Mangel in der Provinz

Mit diesem Beitrag begrüssen wir Susanne Taverna im Mamablog willkommen. Sie vertritt Jeannette Kuster, die im Mutterschaftsurlaub ist.

Glück im Unglück: Dieser Patient hat einen Kinderarzt gefunden. (Bild: Keystone)

Glück im Unglück: Dieser Patient hat einen Kinderarzt gefunden. (Bild: Keystone)

Von wegen in der Provinz ist alles besser. In Chur etwa, das für gewisse Städter schon als tiefste Provinz gilt, herrscht Kinderärzte-Mangel vor. Gerade mal acht Kinderärzte arbeiten hier in den sechs vorhanden Praxen, bei knapp 37’000 Einwohnern.

Grundsätzlich ist es so, dass das Personal im Spital einer Frau nach der Geburt jeweils ziemlich schnell die Frage stellt: «Haben Sie schon einen Kinderarzt gefunden?» Bei einer negativen Antwort empfehlen sie, sich sofort hinter das Telefon zu klemmen und einen solchen zu organisieren. Viele der Kinderärzte haben bereits so viele Patienten, dass sie keine neuen mehr annehmen. So werden die frischgebackenen Eltern des Öfteren auf einen Telefonmarathon geschickt, um für ihr Neugeborenes einen Kinderarzt zu finden.

Wer sich nicht bereits vor der Geburt angemeldet hat, kann froh sein, wenn er noch einen Platz findet. Ein Bekannter hat ziemlich entnervt nach etlichen Absagen, die er als frohlockender Neo-Vater als sehr niederschmetternd empfand, schliesslich seinen ehemaligen Kinderarzt angefragt, der dann den Sohnemann unter seine Fittiche genommen hat. Andere gehen mit ihren Babies zum Hausarzt und wer wirklich keine Lösung findet, pilgert halt immer mal wieder in die Notaufnahme des Spitals.

Weshalb es in den Randregionen einen akuten Kinderärzte-Mangel gibt, ist schnell erklärt. So erzählte beispielsweise unser Kinderarzt beim ersten Besuch, dass er in den letzten Jahren drei Kinderärzte ausgebildet hat. Diesen jedoch war nach dem Erlangen des Doktortitels Chur dann eben wirklich zu provinziell. Es hat sie in die grossen Zentren zurück gezogen, wo alles nah und einfach ist. Dem Reiz der grossen Städte scheinen wir hier nichts entgegen setzen zu können, obwohl die Natur so nah ist und der Stress meist fern.

Natürlich ist das nicht nur ein Problem bei den Kinderärzten, aber in diesem Bereich ist es derzeit ziemlich akut. Zumal im vergangenen Jahr so viele Babys wie schon lange nicht mehr auf die Welt gekommen sind und natürlich diese alle auch ärztlich versorgt sein sollen.

Gibt es denn eine Möglichkeit, die Provinz für Kinderärzte spannend zu machen? Kinder hätte es ja genügend, wie bereits bemerkt, gesunde und weniger gesunde, das Arbeitsfeld ist bestimmt gleich spannend wie andernorts auch. Keine Möglichkeiten für eine Attraktivitätssteigerung in diesem Bereich. Die Wohnungen sind günstiger, die Lebensqualität ist hoch, aber näher ans Mittelland ran kommen wir nicht. Ein Halbstundentakt der SBB von und nach Chur wäre vielleicht noch eine Variante, aber auch dann bleibt die Entfernung bestehen.

Vielleicht müssten wir auch den Einsatz in den Bergen als «Entwicklungshilfe» verkaufen, das würde eventuell den einen oder anderen Abenteurer in unsere Gefilde bringen. Aber dem wäre dann das alles wohl schon wieder zu städtisch. Eine Lösung scheint inexistent, es sei denn, es herrscht ein Überangebot im Unterland, und die Ärzte werden in die Randregionen gedrängt. Für die Bewohner derselben wäre das eine Riesenchance, vielleicht für den einen oder anderen Kinderarzt nach anfänglichem Hadern ebenfalls.

Susanne TavernaSusanne Taverna ist Dienstchefin beim «Bündner Tagblatt» und Mutter eines acht Monate alten Sohnes. Sie lebt mit ihrer Familie in Chur.

172 Kommentare zu «Mangel in der Provinz»

  • Hans Christoffel sagt:

    Nach kuzem googeln sieht man, dass es in Chur bestimmt 8 Kinderärzte gibt ausser dem Kantonsspital. So gibt es am Kantonsspital die Kinderintensivstation mit Kinderrheumatologie, Kinderkardiologie, Neuropädiatrie, und vieles mehr. Vergleicht man das mit etlichen Städten mit gleicher Einwohnerzahl im Unterland, so ist das dort auch so. Chur ist also gegenüber gleich grossen Städten im Unterland nicht benachteiligt und mit etwas gutem Willen sollte es doch möglich sein, dort einen Kinderarzt zu finden.

  • Harry sagt:

    Ich finde das es daneben, dass ihr das Bild publiziert und wenn es auch von Keystone lizenziert wird. Ich würde nicht gerne bei einer Arztvisite so fotografiert werden. Und ich bezweifle, dass der Knirps dazu seine Bildrechte abgetreten hat.

  • Mutter sagt:

    Bevor ein solcher Artikel verfasst wird, sollte ein bisschen besser recherchiert werden. Die Aussage, dass man in Chur keine Kinderärzte findet, ist schlicht falsch. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, war ich etwas beunruhigt, da ich für mein Kind (das im Juni in Chur zur Welt kommt) noch keinen Kinderarzt hatte. Meine Frauenärztin hat mir dann gesagt, dass lediglich die älteren Kinderärzte keine neuen Patienten aufnehmen. Tatsächlich hat dann der erste Kinderarzt, welchen ich kontaktiert habe, mein Kind ohne Weiteres aufgenommen.
    –> Beim nächsten Artikel bitte etwas wahrheitsgetreuer sein

  • Fredi sagt:

    In Chur Kinderarzt zu sein. Das ist wunderbar. Fähig zu sein, Churerchinder gesund zu machen, diese Fähigkeit muss die Synapsen einfach mit Glück erfüllen. Reinem Glück. Ärzte sollten versuchen, wieder vermehrt aus dem Menschlichen zu schöpfen. Ein Häuschen am Churer Stadtrand, das Wunder des Föhnwindes im Haar, der Dialekt, die Menschen, die in der Gegenwart erblühen, die Kinder, die köstlich roh und klug und mit allen Wassern gewaschen sind, die Eltern, die die Gnade der Gesundheit noch zu leben verstehen, an einem solchen Ort Kinderarzt zu sein, ist vielleicht die schönste Berufung der Welt

  • Irina sagt:

    Warum nur sind die Kleinkinder schon krank? Liegt das an den Müttern, die lieber Karriere machen würden? Liegt es an
    der Gläschennahrung, statt dem Stillen? Liegt es daran, dass die süssen Kleinen möglichst schnell in einer Kinderkrippe ver-
    schwinden?
    Vielleicht auch daran, dass normale Kinderkrankheiten mit Antibiotika unterdrückt werden. Daran, dass das arme Würmchen
    Antibiotika wegen eines Schnupfens schlucken muss, weil die Eltern eine Flugreise gebucht haben, Urlaub ist wichtig!

    • Pixel sagt:

      Sie haben ja besonders viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für andere Lebenssituationen. So Menschen wie Sie machen einfach nur müde. Zum Glück kann ich mittlerweile darüber lächeln. Ein müdes Lächeln zwar, aber es kommt von Herzen!

    • Sophia sagt:

      Sehr geehrte Irina – Wollen Sie über Ihre Probleme im Leben sprechen? Sie scheinen es nicht einfach zu haben, tut mir leid. Ps. Gläschennahrung hat nichts mit Stillen oder nicht-Stillen zu tun. Alles Gute.

  • maendli sagt:

    Vielleicht die Kinder weniger krank werden oder sein lassen. Voila.

    • pixel sagt:

      ja klar, das ist doch mal ein konstruktiver vorschlag! also ich bins echt auch leid, meinen sohn ständig absichtlich ohne mütze und jacke dem wind auszusetzen, ihn absichtlich anderen triefnasen auszusetzen und manchmal ist es auch richtig anstrengend, ein kind finden zu müssen, welches richtig stark magen-darm-grippe hat. das geht bei bindehautentzündung zum glück viel besser. und zu hause habe ich auch keine zäpfchen oder andere medis. wieso auch? es ist doch einfach wirklich herrlich zuzusehen, wie dreckig es ihm geht und wie er so hilflos vor sich hin leidet.

  • Christoph Willi sagt:

    Als Hausarzt mit auch pädiatrischer Grundausbildung (1 Jahr als Assistentsarzt an einer grossen Kinderklinik) sehe ich oft Eltern, welche mich primär als Grundversorger für ihr Kind ablehnen. Natürlich habe ich zuwenig Erfahrung bez. kindlichen Stoffwechselkrankheiten und ähnlichen Raritäten aber ich würde erkennen, wenn etwas Spezielles vorliegt und kompetent weiterleiten. Dafür werden die Pädiater mit banalen febrilen Luftwegsinfekten überrannt und verlieren die Freude an ihrer Arbeit. Schuld an dieser Entwicklung sind die heute überaus ängstlichen Eltern.

