        Tack Schwedin! Also 18 Monate Elternurlaub, die individuell bezogen werden dürfen, bis das Kind 8 Jahre alt ist. Wow!!

        Und DIE STELLE wird per GESETZ freigehalten – das nenne ich menschlich! Das lässt wohl Leute wie Frank Baum verstummen und darüber mal nachdenken…

      • Frank Baum sagt:

        @Widerspenstige: Auch wenn es den Linken ein Dorn im Auge ist: Im Gegensatz zu Schweden haben wir Meinungsfreiheit in der Schweiz (wir leben eben noch in einem freien Land). Deswegen sehe ich keinen Anlass zu verstummen und fordere das auch bei Ihnen nicht ein. Eine Stelle für 18 Monate frei halten, ist sehr nett, aber wirtschaftlich quatsch. Für KMU’s ein massives Handycap.

      • Widerspenstige sagt:

        Frank, wieso können das die Schwedischen Arbeitgeber?? Sind diese einfach besser organisiert und wissen was es heisst, eine Familie zu haben und diese nicht als ‘Freizeit-Beschäftigung’ in die ‘Hobbyecke’ zu drängen? Diese sozialen Gesellschaften – hat überhaupt nichts mit DDR/Sozialismus zu tun!! – setzen sich für den Nächsten ein und wissen noch, wozu sie leben! Und was Sie da sagen wegen der Arbeitsmoral etc. in Schweden stimmt ganz einfach nicht! Zügeln Sie bitte Ihre Zunge, ok?!

      • Widerspenstige sagt:

        btw. Ich bin keine Linke, noch eine Rechte, sondern eine Selbständigerwerbende KMU, ok?! Ich habe aber nie vergessen was es heisst, angestellt zu sein und Vorgesetzte gehabt zu haben in einem Technologiekonzern. Unsere Angestellten wurden menschenwürdig behandelt, auch wenn die Margen nicht gerade das Gelbe vom Ei waren. Ich weiss genau, wovon ich rede hier, Herr Baum!

      • pixel sagt:

        @Frank: Falsch, persönliche Freiheit bedeutet mir auch sehr viel. Aber ich verbinde offensichtlich was anderes damit, als Sie. Es stimmt, dass so einiges eine Frage des Masses ist, da gebe ich Ihnen Recht. Ich bin mit so manchem nicht einverstanden, aber ich bin nur jemand von vielen. Und jeder von uns ist mit irgendwas nicht einverstanden. Dass unsere Demokratie nicht alles immer einfacher macht, dafür steht die Schweiz als Beispiel da. Wir sind die Ersten und die Besten, wenn es darum geht Sachverhalte totzureden und Entscheidungen zu fällen. Auch wenn die Demokratie an sich was wirklich //

      • pixel sagt:

        // Tolles ist. Wenn es nun um die Frage der Initiative geht, die Sie hier ansprechen, nun ja Frank, die Rechten (wenn Sie mich schon so mit dem grössten Selbstverständnis bei den Linken einordnen, erlaube ich mir das Umgekehrte auch zu tun), wo zeigen Sie denn die Initiativen ausser in der offensichtlichen Schubladisierung in “Ausländer”, “Schmarotzer” oder “Sozialismus”. Alles was anders denkt, ist sofort Links und somit per se schlecht.

      • Frank Baum sagt:

        @Widerspenstige: Die Schwedischen Unternehmen sind nicht besser organisiert als unsere. Sie müssen den Rahmenbedingungen aber Rechnung tragen und sind dadurch weniger effizient als die unseren. Das schlägt sich dann im Pro-Kopf-Einkommen nieder.

        Sie sind ja offensichtlich Unternehmerin. Also, wenn Sie Leute einstellen, wie sieht es dann aus? Stellen Sie dann die Leute ein, arbeiten sie ein paar Wochen ein, nur, dass sie dann 18 Monate Urlaub machen und wieder zurück kommen? Was machen Sie in der Zwischenzeit? Natürlich: alles lösbar aber eben es macht die Sache schwieriger.

      • Frank Baum sagt:

        @Widerspenstige: Schweden und DDR. Schweden hat vieles mit den ehemaligen totalitären Systemen in Osteuropa gemeinsam. Die ganze Kindererziehung wurde ja in Schweden mit den gleichen Argumenten und Zielen eingerichtet wie seinerzeit in der DDR. Und das ist eben auch der Punkt: es geht nicht darum, dass man die Kinder in die Kinderkrippe schicken kann sondern dass man sie schicken muss – nicht per Gesetz sondern durch das Steuersystem. Alles andere ist de Fakto nicht möglich. Die Sache hat natürlich seinen Charme aber auch seine Kehrseite: es geht nur mit dem entsprechenden Zwang.

      • sepp z. sagt:

        “18 monate elternurlaub, die stelle wird per gesetz freigehalten”.
        man mag das gut oder schlecht finden.
        aus kmu-seite möchte ich auf probleme von solchen recht weitgehenden vorschriften hinweisen: ein kmu weiss selten, wieviel/welche aufträge er in 18 monaten hat. in der schweiz ist es heute (noch) möglich, mit sehr wenig startkapital für jedermann eine kmu zu starten (je nach branche). kürzliche besuche in nordischen und britischen staaten haben mir gezeigt, dass dort diese möglichkeit selten noch vorhanden sind, weil dermassen viele regulationen vorhanden sind, die ein unternehmen unter…

      • sepp z. sagt:

        …einer gewissen betriebsgrösse gar nicht mehr tragen kann. regulationen heisst etwa auch haftungen, die ein unternehmen für alle möglichen (und oft lächerlichen) eventualitäten übernehmen muss. als konsequenz sind in gewissen branchen (handwerk, ingenieurwesen, technik, kreativbranche) die kmu schlicht weggestorben, grosse oft internationale player dominieren. vielleicht ist das ja gar das ziel gewisser politiker, lobbyisten und kommentatoren hier.
        -
        unbedarft wird oft nach regulationen gerufen, welche für grosse firmen sinn machen mögen – für kmu sind sie schlicht gift.

      • Frank Baum sagt:

        @pixel: Unter Freiheit versteht jeder etwas anderes. Das ist richtig. Jede Entscheidung, wie wir unser Gemeinwesen gestalten, beeinflusst die persönliche Freiheit. Es ist klar, dass wir unsere Freiheit da einschränken müssen, wo wir die Interessen anderer beeinträchtigen. Ebenso sind wir zur Solidarität verpflichtet. Hier gibt es aber Grenzen. Solidarität: JA, aber Verteufeln oder Verunmöglichen von Erfolg: NEIN. Menschen Möglichkeiten bieten: JA. Menschen einen Lebenswandel aufzwängen: NEIN.

        Mit Initiative meine ich die unternehmerische Möglichkeit, etwas aus sich zu machen.

      • Pixel sagt:

        @frank: Sie sprechen hier sehr viele Dinge an, die ich so befürworten kann und auch für mich so einordne. Den allermeisten Punkten stimme ich somit zu. Einzig unklar bleibt mir hier die Verbindung zur Einschränkung von Erfolg und dem Aufzwingen eines bestimmten Lebenswandels. Das muss irgendwo mit einer persönlichen Geschichte von Ihnen zu tun haben, damit so eine Argumentarium herangezogen wird. Ebenso was die von Ihnen genannte Initiative betrifft. Ich seh hier überhaupt keine Korrelation.

      • Frank Baum sagt:

        @Pixel: Ich habe keinen direkten Zusammenhang zwischen “Erfolg” und “Aufzwingen eines Lebensstils” herstellen wollen. ich wollte zwei Dimensionen aufzeigen, entlang derer wir uns in unser Gesellschaft jeweils für mehr oder weniger individueller Freiheit entscheiden können (”Solidarität” und “Empowerment”). Die beiden haben aber nicht zwingend etwas miteinander zu tun. Man kann eher sagen, dass je weiter man sich entlang “Solidarität” bewegt (und somit in Richtung “Verteufeln von Erfolg”), um so eher geht man in Sachen “Empowerment” zu “Aufzwingen eines Lebensstils”.

      • Sportpapi sagt:

        @Widerspenstige: In deinem KMU bist du ja frei, selber zu entscheiden. Kannst du deinen Mitarbeiter/innen 18 Monate eine Stelle reservieren, ohne dass du weisst, dass sie wirklich zurückkehren? Wie machst du das? Und was machst du in der Zwischenzeit mit der anfallenden Arbeit?

      • Widerspenstige sagt:

        Sportpapi, bitte lesen was da steht bei Schwedin und meinem Fettgedruckten, ok? Dann erübrigt sich deine Frage, denn es können gestaffelt bis das Kind 8 Jahre alt im Gesamten 18 Monate eingesetzt werden. Das ist zu verkraften von Arbeitnehmer- wie von Arbeitgeberseite. Das ist eine Sache der Organisation, Disziplin und Effizienz von beiden Parteien. Aber noch sind wir Lichtjahre hier in CH von einem solchen Gesetz und Elternurlaub von 18 Monaten entfernt.

        Hier könnte das bGE Abhilfe schaffen und wird es wohl auch bereits sein in Form der komplexen Steuerpraxis in Skandinavien.

      • Sportpapi sagt:

        @Widerspenstige: Dei Staffelung ist aber völlig freiwillig. Individuell heisst, dass der Arbeitnehmer entscheidet, wann er gehen will. Und er/sie wird es wohl eher schnell machen. Denn die Kinder “brauchen” die Eltern doch vor allem in den ersten 2-3 Jahren intensiv. Und sollte er/sie mal noch die Stelle wechseln wollen, wäre das ein ziemliches Hindernis. Also ganz so einfach ist es nicht. Und BGE, wieder: Was hat das damit zu tun? Das bringt nur Geld, hilft aber ansonsten nicht weiter.

  2. tststs sagt:

    Ich habe nur eine Kritik am Text: Es geht in den allerseltensten Fällen um die Vereinbarkeit von KARRIERE und Kindern/Familie. Die meisten Frauen schlagen sich schon damit herum, ARBEIT und Kinder unter einen Hut zu bringen… aber da stehen die meisten noch nicht einmal auf dem ersten Tritt der Karriereleiter!

    • marie sagt:

      genau! und meine zweite kritik: der text tendiert mütter gegen nicht-mütter gegeneinander auszuspielen. was ich noch ätzender finde.

    • Marcel Z. sagt:

      Treffer, tststs, versenkt! Und nun müssen wir uns nur noch darum unterhalten, welche- und vor allem: Wieviele Frauen- überhaupt Karriere machen wollen und, ganz wichtig: Wieviele Frauen mit ihrer Teilzeitsituation überhaupt zufrieden sind. Letztere werden im ganzen Karrierediskurs (von Geschlechterdiskurs wage ich unter diesen Vorzeichen gar nicht mehr zu sprechen) bislang gar nicht erwähnt. Warum? Weiles vieleicht zuviele sind?

      • Sportpapi sagt:

        Ach Marcel, Sie bringen da wieder einmal ganze Ideologien ins Wanken!

      • Marcel Z. sagt:

        Soll ich Ihnen jetzt mit dem BGE kommen Sportpapi? Das wäre die Lösung für viele Probleme, die sich aus dem gegenwärtigen Wandel ergeben, dem unsere Volkswirtschaft ausgesetzt ist. Und der Wandel ist noch lange nicht abgeschlossen- nur dass wir im allgemeinen mit stark verkürzten Perspektiven operieren. Und das ist das allegrösste Problem: Da können wir noch so lange diskutieren!

