Blogs


Mamablog-Redaktion am Freitag den 13. April 2012

Minderjährigenprostitution verbieten – auch in der Schweiz

Eine Carte Blanche von Chantal Galladé*

SCHWEIZ PROSTITUTION

Junge Prostituierte am Sihlquai in Zürich. (Keystone)

Vor gut einem Jahr begleitete ich die Zürcher Stadtpolizei eine Nacht lang durchs Rotlichtmilieu und beim Einsatz auf dem Strassenstrich, um mir ein Bild vor Ort zu machen. Was ich da sah, hat sich mir bis heute in meine Erinnerungen eingebrannt. Zum Teil sehr junge Frauen, welche kaum ein Wort Deutsch sprechen konnten, welche ihre Körper verkauften; ihre Aufpasser, welche ihnen das Geld abnahmen und sie kontrollierten in unmittelbarer Nähe.

Die Schweiz ist das einzige europäische Land, das die Prostitution 16-Jähriger erlaubt. Das ist stossend und unverständlich. Damit wird die Schweiz auch attraktiv für Sextouristen, welche gezielt minderjährige Prostituierte suchen. Es gibt Schweizer Escortagenturen, welche damit werben, dass sie Minderjährige im Angebot hätten.

Zusammen mit meinem Nationalratskollegen Luc Barthassat habe ich deshalb Vorstösse lanciert, welche das Mindestprostitutionsalter auf 18 anheben wollen und die Ratifizierung des Übereinkommens des Europarates zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch fordern. Obwohl die Schweiz das Abkommen unterzeichnet hat, haben wir unsere Gesetze nie angepasst. Würden wir das tun, müssten wir das Mindestalter für die Prostitution auf 18 anheben, wie andere Länder auch. Dabei würden sich nicht die Minderjährigen selbst, sondern die Freier strafbar machen.

Nun ist der Bundesrat an der Arbeit. Die Reaktionen auf unsere Vorstösse waren zahlreich. Viele empörten sich mit uns, dass die Schweiz ihre Kinder nicht besser vor sexueller Ausbeutung schützt. Andere befürworteten die heutige Regelung. Zum Beispiel mit dem Argument, die sexuelle Mündigkeit sei mit 16 erreicht. Dazu gilt es jedoch zu bedenken, dass es ein Unterschied ist, ob ein Jugendlicher selbstbestimmt und altersgerecht seine körperlichen und sexuellen Erfahrungen machen kann, oder ob er seinen Körper gegen Geld verkauft. Ersteres ist wichtig für die gesunde physische und psychische Entwicklung eines Heranwachsenden, während Zweites zu Schäden an Körper und Seele führt und eine gesunde Entwicklung beeinträchtigt. Es handelt sich bei der Minderjährigenprostitution auch nicht um die gesunde und lustvolle Entdeckung einer altersgerechten Sexualität, sondern um eine Arbeit. Auch in anderen Arbeitsbereichen werden Jugendliche speziell durch das Gesetz geschützt, wenn man annehmen muss, dass sie sonst Schaden nehmen oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden.

Andere meinten, die Jugendlichen hätten ja die Wahl und sollten deshalb selbst entscheiden. Auch das gilt so nicht. Die Pubertät ist eine Lebensphase, in der der Mensch in vielem noch nicht gefestigt ist und besonderen Schutz verdient und braucht. Es gibt verschiedene Situationen, wie zum Beispiel Gruppendruck, falsche Vorstellungen der Prostitutionsarbeit, Neugier ohne die Folgen fürs eigene Leben abschätzen zu können oder eine finanzielle Notlage der Familie, die Jugendliche in diese vermeintlich freie Wahl drängen können. Die Folgen für ihr Leben und ihre Entwicklung können sie nicht voll abschätzen und die Gefahr, bleibende Schäden zu nehmen, ist gross.

Der Einwand, es sei für die Freier nicht möglich, das Alter des oder der Prostituierten herauszufinden, ist zu einfach und wohl eher ein Vorwand. Wer sich auf so junge Prostituierte einlassen will, der muss besorgt darum sein, dass diese volljährig ist, sprich legal arbeitet und eine entsprechende Bewilligung hat. Das nennt man Verantwortung. Dasselbe muss die Verkäuferin auch machen, wenn Jugendliche in ihrem Laden Alkohol oder Zigaretten kaufen wollen, und dasselbe gilt auch bei anderen Vertragsabschlüssen, welche die Volljährigkeit voraussetzen.

Von einem zivilisierten Land können wir erwarten, dass es seine Kinder schützt.

SCHWEIZ SP ZH CHANTAL JULIANE GALLADE 2011*Chantal Galladé ist SP-Nationalrätin und Erziehungswissenschaftlerin. Sie unterrichtet Jugendliche an einer Berufsfachschule.

1,184 Kommentare zu „Minderjährigenprostitution verbieten – auch in der Schweiz“

  1. Thomas Läubli sagt:

    In der Öffentlichkeit sorgen milde Urteile gegen jugendliche Straftäter immer wieder für Kopfschütteln. Die Bevölkerung traut also Jugendlichen die Reife zu, die sie schuldfähig macht, und ist der Meinung, dass Jugendliche Verantwortung für das übernehmen können, was sie tun. Wenn Chantal Galladé schreibt, man müsse von einem zivilisierten Land erwarten, das es seine Kinder schützt, gebe ich ihr recht. Nur: Ab 16 ist man kein Kind mehr.

    • bitta sagt:

      doch, mit 16 ist man ein Kind. Ob es Ihnen passt oder nicht, aber nur weil eine 16jährige körperlich attraktiv wirkt, macht sie das lange noch nicht zu einer Person, die ihr Handeln vollumfänglich einschätzen kann. Diese milden Urteile, welche sie bemängeln, haben kaum je einen 16jährigen betroffen, sondern junge Menschen nach der Volljährigkeit, also über 18 Jahren.

      • Bitta sagt:

        Wenn es noch Kinder sind, wo sind dann die Eltern? Auch DIE gehören gestraft wegen unterlassener Beaufsichtigung un Erzhung.

      • Anh Toan sagt:

        @bitta: das Jugendstrafgesetz gilt in der Schweiz für 10-18 Jährige, ab 15 Altersjahr gibts Bussen bis CHF 2′000 oder Freiheitsentzug bis zu einem Jahr, ab 16 bis zu vier Jahren. Ganz schön heftig Kinder vier Jahre “weg zu sperren”.

        16 jährige sind weder im allgemeinen noch im juristischen Sprachgebrauch Kinder.

      • Anh Toan sagt:

        @Bitta: Ringsum alle in den Knast, weil die Teenagertochter einem Schulkollgen für einen Fuffi einen runtergeholt hat?

        Nach Dich mal locker, nimm Dich zurück, denk mal nach.

      • Bitta sagt:

        Anh Toan: Sie entheben Eltern ihrer Verantwortung, Schuld sind immer nur die andern? Wir reden hier nicht von gelegentlichem Sex unter Bekannten, sondern von (zumindest halb-)professionineller Prostitution von Minderjährigen.

      • Anh Toan sagt:

        Es gibt kein nicht professionelle Prostitution per defintionem: Wenn bezahlt wird (auch ein einziges Mal) ist es Prostitution. Ist das Ihnen nicht klar?

      • Bitta sagt:

        Sorry, ich habe eine andere Vorstellung von Guten Sitten als vielleicht bei Ihnen in Vietnam. Ich finde das nicht gut, wenn sich meine Tochter prostituieren würde, und da stehe ich als Mutter auch in der Pflicht.

      • Anh Toan sagt:

        @Bitta: Icvh finde es auch nicht gut, ich bin nur überzeugt, dass man die Sache schlimmer macht für die Mädchen. Solange mir hier niemand ein Argument bringt, wem ausser den Zuhältern es nützlich ist, wehre ich mich dagegen, gerade und insebsondere diese unreifen 16-18 Mädchen, die sich durch gesellschaftliche Ächtung nicht davon abbringen lassen sich zu prostituieren, an Zuhälter auszuliefern. Ich behaupte, dies ist das Resultat, und keiner nennt mir ein vernüftiges Argument dagegen. Die kleinbourgoisen hypokriten Selbstgerechten gings noch nie um die Mädchen, es geht um Moral!

      • Anh Toan sagt:

        Mir wär lleber, nicht lieb, aber dennoch lieber, meine Tochter würde sich in einem sauberen Hotelzimmer an selbst ausgesuchte Männer prostituieren, ihre Kundschaft aufbauen, richtig Kohle verdienen und ein freies Leben führen, als dass sie von einem Zuhälter an jeden beliebigen Man verkauft wird, von ihm das Geld abgenommen bekommt und verprügelt wird. Würden Sie Ihre Tochter physisch mit Gewalt daran hindern, auf den Strich zu gehen? Dürfen Sie das überhaupt?

        Wir haben ein Problem, also verbieten wir es, dann müssen wir es nicht mehr sehen. (Das Problem wird dabei grösser)

      • Bitta sagt:

        Es geht auch darum, dass man als Gesellschaft ein Zeichen, Leitplanken, setzt und somit eine Limite, was ok ist und was nicht. Wegen ein paar Raser werden ja auch nicht alle Tempoverbotsschilder abmontiert. Sind nun die Eltern (auch) in der Verantwortung, was mit deren Brut nach 20.00h geschieht, ihrer Meinung nach, oder nicht, befürworten Sie jegliches laisser faire?

      • Anh Toan sagt:

        @Bitta: Dann halt ein wenig überdeutlich:

        Mit einer Tempolimite werden die Opfer von Verkehrsunfällen zumindest nicht schwerer und häufiger verletzt, mittels Kriminalisierung der Prostitution, auch bei Bestrafung der Freier, nicht der Prostituierten, werden die Prostituierten noch verletzbarer.

        Sollche Zeichen sind nicht hilfreich.

      • Bitta sagt:

        Sie blenden mein Argument konsequent aus: Haben die Eltern keinerlei Verantwortung für ihr Kind (Th. Läubli und bitta, oben)? Meiner Meinung nach ja, auch.

