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Andrea Fischer am Dienstag den 17. April 2012

Nur noch ein Zeugnis?

Zeugnisse gehören zum Schülerleben: Primarschüler mit Zeugnisordner (in Dresden). (Keystone)

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen bei Ihrem Lieblingsitaliener und bestellen wie immer die Spaghetti mit der hausgemachten Tomatensosse. Als der Teller kommt, hat es darauf nur halb so viele Teigwaren wie sonst und nur einen winzigen Klecks Sosse. Sie wundern sich und fragen den Kellner, ob er versehentlich eine Kinderportion gebracht habe. Mit einem bedauernden Lächeln erklärt er, dass man eben leider sparen müsse. Der Restaurant-Betrieb sei mittlerweile so zeitaufwändig geworden mit dem ganzen neuen Buchhaltungssystem, der Renovation und den vielen Teamsitzungen. Darum habe man beschlossen, nur noch halbe Portionen zu servieren und so wertvolle Kochzeit zu sparen, eins für zwei, sozusagen.

Vermutlich wären Sie vor den Kopf gestossen und entrüstet. Schliesslich scheint es völlig unsinnig, ausgerechnet dort zu sparen, wo der Sinn und Zweck der Sache liegt. In diesem Fall also beim Essen. Die Story ist an den Haaren herbeigezerrt. So was macht schlicht keinen Sinn. Aber genau so sinnlos kam es mir vor, als ich gelesen habe, dass es laut Beschluss des Bildungsrates fortan im Kanton Zürich nur noch ein Zeugnis gebe für Primarschüler bis und mit 5. Klasse, statt wie bis anhin zwei. Und zwar in der Zeitung, nicht in einem Informationsschreiben der Schule. Der Grund: Die Lehrer müssten entlastet werden.

Daran gibt es nichts auszusetzen. Lehrer müssen tatsächlich mit immer dickeren Pflichtenheften und grösseren Herausforderungen fertig werden. Hauptgrund sind die Verbürokratisierung der Schule und die oft kaum lösbaren Situationen infolge übersteigerter Integrationsanforderungen, die niemandem mehr gerecht werden. Ich habe also grossen Respekt vor dem Lehrerberuf und dem Engagement und Herzblut, mit dem ihn viele Lehrerinnen und Lehrer ausüben. Entlastung ist in der Tat angebracht. Die Frage ist nur, wo.

Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Kinder von wirklich fähigen und liebevollen Lehrinnen unterrichtet werden. Auch privat kenne ich relativ viele Lehrer und bekomme kleine Einblicke in ihren Alltag. Was sie laut ihren Angaben weit mehr belastet als der Unterricht, immerhin der eigentliche Grund für ihre Berufswahl, sind die ewigen Kommissionen, Leitbilder, Sitzungen und Diskussionen um so unerhebliche Dinge wie die Wandfarbe von Schulzimmern. Das alles macht mürbe. Dass in diesem Wust von Aufgaben nun ausgerechnet beim Kerngeschäft, den Kindern, gespart wird, kann ich schlicht nicht nachvollziehen.

Laut Wikipedia wird das Zeugnis als eine zusammenfassende, urkundliche Beurteilung des Leistungsstandes eines Schülers definiert. Klingt feierlich und das ist es auch. Zumindest für die Kinder, die ich kenne. Da wird schon Wochen vorher diskutiert, wie das Zeugnis ausfallen könnte. Am Abend vor der Zeugnisausgabe ist grosse Aufregung angesagt und danach stolze Erleichterung oder halt Ernüchterung und Vorsätze. Natürlich kann man ganz grundsätzlich dagegen halten, dass Zeugnisse eben ein Zeugnis seien für die Leistungsorientiertheit unserer Gesellschaft und dass Zahlen der Individualität eines Kindes nie gerecht werden können. Diese Sicht hat sicher auch etwas für sich, wenn ich sie auch nicht teile. Täte ich das, würde ich meine Kinder in die Rudolf-Steiner-Schule schicken. Tue ich aber nicht.

