
Eltern dürfen drei Tage der Arbeit fern bleiben, wenn ein Kind krank ist: Auch Väter sind gute Krankenschwestern.
Ist der Zögling einmal krank, fängt die grosse Rätselei an. Wer bleibt denn nun bei ihm zu Hause? In die Krippe kann er nicht, weil er möglicherweise die anderen Kinder ansteckt, dasselbe gilt für die Nachbarin, deren Nachwuchs auch nicht den Viren ausgesetzt werden soll. Und nicht nur das, ein krankes Kind ist ja auch um einiges anstrengender als ein gesundes, es möchte den ganzen Tag die Nähe eines Elternteils spüren und am liebsten vom Morgen bis zum Abend auf dem Arm getragen werden. Auch das möchten die Eltern niemand anderem zumuten, vielleicht höchstens noch den Grosseltern, doch auch die stehen nicht immer auf Abruf bereit.
Eine verzwickte Situation also. Gesetzlich geregelt ist: Eltern dürfen bei Vorweisen eines Arztzeugnisses drei Tage der Arbeit fern bleiben und das Kind pflegen. Viele Unternehmen drücken dabei ein Auge zu, wenn die Krankheit etwas länger dauert und lassen das Mami (ja, meistens ist es die Mutter, doch dazu später mehr) auch mal vier oder fünf Tage nach dem Nachwuchs schauen. Doch nicht alle tun oder können dies. Kürzlich schnappte ich beim Kinderarzt auf, dass eine grosse Unternehmung in der Region, die vornehmlich Frauen angestellt hat, nun strikte auf diesen drei Tagen bestehe. Und auch eine befreundete KMU-Inhaberin meinte, dass sie es sich einfach nicht leisten könne, eine Mitarbeiterin länger als diese drei Tage krank zu schreiben. Schon auch verständlich, diese Seite. Aber schliesslich geht es ja hier um ein krankes Kind, mag da das Elternherz aufbegehren! Mein Herz jedenfalls schlägt dafür, dass kranke Kinder wenn immer möglich Betreuung eines Elternteils erhalten.
Zudem stellt sich auch die Frage, weshalb denn eigentlich meist die Mutter daheim bleibt und das Kind umsorgt. Ist es der Mutterinstinkt? Oder doch viel mehr ein uraltes Rollenverständnis? Eigentlich können – wenn der Nachwuchs nicht mehr gestillt wird – beide Elternteile genau gleich gut auf ihr Kind aufpassen. Meinen vielleicht die Männer, die oft mehr Prozente als die Frauen arbeiten, dass sie dadurch mehr Recht auf Arbeit haben? Falls ja: Ganz bestimmt ist dem nicht so. Gerade bei wenigen Stellenprozenten ist es umso wichtiger, dass frau diese auch erfüllt. Und in meinen Augen kommt es auch nicht darauf an, welche Position die Elternteile inne haben. Auch ein Chef ist Papi, genau wie eine Angestellte Mami ist, und umgekehrt. Wichtige Sitzungen? Was ist denn wichtiger als die Gesundheit des Kindes?
Ich muss zugeben, bei uns ist diese Situation erst ein Mal aufgetreten. Wir haben uns diese Pflegetage redlich geteilt, aber natürlich gab es Diskussionen. Der zweite Krankheitstag an meinem ersten Arbeitstag in der Woche, viel los im Büro, der Sohnemann mit Magengrippe flach. Bei meinem Partner standen Sitzungen an, Termindruck. Schliesslich bin ich einen Tag zu Hause geblieben im Wissen, dass der Partner den nächsten Tag übernimmt. Was übrigens auch den psychischen Stress wesentlich vermindert hat, wusste ich doch, dass ich nach einem derart anstrengenden Tag dann den kleinen Sohnemann in andere pflegende Hände übergeben und so quasi entlastet zur Arbeit gehen konnte. Am dritten Tag kam dann noch die Grossmutter turnusgemäss zum Zug. Ich hoffe, das mit dem Aufteilen bleibt auch weiterhin so. Denn wer in einem schlimmeren Fall so rechnet, der kann sein Kind sechs Tage lang mit Elternhänden pflegen, drei Tage Papi und drei Tage Mami, sollte es einmal nötig sein.
Susanne Taverna ist Dienstchefin beim «Bündner Tagblatt» und Mutter eines acht Monate alten Sohnes. Sie lebt mit ihrer Familie in Chur.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 






























































Heute bin also ich dran mit der Warteschlaufe, interessantes System, worauf fusst es?
Wie in der Hausmitteilung erwähnt: In den nächsten Tagen müssen alle Kommentare manuell freigeschaltet werden. Das bedeutet leider Wartezeiten. Die Redaktion.
keine Angst Frau Langstrumpf – geht uns allen so.
Ach so, danke für die Mitteilung.
Wenn es nach den Sozialisten geht, kann sich Frau Taverna die Unterstützung durch die Grosseltern bald in die Harre schmieren. Dann bruachen die Grosseltern erst ein Diplom, bevor man sie an den Nachwuchs lassen darf.
Kann man sich in einer Führungsposition erlauben, einen Tag weg zu sein? Vielleicht. Aber es wird schnell problematisch. Oft genug ist man wohl gerade unterwegs, wenn so ein Fall auftritt und kann da gar nicht zu Hause aufschlagen, um zu unterstützen. Nur, wenn die Feministinnen die Prioriäten so setzen, wie hier beschrieben, ist leider auch klar, wohin die Karriere geht.