    • Jan Zbinden sagt:

      Genau diese elende ärztliche Arroganz (die Patienten oder Eltern haben keine Ahnung) wird hoffentlich früher oder später dazu führen, dass ausschliesslich medizinisch gebildete Exponate menschlichen Abgrunds so oft vom Blitz getroffen werden, bis ihr Diplom verbrannt ist. Sie sind – man möge mir meinen emotionalen Ausbruch vergeben – ein miserabler Arzt. Ihnen würde ich meine Jungs auch nicht anvertrauen.

      • pixel sagt:

        @Zbinden: hallo Erde? Ich kann Ihren Ausbruch überhaupt nicht verstehen. Ich finde, das klingt sehr vernünftig, was Herr Willi sagt. Ob er ein guter oder miserabler Arzt ist, das können SIE wahrscheinlich von Ihrem Planeten aus kaum beurteilen. Es sei denn, Sie waren schon mal bei ihm. Ich hätte eher Angst, solche Eltern wie Sie annehmen zu müssen.

      • Jan Zbinden sagt:

        @pixel: Dann sind wir uns ja wenigstens in einem Punkt einig, ich hab nämlich meine eigenen Kinder auch lieber als Sie. Und wenn Sie mich hier persönlich beledigen, dann tun Sie’s wenigstens unter Angabe Ihres Namens, pixel…

  • Irina sagt:

    Wie nur haben Kinder in den vergangenen Jahrhunderten, bzw. im 20. Jahrhundert überlebt ohne Kinderärzte?
    Je grösser die Ärztedichte, desto mehr Patienten gibt es. Sollte zum Nachdenken anregen.

    • Pixel sagt:

      Och nein, jetzt kommt dieser wieder: früher haben auch, früher war auch, früher dies und jenes. Und nein, früher haben viele Kinder nicht überlebt. Und gerne gebe ich hier eine Aussage unseres Kunderarztes weiter, als ich mit eben mit so einem ähnlichen Spruch kam, bezogen auf die Tatsache, dass unser Kleiner immer wieder mal was einfängt: Früher, meint er, da haben die Bakterien und Viren auch keine halbe Weltreise gemacht. Heutzutage und mit der gewonnenen Mobilität (Auto, Flugzeug) kann mans vergessen. Da kommt vieles, was früher nicht da war.

      • bitta sagt:

        danke, Pixel. Wie viele Kinder sind früher an Pocken, Scharlach, Masern, Mumps etc gestorben? aber nein, es war ja alles besser.

      • alien sagt:

        Also etwas war früher sicher besser: Die Aussage „Früher war alles besser“ stimmte noch.

  • Tomas sagt:

    Tja, wenn man hier so die Kommentare liest, bei denen sichtbar wird das ein Teil der Bevölkerung gar nicht den Grund der Existenz der Kinderärzte begriffen hat, muss man sich nicht wundern, dass sich das in der Praxisdichte bemerkbar macht.

    • Guido Gutter sagt:

      Idealismus, Kinderliebe, Begeisterung fuer den Beruf „bezahlen“ schlussendlich nicht die Praxis und Lebensunterhalt Kosten.Kinderaerzte gehoeren zu den niedrigst bezahlten Aerzten, haben aber Nacht & Wochenend Dienst . Dazu kommt noch, dass man nicht nur die Kinder, sondern auch deren Mutter(Eltern) „behandeln“ muss.Mit einem Wort viel Stress & lange Arbeitsstunden!
      Die Autorin hat Recht: Um „primary care physician“(Kinderaerzte, Allgemeinpraktiker und Gynaekologen) in weniger „lukrative“ Gegenden zu locken, muss man (finanzielle) Anreize geben. Entweder vom Staat oder Versicherungen.

      • Bionic Hobbit sagt:

        In England hat man das gemacht: die GPs (mit einer nur 2jährigen Ausbildung nach Staatsexamen) durften die Dienste aufgeben, bekamen immer mehr Anreize (die falschen, meines Erachtens) und so verdienten sie sich plötzlich eine goldene Nase mit einer 35-Stunden Woche. Die waren immer noch gleich schlecht ausgebildet, einfach gab’s dann davon mehr…vor allem faule, denen das Wohl der Patienten egal ist. Der Beste Anreiz, den ich kenne, ist die Dankbarkeit der Patienten, leider wird die auch selten.

  • Assistenzarzt sagt:

    Die Story ist genau so schnell zu Ende erzählt wie die obige. Es kann nicht sein, dass man als Kinderarzt weniger verdient als ein Kantonsangestellter im mittleren Kader und dabei eine deutlich andere Arbeistleistung an den Tag legt(Nacht- und Pikettdienst, Übestunden en mass bei 50 Wochenstundenverträgen u.a.). Damals unter uns Studenten war schon klar, nach Chur geht man nur im schlimmsten Fall für die Ausbildung. Der Einstiegslohn ist um fast 2000 Franken tiefer als im vgl. in ZH. Zudem werden einfach massiv zu wenige Ärzte ausgebildet. Sprich, dieser ehrenhaft Beruf MUSS wieder attraktiver

    • tom schott sagt:

      der ärzteberuf ist wichtig und nötig aber weder ehrenhafter als andere berufe noch braucht er besser bezahlt zu werden. und das mit den deutlich höheren wochenarbeitszeiten war einmal…!
      tom schott, mediziner und ex-mathematiker, der sowohl im studium als auch im beruf als mathematiker wesentlich mehr arbeiten und wesentlich schwierigere probleme lösen musste und dabei deutlich weniger verdient hat denn als mediziner…

      • Marcel sagt:

        Mit den Arbeitszeten ist es Fachabhängig…. Aber was ich in den Spitälern sehe, arbeiten meine Kollegen immer noch 12 Std. in der Woche….

  • stefan gasser sagt:

    Pädiater sind nicht nur im Bünderland Mangelware. Es gibt Kantone, die leisten sich nicht einmal eine einzige pädiatrische Abteilung in einem ihrer öffentlichen Spitäler. By the way: Das Bild, welches Sie vom Kind zeigen, ist – obwohl es vermutlich eine hohe Klickrate generiert, ich gratuliere – mehr als entwürdigend! Selbst wenn die Eltern zu diesem Bild Ja sagten: Sie können in 15 Jahren ja das Kind fragen, ob es Freude hatte, mit Speichel, Schnuder und Tränen berühmt zu werden. Auch Kinder haben ein Recht auf eine würdiges Bild!

    • Bionic Hobbit sagt:

      Ich glaube nicht, dass das Kind damit berühmt wird, oder erkennen Sie es wieder? Vielleicht wohnt das in Frankreich, oder Slowenien, vielleicht ist es schon ein altes Bild, das Gerät in der Hand des Arzts gibt es schon lange.

    • pixel sagt:

      stefan, darf ich Sie über Bildwelten und Bildkäufe aufklären? Dieses Bild hier ist von einer Bildagentur, die sich Keystone nennt. Bei einer Bildagentur werden Bilder extra für solche Zwecke fotografiert – also zu einem bestimmten Thema werden Bildstrecken fotografiert. Es handelt sich hierbei nicht um, wie Sie wohl angenommen haben, Reportagefotografie. Das Kind und der Arzt und die ganze Situation sind – mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit- Models und die Situation gestellt.

      • stefan gasser sagt:

        @pixel: Ich kenne auch einige Keystone-Fotografen und weiss, wie die arbeiten. Auch wenn es eine gestellte Situation ist und ich weiss – da ich ebenfalls Kleinkinder habe -, dass ein solches „Gesicht“ durchaus vorkommen kann gibt es noch lange keinen Grund dazu, ein Kind auch so abzubilden (insbesondere es wenig mit dem Inhalt zu tun hat). Übrigens: Der Romajunge auf dem WW-Titelblatt stammt ebenfalls aus einer Agentur – aber der war ja schliesslich nur aus dem Osten, daher halb so schlimm, oder wie?

      • pixel sagt:

        stefan, ich kenn das besagte Titelbild nicht. Ich verstehe auch gerade ihre Angriffslustigkeit nicht…Und ausserdem kann ich ihr Problem mit dem Bild auch nicht so ganz verstehen. Und auch nicht das Problem mit Jungen aus dem Osten. Ich habe weder mit Osten noch mit Westen, Norden oder Süden, schwarz oder weiss oder wie auch immer ein Problem. Am besten schlagen Sie doch der Redaktion in Zukunft die Themenbilder vor. Dann dürfen Sie lange herumdiskutieren mit anderen, was passend ist und was nicht.

  • Nathalie sagt:

    Hatte übrigens das gleiche Problem, als es nach meinem Umzug darum ging (damals noch kinderlos), einen Hausarzt zu finden, wo ICH im Krankheitsfall hingehen darf… Kenne die Rechtslage diesbezüglich nicht, aber war schockiert, dass man einfach abgewiesen werden kann, wenn man krank ist und einen Arzt benötigt. Vorallem ist man dann auch nicht imstande, Kämpfe auszutragen oder sich in die nächste Grosstadt zu begeben – das war aber oft die einzige Lösung und der Taxifahrer hat sich zumindest über die extra Einnahmen von CHF 100.- gefreut.