Ich wollte wissen, ob ich mit meinem Befremden in dieser Sache völlig neben den Schuhen stehe und habe eine ganze Reihe von Kindern gefragt. Die Empörung war gross. Sie fanden einhellig, Zeugnisse seien doch megawichtig und überhaupt, warum keiner sie gefragt hätte. Und irgendwie kommt mir der Vergleich mit dem Restaurant dann doch nicht mehr so abstrus vor. Auf jeden Fall nicht abstruser, als der Entscheid des Bildungsrates.

176 Kommentare zu „Nur noch ein Zeugnis?“

  1. Katharina sagt:

    “und habe eine ganze Reihe von Kindern gefragt. Die Empörung war gross. Sie fanden einhellig, Zeugnisse seien doch megawichtig und überhaupt, warum keiner sie gefragt hätte” ich finde das den wichtigsten Satz in Ihrem Artikel.

    • mostindianer sagt:

      wenn man die kinder fragt, welches schulfach sie am liebsten haben, sagen alle immer als erstes “die pause”…

      • Sportpapi sagt:

        Nein. Sie sagen Turnen!

      • Alenka sagt:

        ich bekam schon als antwort: am liebsten habe ich die grosse pause und am zweitliebsten ist mir die kleine pause.
        aber öfters wird turnen und werken genannt.

      • Katharina sagt:

        die frage war ob sie Zeugnisse wollten oder nicht. nicht das Lieblingsfach.

        Kinder sind selbstbewusster als viele meinen. Auch sensibler darauf, was Verantwortung und ein Ziel erreichen als manche denken. Wichtig war mir, dass in dem Im Artikel beschriebenen wieder einmal über die Köpfe der direkt betroffenen Hinweg bürokratisch gehandelt wird.

  2. An den Rudolf Steiner Schulen gibt es in den ersten Primarklassen gar keine Zeugnisse. Dabei wird keine Zeit eingespart, denn das Gespräch zwischen Lehrer, Eltern und Schüler ist zeitaufwändiger, anspruchsvoll, arbeitet die Chancen heraus und ist viel konstruktiver als einfach eine Zahl als Beurteilung.

    Dass eine Verwaltung, die nicht mehr unterstützt, sondern zur Belastung wird, abgebaut werden muss, dürfte einleuchten. Die Ursache für zu grosse Verwaltungen ist in der Flut kantonaler Vorschriften zu sehen. Der Kanton befiehlt, die Gemeinden bezahlen. So kann und darf es nciht weitergehen

  3. René Hofstetter sagt:

    Ich bin selber Lehrer und frage mich manchmal, ob wirklich die Schule für die Kinder da ist oder doch eher die Kinder für die Schule…

  4. Peter K. sagt:

    War das nicht früher schon so, und man hat”s auch überlebt?

    • mostindianer sagt:

      früher haben die eltern nicht dauernd in die arbeit der lehrer reingeschwatzt. heute ist jeder ein experte im bildungsbereich. lehrer dürfen jederzeit öffentlich kritisiert werden. früher, als das “business der wissensvermittlung” noch in der hand der schule war, hatte man noch vertrauen in die arbeit der lehrpersonen. heute könnte man ja eh den ganzen lernstoff zu hause am pc googeln und den kindern selber beibringen. weil aber schule zufälligerweise nichts kostet und die eltern sowieso arbeiten müssen, geben sie sie halt in die schule.

  5. Roland Heini sagt:

    Ich unterstütze ihren Artiekl voll und ganz. Es gäbe genügend andere Aufgaben von denen die Lehrer entlastet werden könnten. Als Vater schulpflichitger Kinder empfinde ich es ganz schlecht nur noch 1 x jährlich formell über den effektiven schulischen Stand informiert zu werden. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Lehrer – wenn sie wählen könnten – auf die Ausstellung zweier Zeugnisse verzichten würden.