Wir haben Sozialisten in der Schweiz? Echt jetzt? Wusste ich gar nicht.
Dass Kinderaufpasser eine gewisse Ahnung haben sollten von der Sache, halte ich für in Ordnung. Oder? Es gibt genug Ahnungsbefreite.
@alien: UNser problem ist, dass wir Sozialisten und keine Sozialdemokraten haben. Diese fordern eben diplome von Grossmüttern, wenn sie denn die Enkelkinder betreuen wollen und das ist mit Verlaub völlig unverhältnismässig. Ahnung haben oder nicht, es ist nicht die Aufgabe unserer Sozialisten, ihre Nase da hinein zu stecken.
Also in mir erwachen langsam auch wieder vermehrt meine alten, liberalen Reflexe ob all der Forderungen und Erwartungen, die da an den guten, alten Staat von gewissen Kreisen gestellt werden. Aber zu behaupten, wir würden in der Schweiz von Sozialisten regiert, ist leicht übertrieben, Herr Baum.
Frank, wir haben Sozialdemokraten. Und ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass diese für die Familie schlechtere Entscheidungen treffen als die Rechten, FDP, SVP und so weiter. Im Gegenteil.
Ich erinnere da an die Diskussionen um die Geburt und den Mutterschaftsurlaub von Frau Staiblin (Kader ABB)… trotz mehrmonatiger Vorbereitung schien die ABB kurz vor dem Kollaps zu sein… Ein Chef kann doch nicht soooo lange fehlen… und heute… war es irgendein Problem? Ist die ABB daran zu Grunde gegangen? Ebä, die besten Chefs sind die, die die Arbeit so organisieren, dass sie auch locker mal ausfallen können…
@tsts: Ein Chef kann auch einmal fehlen. Das heisst nicht, dass gute Chefs unzuverlässig sind. Im Gegensatz zu einem Vaterschaftsurlaub oder sonstigen Urlauben faallen eben solche Absenzen unangekündigt an. Letztlich sind viele Kaderpositionen mit Reisetätigkeit verbunden. Deswegen mag das klappen oder nicht.
Kurz: Will man Taverna’s Vorschlag folgen, so geht das mit der Karriere leider baden.
sorry fürs Offtopic: aber jetzt mal ganz ehrlich, eine Geburt kann man neun Monate im Voraus planen (resp. die dadurch entstanden Probleme). Buchen alle Mitarbeiter ihre Ferien auch 9 Monate im Voraus? Und was wäre wenn, oh graus, sich der Chef in den Skiferien ein Bein bricht und zwei Monate ohne Vorwarnzeit ausfällt?!
Fragt sich ja nur, weshalb es diesen Chef denn braucht, wenn es so problemlos ohne ihn geht…
Im letzten Abschnitt im Artikel steht es ja schön deutlich, wie es geht. Ist das soooo schwer zu verstehen und umzusetzen?
Ich glaube es fast nicht, dass hier einzelne Bloggende weit ausholen mit Argumenten bis zu den explodierenden Gesundheitskosten. Und Gender wird sogar wieder bemüht. Ach ja, langsam merken es die Unbedarftesten, dass jetzt das männliche Geschlecht bei der Umsetzung der GleichWERTigkeit vermehrt einbezogen wird. Das wurde doch immer so bemängelt, dass nur Frauen ‘bevorzugt’ würden etc.
Nein, Väter sind den Müttern gleichgestellt mit Rechten u Pflichten der Betreuung.
“Väter sind den Müttern gleichgestellt mit Rechten u Pflichten der Betreuung.” sehe ich auch so.
So steht es in der Verfassung, aber: Umsetzung? eben noch nicht. Da gibt es immer noch wesentliche strukturelle Hürden, wie der heutige Artikel ja eigentlich gut zeigt.
Welche strukturellen Hürden zeigt der heutige Artikel?
@Widerspenstige: Wiedermal diese passiven Formulierungen: “Ach ja, langsam merken es die Unbedarftesten, dass jetzt das männliche Geschlecht bei der Umsetzung der GleichWERTigkeit vermehrt einbezogen wird.” Wer bezieht denn hier das “männliche Geschlecht” bei der Umsetzung der Gleichwertigkeit ein? Und weshalb soll dies im besprochenen Fall nun für die Männer ein Vorteil sein? Eigentlich geht es doch eher darum auzuzeigen, dass volle Arbeitstätigkeit beider Eltern zu Problemen führen kann, die nicht einfach mit schönen Sätzen weggewischt werden können. Sondern Lösungen brauchen.
Sportpapi muss dringend Nachhilfe üben: mein Text war ironisch gemeint und jetzt sind Väter an der Reihe, auch Unangenehmes in Kauf zu nehmen was Vater-Sein betrifft am Arbeitsplatz (Teilzeit), Behörden (Namenvergabe abtreten), Schulwesen (Elternabende, Bastelstunden etc.) und Zuhause (Arztbesuche mit Kind, Mithilfe in Erziehung, Hausarbeit etc.). GleichWERTigkeit umsetzen heisst nicht automatisch Vorteile sichern, sondern Privilegien abgeben können/müssen/dürfen! Ja, das ist blöd. Ich weiss, aber unumgänglich, wenn Beziehungen vorallem mit Kindern überhaupt noch (über)lebensfähig sein sollen.