    • Nathalie sagt:

      Und gleich noch was: hatte mehrer Arbeitgeber, die wegen jedem auch nur halbtägigen Fernbleiben gleich nach einem Arztzeugnis verlangt haben. Die sollten auch mal in die
      Pflicht genommen werden!

  • Reto Hauensteiner sagt:

    Was ist denn das für ein unsinniges Gejammer?! Es gibt acht Kinderärzte in Chur für Chur und Umgebung. Das reicht für die kranken Kinder. Die gesunden brauchen nämlich keinen Arzt. Gleich nochmals, auch für die Ohren der über-mega-total-so-besorgten Mamis & Co.: Gesunde Kinder brauchen keinen Arzt. Und die meisten Kinder sind gesund.

    Setzen Sie sich mal in die Notfallabteilung eines Spitals, und staunen Sie, mit welchen Bobolelis die Leute angerannt kommen und das Personal beschimpfen, wenn man sie nicht gleich in den OP karrt. Ein Samariterkurs täte allen Eltern – und nicht nur denen – gut.

    • Nathalie sagt:

      Ja eben, die kommen mit Bobolis in den Spital, weil kein Kinder- noch Hausarzt das Kind anschauen will. Und wenn ärztliche Behandlung trotzdem vonnöten ist, wo soll man dann sonst hin?

      • Meta sagt:

        Nathalie, die kommen auch so. Zu mir in der 1. Hälfte der 90er gleich zweimal in einer Woche derselbe Säugling nach Mitternacht: er schreie… und das, obwohl ich beim erstenmal nichts Böses fand und an den Kinderarzt im Dorf verwies. Der nahm Neue und war da, aber die Familie sprach kaum Deutsch und kam aus einem Land, wo man halt ins Spital geht… Das Auf-den-Notfall-Rennen korreliert invers mit Integration und Bildung. Jedenfalls ab einem gewissen Alter. Jugendliche hats von allen Sorten. In den bald zwanzig Jahren seither ist es auf den Notfallstationen nicht ruhiger geworden.

      • Meta sagt:

        Das war noch vor der Arbeitszeitbegrenzung, ich stand beidemale auf und arbeitete tags darauf normal weiter. Es gibt Notfallstationen, welche die Triage einer Pflegefachfrau im Schichtdienst überlassen. Es gibt auch organisierte Notfalldienste von Praktikern, die so funktionieren, z.B. das Ärztefon in Zürich. In ländlicheren Gegenden klingelt dann einfach das Telefon auf dem Nachttisch, egal wie dringend das Problem ist. Sicher einer der Gründe für den relativen Ärztemangel auf dem Land.

      • alien sagt:

        Unsere Tochter weinte bitterlich, klar vor Schmerzen, aber sie war noch ganz klein, konnte also nicht reden. Und der Notfallarzt im Spital hat einfach nichts gefunden. Geröntgt hat er auch nicht, obwohl man sehen konnte, das irgendwas in der Schulter beim Sturz vom Kinderstuhl kaputt gegangen war.

        Geröntgt hat dann am Tag danach ein anderer Kinderarzt, in der Provinz. Das Schlüsselbein war gebrochen.

    • Nathalie sagt:

      Und übrigens: wussten sie, dass manche Kinderärzte als Stellvertretung die Notaufnahme des Kinderspitals angeben…?

  • Zeno sagt:

    „Ein Bekannter hat ziemlich entnervt nach etlichen Absagen, die er als frohlockender Neo-Vater als sehr niederschmetternd empfand, schliesslich seinen ehemaligen Kinderarzt angefragt, der dann den Sohnemann unter seine Fittiche genommen hat.“

    Ja, warum hat denn der gescheite Mann den ihm schon bekannten Arzt nicht gleich zu Beginn gefragt?!

  • Claire sagt:

    8 Kinderärzte bei 37’000 Einwohner? Was für ein Jammern auf hohem Niveau…

    • pixel sagt:

      nun ja, man kann das jammern auf hohem niveau nennen. es können auch dreimal soviele sein, wenn man partout keinen kinderarzt bekommt, ist das dann jammern auf allerhöchstem niveau? mich betrifft es nicht, aber ich kann mich schon soweit in die lage hineinversetzen, dass ich es mir als ziemlich schwierig vorstellen kann.

      • Claire sagt:

        @Pixel
        Ich habe selber fünf Kinder – und ja, Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Aber unser System funktioniert so gut, dass ein guter Hausarzt und allfällige Spezialisten im Krankenhaus auch reichen.
        Wenn es denn einen Kinderarzt hat, umso besser. Aber es geht auch ohne. Erfahrungsgemäss.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Claire:
        es geht ohne wenn der Hausarzt mitmacht, sonst eben nicht.
        Und gerade mit fünf Kindern waren Sie bestimmt froh dass, nehme ich mal an, dieser Hausarzt einigermassen unkompliziert zu erreichen war? Viele haben, in der noch-kinderlosen-Zeit, bei der persönlichen Arztwahl nicht unbedingt die unkomplizierte Erreichbarkeit (was den Weg betrifft) als oberstes Kriterium gehabt, weil noch gar nicht dermassen darauf angewiesen. Spätestens mit dem zweiten Kind wird der Wegaufwand aber sehr entscheidend.

      • pixel sagt:

        vorerst: Sie haben meinen Respekt – 5 Kids – das ist nicht ohne! 🙂 Gut möglich Claire, dass Sie recht haben. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es hier jedoch mitunter um das Thema, dass man bei Geburt einen Kinderarzt nennen muss. Ich war auch etwas überrumpelt, aber wir hatten Glück. Was ich manchmal ausserdem vermisse, ist das Beleuchten verschiedener Lebenssituationen. Sie haben bestimmt viel Erfahrung (auf jeden Fall mehr als ich), aber halt in Ihrer ganz eigenen Lebenssituation, wo das alles dann auch so gepasst hat.

    • Bionic Hobbit sagt:

      Meine 3 Kleinen sind in England geboren, wo es das billige, aber nicht nachahmungswürdige NHS gibt. Die Babies sehen mit 8 Wochen rasch einen blutjungen Assistenzarzt der Pädiatrie, dann nur noch den GP (Allgemeinmediziner), ausser man geht auf den Notfall. Die meisten GPs haben keinen blassen Schimmer von Kindern (oder von sonst was). Meiner hat versucht, mit einem Erwachsenen-Hütchen am Otoskop in das Ohr meines 9-Monate-alten Babies zu schauen, ohne mit der Wimper zu zucken (für Laien: damit sieht man NICHTS). Das funktioniert meistens, weil sogar die Mittleohrentzündung von selbst heilt.

      • Bionic Hobbit sagt:

        Dumm ist nur, wenn das Kind wirklich was Schlimmes hat, und sich die (meistens schlechter gebildeten) Eltern abwimmeln lassen, anstatt darauf zu bestehen, dass ein Experte dran kommt.

      • alien sagt:

        Ja, tut einfach brutal weh, die Mittelohrentzündung. Hatte ich einmal als kleines Kind.

  • P.M.Lu sagt:

    …ich vestehe bis Heute nicht woher die Ärzte sich das Recht nehmen zu sagen:“Wir nehmen keine neuen Patienten mehr…suchen sie woanders!“…und das ist nicht nur so bei den Kinderärzten sondern auch in anderen Disziplinen…
    Ich bin der Meinung, sie haben sich mir ihrem Beruf (Berufung) verpflichtet zu helfen…und dürfen niemanden abweisen….

    • Valeria sagt:

      In Notfällen wird kein Kinderarzt ein krankes Kind abweisen, bzw. wird es bei entsprechender Indikation und wenn’s nicht anders geht sofort in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses weitergeben. Im Artikel ging es aber v.a. um die Suche nach einem permanenten Kinderarzt ab Geburt.

      Wenn ihr Chef zu Ihnen kommt und sagt, dass ein neues und wichtiges Projekt ansteht und Sie jetzt pro Tag zwei Stunden mehr arbeiten müssten, würden Sie dann auch ja sagen?

      • Sportpapi sagt:

        Vermutlich würde man in dieser situation dem chef ja sagen, denke ich. Oder zumindest gut überlegen.

      • Valeria sagt:

        @ Sportpapi: Wirklich?!? Also ernsthaft, ich kenne niemanden, der das tun würde… Jedenfalls nicht auf unbegrenzte Zeit und ohne massive finanzielle Vergütung.

      • maia sagt:

        @Valeria: Vermutlich sagt man ja, weil man froh ist, dass man einen Arbeitsplatz hat.

      • pixel sagt:

        @valeria: das war vor 20 jahren. Heute macht jeder den Job auch mit diesen Umständen, die im übrigen meist schleichend und nicht von heute auf morgen kommen.

      • Sportpapi sagt:

        @Valeria: Ich weiss, heute heisst ja fast jede Tätigkeit Projekt. Bei mir ist das immer noch etwas Überschaubares, zeitlich Begrenztes. Und es hiess neu und wichtig – vielleicht ist es das ja auch für mich, zudem eine Herausforderung und eine Chance, mich zu profilieren. Das halte ich es nicht für ausgeschlossen, nach reiflicher Überlegung und Rücksprache zu hause zuzusagen.