      • Anh Toan sagt:

        @Bitta: Ja, die Eltern haben Verantortung, das steht im gestz, die müssen das tun, so ist es gut, aberr es ist nicht so. s gibt Eltern, denen es nicht gelingt diese Verantwortung wahrzunehmen, was dann. Dürfen wir als Gesetzgeber diese Mädchen in die Arme von Zuhältern treiben? Wir tun dies, auch wenn wir nur die Freier bestrafen.

      • Katharina sagt:

        Bitta, lesen sie die Analyse die ich am 15. April 2012 um 19:19 “die gute Frau / schlechte Frau Dichotomie” verlinkt habe. Dort wird genau das problem der Eltern, bzw wie die Ausgrenzung durch die Eltern erst junge Frauen in die Prostitution treiben, aufgezeigt. vergessen sie nicht wir reden von einem globalen Problem und zumindest kontinentalen Verkehrswegen. und lesen sie was dort über missing persons steht. die meisten junge Frauen, deren Spuren letztlich nicht mehr verfolgbar sind… weil die Eltern entsprechende Aussagen verweigern. the first pimp often is your own brother…

  2. Anh Toan sagt:

    “Der Mensch als Ware” Wer sich freiwillig einvernehmlichen Sex gegen Geld anbietet, verkauft nicht sich selbst, er verkauft eine Illusion, spielt eine Rolle. Sex gegen Geld ist Unterhaltungsindustrie, wie Kino, Ballet oder Theater. Die Kunst der Prostitution besteht darin, das zu sein, was sich der Kunde wünscht. Meistens wissen beide Beteiligten, dass es nur eine Illusion ist, Theater halt. Wer gut Theater spielt, kann daraus Befriedigung aus der Arbeit erfahren, nicht nur Geld erhalten.

    • Anh Toan sagt:

      Ein 24 jähriger Devisenhändler darf mit einer 17 jährigen Schülerin übers Wochenende im Cabrio ins Tessin fahren, auf einem Markt einkaufen, ein wenig Bootfahren auf dem See, einen Ring kaufen und was sie über die Nacht im Hotelzimmer machen schweigen. Ist das strafbar?

      • Anh Toan sagt:

        Wird es strafbar, wenn er keinen Ring kauft und ihr einen Tausender gibt: “*Kauf Dir was Schönes!”

      • Anh Toan sagt:

        Ist es strafbar, wenn er nicht 24 sondern 64 ist? (die Sau die!)

      • Anh Toan sagt:

        Ist es strafbar, wenn er 64 statt 24 ist? Wenn er Robert Redford ist?

      • pixel sagt:

        @Anh Toan: Sie machen es ein bisschen einfach. Prostitution zu vergleichen mit einem Lebensstil, der nicht der “Norm” entspricht, ist einfach vermessen und bemüht. Vielleicht sollten Sie mal der Herkunft und tatsächlichen Bedeutung des Wortes auf den Grund gehen: “Prostitution” – von lateinisch prostituere „nach vorn/ zur Schau stellen, preisgeben. Und jetzt dürfen Sie nochmals Ihre Argumente erläutern.

      • Anh Toan sagt:

        @Pixel: Warum setzen Sie sich nicht mit meinen konkreten Fragen auseinander: Sollte der 24 jährige Devisenhändler bestraft werden? Prostitution von nicht Volljährigen in der Schweiz ist, wenn sie nicht freiwillig ist, ohnehin zumindest als Nötigung strafbar, eventuell Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Vergewaltigung, Menschenhandel etc.

        Ich denke, die meisten Fälle der freiwilligen Prostitution durch 16-18 jährige ist Gelegenheitsprostitution, der reichere “Freier” ist grosszügig, macht Geschenke und erhält sexuelle Leistungen als Dankeschön. Wer kann eine Strafbarkeitsgrenze definieren?

      • Pixel sagt:

        @anh toan: na gut, ich setze mich also mit ihren konkreten Fragen auseinander. 1. Ja, das ist in Ordnung, denn was die beiden in der Nacht machen geht weder Sie noch mich was an. Es sei denn, sie schreit oder wehrt sich, weil es offenbar gegen ihren Willen geschieht. 2. Wieso sollte der Tausender strafbar sein? 3. Was ist genau strafbar wenn er 64 und Robert Redford ist? Sie sehen, das bringt uns so nicht weiter, lieber anh toan. Deswegen meine ich: sie machen sich die Fragestellung etwas einfach. Die Sache ist, ob etwas gegen den Willen geschieht. Und ich setze jetzt voraus, dass Sie //

      • Pixel sagt:

        // schlau genug sind, um zu wissen, dass “gegen den Willen” weitaus komplexer und verstrickter ist als einfach Nein sagen zu können.

      • Anh Toan sagt:

        @Pixel: gegen den Willen ist immer strafbar (Vergewaltigung, Nötigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung). Es geht um einvernehmliche Leistung Sex gegen Geld.

        Ihr Konjunktiv (”Ich könnte….hinterfragen, wie Sie sie kennengelernt haben) nervt mich deutlicher weniger, als dass hier niemand zugeben kann, Freier zu sein. Prostituierte müssten verhungern, wenn nicht mindestens die Hälfte der Männer lügen. Ja, ich zahle Mädchen Drinks, gebe Ihnen manchmal Geld und sage Ihnen, sie können gehen, ich werde weder schreien noch prügeln. Häufig geben sie mir guten Sex.

    • bitta sagt:

      und dabei wird vergessen, dass kaum eine 16jährige klar weiss, was sie tut,wenn sie ihren Körper verkauft, und kaum eine wird es freiwillig tun! Mit 16 ist man dermassen im hormonellen Chaos, dass man garantiert nicht klaren Geistes darüber entscheiden kann, seinen Körper verkaufen zu wollen – oder eben nicht. Wieso sollen 16jährige nicht wählen, starken Alkohol trinken, ein Auto fahren können, aber sich selbst an alte Männer verkaufen dürfen sie? Das ist krank.

      • Anh Toan sagt:

        @bitta: Gemäss aktuellem Recht kann eine 16 jährige dem ganzen Fussballteam ein Gangbang anbieten, z.B. weil sie denkt, damit ihre Popularität zu steigern, nach dem Vorschlag des Artikels wären die Fussballer strafbar, einzig wenn sie dafür bezahlen. Wenn sie lediglich das “hormonelle Chaos” des Mädchens ausnutzen, ihre Mitschülerin nicht bezahlen, soll es straflos bleiben. Sie könnten sogar vorher Bezahlung versprechen, haben sie keinerlei Absicht, ihr Versprechen zu erfüllen, kann dies meines Eracchtens nicht als Versuch bestraft werden, sie wollten nie Geld für Sex zahlen, bleiben straflos.

      • Pixel sagt:

        Nun gut, wie in fast jedem Bereich gibt es eine Grauzone im Gesetz. Leider, ist aber so. Dennoch: 1. Ich bin weiblich und war auch mal 16. Glauben Sie mir – KEINE – würde allein aufgrund ihres Hormonhaushaltes einem kom

      • Pixel sagt:

        Nun gut, wie in fast jedem Bereich gibt es eine Grauzone im Gesetz. Leider, ist aber so. Dennoch: 1. Ich bin weiblich und war auch mal 16. Glauben Sie mir – KEINE – würde allein aufgrund ihres Hormonhaushaltes einem kompletten Fußballteam so was anbieten wollen. Sie steht auf einen, oder zwei vielleicht. Aber die ganze 11er? Davor ekelt sie sich.
        Ich verstehe schon, dass Sie hier die Gesetzmässigkeiten aufführen wollten. Das ist auch ok. Dennoch, etwas realitätsbezogen muss es schon sein.

      • Pixel sagt:

        Sorry, der erste Kommentar – Tastaturproblem ;)

    • Anh Toan sagt:

      Ich lebe mit einer deutlich jüngeren Frau, sie war 23 als ich sie kennenlernte, und hat als Prostituierte gearbeitet. Ich habe deutlich mehr Geld als sie, und kann einfacher Geld verdienen als sie (ausser ich helfe ihr, sich in einem guten Markt zu prostituieren). Ich wollte sie besser kennenlernen, Zeit mit ihr verbringen und, dass sie nicht als Prostituierte arbeitet. Da ich verstehe, dass sie diese Arbeit macht, weil sie das Geld braucht, werde ich ihr monatlich ein durchschnittliches lokales Einkommen bezahlen und ich glaube nicht an platonische Beziehungen auf Dauer. Bin ich Freier?

      • Pixel sagt:

        Gewissermaßen sind Sie Freier, ja. Das hat hier aber eher damit zu tun, dass Ihre Freundin bereits ohnehin als Prostituierte arbeitet. Ich könnte jetzt hier an dieser Stelle hinterfragen, wie Sie sie kennengelernt haben und warum Sie nicht wollen, dass sie als Prostituierte arbeitet. Ausserdem würde mich interessieren, warum die junge Frau nicht anders Geld verdienen kann. Und dann hätte ich auch noch die Frage, wieso sie Ihr Geld einfach so akzeptiert.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sobald man dann eine persönliche Beziehung zu einer Frau hat, will man nicht mehr, dass sie als Prostituierte arbeitet. Dies zeigt doch deutlich, dass Mann ganz genau weiss, dass das kein Beruf ist, es ist ein Zustand der Duldung der sexuellen Ausbeutung!

        Dass man das einem Menschen, den man schätzt, nicht zumuten will, ist klar. Und hier beginnt sie halt, die Doppelmoral: Wenn es um die anonyme Prostituierte geht, ist das ok., man ist ja modern und aufgeschlossen, ist ein Beruf wie jeder andere bla bla, nur wenn die Freundin davon lebt, ist Prostitution plötzlich doch nicht so problemlos.

      • Anh Toan sagt:

        @Pixel: Für Sie gibt es also Prostituierte und Frauen, nur so kann ich mir erklären, dass es eine Rolle spielt, ob meine Frau als Prostituierte gearbeitet hat. Wer sich einmal prostituiert hat, wird für den Rest des Lebens gebranntmarkt als gefallenes Mädchen und ist darum für alle Zeit eine Prostituierte. Ich kenne einen Banker, der seinen Hugo Boss Anzug physisch an die Wand genagelt hat und Künstler wurde. Er ist Banker. Eine Prostituierte bleibt eine Prostituierte, ich bitte Sie dringend, meine Interpretation Ihrer Aussage zu berichtigen.

