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Susanne Taverna am Sonntag den 29. April 2012

Die Sache mit dem Kater

Nimm mich: Hauskatzen müssen sich an neue Mitbewohner gewöhnen. (Bild: Keystone)

Nimm mich: Hauskatzen müssen sich an neue Mitbewohner gewöhnen. (Bild: Keystone)

Schon als der Bauch sich zu Wölben begann, wurden die ersten kritischen Voten an mich herangetragen. Seit zwölf Jahren begleiten mich meine zwei Stubenkater durchs Leben. Wechseln mit mir die Wohnung, nehmen mit mir Gäste auf und ruhen sich mit mir gemeinsam aus. Was nun, wenn plötzlich ein Baby da ist? Ein menschlicher Bruder, der fast die ganze Zeit in Anspruch nimmt (zumindest zu Beginn) und auch noch anfängt, das katzeneigene Refugium zu erobern?

Ich selber hatte mir da weniger Sorgen gemacht. War mir sicher, wenn mein Partner und ich den Katern auch nach der Geburt genügend Zuwendung zukommen lassen, dann werden sie auch den neuen Mitbewohner akzeptieren. Doch ganz so reibungslos ist es dann doch nicht abgelaufen. Den letzten Monat meiner Schwangerschaft war ich 50 Prozent zum Rumliegen verdammt, das Baby war bereits weit unten. Schlaraffenland für die Kater, meine Präsenz so hoch wie noch nie, und es kuschelte sich ausnehmend gut mit dem dicken Bauch. Dann einige Tage plötzlich fast keiner zu Hause und schliesslich die Rückkehr aus dem Spital mit dem kleinen Schreihals.

Besonders der dominante Kater bekundete grosse Mühe mit dem Neuzugang. Das Babygeschrei erinnerte ihn zu sehr an Konkurrenz, er konnte fast nicht mehr essen, wurde immer nervöser. Wechselte das Zimmer, sobald ich mit dem Sohnemann auftauchte. Zum Glück änderte sich die Baby-Stimmlage bald in eine für Kater erträglichere. Und beide Kater konnten sich noch immer ihre Streicheleinheiten abholen, wann immer sie es für nötig hielten.

War diese Klippe endlich umschifft, kamen plötzlich die Befürchtungen von aussen ganz auf den Tisch. Einige gingen gar so weit, dass sie dachten, ich müsste meine Kater weggeben wegen des Babys. Zum Glück haben sich diese Ängste nicht bewahrheitet, ich glaube kaum, dass ich das übers Herz gebracht hätte. Mittlerweile sind die Kater gar zu Unterhaltern geworden. Mit immer genug Sicherheitsabstand lassen sie sich gerne zubrabbeln und bestaunen.

Für den Sohnemann hat so das Leben mit wenig Respekt vor Tieren begonnen. Bei einem kürzlich erlebten Spaziergang mit einem Labradorwelpen zeigte sich das ganz deutlich: Der junge Rüde, von klein auf an Kinder gewöhnt, leckte meinem Sohn über das Gesicht und knabberte mit seinen Hundebabyzähnchen am Patschhändchen. Zuerst hielt ich etwas die Luft an, befürchtete, der Sohn würde losbrüllen. Doch er kicherte stattdessen darauf los, konnte gar nicht genug von diesem lustigen Gesellen bekommen.

Es ist mir schon klar, dass auch der Respekt vor Haustieren gelernt werden muss, und welche ich wie nahe an meinen Kleinen ranlasse, bestimme ja immer noch ich. Vorerst freu ich mich einfach daran, dass ein angstloses Aufeinanderzugehen möglich ist. Und natürlich bleibe ich immer vorsichtig, dass nichts passiert. Denn die Geduld meiner Kater ist bestimmt auch irgendwann versiegt, und ich möchte nicht ein Auge meines Sohnes dem Traum opfern, Kind und Tier als Bruder aufwachsen zu sehen.