      • tststs sagt:

        Merci Marcel Z.! mMn müsste noch eine andere “Frage” an den Anfang der Diskussion gestellt werden: es heisst immer, Frauen hätten die WAHL, sich zwischen Kinder und Arbeit zu entscheiden… Humbug, bei den meisten Frauen/Familie ist das keine Wahl, da geht es gar nicht anders, als dass die Frau mitverdienen muss.
        Dies einzugestehen würde aber zwangsläufig eine Diskussion über die Realität nach sich ziehen, und nicht eine ideologische geführte Debatte (die einige doch noch lieber führen…)…

      • Frank Baum sagt:

        @tststs: Wie sieht es denn mit dieser Wahl der Frauen aus, wenn man über 50% des Einkommens als Steuern abdrücken muss?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Dann würden wir also ernsthaft nicht mehr immer über verpasste Karrieren, sondern einfach nur Brötchenerwerb und Arbeit fürs Überleben diskutieren? Und nicht so tun, als wäre jeder Job so viel spannender als die Kinderbetreuung zu hause?
        @Marcel Z. BGE mag in der Theorie funktionieren, wie der Kommunismus auch (den ich durchaus faszinierend finde). Nur: was fangen die Menschen damit an? Schauen Sie mal, wie Menschen leben, die seit Generationen (nicht sie, aber die Eltern und Grosseltern) nicht gearbeitet haben, sondern von Sozialhilfe leben?

      • tststs sagt:

        Ich verstehe Ihre Frage nicht, Hr. Baum? Ist sie evtl dadurch beantwortet, wenn ich meinen Gedanken wie folgt erweitere: Nicht nur Frauen, die meisten Menschen überhaupt haben gar keine Wahl, OB sie arbeiten wollen oder nicht…
        Ist eben dieses 50-70jährige “Hausfrauenmodell”, das uns einreden wollte, dass es normal ist, dass nur einer arbeitet, und die/der andere zu Hause bleibt… deshalb ja auch der Hinweis auf die Realität. Da nützt uns keine ideologische Diskussion, was besser wäre (vorallem wenn es dann noch auf dem genannten Trugbild basiert…)

      • Frank Baum sagt:

        @tststs: Ob beide Elternteile arbeiten müssen oder nicht, um überhaupt über die Runden zu kommen, ist in einem entscheidenden Masse von der Steuerlast abhängig. Je mehr ich das Einkommen weg-versteuere, um so eher müssen auch beide Elternteile arbeiten, weil der Durschnittslohn nun einmal nicht von alleine steigt.

        Insofern: Ob die Frauen eine Wahl haben oder nicht hängt von unserem Sozialstaat ab. Je mehr wir von unserem Sozialstaat verlangen, um so eher müssen beide Elternteile vollzeit arbeiten, um den Sozialstaat zu alimentieren.

      • gelsomina sagt:

        nein nein, herr baum, das ist in erster linie einmal vom lohn abhängig. in nicht-karriereberufen reicht ein einzelner davon eher nicht für eine familie. verglichen mit miete und krankenkasse sind da die steuern peanuts.

      • Frank Baum sagt:

        @gelsomnia: Dank der Progression ist der Steueranteil natürlich von den Löhnen abhängig. Nur, wenn man sich den hohen Staatsanteil leistet, der mit den ganzen Kinderbetreuung-rund-um-die-Uhr einher geht (vom BGE ganz zu schweigen), dann muss man die Progression so ansetzen, dass auch ein guter Lohn nicht mehr für’s Leben reicht. Das ist ja mit ein Merkmal des Schwedischen Modells: es müssen in allen Fällen beide Elternteile arbeiten, weil man einen Spitzensteuersatz von 80% oder so hat. Der Alleinernährer wird weg-versteuert.

      • Pixel sagt:

        @frank Baum: verdammt, ich beneide Sie um Ihre einfache Art zu denken. Das
        Leben ist so viel einfacher. Obschon, ….irgendwie wirken Sie doch nicht so glücklich auf mich.

      • Frank Baum sagt:

        @Pixel: Man nennt das einne klare Art zu denken. Das Jammern und Miesepeter spielen überlasse ich den Linken.

      • pixel sagt:

        @Frank: Sie haben echt ein Problem wenn Sie alle und alles sofort bei Links einordnen. DAS stimmt mich langsam echt ein bisschen nachdenklich…..

      • alien sagt:

        Ich denke klar, Baum, und gar nicht so wie Sie. Diffamieren Sie mich nicht. Es gab schon oft Leute, die sagten, es gebe nur zwei Arten, etwas zu tun, ihre und die falsche…

      • Frank Baum sagt:

        @alien: Ich hatte bei meiner Darstellung der denkweise gar nicht an Sie gedacht. Es trifft aber zu, dass Sie anders denken als ich. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie klar denken, sollten Sie Argumente vorbringen, die das erkennen lassen. Übrigens: Es ist das eine, ob man gleicher Meinung ist oder nicht. Klar denken hat eher etwas damit zu tun, ob man konsistente Argumentationsfolgen vorbringt.

  3. Marc Freyburger sagt:

    Müller-Möhl ist wohl das denkbar dümmste Beispiel, das in dieser guten und richtigen Diskussion herangezogen wurde. Sie ist erst mit dem Erbe ihres verstorbenen Ehemannes in die berufliche Stratosphäre abgehoben. Es brauchte dieses einschneidende Ereignis, damit diese Karriere überhaupt gelauncht werden konnte. Die Vernetzung dank dem Ehemann, das Mitleid des Netzwerkes nach dessen tragischem Tod und das Erbe sind die Ingredienzien für diese Karriere. Mit den wahren Problemen der gesellschaftlichen Strukturen, wie sie treffend beschrieben sind, musste sich Müller-Möhl gar nie auseinandersetzen

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Danke! Ehre wem Ehre gebührt, aber Müller-Möhl ist wirklich ein schlechtes Beispiel.

    • Ali Ferkous sagt:

      Ich weiss nicht, wie nahe Marc Freyburger CMM kennt – ich denke, in seinem Beitrag steckt eine Menge Sozialneid. Immerhin unterscheidet sich CMMs finanzielle Situation und folglich auch die Gestaltungsmöglichkeit des familiären Umfeldes wesentlich von derjenigen der Durchschnitts-Familie – insofern ist CMM wirklich kein gutes Beispiel für eine berufstägige Durchschnitts-Mutter.

      • Laura TI sagt:

        Es geht ja auch nicht um die Durchschnittsmutter, es wird von Karriere geredet, die macht keine Durchschnittsmutter. Karrierefrauen haben meistens andere Gestaltungsmöglichkeiten, weil sie es gewohnt sind, ihr Leben und ihr Umfeld anzupacken und nach eigenem Gutdünken auszurichten und genau das unterscheidet eine Karrieremutter auch von der Durchschnittsmutter, die darauf wartet, dass andere ihr die Arbeit abnehmen, ihr vorgefertigte Lösungen auftischen.

      • Sportpapi sagt:

        Danke, Laura TI, einmal mehr. So ist es.

      • Marc Freyburger sagt:

        Nice try – das mit dem Sozialneid musste ja kommen. Das ist sozusagen die letzte Bastion, wenn es keine anderen Argumente mehr gibt: “du bist ja nur neidisch”. Ich habe lediglich festgestellt, dass Müller-Möhl ein untaugliches Beispiel ist. Sie musste sich nie ernsthaft mit der Frage “Karriere oder Mutter” auseinandersetzen. Nur weil sie sich über die Gender-Diskussion selber profilieren will (auch im Nestlé-VR), ist sie noch lange kein Vorbild für Frauen, die beides mit harter Arbeit unter einen Hut kriegen. Und der mit der “Repräsentations-Tussi” stammt Gott Lob und Dank nicht von mir.

    • Mike Keller sagt:

      Marc Freyburger hat es auf den Punkt gebracht – wollte ich auch sagen. Das hat nichts mit Neid oder ähnlichem zu tun.

      • Ali Ferkous sagt:

        Was Marc Freyburger in erster Linie geschrieben hat, ist, dass CMM bloss eine Repräsentations-Tussi sei. Sicher hat es ihr äusserst geholfen, mit dem Richtigen verheiratet gewesen zu sein – ich denke jedoch, dass sie wieder von der Bildfläche verschwunden wäre, hätten ihre Fähigkeiten einzig darin bestanden, ihren Ehemann zu schmücken und zu entspannen. Insofern betrachte ich seine Zuschrift als sexistisch.

      • Mike Keller sagt:

        @Ali Ferkous: Ehrlich gesagt – ohne Neid – glaube ich auch, dass die Dame ohne den erblichen Zustupf nicht getaugt hätte. Wenn man relativ viel Geld hat und dieses entsprechend investiert hat man auch einiges zu sagen, ob man kompetent ist oder nicht. Bei Nestle wurde sie rausgeworfen und sonst sind ja kaum noch schwergewichtige Aemter übrig geblieben. Und zugeben muss ich aber auch, dass ich die Frau völlig unsympathisch und als inkompetent empfinde – mein subjektives Empfinden, wenn man die gute Dame sprechen hört. Wie auch immer … für diesen Blog wahrlich das falsche Beispiel.

      • Widerspenstige sagt:

        @ Ali Ferkous

        Ich teile Ihre Meinung und kann nicht verstehen, wieso das hier so negativ bewertet wird. Nur weil sie eine Frau in dieser Position ist??!! Das ist doch Klischeedenken wie es schöner nicht sein kann: weil sie als Frau ‘den Richtigen’ geheiratet hat und sich nicht sofort nach dessen Tod in Schutt und Asche gekleidet u sämtlichen Privilegien entsagt hat? Ich staune nicht schlecht über diese missgünstige Denkmuster. Sie hat diesen Mann gewählt u er hat sie gewählt. Punkt!

      • sepp z. sagt:

        Widerspenstige, dann ist ja alles gut und das System ‘funktioniert’. Frauen, die Karriere nach ganz oben machen wollen, heiraten den richtigen Mann oder kommen selbst bereits aus guter Familie.

    • sepp z. sagt:

      “Oder die Strukturen zu ändern und zu schauen, ob sich dann vielleicht nicht doch mehr Frauen wie Carolina Müller-Möhl finden, die ebenso verantwortungsbewusste Mütter wie Unternehmerinnen sind.”
      -
      Die Frau MüllerMöhl, die den vermögenden Spekulanten (BZ, Bank am Bellevue) geheiratet hat und nach seinem Tod an dessen Vermögen kam? Die Stiftungsrätin in der neoliberalen Lobby Avenir-Suisse ist? Na, wenn das das neue Verantwortungsbewusstsein ist: Danke nein.
      Kann Marc Freyburger nur zustimmen.

    • Mara sagt:

      Widerspreche vehement! Müller-Möhl ist nicht nur eine höchst fähige Unternehmerin, die alle ihr anvertrauten Aufgaben sorgfältig und umsichtig, ja pedantisch erledigt, sondern eine Frau (und Mutter!), die Frauen (und Mütter) fördert. Sie bezeichnet sich selbst als Feministin. Ihr Einsatz ist hoch. Sie lassen sich täuschen: ein mächtiger Ehemann, die jüngere Frau – hübsch, blond – und schon wird hier eine Gönnersituation konstruiert, die Frau wird abgeschrieben, sie hat keine Chance. Das ist wahre Frauenfeindschaft.

  4. Frank Baum sagt:

    “Sollten denn nicht die Leute Spitzenpositionen besetzen, die am besten qualifiziert sind, ungeachtet dessen, ob es sich um einen Mann, eine Frau, einen Türken oder einen Deutschen handelt? ” Das ist genau richtig. Deshalb sind ja die ganzen Quoten-Diskussionen der Feministinnen völlig daneben.