@Widerspenstige: Wer im Denken verhaftet ist, dass die eine Seite (Männer) lauter Privilegien hat, die andere (Frauen) dagegen für alles Unangenehme zuständig ist, wird nie auf einen grünen Zweig kommen. Das sind deine eigenen Be- und Abwertungen, die uns hier nicht weiterhelfen. Es ist ein Aushandeln zwischen Mann und Frau, wer welche Aufgaben und Pflichten übernimmt (die gleichzeitig auch sehr befriedigend sein können). GleichWERTigkeit beginnt also vor allem in deinem Kopf!
Nein, in deinem Kopf Sportpapi! In deinem Sturkopf…in solchen Köpfen wie deinem, alles claro? Seit dieser Mamablog besteht, werden genau diese ‘Probleme’ näher unter die Lupe genommen und Nicole Althaus und Michèle Binswanger haben da ganze Arbeit geleistet. Und du fragst jetzt wieder, dass dies nur in meinem Kopf stattfinde?!
btw: Wo ist Gabi, wenn frau ihn braucht? Bitte antreten und mal mit Männern/Vätern wie Sportpapi Tacheles reden. Oder war das nur Zurechtweisung u.a. einer Widerspenstigen und dann vom Ort des Vergehens sich klamheimlich Davonschleichen??!!
Es nützt uns aber auch herzlich wenig, wenn Männer ständig das Gefühl haben (und dem Ausdruck verleihen) sie seien ja eigentlich die Opfer, und so schlimm war die Unterdrückung der Frau auch nicht, und überhaupt, die Frauen hatten ja schon immer Luxus und den Schoggijob…
Ich bin keine Feministin, aber mit welcher Nonchalance manche Männer die Geschichte der Frau (die nun wirklich etwas unterdrückter war, als die der Männer) abtun, ärgert mich schon und zwingt mich dann auch dazu, in die Feministinnenhose zu steigen!
Tatsächlich erreichen wir diese Gleichwertigkeit nur, wenn Männer massiv zu Gunsten der Frauen auf ihre Privilegien verzichten! Denn ist ist unzweifelhaft so, dass die Männer früher weitaus mehr Privilegien innehatten, dementsprechend ist es nur logisch, dass sie nun viel mehr davon abtreten müssen… Es geht einfach mathematisch nicht auf, wenn Frauen und Männer gleich viele Schritte zur Mitte – sprich Gleichwertigkeit – tun müssten! Aber missverstehen Sie mich nicht: in weiten Teilen ist dies schon passiert, aber es gibt noch Vieles aufzuholen!
@Widerspenstige: Ja, die beiden Autorinnen haben zuletzt hier und vor allem im Interview im Tagi ähnlich argumentiert. Dafür wurden sie zu Recht heftig kritisiert. Zum anderen: Ich sage es gerne noch einmal: Wenn wir immer das Gefühl haben, das andere Geschlecht habe das bessere Los gezogen (Privilegien!), dann kommen wir nicht weiter. Vor allem dann nicht, wenn es vorwiegend selber so gewählt ist. Und noch einmal: Die von dir vorgenommene Abwertung von Haus- und Familienarbeit ist bedauerlich und nicht hilfreich, wenn es um GleichWERTigkeit geht.
@tststs: Es gibt Männer, die sich zu Recht auch als Opfer sehen. Das ist und war aber eigentlich noch nie mein Thema. Und über die Geschichte der Frau(en) äussere ich mich auch selten. Ich argumentiere im Hier und Jetzt. Und da sehe ich nicht, dass “wir Männer” grundsätzlich privilegiert wären.
Wir sind heute sicher schon seeeehr weit, aber ehrlich Sportpapi, wollen Sie wirklich behaupten, dass in den 1950ern, oder in den 1870ern die Frauen das bessere Los gezogen haben als die Männer? Sorry, das wäre wie wenn Sie behaupten würden, der Pöbel hat das grosse Los gezogen und der Adel die Arschkarte!
@tststs: bin ganz bei Ihnen!!
@sportpapi: muss ihnen stellenweise recht geben, was das Aushandeln der Rechten und Pflichten und Verantwortlichkeiten angeht. Das betrifft das Paar oder die Eltern selbst. Wenn es jedoch um die Frage geht, ob Männer in dieser heutigen Zeit privilegiert sind, dann muss ich leider sagen: Doch, ja. Sind sie immer noch. Selten verliert z.B ein Mann seinen Job, wenn er Vater wird. Selten? Nie! Fragen Sie mal in die Runde, wievielen Frauen das passiert ist. Was ist mit dem Gehaltsgefüge? Mein männlicher Kollege verdient IN DER HEUTIGEN ZEIT noch immer 1/3 mehr! wieso?
@tststs: Ich verstehe Sie nun gar nicht mehr. Was wollen Sie mir sagen? Wollen wir nun über Geschichte diskutieren? Können wir auch, dann ändern sich die Vorzeichen selbstverständlich markant.
