Eine Carte Blanche von Ines Vogel*.

(Bild: Flickr/sdminor81)
Mein Baby weint. Es liegt in meinen Armen und brüllt sich die Seele aus dem Leib. Es spannt seinen kleinen heissen Körper an und streckt seinen puterroten Kopf in den Nacken. Auf Nase und Oberlippe glänzen Schweissperlen. Sein Atem stockt, dann schreit es noch lauter. «Hilf mir doch endlich!», scheint es zu brüllen. Doch ich halte es, sehe ihm in die panischen Augen, und tue: nichts.
So soll ich das machen, hat die Kursleiterin gesagt. Ich bin mit meiner elf Wochen alten Tochter in einer PEKiP-Stunde. Das so genannte Prager Eltern-Kind-Programm bietet Bewegungsanregungen für Babys im ersten Lebensjahr. Wir sind zum ersten Mal da.
Normalerweise nehme ich die Kleine an meine Schulter, wenn sie weint. Ich tröste, singe, trage sie herum – das beruhigt sie. Doch die Kursleiterin erklärt mir, das sei ganz, ganz schlecht für ihre Entwicklung. Ich soll mein Baby «ausschreien» lassen. Nicht, um die Lungen zu stärken, sondern die Emotionsfähigkeit. Ich soll es beim Weinen «liebevoll begleiten», jedoch keinesfalls trösten. Sonst blockierte ich das Kind, verböte ihm zu schreien, kappte die Kommunikation. Und mit Herumtragen würde ich gar einen hyperaktiven Zappelphilip kreieren.
Die Leiterin gibt mir ein Infoblatt. Die Idee stammt aus dem Buch «Auch kleine Kinder haben grossen Kummer» von Aletha Solter. Die schweizerisch-amerikanische Entwicklungspsychologin schreibt: «Säuglinge haben sehr grossen emotionalen Schmerz, der sich aus einer Ansammlung von stressigen Erlebnissen ergibt.» Weinen sei das «Reparaturwerkzeug» dafür. So weit, so einleuchtend. Doch weiter behauptet sie: Wenn man das Baby «liebevoll begleitete», fühle es sich sicher genug, mir seine Gefühle zu zeigen. Beim Schaukeln und Herumtragen nicht. Aha.
Die Kursleiterin fördert in der Gruppe ein exzessives Schreienlassen. Baby quäkt? – Ab in die Wiegehaltung, in die Augen starren und brüllen lassen. Der Lärmpegel ist enorm. Meine Tochter reagiert auf das Weinen der anderen und übertrumpft sie alle mit ihrem Gebrüll.
Mir tun die Ohren weh und das Herz. Was tue ich meiner Tochter an! Mir kommt dieses Schreienlassen rückschrittig und falsch vor. Oder habe ich, wie Aletha Solter schreibt, einfach eine negative Einstellung zum Weinen, weil meine Eltern mich durch Schaukeln vom Weinen abhielten? Verbiete ich meiner Tochter, ihren Kummer auszudrücken und ihren Stress abzubauen?
Meine Freundinnen mit Babys sind gespaltener Meinung. «Wenn man ein weinendes Baby nicht tröstet, lässt man es doch erst recht mit seinem Schmerz alleine,» findet die eine. Eine andere macht bei derselben Leiterin PEKiP und ist überzeugt: «Das Ausweinen tut meinem Sohn gut, er ist anschliessend entspannt.» Ein dritte sieht darin auch eine Entlastung für sich als Mutter.
Remo Largo, der renommierte Schweizer Kinderarzt, widerspricht in seinem Klassiker «Babyjahre» der Theorie von Aletha Solter entschieden. Beim unspezifischen Schreien sollen die Eltern das Baby trösten, und zwar sofort (zumindest bis zum sechsten Lebensmonat). Herumtragen sei die wirksamste Methode. Babys, denen man über ihren Kummer hinweghelfe, weinten im Schnitt weniger.
Als die Leiterin nicht schaut, nehme ich die Kleine doch an meine Schulter und wiege sie. Sie vergräbt das Gesicht an meinem Hals – und entspannt sich.