    • tststs sagt:

      Prinzipiell gehe ich mit Ihnen einig Hr. Baum, Quoten sind nicht gut.
      Aaaaber ich muss hier meine Meinung langsam revidieren (mit hier meine ich: Frauen/Mütter und Arbeit).
      Sie haben sicherlich auch schon mitbekommen, dass zB an der Uni mehr Frauen als Männer sind (eine Trendwende ist nicht erkennbar). Wir bilden also Jahr für Jahr für zig Millionen Frauen aus (und ich spreche hier nur mal von der Quantität, wenn wir über den Qualitätsverlust nachzudenken beginnen können wir uns gleich die Kugel geben), die dann kurz im gewählten Beruf arbeiten; spätestens mit dem ersten Kind sieht die Situation in den meisten Fällen ganz anders aus.
      Wenn ich jetzt als Staat denken, dann erwarte ich doch von den Ausgebildeten die Rückzahlung der Ausbildungsfinanzierung (plus Zinsen!) via Steuern. Und als Staat habe ich dafür zu sorgen, dass die Elemente, die dieser Rückzahlung im Wege stehen, gefälligst den Weg freiräumen… und wenn dies über Quoten stattzufinden hat, dann ist dies nicht ein Armutszeugnis für einen (totalitären) Staat oder unzufriedene Frauen, sondern für eine gewisse Horde von Arbeitgebern…

      • Frank Baum sagt:

        @tststs: Muss sich denn die Uni-Ausbildung lohnen? Grundsätzlich würde ich da erst einmal NEIN sagen. Es ist die Aufgabe des Staates eine Ausbildung bereit zu stellen und möglichst allen die Möglichkeiten zu bieten, in den Genuss dieser Ausbildung zu gelangen. Eine Investitionsrechnung würde ich nicht damit verknüpfen. Ein Uni-Abschluss ist auch keine Garantie für eine Karriere.

        Es ist per Definition nicht von der Hand zu weisen, dass eine Quote eben nicht zum “Besten Kandidaten an der entsprechenden Stelle” führt. Eine Quote wäre ein Schuss nach hinten – auch für die Frauen.

      • tststs sagt:

        Ist das jetzt ein Scherz? Es ist doch eine ganz einfach Rechnung: wenn die Menschen mehr Geld verbrauchen (staatliche Kosten, was auch immer alles darunterfällt) als sie geben (Steuern), dann geht das Ganze irgendwann nicht mehr auf. (siehe viele andere Staaten). Und wenn wir dann noch vermehrt Geld in die Hintern buttern, von denen wir wissen, dass sie später nicht annähernd so viel Geld reinbringen… also ehrlich, würden Sie ein Kuh füttern, von der Sie jetzt schon wissen, dass sie Ihnen keinen Tropfen Milch geben wird (ja sie sogar im Voraus planen können, wieviel Milch Sie importieren müssten)?!

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Das würde nicht für Quoten sprechen, sondern für einen Zwang für alle Akademikerinnen, möglichst lange Vollzeit zu arbeiten. Dies wäre eigentlich nur mit sehr teuren Ausbildungskrediten möglich, die zwingend innert einer bestimmten Frist zurückbezahlt werden müssen. Ich bin da nicht dafür, ich glaube, die praktisch kostenlose und trotzdem gute Ausbildung an unseren Unis ist eine Qualität unseres Landes.

      • Frank Baum sagt:

        @tststs: Ich bin nicht der Meinung, dass wir sorglos mit Steuergeldern umgehen sollten. Ich bin aber der Meinung, dass Bildung ein Recht ist und sollte unabhängig der finanziellen Performance angeboten werden. Wenn wir eine Investitionsrechnung daraus machen, dann stellen sich ganz viele Fragen, die wir m.E. nicht stellen sollten: Wieso bieten wir Soziologie oder Musik an den Universitäten an? Das Rechnet sich nie! Wieso führen wir keinen strengen Numerus Clausus ein und sorgen dafür, dass nur die eine Ausbildung beanspruchen, die auch in der Lage sind, diese gewinnbringend einzusetzen?

      • Julia_2 sagt:

        @ Baum: Ich stehe Quoten auch kritisch gegenüber, aber mal ehrlich: Glauben Sie ernsthaft, dass heute die bestqualifiziertesten Leute die Spitzenpositionen besetzen? Meine persönliche Erfahrung mit ChefInnen, lässt mich daran zweifeln. Gutes Auftreten und gekonntes Networking öffnen einem zuweilen Türen zu Positionen, die einem auf Grund seiner fachlichen Kompetenzen nicht offen stehen würden.
        Abgesehen davon sind meist mehrere Kandidaten gleich “gut” für eine Stelle qualifizierten. Den/Die Beste gibt’s sowieso nicht. Ihr Argument finde ich daher im Quotendisskurs völlig unzureichend.

      • Frank Baum sagt:

        @Julia: Wer der oder die Beste für den Chefposten ist, ist immer eine schwierige Frage. Es gibt oft mehrere Kandidaten, wo der Entscheid schwer fällt. Bei einer Führungsposition sind idR Networking und ein eloquentes Auftreten eher gefragt als reines Fachwissen. Ein Chef ist “Networker” und nicht Spezialist.

        Es werden am ehesten dort die bestqualifizierten Leute Chefs, wo der Erfolg des Unternehmens / der Organisation klar festgestellt werden kann. Bei Organisationen, wo der Erfolg nicht leicht zu messen ist, wird eher rein “politisch” entschieden. Eine Quote hilft aber nie weiter.

      • alien sagt:

        Darum gibt es ja so viele PHBs in den Chefetagen, Nullnummern, die viel heisse Luft enthalten und wer weiss ich das Gefühl haben, was sie sind.

        Ein Chef mit Fachwissen wird von seinen Leuten viel mehr akzeptiert als einer mit MBA und sonst nix.

  5. Thomas Meier sagt:

    Ohne Frau Müller-Möhl an den Karren fahren zu wollen: Ich frage mich, warum der Blogbeitrag ausgerechnet eine Frau als Beispiel nimmt, die ihre heutige Stellung als Unternehmerin in erster Linie dem Umstand verdankt, dass sie die Witwe eines sehr erfolgreichen und wohlhabenden Mannes ist. Im Gegensatz zur herkömmlichen “working mom” hatte sie stets die finanziellen Möglichkeiten, um für den Haushalt und die Kinderbetreuung externe Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

  6. Frank Baum sagt:

    Dieser ganze Themenblock in Frau Binswanger’s Beitrag ist bestenfalls schwammig: “Wenn der Staat aber beides will, nämlich die gut qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte und die Kinder, dann müssen die Strukturen angepasst werden … vor allem in den Köpfen.” Was soll in den Köpfen angepasst werden und was sollen wir jetzt tun? Die Feministinnen überziehen das Land seit Jahren mit einer Gehinrwäsche, dass ein Mann nur dann gut sei, wenn er die Kinder hütet und die Frauen bessere Chefs wären und aller Gehirnwäsche zum Trotz glaubt das ja keiner. Was tun, was noch nicht gemacht wurde?

  7. Daniel Heierli sagt:

    Häufig sind es die gleichen Leute, die einerseits mehr Arbeitskräfte verlangen, und andererseits neue Jobs fordern. Ob denen die Absurdität ihrer Argumentation bewusst ist?
    Für Arbeitgeber ist ein Überangebot von Arbeitskräften klar von Vorteil. Man kann auswählen, und man kann missliebige Leute feuern. Vor allem aber werden die Arbeitnehmer viel gefügiger, wenn sie spüren, dass der Arbeitgeber sie locker durch jemand anderen ersetzen könnte.
    Für eine Mehrheit wäre es günstig, der Arbeitsmarkt wäre etwas “ausgetrockneter”. Leider merkt das diese Mehrheit nicht..

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Ja, leider! Die PFZ war die dümmste Entscheidung der letzten zehn Jahre, vom Arbeitnehmer aus gesehen. Für die Arbeitgeber natürlich nicht, auswählen zu können aus dem ganzen europäischen Pool erhöht den Druck für alle Lohnempfänger enorm, also sinken die Löhne. Was bei uns auch schon länger der Fall ist, ausser bei den Hochlohngruppen. Die Wirtschaft freuts, die jammerten schon vor 10 J., dass die Löhne in der CH zu hoch sind.

      Die Stimmbürger wurden angelogen von den Strippenziehern von links und rechts, z.B.wurde behauptet, es werde keine vermehrte Zuwanderung geben. Lachhaft!

      • marcus sagt:

        dann ist es wohl auch keine gute idee, ausländisches putzpersonal für sich arbeiten zu lassen.

      • Katharina sagt:

        sorry, aber die PFZ ist für ein kleines Land wie die Schweiz ein Problem. Es wird sogar für ein grosses Land wie die USA langsam ein Problem. auch wir haben nicht unbegrenzt Platz und Arbeitsplätze und können nicht alle Armuts- und Verfolgungsprobleme lösen, indem wir sie hierher einladen. Vor allem darf all das nicht auf dem Buckel der einheimischen Bevölkerung gemacht werden. Sosehr ich wegen Xenophobien gegen die Schweiz wettere, muss auch das gesagt werden. Es geht einfach nicht, dass gewachsene Strukturen geopfert werden und verwurzelte Familien über die Lebenskosten vertrieben werden.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Die Frau kam als Asylbewerberin und bringt sich und ihre Kinder mit Putzen durch. Doch, es ist eine sehr gute Idee, sie zu beschäftigen.

        Diese ständige ‘auf die Frau zielen’ ist sowas von uncool und zeigt exemplarisch, wie sehr viele Männer von einer sachlichen Diskussion überfodert sind.

  8. Blitz Blank sagt:

    Ein kleiner Beitrag zur Geschlechter-/BürgerInnenverständigung:

    Wer mal Lust hat aus der Richtig/Falsch Matrix auszutreten, dem/der möchte ich diesen TED-Vortrag empfehlen.

    http://www.ted.com/talks/jonathan_haidt_on_the_moral_mind.html

    Darin zeigt Jonathan Haidt “The Righteous Mind: Why Good People are Divided by Politics and Religion.” u.a., wieso wir von Natur aus zur Rechthaberei neigen und welche Bretter z.B. “Liberale” und “Konservative” vor dem Kopf haben.

    English mit Untertiteln in div. Sprachen.

  9. mira sagt:

    Ich stimme vielen Punkten von Frau B. zu. Allerdings bringt jegliche Förderung und Quote nichts, solange sich Frauen in der Partnersuche nach oben orientieren und damit diejenigen mit dem “weniger wichtigen” Job sind. Wer weniger verdient/arbeitet, der bleibt (logischerweise) im Krankheitsfall der Kinder zu Hause und schaut auch für den Rest der ungeplanten Dinge im Leben. Hausmänner/Teilzeitpapas sind mit den genau gleichen Problemen konfrontiert, wie Hausfrauen/Teilzeitmamis. Es muss also keine Mütterförderung geben, sondern eine Elternförderung!

    • mira sagt:

      Wie ein Päärchen seine Rollenaufteilung macht, ist deren Privatsache. Und welche Ausbildung eine Frau machen möchte ist ebenfalls deren Privatsache. Warum sollte ein Mädchen Schreiner werden, wenn es lieber Kleinkinderzieherin lernen möchte? Ich bin für eine freie Wahl in jeder Hinsicht, welche aber nicht zwingend Gleichheit der Geschlechter bedeutet.