@pixel: Ich kenne keine Frau, die den Job verloren hat, weil sie Mutter wurde. Ich frage also gerne in die Runde, wem das passiert ist. Unter der Voraussetzung natürlich, dass die Frau ihren bisherigen Job um gleichen Umfang weiterführen wollte. Zum Lohn: Glaube ich, dass es vorkommt, und es ist ein einklagbarer Gesetzesverstoss. 1/3 kann ich kaum glauben, muss ich aber wohl…
@Sportpapi: Das war jetzt nicht explizit nur an Sie gerichtet (aber auch an Sie)… es hat mir für den Moment einfach ein bisschen den Deckel gelupft… Wie gesagt, ich bin einverstanden, wenn wir sagen, dass wir heute bereits einiges an Gleichberechtigung erreicht haben (vllt sollte ich von GleichERERberechtigung sprechen)… und es mag auch Fälle geben, wo der Mann von der Frau unterdrückt wird. Aber die Frage, wer es in der Gesellschaft schwerer hatte und zT immer noch hat, ist mMn eindeutig beantwortet (etwa ähnlich, wenn die Frage auf Weisse oder Schwarze, Christen oder Juden, Adel oder Pöbel abzielen würde). Und ich kriege sooo einen Hals, wenn es Männer gibt, die diesen Sachverhalt in Abrede stellen, oder ihn gar umkehren… DAS ist echt Jammern auf hohem Niveau…
Vllt müsste ich noch dazu schreiben, dass viele Männer wohl das Gefühl haben, dass, wenn man auf diesen Sachverhalt hinweist, sie damit angreifen möchte (also diesen Eindruck habe ich zumindestens)! Das ist sicherlich nicht der Fall; keine Sippenhaftung!
@sportpapi: ich habe meinen Job verloren. Meine Stelle wurde während meines Mutterschaftsurlaubes nachbesetzt und mir, sobald die Frist um war, gekündigt. Frappiert und maßlos enttäuscht ob dieses Vorgehens hatte ich viele Feedbacks darüber, dass ich längst nicht alleine dastehe damit. So viele, dass mich alleine diese Tatsache bestürzt hat. Und ich wollte meinen Job genau in dem Umfang weitermachen und wäre sogar bereit gewesen, während des Mutterschutzes von zu Hause aus zu arbeiten!
@Pixel: Das tut mir sehr leid für Sie. Ich für meinen Teil habe so etwas noch nie gehört (was nichts heisst). Ich erlebe eher, dass Arbeitgeber die Stellen freihalten, weil die Frauen zurückkehren möchten. Diese dann aber, wenn das Kind mal da ist, sich doch anders entscheiden. Die Situation ist ja auch nicht so einfach planbar.
Pixel, genau das ist der streitbare Punkt im Arbeitsleben und Sie schildern Ihre persönliche Erfahrung sehr eindrücklich. Eine bodenlose Unverschämtheit ist das doch vom Arbeitgeber u genau deshalb stehen wir Feministinnen auf der Matte und schweigen nicht! Hier kann nur das BGE Abhilfe schaffen, denn eine Mutter darf man nicht im Stich lassen wegen ihrer Mutterschaft! Das sind barbarische Zustände und da kommt mir doch die Galle hoch!
Und Sie sagen, dass es keine Einzelfälle sind sondern die Regel!!
Wieso äussern sich nicht mehr Mütter hier im Blog u informieren uns was Sache ist?
@Widerspenstige: Vielleicht, weil nicht mehr Mütter diese Erfahrung gemacht haben? Oder kennst du selber solche? (Noch einmal: Ich zweifle nicht, dass das vorkommt.) Was ist aber nun mit dem BGE in diesem Zusammenhang? Hätte dies die Kündigung erspart? Oder meinst du, Pixel hätte dank BGE gar nicht erst den Wunsch gehabt, zur Arbeit zurückzukehren? (oder gar nie gearbeitet?) Ich meine, es geht hier ja nicht um Geld in erster Linie.
@ws und sportpapi: ich habe mich natürlich mit Frauen ausgetauscht, die ich seitens Krippe oder auch so aus dem Bekanntenkreis kenne, die somit schon mal per se in einer similaren Lebenssituation (Beruf und Kind) stecken. Somit hab ich auch davon vernommen, dass leider sehr viele ähnliche Vorfälle erlebten, oder von Arbeitskolleginnen kennen. Es ist leider auch so, dass ich, abgesehen von der hässlichen Tatsache als frischgebackene Mutter direkt einen Job suchen zu müssen, bei weitem auch keine adäquate und verantwortungsvolle Position bekommen habe und auch sehr fadenscheinige Absagen //
// einstecken musste. Ebenso geht es anderen auch: selten kann man so anknüpfen wie man vorher gearbeitet hat. Eine Freundin, Beraterin, sagt es treffend: now they give me only shitty jobs. Dass solche Dinge passieren hat eben GENAU mit dem Genderthema zu tun. Es steckt in den Köpfen: die kommt eh nicht zurück. Oder: ihr Kind wird ihr wichtiger sein. Oder: dann kann sie nicht mehr Open-end arbeiten Etc etc. Und weil das so ist, und manchen Frauen dann auch schon die Energie fehtl, bleiben bestimmt auch einige mehr zu Hause, als sie eigentlich wollten….
Ausserdem: es ist richtig, ich arbeite, weil ich es möchte und nicht ausschließlich des Einkommens wegen. Vielleicht würde ich es auch anders handhaben, wenn ich 10 Jahre jünger wäre. Ich bin 37 und ich weiss, wenn ich jetzt und in meinem Job Pause mache, dann bin ich weg vom Fenster. Anfang/Mitte vierzig werd ich so leicht keinen Job mehr kriegen. Und schon gar keinen, der mich erfüllen würde.