*Ines Vogel ist freie Journalistin und Mutter einer kleinen Tochter. Bis zu deren Geburt war sie Redaktorin bei der Zeitschrift «Gesundheitstipp». Sie lebt mit ihrer Familie in Winterthur ZH.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 






























































Bis heute war ich der Meinung, dass 1 Baby mit seinem Schreien etwas mitteilen will. Kommt mir etwas gschpässig vor, wenn man sie einfach emotionslos anschauen und nichts tun soll. Da gibt Leute die erwachen am Morgen und haben einfach so eine Schnapsidee. Wenn mein Töchterli, als sie noch ein kleines Würmli war, Bauchkrämpfe hatte, trug ich es immer mit dem Bauch nach unten auf meinem Arm durchs Wohnzimmer. Manchmal bis ich stechende Schmerzen im Kreuz hatte. Sie liebte es in der dunklen Stube die kleinen farbigen elektr. Weihnachtskerzen anzuschauen, die wir am Türrahmen angebracht hatte.
“Die schweizerisch-amerikanische Entwicklungspsychologin schreibt” – da sage ich nur schelmisch, dass sie halt etwas amerikanisch sei, damit inferiorer – kontaminiert – und die Helveto-Europäer ‘VIEL WEITER’ seien. Deshalb sei die Theorie etwas ‘abstrus’. Für den weiteren Verlauf der Diskussion hier nehme ich dann eine Portion Popcorn Marke Orville Reddenbacher. die mit dem Zitronenpfeffer. in der Mikrowelle innert 90 Sekunden zubereitete und lehne mich zurück.
ich denke Ihre Instinkte bewogen sie letztlich zur richtigen Handlung.
damit will ich nicht in Abrede stellen, dass ein Schreibebe problematisch sein kann und das damit verbundene Machtverhältnis eine Korrektur benötigen könnte. Aber so, wie sie die PEKIP Studie schildern, kommt mir das doch eher grausam vor.
Schreibebe und Machtverhältnis – das fängt ja gut an…. Wieder mal eine Projektion von Katharina.
Warum Projektion?
Perfektes Foto! Es sagt alles aus. Hier sind sämtliche Gefühle die eines Handelns bedürfen. Niemand schreit von Natur aus einfach blöd um sich um den Frust oder den angestauten emotionalen Stress (….??) abzubauen. Was mich ausserdem interessieren würde: wie sieht denn das liebevolle Begleiten denn nun genau aus? Es anlächeln und sagen, ach komm, das wird schon wieder? Oder sich liebevoll übers Baby zu beugen und sagen: ich kann dich sehr gut verstehen, aber du musst lernen alleine damit klarzukommen?
Ist das nicht geradezu gefährlich? Ein schreiendes Baby ist nerventötend. Wenn man ihm jetzt evtl. stundenlang zuhören muss, ohne etwas tun zu “können”, muss man sich da nicht irgendwann gewaltig zusammenreissen, um das Kind nicht zu schütteln u.ä.?
Warum sollten wir bei so etwas Grundsätzlichem gegen unseren Instinkt gehen? Tausende Generationen von Frauen haben ihre Babys herumgetragen, wenn sie schreiten (weil das nun mal SEHR STARK in unserer Natur liegt), und es haben sich ja wohl längst nicht alle von uns in emotionsgestörte Zappelphillipe entwickelt.
Das ist nicht der letzte Schrei, sondern eine wieder aufgewärmte Einstellung unserer Grossmütter. “Früher sei man halt nicht immer sofort gerannt, Schreien stärke die Lunge, du verwöhnst dein Kind, …. ” sind teilweise heute noch gängie Aussagen alter Leute
@4xPapi:
auch für Sie: es steht nirgendwo was von “nicht sofort hinrennen”,
im Gegenteil!
Natürliche Instinkte und nicht soziale Normen sind die besten Wegweiser in der Erziehung.
“Säuglinge haben sehr grossen emotionalen Schmerz,
der sich aus einer Ansammlung von stressigen Erlebnissen ergibt.”
Entwicklungspsychologische Feststellungen sind letztlich, besonders in frühem Alter,
oft Annahmen aus unsere Erwachsenenperspektive, es sind wir, die annehmen,
aufgrund von a bis hundertelf, müssten da enorme Stresserlebnisse vorliegen.
In vielen Fällen sind die Annahmen tatsächlich so und die darauf gründenden Massnahmen absolut folgerichtig.
Aber ab und zu könnte es auch sein dass mensch sich ein wenig verrannt hat…
2/ den Hinweis auf den anderen Jungen, bei dem das offenbar viel Entspannung bringt, finde ich ungemein wichtig.