      • Valeria sagt:

        Jetzt bitte nicht die Worte im Mund umdrehen (bezüglich „Projekt“…). Die Frage ist: Würden Sie 10h anstelle von 8h arbeiten, ohne dafür mehr Geld zu bekommen?

      • maia sagt:

        @Valeria: Ich musste das schon tun (gefragt wird man da ja nicht wirklich) – und ich kenne einige, denen es so geht. Nicht einfach für irgend ein Projekt (dann wüsste man ja für was und auch dass es irgendwann mal ein Ende gibt).

      • Sportpapi sagt:

        @Valeria: Ich habe doch alles gesagt dazu. Wenn es mir reizt, zeitlich überschaubar ist (für längere Zeit eher nicht, im Moment). Und natürlich ist es ja denkbar, dass es nach Abschluss auch mehr Lohn gibt. Aber das Beispiel ist hypothetisch und auch nicht so passend. Weil es beim Arzt ja nicht um ein neues, spannendes Projekt geht, sondern um „mehr vom Gleichen“ (dafür aber natürlich mehr Lohn).

      • Valeria sagt:

        @ maia:
        Ich rede ja nicht von Überstunden, die habe ich auch schon gemacht. 🙂 Nein, es geht drum regulär plötzlich 10h zu arbeiten, bzw. für den Kinderarzt noch um einiges mehr. Ich kenne jedenfalls keine Ärzte mit Praxis und 40h-Woche…

        @ Sportpapi: Ja, für ein spannendes Projekt arbeiten würde ich auch ohne zusätzlichen Lohn, bzw. mache ich regelmässig, die Wissenschaft lässt grüssen. Aber wie sie sagen, beim Arzt ist es „nur“ mehr vom Gleichen. Finanziell würde es wahrscheinlich ein Null-Summen-Spiel sein. Neben der normalen Freizeit, die wegen Bereitschaftsdienst eh schon drauf geht.

    • Sportpapi sagt:

      Ja, der Tag hat schliesslich 24 Stunden, und sonst nehmen wir halt noch die Nacht hinzu!
      Natürlich muss ein Arzt helfen, wenn ein Notfall vorliegt (wobei das ja auch speziell geregelt ist). Aber nicht mehr Kinder als regelmässige „Kunden“ aufnehmen, als er versorgen kann.

      • Bionic Hobbit sagt:

        Man kann doch neue Patienten nicht mit einem Arbeitsprojekt vergleichen. Eher mit 24h-Service-Angebot, wenn sie jemandem eine neue Software verkauft haben. Wenn sie den Service nicht einhalten können, sollten sie ihn nicht anbieten. Wenn ein Arzt nicht mehr in der Lage ist, in jeweils sinnvollem Zeitraum einen Termin anzubieten, weil sein Tag voll ist, wird er wohl oder übel keine neuen Patienten annehmen.

      • Valeria sagt:

        Danke, Bionic Hobbit, der Vergleich ist um Längen treffender…

    • Hans sagt:

      Eine Konsultation gerade bei Kindern dauert ca. ½ Stunde. Theoretisch wären das dann 16 Patienten am Tag (8 Stunden). Also weiss ein Arzt, wieviele Patienten pro Tag er behandeln kann. Werden es immer mehr, so ist eine seriöse Behandlung nicht mehr möglich. Es ist also pure Vernunft, wenn er nicht mehr Patienten annimmt, als er auch behandeln kann. Der Arzt hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht Nein zu sagen, bevor die Qualität der Behandlung leidet.

      • pixel sagt:

        sie haben recht, hans. ich schliesse mich dem an. allerdings ist auch damit das problem nicht gelöst.

    • Meta sagt:

      Juristisch ist die Lage klar: zu einer Behandlung „verpflichtet“ ist der Arzt nur in Notfällen. Sonst nicht. Aus Gründen, die Bionic Hobbit & Co. bereits ausgeführt haben.

  • plop sagt:

    Na dann willkommen Frau Taverna! Sie haben ja einen durchaus sympathischen Namen… Und ich freu mich in dem Fall auf Berichte aus südöstlichem Blickwinkel –

    Da wo ich wohne hats ca 53’000 Einwohner und im Fall sicher nicht viel mehr als 8 Kinderärzte… Man muss diese aber dann auch nicht zwischen 8 und 9 Uhr Morgens erreichen wollen… Aber irgendwie haben die dennoch immer Zeit…

  • Ursula Bourgeois sagt:

    @alien: Soviel ich weiss, gibt es pro Taxpunkt an Orten, wo die Ärzte Medikamente verkaufen dürfen, weniger Geld, als anderswo. Allgemeinpraktiker und Kinderärzte, die am unteren Ende der Einkommenskala liegen, sind daher praktisch gezwungen, Medikamente zu verkaufen.

    • alien sagt:

      Das ist ja das Dumme. So verkaufen sie auch Unsinniges, nur weil sie sich gezwungen sehen, um zu überleben. Statt dessen sollte man ihre eigentlichen Leistungen besser entlöhnen.

      • tom schott sagt:

        besser entlöhnen??? das durchschnittseinkommen der schweizer hausärzte beträgt nach abzug aller(!) un- und fixkosten (inkl. praxismiete, angestelltenlöhnen, versicherungen (auch der eigenen krankenverischerung, die sonst niemand den berufskosten zurechnen kann), auto (auch wenn’s allergrösstenteils als privatauto und nur seltenst für hausbesuche verwendet wird), und, und, und… ) 270’000.- franken! da gibt’s wenig bedarf nach einer besseren entlöhnung! (nach einer nach-unten-nivellierung der einkommen verschiedener ärztlicher disziplinen schon…!)

      • Marcel sagt:

        @tom: Hausarzt Durchschnittseinkommen beträgt 190000 Brutto, anschliessend müssen Sie noch ca. 40000.-. für Pensionskasse etc. wegziehen. Und da eine Praxis ein Unternehmen ist mit allen Risiken verdient man, wenn man die 12 Jährige Ausbildung in Betracht sieht, die Verantwortung und die Arbeitszeit, relativ wenig. Wenn man ein Spezialist ist, dann könnte man soviel wie ein Hausarzt mit weniger Arbeitspensum und Belastung verdienen.

  • Muttis Liebling sagt:

    8 Kinderärzte auf 37.000 Einwohner sind viel. Bei 15% Kinderanteil wäre das ein Pädiater auf 700 Kinder. Gemeinhin rechnet man mit 100% Pensum Kinderarzt auf 20.000 der Bevölkerung oder 3000 Kinder.
    Wenn man mit der Dichte in Davos nicht hinkommt, handelt es sich wahrscheinlich um Kinderärztinnen mit geringen Pensen bei gleichzeitiger Überinanspruchnahme.
    Wir haben ein Gesundheitswesen mit der Medizin des 21. Jahrhunderts, aber eienr Struktur des ausgehenden Mittelalters (Kleinpraxen in wirtschaftlicher Verantwortung des Arztes).

  • Alissia sagt:

    Warum sollte ein Kind immer zum Kinderarzt? Meine Kids gehen seit Geburt (für die Kontrollen und auch für anderes) zu unserem Hausarzt. Es gab schon Situationen, wo der nicht mehr weiter wusste, da wurden wir an den Spezialarzt weiterverwiesen. Vielleicht gibt es für den Hausarzt auch mal eine Situation, wo er das Kind zu einem Kinderarzt schicken könnte. Kinderarzt als Spezialarzt, dann hätten diese mehr Kapazitäten für die Kinder, die tatsächlich einen Kinderarzt brauchen und müssten sich nicht mit überbesorgten Eltern herumschlagen, die immer gleich zum Arzt rennen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Wenn der Hausarzt das macht: super!
      Ich verstehe aber jeden AllgemeinmedizinerIn, welche auf Kleinkinder verzichten möchte,
      nicht ohne Grund haben die sich ja eben gerade nicht auf Kinder spezialisiert.
      Und behalten das „allgemein“ auf Jugendliche bis Erwachsene vor.

      • Sportpapi sagt:

        Also für ich ist „allgemein“ einfach „allgemein“, und ich habe das Bild des einzigen Dorfarztes im Kopf. Sie sind ja auch nicht auf Senioren spezialisiert, beispielsweise.

      • Klicki sagt:

        Pädiatrie ist insofern etwas speziell, als die meisten Medikamente offiziell nicht für (Klein-)Kinder „zugelassen“ sind. Kinderärzte müssen darum viele Medikamente sozusagen auf eigene Verantwortung verschreiben (das ist trotzdem erlaubt) und die Dosierung anpassen. Ausserdem hat man es mit Patienten zu tun, die sich nicht oder nicht präzise ausdrücken können, das erfordert schon besondere Erfahrung und Einfühlungsvermögen.