  6. mostindianer sagt:

    die zahlenzeugnisse auf der unterstufe (beispiel kanton zürich) sind schlicht ein witz. man müsste meiner meinung nach weiter gehen und diese zahlenzeugnisse von der 1. bis 3. klasse ganz abschaffen. in diesem sinn ist das zeugnis tatsächlich überflüssig. ein bis zwei elterngespräche pro schuljahr reichen völlig. in einem elterngespräch kann man als lehrperson auch viel besser, persönlicher und einfacher verdeutlichen, wie der individuelle stand des kindes ist. ein zeugnis in der 4. und 5. klasse reichen ebenfalls aus. daran gewöhnen sich eltern und kinder schnell. hier wird endlich mal was

    • mostindianer sagt:

      /2 für die entlastung der lehrpersonen gemacht, aber man sieht nur das “wohl der kinder” in gefahr. dabei vergisst man, dass für viele kinder der notendruck ein riesiger stress ist. die arbeit einer lehrperson umfasst natürlich auch die bewertung, aber bei einer solchen entlastung hat er wieder mehr zeit, einen anständigen unterricht vorzubereiten, schlussendlich erhöht das die qualität des unterrichts. und genau das wird immer wieder unterschlagen.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn man ernsthaft die Lehrer entlasten wollte, müsste man diese Elterngespräche reduzieren, dafür mehr Zeugnisse schicken. Ausserdem entlastet es die Lehrer kaum, wenn sie die Bewertungen, die sie sowieso laufend vornehmen, nun einmal im Jahr weniger ins Zeugnisheft schreiben müssen.

      • Valeria sagt:

        Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Notendruck weniger für die Kinder als mehr für die Eltern ein riesiger Stress ist.

  7. Petra sagt:

    Und wenn die Versetzung in die nächste Klasse gefährdet ist, kann man nur hoffen, dass die Kommunikation klappt und es nicht die grosse Überraschung gibt mit dem Zeugnis oder wie?

    • mostindianer sagt:

      die abgabe eines zeugnisses ist einseitige und deshalb ungenügende kommunikation. es ist (unabhängig von der existenz eines zeugnisses) die pflicht von lehrpersonen und eltern, zu kommunizieren, miteinander zu reden. das ist heute je länger je wichtiger.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, Zeugnisse sind Information, und damit einseitige Kommunikation. Deswegen aber für die Eltern nicht weniger wichtig.

      • hans sagt:

        lieber, die lehrperson schreibt einfache zeugnisse und nimmt sich zeit für eine intensive betreuung der kinder, als dass sie ständig irgendwelche berichte verfasst!

  8. Sgt Klinger sagt:

    Zeugnisse sind für meine 3 Kinder motivierend und eine gute Diskussionsgrundlage. Ich befürworte Semesterzeugnissen inkl. die verbalen Noten “Betragen etc.” für Alle beizubehalten. Für die Kinder wie die Eltern als Ansporn, Orientierung, Diskussionsbasis, offzielle Aussage. Mit nur einem Zeugnis/Schuljahr würden wir als Eltern weiterhin mit der Lehrperson einen lockeren Kontakt pflegen und sicherstellen, dass wir uns 2x pro Jahr treffen. Bei Eltern dies nicht so handhaben wollen/können, erhalten die Schulkinder mit Semesterzeugnissen wenigstens 2x/Jahr die Standortbestimmung nach Hause.

  9. mostindianer sagt:

    was soll übrigens der seltsame vergleich mit den spaghetti? wenn das restaurant meiner wahl die portionen halbiert, suche ich mir ein neues (ein verstecktes statement für die freie schulwahl?) oder ich koch mir meine spaghetti selbst. ist sowieso billiger. (abschaffung der schulpflicht?)

  10. Dieter Blatt sagt:

    (Zeugnis-)Noten sind immer interpretationsbedürftig. Zwei obligatorische Eltern-Kind-Lehrer-Gespräche pro Jahr mit Rückblick, zur Standortbestimmung und mit Ausblick inkl. neuen individuellen Zielen und Abmachungen bringen allen Beteiligten mehr als ein Zeugnis.

    • Sportpapi sagt:

      Sie bringen aber auch deutlich mehr Aufwand!

      • Dieter Blatt sagt:

        Als Primarlehrer auf der “Selektionsstufe” weiss ich, wovon ich rede. Zeit in die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu investieren, um über das Lernen und das Arbeiten, die Möglichkeiten und Grenzen der Kinder zu sprechen, ist m. E. besser als die Einwegkommunikation mittels Notenzeugnis. Ein weiser Mensch sagte mal: Noten sind praktisch, aber unprofessionell.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, das ist besser, natürlich. Nun ist aber die Zeit begrenzt, die Lehrer sind – praktisch unbestrittenermassen – massiv überlastet. Da muss man sich dann schon überlegen, wo die vorhandene Zeit am besten investiert wird. Meiner Meinung nach lsollte die Priorität beim Unterrichten liegen, beim Lehr-Lernprozess, in der Schule, und nicht bei der Berichterstattung an die Eltern. Ausser, man benötigt dort mehr Unterstützung, möchte mit Einbezug der Eltern das Lernen verbessern. Aber auch da braucht es keine normierte Elternkontakte, sondern regelmässigen Austausch nach Bedarf.