      • Ali Ferkous sagt:

        “Ich bin für eine freie Wahl in jeder Hinsicht, welche aber nicht zwingend Gleichheit der Geschlechter bedeutet.” ? Das ist wohl ein Widerspruch in sich selbst – Freie Wahl in jeder Hinsicht bedeutet, dass eine Person ungeachtet ihres Geschlechtes wählen kann, Gleichheit der Geschlechter, dass handfeste biologische Unterschiede vorliegen müssen, damit man eine Person aufgrund ihres Geschlechtes anders behandeln darf – aber das wollen Sie dann wieder nicht – Mira, mir scheint dies alte 5er und Weggli-Politik, dh. Gleichberechtigung unter Konservierung alterworbener Vorrechte der Frauen (?).

    • Nicole sagt:

      Sehr gut!

    • tststs sagt:

      Es gibt doch diese Aussage/Studie, dass Frauen in 90% der Fälle immer die gleichen 5-9 Berufe wählen würde, während es bei den Männer ca 15-20 Berufe sind (sorry, ohne Quelle)…
      Und es stellt sich halt schon die Frage, ob wir so geboren sind (ungefähr Ihre Position “Ungleichheit der Geschlechter) oder ob es doch etwas mit Erziehung und vermitteltem Frauenbild zu tun hat…

      • mira sagt:

        Sagen wir mal, es war Erziehung: müssen wir jetzt die jungen Frauen umerziehen, oder vertrauen wir darauf, dass sich das mit ein paar Generationen von selbst geben wird? Mir gefällt es nicht, wenn zu viel bevormundet wird.

      • Sportpapi sagt:

        Könnte einfach daran liegen, dass unter dem Titel KV etwa 20 Berufsgattungen zusammengefasst werden. Oder dass körperlich anstrengende Jobs nach wie vor für viele Frauen nicht geeignet sind.

  10. marie sagt:

    wir frauen fallen schon wieder in eine rolle hinein. im text werden mütter ja eigentlich aufgefordert schon wieder den von männern geprägt verkackte misstand “karriere” aufzuräumen. mir ist zu ohren gkommen, dass auch immer wie mehr väter ihre pflicht als vater und “erzieher” wahrnehmen wollen – also sollten doch vor allem diese väter in die pflicht genommen werden, ihren geschlechtergenossen in den oberen chargen mal die leviten zu lesen. aber doch nicht mit einem solchen text! weit übers ziel hinausgeschossen. sorry! ich habe die schnauze voll, ständig trümmer gewisser herren wegzuräumen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist der eigentliche Knackpunkt. Man ändert die Dinge weder im Kopf noch im Detail und schon gar nicht mit individuellem Einsatz, wie das hier immer wieder durchschimmert. Der status quo unserer Gesellschaft bestimmt die Mutterrolle, die mir hier wie aus einer fernen Zeit erscheint. Der status quo bestimmt die Rolle über Beruf, Einkommen und Karriere und wenn man da mitspielt, hat man verloren. Mitspielen wollen und dennoch verändern ist Quadratur des Kreises. Da gehen die Vorschläge von Fr.Binswanger und Ideen wie Quote völlig daneben. Alles Reparaturen an einem Schrotthaufen.

  11. Widerspenstige sagt:

    ENDLICH wieder Klartext, danke Michèle Binswanger!

    Das gibt mir wieder Futter für ein weiteres Mosaiksteinchen PRO das bedingungslose Grundeinkommen bGE für Mütter, Väter, Kinder….dann werden solche Diskssionen plötzlich in einem ganz anderen Licht betrachtet. Oder sogar zur Nebensache? Wetten, dass….?!

    • Frank Baum sagt:

      Da haben Sie teilweise Recht, Widerspenstige. Wenn wir mit dem BGE unsere Wirtschaft ruinieren, dann macht gar niemand mehr Karriere – zumindest nicht mehr in der Privatwirtschaft, weil wir die dann gar nicht mehr haben. Darüber werden wir uns nur kurz freuen: An Stelle der privatwirtschaft rücken die staatlichen Funktionäre, die die Hierarchien bestimmen. Da werden dann wohl auch eher die Karriere machen, die ihre Zeit für ihren Beruf einbringen.

      • Katharina sagt:

        “Wenn wir mit dem BGE unsere Wirtschaft ruinieren” – das stimmt schon deshalb nicht, weil etwa Deutschland, das ein sehr weit ausgebautes Sozialsystem hat, eines der wirtschaftlich stärksten Länder ist. Ohne DE wäre Europa wohl ziemlich mies dran. Das BGE ist in einem Land wie DE relativ einfach zu machen. DE würde aber immer noch wirtschaftlich an der Spitze sein. Dies wegen der Innovationskraft und der starken Konsumnachfrage – einer Frage der Kaufkraft.

        Umgekehrt schwächelt das stärkste Land der Welt, die USA gerade deshalb, weil der Mittelstand verschwindet und damit die Konsumenten.

      • Marcel Z. sagt:

        Frank Baum, den ich wahrscheinlich persönlich kenne, gehört genau zu jenem Flügel, den Kristina Schröder in ihrem Buch “Danke, emanzipiert sind wir selber” als Strukturkonservative bezeichnet. Dass sie die Strukturkonservativen, also jene, die glauben, die Welt in eine Art Urzustand zurück versetzen zu müssen, ebenso angreift, wie die Feministinnen, ist bislang völlig unbemerkt geblieben.

        Mit etwas Glück merkt’s ja mal jemand.

      • Frank Baum sagt:

        DE kennt kein BGE. Der Sozialstaat ist weiter ausgebaut als in der CH und dadurch hat DE eine höhere Arbeitslosigkeit und deutlich tiefere Nettolöhne als die CH. Entsprechend werden wir von deutschen Akademikern überrannt – wesentlich mehr, als etwa in die andere Richtung wandern. DE ist heute wirtschaftlich stark, weil man den Sozialstaat mit Hartz IV entrümpelt hat. Hätte man das nicht getan, hätte DE nie den finanziellen Spielraum gehabt, die PIIGS bis hierher zu unterstützen. In den USA sind die Republikaner das Problem.

      • Katharina sagt:

        Ich habe nicht gesagt dass DE das BGE hat, sondern dass sie beinahe schon dort sind und mit BGE sehr viel Geld einsparen würden. Jedenfalls sticht das Argument des wirtschaftlichen Ruins nicht.

      • Beno sagt:

        @Katharina
        “…und mit BGE sehr viel Geld einsparen würden. Jedenfalls sticht das Argument des wirtschaftlichen Ruins nicht.” ???

        Ich meine, ich bin auch für den BGE…doch bleibt die Frage , ob sich dies ein Staat leisten kann. In D werden gerade gegen 1Million Hartz 4 Bezüger gekürzt..aus Kostengründen !!!.. dann wird wohl sicher nicht das Nächste der BGE sein

      • Katharina sagt:

        Ich bezog mich auf die verschiedenen Links, die WS zu diesem Thema hier postete. In diesen wurde die Machbarkeit belegt.

      • Beno sagt:

        @Katharina

        …dann glauben wir das doch…

      • Monsieur de Hummel sagt:

        D ist m.E. eher ein Beispiel, wieso die klassische Marktwirtschaft effektiver als kommunistisch angehauchte Systeme ist.
        Nach dem 2. WK war Deutschland ein perfektes Anschauungsbeispiel für die verschiedenen Systeme. Auf der einen Seite Westdeutschland unter der Fittiche des Marshall-Plans und auf der anderen Seite die DDR unter dem Einfluss der UdSSR. Der Osten hinkt ja noch heute hinterher und wie sich die “Patenländer” USA und UdSSR entwickelt haben, sollte ja auch hinlänglich bekannt sein.

        Von der Grundidee her bin ich sogar ein Freund des BGE, aber ich zweifle an der Praktikabilität.

    • Widerspenstige sagt:

      Ach, Frank Baum..das überlassen Sie mal ganz den weitsichtigen klugen Frauen u Männern. Die haben es nämlich satt, mit billigen Argumenten wie ‘Privatsache’ oder ‘Hobby’ abgespiesen zu werden, wenn u.a. Nachwuchs kommt. Die wollen via bGE mehr Sicherheit via Staat als der skrupellosen Wirtschaft! Glauben Sie es mir oder lassen Sie es.

      Wer sich diese unwürdige Stellung nicht mehr länger antun möchte, nimmt die Initiative bGE ernst und unterzeichnet sie. Mit Zahlenbeigen können dann die Kampfjetbefürworter jonglieren…das lässt weitsichtige BürgerInnen dann auch kalt und stimmen dort nein.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn es nur um Familienförderung gehen soll: Da gibt es einfachere, direktere Wege. Alles andere: Meine Wette gilt! Gerade weil es noch weitsichtige und kluge Männer in der Schweiz gibt… (und es die sind, die üblicherweise auch abstimmen gehen).

      • Frank Baum sagt:

        @Widerspenstige: Natürlich bietet das BGE eine Sicherheit, die die private Wirtschaft nicht bietet. Das kostet dafür Chancen, weil wir kein Unternehmertum mehr haben. Sie werden endtäuscht sein, wie wenigen diese Volklkaskomentalität wirklich nahe steht.

        Nur: Das BGE eröffnet niemandem Karrieren. Wer Karriere machen will, muss sich nun einmal in die entsprechenden Aufgaben einbringen können. Das BGE beantwortet ja nicht die Frage, wer sich um die Kinder kümmern soll.

      • Sportpapi sagt:

        Männer und Frauen, wollte ich natürlich sagen.

      • Katharina sagt:

        “mehr Sicherheit via Staat als der skrupellosen Wirtschaft” – das sehe ich nicht so. Der Staat leidet genauso an Korruption und Skrupellosigkeit.

      • O. S. sagt:

        “Weitsichtige Bürgerinnen” in Widerspenstiges Lesart: Sie sehen gerade bis zum Brett vor ihrem Kopf.

      • Widerspenstige sagt:

        …oder doch eher vor Köpfen wie Ihrem, O.S.?!
        Denen es einfach Spass macht, Visionen und neue sozial-politische Ideen für ein friedlicheres MITEINANDER in den Dreck zu ziehen, wo sie sich wohlig suhlen? Die innovativen Andersdenkenden ihre dahinschimmelnden Gedankenfetzen, welche durch orgiastisch durchzechte Nächte noch in den letzten Zuckungen liegen, ans Bein streichen wollen?

      • Carolina sagt:

        Ha, Widerspenstige, way to go!!!!!!!! Das mit den ‘orgiastisch durchzechten Nächten’ – das hätte ich gern erfunden.

      • O. S. sagt:

        Sie haben Visionen, Widersinnige? Dann sollten sie einen Arzt aufsuchen.

        Ihre Staatsgläubigkeit und ihren schwachsinnigen Drang zu mehr Subventionitis als Lösung jedes “sozialpolitischen” Problems lässt bei mir den Eindruck aufkommen, dass sie entweder nicht ganz helle sind oder eine Agentin von Gewerkschaften und SP (wobei das zwotere das erstere i.d.R. voraussetzt). Trifft dies zu?

      • Widerspenstige sagt:

        Carolina, way to go…und herzlichen Dank für den Flankenschutz! :-)

        Orli, gibt es drüben keinen Whisky mehr?