  • Pixel sagt:

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele junge (ist nicht auf das Alter sondern auf die Rolle bezogen) Mütter eher mal sehr schnell verunsichert sind und lieber einmal öfters als zuwenig zum Arzt rennen. Ist gewissermassen auch verständlich, man ist ja noch unerfahren. Aber eben, ich hab bei so einigen das Gefühl, dass sie auch sehr schnell überängstlich werden. Wie oft bin ich beim Arzt gewesen (unerfahren, oder von der Krippe „hingeschickt“) und hab mir im Anschluss gedacht: na Super, das wäre auch telef lösbar gewesen, da hätt ich keine Stunde dafür investieren müssen..

    • Ging mir gleich. War auch schon 2-3 x unnötig beim Kinderarzt (ebenfalls von der Krippe geschickt). Heute wüsste ich es besser.

    • Sportpapi sagt:

      Bei uns ist es eher der Vater (also ich), der darauf drängt, auch mal beim Arzt vorbeizugehen, wenn die Kügelchen zwar gut schmecken, aber offensichtlich nichts bewirken…

      • pixel sagt:

        @sportpapi: ihre kinder sind aber auch schon etwas älter, wenn ich das richtig interpretiert habe? ausserdem: vorbildlich, dass hier nicht die „klassische“ Rollenverteilung gelebt wird!

      • Sportpapi sagt:

        Mit Rollenverteilung hat das nichts zu tun. Und meine Kinder sind 0, 2 und 4.

      • pixel sagt:

        nun gut, wie auch immer. so ganz verstehe ich jetzt nicht, worüber wir hier dann reden, oder was Sie mir genau sagen wollten mit der Mitteilung, dass eher Sie als Ihre Partnerin/Frau/Freundin/Mutter Ihrer Kinder zum Arzt gehen. Wenn ich Ihnen auf den Schlips getreten bin mit dem Ausdruck „junge Mütter“, dann tut mir das Leid. Ich bin die letzte, die nicht Gleichheit anstreben würde. Leider ist das das Bild, was sich mir mehrheitlich zeigt. Ich wollte Ihnen ein Kompliment aussprechen für die Tatsache, dass Sie so engagiert Zeit mit Ihren Kindern verbringen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich wollte ausschliesslich darauf hinweisen, dass es nicht nur junge Mütter, sondern durchaus auch reifere Väter sind, die heute eher schneller mal zum Arzt gehen als vielleicht früher. Nicht selber, aber mit den Kindern. Und danke für ihr Kompliment.

      • tststs sagt:

        Ja, das kann ich also bestätigen, die „Hosenschisser“-Rolle in der Beziehung ist etwa fifty-fifty unter den Geschlechtern verteilt…
        😉

      • pixel sagt:

        alles klar 🙂

  • chocolate sagt:

    Die Pädiater rangieren im Prestige weit unten, nach ihnen kommen nur noch die Psychiater. Bei denen ist das Durchschnittsalter in der Schweiz 57.5 Jahre. Da kann man bloss hoffen, dass man nie eine Depression hat oder sonst was…
    Aber solange sich die Ärzteschaft um Taxpunkte balgt und toleriert, dass einige ‚Spezialitäten‘ das doppelte der anderen verdient, wird sich so schnell nichts ändern. Und der Politik vorzuwerfen, dass sie nichts machen, ist dann doch billig, solange sich die Medizinerzunft nicht besser organisiert!

    • Bionic Hobbit sagt:

      Ich wäre liebend gerne Pädiater geworden, aber in den 90er-jahren habe ich keinen Ausbildungsplatz bekommen. Wenn man die Spezialisierung beginnt, geht es den meisten um das Gebiet, dass sie interessiert, nicht so wahnsinnig um das Geld.
      Ich glaube, der Mangel an Kinderärzten könnte unter anderem auch dadurch bedingt sein, dass viele Frauen Kinderärztinnen werden und dann aufhören, wenn sie selbst Familie haben. Ausserdem, könnt ihr euch noch erinnern, dass es in den letzten 10 Jahren einen Zulassungstopp für neue Praxen gab? Das hat viele nicht ermuntert.

      • tststs sagt:

        Zwei treffende Argumente. Vorallem das mit den Ärztinnen habe ich letzhin auch irgendwo gelesen…
        Wobei mMn der Begriff „Mangel“ schon ein sehr starker ist…

      • chocolate sagt:

        Ich kenne etliche Mediziner, die auch in den 90ern einen Ausbildungsplatz in der Pädiatrie erhielten. Vielleicht hatten Sie Pech? Und dass es vorwiegend ums Interesse geht und nicht ums Geld oder Prestige ist kaum haltbar: Je mehr der Spezialarzt verdient, desto mehr Mediziner machen ihre Ausbildung in dem Gebiet.
        Dass die meisten Frauen aufhören, wenn sie Kinder bekommen, ist auch nicht wahr. (Dazu gibt es Zahlen). Was hingegen stimmt: Eine Flexibilisierung der Prozentstellen in den Neonatologien würde helfen.
        Aber wie gesagt: richtig schlimm ists in der Psychiatrie…

      • tststs sagt:

        Vllt zur Präzisierung: In dem von mir gelesen Artikel ging es nicht prinzipiell um ein „Aufhören“, sondern eher um ein Abbauen, als eine Teilzeit-Stelle daraus machen, und das geht einfach nicht, ohne dass man Patienten abgeben muss/keine neue mehr annehmen kann…

      • tststs sagt:

        „also eine Teilzeitstelle…“

      • Bionic Hobbit sagt:

        @chocolate: ich kenne auch etliche, die einen Ausbildungsplatz in der Pädiatrie bekommen haben, alles Söhne und Töchter von Medizinprofessoren…. das war in Genf. Ich hatte damals noch keinen Schweizer Pass, das hat die Ausbildungsstellen für mich leider rar gemacht.

      • Bionic Hobbit sagt:

        Und was das Geld betrifft: Man wählt Pädiatrie recht schnell nach dem Staatsexamen. Für die interventionelle Kardiologie, wo man die goldene Nase verdient, macht man erst mal Innere, dann Kardio, und wenn man Glück hat und noch dazu gut ist, darf man auch interventionelle Kardio machen, da ist man aber oft schon etwas älter….
        Ich habe auch nicht gesagt, dass“ die meisten“ Frauen aufhören, sondern dass whs in der Pädiatrie mehr Frauen sind als z.b. in der Orthopädie… und wenn einige von denen aufhören oder kürzer treten, macht sich das vielleicht bemerkbar.

      • chocolate sagt:

        Naja, meine Freundin hat als ganz normales Arbeitermädchen in Zürich ihre Stellen als Pädiaterin bekommen. Mit einem Zwischenjahr auf der Inneren, aber das schadet auch nicht. Den jungen Medizinern ist sehr wohl bewusst, wer wo am meisten verdient, die Diskussionen kenne ich sehr gut. Als Hals-Nasen-Ohren-Spezialist zum Beispiel müssen sie nicht den langen (von Ihnen aufgezeigten) Weg auf sich nehmen, um einiges mehr zu verdienen als Pädiater, als Gynäkologe auch nicht. Fakt ist und bleibt: die am schlechtesten bezahlten Spezialisierungen haben auch am meisten Nachwuchsschwierigkeiten!

  • Michael sagt:

    Wer sich fragt, wieso in den Ostschweizer Kantonen ein Kinderarztmangel herrscht muss nur die kantonalen Taxpunktwerte vergleichen. Bei vergleichbaren Unkosten erhält in ZH der Arzt für den Taxpunkt 89 Rappen, in GE gar 96 Rp, in GR dagegen 82 Rappen. Für Aerzte, die wie die Pädiater wenig Medikamente abgeben und daher nicht von der ärztlichen Medikamentenabgabe profitieren ist dies ein relevanter Einkommensunterschied von ca 40%. Hier ist die Politik gefragt !

    • Sportpapi sagt:

      40 Prozent?

      • alien sagt:

        Ja, Ärzte verdienen super mit den Medis, die sie verdealen.

      • Sportpapi sagt:

        Hier war doch der Vergleich nur zwischen Kinderärzten verschiedener Kantone, die alle praktisch keine Medis abgeben.

      • Marcello sagt:

        40% ist ziemlich viel, der Anteil ist 4mal kleiner. Weiter wird/wurde die Medikamentenabgabe als Lohnbestandteil angesehen. Obschon es komisch ist das Ärzte selber Medikamente verkaufen können, wurde bewiesen, dass bei den selbstdispendierenden Ärzten kostengünstiger ist als in der Apotheke zu gehen. Beim Arzt bekommt man eher das Generikum.

  • Matt sagt:

    Ich wohne am Zürichsee und da hat es genau eine Kinderarztpraxis auf etwas weniger als 20000 Einwohner. Vergleichsweise hat also Chur eine hohe Kinderarztdichte. Bei kleineren Sachen hilf auch die Mütterberatung, Die Apotheke oder ein Telefon beim Kinderarzt.

  • elena sagt:

    Warum braucht es denn eine Kinderärztin? Ich hab drei Töchter und war nie bei einem Kinderarzt, heut sind mit Ausnahme der jüngsten alle Erwachsen geworden ohne je einen Arzt gesehen zu haben (mit Ausnahme der Verwandten dieser Berufsgattung). Irgendwie seltsam diese Ärztesehnsucht, schon kaum auf der Welt und krank? Versteh ich nicht.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @elena
      „ohne je einen Arzt gesehen zu haben“
      Wo haben Sie die die Wachstumskontrollen und Impfungen durchführen lassen?
      Wir konnten das bei unserer Hausärztin machen lassen welche alle Gebiete abgedeckt hat, oder im Bedarfsfall an eine Kinderärztin überwiesen hat; aber ich könnte mir vorstellen dass nicht alle HausärztInnen Kleinkinder aufnehmen möchten. Heute sind wir in einer HMO-Praxis, viel reguläres übernimmt aber auch der schulärztliche Dienst.