      • alien sagt:

        Nein, ich stimme nicht zu. Kinder, die Eltern HABEN, die ihnen helfen können bei der Schularbeit (und das ist m.E. die Mehrzahl), profitieren davon sehr. Und wenn die Eltern wissen, was so in der Schule abgeht, und zwar dank Elterngesprächen, dann können sie und die Lehrer doch viel besser an einem Strang ziehen. Aber ob diese mehr bringen als ein Zeugnis, will ich doch bezweifeln. Ich denke, das sind einfach zwei Mittel, ein eher kurzfristiges und ein längerfristiges (wobei noch nicht klar ist, welches welches ist :-) ) für die Beurteilung/Förderung von Schülern.

  11. think about sagt:

    Ich kenne aus L.A bei Freunden folgende aus meiner Sicht gute Situation – ihre Kinder gehen beide in jüdische Schulen: Der/Die Lehrer/in schreib pro Monat via Brief oder Email (natürlich enkrypted:-)) einen kleinen Bericht in welchem kurz Leistung, Verhalten und besonderes (Positiv oder Negativ) beschrieben wird. Dies ist max eine halbe A4-Seite und pro Monat gesehen, kein riesiger Aufwand. So haben die Eltern auch Transparenz und die Möglichkeit zur Kommunikation. Was daraus erfolgt, liegt jedoch auch an der Eltern – ob sie wirklich wollen oder “können”. Hier daraf nicht gespart werden.

    • mostindianer sagt:

      @think about: jeden monat einen kurzbericht schreiben, das ist “kein riesiger aufwand”, sagen sie? bei 25 schülern macht das in einem jahr (wenn man unterrichtsfreie zeit abzieht) 250 berichte. hallo? da schreibe ich dann doch lieber ein zweites zeugnis…

      • think about sagt:

        @mostindianer: gebe ihnen recht – doch der Ansatz ist aus meiner Sicht immernoch sehr zielführend – kann auch pro Quartal sein. Würden sie nicht lieber als Lehrer den Eltern eine Beurteilung in Worten übergeben als einzig: Bsp. Max – Rechnen = 4 ? Alternative Eltern pro Quartal evtl. zu sagen: Max mit guter 4, Potential auf mehr – jedoch lässt er sich leicht abklenken vom Tischnachbarn oder Fensterplatz. Mit dieser Aussage, können Eltern was anfangen. Beim Elterngespräch muss dies zbsp. auch Thema sein. Sinnvoll oder nicht?

      • Sportpapi sagt:

        Ich habe ehrlich gesagt lieber, dass transparente Noten kommuniziert werden, die auf bewerteten Prüfungen basieren, die ebenfalls benotet und kommuniziert wurden. Natürlich darf nach Bedarf auch mal ein Elterngespräch dazukommen.

      • mostindianer sagt:

        @sportpapi: diese noten sind (je nach lehrperson) eben gar nicht mehr transparent. eine zahl, die zu spekulationen führt, weil man sich mit schülern in einer anderen klasse vergleicht ist bereits nicht mehr sinnvoll.

      • Sportpapi sagt:

        @mostindianer: Das verstehe ich nun nicht. Wenn ein Schüler eine Anzahl Prüfungen erlebt hat, die alle benotet wurden, und sich die Zeugnisnote daraus errechnet, dann halte ich das für transparent. Schön wäre es, wenn diese Note dann auch gegenüber den Noten in anderen Klassen “fair” wäre, was leider nicht immer der Fall ist. Bezugsnorm ist meist die Klasse (Schnitt 4.5…).

