Eine Carte Blanche von Ines Vogel*.

(Bild: Flickr/sdminor81)
Mein Baby weint. Es liegt in meinen Armen und brüllt sich die Seele aus dem Leib. Es spannt seinen kleinen heissen Körper an und streckt seinen puterroten Kopf in den Nacken. Auf Nase und Oberlippe glänzen Schweissperlen. Sein Atem stockt, dann schreit es noch lauter. «Hilf mir doch endlich!», scheint es zu brüllen. Doch ich halte es, sehe ihm in die panischen Augen, und tue: nichts.
So soll ich das machen, hat die Kursleiterin gesagt. Ich bin mit meiner elf Wochen alten Tochter in einer PEKiP-Stunde. Das so genannte Prager Eltern-Kind-Programm bietet Bewegungsanregungen für Babys im ersten Lebensjahr. Wir sind zum ersten Mal da.
Normalerweise nehme ich die Kleine an meine Schulter, wenn sie weint. Ich tröste, singe, trage sie herum – das beruhigt sie. Doch die Kursleiterin erklärt mir, das sei ganz, ganz schlecht für ihre Entwicklung. Ich soll mein Baby «ausschreien» lassen. Nicht, um die Lungen zu stärken, sondern die Emotionsfähigkeit. Ich soll es beim Weinen «liebevoll begleiten», jedoch keinesfalls trösten. Sonst blockierte ich das Kind, verböte ihm zu schreien, kappte die Kommunikation. Und mit Herumtragen würde ich gar einen hyperaktiven Zappelphilip kreieren.
Die Leiterin gibt mir ein Infoblatt. Die Idee stammt aus dem Buch «Auch kleine Kinder haben grossen Kummer» von Aletha Solter. Die schweizerisch-amerikanische Entwicklungspsychologin schreibt: «Säuglinge haben sehr grossen emotionalen Schmerz, der sich aus einer Ansammlung von stressigen Erlebnissen ergibt.» Weinen sei das «Reparaturwerkzeug» dafür. So weit, so einleuchtend. Doch weiter behauptet sie: Wenn man das Baby «liebevoll begleitete», fühle es sich sicher genug, mir seine Gefühle zu zeigen. Beim Schaukeln und Herumtragen nicht. Aha.
Die Kursleiterin fördert in der Gruppe ein exzessives Schreienlassen. Baby quäkt? – Ab in die Wiegehaltung, in die Augen starren und brüllen lassen. Der Lärmpegel ist enorm. Meine Tochter reagiert auf das Weinen der anderen und übertrumpft sie alle mit ihrem Gebrüll.
Mir tun die Ohren weh und das Herz. Was tue ich meiner Tochter an! Mir kommt dieses Schreienlassen rückschrittig und falsch vor. Oder habe ich, wie Aletha Solter schreibt, einfach eine negative Einstellung zum Weinen, weil meine Eltern mich durch Schaukeln vom Weinen abhielten? Verbiete ich meiner Tochter, ihren Kummer auszudrücken und ihren Stress abzubauen?
Meine Freundinnen mit Babys sind gespaltener Meinung. «Wenn man ein weinendes Baby nicht tröstet, lässt man es doch erst recht mit seinem Schmerz alleine,» findet die eine. Eine andere macht bei derselben Leiterin PEKiP und ist überzeugt: «Das Ausweinen tut meinem Sohn gut, er ist anschliessend entspannt.» Ein dritte sieht darin auch eine Entlastung für sich als Mutter.
Remo Largo, der renommierte Schweizer Kinderarzt, widerspricht in seinem Klassiker «Babyjahre» der Theorie von Aletha Solter entschieden. Beim unspezifischen Schreien sollen die Eltern das Baby trösten, und zwar sofort (zumindest bis zum sechsten Lebensmonat). Herumtragen sei die wirksamste Methode. Babys, denen man über ihren Kummer hinweghelfe, weinten im Schnitt weniger.
Als die Leiterin nicht schaut, nehme ich die Kleine doch an meine Schulter und wiege sie. Sie vergräbt das Gesicht an meinem Hals – und entspannt sich.