      • Anh Toan sagt:

        @Pippi: Jetzt wirds interessant, habe mich nämlich schon auch selbst gefragt, wieso ich nicht akzeptieren kann, wenn sich meine Partnerin prostituiert: Erstens will ich niemanden treffen, der sagt, gestern habe ich Deine Partnerin gebumst, in diesem Fall wäre mir wohl noch (unwesentlich) lieber, er hätte wenigstens dafür bezahlt. Ich glaube nicht, dass mein zweites Argument, es zeigt es meiner Umwelt, dass ich nicht in der Lage bin, für meine Frau angemessen aufzukommen, mein Selbstbewusstsein so stark angreift, dass es ein “no go” wäre. Schlicht und einfach, triviale, menschliche Eifersucht.

      • pixel sagt:

        nein anh toan. Sie haben ich falsch verstanden, oder ich mich unklar ausgedrückt. Dass, was hier ausserdem passiert ist, dass Sie selbst eine Situation mitbringen und dadurch ganz viel Emotionalität und Sensibilisierung auf ein Thema, was ich aber überhaupt nicht angesprochen habe. Ich kenne Ihre Lebenssituation nicht, ich schau nur auf das, was mir mitgeteilt wurde. Ich weiss nicht, ob Sie verheiratet sind oder nicht, ob Sie sie lieben, ob Sie gemeinsam nun ein Leben aufgebaut haben, ob dies oder jenes. Es gibt haufenweise ganz dumm gelaufener Lebenswege, und es ist gross, wenn man diese

      • pixel sagt:

        mit oder ohne Unterstützung anderer verlassen kann und einen für sich besser empfunden Weg beschreiten kann. Ich verurteile weder Sie noch Ihre Frau. Sie müssen aber auch verstehen, dass ich selbst, als weibliches Wesen, automatisch eine gewisse Identifikation herstelle und mich befrage, ob ich denn jemals sowas machen könnte, egal in welcher Lebenssituation. Dass ich mich befrage, ob ich denn nicht lieber putzen gehen würde, als meinen Körper zu verkaufen und ob ich letzterem überhaupt psychisch gewachsen wäre.

      • pixel sagt:

        @anh toan: Prostitution ist und bleibt ein unglaublich vielschichtes und komplexes Thema, denn es tangiert die soziale, die wirtschaftliche und die emotionale Ebene der Person. Ich glaube daher auch, dass die Frau, die sich ehemals prostituiert hat, sich selbst eher verurteilt, als das Umfeld es tut.

      • alien sagt:

        Pippi, wenn ich eine Beziehung anfinge zu einer Aktienhändlerin, dann würde ich aber ganz fest drauf drängen, dass sie diesen Gelderwerb aufgibt.

        Dass es anderseits Aktienhändler gibt, akzeptiere ich. Ich will auch jemanden, der für mich Aktien handelt, wenn ich das will. Ich will ihn einfach nicht kennen.

      • Anh Toan sagt:

        Die Frau verurteilt sich einzig, weil es das Umfeld tut. Am widerlichsten sind Freier, die Prostituierte verachten, ich hatte zwei Monate im Hafen von Eritrea nur noch Brel’s “Port d’Amsterdam* im Kopf:

        Et ils pissent comme je pleure
        sur les filles d’Amsterdam

        Ich hatte aber auch Bekannte, die an Hochzeiten mit einer Studentin von einem Escort Service auftauchten, weil sie grad Single waren, beides heisst Prostitution, ist aber etwas ganz anderes. Erstere haben keine (ernsthafte) Option, während es beim Escort Service wohl schon freiwillig zu nennen ist.

      • Anh Toan sagt:

        Die Frau verurteilt sich einzig, weil es das Umfeld tut. Am widerlichsten sind Freier, die Prostituierte verachten, ich hatte zwei Monate im Hafen von Eritrea nur noch Brel’s “Port d’Amsterdam* im Kopf: (Zitiere ich, kommt Warteschlaufe…)

        Ich hatte aber auch Bekannte, die an Hochzeiten mit einer Studentin von einem Escort Service auftauchten, weil sie grad Single waren, beides heisst Prostitution, ist aber etwas ganz anderes. Erstere haben keine (ernsthafte) Option, während es beim Escort Service wohl schon freiwillig zu nennen ist.

      • Anh Toan sagt:

        Meine Emotionalität in Sachen Herabwürdigung von Prositution hat ihren Ursprung, als ich 17 war, eine hübsche, gut 20j Frau anstotterte, die rumspazierte, nicht extrem aufgedonnert, ein “vielleicht”. Sie hat begriffen, er weiss nicht mal was er will, hat gesagt, ich könne morgen nachmittag mit ihr ins Kino gehen. Wir gingen ins Kino und was trinken (sie hat bezahlt!), haben geplaudert in Englisch, und mir vor der Arbeit eine erstklassige Gratisdienstleistung erbracht. Weil ich ein angenehmer Begleiter war, hat sie sich bedankt. Ich habe sie nie mehr gesehen, aber ich liebe sie noch immer.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        http://www.borderlinezone.org/trauma/trauma.htm

        ‘Auch Prostitution ist häufig Folge von sexueller Traumatisierung in der Kindheit, Schätzungen sagen, dass ca. 90 % der Prostituierten in der Kindheit sexuell traumatisiert worden sind’ – Ausschnitt aus dem oben angegebenen Link.

        Diese Frauen haben nie gelernt, ihrem Körper Sorge zu tragen, weil sie es nicht durften, über sie wurde bereits als Kind in einer solch absoluten Weise verfügt, dass ihr Körper auch für sie selbst wertlos wurde, benutzbar. Ihre Suizidanfälligkeit ist ebenfalls dramatisch erhöht.

      • Anh Toan sagt:

        @Pippi: Selbstverständlich ist das so, diese Arbeit basiert ja ausschliesslich auf Lügen, der Freier kauft die Lüge. Alles ist Lüge in diesem Geschäft, nicht nur die Wimpern. Ohne Vertrauen gibts keine Liebe, ohne Liebe kein Leben.

        Aber Buchhalter bekommen Hämeroiden, Manager Herzinfarkte, Fabrikarbeiter Gehörschäden, Bauarbeiter krumme Rücken, das Leben bringt uns alle um.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Bei deiner Antwort kann ich mir quasi aussuchen, ob ich dich als Idioten oder als Zyniker einreihen will. Ich finde beides eine Zumutung. Klar dass jemand mit einer solchen Haltung für Sex zahlen muss, freiwillig werden solche Typen nicht mal mit der Beisszange berührt.

      • Anh Toan sagt:

        @pippi: Schon wieder ohne Argumente?

      • alien sagt:

        Naja, geht man halt allein an die Hochzeit, ist doch kein Beinbruch. Und vielleicht lernt man ja jemanden kennen und ist nachher nicht mehr allein. Ne, dafür würde ich niemals eine professionelle Begleiterin engagieren.

      • Anh Toan sagt:

        @Pippi: Vertrauen ist eine Voraussetzung von Liebe, Vertrauen bedeutet, nicht wissen. Wenn ich nicht weiss, muss ich vertrauen, hatte ich unrecht, war ich ein Idiot. Die wirklichen Idioten sind aber diejenigen, die nicht vertrauen können, weil sie Angst davor haben, als Idiot dazustehen, weil sie nie gewinnen können. Wer angreift, kann verlieren, wer nicht angreift, kann nicht gewinnen. Es gibt natürlich auch viele Idioten, die nicht merken, dass sie vertrauen, glauben sie wissen, diese Idioten liefern mir Rechtfertigung für Zynismus.

      • Katharina sagt:

        Sehr bemerkenswert der letzte Abschnitt in der Studie der Uni Zürich:

        Er betont, dass vor allem die Rahmenbedingungen der Sexarbeiterinnen verbessert werden müssen: «Sichere Arbeitsbedingungen sind ebenso wichtig wie soziale Hilfen für diese Frauen, die allein im Raum Zürich jährlich bis zu 2,8 Millionen Kontakte mit Freiern haben.»

      • Anh Toan sagt:

        @alien: Habe nie gesagt, ich würde eine professionelle Begleiterin für eine Hochzeit anstellen. Ich habe lediglich auf die unterschiedlichen Formen von Sex gegen Geld (Prostitution) aufmerksam gemacht. Von den Befürwortern des Verbots ist die grosse Mehrheit der Ansicht, dass Sex gegen Geld grundsätzlich und immer Ausnützung von Frauen ist (die Strichjungen interessieren sie einen Dreck) oder konsequent die widerlichsten Erscheinungsformen von Prostitution als die typischen darstellen. Strafrecht betrifft jeden Fall von Sex gegen Geld.

      • alien sagt:

        your mileage may vary

        Ich bin in der Tat sehr tolerant. Wenn jemand zu Prostituierten geht, dann soll er. Wenn jemand das aus Prinzip nicht tut, so ist das auch absolut in Ordnung. Wenn jemand Freier verachtet, dann, tja, soll er, solang er einfach seine Meinung äussert. Da ich aber Freier sein nicht als a priori schlecht erachte, will ich nicht, dass Freier a priori verfolgt werden. Das will ich nicht nur nicht, nein, ich würde es nicht tolerieren. Dort ist die Grenze meiner Toleranz. Ich weiss, eine solche Haltung passt Wildkatze und Pippi (und anderen Frauen) nicht.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Klar will man die Freier nicht verfolgt sehen, wenn man selber einer ist.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Die Grenze meiner Toleranz ist dort, wo eine Gesellschaft es zulässt, dass Menschen sexuell ausgebeutet werden. Wo widerliche Typen, die nur gegen Geld eine Frau bekommen, meinen, sie hätten Anspruch auf Sex. Nein, haben sie nicht!

        Aber die Freier zählen sowieso zum Abschaum der Menschheit, ihrem Tun wird zunehmend ein Riegel geschoben.

      • alien sagt:

        He Pippi, Du kriminalisierst Deine Kunden!

        (So wirkt Deine idiotische Bezichtigung.)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Armseliger Idiot!