      • alien sagt:

        Ich weiss noch, in der Schule unterstützte ich durchaus die Idee von Prüfungen, auch häufigen, aber ich war gegen die Noten (nicht, weil ich schlechte hatte…). In der unteren Primarschule kommt man mit Elterngesprächen und textuellen Beurteilungen weit. Weiter oben sind Noten wohl absolut nötig. Elterngespräche bleiben für einige Zeit sinnvoll, bei einem 18-jährigen Maturanden aber nicht mehr, denke ich, zumal wenn er die Schule im Griff hat.

    • Katharina sagt:

      das ist eben eine private Schule. in einem Land wie der Schweiz ist das praktisch schon doppelte Häresie, erstens weil privat und zweitens weil jüdisch. da fehlt ja dann die ‘Sozialisation’ und ‘Integration’ oder Staatsdoktrin.

      Jedenfalls erlaubt ein solcher Bericht einen differenzierteren Einblick als eine schnöde Zahl.

  12. Jaiho sagt:

    Freie Schulwahl und das Thema ist erledigt. Vielleicht gibt es dann auch Schulen wo es 12 mal im Jahr ein Zeugnis gibt für diejenigen Eltern die das brauchen. Andere sehen auch sonst wo die Stärken und Schwächen ihrer Kinder sind.

    • tststs sagt:

      Tja, und dann beginne plötzlich die guten Schulen die guten Schüler für sich rauszupicken… und anhand von was machen sie das wohl…?!

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Stimme Jaiho voll zu!

      Und das Beispiel der oben erwähnten jüdischen Schule zeigt, dass auch andernorts ein Aufwand getrieben wird, sogar ein ungleich grösserer als in unseren Staatsschulen und trotzdem weniger gejammert wird. Ich darf hier noch daran erinnern, dass die Löhne der Schweizer Lehrer (kaufkraftbereinigt) weltweit die Höchsten sind, mit Ausnahme von Japan, dort sind sie ebenso hoch.

      In den Privatschulen sind sie einiges tiefer, trotzdem sind die Ergebnisse beeindruckend!

    • alien sagt:

      Good news. An der Goldküste steht dann die Schule, die genau die Zeugniskadenz hat, die Du suchst. Dummerweise steht die Schule mit genau dem Fremdsprachangebot, das Du suchst, am Genfersee. Und Deine bevorzugte Schule mit Sport steht in der Nähe von Basel. Leider hat keine der freien-Schulwahl-Schulen dann das, was Du suchst…

      Jaiho, Du machst es Dir zu einfach. Freie Schulwahl ist nicht die Lösung für alle Probleme. Nicht einmal für die Mehrzahl.

      • Jaiho sagt:

        Ich schicke jetzt schon meine Kinder in eine Schule hinter der wir voll stehen, und die Kinder sogar gerne zur Schule gehen Ja wir Rabeneltern haben sogar den Kindern die Freude auf die Ferien genommen.

      • alien sagt:

        Und wie das? Gibt es an der Privatschule keine Ferien oder was?

      • Jaiho sagt:

        Antwort an alien: doch, aber die Kinder gehen eben gern in diese Schule

    • Pixel sagt:

      Privatschule heisst Diversifikation via Finanzen. Und das heisst Klassengesellschaft. Reicht es nicht schon, dass man im Alltag immer mehr damit zu kämpfen hat (Versicherungen, krankheitskosten, Vorsorge, Kinderbetreuung etc). Müssen wir dazu auch noch unsere Kinder dahingehend erziehen? Schlechte Idee, ganz ganz schlechte Idee.

      • Katharina sagt:

        Nein finde ich absolut eine gute Idee. vor allem wenn klar ist, dass über die öffentlichen Schulen politisches social engineering betrieben wird. Genau das geschieht in der Schweiz und der Staat hat schlichtweg das Recht dazu nicht. das Argument der Sozialschichtensegregation stimmt nicht, denn dies kann über Vouchers für einkommensschwache gelöst werden.

        Jedenfalls hat der Staat oder eine bestimmte Gruppe von Bürgern nicht das Recht, das elterliche Selbstbestimmungsrecht über die Erziehung dermassen einzuschränken, dass nur öffentliche Schulen als Angebot bestehen dürfen. Um die Wahlfreiheit zu garantieren, ist es also eher nötig, dass über Vouchers auch einkommensschwächere Familien die Wahlfreiheit erhalten.