      • Lemu sagt:

        Wer sagt denn, dass Impfungen und Wachstumskontrollen nötig sind? Handfeste Beweise gibt es keine. Es ist sehr aufbauend zu sehen, dass es Menschen wie elena gibt! Und was ist mit dem Bild dieses Beitrags? Für meine Kinder und mich gehören Tränen nicht zu einem Arztbesuch.

      • maia sagt:

        „Wachstumskontroll“ – Was ist das? Muss bei einem gesunden Kind wirklich KONTROLLIERT werden ob es wächst, sieht man das nicht?

      • Valeria sagt:

        @ maia:
        Ob sie’s glauben oder nicht. Es gibt tatsächlich Fälle, wo man das nicht so genau sieht. Ist ein Säugling munter, trinkt (vermeintlich) gut und lässt sich auch sonst nichts anmerken, kann es sein, dass man nicht merkt, wenn es plötzlich abnimmt oder für längere Zeit stagniert.

      • maia sagt:

        Sicher gibt es dass. Ich bin nur erstaunt darüber, dass das Eltern nicht selber merken.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Lemu:
        auf die Idee dass das abgebildete Kind vielleicht auch schon zuhause geweint hat, weil es nämlich krank ist und Ohrenschmerzen hat, sind Sie nicht gekommen?
        Auf eine Impfdebatte hab ich nicht wirklich Lust, aber eines kann ich Ihnen versichern, gewisse Impfungen machen durchaus Sinn, bspw Tetanus- ausser Sie lassen Ihr Kind immer nur im Laufgitter…

      • pixel sagt:

        @Lemu:Niemand sagt, dass Imfpungen und Wachstumskontrollen nötig sind. Aber erwarten Sie nicht, dass die Mehrheit der Eltern die Meinung mit Ihnen teilt und somit auf Kinderärzte per se verzichtet werden kann. Ich für meinen Teil fühle mich verantwortlich dafür, dass mein Kind gut gedeiht und gerne lasse ich mir das auch ein Mal pro Jahr fachkräftlich verifizieren. Ob diese Einjahreskontrollen massgeblich am Aerztemangel Schuld sind, sei dahingestellt.

    • Paddi sagt:

      Vielleicht am Besten dankbar sein? Aus Ihrer Erfahrung zu schliessen alle Kinder gesund sind ist etwas zu einfach.

      • mira sagt:

        Richtig, nicht alle Kinder sind mit solcher Gesundheit gesegnet. Aber sowas schnallt man/frau meist erst, wenn man/frau selbst betroffen ist.

    • Dani Kobler sagt:

      @ elena: Schon mal beim Zahnarzt gewesen, einfach so, 1 x / Jahr, ohne das es wehtut, nur zur Kontrolle?

    • Pixel sagt:

      @elena: dann dürften Sie nie eine Krippe von innen gesehen haben…

    • Monsieur de Hummel sagt:

      Das ist wirklich sehr naiv. Glauben sie denn wirklich, die meisten würden ihre Kinder aus Spass zum Arzt bringen oder später selber gehen?
      Wenn man bis 18 nie bei einem Arzt war, hat man tatsächlich wahnsinniges Glück. Wenn man das für normal ansieht, ist man hingegen wahnsinnig kurzsichtig.

  • Aloha sagt:

    Unsere (gesunde) Tochter ging ins Gesundheitszenturm unserer Krankenkasse, dort war eine Ärztin unter anderem für Kinder zuständig. Impfungen und die üblichen kleinen Bebes hat sie problemlos behandelt und uns gut beraten. Eine grössere „Geschichte“ wurde durch eine Spezialistin im Kantonsspital behandelt – es geht also problemlos ohne Kinderärzte (bei gesunden Kindern). Wir sind zufrieden und unsere Tochter wurde immer liebe- und respektvoll behandelt.

    • Nathalie sagt:

      Ja, aber nur, wenn die Nicht-Kinderärzte die kleinen Patienten aufnehmen, was anscheinend die meisten nicht tun. Sonst telefoniert man sich bei jeder Sache die Finger wund…

  • mira sagt:

    In Basel war dasselbe Problem. Wobei die Kinderärzte frischgeborene Babies nicht ablehnen dürfen. Man kann also auf seinem Recht bestehen, aufgenommen zu werden. Wir hatten Glück und fanden eine frisch anfangende Ärztin, die noch genügend Kapazitäten hatte. Und erst noch zusätzlich homöopathisch arbeitete.

    • Tim Weser sagt:

      Homöopathie? Dann hoffe ich wirklich sehr, dass ihr Kind nie ernsthaft erkrankt.

      • mira sagt:

        Ich habe geschrieben ZUSÄTZLICH. Unser Kind war leider ernsthaft krank und selbstverständlich haben wurde das „normal“ behandelt. Kleinere Bobochen konnten aber super mit Homöopathie geheilt werden.

      • Tim Weser sagt:

        Da können Sie dem Kind auch gleich normale Zuckerpastillen geben. Ist das gleiche wie Homöopathie und genauso nutzlos, aber günstiger (abgesehen vom Placebo-Effekt).

      • pixel sagt:

        @tim weser: auf welcher Basis (ausser der offensichtlich persönlichen Ablehnung) fusst denn hier Ihre Argumentation? Ich verarbreiche meinem 11-monatigen Jungen einen homöopathischen Hustensaft, der bereits nach einem Tag hervorragende Wirkung zeigt. Und jetzt erklären Sie mir hier mal bitte den Placebo Effekt an einem Baby.

      • Tim Weser sagt:

        @pixel:
        Auf welcher Basis? Allgemein anerkannte Erkenntnisse der Naturwissenschaften. Oder auch aus der Einleitung des entsprechenden Wikipedia-Artikels: „Auch das hahnemannsche Ähnlichkeitsprinzip ist wissenschaftlich nicht haltbar.[6][7] Klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards konnten keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen.“

      • mira sagt:

        @Tim Weser
        So doof ist unsere Tochter nun auch nicht…
        Abgesehen davon: Nur weil etwas wissenschaftlich (noch) nicht bewiesen werden konnte, heisst noch lange nicht, dass es nicht existiert/wirkt. Ich stelle mich auf folgenden Standpunkt: Wenn es wirkt, dann nehmen wir es (logisch). Hilft es nicht, probieren wir was anderes.

      • pixel sagt:

        @tim weser: sorry, wiki ist für mich nicht wirklich eine Basis. Vielleicht haben Sie auch meine Frage nicht so richtig verstanden. WIE will man bei einem Baby einen Placebo Effekt nachweisen? Also, wenn Sie mir das mal erklären können, dann werde ich vielleicht einsichtig.

      • Valeria sagt:

        @ pixel:
        Die zitierte Stelle kann innert wenigen Sekunden auf Wikipedia gefunden und die ebenfalls von Tim Weser kopierten Zitatangaben nachgelesen werden. Die Aussage auf Wikipedia basiert also unter anderem auf einem Artikel welcher vom UK-Parlament in Auftrag gegeben wurde. *irony-on* Und zur Frage, WIE man einen Placeboeffekt bei Babys nachweisen will: Indem man es testet vielleicht?! *irony-off*

      • Valeria sagt:

        Ob Homöopathie bei einem Neugeborenen wirkt, wage ich zu bezweifeln. Aber bei Kleinkindern sind Placebos ungeheuer wirksam, ergo auch die guten, alten Globuli…

        http://www.sueddeutsche.de/wissen/placebo-effekt-therapeutische-bonbons-1.597963

      • pixel sagt:

        danke valeria, ausser dass sie mir bewiesen haben, dass ich mir wenig mühe gemacht habe, wiki nachzulesen, haben sie nichts mit ihrem beitrag zur offenen (und durchaus berechtigten) frage geleistet. Ich hoffe, Sie lesen besser nach, als ich es eben bei Tim gemacht habe: „Placeboeffekte sind alle positiven psychischen und körperlichen Reaktionen, die nicht auf die spezifische Wirksamkeit einer Behandlung zurückzuführen sind, sondern auf den psychosozialen Kontext der Behandlung.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo
        Ich frage nochmals: WIE wollen Sie einen solchen Effekt bei Babies nachweise

      • tststs sagt:

        @ Pixel: Er funktioniert genauso wie Sie selber schreiben „psychosozialen Kontext der Behandlung“, dieser Kontext gilt auch für Babies und Kleinkinder (man denke an die Situation, wenn ein Kind hinfällt und losschreit, oft kann man es beruhigen, indem man es ablenkt)…
        Aber ich kann Sie insofern verstehen, wie dies tatsächlich bei Babies, die nun wirklich noch nicht so kontextbezogen sind, funktionieren soll…?!