Oh danke Pixel, genau das ist wichtig. Es gibt solche Fälle also gehäuft, wobei ich nicht weiss, welche Branche es betrifft. Wenn es um Termingeschäfte geht, dann dürfte es klar sein. Bei Bürojobs, welche Arbeiten auf Tage verteilt ohne grösseren Termindruck, dann können diese ganz klar von Zuhause aus erledigt werden. Also happert es einfach am Verständnis der Arbeitgeber. Da wäre das BGE eben präventiv nützlich, da dieses direkt vom Staat ausbezahlt würde u der Arbeitgeber nur die Differenz zum Grundlohn zahlen müsste. So hat er weniger Verlust wegen Lohnfortzahlungen etc. u kündigt weniger!
@WS: nun ja, es hat auch mit den jeweiligen Projekten und Verantwortlichkeiten zu tun. Ich kann durchaus einen grossen Teil meiner Arbeit (theoretisch) von irgendwo erledigen. Meine Mutterschaft fiel unglücklicherweise in den Zeitraum, wo ein neues Projekt in Angriff genommen wurde. M.E. nach wäre das locker überbrückbar gewesen. Es war vielmehr die Unsicherheit meines Vorgesetzten, ob
// ich denn tatsächlich zurückkehren würde. Das war ihm dann alles zu riskant. Und deswegen meine ich, es hat mehr mit dem Kopf als mit den Finanzen zu tun. Das, was hier passiert ist, war ökonomisch ein Riesenquatsch. Sie mussten mich auszahlen (16 Wochen plus zusätzliche Kündigungsfrist) und mussten gleichzeitig die neue Person zahlen. Soviel zu den direkten Kosten. Indirekt kommt dazu, dass die Person auch noch von anderen eingearbeitet werden musste. Es ist ganz zuvorderst das Umdenken, was erfolgen sollte. Alles andere ergibt sich von alleine.
Interessanterweise sind die HR-Frauen nicht besser als die Männer, meistens hat es in den HR-Abteilungen mehr Frauen als Männer, viel mehr. Man könnte denken, dass die die Frauen eher verstehen in dieser Situation, aber das ist nicht so wahr.
@alien: nein nein, das HR trifft keine Schuld. Das Unternehmen war zwar gross genug um bürokratisch zu sein aber nicht groß genug, als dass das HR grosse Mitspracherechte gehabt hätte.
das waren einige Typen “oben durch”, ich glaube nicht einmal mein direkter Vorgesetzter. Aber egal, die Geschichte ist gegessen. Es war hier bloss zum Thema “gender” und “Gleichberechtigung” aufgeführt worden.
Interessant wie einfach vorgesetzt wird, dass beide Elternteile arbeiten. Die Familie wurde durch die wirtschaftliche Emanzipation zerstört. Ob man das als Frau nun gerne hört oder nicht. Die Geschlechterteilung wie sie über jahrhunderte gelebt und entwickelt wurde, musste innerhalb von einem Jahrzent einer arbeitswütigen Schaar Frauen weichen…. Schade um die Gesellschaft…
Äh nein, es ist nicht grad so, dass dieses Rollenverständnis über Jahrhunderte entwickelt wurde! Eher das Gegenteil ist der Fall. Frauen haben immer mitgearbeitet, bis das Bürgertum des Industriezeitalters die Rollen neu verteilt hat.
Allerdings schätze ich in der Tat, dass es eine neue Errungenschaft ist, dass sich auch Männer aktiv an der Kindererziehung (ich meine in Bezug auf Zeit und Pflege) beteiligen.
@HansHuber: 1. Hausfrauen arbeiten also nicht?
2. Das Modell bei dem ein Elternteil die Hauptverantwortung für die Kindererziehung übernimmt, gibt’s erst seit dem Ende der Agrargesellschaft. Das Familienmodell, wie Sie es propagieren, hat seinen Anfang in der Industrialisierung (also vor etwa 200 Jahren) und wurde erst nach dem 2.WK von der Mehrheit der Bevölkerung gelebt. Nur so zum Vergleich: Der Mensch ist etwa seit 8000 Jahren sesshaft. Das heisst Ihr Modell hat sich keineswegs über Jahrhunderte entwickelt und es ist relativ neu!
Ach was, Sie zitieren 8000 Jahre und behaupten, bis vor der Industrialisierung ging der Mann UND die Frau extern arbeiten und beide stecken dafür ihre Kinder in die Krippen?!!! War es nicht vielmehr so, dass über 8000 Jahre lang, der Mann extern arbeitete und die Frau die Kinder und die Familien “versorgte”, u.a. mit den Erträgen des Mannes? Reduzieren Sie doich nicht alles auf das was sie hören wollen um darauf schiessen zu können… Wollen Sie wirklich behaupten, es stimme nicht, dass “früher” die Frau zuHause arbeitete und der Mann “extern”? Tun Sie das und ich lache zurück…
äh eben genau nicht, Herr Huber. Die meisten Männer verrichteten ihre Arbeit eben gerade im oder um das eigene Heim/Hof…
Die festgelegten Rollen mit der Frau als Hausfrau und dem Mannes als Ernährer, so wie Sie es verstehen, ist relativ neu. Das ist Tatsache, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Vor 200 Jahren waren ca. 90% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Dort gelten Ihre Regeln nur bedingt, natürlich war die Frauen eher im Haus und die Männer draussen, aber an der Ernte- und Feldarbeit waren alle beteiligt. Die Idee des Alleinernährer gab es damals noch nicht. Ich kenne heute noch keinen Bauer der sich als Ernährer sieht: Ein Bauernbetrieb ist ein Familienbetrieb.