Auch Kleinstkinder sind individuell, bei dem einen wirkt Wunder was beim anderen das Problem bloss verschlimmert.
Herauskristallisieren was nun bei meinem Kind genau hilft-
und sich bewusst sein dass es beim nächsten Kind wieder ganz anders sein kann!
das ist das grosse Abenteuer, bei dem alle Ratgeber nützlich sein können,
mir aber nie den Weg selber abnehmen.
3/ Ich hab zwar den Einen auch in Schlaf schreien lassen, nachdem ich selber fast draufgegangen wäre,
aber wenn sie bei mir geschrieen habe ging ich da ebenfalls “aktiver” vor und wollte das nicht auf
“bewusst halten und durch Blickkontakt Zuwendung signalisieren und innerlich mitgehen”
beschränken-
hyperaktiv ist deswegen keines geworden.
Guten Morgen, Brunhild. Sie haben mir, wieder mal, schon am frühen Morgen aus der Seele gesprochen, deshalb kann ich jetzt beruhigt meiner Arbeit nachgehen. Einen schönen Tag!
“Sonst blockierte ich das Kind, verböte ihm zu schreien, kappte die Kommunikation. Und mit Herumtragen würde ich gar einen hyperaktiven Zappelphilip kreieren.”
Was für ein ausgemachter Blödsinn! Unsere Tochter hat sehr viel geschrien, wir haben sie nächtelang getragen und getröstet. Inzwischen ist sie 19, Maturandin und weit entfernt von Zappelphilip. Mütter, hört doch einfach auf eure Gefühle und schaltet den gesunden Menschenverstand ein statt auf irgendwelche “ExpertInnen” zu hören, die sich wichtig machen wollen!!!
Genau!
Wieder so ein Esoteriker-Mist, der kriminelles Verhalten einem wehrlosen, verletzlichen Geschöpf gegenüber propagiert. DIESE KURSE MÜSSEN SOFORT VERBOTEN WERDEN. Das Kind schreit um Hilfe – wer das nicht kapiert, hätte nie Vater / Mutter werden dürfen, denn er ist seelisch schwer gestört und wird diese Störung seinem Kind “weitervererben”
weil sie schon schön austeilen …. denken sie mal darüber nach.
Eltern die so hysterisch sind, hätten evt. keine Kinder haben sollen.
Nein nicht jedes mal wenn ein Baby schreit, schreit es um Hilfe. Babys sind nicht so eindimensional. Sie haben nur noch nicht die Kommunikationsmöglichkeiten wie wir.
Manchmal schreit es um Hilfe, manchmal um sein Missfallen auszudrücken, manchmal um seinen Willen durchzustieren, manchmal weil es sagt ICH HABE SO VIEL ERLEBT HEUTE JETZT WILL ICH EINFACH MAL MEINE RUHE UND DAS ALLES SELBST VERARBEITEN.
Gute Eltern sind sensibel für die versch. Bedürfnisse
Ich bin ganz bei Ihnen xy; nur eine kleine Korrektur: Und wenn die Eltern mal das Bedürfnis nicht genau erkennen, macht das auch noch keine Rabeneltern aus ihnen!
absolut einverstanden tsts!
absolut keine Tragödie wenn man Fehler macht –
natürlcih versuchen wir Fehler zu vermeiden, aber unser Kind, wird in einer WElt leben müssen, wo es immer wieder missverstanden wird und manchmal auch etwas ertragen muss
zudem gilt auch, wir sind nicht die Diener eines Mimosenkönigs, sondern seine liebenden Eltern
“wir sind nicht die Diener eines Mimosenkönigs”
Schmunzler des Tages
man kann auch alles übertreiben
Babys schreien aus verschiedenen Gründen und deshalb muss man verschieden reagieren. Mit eine Gespür findet hat man nach einigen Monaten den Dreh raus.
Aber es ist wahr, wenigstens bei unseren: vor dem Einschlafen, war ihr schreien in den meisten Fällen, ein verarbeiten der Tageseindrücke. Da war es das Beste sie schreien zu lassen. Man konnte sogar auf die Uhr schauen: nach 12 Min. vorbei, eingeschlafen – mit der Zeit wurde es immer kürzer. Trösten half nichts, ging nur noch länger.
Aber wie gesagt, das ist nur EIN Aspekt. Hunger, Unwohlsein, ICH WILL, Angst
… sind andere Gründe und dann muss man anders Reagieren: d.h. trösten, füttern, Quelle des Unwohlseins ergründen, oder dem Baby klar machen, dass es nicht der einzige Mensch im Universum ist.