      • pixel sagt:

        @valeria: Ihr Beitrag wurde soeben erst freigeschaltet, wonach Sie den Artikel der SZ aufführen. Nun ja, was Sie bezweifeln oder nicht, das wissen Sie am besten. Ich jedenfalls weiss, dass unser Sohn bereits zwei Tage später keinen Husten mehr hatte und sich davor 2 Wochen lang damit herumgeplagt hatte. Aber wahrscheinlich wars so: meine Einbildung, dass ihm das helfen wird, hat sich via mentale Uebertragunskraft und emotionaler Bindung auf das Baby ausgewirkt. DAS ist also der Placebo Effekt, von welchem Sie sprechen! Aha.

      • Valeria sagt:

        Nochmals: Indem Sie es testen. Man nehme einige Babys und behandle sie zu gleichen Teilen mit Homöopathie-Globuli und normalen Zuckerkügelchen (ohne dass die Eltern wissen, was ihr Kind bekommt). So schalten Sie den Effekt durch den psychosozialen Kontext aus (da bei beiden Behandlungen identisch) und können die eigentlich Wirkung untersuchen. Wenn bei beiden Behandlungsarten die Wirkung nun gleich ist, dann wirkt die Homöopathie nicht.

        Ja, die Durchführung ist natürlich um einiges komplizierter, auch die statistische Auswertung. Aber so schwer ist es nicht.

      • Valeria sagt:

        Warum sollten Babys nicht kontextbezogen sein? Kein Mensch zweifelt beispielsweise heute an der positiven Wirkung von „Rooming-in“ bei Neugeborenen oder der Wirkung durch die körperliche Nähe beim Stillen. Das ist auch Kontext.

      • pixel sagt:

        @valeria: ich hab noch einen kommentar in der warteschlaufe (freischaltung). Ich versuchs nochmals. oder anders rum: haben Sie nicht auch Kinder? Muss ich denn hier ernsthaft erklären, wieviel ein 11 monatiges Baby versteht? Ich jedenfalls weiss, dass unser Sohn bereits zwei Tage später keinen Husten mehr hatte und sich davor 2 Wochen lang damit herumgeplagt hatte. Aber wahrscheinlich wars so: meine Einbildung, dass ihm das helfen wird, hat sich via mentale Uebertragunskraft und emotionaler Bindung auf das Baby ausgewirkt. DAS ist also der Placebo Effekt, von welchem Sie sprechen! Aha.

      • pixel sagt:

        @valeria: sorry, diese Argumente sind einfach nur bemüht….rooming-in. ok. es fällt mir tatsächlich schwer, hier noch Gegenargumentieren zu wollen. nicht weil ichs nicht kann, sondern weil es einfach zu deppert ist, sich diese Müh zu machen. Dass ein Baby die Nähe zu den Bezugspersonen braucht, hat wenig mit Placebo zu tun.

      • tststs sagt:

        @Pixel: Wenn Sie tatsächlich die normale Medizin mit „schlechter Laune“ und die homöopathische mit „guter Laune“ verabreichtet haben, dann wäre das ein Störfaktor (also eben der Kontext), der Ihre Erfahrung empirisch zunichte machen würde… und es beschreibt tatsächliche eine Form des Placeboeffekts…

      • Katharina sagt:

        Die Frage ist aber, ob es ethisch vertretbar ist, Kleinkinder in Doppelblindtests zuzulassen.

      • tststs sagt:

        @Katharina: Also ich finde es per se nicht schlimm, also gerade in diesem Bereich… da finde ich, dass die unten geführte Bild-Diskussion mehr ethischen Zündstoff enthält 🙂

      • Sportpapi sagt:

        @Pixel: Vielleicht war nach zwei Wochen der Husten endlich einfach mal vorbei? Das ist ja ein weiteres Problem, dass man immer auch mit „natürlichen“ Heilprozessen rechnen muss/darf.

      • pixel sagt:

        hierhin:
        tsts: irgendwie schon unglaublich, wieviel man sich als Mutter immer wieder erklären muss. also 1. : ich habe grundsätzlich super Laune, wenn das Baby krank ist. 2.: Ventolin hat super geholfen, als es wirklich schlimm war und 3.: ich bin nicht auf eso oder alternativ, aber ich muss auch nicht immer mit hardcore behandeln wollen, wenn es natürlich auch bringt. und es gibt auch noch 4.: ich wollte es ausprobieren, ohne tatsächlich auf eine Wirkung zu hoffen. aber es hat sich nunmal bewährt

      • tststs sagt:

        @Pixel: Sorry, war nicht bös gemeint. Nur ein schlichtes „wenn…dann“, ohne Vorwurf oder Wertung…
        heiei, heute drücke ich mich schlecht aus…

      • pixel sagt:

        @sportpapi: vielleicht. vielleicht auch nicht. vielleicht wäre er aber am nächsten Tag vorbei gewesen. oder erst in einer Woche. Oder wir wären zum Arzt und hätten nochmals die Lunge abgehört und festgestellt, dass alles ok ist, und weil die Mama beim Arzt war und also (vom Arzt interpretiert) auf ein Medikament und Heilung wartet, drückt man ihr nochmals ein paar Sirüplis oder Zäpflis in die Hand. Vielleicht. Ich schliesse also darauf: hier scheint kein Mensch an Homöopathie zu glauben und alle rennen lieber zum Arzt, ohne es auch mal anders zu versuchen.

      • tststs sagt:

        Es war wirklich nur als Beispiel auf Ihre Frage (wie Placebo bei Babies funktionieren soll) gemeint… Und nicht als Unterstellung gemeint, dass Sie es soundso gemacht hätten!

      • Valeria sagt:

        @ Katharina:
        Ja, vollkommen richtig. Drum weiss ich auch nicht, ob es dazu irgendwelche Daten gibt. Ich weiss aber, dass es vergleichsweise wenige Daten zur Wirksamkeit von Medikamenten bei Kleinkindern gibt. Zum einen, weil es eben ethisch oft nicht vertretbar ist, und anderem auch weil ein Kinderkörper halt oft ganz anders funktioniert, zum anderen weil der extreme Placeboeffekt bei Kindern es schwer macht, die eigentliche Wirkung des Medikamentes zu untersuchen.

      • tststs sagt:

        @Pixel: also ich glaube an das eine oder andere Eso-Mittel (und das ist nicht abwertend gegenüber der Homöopathie gemeint), aber ich glaube auch den wissenschafltichen Untersuchungsmethoden… ach schön ist es, hier die freie Wahl zu haben 😉 (nennt mich von mir aus ein Blatt im Winde….)

      • pixel sagt:

        @tsts: 🙂 scho guet, danke für die Aufklärung. es ist auch nicht immer so einfach sich so mitteilen zu müssen.

      • Sportpapi sagt:

        @Pixel: Bei gewissen Kügelchen bin ich einfach skeptisch. Aber zumindest schaden sie (meist) auch nicht, zumindest nicht direkt. Homöopathie ist aber sowieso ein weites Feld. Natürlich können beispielsweise einfache Hausmittel, pflanzliche Stoffe helfen, die ja teilweise auch in Medikamenten sind. Und natürlich soll man zuerst selber versuchen, Hilfe zu geben (und wenn es nur schon tröstet und schlafen lässt, ist ja gut). Aber man darf auch nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen, zum Arzt zu gehen. Und trotz aller Widerstände mal z.b. antibiotika zu geben.

      • Joe Meier sagt:

        @pixel: Und woher wissen Sie, dass dieser Husten nicht spontan nach 2 Wochen und 2 Tagen auch ohne Homöopathie abgeklugen wäre (wie die meisten anderen „diffusen“ Beschwerden) schlicht weil ein einfacher Husten halt etwa solange dauern kann? Das könnte man u.a. mit einer seriösen Studienanlage wie von Valeria vorgeschlagen herausfinden. Lustigerweise entgleist die Diskussion mit Homöopathie-Anhänger immer just an diesem Punkt…

    • Nathalie sagt:

      Mira, das wusste ich gar nicht! Wieso sagt einem das niemand!! Da hätte ich mir die zwei Jahre Stress ersparen können, weil niemand sich um mein Baby kümmern wollte….

      • mira sagt:

        Im Spital sagten die uns, dass Kinderärzte Babies nicht ablehnen dürfen. Ältere Kinder jedoch schon.

      • Nathalie sagt:

        Ja dann hätte ich am Telefon wohl erst mal das Alter erwähnen sollen vor dem Problem. Aber eben, ich wurde nicht augeklärt, und viele Arzthelferinnen wohl auch nicht…

      • mira sagt:

        @Nathalie
        Das ist echt mühsam! Wobei es ja auch für die Kinder auch blöd ist, wenn die Praxis dauernd überfüllt ist und die Ärztin gar keine richtige Zeit für das Kind findet. Da sind die Ärzte, die noch Homöopathi o.ä. anbieten, wirklich top: die verdienen lieber weniger Geld, haben dafür aber mehr Zeit für das Kind.