      • alien sagt:

        Du diffamierst mich, ich wehre mich dagegen mit gleicher Münze, und dann beleidigst Du mich? Na, Du bist mir ja eine tolle Juristin, Du.

      • Wildkatze sagt:

        Alien, sag mal: Bist Du jetzt ganz durchgeknallt???
        Was soll denn das heissen: “He, Pippi! Du kriminalisierst Deine Kunden!”

        alien, bis jetzt habe ich Dich verteidigt – durch so manchen Boden hindurch. Aber das geht zu weit! Hiermit kündige ich Dir meine Freundschaft! Mit Leuten, die solche Diffamierungen in den öffentlichen Raum stellen, möchte ich nicht weiter befreundet sein. Schade.

      • Sportpapi sagt:

        @WK: Sie haben aber schon gesehen, dass Alien zuerst von Pippi als Freier bezichtigt wurde? Sie müssten nur mal lesen…

      • Wildkatze sagt:

        Sportpapi, gemäss den diesbezüglichen Äusserungen von alien könnte man zumindest vermuten, dass Pippi recht haben KÖNNTE. Kein einziger von Pippis Kommentaren jedoch gibt auch nur den geringsten Anlass zu einer Vermutung, wie alien sie hier in den Raum stellt.

      • Gabi sagt:

        Puh… Immer noch derselbe Kindergarten hier.

        Hab inzwischen gar keine Ahnung mehr, was ich eigentlich hier in Anwesenheit von ein paar verbrämten xfach-Nicks diskutieren wollten, die doch überhaupt keine Gelegenheit auslassen zu demonstrieren, wie unwillig oder unfähig sie sind, auch nur mal ein Bisschen selbständig – also ohne ideologische Scheuklappen – zu reflektieren, bevor die Phrasologie losrattert.

      • alien sagt:

        Wildkatze, schau genau, Pippi hat mich ein paar Posts weiter oben als Freier bezeichnet. Das konnte ich nicht auf mir sitzenlassen und ich habe mit gleicher Münze zurückgeschlagen. Ich habe aber, anders als sie, in meinen Post eine kleine Relativierung eingebaut.

      • alien sagt:

        Pippi bezeichnet mich als Freier. Woher sie das wissen könnte, keine Ahnung. Ich habe NIE gesagt hier, ich bewege mich in der Prostitution, niemals. Ich habe mir erlaubt, meine eigenen Meinungen zu haben hier, nicht jene, die von mir erwartet werden von Wildkatze oder Pippi, nicht jene, deren Gegenteil politisch korrekt wäre, nein, ganz einfach meine Meinung. Mit der Meinung kann man nicht einverstanden sein, ja man soll, he, ich will keine Zustimmung, davon habe ich nichts. Wenn aber jemand gegen mich als Person schiesst, dann schiesst er sich ins Abseits. Wer auf den Menschen spielen muss\

      • alien sagt:

        der verabschiedet sich von der anständigen Diskussion. Warum tut er das? Vielleicht, weil er sonst keine gute Argumentation mehr findet? Oder weil er sich ob den ganzen widrigen Argumenten nicht mehr zurecht findet?

      • Wildkatze sagt:

        “Die Liebe überwindet den Tod. Aber es kommt vor, dass eine kleine üble Sache die Liebe überwindet.” (Marie von Ebner-Eschenbach) – Wenn man das Wort “Liebe” mit dem Wort “Freundschaft” ersetzt, hat das die selbe Gültigkeit.

  3. Anh Toan sagt:

    Geldstrafen in der Prostitution werden gegen wen auch immer ausgesprochen, letztendlich von den Prostituierten erarbeitet und von den Freiern bezahlt. Die Prostituierten sind schliesslich die einzigen die arbeiten, die Freier die einzigen die zahlen. Ist Prostitution illegal, sind die Zuhälter die einzigen, die kassieren.

  4. Sportpapi sagt:

    Wie viele der von Gallade angetroffenen “sehr jungen” Frauen sind denn wirklich 16/17jährig? Wie viele jugendliche Dirnen gibt es überhaupt? Nur damit wir mal wissen, wovon wir überhaupt sprechen. Für mich ist dann klar: Verbot unter 18 ist für mich selbstverständlich. Wobei in der Regel auch die Frau bestraft werden sollte, da sie sonst am nächsten Tag wieder da steht. Gleichzeitig sollte aber auch die Prostitution von Frauen und Männern über 18 Jahren endlich klar und sauber geregelt werden (als Gewerbe mit Aufsicht).

  5. Arno sagt:

    Warum Prostiution nicht transparenter machen und mit Securitys arbeiten; die Zuhälterei ist das Übel und muss meiner Meinung nach verboten werden; weil dies Sklaverei ist.

  6. Anh Toan sagt:

    ZUHAELTER sind, wenn Prostitution illegal ist, vorerst nichts als notwendige Dienstleister. Da der Rechtsschutz fehlt, braucht es einen anderen Schutz, wer sich prostituiert ist meistens schwächer (physisch, sozial) als der Freier. In vielen Sprachen wird für diesen Schutz auf das Wort Mutter bezug genommen, auf Deutsch die Puffmutter. Diese Beschützer verstehen aber auch bald, wie notwendig ihre Dienste für die Mädchen sind, sie ihre Kunden ausbeuten können. Und da sie es können, tun es zumindest manche. Sind diese ausgepresst, brauchts neue Kunden.

    • Arno sagt:

      Was wollen sie eigentlich genau sagen ?

      • Anh Toan sagt:

        Dass Zuhälter erst durch die Illegalität notwendig werden, und dass Zuhälter nicht an sich böse sind, sie leisten notwendige Dienste, das Mädchen braucht Schutz wenn das Geschäft illegal ist, wer bestraft wird, spielt keine Rolle. Wäre das Geschäfts legal, hätte das Mädchen den Schutz des Rechts, und bräuchte keinen Zuhälter. Erst die Illegalität der Prostitution lässt das Bedürfnis nach Zuhälterdiensten entstehen. Denkt man ünbefangen darüber nach, muss es so sein, wenn Prostitution eine gewöhnliche Dienstleistung ist, brauchts sowenig Zuhäter wir für Friseur oder Anwaltsdienste.

      • Anh Toan sagt:

        Ich kanns auch deutlicher sagen: Ihr Kommentar sagt doch Prostitution soll legal sein (transparent) aber Zuhälterei müsse bestraft werden, diese sei übel. Ich sage Ihnen, wenn Prostitution legal ist, gibts keine Zuhälterei.

      • Arno sagt:

        Prostitution ist legal …und Zuhälter drängen sich auf; so siehts aus. Wäre eine andere Form von Sicherheit gewährleistet, könnte man sehr einfach die Zuhälterei verbieten; weil sie eben doch “an sich böse” sind…

      • Anh Toan sagt:

        @Arno: Die Zuhälter in der Schweiz sind da notwendig, wo die Prostitution eigentlich illegal ist, jedoch toleriert wird, mit Touristinnenvisa, Heiratsvisa für aussereuropäische Mädchen, oder für europäische, deren Sprach- und sonstige Bildung nicht ausreicht, um einen Businessplan zu erstellen der den Ansprüchen der Ausgleichskassen genügt, diese kämpfen gegen Scheinselbständigkeit direkt in die Arme der Zuhälter.

      • Pixel sagt:

        @marcel: gut, ich löse mich gerne von dem Begriff. Ich hab ihn im Übrigen auch nicht in die Ründe geworfen, aber egal. Marcel, da Sie bekennender Kenner der Szene sind, beuge ich mich ehrfürchtig vor Ihnen. Und nun, nachdem wir uns von dem Begriff gelöst haben und ich vor Ihnen auf die Knie bin: Verstehen Sie denn, was ich so grundsätzlich mit meinem Gedanken hinterfragen wollte?

    • pixel sagt:

      Wieso gibt’s eigentlich keine weiblichen Zuhälter? also Zuhälterinnen?

      • Anh Toan sagt:

        Die meisten Zuhälter auf der Welt sind, und waren schon immer, weiblich. “Puffmütter” sind der Prototyp des Zuhälters.

      • Marcel Z. sagt:

        Gibt es. Und, vor allem im Zusammenhang mit der Romaprostitution, nicht einmal selten. Zudem: Als was würdest Du die Inahberin eines Salons bezeichnen, die von den Huren, die bei ihr arbeiten, durchschnittlich 30 Prozent des Nettoerlöses einfordert? Das ist z. Z. der Branchendurchschnitt. Oder den Vermieter einer Liegenschaft, der seine Wohnungen an Prostituierte zu völlig überrissenen Preisen vermietet..? Aber wirklich überrissen, so dass sich aus Kostengründen bis zu 5 Huren eine 1-Zimmer Wohnung teilen müssen..?! Die Zuhälterei hat viele Gesichter, das sollte man nie vergessen!

      • Pixel sagt:

        Pardon, eine Puffmutter hat eigentlich meiner Einschätzung nach mit einem Zuhältertum eher wenig zu tun. Das ist in der Regel eine, die selbst mal aktiv dabei war und aufgrund ihres Alters und / oder Aussehens nicht mehr tätig ist. Sie betreut die Mädchen aber schafft sie nicht an. Die Mädchen werden nicht von ihr aus Thailand, Ukraine oder Polen geholt. Und beileibe: das grosse Geld erwirtschaftet sie damit bestimmt auch nicht!

      • Marcel Z. sagt:

        Wenn mein Kommentar nicht in der Warteschlaufe wäre, pixel. Ist er aber, item: Eine “Puffmutter” garniert zur Zeit 30+ Prozent aller Einnahmen der bei ihr arbeitenden Prostituierten. Zuhälterei ist, bis auf den Strassenstrich und einige, offene Lokale eh’ passė, das hat auch das Milieu begriffen. Man geht einfach neue Wege, diesen zum Beispiel: Hauseigentümer vermieten ihre Wohnungen zu völlig überrissenen Preisen an Prostituierte. Diese Behausungen sind im allgemeinen um ein Mehrfaches teurer, als der Markt hergibt. Man sollte sich vom allgemein gängigen Begriff der Zuhälterei lösen.