Es ist ein Zeichen von Dummheit, wenn man die verschiedenen Facetten nicht berücksichtigt und aus einer Teilwahrheit so etwas wie eine neue Religion macht
Mich interessieren meine Ohren und Nerven bedeutend mehr als die ‘Emotionsfähigkeit’ irgendeines Goofen. Deshalb werde ich Eltren, die ihre Brut an unpassendem Ort einfach schreien lassen, weiterhin höflich aber bestimmt auffordern, wenigstens den Versuch zu unternehmen, den Schreihals ruhig zu stellen.
…wenn wir dann aber dereinst von hyperaktiven Herumzapplern umgeben sind,
(immerhin, das muss man Ihnen zugute halten, Sie verbleiben in der Höflichkeit…)
dann tragen Sie daran mit Verantwortung, wie können Sie nur derart destruktiv eingreifen!
Was ist denn ein “unpassender Ort “für Kindergeschrei?!
Überall, wo Unbeteiligte durchs Geschrei gestört werden, insbesondere dort, wo man sich dem Geschrei nicht entziehen kann.
Extrembeispiel: im Flugzeug, gerade vor einigen Wochen wieder erlebt….
Nun, da können Sie schon beim Zug anfangen. Mich zB stört 5minütigen, wirklich lautes Babygeschrei bedeutend weniger, als wenn ich neben jemandem sitze, der mich 30min lang auf seinem Kopfhörer mithören lässt… währenddessen rümpft vllt mein Sitznachbar die Nase wegen des Kebabs des anderen Nachbarn. Und dann hat es da noch so einen Orthodoxen, der ständig hin- und herwippt und still vor sich hinbetet… Ach ja, und dann noch der Deutsche, der sich in sein Handy lauthals über das Kindergeschrei beschwert…
Sie sehen, es hat für jeden was Störendes dabei
Möglicherweise missverstehen Sie mich; es ging in meinem ursprünglichen Kommentar ums Verhalten der Eltern. Ich mache bestimmt den Eltern (und schon gar nicht dem Kind) einen Vorwurf, wenn der Goof zu schreien beginnt. Was ich aber überhaupt nicht ab kann, ist wenn die Eltern dann nicht mal versuchen, den kleinen Racker zu beruhigen, so nach dem Motto “Mein Kind, das Halbgötterchen, schreit jetzt halt, damit müsst ihr leben, ihr Würmer!!” Dann kriegt der/die/das Elter was zu hören, und wenn sie dann meinen, auf Löwenmutter machen zu müssen, gibt’s gleich noch was dazu.
GB, ich denke aber mal, dass solche Eltern eher dünn gesät sind… Haben Sie Kinder? Ich empfand das immer als ziemlichen Stress, ein weinendes Bébé im öffentlichen Raum. Da tut man doch alles… Schwieriger wirds dann, wenn die kleinen ein bisschen älter sind und das Schreien nicht mehr ganz so “arglos” iat… Sie müssten also damit rechnen, dass ich meinen 3jährigen im Zug schreien lassen würde statt seinem gezwängel nachzugeben… Das ding mit dem Flugzeug, da kann ich Sie verstehen, da kann man nicht einfach Abteil/Zug wechseln..
Wir haben auch so einen Kurs gemacht… Und unsere Kursleiterin hat dasselbe erzählt, den Ausschnitt aus dem Buch kenne ich auch. Trotzdem sträubt sich alles in mir gegen diese Art von Weinen lassen (wie noch gegen vieles weitere, das uns die Kursleiterin erzählt hat). Weinen zum Stressabbau ja, aber deshalb kann ich mein Kind trotzdem trösten. Jeder weiss doch aus eigener Erfahrung, wie gut das tut! Ich höre einfach auf meinen Instinkt.
Eine Stimme mit intaktem Instinkt und Empathiefähigkeit. Es ist noch nicht alles verloren in diesem emotional höchst desorientierten Menschenhaufen.
Ich habe mir in letzter Zeit überlegt, uns zu einem Pekip Kurs anzumelden. Aber nach dieser Info ist das für mich ein für alle Mal gestorben.
@mira:
der Kurs besteht ja nicht nur aus dieser einen Vorgabe…,
ich würd trotzdem mal hingehen, was ich schon drüber gelesen habe klingt nicht dermassen dramatisch wie es nun dieser Artikel zu scheinen vorgibt.