    • pixel sagt:

      tsts: irgendwie schon unglaublich, wieviel man sich als Mutter immer wieder erklären muss. also 1. : ich habe grundsätzlich super Laune, wenn das Baby krank ist. 2.: Ventolin hat super geholfen, als es wirklich schlimm war und 3.: ich bin nicht auf eso oder alternativ, aber ich muss auch nicht immer mit hardcore behandeln wollen, wenn es natürlich auch bringt. und es gibt auch noch 4.: ich wollte es ausprobieren, ohne tatsächlich auf eine Wirkung zu hoffen. aber es hat sich nunmal bewährt

      • Hotel Papa sagt:

        Es ist auch nicht einzusehen warum die Jünger von Wikipedia und Konsorten bei jeder Erwähnung von Hoöopathie losschiessen müssen. Homöopathie nimmt in Anspruch, die Selbstheilungskräfte anzuregen. Die Wissenschaftsjünger dürfen das Placebo-Effekt nennen. Tasache ist, dass ein Homöopath sehr auf seinen Patienten eingehen muss. Das ist in solchen Situationen die halbe Miete. Und was ist falsch, an einem Medikament, das nicht besser ist, als der Placebo-Effekt? der ist in vielen Fällen verdammt gut. Die „klinisch nachgewiesenen“ müssen oft alle statistischen Tricks anwenden, um ihre(1-)

      • Hotel Papa sagt:

        (-2) Wirksamkeit aus dem „Grundrauschen“ herauszuheben. Und dafür haben sie dann auch noch Nebenwirkungen.

        Alles was die Wissenscahftanbeter erreichen, ist, dass die Wirksamkeit solcher Lösungen abnimmt, wiel immer mehr Menschen daran zweifeln. Hehres Ziel, muss ich sagen.

      • Valeria sagt:

        „Alles was die Wissenscahftanbeter erreichen, ist, dass die Wirksamkeit solcher Lösungen abnimmt, wiel immer mehr Menschen daran zweifeln. Hehres Ziel, muss ich sagen.“

        Mit den Augen eines Wissenschaftlers betrachtet, wäre das ein hehres Ziel, in der Tat. Aber Gläubigen sollte man ihren Glauben lassen. Beten wirkt schliesslich auch. Oder etwa nicht?

      • Marcello sagt:

        Homöopathie ist wie einer Religion,wenn man daran glaubt,ist es so.In den Kommentaren stand, es schade nicht, leider habe ich bereits Kinder leiden und sterben sehen wegen der Homöopathie:(. Bei einer Erkältung spielt es ja keine Rolle, ob alternativ oder Schulmedizin eingenommen wird, da es bei der Homöopathie 7 Tage dauert und bei der Schulmedizin 1 Woche:D.. Zum Glück ist unser Körper sehr anpassungsfähig, aus diesem Grund hat man nur positive Erfahrungen gemacht. Meine Erfahrung:sobald etwas nicht stimmt,ist immer die Schulmedizin daran schuld:(

  • Peter K. sagt:

    „Haben Sie schon einen Kinderarzt gefunden? – So ein Quatsch. Von deri Wiege bis zur Bahre? Für einen Armbruch tut’s ein normaler Arzt auch. Wozu braucht’s in Chur mehr als acht Kinderärzte/-innen?

    • Tim Weser sagt:

      Knochenbrüche sind aber vermutlich in der Unterzahl. Ein normaler Hausarzt ist in der Regel nicht die richtige Ansprechsperson für Babies und Kleinkinder, weil ihm schlicht die entsprechende Ausbildung fehlt. Nicht umsonst ist (in Deutschland) eine fünfjährige (!) Weiterbildung vorgeschrieben, um Facharzt in der Pädiatrie sein zu dürfen.

    • tststs sagt:

      Wenn man noch überlegt, dass von den 36500 Einwohner wohl kaum mehr als 20%Kinder sind, denke ich auch, dass 8Kinderärzte vollauf genügen. Ausserdem denke, ich brauchts den Arzt doch erst, wenn das Kind KRANK ist… für U2, U3 etc. kann bei Mangel auch nochmals das Spital aufgesucht werden…

      • Nathalie sagt:

        Peter und tststs – haha, wie naiv! Wir hatten die ersten zwei Jahre auch keinen
        Kinderarzt. Unsere Hausärztin hat sich der
        Kleinen angenommen, aber nur, weil sie eine Zusatzausbildung in Pädiatrie und Gynäkologie besitzt. Sie arbeitet aber nur 50% und ist des Öfteren abwesend, und ihre Stellvertreter haben allesamt immer abgelehnt, ein Kleinkind zu betreuen. Nach rund 10 bis 20 Telefonaten (inklusive Unterstützung der Krankenkasse) haben wir dann entweder einen Kinderarzt gefunden, der uns ausnahmsweise geholfen hat oder mussten ins Spital fahren und dort rund drei Stunden auf Behandlung…

      • Nathalie sagt:

        …warten und mussten unnötig die Gesundheitskosten aufblähen.

      • tststs sagt:

        Bitte missverstehen Sie mich nicht, natürlich braucht es für Kinder auch KINDERÄRZTE (analog zu den Frauenärzten und den anderen Spezialisten. Die braucht es aber eben erst, wenn ein Kind krank ist (was ja gottseidank nicht die Regel ist). Die pflichtmässigen, postnatalen Untersuchungen (inkl Impfung) wird wohl durch Spital und Hausarzt abgedeckt werden.
        Oder meinen Sie (Nathalie oder Tim Weser), dass man gerne als Eltern von Geburt weg einen fixen KA hat, der dann im Fall der Fälle aufgeboten werden kann?

      • Nathalie sagt:

        Ja, genau das empfehle ich, tststs. Weil wenn der Hausarzt ausfällt, dann wollen weder die stellvertretenden Hausärzte, noch andere Kinderärzte einspringen im Krankheitsfall, was dann ganz schön schwierig wird. Wenn man aber das Glück hat, einen fixen Kinderarzt zu finden, dann organisiert der auch einen stellvertretenden Kinderarzt, der einem aushelfen MUSS. Dies meine Erfahrung. Macht also durchaus Sinn.

      • tststs sagt:

        Ah ja, das verstehe ich natürlich. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass man sich keine Stress machen muss, wenn man diesen (Vertrauens)Arzt auch 3 Wochen nach der Geburt noch nicht gefunden hat…

    • Bionic Hobbit sagt:

      Bei einem Kinderarmbruch tut’s eben ein normaler Arzt nicht unbedingt. Kinderknochen sind anders als Erwachsenenknochen. Da gibt es Wachstumszonen, die nicht mir Brüchen verwechselt werden dürfen und es gibt Arten von Brüchen, die es bei Erwachsenen nicht gibt…
      Um einen Knochenbruch beim Kind auszuschliessen, gent man am Besten zu einem Kindernotfall.

      • tststs sagt:

        IdR wird ja auch der Hausarzt das Kind an einen Spital weiterverweisen (also mein HA macht keine „Richter- und Gipserarbeiten“)… oder?
        🙂

  • Sportpapi sagt:

    Im „Mittelland“ ist das aber kaum besser. Offenbar ist es einfach nicht mehr interessant, Kinderarzt zu sein.

    • Klara Mohr sagt:

      Und in der Stadt (ZH) war’s auch nicht ganz einfach, einen Kinderarzt zu finden. Teile Sportpapis Einschätzung.

    • Katharina sagt:

      Ein beknnter von mir ist Kindrarzt in der Schweiz. er sagt einerseits sei das Einkommen tiefer als andere Fachgebiete und der Beruf hätte ein etwas minderes Prestige.

      • Bitta sagt:

        …und das scheint das Alleinseeligmachende in dieser Zunft: Pinkepinke und Status? Jede/r ein Urologe, jede/r ein Mercedes-Fahrer?!

      • Katharina sagt:

        ich weiss es nicht und ich urteile nicht. ich gebe nur wieder was der bekannte mir sagte, als mögliche Ursachen. Ich weiss aber dass er in seiner Praxis sehr hart arbeitet und sicher jeder Franken den er verdient rechtens ist.

      • alien sagt:

        Das habe ich auch schon gehört, Katharina. Warum der Markt nicht reagiert und die Kosten/Löhne der Kinderärzte Angebotnachfragemässig anpasst, fragt mich nicht. Ist wahrscheinlich doch nicht so das Wahre, dieser Markt.

      • Hans Meier sagt:

        Alien, da die Aerzte ja ueber TARMED abrechnen muessen und in der Preisgestaltung nicht frei sind, ist der Markt halt nicht wirklich ein Markt. Waere es ein freier Markt, dann wuerde der Markt das auch regeln.

      • phil sagt:

        @alien, Bei Arztlöhnen gibt es keinen Markt. Die werden diktiert! Und da haben einzelne Ärzte nichts zu sagen.

      • Valeria sagt:

        @ Bitta:
        Nach etlichen Jahren Studium verstehe ich jeden, der nicht 70h pro Woche arbeiten will um (im Vergleich zu anderen Fachrichtungen, die genauso viel Vorarbeit benötigen) gerade eben mal durchzukommen. Ein Kinderarzt in der Schweiz verdient nicht schlecht. Aber er arbeitet auch ziemlich hart dafür.

      • alien sagt:

        Und dieses Tarmed, wer hat das gemacht? Unser Ministerium für freie Marktwirtschaft, oder?

        Allow me to puke a load.

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