Susanne TavernaSusanne Taverna ist Dienstchefin beim «Bündner Tagblatt» und Mutter eines acht Monate alten Sohnes. Sie lebt mit ihrer Familie in Chur.

178 Kommentare zu „Die Sache mit dem Kater“

  1. Gabi sagt:

    Oh… Cool. Wenigstens wird´s hier insofern mal witziger, als dass die Kommentare vollkommen willkürlich in den Verlauf hinein gesetzt werden.

    Endlich mal etwas Abwechslung hier!

    :D

    • Arno sagt:

      @Gabi

      Du befindest dich hier auf DDR-Gebiet, pass also …sonst endest du im Zaun… :arrow:

      (Dieser Kommentar gehört bei SweetHome )

      • Auguste sagt:

        hmm…, arno, bei all den präpositionen, die es gibt, kann man schon mal völlig danebengreifen. aber machen sie sich nichts draus – bei den “vierbuchstaben-nicks” hier ist ein gerüttelt mass an dummheit programm. das und ihre damit einhergehende, fast indentische deutschschwäche ist doch immer wieder ein erstaunlicher beleg, dass sich logik auch in der dumpfsten stumpfheit finden lässt. kein wunder war gabi davon ein zeitlang so angetan.

        übrigens, ich lese nur was da steht.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        :-)

      • Arno sagt:

        @Auguste

        Mit dieser heutigen Zensur trauen sich sogar langdrahtige Blog-Ratten ans Tageslicht

  2. Gabi sagt:

    Hihi… Das ist ja schrill:

    Nach Monaten vergeblicher Bitten und Gesuche, doch endlich mal ein klein Wenig zu moderieren, ist das also das Resultat? – Während die üblichen Sexistinnen mit ihren dummdreisten “Weisheiten”, welche bloss immer drauf raus laufen, alle, die nicht ihrer Meinung sind, zu diskriminieren, mit ihrem Stuss den ganzen MB lustvoll weiter fluten können?

    Schrill.

  3. xyxyxy sagt:

    @marie – manchmal denk ich auch, dass ich unter Hackerangriffen leide hier im MB… echt mühsam manchmal
    ja der Unsägliche wurde gelöscht, Gott sei dank, tun die Wächter auch mal was schlaues…

    ohne Brille im Bad… hmm…. lassen sie sich nicht vergammeln, im Kopf scheint bei ihnen noch alles i.O. – wäre schade, wenn der Rest verkommt.
    was aus einem wird, wenn man sich nicht mehr bewegt, haben wir bei Wall-E gesehen

  4. jenny sagt:

    Wir hatten auch 2 katzen. beide superlieb hatten nie zugeschnapt oder gekratzt. doch als meine 9monate alte tochter meinte, sie müsse einen stuhl durchs zimmer schieben, auf dem dummerweise die katze schlief, fieng sie sich einen bösen kratzer im gesicht ein. man kann nie wissen! auch beim liebsten tier nicht!

  5. Auguste sagt:

    hmm…, lieber gott, lass bitte keinen deutschen moderator oder webmaster für das heutige chaos hier verantwortlich sein, sonst glauben plötzlich noch alle, natalie rickli sei nicht nur rechts, sondern habe auch noch recht mit ihrem neusten blondinen-witz. mein ganzer einsatz gegen faustdick aufgetragene rütli- und kurt früh romantik könnte für die katz gewesen sein. bitte, bitte, lieber gott…

    • Wildkatze sagt:

      Einfach bizarr, dieser Blog! Dilettantismus in Reinkultur!

    • plop sagt:

      Und der Dr.Oetker pop-up-banner ist störend und deshalb nicht wirklich Verkaufsfördernd…

      • plop sagt:

        Was ich mein: wenn heute die Redaktion hier ein Chaos veranstaltet, ist das vielleicht auch, weil ihnen das ganze gedings da zu blöd ist. Heute sind da ja nur “Urblogger” am Zuge…

      • marie sagt:

        ich glaube die red hat die schnauze voll von unserem treiben und zeigt in form von chaos ihr missfallen – mir gefällt das, weil es uns recht geschieht. :-)

      • plop sagt:

        S wär glaub für uns viele mal Zeit für ein Blog-Päuseli… Da wird man ja schier abhängig von…
        Ich sag dann mal Tschesä!