@HansHuber: Schauen Sie sich mal folgende Links an:
http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/frauen/beruf_hausfrau/index.jsp
http://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrermodell
Ich versuche noch, etwas Wissenschaftlicheres mit Quellenangaben zu finden…
Hier noch eine inhaltlich bessere Quelle zum bürgerlichen Familienmodell (leider optisch nicht so schön):http://books.google.ch/books?id=1TVe6iJElqEC&pg=PA20&lpg=PA22&ots=y8qazKzFOd&dq=B%C3%BCrgerlichen+Familienmodells&hl=de
Auch noch interessant dieser Artikel zur Entwicklung der Begriffs ‘Kindheit’:
http://berit-ganzow.suite101.de/die-entstehung-der-kindheit-im-18-jahrhundert-a48149
Hans, Du hast sicher ethnologische Feldstudien angestellt in der Gesellschaft von vor 8000 Jahren, dass Du Dir hier so sicher sein kannst. Meine Information ist auch, dass die Arbeit ausser Haus traditionell viel gleichmässiger auf Mann und Frau aufgeteilt war als im 20. Jahrhundert.
früher hätte mich diese Haltung extrem geärgert. Jetzt hab ich mich dabei ertappt, dass ich einfach nur laut loslachen musste.
yep, so geht es mir auch
Tja, und wer hat diesen familienzerstörenden Element als erstes “gelebt”. Wer hat seinen Arbeitsort weg von Familie und Hof gelegt?!? Wer hat als erster dafür gesorgt, dass die Familie erst ab Feierabend eine Rolle spielt…
Mhhmmmm, schon ein bisschen billig, in die grosse weite Welt hinauszuziehen und dem Zurückgeblieben zu sagen, es sei ihre angeborene Rolle zu Hause zu bleiben…jaja Schade um die Gesellschaft… hätten wir doch diese blöde Industrialisierung nie gehabt…
Nicht angeboren aber sinnvoll… der Rest ist ansatzweise Ursachenanalyse..
Ich tue jetzt ein bisschen tüpflischiisen: meint sinnvoll in diesem Zusammenhang nicht gerade eben, dass eine Frau (oder ein Mann) eben mit einem gewissen “Sinn” geboren wurde… und wenn sie diesem Sinn (aka Kinderbetreuung) nachgeht, dann hat sie ein sinnvolles Leben… sonst nicht…
an ale, die sich darüber ärgern, dass immer wieder Genderthema aufgerollt wird: Das hier ist der beste Beweis, weshalb!!
Beweis wofür?
Beweis dafür, dass das genderthema immer wieder aufgerollt werden muss. Offensichtlich steht Hans ja (leider) nicht alleine da mit seiner veralteten Ansicht der Rollenaufteilung. Sie, sportpapi dürften eigentlich der Erste sein, der ihm hier widersprechen sollte.
@Julia-2: ahhh, ich habe gedacht, ich verzichte heute auf den Naziquervergleich (also wie die ideale Familie aussieht)… Aber danke, dass Sie dies heute übernommen haben
Einfach um den “unbedingt-etwas-schlechtes-am-traditionellen-Familienmodell-finden-zu-wollerInnen”:
Vieles wäre einfacher, wenn der Mann den Buckel krümmt auf dem Feld und die Frau den Buckel krümmt “zu Hause” bei der Kinder-, Familien- und HaushaltsARBEIT!
Die Emanzipation hat diese sinnvolle Rollenverteilung zerstört. Was bleibt, ist der SChrei nach mehr Krippen und was übrig bleibt, sind emotionale mindestens fragwürdige Kinder… Das ist schade…
@HansHuber: (Hier geht es eigentlich um eine Diskussion. Dazu wäre es hilfreich jeweils auf die Argumente der Gegenpartei einzugehen. Aber das nur so nebenbei.)
Nein, die Emanzipation hat die traditionelle, bürgerliche Rollenverteilung nicht zerstört. Diese wird nach wie vor von vielen Familien gelebt. Es sind lediglich noch andere Modelle dazugekommen. Das ist gut so, denn so kann jedes Paar selber entscheiden, welches Rollenmodell für dieses sinnvoll ist. Was für Sie passt, Herr Huber, muss nicht für alle andern auch passen. Wer sind Sie denn, andern vorzuschreiben, wie sie zu leben haben?
Das mit dem Modell wähel stimmt nicht ganz: viele Familien könnten siech die traditionelle Rollenverteilung gar nicht leisten.
Wenn die Frauen vermehrt erwerbstätig sind trotz Kindern, heisst das nicht, dass die Kinder deshalb zwingend in die Krippe gebracht werden müssen, die Männer können ja bei ihnen bleiben, wenn die Frau arbeitet. Und so schlecht sind die Löhne nicht, dass es zwei volle Einkommen braucht, damit eine Familie über die Runden kommt. Wer natürlich meint, mitten in ZH leben zu müssen und dazu noch zwei Autos zu haben, muss schon sehr ackern, aber wie gesagt, das sind selbst geschaffene Zwänge.
Pippi, da sind wir uns völlig einig.