  12. mooth sagt:

    Ist es wirklich eine Tatsache, dass Frauen Kinder wollen? Wird es von ihnen nicht vielmehr einfach erwartet? Der Staat erwartet es, damit es neue Beitragszahler für die AHV gibt, und die Konsevativen erwarten es, weil ihnen spiessige Familienverhältnisse mit Frauen am Herd nützen. Ich kenne sehr viele Frauen, die keine Kinder wollen, und viele, die welche haben, es aber mehr oder weniger offen bereuen. Das ist noch eines der letzten Tabus, eine Frau, die nicht Mutter werden will. Vielleicht ist aber gerade das die wirkliche Emanzipation der Frau, nicht in die Kinderfalle zu tapsen.

  13. Eine Tatsache stimmt sicher einmal nicht: Frauen haben heute die gleichen Chancen im Arbeitsleben, wie die Männer. Bis sie Kinder bekommen. Wir haben nicht die gleichen Chancen BIS wir Kinder kriegen, sondern solange wir nicht im “standardmässigen Gebähralter” sind. Ich habe es selber erlebt, als ich mit 28 eine Stelle gesucht habe. Ich habe im nachhinein erfahren, dass nach meinem Vorstellungsgespräch mein Chef regelrecht von mir schwärmte, aber seine einzigen Bedenken waren: sie ist 28 und was ist wenn sie mit über 30 ein Kind bekommt. Sagen tut’s niemand, aber denken tun viele so…leider.

    • marie sagt:

      da ist der spiess eben nicht gleich lang. denn sie durften 2jahre lang karriere machen, aber eben, nur bis zum kind. und das passiert den männern in der regel eben nicht.

    • Hansli sagt:

      Mit einer funktionierenden Kinderbetreuung müsste kein Arbeitgeber angst haben, dass die Frau gleich abspringt.

      • marie sagt:

        hansli, ja, aber das müssen sie nicht uns frauen posten, sondern den männern hier. danke!

      • Widerspenstige sagt:

        Sehr richtig erkannt, Hansli. Noch mehr solche ‘Erkenntnisse’ auf Lager? ;-)

      • Sportpapi sagt:

        Vielfach springt sie aber trotz gut funktionierender Kinderbetreuung ab. Weil sie die Kinder selber betreuen möchte, zumindest mehrheitlich.

    • Micaela sagt:

      Dieselbe Erfahrung habe ich auch gemacht. Man wird als zukünftig Schwangere betrachtet. Natürlich besteht das “Risiko” für das Unternehmen, aber was soll frau den tun? In die Bewerbung schreiben “möchte keine Kinder” oder “habe Hausmann zuhause für Kinder”?

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Das Problem besteht nun mal wirklich. Sobal man selber Chef eines Unternehmens wäre, würde man auch versuchen, alle möglichen Risiken zu minimieren. Stünden z.B. zwei Männer mit identischer Qualifizierung zur Auswahl, würde man vielleicht auch eher den nehmen, der nicht öfters mal ausfällt, weil er zu Hause die kranken Kinder betreuen muss (war ja vor einiger Zeit ein Thema).

        Die Familie ist nun mal ein gewisser Bremsklotz bei der Karriere. Denn wenn man für niemanden Verantwortung trägt und alles auf den Job ausrichten kann/will, hat man einen Vorteil.

    • Frank Baum sagt:

      @Eylem: Die Frage “was ist, wenn sie mit über 30 ein Kind bekommt” ist nun ganz offen gesagt legitim. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau beruflich zurück steckt, wenn sie Kinder bekommt, ist nun einmal gegeben. Was auch klar ist, solche Fragen stellen sich nur bei kritischen Positionen, wo evt. noch Investitionen seitens des Arbeitgebers gefordert sind. Sie fliessen damit in die Lohnstruktur und die Karriere-Chancen ein.

      Das beste wäre, im Interview offen darüber zu reden. Dem stehen aber die Feministinnen im Weg.

      • Micaela sagt:

        @Frank Baum: Warum die Feministinnen?

      • Frank Baum sagt:

        @Micaela: Wie Sie selber weiter oben geschrieben haben. Was sollten Sie in einer Bewerbung als junge Frau machen? Wenn Sie Karriere machen wollen, müssen Sie signalisieren können, dass Sie bereit sind, für die Karriere zurück zu stecken. Dann müssten Sie aber über Themen reden, die aus “political correctness” Tabu sind. Dieses Tabu haben wir den Feministinnen mit ihrem Anti-Diskriminierungs-Gerede zu verdanken.

      • Micaela sagt:

        Das Problem sehe ich ja. Aber nur frau sein heisst nun mal nicht, dass man Kinder hat/Kinder 100% betreut etc. Und selbst wenn, wie Frank Baum erwähnt, beim Interview dabei offen diskutiert wird/werden darf, können sich Lebenspläne ja noch ändern bzw. könnten Frauen ja immer noch falsche Angaben machen. Es scheint wirklich so, als müsste man, wie an anderer Stelle erwähnt, den Uterus zum Gespräch mitnehmen und auf den Tisch legen.
        Unschön bleibt, dass jene, welche sich im Beruf verwirklichen möchten, unter Generalverdacht stehen in Zukunft auszufallen. Da eine Frau.

      • Sportpapi sagt:

        Fragen zur Familienplanung müssen sie nicht, und vor allem nicht wahrheitsgemäss beantworten, da sie nicht zulässig sind. Und dann wundern Sie sich, wenn Sie unter Generalverdacht stehen?

      • Frank Baum sagt:

        @Micaela: Pläne ändern sich. Wenn man in einem Job-Interview Aussagen macht, kann man bestenfalls Absichten verkünden. Man geht damit keine Verpflichtungen ein. Es kommt vor, dass Leute angeben, sie wollen ganz toll Karriere machen und dann ein Jahr später finden, sie wollen doch lieber Tauchlehrer in Mexiko werden. Wenn Frauen unter Generalverdacht stehen, dass sie Kinder kriegen könnten und dann die Karriere nicht mehr so wichtig sehen wie zuvor, liegt das eben an bestehenden Erfahrungen. Am besten wäre, man kann diese Erfahrungen offen entkräften. Das dürfen wir aber leider nicht.

      • tststs sagt:

        Wäre es nicht pragmatischer, eine “staatliche” Lösung anzustreben: ich denke da an eine Versicherung (sorry bin jetzt gerade ganz unwissend: die 80% des Lohnes beim Mann übernimmt dies der Staat oder der Arbeitgeber, und wenn zweiterer, kann er sich dafür “versichern”?)…

      • tststs sagt:

        Ich meine, die 80% bei Militärdienst…

      • Sportpapi sagt:

        @ts: Was möchen Sie denn versicheren, ausserhalb der Mutterschaftsversicherung? Dass geförderte Mitarbeiter ihre Pläne ändern?

      • tststs sagt:

        Das Risiko einer Schwangeren ist doch, dass sie für längere Zeit ausfällt; für den Arbeitgeber also in erster Linie ein finanzielles Risiko (Lohnfortzahlung, evtl. muss zusätzliches Personal eingestellt werden). Wenn dies staatlich abgefedert werden könnte, dann fällt dies als Entscheidungsgrund bei der Jobvergabe weg (der Sportler wäre dann sogar das grössere Risiko *gg*)…

      • tststs sagt:

        Und übrigens, das wir eben noch nicht ganz am “Gleichheits”-Ziel angekommen sind, beweist genau diese Diskussion: kein Mann im fruchtbaren Alter muss sich vor einer Nichtanstellung fürchten, weil er potentiell Vater werden könnte…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Nein, es geht nicht um Finanzielles. Ausser, wenn teure, vom Geschäft bezahlte Ausbildungen keinen Ertrag abwerfen. Nein, es fehlt schlicht und einfach eine eingearbeitete Person, was in einem KMU zu grösseren Turbulenzen führen kann. Zumal ja die Stelle reserviert bleiben muss (und in einer qualifizierten Tötigkeit können Sie nicht einfach für 4 Monate einen Ersatz einstellen). Und häufig entscheidet sich die Frau dann doch wieder anders, wenn das Kind da ist…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Nein, aber wenn er eine Offizierskarriere anstrebt. Nur darf man ihn dazu befragen.

      • tststs sagt:

        Jaja, ich gebe Ihnen ganz recht: Stelle bleibt unbesetzt -> Arbeit bleibt liegen -> finanzielle Einbussen oder Lohnfortzahlung -> finanzielle Einbussen oder neue Stelle besetzen -> Kosten
        Das mit den Turbulenzen sehe ich nicht so tragisch; im Normalfall bleibt ja genügend Vorbereitungszeit (bei den akuten Erscheinungen landen wir wieder beim Sportler-Vergleich)

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Jaja, die Sportler. Soooo häufig sind die wirklich nicht verletzt. Und wenn, dann doch meistens arbeitsfähig, zumindest am Computer zu Hause.

      • Frank Baum sagt:

        @tsts: Das Risiko besteht nicht so sehr im möglichen Mutterschaftsurlaub sondern darin, dass die Kollegin dann nur noch 60% oder so zur Verfügung steht. Ein Unternehmen investiert in ihre künftigen Führungskräfte, wenn es glaubt, dass diese dereinst für Managementaufgaben zur Verfügung stehen. Wenn man glaubt, dass diese plötzlich die Lust verlieren oder eben nur noch Teilzeit arbeiten, dann spart man sich die Investition. Lässt sich so etwas durch die öffentliche Hand versichern? Vielleicht. Abgrenzung und Missbrauch wären aber gefährlich.

      • tststs sagt:

        “Ein Unternehmen investiert in ihre künftigen Führungskräfte” das ist doch aber nicht der Normalfall, viele Berufe haben nur beschränkte Aufstiegsmöglichkeiten und kein Unternehmen kann jedem seiner Angestellten einen Aufstieg garantieren. “…dann spart man sich die Investition…” wohl kaum, die Assistentin/Kassiererin/etc brauchts ja immer noch …
        An dieser Stelle, meine Damen und Herren, vielen Dank für den kurzweiligen Nachmittag. ich wünsche noch eine angenehme Diskussion und bin dann mal weg…
        :-)

      • Frank Baum sagt:

        Wenn man dem “Generalverdacht” gegen die Frauen bei der Einstellung entgegen wirken wollte, ist das Schwedische Modell das beste. Man zwingt alle Eltern dazu, die Kindererziehung vollständig an den Staat zu delegieren und somit stellt sich die Frage nach einem Karriereabbruch erst gar nicht. Die Konsequenz: es ist nicht ohne Zwang zu haben. Es gibt kein wir-wollen-die-Wahl-haben. Es müssten dann alle bei dem Model unbeding mitmachen. Sonst lassen sich weder Staatserziehung finanzieren noch die Wahl ausschliessen. M.E.: lieber den “Generalverdacht” in Kauf nehmen und offen ansprechen lassen.

      • Frank Baum sagt:

        Bei Kassiererinnen oder Assistentinnen stellt sich die Frage auch nicht so dringend, ob sie denn Kinder kriegen werden. Bei anderen Positionen – vor allem künftigen Führungspositionen – stellt sich die Frage aber schon. Unternehmen investieren da eben oft genug: Weiterbildung, internes Training, Auslandsaufenthalt, usw. Nicht jeder macht dann Karriere, aber die, von denen man es erwartet, da wird eben investiert und da stellt sich auch die Frage, ob die Person für diese etwaige Karriere überhaupt zur Verfügung stehen wird.

    • Sportpapi sagt:

      Blöd nur, dass ja die Arbeitgeber gar nicht fragen dürfen. Und die Frau entsprechend nicht die Möglichkeit hat, sich zu diesem Thema glaubwürdig zu äussern. Ich meine, wenn mir als Arbeitgeber eine Frau glaubhaft versichert, dass sie zwar Kinder haben möchte, aber trotzdem auf lange Sicht im Beruf bleiben möchte – dann würde ich sie wohl nehmen.