      • Marcel Z. sagt:

        Wenn man dann noch davon ausgeht, dass eine rechtmässig gemeldete Prostituierte noch Steuern bezahlen muss, dann bleibt ihr- nach Abzug der 30+ Prozent-Gebühr von der “Puffmutter”- gerade mal noch die Hälfte des ursprünglich erwirtschafteten Betrages. Bei einem Verbot der Prostitution nach schwedischem Vorbild (NICHT wie im Artikel erwähnt lediglich für 16-Jährige!) muss davon ausgegangen werden, dass die Gebühren für die verbleibenden Prostituierten drastisch steigen- und davon wird nur die Zuhälterei in all ihren Formen profitieren, wie auch Valentin Landmann zu Recht ausführt.

      • Pixel sagt:

        Hierhin:
        @marcel: gut, ich löse mich gerne von dem Begriff. Ich hab ihn im Übrigen auch nicht in die Ründe geworfen, aber egal. Marcel, da Sie bekennender Kenner der Szene sind, beuge ich mich ehrfürchtig vor Ihnen. Und nun, nachdem wir uns von dem Begriff gelöst haben und ich vor Ihnen auf die Knie bin: Verstehen Sie denn, was ich so grundsätzlich mit meinem Gedanken hinterfragen wollte?

      • Marcel Z. sagt:

        Bekennend? Ich habe beruflich bedingt z. T. erschreckend tiefe Einblicke in dieses Gewerbe- soll ich das verstecken? Ich kann bei diesem Thema leider nicht aus einer bequemen, sicheren Wohnzimmerperspektive mit einem Latte Macchiato neben meinem teuren Laptop auf dem noch halb gedeckten Esstisch argumentieren, pixel.

        Was Sie uns zu sagen versuchen, ist mir ehrlich gestanden nicht klar, nein: Klären Sie mich, der hieniden ein einfaches, prosaisches Dasein fristen muss, doch bitte auf, pixel!

      • Anh Toan sagt:

        @Pixel und marcel: was marcel sagt, denke ich stimmt für die Schweiz durchaus. In der dritten Welt kommen die Mädchen und Jungs ohne Bildung vom Land in die Metropole. Sie haben keinerlei Kontakte, und werden von “Müttern” aufgenommen, die ihnen “helfen” mit Unterkunft, Kleidern, Besorgen von Kunden und Lokalitäten sowie Bestechung der Behörden. Diese “Mütter”, werden tatsächlich so genannt, versuchen, die Abhängigkeit der Mädchen zu erhalten, indem sie jeden Kontakt nach aussen verhindern. Das Mädchen kann bestenfalls aufs Land zurück als Verliererin, frei arbeiten in die eigene Tasche nie.

      • Anh Toan sagt:

        @pixel und marcel. Zwei der grössten Clubs in Saigon werden von einer staatlichen Tourismustochter geführt: Die jungen hübschen Vietnamesinnen zahlen 10USD Eintritt, Männer (ob alt oder jung), kommen meistens gratis rein. Der Staat als Zuhälter, auch das gibts.

      • pixel sagt:

        @marcel: ganz einfach und rudimentär gesagt: hätten Männer nicht ihre immer wieder abstrusen Bedürfnisse, gäbe es dieses – das älteste aller – Gewerbe nicht. Ja oder nein?

      • pixel sagt:

        und noch was marcel: Sie müssen Ihre erschreckend tiefen, beruflich bedingten (….) Einblicke nicht verstecken. Keinesfalls. Nur das, was Sie hier tun – und das schon eine ganze Weile (konkret: zwei Tage) ist eher damit zu prahlen. Jemanden, den diese Einblicke erschrecken, der geht anders damit um, da bin ich mir fast sicher.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Du hast das sauber auf den Punkt gebracht Pixel, danke!

      • Marcel Z. sagt:

        Prahlen? Sagen Sie’s doch einfach fadegrad: Sie mögen mich nicht besonders, das wäre ehrlicher! Dass mich mein Metier auch irgendwie fasziniert- und ich gewissen Tatsachen mit einer gewissen Leidenschaft und Freude (=Erkenntnisgewinn) auf den Grund zu gehen versuche, ist für Sie natürlich völlig unverständlich. Menschliche Abgründe faszinieren mich, denn sie sind mein Beruf. Und nein: Es gibt nur noch wenig, was mich bei Menschen wirklich schockieren könnte, nennen Sie das meinetwegen Dėformation professionelle.

        Und das mit dem Mann und seinem Trieb: Nein, das sehe ich ganz anders.

      • Anh Toan sagt:

        @pixel: Ja, wären Männer nicht geil, gäbe es keine Prostitution. Es gäbe auch keine Morde, Vergewaltigungen, terrorismus, keine Drogen, keine Wirtschaftskrisen, keine Kriege, keine Armut, alles wäre gut, es gäbe keine Menschen.

      • pixel sagt:

        marcel: oh, keine Sorge, ich kanns auch fadegrad sagen: stimmt, ich mag Ihre Kommentare und Ansichten nicht besonders. Ob ich Sie mag oder nicht – nun ja, das bleibt eine philosophische Frage (kann man jemanden mögen oder nicht mögen ohne ihn oder sie persönlich zu kennen.) Genauso wie Ihre festgelegte Meinung über mich. Leider aber – und das kann ich Ihnen auch gerne ehrlich und fadegrad sagen – reden Sie hier auch etwas um den heissen Brei herum. Was wollen Sie uns denn eigentlich mitteilen? Dass sie Prostitution von Minderjährigen unterstützen?

      • pixel sagt:

        @Anh Toan: gewissermassen ist das alles so ;-) wissen Sie, leider muss man manchmal (ganz oft…) schwarz/weiss malen, um Leuten, etwas zu verdeutlichen. Natürlich ist nicht alles so einfach und im übrigen hab ich an sich nichts gegen Prostitution, solange sie freiwillig betrieben wird. Es ekelt mich einfach nur an, das ist alles. Was ich aber für mich nicht akzeptieren kann, ist unfreiwillige Bereitstellung einer körperlichen Dienstleistung. Und nun, ist aber die Frage, wie viele Prostituierte es denn tatsächlich freiwillig machen? Die dürften in einem tiefen einstelligen Prozentsatz liegen

      • Marcel Z. sagt:

        @pixel, ganz falsch:

        Marcel Z. sagt:
        13. April 2012 um 10:37
        Sex mit Minderjährigen ist unter aller Sau, auch wenn er gesetzlich erlaubt ist: Da graust’s mir. Diese Form der Prostitution gehört verboten, ohne Wenn und Aber. Und sollte es der Gesetzgeber doch einmal fertig bringen, Menschenhandel mit drakonischen Strafen zu belegen, dann wird am Schluss nur noch die Prostitution übrig bleiben, die zum einen legal- und, das gibt’s auch: Freiwillig von den betreffenden Frauen ausgeübt wird.

        Konkret: Ich bin für ein Verbot, weiss aber, dass das nur bedingt etwas bewirken wird. Alles klar?

      • Marcel Z. sagt:

        Falsch, pixel:

        Marcel Z. sagt:
        13. April 2012 um 10:37
        Sex mit Minderjährigen ist unter aller Sau, auch wenn er gesetzlich erlaubt ist: Da graust’s mir. Diese Form der Prostitution gehört verboten, ohne Wenn und Aber. Und sollte es der Gesetzgeber doch einmal fertig bringen, Menschenhandel mit drakonischen Strafen zu belegen, dann wird am Schluss nur noch die Prostitution übrig bleiben, die zum einen legal- und, das gibt’s auch: Freiwillig von den betreffenden Frauen ausgeübt wird.

        Konkret: Ich bin für ein Verbot, weiss aber, dass dieses nur einen bedingten Nutzen bringen wird.

      • Marcel Z. sagt:

        Drei Kommentare warten hier auf Freischaltung, pixel, dieser vieleicht auch noch. Warten Sie die Freischaltung ab, dann wissen Sie, was ich sagen will.

      • Marcel Z. sagt:

        Marcel Z. sagt:
        13. April 2012 um 10:37
        Sex mit Minderjährigen ist jenseits, auch wenn er gesetzlich erlaubt ist. Diese Form der Prostitution gehört verboten, ohne Wenn und Aber. Und sollte es der Gesetzgeber doch einmal fertig bringen, Menschenhandel mit drakonischen Strafen zu belegen, dann wird am Schluss nur noch die Prostitution übrig bleiben, die zum einen legal- und, das gibt’s auch: Freiwillig von den betreffenden Frauen ausgeübt wird.

      • Anh Toan sagt:

        @Pixel: 1/2 Freiwillig ist ein dehnbarer Begriff, man sieht dies auch beim “freiwilligen” Schuldenschnitt in Griechenland. Niemand hat 100% freien Willen, das widerspräche unserer Natur als soziale Wesen. Dann wäre die Frage, ob die Tiolettenfrau ihren Job freiwillig macht, aber auch nicht jede Kassiererin im Supermarkt macht ihren Job freiwillig. Meine Frau hat den Job gemacht um das Haus der Familie vor den Gläubigern zu retten, den Fall vom unteren Mittelstand in die Armut zu vermeiden. Andrerseits konnte ihr niemand vorschreiben, mit einem Kunden mitzugehen:

      • Marcel Z. sagt:

        Jetzt weiss ich, welche beiden Begriffe in den Filter fallen. Gut, ich denke, damit dürfte Ihre Frage beantwortet sein, pixel: Ich bin für ein Verbot, weiss aber gleichzeitig um dessen Nachteile. Mal schauen ob der Genitiv auch im Filter hängen bleibt…

        Bin gespannt!

      • alien sagt:

        Pixel, Marcel gehört definitiv zu den differenzierteren Kommentierern hier. Frauen sollten dankbar sein über differenzierte Männer, finde ich, es gibt genug Idioten. Differenziert heisst nicht “übereinstimmend”. Hier geht es darum, unterschiedliche Meinungen auszutauschen. Und in der Tat, es geht nicht um die Person hinter der Meinung (im Allgemeinen zumindest nicht), es geht um Meinungen.