      • Jaiho sagt:

        Was ich noch sagen wollte: Wir sind nicht reich, wir leben in einem Haus mit Holzheizung, daher kleine Miete, wir machen keine Karibikferien, dieses Jahr geht es mit dem Velo nach Wien, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und wir sagten uns lieber auf Sachen verzichten, dafür unseren Kindern eine glückliche Kindheit ermöglichen. Eine glückliche Kindheit erspart später (und auch jetzt) manche Therapie.

      • Beno sagt:

        @Katharina
        “Jedenfalls hat der Staat oder eine bestimmte Gruppe von Bürgern nicht das Recht, das elterliche Selbstbestimmungsrecht über die Erziehung dermassen einzuschränken”

        Sind dies wieder kleine Symptome deiner latenten Angstneurose ?

        In Amerika besteht zum Teil Klassenstreit im Schulwesen, wo reiche Menschen sich an Privat-Unis ihr Abitur erkaufen und erschwindeln…die ist doch nicht anstrebenswert ?!

      • Sportpapi sagt:

        Die Frage ist sowieso: WER betreibt denn dieses politische Social Engineering? Die als link verschriebenen Lehrer in einem gut bürgerlichen Staat?

      • Sportpapi sagt:

        @Jaiho: Jetzt ist auch klar, weshalb die Kinder lieber in die Schule als in die Ferien wollen :-)

  13. Sportpapi sagt:

    Klar ist, dass die Massnahme die Lehrer kaum oder gar nicht entlastet. Sie müssen trotzdem laufend korrigieren und bewerten. Das Ausrechnen und Eintragen der Semesternoten ist dann noch eine überschaubare Angelegenheit. Und spart die eine oder andere Rückfrage unsicherer Eltern. Mir scheint, die Bildungsdirektion will hier mehr provozieren als ernsthafte Lösungen anbieten. Wie beim ersten Versuchsballon, als sie verkündeten, zur Entlastung der Lehrpersonen einfach zwei Lektionen weniger unterrichten zu lassen.

    • mostindianer sagt:

      @sportpapi: also das mit den zwei lektionen weniger ist tatsächlich ein riesiger furz, sorry für meine wortwahl.

      • Sportpapi sagt:

        Vor allem, weil man sich ja nicht getraute zu sagen, wo man Abstriche machen würde. Und die zwei Lektionen umgehend wieder mit Betreuungsstunden, zumindest teilweise auf Kosten der Schule, ersetzen müsste.

      • hans sagt:

        nein, die zwei lektionen sind absolut kein furz, für klassenlehrpersonen, die einen grossen betreuungsaufwand haben. einen gute schule muss faire arbeitsbedingungen bieten. was nützt es, wenn ich meine kinder zu ausgepowerten lehrpersonen schicke… –> klassenlehrpersonen zwei lektionen weniger, fachlehrpersonen zwei lektionen mehr wäre an vielen orten angebracht.

      • Sportpapi sagt:

        @Hans: Das wäre sinnvoll, man könnte gleich mit dem Sport beginnen. Nur ist das nicht die Idee, weil das Ganze ja kostenneutral ablaufen soll.

      • mostindianer sagt:

        @hans: erklären sie mal dem sportlehrer, dass zwei sportlektionen gestrichen werden, erklären sie dem mathelehrer, dass zwei mathestunden gestrichen werden, usw. der streit um die fächer ist vorprogrammiert, jedes fach wird dann plötzlich das wichtigste. darunter leidet ganz klar die qualität. entlastung der lehrpersonen findet nur am rande statt.

      • hans sagt:

        o.k. habe sportpapis “2 lektionen” falsch gelesen. natürlich nicht die lektionenzahl der schüler, sondern diejenige der klassenlehrpersonen kürzen, so dass der beruf wieder attrativ wird und wirklich gute leute anzieht. …so würden die schüler in den schulen (in kognitiven fächern) wieder intensiver arbeiten, somit schneller vorwärts kommen, womit man dann schlussendlich wirklich 2 lektionen streichen könnte (z.b. die zur zeit übermässig stark dotierten sprachfächer; französisch oder englisch)….

  14. hans sagt:

    zeugnisse sind, dank dem computer, kein grosser aufwand für die lehrpersonen. für die schüler sind sie ein wichtig indikator, wo sie in etwa in der schule stehen.