*Ines Vogel ist freie Journalistin und Mutter einer kleinen Tochter. Bis zu deren Geburt war sie Redaktorin bei der Zeitschrift «Gesundheitstipp». Sie lebt mit ihrer Familie in Winterthur ZH.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 
































































Ratschläge wie von meiner Grossmutter – und ich bin jetzt achzig. Scheinbar wiederholt sich alles.
ich war auch vor 20 jahren mit meiner kleinen tochter in einem PEKiP kurs. aber solchen stuss habe ich nie gehört. was lernt das kind, wenn man es in seiner not alleine lässt? ich kann auf niemanden zählen. eine bessere methode um vertrauen und selbstbewusstsein zu zerstören oder erst gar nicht aufkommen lassen gibt es nicht.
dringend den kurs wechseln und dem eigenen instinkt trauen. erwachsene lässt man auch nicht hängen, wenn sie in not sind!
@dagmar:
“…wenn man es in seiner not alleine lässt?”
ein bisschen unfair, der Kurs empfiehlt schliesslich nicht das Kind in ein Zimmer deponieren zu gehen
und sich möglichst weit weg abzusetzen!
Besuchen Sie besser keinen Kurs, sondern finden Sie selber heraus, was bei Ihnen und ihrem Baby klappt. Zuerst mal schauen, ob beim Baby was offensichtliches nicht ok ist (volle Windeln, Hunger, Bobo, etc.). Dann zu trösten versuchen resp. abzulenken. Falls das Kind innerhalb einiger Zeit nicht aufhört zu schreien, soll entweder jemand anderes (falls vorhanden) das Kind trösten oder das Kind kurz hinlegen, aus dem Zimmer gehen und dann nach so 3 Minuten wieder kommen. Zumindest meine Kinder haben in dem Fall meistens aufgehört zu weinen, weil sie froh waren, dass wieder jemand kam
Zuerst die Empfehlung, keinen Kurs zu besuchen, sondern selber Erfahrungen zu machen. Und dann folgen die Empfehlungen, Anweisungen wie in einem Kurs?
Was ist gegen Gratis-Tipps einzuwenden? Was Ylene empfiehlt entspringt dem gesunden Menschenverstand. Ich würd’s auf jeden Fall auch zuerst so versuchen, bevor ich einen Kurs besuche, wo mir jemand seine abstrusen Ideen verkaufen will. Ein Baby einfach schreien zu lassen, widerspricht jedem menschlichen Reflex. Und wer seinem Kind in so einer Situation nur in die Augen sieht, erkennt nur das Entsetzen, welches dieses Verhalten auslöst.
ganz meine Meiung SP – keinen Kurs besuchen! Ich kann das echt nicht verstehen. Mit offenen Augen und Ohren selbst Erfahrungen sammeln.
Was Kurse nicht berücksichtigen: Kinder sind Individuell. Und Eltern sind es auch! Und das Zusammenspiel dieser individuellen Persönlichkeit ist es erst recht!!
Beim ersten Kind ist es aber doch gut, wenn man sich bei Fragen auch mal an eine Fachperson oder erfahrene Mutter wenden kann. Zum Beispiel die Mütter-/Väterberatung, die Hebamme oder halt wirklich eine Kursleiterin.
Ich bin ganz bei Ihen Sportpapi, aber es gibt halt Leute, die haben das Gefühl (nicht an xy oder Ylene gerichtet), sie seien überall die geborenen Profis…
@ Sportpapi: Da haben Sie nicht ganz unrecht wegen Ihrer ersten Bemerkung.
Aber offensichtlich ist die Dame ganz klar auf Suche nach Tipps. Ich war beim ersten Kind verunsichert und extrem froh um meine Schwiegermutter, nicht nur wegen ihrer Erfahrung und – bei Bedarf – Ratschlägen sondern auch wegen ihrer völlig entspannten “du machst das schon gut”-Art. Ich frage mich nur, wenn einem ein Ratschlag so klar widerstrebt wie im Blog beschrieben, wieso befolgt man ihn dann? Nur weil jemand sagt, dass “man das so macht”? Was für eine Familie stimmt, muss ja nicht für alle stimmen.
selbstverständlich SPP – Mütterberatung da kommt doch eine Vorbei, gibt einem Tipps und so, man ist ja wirklich nicht allein gelassen. Hat Bekannte die schon 1-2 Babys hatten etc.
und Ylene – das ist für mich auch ein Rätsel: dass es soviele Leute gibt, die sich fremdbestimmen lassen, die Dinge tun, welche sie gar nicht überzeugen, nur weil es jmd gesagt hat.