      • Anh Toan sagt:

        @pixel2/2: In den Bars/Cafes von Saigon hängen Mädels rum, die bekommen Provision, wenn Ihnen jemand einen Trink bezahlt, machen die Servierarbeit gratis, bestenfalls zum gesetzlichen Minimallohn. Wollen Sie mit jemandem weggehen, müssen sie dem Chef Geld bezahlen, je nach Kaufkraft der Kundschaft. Ob sie mit jemanden mitgehen, entscheiden sie alber selber, es ist so freiwillig, wie die Entscheidung, in welcher Bar man als Toilettenfrau arbeitet, an welchem Fliessband man steht.

      • Marcel Z. sagt:

        Danke für die Blumen, alien ;-)

        By the way: Hast Du mir mal einen Buchtipp? Ich sitze z. Z. gerade auf dem Trockenen. Ein Stück gute Prosa, wenn möglich, in welcher Form auch immer. Und bitte keinen Klassiker.

      • pixel sagt:

        @Marcel: der Filter ist ein ganz einfacher. Es ist der Blogbeitrag, der Artikel, an sich!

      • pixel sagt:

        @alien: na gut, vielleicht habe ich also nicht aufmerksam genug gelesen. Um das “differenzierte” von Marcel zu finden, müsste ich vermutlich also nochmals den ganzen Blog durchstudieren. Und das wiederum ist mir, wenn ich die Anzahl der Kommentare betrachte, ein Garaus und irgendwie der Zeit zu schade. Aber alien, wenn Sie meinen, dass Marcel differenziert ist, dann will ich mich dem anschliessen und abschliessend sagen: auch differenziert sein ist also eine Interpretationssache.

      • pixel sagt:

        @anh toan: natürlich ist “freiwillig” ein dehnbarer Begriff. Davon rede ich ja. Bestimmt gibt es Frauen, die das tatsächlich einfach aus dem Blauen heraus machen, frei von indirekten Zwängen oder Nöten. Aber dieser Anteil ist bestimmt zu vernachlässigen…

      • alien sagt:

        Eine Freundin von mir las das hier: http://www.amazon.de/Ger%C3%A4usch-einer-Schnecke-beim-Essen/dp/3312004985 , fand es ganz toll, ich weiss es nicht. Ich hab das hier gelesen: http://www.amazon.de/Was-ist-mit-den-Amis/dp/3451305755/ , sehr erhellend. Ansonsten bin ich an Fachliteratur (http://www.amazon.de/gp/product/0596517742/ und so Zeugs). Andere Bücher, die ich liebe, gibt es im Moment leider nicht im gelesenen Zustand… ich suche auch Tipps. Den Vian muss ich allerdings auch noch fertig lesen…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        ‘Frauen sollten dankbar sein……………….’ wofür, für eine Selbstverständlichkeit?

        Zuff ist alles andere als differenziert, er ist ein Grossmaul mit einem Mega-Komplex. Nicht der Einzige hier, die Komplexhaufen geben sich hier gewissermassen die Klinke in die Hand. Deshalb wird die Prostitution auch so verteidigt! Wenn man nur darf gegen Bargeld, weil man ein solcher Ablöscher und Langweiler ist, alles klar……..

      • pixel sagt:

        @marcel, bezogen auf Ihren rezitierten Kommentar vom 13.4, 10:37. Somit entschuldige ich mich, dass ich den übersehen habe. Und ja, naiv zu glauben, dass ein Verbot keine Nachteile mit sich zieht. Dann sind wir uns ja für einmal einig. Wie schön.

      • Anh Toan sagt:

        @Pippi: Als ich Single war, durfte ich oft ohne Bezahlung, jetzt bin ich wieder monogam und zahle immer. So siehst Du die Tatsache, dass ich meine Frau unterhalte. Wenn ich eine Frau treffe, muss ich nett zu ihr sein, dass erwartest Du doch von einem Mann der Dich kennen lernen möchte, mit Dir Zeit verbringen, vielleicht auch Dich anfassen, riechen, angefasst werden wer weiss was sich ergibt…Ist diese Frau arm und ich hab Geld in der Tasche, bin ich nett, wenn ich ihr kein Geld gebe? Ist Sex nur auf gleicher finanzieller Ebene, oder für Geizkragen legitim?

      • Marcel Z. sagt:

        Sehr differenzierter Kommentar, wie üblich, Pipi: Es geht doch nichts über eine gepflegte Unterhaltung, finde ich. Und wenn einem die Argumente ausgehen, dann einfach mal ad hominem- auf die Person- spielen. Weiter so!

        @pixel: Bei über 800 zum Teil primitivsten Kommentaren beiderlei Geschlechts kann auch von niemandem verlangt werden, alle Post einer Person zu kennen, nichts für ungut ;-)

      • alien sagt:

        Marcel, ein Stück von mir muss die Zensur noch passieren, aber es kommt wohl schon noch.

      • alien sagt:

        Pippi hat sich vor einigen Monaten definitiv darauf verlegt, stets auf die Menschen zu schiessen, wenn ihr ihre Meinungen nicht passten, und nicht auf die Meinungen selbst. Das ist ihr modus operandi, und er ist nicht sonderlich selten. Natürlich ist er ziemlich schädlich. Pippi, er zeugt nicht von Souveränität. Und sogar von Unsouveränität zeugt es, andere der Unsouveränität zu bezichtigen.

        Ups, das schiesst ja auf mich zurück.

      • Marcel Z. sagt:

        Es gibt bereits Stimmen, die von einem autoritären Feminismus sprechen, der u. a. auf den “autoritären Charakter” einzelner Beteiligter im Geschlechterdiskurs zurück geführt werden muss. Unter den Begriff „autoritärer Charakter“ fasst Erich Fromm (1900- 1980) ein bestimmtes Muster von sozialen Einstellungen bzw. Persönlichkeitseigenschaften, die das Sozialverhalten seiner Auffassung nach negativ prägen, u.a. durch Vorurteile, Konformität, Destruktivität, Autoritarismus, extremen Gehorsam gegenüber Autoritäten, Rassismus und Ethnozentrismus, d.h. Ablehnung des Fremden und fremder Kulturen.

      • Marcel Z. sagt:

        Ach ja, fast vergessen: Erich Fromm war ein bedeutender, deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. “Haben oder Sein” gehört zu seinen wichtigsten Werken. Ich habe es seinerzeit auf den Süd-Philippinen gelesen: Absolut empfehlenswert, alien ;-)

      • Arno sagt:

        @ Marcel.Z.

        ” Menschliche Abgründe faszinieren mich, denn sie sind mein Beruf. Und nein: Es gibt nur noch wenig, was mich bei Menschen wirklich schockieren könnte, nennen Sie das meinetwegen Dėformation professionelle.”

        Darf ich fragen, was sie für ein “professionelle” sie ausüben…dies kann nämlich alles sein vom Elektromonteur über Sozialarbeiter…oder Träger bei Umzügen (… von Bordellen.. zBsp.) , …oder gar Polizist ?

        Oder ist dies zuuu differenziert ?

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Diskutiert habe ich über das vorliegende Thema schon genug, aber ein wenig in die Lobhudelei will ich auch noch einsteigen. ;)

        Die Beiträge von Marcel gefallen mir auch sehr gut. Es ist ja völlig normal, dass es bei vielen nicht so gut ankommt, wenn jemand aus eigener Erfahrung berichtet. Da steht man mit einer im luftleeren Raum gebackenen Meinung plötzlich etwas doof da. Was nicht selten dazu führt, dass der Poster als Aufschneider abgetan wird.

        Wenn ich schon dabei bin. Die Beiträge von Alien gefallen mir eigentlich auch, auch wenn ich ihn gestern mal etwas unwirsch kritisiert habe. ;)

      • Marcel Z. sagt:

        @Arno: Mit der Bekanntgabe von persönlichen Daten im Internet habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Aber sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass über das hier diskutierte Thema wirklich sehr viel weiss. Ich habe es nicht nötig, zu bluffen.

        Auch ihnen vielen Dank für die Blumen, Monsieur de Hummel. Kann es sein, dass wir uns kennen? Ich meine in der Realität? Haben Sie mir im letzten Sommer nicht an einem gemeinsamen Anlass einen guten Rum aus Ihrer “Hausapotheke” zu probieren gegeben..?

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ Marcel

        Ich glaube nicht. Es sei denn, ich hätte mich danach noch so intensiv meiner Hausapotheke gewidmet, dass ich den ganzen Anlass vergesse habe. ;)

      • alien sagt:

        Ich bin nicht beleidigbar. Katharina hat mich neulich als tendenziell Pädophilen diffamieren wollen. Sie hatte keinen Erfolg, und ich bin der Gemeinde hier dankbar dafür. Eine solche Beleidigung wäre wohl so ungefähr das, wo wirksame Beleidigung für mich anfängt. Und eine solche ist dergestalt, dass sie tendenziell auf den Urheber zurückfällt.

        Seltsamerweise reagiere ich empfindlich, wenn mich jemand einen “Trottel” nennt. Praktisch jedes andere beleidigende Wort prallt ab wie Brent an Meereswasser.

        Danke fürs Kompliment.

      • Arno sagt:

        ….dann vielleicht doch Steuerberater , Marcel ?

      • Arno sagt:

        @alien

        Vergiss nicht , dass mit “tendenziell Pädophilen” du an der untersten Stufe der gesellschaftlichen Leiter angekommen wärst…danach kommen rassistische Feministinnen …usw…
        … mit “Trottel” hingegen, damit kann man doch ein bisschen leben …die gibts doch übrall ? :razz:

      • Marcel Z. sagt:

        Ich weiss nicht, was für Steuerberater Sie alles kennen, Arno, aber jene, die ich kenne, machen nur Steuerberatungen…

        Schönen Abend allerseits ;-)

      • Arno sagt:

        …meiner hat noch nebenbei einen Schrebergarten, wo er regelmässig aussät…

        Auch guten Abend !

      • alien sagt:

        Es gibt einige Leute hier, welche mich persönlich kennen. Wer also auf mich feuern will, ich bin durchaus verletzlich. Wieso aber gibt es immer mal wieder so doofe Versuche, meine Person zu outen? Ich tue das mit niemandem. Wollt Ihr wissen, wie Pippi wirklich heisst? Wollt Ihr? Ja, dann findet das selbst heraus. Ich bin dumm wie das Gras. Äh trumm wie das Gas. Sorry. Summ wie das Bras.