    • mostindianer sagt:

      der computer korrigiert aber meine 25 aufsätze nicht…

      • Sportpapi sagt:

        @Mostindianer: Machen Sie weniger Prüfungen/Aufsätze, wenn nur einmal im Jahr statt halbjährlich ein Zeugnis zu schreiben wäre? Das wäre aber dann eher nicht sehr professionell. Und worauf stützen Sie sich denn bei den Elterngespräche?

      • mostindianer sagt:

        @sportpapi: nein, ich meine nur, ein computer garantiert mir nicht, dass ich weniger aufwand habe.

  15. tststs sagt:

    “Schliesslich scheint es völlig unsinnig, ausgerechnet dort zu sparen, wo der Sinn und Zweck der Sache liegt.”
    Soso, Sinn und Zweck der Schule ist die zweijährliche Benotung… und ich dachte mal, ich lerne was fürs Leben…
    :-)

  16. think about sagt:

    Es wurde ja schon lange nichtsmehr bei den Turnstunden gestrichen :-) Wird der Turnunterricht eigentlich heutzutage noch benotet? Oder erhält man ein “Besucht” ?

    • mostindianer sagt:

      turnen wird benotet. und es ist das einzige schulfach, das sogar in der bundesverfassung erwähnt wird.

      • Sportpapi sagt:

        Wobei die Benotung – leider – meist nicht sehr aussagekräftig ist…

      • mostindianer sagt:

        womit wir wieder beim thema transparenz wären.

      • Sportpapi sagt:

        So ist es. Transparente Noten im Sport gibt es nur dort, wo das Fach Sport “zählt”. Gleichzeitig sinken die Notenschnitte in der Regel um fast eine Note ab.

  17. Kim Müller sagt:

    Zeugnisse schreiben gehört ganz sicher zum Lehrberuf, was man von anderen Aufgaben nicht sagen kann….
    Das ist ganz sicher der falsche Ansatz.

  18. Pascal Sutter sagt:

    FYI: “Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten.”

    Du sollst also deine Mitmenschen nicht bewerten, wenn du nichts über sie weisst. Ergo, kleinere Klassen = mehr wissen über die Schüler = Zeugnisse,

  19. plop sagt:

    Mein Partner war an der Steiner Schule – er kriegte jährlich ca 3 A4- Seiten vollgeschrieben mit seinen Leistungen/Schwächen etc… Zuerst hab ich da chli drüber gelächelt, aber schlussendlich sagen Worte viel mehr aus als Zahlen! Aber klar, die Lehrer müssen sich für alle Schüler immer viel Gedanken machen, damit sie so ein Jahresrückblick schreiben können… Und das braucht Zeit… Aber ich stelle mir so eine Arbeit für einen Lehrer schöner vor als über Wandfarben zu diskutieren…

    • tststs sagt:

      Jedes “Schulsystem” hat seine Vor- und seine Nachteile. Wenn wir mMn was von der Steiner-Schule lernen können, dann die Tatsache, dass “Kuschelpädagogik” kein Schimpfwort ist, ja sogar einer der Schlüssel zum schulischen Erfolg. (Nur wenn sich ein Schüler wohl fühlt, lernt auch effektiv etwas)

      • Sportpapi sagt:

        Doch, Kuschelpädagogik ist und bleibt ein Schimpfwort. Die Frage ist nur, ob berechtigt oder nicht. Das ist wie mit den Gutmenschen…

      • alien sagt:

        Tja, das sehen die Leute alle anders. Kuscheln ist schön, Kuschelpädagogik ist gut. In meinen Augen. Die Pädagogik darf einfach nicht nur aus Kuscheln bestehen. Tut sie aber nicht, das funktioniert nämlich eh nicht.

        Und Gutmensch: Ich versuche ja schon, Schlechtmensch zu werden, ich versuche und versuche es, aber es klappt einfach nicht.