      • @Frank Baum: Ich hätte auch vor 5 Jahren kein Problem gehabt zu sagen, dass ich auch mit Kinder 100% arbeiten werde. Leider ist ja auch das ein Tabu-Thema. Wieso Kinder, wenn man dann doch arbeitet! Was ich sagen wollte, als junge Frau wird man direkt in eine Schublade gesteckt ohne dass man gefragt wird. Ich bin jetzt schwanger und möchte nach 1 Jahr Babypause wieder zurück zur Arbeit und das witzigste an der ganzen Sache ist: alle im Geschäft wollen es einem ausreden…ich wäre für mehr Toleranz in allen Richtungen. Vielleicht haben es ja unsere Kinder einmal einfacher….

      • Frank Baum sagt:

        @Eylem: Als junge Frau werden Sie in eine Schublade gesteckt. Das ist so. Das ist ungerecht aber eben: verständlich. Zu sagen, man will trotz Kinder 100% arbeiten, ist aber kein Tabu.

        Wenn Sie das wollen, werden nicht alle in Ihrem Umfeld das gut finden. Es mag sogar sein, dass es die Ihnen die Kollegen im Geschäft ausreden. Ein Tabu ist es aber nicht. Es ist aber klar, dass Sie das wesentlich einschneidender emfinden.

        Einem Arbeitgeber im Interview zu sagen, dass sie vor haben, trotz Kind 100% zu arbeiten, ist hingegen ein Tabu, weil es im Interview gar nicht zur Rede kommen darf.

  14. Olivia Moone sagt:

    Hervorragender Artikel! Gratulation! Genauso ist es. Als ich 35 Jahre alt war, arbeitete ich in einer internationalen Kaderfunktion bei einem Pharmaunternehmen, nachdem ich zuvor einige Jahre in der Softwarebranche in Kalifornien gearbeitet hatte. Es gab zu der Zeit weltweit nur eine Handvoll Leute mit meinem Qualifikationsprofil. Mit 35 kam plötzlich bei Weiterbildungen und Beförderungen auf, dass ich ein Risikofaktor sei, da ich ja noch Mutter werden könnte. Auch heute rufen mich noch Headhunter an, aber sobald sie spitz kriegen, dass ich Mutter bin, bin ich kalter Kaffee. Also bin ich…

  15. Olivia Moone sagt:

    … beruflich von ehemaligs hochqualifizierter Wirtschaftsinformatikerin mit internationaler Managementerfahrung, 4 sprachig, mit MBA in den Sozialbereich gewechselt, wo ich heute wenigstens noch einen Job habe, der meinem Qualifikationsprofil halbwegs entspricht und wo mein Kind auch mal krank sein darf, ich früher wegen einer Schulaufführung heim darf, ohne ein schlechtes Gewissen oder eine Abmahnung beim nächsten Qualifikationsgespräch befürchten zu müssen. Ich arbeite 3 Tage die Woche und unterrichte nebenher an einer Fachhochschule, was sich super mit meinem Kleinkind vereinbaren lässt.

    • plop sagt:

      .. und sie waren ja noch brav, haben Sie so lange mit dem Mutterwerden gewartet…. Ich war zwar nie was Kadermässigs oder so, hab aber vor dem Kind in einem Büro gearbeitet, wos gang und gäbe war, täglich bis 22 Uhr zu arbeiten und ein Wochenendtag dazu, bei Abgaben noch mehr und ich hab das ja auch gemacht, weil das System so funktionierte und es ein Stück weit auch Spass machte. Aber es ist dann ziemlich klar, dass man mit Kind nicht solch einem Ort arbeiten kann. Dieses System kommt glaub auch durch eine ganz starke identifikation durch den Beruf, privates 2.rangig…

      • plop sagt:

        .. und ob sich da mal was ändern wird hängt meiner Meinung sehr stark von uns “Nachfolgern” ab! Gerade Leute wie Sie, Frau Moone, können da was “ändern”, da Sie ja sicher nicht in unterster Position sind…

      • pixel sagt:

        @plop: es gibt solche und solche Buden. Ja, in solchen, wo man bis 22 Uhr und am Wochenende arbeitet, die haben die cooleren Jobs und die bessere Referenz. Aber es gibt auch ein paar ganz nette Ateliers, die sind ganz human. Ich denke, wir sind vom selben Fach ;-) zumindest im Ursprung. Ich hab mich da etwas davonbewegt, weil es mir aber auch nicht mehr so Spass gemacht hat und ich keine Entwicklung gesehen habe. Aber nicht wegen Kind.

      • plop sagt:

        Meine Erfahrungen als Mutter in kleinen Büros sind aber leiderleider auch mässig – irgendwie packen sich einige jobs einfach nur schlecht in 50%… Und eine Vollzeitstelle will ich, wie sie ja sicher schon bemerkt haben, nicht. Also entweder oder. Und manchmal bin ich froh um diese Möglichkeit, alles ganz klar so. Und ich freu mich schon wieder auf die Zeit für Arbeit.

      • Pixel sagt:

        @plop. Das stimmt leider, einige Jobs funktionieren in Teilzeit einfach nicht.. Manchmal hat’s leider aber auch mit der Unfähigkeit des Kreativen Chefs zu tun, ordentlich zu planen und organisieren. Und mit dem, wie die Branche funktioniert. Freuen Sie sich jetzt auf den neuen Spross und die Vergrößerung der Familie:-) ich hoffe, alles gut in und mit der SS?

    • pixel sagt:

      @olivia: Sie sprechen Sachen an, die kommen mir sehr bekannt vor! Danke, ich empfinde und empfand genauso!

      • pixel sagt:

        im übrigen ist es genau das, was ich für meinen Teil mit UMDENKEN meine. es geht nicht um die theoretische Umsetzbarkeit sondern um das, wie das Umfeld darauf reagiert, wenn man plötzlich Mutter ist. Es reagiert nämlich mit genau diesen altbackenen Klischees. Da hilft leider ausser Umdenken nix….

  16. Papi sagt:

    Die Frauen werden politisch korekt umzirkelt, und trotzdem fordern die Frauen immer mehr. Der mann kann keine Kinder gebähren. das kann nur die Frau. In dem Sinne kann sie entscheiden: Kinder oder Karriere, oder der man verzichtet auf seine karriere. Dies ist eine private Entscheidung, und sollte nicht an die Allgemeinheit übertragen werden. Die andauernde Hilferufe bestimmte Frauen Gruppierungen bezüglick Karriere und Kinder, scheint mir ein Zeichen von unselbständigkeit; immer wieder mehr Staat verlangen. Und wieso denken bestimmte Frauen, dass sie stellvertretend für alle Frauen sprechen.

    • Valeria sagt:

      “Der mann kann keine Kinder gebähren. das kann nur die Frau.”

      Ja, aber Gebären ist zwar ein wichtiger, aber nur ein kleiner Teil des Kinderhabens (v.a. zeitlich sehr begrenzt). Ausser Schwanger sein und Stillen, kann der Mann alles auch übernehmen. Also, warum MUSS die Frau sich zwischen Karriere und Kind entscheiden und nicht der Mann?

      • Sportpapi sagt:

        Oder der Mann verzichtet auf Karriere. Hat er doch gesagt.

      • Valeria sagt:

        Sorry Papi, die versteckte Wortkonstruktion “der man” habe ich schlicht überlesen. In diesem Sinne kann ich Ihrem Beitrag zustimmen, insbesondere dem letzten Satz.

  17. Tomas sagt:

    Die Bezeichnung Ego- Mamas traf ins Lebendige, gell?
    Ich stamme aus dem Ostblock, und dort “durften” ALLE Frauen arbeiten. Der Staat versorgte die Kinder in grosszügigen, professionell geführten Kindereinrichtungen mit eigenem Koch-, Putz- und Medizinpersonal, die Frauen waren auf allen Ebenen zu finden, einschliesslich der obersten. Es gab keine Quoten, das richtige Parteibuch reichte schon. Aus der Sicht der Frau B. ein Schlaraffenland.
    Und nach der Wende? Jede, die es sich leisten kann, träumt von Hausfrauendasein – im Beruf sind nur die, die wollen, oder müssen. So ist es :-)

    Nach der

    • Tomas sagt:

      In der kürzlich veröffentlichten Statistik des Beschäftigungsgrades der Frauen in diesem Blatt war mein Heimatland – wo die Statistik vor der Wende in etwa bei 99% liegen durfte – so weit unten abgerutscht, dass es gar nicht aufgeführt wurde. Wenn ich Zuhause erzähle, wie die Frauen hier dafür kämpfen, in die stressigen Jobs und Positionen ohne einen entsprechenden Leistungsausweis einfach per Quote vordringen zu dürfen, und danach noch jammern, dass es ungerecht sei wenn sie noch daneben Kinder haben, versteht Frau mir dort kein Wort und meint, ich mache mich über sie lustig :-)

      • Beno sagt:

        Nur war die Arbeit für die Frau im Ostblock nicht wirklich erstrebenswert, während eine gute Stelle hier wohl schon

      • Tomas sagt:

        Beno: und zu diesem Schluss kommen sie Aufgrund von was? Ich habe in diesem System dreissig Jahre lang gelebt, gemerkt habe ich nichts davon. Es gab dort wie auch hier interessante und uninteressante Jobs. Der einzige wirklich sichtbare Unterschied war der, dass dort die Frauen überall vertreten waren, und nicht wie hier nur in den typischen Frauenjobs. Noch Fragen?

      • marie sagt:

        aber tomas, dann sollten sie auch wissen, dass dass die “partei” entschied wer wie wo was machen durfte/musste. also fremdbestimmt – ohne parteibuch waren sie einfach draussen oder mussten egal welches “talent” sie mitbrachten unqualifizierte arbeit leisten.
        heute und hier hat mann und frau so etwas wie eine wahl (ok über das selbst- und fremdbestimmt kann man natürlich diskutieren/debattieren). und das ist doch ein unterschied. finden sie nicht?

      • Tomas sagt:

        @m: Das stimmt so in der Form eigentlich überhaupt nicht. Die Parteimitgliedschaft war nur dann nützlich, wenn Mann oder Frau Karriere machen wollte – also eine leitende Position unbedingt anstrebte. Ansonsten konnte jeder machen was er wollte – OK, wenn man wie ich aus einer regimekritischen Familie kam, war es etwas komplizierter wenn man studieren wollte, aber am Ende schaffte ich als “Sohn des Volksfeindes” sogar das.
        Der einzige Unterschied war, das es für jede Uni – und sogar für Gymnasium – eine Aufnahmeprüfung gab, was ich übrigens für sehr erstrebenswert halte.

      • marie sagt:

        man galt ja schon als feind, wenn man nicht in der partei war… sorry.

      • Tomas sagt:

        @m: das ist falsch, zumindest für Tschechien. Wir sind schon immer ein Volk von Querulanten gewesen, Obrigkeit hatte und hat es in dem Land nie einfach. In der Partei waren nur die, die den Quatsch wirklich geglaubt haben (ca. 1 %) und ansonsten nur die, die wirklich Karriere machen wollten und / oder ein ein wenig einfacheres Leben führen wollten.
        Die grösste Mehrheit (ca. 80%) war parteilos, und solange man nicht durch gegenteilige Äusserungen oder Aktionen auffiel, hatte man seine Ruhe. Leute, die wegen Karriere Parteimitglieder waren, hielten es häufig lieber im Bekanntenkreis geheim :-)

      • marie sagt:

        stimmt. die tschechoslowakei fuhr mehr oder weniger immer eine “privatschiene”, wie yugoslawien auch. und doch flüchteten viele auch nach dem ende des prager frühlings, also war’s auch nicht mit allem gut bestellt.
        was mich aber bei ihnen stutzig macht ist die tatsache, dass sie historisch die entwicklung der frauen aus dem ehem. ostblock durchaus reizvoll finden (natürlich aus ihrer sicht), aber die historische entwicklung der frauen im westen verurteilen, im speziellen die der schweizer frauen und dann auch noch pauschalisieren.
        aber eben, ist wohl eine frage ihrer präferenzen.