  7. gattopardo sagt:

    Ja, Schweden, die heile Welt mit Prostitutionsverbot seit 1999. Schützt halt leider trotzdem nicht vor Fällen wie Göran Lindberg. Vielleicht schützt das nicht nur nicht gegen Fälle wie Lindberg, sondern gerade weil die Prostitution verboten ist, kann sie nur noch durch Personen, welche solch hohe Aemter besetzen oder gute Beziehungen zu ihnen haben, betrieben werden.

    @ Pipi, Danke für die Entblössung der hässlichen Fratze. (Wenn man Männern den freien Zugriff auf jederzeit Sex verwehren will, schaltet ihr Hirn auf ‘Bsetztzeiche’, da ist dann gar niemand mehr zuhause.) lol

    • Widerspenstige sagt:

      Leider häufen sich in Schweden die negativen Auswüchse dieses Verbotes, wie ich es in einem Bericht darüber mal vernommen habe. Es ist wie mit allen allzumenschlichen Trieben und Süchten: es bahnt sich seinen Weg unaufhaltsam und mit Vehemenz. Es sind ja bekanntlich vorwiegend die Nordländer, welche Sauf- und Sexorgien in Feriendestinationen veranstalten, dass der Teufel seine helle Freude daran hat! Einfach wieder mal ein Problem ausgesourced ins Ausland, in ärmere Länder – aus den Augen aus dem Sinn….!

      btw. long time no see, gattopardo…what’s up? ;-)

    • Widerspenstige sagt:

      Wo ist mein Beitrag von letzter Nacht hier?

      @ gattopardo (…long time no see…gattopardos sitadel)
      Leider hast du recht damit, gattopardo und es zeigen sich entsprechende Auswüchse. Auch in Form von Outsourcing in Ferienländern, wo man u.a. an Strandparties die Sau rauslässt und keine Frau mehr sicher ist, als Freiwild zu gelten.

      Soll das die erwünschte Wirkung eines Prostitutionsverbotes sein?

    • Widerspenstige sagt:

      gattopardo, es hängen meine Beiträge seit letzte Nacht im off fest….anscheinend haben sie eine Achillesferse gekratzt

      • Widerspenstige sagt:

        Ach wie wundervoll – meine Beiträge sind erst heute freigeschaltet worden, wo es niemanden mehr wirklich kratzt. Dankeschön! :-(

    • Katharina sagt:

      ganz eindeutig fürchten die gewisse Aspekte der Diskussion.

      • alien sagt:

        Das glaube ich nicht. Die Zensur hier ist willkürlich und trifft jedeN.

        Marcel, mein Post oben ist nicht wieder aufgetaucht. Sorry.

      • alien sagt:

        Und auch meine Antwort auf den Buchtipp nicht. Wieviel harmloser kann man noch werden?

      • Marcel Z. sagt:

        Schade, alien. Auf einen guten Buchtipp habe ich mich jetzt wirklich gefreut!

      • alien sagt:

        Die kreist immer noch in der Zwischenwelt. Bücher sind soo geschmacksabhängig. Ich habe Stephensons Anathem gekauft, das ist so eine Art Science Fiction, also überhaupt nicht jedermanns Geschmack. Dann lese ich immer mal wieder in einem Philip Roth herum. “Portnoy’s Complaint” hat mir sehr gefallen. Im Moment bin ich an der “Anatomiestunde” und noch an einem anderen, mir fällt grad der Titel nicht ein. Ah ja, das Buch von Simone Meier habe ich gekauft, das will ich mal lesen, die Frau gefällt mir. Ah und das hier hab ich gelesen: \

      • alien sagt:

        http://www.amazon.de/Das-Ministerium-Schmerzen-Dubravka-Ugresic/dp/3827005620 . Thema Emigration von Exjugos. Sehr berührend. Alle Leute sind so einsam. Irgendwie sind die Leute in der guten Literatur oft so einsam. Seltsam.

        Viellleicht kommt der andere Post ja noch.

      • Widerspenstige sagt:

        Jetzt sind meine Beiträge freigeschaltet worden – trotz dem Unwort anscheinend, das sich S… nennt.
        Du meine Güte – da werden Geschlechtsteile unterster Schublade in die Runde geschmissen und keine Zensur erfolgt. Aber bei relativ harmlosen Wörtern im Verhältnis zu Fäkalsprache werden gesperrt…!

        Was geht hier vor, geschätzte R? :roll:

    • Marcel Z. sagt:

      Das glaube ich nicht, Katharina. Aber der automatische Kommentarfilter wurde zwischenzeitlich auf Vordermann gebracht. So habe ich die Kopie eines ursprünglichen Kommentares von mir, den ich als Antwort auf pixel’s Frage hinposten wollte, erst beim dritten Mal durch gebracht, weil ich die rüdere, deutsche Bezeichnung für ein in Europa weit verbreitetes, vierbeiniges, im allgemeinen borstiges, rosafarbenes Säuge- und Nutztier durch ein völlig harmloses Atrribut ersetzt habe…

  8. Wolfgang aus Deutschland sagt:

    In Deutschland wurde dieses Alter Ende 2008 auf 18 angehoben. Ich habe allerdings noch von keinem Strafverfahren gegen Freier gehört, die mit minderjährigen Prostituierten verkehren. In den Bordellen durften sich aus Jugendschutzgründen auch vorher keine Minderjährigen aufhalten.
    Die Gesetzesänderung tut keinem weh, ändern wird sich dadurch allerdings nichts.

  9. bitta sagt:

    witzig, wie oft hier die Prostitution 16jähriger verteidigt wird. Ich verteidige generell nur, was mir selbst gefällt und was ich selbst nutze. Wenn ich dann noch Väter sehe, die selber eine Teenietochter zu Hause haben und die kaum ältere Mädchen abschleppen, frage ich mich, was in dieser Welt schief läuft. Das Argument von wegen “strafmündig” und “kein Kind mehr” ist hinfällig. Wie Frau Galladé schreibt, denkt das Gesetz in allen anderen Bereichen, dass man mit 16 noch nicht handlungsfähig ist – nur verkaufsfähig, das soll man sein. Traurig.

    • pixel sagt:

      ich glaube, das Gesetzt denkt nicht. DAS ist das Problem.

    • Sportpapi sagt:

      “Ich verteidige generell nur, was mir selbst gefällt und was ich selbst nutze.” Das mag für Sie gelten, andere denken vielleicht noch etwas weiter. Denn sonst gäbe es viele Erungenschaften der letzen Jahre nicht. Oder weshalb sollten sich die Stimmberechtigten (üblicherwese männlich, über 40) für die Anliegen von Frauen, Kindern und Familien einsetzen?

    • alien sagt:

      “Ich verteidige generell nur, was mir selbst gefällt und was ich selbst nutze.” Müll. Ich verteidige die obligatorische Schulpflicht in Ghana. Ich verteidige das Reduzieren der Geschäftsflüge. Ich verteidige die Anklage gegen Breivik. Bitte Bitta, ich guck schon über meinen persönlichen Horizont hinaus. Manchmal mindestens. Du nicht? Und Du wagst es, das hier zu bekennen? Momoll, mutig mutig.

  10. Christian Schmid sagt:

    Nein, ich bin gegen ein Verbot. Wer mit 16-Jährigen oder noch jüngeren will, tut dies so oder so, vielfach sogar noch ungebeten! Legale Möglichkeiten sind daher viel besser als überhaupt keine. Es gibt wohl schon genug hässliche Missbrauchsfälle, das streitet wohl niemand mehr ab, der klar bei Verstand ist. Tatsache ist doch wohl, dass keine der sehr gut verdienenden jungen Prostituierten ihren Werdegang unter Lebensgefahr einschlägt, dazu gehören gewisse Ambitionen. Und überhaupt: Was meinen Sie alle zu den männlichen Pendants?!

  11. Blitz Blank sagt:

    Als ich meinem Freund Plurp vom Mars von einem “ältesten Gewerbe der Welt” erzählte, meinte er, dass dieses älteste Gewerbe dann wohl auch ein sehr wichtiges Gewerbe sein müsse. Und weil es so wichtig sei, würde das älteste Gewerbe wohl auch ein überaus grosses Ansehen bei den Menschen geniessen. Und jene, die in diesem ältesten Gewerbe tätig seien, würden sicher sehr viele Privilegien geniessen können.

    Tja. Mein Freund Plurp vom Mars. Keine Ahnung hat er… von der Erde.

    • Wildkatze sagt:

      Wie schön, Blitz Blank! You made my day!

    • Karl von Bruk sagt:

      Was den astronomischen Stundenlohn einer halbwegs Stuempernden statt nur Betruegenden betrifft hat der Mars”mensch” allerdings ins Schwarze getroffen….

    • Anh Toan sagt:

      @Blitz Blank: Ich würde Plurp vom Mars antworten:

      Die Mächtigen brauchten aber Teufel, möglichst viele davon, um ihre Macht als Schutz zu rechtfertigen. Die Bezeichnung dieses Gewerbes als teuflisch, als Hölle schlechthin zu bezeichnen, half der Rechtfertigung der viel extremeren weil lebenslangen unwiderrufbaren und unauflösbaren Herrschaftsstruktur des Mannes über die Frau, Familie genannt. In der Familie ist der Mann Chef, die Frau wird davor geschützt, in der Prostitution, diesem teuflischen Gewerbe unrettbar ihre Seele zu verlieren. Was ist da ein bisschen joggeln und Socken waschen.

      • Blitz Blank sagt:

        Dieses “Gewerbe” wurde nicht nur als teuflisch bezeichnet, die Bedingungen waren/sind auch “teuflisch” (prekär), also ganz anderes als man es vom einem der “ältesten (wichtigsten?) Gewerbe der Welt” erwarten würde.
        Das war ja eh der “genialste” Schachzug der – hinsichtlich der Reproduktion – minderwertigen Männer, dass sie die für die Reproduktion ungleich wertvolleren “Frauen” unter ihre Kontrolle/Gewalt gebracht haben.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ja, deshalb ist es auch nicht denkbar, dass in einer Gesellschaft, wo die Geschlechter wirklich gleichberechtigt sind, Prostitution erlaubt ist. Die Möglichkeit, Frauen zu kaufen ist das Herzstück des Patriarchats. Wer das verteidigt, ist nicht interessiert daran, dem Patriarchat wirklich den Garaus zu machen.