      • tststs sagt:

        Dann sag ichs halt anders: wer Kuschelpädagogik als Schimpfwort benutzt, hat mMn nach das Konzept Mensch hinten und vorne nicht verstanden. Ich vermute, es sind diejenigen, die sich die Rute zurück in die Schule wünschen, weil man da ja viiiel disziplinierter und somit viiiel besser in der Schule war…

      • tststs sagt:

        Kuschelpädagogik meint einzig, dass der Schüler besser lernt, je wohler er sich fühlt. Und es ist halt lustigerweise so, dass Kinder/Jugendliche zB wohler fühlen, wenn klare Grenzen aufgezeigt werden. (nicht dass sie nicht daran kratzen würden, aber es gibt Geborgenheit zu wissen, wo man steht…). Es ist also keineswegs so, dass sich Wohlfühlen und Disziplin, Geborgenheit und Leistung gegenseitig ausschliessen…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Wenn du dieses belastete Wort brauchst, um einen empathische, rücksichtsvolle Art, mit Kindern umzugehen, zu beschreiben, musst du dich nicht wundern, wenn du falsch verstanden wirst, tsts. Aber ich stimme mit dir überrein, dass Kinder nur lernen, wenn sie sich wohlfühlen. Ich weiss auch, dass der/die Unterrichtende ausschlaggebend ist für den Schulerfolg eines jeden Kindes, das Wichtigste überhaupt, aber in den Steiner Schulen scheint es von diesen begnadeten Pädagogen einfach mehr zu geben. Die Liebe und der Respekt zum Kind, so wie es schon Janusz Korczak wusste……..

  20. Sportpapi sagt:

    Wer, wenn nicht die Lehrer, sollen denn über die Wandfarben diskutieren? Tatsächlich nehmen sich viele Lehrer/innen viel Zeit, das Klassenzimmer nach ihren Bedürfnissen einzurichten (in den Schulferien, selbstverständlich).

    • tststs sagt:

      Jaja, dem Innenausstatter dreinreden wollen, aber sich dann wahnsinnig beschweren, wenn die Eltern das Gefühl haben, sie seien die besseren Lehrer
      ;-)

      • Sportpapi sagt:

        Ich nehme an, in Ihrer Wohnung haben auch Sie dem “Innenausstatter” erklärt, wie Sie es wünschen? Oder gleich selber Hand angelegt (was Lehrer offenbar hin und wieder dann auch tun).

      • tststs sagt:

        Naja, und diverseste Räumlichkeiten in der Uni ZH sprechen auch eher dafür, dass Lehrer (und Schüler) die Räume gestalten sollten. Im Ernst,da gibt es Bibliotheken mit weniger Sitzplätzen zwecks Ästhetik, deren Schalkonzept so ausgereift ist, dass man sich kaum getraut ein Buch aus dem Regal zu nehmen, weil man es auch vier Stöcke weiter oben noch hört. Oder Zimmer, die in solchen Farben gestrichen sind (Fenster sind nicht nötig, der gemeine Student braucht ja auch keine Tageslicht), dass wirklich nur eine partielle Farbenblindheit des Innenausstatters als Erklärung herhalten kann…

      • Sportpapi sagt:

        Eine late Geschichte: Nutzer und Architekten haben zum Teil ganz unterschiedliche Vorstellungen. Und an Hochschulen ist das noch etwas Spezieller, da die Räume meist eben keine Hauptnutzer haben.

      • tststs sagt:

        Ahhh, meine Familie kommt aus dem Baugewerbe und bei so manchem Architekten vermutet man anhand der Pläne, dass dieser offensichtlich im Wald in einer Höhle leben muss, anders lassen sich gewisse Anordnungen nicht erklären…
        Und die Hässlichkeit gewisser Uniräume (alle die nach 2000 da waren wissen sicherlich auf welchen Raum ich anspreche) hat nichts mit den unterschiedlichen Nutzern zu tun… :-)

      • Sportpapi sagt:

        Hässlichkeit ist eins, Zweckmässigkeit etwas anderes. Ich kenne da gewisse Hochschul-Sporträume, die neu und wirklich schön sind. Aber eben…

      • tststs sagt:

        Also zweckmässig ist der Raum, aber was die Farbkombo “grüne Tische – pinke Wände” (es ist wirklich hässlich, nicht einmal Zeitreisende aus den 70ern fänden es groovy…) bewirken soll, bleibt mir ein Rätsel?!
        Oder eben, die RWI-Biblio. Für die Augen ein Meisterwerk, für die Studenten unbrauchbar…
        http://www.rwi.uzh.ch/bibliothek/allgemein/bilder.html

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