Und kritschere KursteilnehmerInnen schaden gar nie, jedem Lehrmaterial schadet ein Hinterfragtwerden in Praxis nicht.
Mein ältester war im PEKIP. Die Rückmeldungen meiner Frau waren auf jeden Fall sehr positiv. Interessant, wenn auch nicht unerlässlich (weshalb wir es aus logistischen Gründen dann bei den zwei jüngeren gelassen haben).
@mira Der Pekip-Kurs war nicht nur schlecht. Ich ging in erster Linie da hin, damit unser Kind mit anderen Kindern zusammentrifft und der Austausch mit den anderen Müttern war auch nicht schlecht. Man kann vom Kurs das mitnehmen, was einem zusagt, den Rest lassen.
Liebe Mira
Werfen Sie die Idee einen PEKiP Kurs zu besuchen noch nicht ganz fort. Was Frau Vogel beschreibt hat definitiv nichts in einem PEKiP Kurs verloren! Schwarze Schafe gibt es überall, die überwiegende Mehrheit von PEKiP Gruppenleiterinnnen (sagen wir Mal 48 von 50…) würde sich davon distanzieren. Die Bindung von Eltern und ihren Kindern, sowie das feinfühligen eingehen auf ihre Bedürfnisse (die der Babys UND der Eltern) sind wichtige Elemente eines qualitativ guten PEKiP Kurses. Also bleiben Sie dran, PEKiP ist eine tolle Erfahrung und macht Spass. Herzliche Grüsse, Gabi Woerlen
Ich könnte nie ruhig bleiben in so einem Kurs mit einer dermassen beschränkten Kursleiterin. Wenn ich Leute sehe, die ihre Kinder einfach schreien lassen, packt mich die kalte Wut. Aber heute ist jeder ein Experte, der irgend ein Kürsli besucht hat.
sowas ist ja KRANK! was gibt das für menschen, die schon in den ersten lebenstagen erfahren, dass sie nicht ernst genommen werden, ihre bedürfnisse ignoriert werden????? viele mütter lassen schon so ihre kinder viel zu lange schreien während sie mit der freundin tratschen, den SUV buggy mit dem verständlicherweise genervten kind durch den H&M schieben usw. Es wäre mal an der zeitz wenn die mütter, wieder mütter wären und nicht alles an ärzte und sogenannte fachleute delegieren würden, sondern aus ihrem herzen und ihrem gefühl handeln!
……….die armen Nachbarn
Ehm, als Vater von Drillingen gestehe ich, dass ich die drei ab und zu habe “ausschreien” lassen; mangels Möglichkeit, alle Drei gleichzeitig zu tragen. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich das positiv oder negativ auf deren Entwicklung ausgewirkt hat. Es gibt viele “Experten”, die in dieser Hinsicht Ratschläge erteilen, die wohl auch gut gemeint sind. Meine Empfehlung an alle Mütter und Väter ist, das zu tun, was sie in der Situation als das richtige empfinden. Ich weiss, einfacher gesagt als getan.
Wir halten uns mit unserem 9-Monate alten Racker an unseren gesunden Menschenverstand. Früher – als Nicht-Eltern – war doch Babygeschrei einfach Babygeschrei und hat prinzipiell genervt. Punkt. Heute wissen wir aber ziemlich genau – und so geht es ganz sicher allen anderen Eltern auch – wann das Schreien “ernst gemeint” ist und wann der Kleine einfach die Aufmerksamkeit auf sich ziehen will oder reklamiert, weil wir ihm irgendein cooles Spielzeug aus Sicherheitsgründen wegnehmen mussten. Und logisch: wenn er schreit, weil ihm wirklich etwas fehlt, weh macht o.ä. dann trösten wir ihn sofort!
omfg
Als jemand ganz ohne Erfahrung sag ich auch noch was:
-Schreien lassen? Unbedingt. Sonst müsste man dem Baby ja den Mund zuhalten etc.
-Trösten ist vielleicht nicht immer das Beste. Einfach da sein ist manchmal vielleicht besser.
-Wenn das Geschrei an die Nerven geht Ohrenstöpsel (bei sich) einführen.
Haben Sie auch Ohrenstöpsel für alle Mitmenschen in der Umgebung dabei?