Ich stell mir einfach zunehmend Fragen bezüglich unseres Lebensstils. Wenn wir soviel arbeiten müssen, dass keine Zeit mehr bleibt für Kinder und die zwangsläufig ausser Haus vollbetreut werden müssen – ich spreche hier nicht von Alleinerziehenden, das ist eine andere Situation, bei nur einem Gehalt – dann läuft irgend etwas falsch. Wer findet es erstrebenswert, sich dermassen knechten zu lassen von der Arbeitswelt? Zwei hohe Einkommen = hohe Steuern = hohe Kosten für die Infrastruktur (2 Autos, Vollzeitkrippe), hoher Stressfaktor = oftmals problematische Begleiterscheinungen (Krankheit etc.).
Mit meinem Votum spreche ich ausdrücklich nicht für die Hausfrauenehe, das ist ein Modell, das nicht funktioniert, wenn Frauen gute Ausbildungen haben. Ich spreche von echter Aufteilung, von Teilzeitarbeit für beide, von Kinderbetreuung und Haushalt für beide. Wenn endlich die Frauenlöhne den Männerlöhnen angeglichen sind, ist das finanziell kein Problem.
Lasst euch nicht knechten Leute, weder von der Arbeitswelt noch vom Haushalt, es braucht Teilhabe in beiden Bereichen, um ein befriedigendes Dasein führen zu können. Ein rundes Leben spart nichts aus.
@Pippi: Ob nun einer von zwei Gutausgebildeten zu Hause bleibt, oder zwei Gutausgebildete zur Hälfte, kommt volkswirtschaftlich auf das Gleiche heraus.
Es geht nicht nur um die Volkswirtschaft. Die wenigsten Leute wählen wohl ihr Modell zum Nutzen der Volkswirtschaft. Es geht um das persönliche Glück. Ich habe einfach immer wieder beobachten können, dass Ehen, in denen die/der Eine voll zu Hause blieb und kein Einkommen und keine Bestätigung ausser Haus hatte, nicht lange glücklich waren. Ich konnte das über längere Zeiträume beobachten, über 20 Jahre. Es war auch ein Modell eines akademischen Hausmannes dabei – sehr progressiv damals – auch diese Ehe scheiterte. Einseitigkeit tut niemandem gut!
@Julia_2
Da scheinen Sie ja um 19:59 wie zu Sinnen gekommen zu sein… Ich schreibe niemandem etwas vor. Eigentlich ist mir das alles nicht so wichtig, weil ich der Menschheit ganz grundsätzlich keine Chance gebe. Dieses Experiment ist schiefgegangen und ich sitze im Liegestuhl und sehe zu, und amüsiere mich, über solche Leute die sich fortpflanzen und denken, Sie tun das Richtige oder sich und der Welt einen gefallen… Euer Fazit ist: es geht ums Geld und man kann wählen. Mein Fazit ist: Die Knechschaft ist soweit etabliert, dass es kein entrinnen mehr gibt….
Ob nun besser der Vater oder die Mutter zuhause bleibt um das kranken Kind zu betreuen sollte den Eltern selber überlassen werden, die müssen sich selber entscheiden wer sich eine Absenz am Arbeitsplatz besser leisten kann und wer nicht. Was es sicher nicht braucht sind irgendwelche staatlichen Vorschriften und Vorgaben zu diesem Thema, aber dafür braucht es einen verständnisvollen Chef oder Chefin in dieser Situation.
Vielleicht bin ich ein wenig altmodisch, aber ich bin der Meinung, das beste ist immer noch wenn ein Elternteil das Kind betreut und zwar nicht nur wenn es krank ist. Klar gibt es Familien, bei denen beide arbeiten müssen um sich einigermassen ein Leben zu leisten, aber aus meiner persönlichen Erfahrung leben wir einfach in einer “fünfer & weggli”-Mentalität, wir wollen alles und das sofort. Leider auch auf Kosten der Kinder, ich möchte jedenfalls kein Kind dass eine engere Beziehung zur Krippenleiterin hat als zu seinen Eltern. Hausfrau und Hausmann müssen wieder aufgewertet werden!
Ja, Hausfrau und Hausmann müsste aufgewertet werden, find ich auch, aber ansonsten geh ich nicht mit Ihnen einig… Sie müssen nämlich auch folgendes mitbedenken: in einem “klassischen Haushalt” gibts für Kinder einfach zu wenig zu tun – zuwenig Kinder, zuwenig “Auslauf”, zuwenig freiheit weil “das Elter” immer rundherum ist… Ich wünschte mir für alle Kinder eigentlich grosse Gärten, wo das Elter was zu tun hat und nicht in Versuchung kommt zu Mamabloggen, Nachbarskinder, überhaupt mehr Kinder überall und am allerliebsten auch gleich noch ein paar Tiere rundherum…
hmm…, das läuft bereits, ot. es gibt ein paar parteien, die machen hausfrauen, auch wenn sie nur in einer kleinen wohnung leben, regelmässig zu wahren herrscherinnen über das heimische reich, und das keramikkochfeld zu deren gelobten land. auf der andern seite macht die finanzindustrie aus ihren einstmals angesehenen exponenten derzeit “personae non gratae” am laufmeter, sodass hausmänner gute chancen haben, demnächst zum “mann des monats” in einer dieser prokuristen-hochglanzpostillen emporstilisiert zu werden.
keimresistente kinder – noch ein feuchter traum von economiesuisse.
@Old Timer: Bravo, meine Rede!