      • Tomas sagt:

        marie, ich schrieb ihnen schon mehrmals, dass sie mich tragisch missverstehen :-) Was ich hier seit eh und je ergebnislos versuche mitzuteilen ist die Tatsache, dass erstens Gleichberechtigung nicht nur einseitige Vorteile für die Frauen heisst, und zweitens dass eine wirklich emanzipierte Frau nicht ein geschlechtloses Neutrum sein muss.
        In Tschechien sind die Frauen emanzipiert, und keine käme auf die Idee dass dies im Widerspruch mit ihrer Weiblichkeit sein sollte oder dass sie deswegen Männer hassen sollte, wie ich es bei den Emanzen in der Schweiz auf Schritt und Tritt erlebe.

      • Tomas sagt:

        @m: und ja, um zu verstehen, warum viele nach dem prager Frühling geflüchtet sind, lesen sie mal Kundera, zum Beispiel “Scherz” oder “Die unerträgliche Leichtigkeit des seins”, es ist auch sonst keine schlechte Lektüre ;-)

      • marie sagt:

        1/ kundera kenne ich. und die “sonderstellung” der tschachoslowakei ist mir durchaus bewusst.
        ich missverstehe sie durchaus nicht, schon gar nicht tragisch. die historische entwicklung der frauen aus dem ehem. o-block manifestiert hier einfach eine logische konsequenz: früher waren sie gezwungen alles zu machen und die geschlechter wurden damit angeglichen. folge: die geschlechter wollten sich wieder unterscheiden und das haben die mütter ihren töchtern mitgegeben. in der ch: frauen mussten per definitionem frauen sein, dh haushalt, kinder, küche und wenn es nicht reichte durften sie nur mit

      • marie sagt:

        2/ dem segen des mannes arbeiten. und vergessen sie bitte nicht. in diesem lande wurde das frauenstimmrecht erst anno domini 1971 eingeführt. bis dahin brauchten sie die erlaubnis des mannes ein bankkonto zu haben, ein eigener telefonanschluss insofern sie selbständig arbeiteten usw… folge: frauen wollen endlich selbstbestimmt karriere machen.
        man kann das historisch/gesellschaftlich anerkennen und in gottes namen akzeptieren, oder aber nicht.
        sie meinen dass feministinnen jammern? nun tomas, SIE jammern über feministinnen. ich sehe den unterschied nicht.
        würde gerne mehr schreiben, 600z!

      • Beno sagt:

        Thomas
        Tomas sagt:
        8. Mai 2012 um 08:16

        Über die Art und Weise wie sie das “noch Fragen” formulieren, zeigt doch, dass sie einfach nichts Anderes kennen. Ich meine, es ist ja nicht erstrebenswert das System-orientierte Arbeiten jetzt für die Frauen zu idealisieren. Sie weisen scheinbar Spuren vom “Stockholm Syndrom “auf…wo man es einig wird mit seinen Peiniger

      • marie sagt:

        doch doch beno, tomas kennt es auch anders. und dort ist ja der hase begraben.

      • Tomas sagt:

        Hach, Beno, das ist immer der Höhepunkt wenn irgendein Schweizer anfängt mir zu erklären, wie ich zu meiner Vergangenheit zu stehen soll :-) Am besten sind die linken Intellektuellen, die meinen “die Ideen des Sozialismus waren schon OK, aber die Ostblock- Barbaren einfach nur zu dumm um sie richtig anzuwenden”. Anyway.
        Wenn ich ein Problem habe, dann ist es meine stete Weigerung das Hirn abzuschalten und es sich in irgendeiner Ideologie bequem zu machen. Damit stösst man zuverlässig überall an :-)

      • Beno sagt:

        @Thomas

        Wir brauchen da sicherlich nicht weiter zu diskutieren; Fakt ist die Mauer :cool: die ein Staat bauen muss, damit die Bürger nicht weglaufen…dann kann es wohl nicht so weit her sein mit dem System ?!

        Zudem das von ihnen erwähnte Prag; diese Stadt ist so ungefähr die Kriminellste von Europa geworden. Auf viele Dinge hat der Staat keinen Griff mehr; sagen sie jetzt nicht , diese Sphäre wirkt Gleichberechtigend für Frauen… :cool:

      • marie sagt:

        beno, tomas geht es eben nicht um gleichberechtigng. lesen sie doch mal seine stements in sachen frauen ganz genau. ;-) seine ursprünglichen posts: er erzählt “seinen” frauen in prag (?) wie die ch-innen so auf karriere aus sind (selbst bei frauen, die einfach einen guten, interessanten job machen wollen). diese pragrinnen (?) glauben es nicht und finden, er würde sich über diese frauen lustig machen – damit hat er ja genau das getan…
        sorry. B-)

      • Widerspenstige sagt:

        Wenn ich mich kurz einschalten darf: ich kenne mindestens eine Handvoll Frauen aus dem Ostblock u.a. aus Tschechien, Ex-Jugoslawien und Ungarn. Alle sind sie geflüchtet vor dem Staatsregime, weil sie in ihrem angestammten Beruf mit dem System nicht zurecht kamen. Dort waren sie studierte Psychologen, Biologin, etc. und nach der Flucht haben sich diese Frauen nur über ihre Partner definieren dürfen. Eine Anstellung als Biologin war in CH u.a. wegen Zweifel am Studium unerwünscht, sie musste sich völlig unter ihrer Qualifikation in der Gastronomie anstellen lassen! Entwürdigend!

      • marie sagt:

        ws erklären sie das tomas. seine “pragerinnen”, die er kennt, sehen das laut tomas offenbar anders… :shock:

      • Widerspenstige sagt:

        marie, bis zu einem gewissen Grad mag Tomas recht haben. Den Frauen wurden die Türen geöffnet und die Kinderbetreuung vom Staat organisiert und finanziert.

        Das heisst doch, dass Frauen fähig sind, überall beruflich erfolgreich zu sein!

        Soweit so gut.

        Aber wir müssen nicht unbedingt alles 1:1 übernehmen wollen, was negativ in solch totalitären Systemen wie im Ostblock war. Wir haben doch die Möglichkeit, das Positive heraus zu pflücken und eine Kombination vom sozialen System wie in Skandinavien mit bewährten Infrastrukturen unserer sozialen Marktwirtschaft zu verknüpfen. DAS wäre was :-)

      • marie sagt:

        :-D ws ich vertrete die haltung, soll jede/r machen wie sie/er will, solange es niemanden ernsthaft einschränkt. und ich bin definitiv absolute befürworterin des bge! das würde viele probleme lösen, uf ei chlapf!
        aber tomas hat frauen grundsätzlich ein eher sagen wir mal konservatives bild. nun, spricht ja nix dagegen, aber er jammert immer über die pösen, pösen feministinnen. bin gespannt was hr tomas zu ihren ausführungen meint.

      • Tomas sagt:

        Hmm, wenn ich mir die Antworten von Beno hier anschaue, muss ich unweigerlich daran denken, dass in der Schweiz laut diversen Berichten ein schier unglaublicher Anteil der Bevölkerung nicht im Stande ist, auch einen einfachen Text zu verstehen. Aber auch bei marie staune ich einfach nur. Also jetzt ganz einfach: Kern meiner Aussage lautet, dass auch wennn die Bedingungen für berufliche Entfaltung der Frauen beinahe ideal sind, in dem Augenblick, in dem die Frauen freie Wahl bekommen, träumt die Mehrheit von ihnen trotzdem von einem glücklichen Familienleben. Job ist zweiträngig. Alles klar?

      • Tomas sagt:

        @m: unterstellen sie mir nicht Dinge, die ich nie behauptet habe. Nochmals: Gleichberechtigung bedeutet, dass man gleiche Rechte und Pflichten hat, und dafür stehe ich ein. Nicht dafür, was darunter die schweizer Berufsfeministinnen verstehen, denn das hat mit gleichen Rechten überhaupt nichts gemeinsam.
        Versuchen sie meine Texte aufmerksamer zu lesen, oder lassen sie die Unterstellungen, sie bringen nichts.

      • Tomas sagt:

        Beno, so Leid es mir tut, muss ich leider konstatieren, dass ihre Beiträge von einer beinahe grotesken Verwirrtheit strotzen. Versuchen sie entweder zum Thema zu antworten, oder wechseln sie anderswohin, wo ihre Unkenntnis der Materie weniger auffällt. Aber auch dort sollten sie die Beiträge auf die sie zu antworten gedenken, vorher wohl mehrmals und langsam durchlesen. Wie sie auf die Idee kamen, dass ich ein verlogenes, kriminelles Regime in irgendeinem Beitrag verteidige, das wäre ein Thema für eine medizinische Untersuchung :-)

      • marie sagt:

        ok t
        wie stehen sie zu frauen, denen der job und die karriere sehr wichtig ist? und wo sehen sie die problematik, dass es offenbar nicht vereinbar ist?
        danke für eine antwort.

      • Tomas sagt:

        @m: Wir alle – nicht nur Frauen – treffen im Leben Entscheide und bestimmen Präferenzen. Nicht nur Frauen stehen vor der Wahl, ob man eine berufliche Karriere oder vielleicht andere Ziele, die vielleicht in sich ähnlich widersprüchlich sind, anzustreben soll.Während jeder versteht, dass man nicht gleichzeitig ein CEO von einem Weltkonzern, ein Sportler der Weltklasse und erfolgreicher Künstler sein kann – sogar dann nicht wenn man für all diese Gebiete begabt wäre – sind Frauen verwirrt, wenn es um ihre eigentliche Kernkompetenz geht und möchten am liebsten alles gleichzeitig und umsonst.

      • Tomas sagt:

        @m: Ich bin der letzte, der einer Frau Vorwürfe wegen ihrem Lebensentwurf macht, das schafft sie meisten selber viel besser, wie Frau B. eindrücklich mit ihrem Buch beweist. Was ich verwerflich finde ist diese “ihr Männer seid dafür zuständig, dass wir mit unserem Leben zufrieden sind” Mentalität. Jede Frau sollte sich selbst klar machen, was sie von Leben will, und es dann ihrem potentiellen Partner auch so kommunizieren. Und zwar im Bewusstsein, dass manches sich nie befriedigend auf einen Nenner bringen lässt, und ma(n)n sich mit irgendeiner Art von Kompromiss zufrieden geben muss.

      • Tomas sagt:

        @m: nochmals aber zu ihrer Frage: solange eine Frau den Entscheid für eine Karriere ohne Kinder konsequent umsetzt und mit allfälligen Zweifeln bezüglich Kinderglück alleine fertig wird, ist sie meine Heldin. Wenn sie beides will, muss ihr klar sein, dass nicht nur ihr Gewissen, sondern auch alle um sie herum die Leidtragenden werden. Kinder können sich ihre Eltern nicht aussuchen, aber ihrem Partner gegenüber sollte sie ihren Lebensentwurf im Voraus offenbaren. Wenn er sie auch dann noch will, ist alles OK. Sie sollte aber die Umwelt nicht mit ihren Zweifeln zumüllen und alleine klarkommen.