Wow…find’s einfach nur schräg. Mir zerreissts fast das Herz, wenn ich irgendwoe ein Knöpfli weinen höre, geschweige den meins. Wer bitte kommt auf die Idee, einen solchen Kurs zu besuchen, in dem einem eine halbwegs fremde Frau erklärt, wie Frau mit den Emotionen des eigenen Kindes umgehen soll? Ich bin davon überzeugt, dass das rationalisieren des schlechten Gewissens der absolut falsche Weg ist.
Werte Frau Vogel, ich meine…
…wenn eine Kursleiterin etwas sagt, dem Sie entschieden widersprechen
…Sie sich mit den gegebenen Ratschlägen unwohl fühlen
…Sie offensichtlich Angst bekunden, die Kursleiterin könnte Ihre Reaktionen missbilligen
dann sind Sie eindeutig im FALSCHEN KURS!
Egal, wer was sagt, SIE sind die Mutter. Das ist oft nicht leicht, aber ich verspreche Ihnen, derartige Situationen werden ab nun öfter vorkommen. Angst vor anderer Leute Meinung zu haben ist keine hilfreiche Strategie.
Schönen Tag noch!
JA! Die Zivilcourage lässt grüssen.
Der Mensch sollte wieder lernen, mehr auf seinen Instinkt zu vertrauen. Man tut nämlich instinktiv das Richtige. Wenn man als Mami oder Papi den Drang hat, sein Buschi zu herzen, zu wiegen und zu trösten, dann ist das auch gut so. Selbst als erwachsener Mensch ist man froh, wenn einen bei Kummer jemand tröstet und vielleicht sogar in die Arme nimmt. Was soll das also mit sein weinendes Baby einfach nur mehr oder weniger teilnahmslos anzuschauen??? Schwachsinn! Wie viele Menschen auf dieser Welt sind ihr Leben lang psychisch angeschlagen, EBEN WEIL sie zu wenig Zuwendung bekommen haben!!!
Bei solchen Diskussionen verlaufen die Argumentationslinien immer in den selben drei Stufen:
1. Das habe ich bei meinem Kind so erlebt
2. Weil das bei meinem Kind so ist, ist es allgemeingültig und alle anderen müssen das auch so machen
3. Wer das nicht macht, dessen Kind wird hyperaktiv / emotional gestört / bindungsunfähig… und kommt ganz sicher nie ins Gymi!
@the man:
könnte es sein dass Sie die jeweiligen Diskussionsverläufe ein wenig selektiv mitlesen?
schon Brunhild, aber er sagt auch etwas wahres
jeder muss seinen eigenen Weg finden
eine Methode die in meiner Familie super funktioniert, könnte in ihrer Familie schlecht sein, weil es weder zu ihnen, noch zu ihrer Familie passst
in all den Büchern und Kursen – wird ständig Schema F zum Nonplusultra erklärt und dann kann man nur hoffen dass der Teilnehmer gut zu diesem Schema passt. Weil sonst schadets mehr, als es nützt.
@xyxyxy:
ich denke nicht dass alle Kurse und alle Bücher und alle Ratgeber ihren jeweiligen Inhalt
so dermassen ausschliesslich an den Menschen bringen
Ich betrachte das als eine Art zur Verfügung gestellten Garten, ich kann mich umsehen, inspirieren lassen-
denn festgehalten will ich schon haben dass wir allen Instinkten zum Trotz
sehr wohl auch ein gewisses Mass an Knowhow benötigen!-
abwägen kann was mir schmeckt, ausprobiere obs auch der Familienkonstellation “schmeckt” etc.
Und untereinander austauschen was wo wie geklappt, oder eben nicht hat.
alles richtig was sie sagen Brunhild – aber wenn ich diesen Buch- und Kursanhängern manchmal so zuhöre, wie sie auswendiggelernte Sätze hinterherbeten – wie sie wieder begeistert sind von der neusten (eigentlich alten) Theorie, dann kommen mir schon Zweifel.