Ein Baby schreien zu lassen ist ein Nogo und zeugt von Gefühlskälte. Das Baby schreit, weil es sich unwohl fühlt. Es kann sich noch nicht selber helfen, also müssen das die Eltern/Betreuungspersonen tun. Vielleicht hat es Hunger? Vielleicht hat es Angst? Die Windel voll? Vielleicht braucht es einfach Wärme, Liebe, Körperkontakt?
Eine Ausnahme ist für mich allfälliges abendliches Schreien aufgrund der Verarbeitung der Tageseindrücke. Unsere Erste hatte das nicht, aber der Zweite hatte jeden Abend seine 5 Minuten. Herumtragen hat das Schreien einfach verzögert, aber nie verhindert. Wenn also “alles nichts hilft”, dann finde ich es ok, das Baby zB auf die Brust zu legen und seinen Schmerz “annehmen”. Bei uns war es dann jeweils nach 10 Minuten vorbei und das Baby lächelte wieder.
Schön, wenns nach 10 Minuten vorbei ist. Unsere Tochter liess sich mindestens eine Stunde rumtragen (sehr zappelig ist sie trotzdem nicht geworden), gerne auch mal 2 Stunden, und schrie volles Rohr. Aber mir war eigentlich immer klar, dass wir sie durch das Schreien begleiten müssen. Aber am Schreien hat sie das Rumtragen nicht gehindert.
@UPS – falls es sich um Sinneseindrücke vor dem Schlafengehen handelt, kann rumtragen, das Schreien sogar verlängern! Weil es am Verarbeiten hindert.
Bei unseren haben wir das festgestellt. Ich schrieb oben von 12 Minuten – die ersten drei vier mal waren es wohl mehr als 20 Min. dass wir es schreien liessen (Sinneseindrücke verarbeiten, nur dann!)
Dann wurde es schnell weniger, und das Baby schlief total zufrieden ein.
Zudem haben wir das auch immer gemerkt, wenn es aus einem anderen Grund schrie. Das hört sich tatsächlich verschieden an.
@Ups
Rumtragen ist eben beruhigen und nicht “Schmerz annehmen”. Bei uns hat das Rumtragen eben auch verlängert. Wenn es nur um das Verarbeiten von Sinneseindrücken geht (und nicht weil es hungrig ist/Nähe braucht etc), dann am besten auf die Brust legen oder neben einem aufs Bett und leise mit dem Baby reden und es “ernst” nehmen.
Sie schrie im Stubenwägeli, wir daneben sitzend und leise redend, sie schrie neben mir im Bett, sie schrie mich um den Verstand. Und ev. lag dort der Hase gebraben… Ich ne Wochenbettdepression, das muss ja aufs Kind abfärben,-)
ups – nichts für ungut, ich behaupte nicht, dass alles bei allen Kindern gleich ist
gut wenn die Phase vorbei ist
und klar wenn es Mama nicht gut geht… spürt das das Kind, ein Teufelskreis
Ist möglich, Ups, muss aber nicht^! Es gibt einfach diese Schreibabies (manchmal dauert die Phase nur 3 Wochen, manchmal 6 Monate…und die haben nichts mit der Mutter und deren Gefühlslage zu tun… Und eben, da verpasst man dem Kind noch lange kein Trauma, nur weil man es mal alleine lässt… (oder tun sie dem Kind Ohrstöpsel rein, weil es sich ja selber halbtaub schreien könnte?!)
Können wir nicht ab und zu einfach Dinge/Probleme hinnehmen, ohne sie sofort verstehen/lösen zu können?!
@Ups
Das tut mir leid für sie. Eine Wochenbettdepression ist bestimmt kein besonders guter Start ins Leben. Es ist schrecklich, wenn man dem Baby einfach nicht helfen kann. Vielleicht hatte das Baby ja noch Bauchschmerzen/Kolliken oder sonstwelche “unsichtbare” Beschwerden.
Ja, das muss ganz schrecklich sein, wenn man selber schon unter dem Limit ist und dann das Kind dauernd schreit. Gut möglich, dass es eben aus diesem Grund schrie, aber das hilft dann auch nicht weiter, da braucht die Mutter tatkräftige Unterstützung!
Mein erstes Kind hatte auch 3-Monats Krämpfe, ich massierte ihm dann jeweils ganz zart das Bäuchlein, das half meistens, aber oft dauerte es eine Weile. Ich hab schon gehört, dass gestillte Kinder stärker unter diesen Krämpfen leiden, weil die MM dünner ist. Ich würde auf jeden Fall Babymassage ausprobieren.