    • Marcel Z. sagt:

      Ich kenne keine einzige Studie, die belegen würde, dass Frauen aus den Neuen Bundesländern vom Hausfrauendasein träumen, ganz im Gegenteil: Frauen ausm’ Östen sind aus jeder hier im Blog diskutierten Perspektive bzgl. Arbeit, Kinder und Familie geradezu vorbildlich. Gerade neulich hat sich eine Kollegin aus der Ex-DDR despektierlich über das hierzulande weitverbreitete oeconomical scanning (verdient er genug?) hiesiger Frauen geäussert: So etwas ist ihr völlig fremd. Nur schon zwischen Ost- mit Westdeutschen Frauen klaffen Welten: Die Hausfrau scheint v. a. ein Wohlstandsphänomen zu sein.

      • Tomas sagt:

        Marcel Z: ich kann keine Erfahrungswerte bezüglich der DDR vorweisen, aber in Tschechien, wo ich herkomme, trat das beschriebene Phänomen deutlich auf. Nach der Wende war es geradezu ein Statussymbol geworden sagen zu können, dass man nicht arbeiten muss, und sich stattdessen dem “was im Leben wirklich zählt” voll widmen kann. Blogs uns Seiten wie diese hier haben dort noch einen gänzlich anderen Charakter: sie beschäftigen sich mehr mit Fragen “wie die Geschlechter zusammenfinden” und praktisch nie mit dem hier üblichen männerfeindlichen Gejammere der Feministinnen.

      • marie sagt:

        das kommt noch, keine angst!

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Ist anzunehmen, ja. Wenn die verschiedenen Völker eines verbindet, dann ist es die Fähigkeit, die Fehler der anderen auch unbedingt machen zu wollen.

      • marie sagt:

        sehe ich eben auch so m d h.

      • Tomas sagt:

        @m: also, dank meinen FB Kontakten mit diversen Models sehe ich, was die jungen Damen in Tschechien so im Leben berührt ziemlich frisch von der Leber… Naja, ich glaube dass seit es Facebook gibt, habe ich noch kein einziges mal etwas von “ach, wenn meine berufliche Karriere bloss weniger Hindernisse hätte” gelesen :-) Dazu muss man vielleicht noch erwähnen, dass 90% der Models eigentlich Studentinnen und angehende Akademikerinnen sind. Die Bezeichnung “Feministin” empfinden 95% Frauen in Tschechien als ein Schimpfwort der übelsten Sorte :-)

  18. Monsieur de Hummel sagt:

    Ein guter Artikel. Die Kernaussage ist für mich tatsächlich, dass für einen Job der oder die jeweils am besten Geeignete eingestellt werden soll.
    Würden Kindern auf Bäumen wachsen, wäre es wohl tatsächlich so, dass Frauen und Männer in etwa gleich in den Kaderpositionen vertreten wären. Aber Fakt ist nun mal, dass Frauen die Kinder zur Welt bringen. Das ist ein gewisser “Standortnachteil”, der nicht zu leugnen ist.
    Aber auch der Artikel kann nicht wirklich erklären, wie der aufzuheben wäre. Abfedern kann man sicher, aber ich glaube schon, dass aufgrund der Schwangerschaft die Frau immer

    • Monsieur de Hummel sagt:

      einen gewissen “Nachteil” haben wird. Aber trotzdem wird die Quote der Frauen in Spitzenjobs stetig zunehmen und bei Gutverdienenden (von solchen Karrieren sprechen wir ja hier) lässt sich die Problematik der Kinderbetreeung auch regeln.

      Aber die Schwangerschaft und die Geburt lassen sich halt mal nicht wegdelegieren. Will man also gar keinen Nachteil gegenüber einem Mann, muss man halt wohl oder übel darauf verzichten.

      • tststs sagt:

        Ich kann Ihrem Gedankengang folgen (und auch zustimmen), habe aber 2 Anmerkungen
        1. Leider fällt die Phase der Gebärfähigkeit und die der Grundsteinlegung für eine Karriere (sprich besserverdienen) bei den Frauen in dieselben 2 Jahrzehnte…
        2. “Schwangerschaft und die Geburt lassen sich halt mal nicht wegdelegieren”, da haben Sie recht, die Probleme entstehen aber erst in der Zeit danach. Im Moment ist es eher noch so “weil schon Schwangerschaft und Geburt Frauensache ist, ist es auch die anschliessende Betreuung”

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Immerhin sind es doch zwei Jahrzehnte. Und nein, die Betreuung spätestens ab dem zweiten Lebensjahr der Kinder lässt sich heute wirklich zu einem grösseren Teil auslagern, wenn man das möchte.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ tsts

        Die anschliessende Betreuung ist der Nachteil, der sich lösen lässt. Da bin ich auch damit einverstanden, dass die Betreuung keinesfalls Muttersache sein muss. Bei einem Job mit gutem Verdienst kann man schon eine Krippe oder eine Amme bezahlen, wenn denn wirklich beide Eltern Karriere machen wollen. Ob das aus Sicht des Kindes gut ist, steht hier ja nicht zur Debatte.

        Bei Punkt 1 ist es tatsächlich schwieriger. Da haben Sie natürlich recht, dass die beiden Ziele zur gleichen Zeit verfolgt werden müssen. Aber was will man dagegen tun?

      • tststs sagt:

        Wenns so einfach wäre, wieso tuns dann nicht alle, resp. warum muss man immer noch darüber diskutieren?

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Man kann höchstens schauen, dass es genug Möglichkeiten gibt, dass die Betreuung nicht auch zu einem Karriereproblem wird. Aber man kann m.E. keinen Arbeitgeber zwingen, eine Frau einzustellen, wenn es denn wirklich ein so grosses Problem sein sollte, wenn sie schwangerschaftsbedingt eine gewisse Zeit fehlen sollte.

        Aber ich glaube, dass viele Jobs doch in Frage kommen, wenn die Frau klar macht, dass sie wirklich nur gerade während dem Spitalaufenthalt und dem Mutterschaftsurlaub fehlt und durch die Betreuung nicht eingeschränkt wird.

      • tststs sagt:

        @Sportpapi und M. de Hummel: also ich bin schon politisch so gestrickt, dass man mal zuerst selber für Betreuung schauen soll (und der Staat nicht schon bei der Geburt für jedes Kind einen Krippenplatz bereit halten muss)… Und eben, die Realität ist nicht: 2xKarriere=20′000CHF/Monat; es ist eher 2xArbeiten=8000CHF/Monat…

      • tststs sagt:

        ja eh, ich bin auch ziemlich überzeugt, dass dieses Problem sich mit der Zeit, sprich mit dem Generationenwechsel in den Chefetagen, massiv verkleinern wird…

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ tsts

        Ich habe das ja auch angetönt, dass ich es für die Entwicklung des Kindes als besser erachte, wenn es nicht die ganze Kleinkindheit in der Krippe verbringt. Ich bin ehrlich gesagt ein Verfechter des Modells, dass sich ein Elternteil zum Grossteil um den Haushalt und die Kinder kümmert. Aber dazu kann und soll niemand gezwungen werden. Das müssen die Eltern unter sich ausmachen.

        Aber wer es sich leisten kann, die Betreuung auszulagern, dem soll diese Möglichkeit offenstehen. Und wenn beide Eltern Karriere machen, dann müsste das finanziell schon gehen.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Die auswärtige Betreuung ist dann rentabel, wenn überhaupt noch ein Rest zusätzliches Einkommen bleibt. Wir zum Beispiel legen im Moment drauf. Aber das ist es uns wert.

      • tststs sagt:

        Lustig, Sie bezahlen um arbeiten zu gehen
        ;-)
        Und bitte nicht falsch verstehen, das ist keine Kritik, sondern eher ein freundschaftliches Zunicken/Gratulieren: davon träuemn doch viele: ein Job, der einem wirklich gut gefällt!

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ja, und das ist glaube ich nicht aussergewöhnlich. Ausserdem ist es auch eine Investition in die Zukunft und gleichzeitig eine Absicherung.

  19. mooth sagt:

    Ich bezweifle es einfach stark, das es eine Tatsache ist, dass (die meisten) Frauen Kinder wollen.

    • tststs sagt:

      Mhmmm ich glaube Menschen (also Frauen und Männer) spüren “biologisch” schon den Drang nach Fortpflanzung…
      Wenn da nur nicht der rationale Geist dazwischen gekommen wäre…
      ;-)

      • mooth sagt:

        Unemanzipierte Frauen und Männer spüren vielleicht noch ab und zu den Drang zur Fortpflanzung. M.E. liegt Emanzipation eben gerade darin, sich nicht mehr fortpflanzen zu wollen. Insofern bin ich auch gegen Mutterförderung, wie sie hier postuliert wird. Das wirft uns um Jahrzehnte zurück.

      • tststs sagt:

        ohu, das ist jetzt aber fies… Emanzipiert heisst für mich zB nicht, den Geist über die Natur zu stellen, sondern beides in einer gleichenwertigen Gesellschaft in Einklang zu bringen…

      • mooth sagt:

        Die meisten Männer tun das ja schon seit eh und je: sie werden bloss passiv Väter, also auf dem Papaier, von Kinderbetreuung nicht die Spur. Sie haben sich eben für den Beruf entschieden. Genau das sollten emanzipierte Frauen auch tun.

      • tststs sagt:

        Das sehe ich genau umgekehrt, in diesem Fall sollten sich die Männer den Frauen anpassen… und ich finde, das tun sie auch schon in immer grösserem Masse (Stichwort Generationenwechsel)…

      • mooth sagt:

        Ich bin halt der Ansicht, dass niemand mehr Kinder zeugen sollte wegen der Überbevölkerung.

      • Nicole sagt:

        @mooth, also nur weil ich gerne Kinder bekommen möchte, bin ich unemanzipiert?
        Kannst Du diese Aussage erläutern? Was ist daran unemanzipiert?

      • tststs sagt:

        @mooth: dem könnte ich zustimmen; hat aber nichts mit dem “biologischen” Wunsch, nach Kindern zu tun… das ist dann eber der Geist, der uns eines besseren belehrt… (damits klar ist: mit “biologisch” meine ich eben den Fortpflanzungstrieb, der in unserer Gesellschaft als “Geilheit” getarnt sein Unwesen treibt *g*)

      • mooth sagt:

        @Nicole: Wenn du Kinder hast, hast du dich dafür entschieden, für sie zu sorgen. Zeit für den Beruf bleibt da wenig, ausser, der Vater kümmert sich um die Kinder. Wenn du dieses Problem vor der Zeugung nicht klärst, bist du unemanzipiert, gleich wie der Vater.

      • tststs sagt:

        Als mMn sind Sie, Nicole, einfach nur mutig…Sie haben auf Ihren Bauch (wortwörtlich) und nicht auf Ihren Kopf gehört… :-)

  20. Kappa Blu sagt:

    Nicht jammern und schimpfen, – sondern einfach selber tun und nicht darauf warten, dass getan wird (von der Wirtschaft, vom Staat oder sonst wem). Befiriedigung in Beruf & Familie muss frau sich selber gestalten. Auch wenn der Gegenwind steif um die Ohren bläst. Wenn es aber glingt, kann frau stolz sein auf sich und Vorbild für die nächste Generation. Und dann klappt das vielleicht, dass in ein paar Dutzend Jahren das Geschlecht bei Berufs- und Familienarbeit keine Rolle mehr spielt. Dafür setze ich mich ein als Chefin über 400 Mitarbeitende in einer familienfreundlichen Organisation.

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