Keinesfalls besser sind natürlich die Instinktbeschwörer. Die scheinbar nie auch einmal ihr Gehirn einschalten.
Ich denk mir deshalb manchmal: gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Mit Verstand kann man von einem Kurs profitieren, aber weil man Verstand hat, wird man es auch sonst auf die Reihe kriegen.
Ich bin der Meinung, ein Baby schreit wenn es sich mitteilen möchte/muss.
Und wenn die Mutter auf ihre innere Stimme hört, wird sie richtig handeln. Es ist sicher nicht falsch, das Kind auf den Arm zu nehmen.
In dieser Beziehung teile ich die Meinung von Remo Largo.
Vielleicht gibt es eine Kompromisslösung: Kind 2 Minuten schreien lassen, in die Arme nehmen. Falls noch nicht beruhigt: 4 Minuten schreien lassen, dann in die Arme nehmen. Etc, immer die Zeit erhöhen.
Dann merkt das Kind, was das Angebot ist (in die Arme nehmen) und dass es nicht mehr gibt.
Und sonst: immer dem Instinkt vertrauen, jede Kind-Eltern-Kombination ist einzigartig …
Eine Buchempfehlung: SAFE Sichere Ausbildung für Erwachsene von Karl Heinz Brisch. Interessante Ausführungen wie ein Kind eine sichere Bindung zu seinen Eltern bzw. Bezugspersonen aufbauen kann. Sicher nicht mit Schreien lassen… Ein Baby darf schreien, klar, doch es soll dies in einer sicheren Bindung zu seiner Vertauensperson bzw. im Gehalten werden machen dürfen. Oder soll es mit dem Schreien lassen einfach ignoriert werden, bis es resigniert und damit aufhört? Und es nur noch weiss, es ist niemand für mich da, der sich um mich sorgt und kümmert? Einfach nur bedenklich.
das stimmt eben nur teilweise Lily.
Schreien ist nicht immer gleich Schreien. Ich finde es bedenklich wenn Eltern so wenig Sensibilität an den Tag legen, dass sie das nicht erkennen.
Aber nichts ist der Weltuntergang. Eine Beziehung zum Kind wird über einige Jahre hinweg aufgebaut und man darf dabei durchaus Fehler machen.
Kurse, Ratgeber, Ratschläge und Hinweise… alles gut gemeint aber völlig unnötig. Ich kann verstehen, dass junge Eltern verunsichert die grosse Aufgabe Baby angehen. Da bietet sich der Besuch einer dieser Kurse geradezu an (und bitte das Kursgeld gleich am ersten Kurstag mitbringen). Der einzige Satz der dabei nötig wäre: Lernt euer Kind kennen, es ist ein Individuum das genau so seinen eigenen Kopf hat wie jeder von uns, finde heraus was ihm guttut und haltet euch an eure eigenen Regeln.
Wenn man ein wenig gesunden Menschenverstand und Instinkt einbringt, kann man fast nichts falsch mache
sehr gut!
ich hoffe sehr, dass Sie auch in Zukunft Ihr Baby an die Schulter nehmen damit es Geborgenheit und Trost finden kann.
Unglaublich was für Quatsch in solchen Kursen vermittelt wird… Würde mich eher fragen was es für Folgen für das Erwachsenenalter hat, wenn zuwenig Trost und Geborgenheit im Babyalter vorhanden ist…
… schreiben lassen bis es aufhört … es wird mir dabei gleich schummrig, bin angewidert. Das ein Baby mit Weinen stoppt hat dann mehr mit dem natürlichen Schutzmechanismus zu tun, damit es sich nicht verletzt, als dass es sich beruhigt hätte. Der psychische Stress dabei ist von unfassbarem ausmass, kommt einer Folter gleich. Bitte menschlich bleiben !!!
schreien lassen – absoluter blödsinn! die einzige form, in welcher uns ein kind mitteilen kann, dass etwas nicht in ordnung ist – müdigkeit, hunger, volle windeln. das babygeschrei wurde von der natur extra so herzzerreissend gemacht, damit die eltern reagieren. wird konstant nicht reagiert, merkt das kind, dass es eh nichts bringt, sich mitteilen zu wollen und schreit gar nicht mehr, selbst wenn etwas nicht in ordnung ist. das ist reine evolution der natur, schreien hat also einen sinn. einfach da zu hocken und dem zuzuhören, hilft dem kind nicht und macht einen erwachsenen einfach nur fertig
super!