      • alien sagt:

        marie, bist Du eine kleine Masochistin,, hä? Aha, so eine bist Du also… :-)

      • marie sagt:

        ach iwo. ich vertrage chaos irgendwie besser, aber bin absolut das pure gegenteil von maso…
        alles ok bei dir?

      • alien sagt:

        Hey, marie, danke der Nachfrage, Du bist wirklich nett. Drei Sekunden vor der Zeugung meiner Tochter habe ich mich besser gefühlt, aber sonst geht es. Und selbst?

  6. ich, mit neuem nick sagt:

    Hui! Das ist ja ein richtiger Urbloggertag… Hats da noch Platz für Andere?

    • Ich Nick, suche ein Du sagt:

      Ich habe zwei Katzen, heissen Urbi und Orbi und waren nie ein einziges Problem wo immer sie auch auftauchten im Zusammenhang mit kleinen Kinder

  7. HansHuber sagt:

    Wasn los hier. Der Stuss ist ja derselbe aber macht neuerdings mehr Sinn in dieser Reihenfolge…

  8. marie sagt:

    chaos? wie im wahren leben… somit beweist der heutige mb durchaus realität und nähe zum echten leben…

  9. marie sagt:

    ich bin der festen meinung, dass tiere im umfeld den kindern gut tun, aber einfache regeln eingehalten werden sollten. fremde tiere rührt man nicht an und ist das kind zu klein, dann sorgt man als erwachsener dafür. respekt vor den tieren ist das zauberwort.
    wir hatten zu hause zwar keine tiere, aber die tagesmutter betrieb einen kleinen (hobby) bauernhof. pferde, schafe, schweine, kanienchen, katzen und sie züchtete dobermänner, in deren zwinger ich mich auf allen vieren begeben konnte, ohne dass ich jemals gebissen wurde. gebissen wurde ich nur einmal von einem pyrenäischen hirtenhund, AUA!

  10. Katharina sagt:

    Wenn Hund und Katz sich streiten, geht es oft drunter und drüber. Sieht hier jedenfalls ganz so aus.

  11. Eni sagt:

    Meine kleine Hündin war 3 als mein Grosser auf die Welt kam und es lief von Anfang an problemlos.

    Da ich sie vor kurzem einschläfern musste habe ich eine ausgesetzte 10 jährige Tierheimhündin zu mir genommen die einige Macken hat. Wären meine Kinder noch klein, wäre es nicht machbar, aber so bringe ich ihr halt nach und nach bei, was bei ihr versäumt wurde.

  12. Eni sagt:

    Meine kleine Hündin war 3 als mein Grosser geboren wurde und es verlief von Anfang an völlig problemlos. Da ich sie vor kurzem einschläfern musste, habe ich eine 10 jährige Hündin aus dem Tierheim zu mir genommen die ausgesetzt worden ist. Da sie einige Macken hat, wäre es unmöglich wenn meine Kinder noch klein wären. Tja, jetzt bringe ich ihr halt bei, was man versäumt hat.

  13. Eni sagt:

    @ Redaktion

    Ist es so schwierig die Kommentare der Reihenfolge nach einzufügen? grrrrrr

  14. Rahel sagt:

    Solche Probleme, Ängste und Bedenken kenne ich! Wir hatten auch einen Hund als ich mit unseren Mädels schwanger war und haben heute noch einen.

    • Rahel sagt:

      Uuups, stelle grade fest, dass mein Kommentar auch irgendwo im “Outback” gelandet ist :-)

    • alien sagt:

      Und die Mädels, wurden nicht gefressen? Noch Mal Schwein gehabt….