“Eltern dürfen bei Vorweisen eines Arztzeugnisses drei Tage der Arbeit fern bleiben und das Kind pflegen” – ich dachte, die Mindestregelung nach Schweizer Arbeitsrecht sei so, dass drei Tage ohne Arztzeugnis der Arbeit ferngeblieben sein darf und erst bei längeren Absenzen ein Arztzeugnis vorgelegt werden muss und dass diese Regelung auch dann gelte, wenn die Absenz für die Pflege des kranken Kindes nötig ist. da stimmt irgendwas nicht im Artikel, was die Argumentative Weiterentwicklung etwas stört.
Betrifft diese “Zeugnis ab dem dritten Tag”-Regel nicht einfach die Angestellten, die selber betroffen sind? (Also im Sinne von: wenn ein Mitarbeiter kränkelt, sehe ich ihm das an und es ist glaubwürdig, wenn er am nächsten Tag zu Hause bleibt… beim Kind geht das nicht…)
Katharina: “Whatever”
alien: gift zwerg
Katharina: Hähä.
Das Problem sind nicht 3 Tage, das Problem sind immer wieder mal einige Tage, weil das Kind (oder die Kinder) öfters krank sind. Die meisten Arbeitgeber sehen es nicht gern, wenn der Arbeitnehmer fehlt, egal ob Mutter oder Vater. Es kommen auch von den Mitarbeitern blöde Kommentare. Zudem: man redet immer von Kindern, ca 20 Jahre später sind es die betagten Eltern, die zwischendurch betreut werden müssen. Sturz im Treppenhaus und schups muss Mann/Frau wieder freinehmen. Rechtliche Freitage hin oder her, es ist sehr schwierig das im heutigen Arbeitsleben zu machen.
Eben. Bei drei Kindern kommen da schnell mal 10×3 Tage zusammen (mindestens!). Auch auf zwei aufgeteilt ist das viel. Zu viel! Also müssen die Eltern halt auch andere Lösungen finden.
dann nimmt man halt Urlaubstage dafür… Oder arbeitet nach… Damit kann man ja das Konto wieder auffüllen…
Der Arbeitgeber wird gemäss Artikel 36 Absatz 3 ArG dazu verpflichtet, einem Elternteil gegen Vorweisung eines ärztlichen Zeugnisses die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit im Umfang bis zu drei Tagen (pro Krankheitsfall) freizugeben. Bei Erkältungen und Co sicherlich ausreichend. Was aber, wenn ein Kind verunfallte oder aufgrund einer schweren Erkrankung wochenlang im Spital liegen muss? Das ist in der CH nicht versichert – Eltern stehen vor einer schwierigen Entscheidung, Job aufgeben ist oft die einzige Lösung. Wieso nicht über Mutterschaftversicherung lösen?
Diese Sorgen haben all die nicht, die eine traditionelle Arbeitsteilung leben. Ein Elternteil sorgt sich hauptberuflich um die Kinder, der andere um die Finanzierung der Familie. Und ja, das können sich nicht alle leisten, leider. Betreuungsgeld à la grosser Nachbarkanton wäre dringend notwendig. Dann erübrigen sich auch diese Diskussionen wer denn nun zu Hause beim Kind bleiben soll.
Habe zwei Kinder. Meistens ist erst eins krank und dann das andere. Im Februar hatten wir erstmals die Situation von zwei Wochen lang Krankheit. Die Betreuung hinzubekommen war wirklich schwierig, schlussendlich musste mein Mann noch drei Tage Ferien nehmen (die uns dann leider in 13 Wochen Schulferien
fehlen werden) und ich war auch och vier Tage krank. Lösungen sehe ich nur mit Home Office, verschobenen Arbeitszeiten oder grösserer Kulanz der Arbeitgeber.
Mich würde diesbezüglich die Gesetzesgrundlage interessiere, viele Gesamtarbeitsverträge limitieren diese Betreuungstage von Familienangehörigen auf drei PRO JAHR, nanach gehts ans Ferienkonto! Wer weiß Bescheid, ist dies legal?
@Sportpapi, dass stimmt so leider nicht ganz, denn anspruchsvolle gut bezahlte teilzeitstellen sind mangelware!
@Karin: Worauf beziehen Sie sich?
Ich finde es OK, zu hause zu bleiben, wenn Not am Mann ist und das Kind krank ist.
Was ich nicht verstehe ist, warum man diese Tage nicht nach-arbeitet.
Ich hatte eine Kollegin, die nur 2 Tage pro Woche arbeitete. Trotzdem war sie nicht bereit, einen krankheitstag des Kindes an einem anderen Tag nachzuholen. DAs finde ich dem Rest des Teams gegenüber nicht fair.
Moment, was Recht ist, ist Recht, oder, und wer etwa jeden Montag und Dienstag arbeitet, der kann wahrscheinlich nicht einfach so am Donnerstag nacharbeiten kommen.
Zu allererst können die Grosseltern einspringen, sofern die gesundheitlich dazu in der Lage und Willens sind. Die beruflich Position der Elternteile dürfe gemäss der Autorin keine Rolle spielen, wer zu Hause bleibt. Hallo??? Leben Sie auf dem Mond? Wenn Mamis Papierstapel einen oder zwei Tage im Büro liegen bleiben, hat dies wohl weniger Konsequenzen, als wenn Papi einen Monate zuvor aufgeleisten Kundenbesuch absagen muss. Sobald die Kids ein gewisses Alter haben, kann man sie einige Stunden sich selber überlassen, in der Regel haben sie bloss Fieber, Husten oder Bachweh… Ich habs überlebt.