Immer sofort rennen, wenn es schreit, hilft aber auch nicht weiter.
Ich lasse mich von meinem Gefühl leiten. Wenn ich das Gefühl habe, mein Kind braucht mich, dann tröste ich es und wenn ich mal nicht mehr mag oder zu spüren meine, das Kind komme für einen kurzen Moment auch schreiend zurecht, so lasse ich es weinen. Wenn ich dann spüre, dass dem nicht so ist, tröste oder halte ich es wieder. Kinder sind unterschiedlich und Eltern auch, bei meinen fünf Kindern habe ich bis jetzt keine Regel gefunden und würde mir von keiner Kursleiterin sagen lassen, was ich diesbezüglich zu tun habe.
Ich habe selbst keine Kinder, aber selbst ich höre bei Babygeschrei manchmal heraus, ob es einfach nur “unzufrieden” ist oder ob da wirklich ein Problem (volle Windel, Hunger, Schmerzen vom Zahnen) vorhanden ist. Wie genau muss da erst eine Frau mit ausgeprägten Mutterinstinkten doch eigentlich selbst beurteilen, wie ihrem eigenen Fleisch und Blut am Besten geholfen wird. Liebe Mamis, verlasst euch bitte einfach auf euren Instinkt.
Das Problem ist, nur weil man weiss/fühlt, weswegen das Baby schreit. ist das Geschrei noch lange nicht gelöst; bei einer vollen Windel oder Hunger sind die Chancen gross, aber wenn das Kleine einfach wieder einmal den Schlaf nicht findet, dass nützt alles Wissen/Fühlen nichts…
Als Hebamme weiss ich: ein schreiendes Kind in seiner Not alleine zu lassen, grenzt an Misshandlung. Das Kind drückt sein Bedürfnis in Form von Schreien aus, weil es keine andere Möglichkeit hat und nicht, um seine Eltern&Mitmenschen zu nerven. Wird sein Bedürfnis missachtet und geschieht dies auch noch willentlich, zerstört man sein Urvertrauen in die eigenen Eltern. Das Kind sieht ja, dass die Mama da ist und ihm trotzdem nicht hilft. Stellen Sie sich alle mal vor, wie es wäre, wenn sie aus vollem Hals um Hilfe schreien würden und Ihre Liebsten würden Ihnen nur tatenlos in die Augen starren!
Nun ja. Das ist völlig falsch was da gelernt wird. Dass man nicht gleich reagiert ist ja klar… aber “ausschreien lassen” – wo sind sie denn da reingeraten? In die Tigermütter-Drill-Klasse? Wie halten sie das aus? Werden sie da nicht ein kleines bisschen agressiv bei dem geschrei? Wenn Babys Menschen sind dann tut trösten sicher not, wollen wir ja auch wenn es uns nicht gut geht.
Unsere erste Tochter hat in Ihrem ersten halben Lebensjahr täglich bis zu einer Stunde durchgeschrien. Wir haben Sie an die Schulter genommen, geschaukelt und was weiss Gott noch alles probiert, was uns unser “Menschenverstand” mitgeteilt hat. Hat alles nichts genützt. Unser Ziel war ziehmlich eigennützig: Stoppt diesen Lärm.
Sie hat erst damit aufgehört, als wir Grossen begonnen haben, Sie in Ihrem Kummer liebevoll zu begleiten und akzeptieren konnten, dass Sie halt jetzt einfach traurig ist.
Ich kann von daher das Buch “Auch kleine Kinder haben grossen Kummer” sehr empfehlen.
Es geht von da her nicht um ein Schreien lassen im Sinne von Im Stich lassen, sondern darum, das Schreien als Teil der Emotionen des Kindes zu akzeptieren und zuzulassen.
Da scheint die Autorin des Artikels etwas nicht richtig verstanden zu haben. Bitte recherchieren Sie besser, bevor Sie hetzerische Artikel über PEKiP Kurse – die im übrigen fantastisch sind – schreiben.