      Scherz. Hunde lieben Kinder fast immer.

      • Rahel sagt:

        Hab gezoomt und gezoomt…und was seh ich? Hat doch glatt so ein Alien sein Ufo drauf geparkt……. :-)

        Nein, unseren Mädels geht es tiptop! Wir haben inzwischen den zweiten Hund, zuerst hatten wir eine Hündin, Rottweiler-Mischling, und jetzt ein Männchen, Labrador/Belgischer Schäfer. Natürlich haben wir unsere Girls, als sie noch ganz klein waren, niemals alleine gelassen mit ihr. Das geht mit dem Jetzigen mittlerweilen, da sie bereits 13 und 8 Jahre alt sind und so auch gut mal alleine mit ihm zu Hause bleiben oder Gassi gehen können.

  15. Marcel Z. sagt:

    Wo?

  16. Marcel Z. sagt:

    Hier!

  17. Tom sagt:

    Ich gratuliere ganz herzlich zum gesunden Menschenverstand! Wer Kindern nicht den Umgang mit Haustieren beibringen kann sollte sich eine anderen Hobby widmen.

  18. Hermann sagt:

    Das medizinische Risiko fuer Kinder, wenn Katzen im Haus sind, ist Toxoplasmose. Diese wird von kranken Katzen auf die Kinder uebertragen. Sie zerstoert die Retina der Augen langsam bis zur Blindheit. Ein Fall in unserer Familie zeigt, dass das Risiko nicht Null ist.

    • marie sagt:

      ist es in der tat nicht hermann. aber es ist auch gefährlich die strasse auf dem fussgängerstreifen zu überqueren usw…
      tut mir leid für ihr familienmitglied, es zeigt einmal mehr, dass die natur zwar etwas wundervolles ist, aber auch grausam sein kann.

      • Helvetia sagt:

        Herrmann, jede Schwangere oder Frauen, die es gerne werden möchten, werden IMHO von ihrem Arzt, ihrer Ärztin befragt, ob Katzen im Haushalt sind und wenn ja, über die Risiken aufgeklärt. Schwangere müssen die Katzenkistchen meiden, nicht die Katzen! Und dass Händewaschen auch gegen andere Viren und Bakterien hilft, sollten auch Nicht-Schwangere und der Rest der Familie wissen…

      • Helvetia sagt:

        Ach und ich vergass: Wer als Kind mit Katzen aufgewachsen ist, hat die Krankheit oft schon durchgemacht und ist in der Folge immun, der Arzt kann das mit einem Test feststellen.

  19. Marcel Z. sagt:

    oh

  20. Muttis Liebling sagt:

    Berlioz, ein schwarzer, stämmiger Kater, lebt in einem kleinen Dörfchen der französischen Provence. Mit Vorliebe widmet er sich Menschen, die – mehr oder weniger offensichtlich – kleinere oder grössere Probleme haben. Gelegentlich wissen sie auch noch gar nicht, dass sie solche haben. ..
    ‘Ich möchte nicht so vermessen sein, eine Lösung zu finden, Monsieur. Aber ich weiss: Erst wenn man sich selbst glücklich gemacht hat, ist man auch in der Lage, andere glücklich zu machen.’…
    Schmunzelnd sah der Grossvater dem Kater nach, der mit hoch aufgerichteten Schwanz über den Dorfplatz eilte

    • Muttis Liebling sagt:

      und zwischen den Häusern verschwand.

      Aus ‘… und trafen Berlioz’ von Barbara Kiray-Hüholt.

      Hier wird es auch langsam Zeit, zu verschwinden, wenn das Niveau weiterhin auf Katerebene bleibt, allerdings unter dem von Berlioz oder Kater Murr.

      • marie sagt:

        nein, auch sie, bitte nicht. sonst bleiben nur noch ganz kurrlige vetreter ihres geschlechts hier übrig. und was sollen wir frauen denn dann über euch männer denken?
        eben. und fritz hätte nie aufgegeben.

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