      • Anh Toan sagt:

        @Pippi: Ist Prostitution das Herzstück des Patriachates, kann es in einer gleichberechtigten Gesellschaft keine Prostitutution geben, keine Frau würde Sex gegen Geld verkaufen, somit brauchts keine Strafbarkeit, die wird obsolet.

        Ich glaube, auch in einer geschlechtsmässig gleichberechtigten Gesellschaft gibts das Angebot Sex gegen Geld. Wieso prostituieren sich eigentlich Stricher an Homos, was hat dies mit Patriachat zu tun?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        “Was hat der Stricher mit dem Patriarchat zu tun?”
        Tja, die Antwort darauf kannst du dir selber geben, wenn du dich mit der Materie seriös auseinander setzt und ins Grundsätzliche gehst.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, so simpel ist die Sache. Wenn man ins Grundsätzliche geht, ist alles, was schief läuft (und eigentlich auch alles andere, aber darüber wird nicht gerne gesprochen) eine Folge des Patriarchats. Da muss man gar nicht mehr darüber nachdenken. So einfach ist das!

      • Wildkatze sagt:

        Richtig, Sportpapi! Hat’s bei Ihnen gezündet? Oder war das nur eine Fehlzündung?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das war eine Fehlzündung, der Sportler will auch immer die Welt erklärt haben hier, weil er zu faul ist, mal etwas zu lesen, die Frage könnte von ihm stammen.
        Als er mal eine Studie brachte, war die aus den 60er Jahren! Seitdem hat er wohl nichts mehr gelesen.

      • Anh Toan sagt:

        @Pippi: Was hat der Stricher mit dem Patriachat zu tun?

        Angenommen, unser Gesellschaftssystem, bei dem nicht alle auf der Welt gleichviel haben, es reichere und ärmere gibt, wär reicher ist, mehr soziale Achtung geniesst, ist einzig auf das Patriachat zurückführen. Dann besteht ein Zusammenhang. Hätten alle immer gleichviel, wäre jedes Geschäft (inkl. Prostitution) unmöglich. Dass wir nicht im Sozalismus leben, führe ich nicht auf das Patriachat zurück, sondern unseren Wunsch, nicht zu verhungern. Ist eine emanzipierte Gesellschaft Deiner Meinung nach zwingend sozialistisch?

      • Wildkatze sagt:

        Gegenfrage: Ist denn eine gerechte Gesellschaft (nur) im Kapitalismus möglich?

        Und: Ja! Unser ungerechtes Gesellschaftssystem ist auf das Patriarchat zurückzuführen. Kapitalismus ist das Kind des Patriarchats!

      • Wildkatze sagt:

        Anh Toan, Ihre wirklich bescheuerte Antwort an Plurp vom Mars zeigt mal einfach wieder, dass Sie von der Materie keine Ahnung haben! Ach, es ist wirklich mühsam, wenn Leute glauben, sich zu etwas äussern zu müssen, wovon sie einfach nichts verstehen und auch nicht bereit sind, sich wenigstens ein Basiswissen darüber anzueignen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich bin eigentlich ziemlich zufrieden mit der sozialen Marktwirtschaft, wenn sie denn sozial ist. Allzu oft diktiert der Markt alles, rücksichtslos, zum Nachteil der wirtschaftlich Schwächeren.
        Unser Lohngefüge z.B. hat auch damit zu tun, gewisse Berufe garantieren ein weit überdurchschnittliches Einkommen, obschon sie gesellschaftlich nicht halb so wichtig sind wie andere, schlecht bezahlte Tätigkeiten. Die Gier des Einzelnen wird zu sehr belohnt, zum Schaden der ganzen Gesellschaft, das kann es nicht sein. Das in einem solchen System alles einen Marktwert hat, auch die Sexualität, ist klar.

      • Sportpapi sagt:

        @Pippi: Studie aus den 60er Jahren? Zu was denn (gibt ja hier gar keine Fragestellung…) Kann sein, mag mich gar nicht erinnern. Wobei wir wohl sowieso unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was denn eigentlich überhaupt eine “Studie” ist.

  12. Beatrice sagt:

    finde ich auch so schlimm

  13. Jeanne Peterer sagt:

    Es ist beschämend für die Schweiz, dass die Prostitution von Minderjährigen erlaubt ist. 16-jährige, ob Frau oder Mann, haben noch nicht die Reife, diese im weiteren Leben einschneidende Entscheidung zu treffen und sollten gesetzlich geschützt werden. Ich bedaure, dass die Schweiz in dieser Hinsicht ein schlechtes Vorbild ist.
    Ich zähle auf das Verständnis der Politiker die richtigen Massnahmen zu treffen.

  14. Auguste sagt:

    hmm…, damit bei diesem wichtigen vorstoss von frau galladé das wahre gesicht der schweiz zum vorschein käme, müsste man die abstimmung im parlament geheim durchführen. das wäre aufschlussreich.

    die bittere ironie bei der prostitution ist, dass “verbesserungen” oder verbote, die das “gewerbe” behindern, letztlich das leben derer noch schwieriger machen, die eh schon am ende der wertschöpfungskette stehen und sich dagegen kaum wehren können. das ei hätte sein schicksal als ei des kolumbus wahrscheinlich auch nicht gleich beurteilt wie der neutrale betrachter dieses schlauen lösungsansatzes

    • Ali Ferkous sagt:

      mit der kleinen Korrektur, dass Frau Galladé nicht die Prostitution verbieten will, sondern Minderjährige vor dem Eintritt in dieses Business schützen. Ausser einem pädophilen Freier wird’s wohl auf die 2 Jährchen älter nicht draufankommen.

      • Anh Toan sagt:

        @Ali Ferkous: Dem Freier ist mit einer 19 jährigen, die eine 17 jährige gut spielt, genauso gedient, (Kindersex ist anderes Thema). Mit der Kriminalisierung wird einzig die 17 jährige ins kriminelle Umfeld getrieben, auch wenn sie nicht selber kriminalisiert wird. Damit wird sie erst der Ausbeutung zugänglich gemacht.

        Prostitution durch 16-18 Jährige in der Schweiz, dürfte meistens Gelegenheitsprositution sein, oder ist ohnehin strafbar, da nicht freiwillig. Die Polizei beschäftigt sich mit Anzeigen vom Ex, weil ihr neuer Typ mehr Geschenke macht, die paar wirklichen Profis zu den Zuhältern.

      • Ali Ferkous sagt:

        @Anh Toan und Antoine – ja, dann schaffen wir gleich alle Gesetze ab, denn mit Gesetzen werden die Leute in die Kriminalität getrieben – u.a. ist nur der Gesetzgeber schuld, wenn besoffene Autofahrer straffällig werden, denn wenn es keine Alkohollimite im Gesetz gäbe, dann… Auch treibt das Gesetz den Schwiegersohn in die Kriminalität, wenn der die Schwiegermutter mit dem Bügeleisen erschlägt. Ich nehme an, Sie beiden hätten auch nichts dagegen, wenn der Vati auf die eigene Tochter hockt – Fritzl ist schon recht, nur die österreichischen Gesetze sind schlecht?

      • Anh Toan sagt:

        @Ali Ferkous. Ob Strafrecht ein einziges Verbrechen verhindert, ausser private Blutfehden, ist durchaus umstritten. Aber zumindest, wenn Strafrecht die Situation verschlimmert, nicht nur nicht verbessert, können doch nicht moralische Ansprüche kontraproduktive Fakten setzen, nur um das Fähnlein der Moral aufrecht in den Wind zu halten. Genauso hat die ganze Pristitutionsgeschichte schon immer funktioniert. Im gesetz verbieten, die Mädchen den Zuhältern ausliefern, die haben lieber 10 Kunden pro Mädchen für vierzig als einen für dreihundert: Das hält die Preise tief.

  15. Marcel Z. sagt:

    Die Bilanz zum Sexkaufverbot ist in Schweden bislang mehr als nur durchwachsen (gemerelles Prostitutionsverbot): Die Zahl der verurteilten Freier in Schweden stieg von elf im Jahre 1999 auf 108 2006. Doch der Alltag für die Huren ist gefährlicher geworden. Nach Schweden werden pro Jahr zwischen 400 bis 600 Ausländerinnen gebracht. In Finnland dürften es zwischen 10′000 und 15′000 sein (Anm. Finnland grenzt an Russland, ein Unterschied). Artikel hier: http://tinyurl.com/c2yvu6

    Schwedische Frauen wehren sich gegen das Sexverbot. Man spricht bei den offiziellen Statistiken von Auftragsarbeiten, deren Ergebnisse schon im Vornherein feststanden. Tatsächlich kann auch der neue Bericht die Wirksamkeit des Sexverbots nicht hinreichend belegen. Die Strassenprostitution ist zwar zurückgegangen, aber was sich hinter verschlossenen Türen und im Internet abspielt, lässt sich in seinem vollen Ausmass nur schwer skizzieren. Artikel hier: http://tinyurl.com/bvnwjrb

  16. Marcel Z. sagt:

    Bilanz in Schweden durchwachsen- doch zwei Kommentare von mir warten auf Freischaltung…

  17. Marcel Z. sagt:

    Zu Verboten und ihren Nebenwirkungen hier ein gutes Interview mit dem bekannten Strafverteidiger und Strafrechtsexperten Valentin “Valentino” Landmann anlässlich seines vor Jahren erschienen Buches “Verbrechen als Markt” in dem er sich auch explizit zur wachsenden Kriminalisierung Prostituierter äussert: http://tinyurl.com/d7hhrds

    Ein Zitat: “Was nicht kriminalisiert werden muss, kann entkriminalisiert werden. Ein Verbot der Prostitution trifft nicht den Zuhälter. Der lässt sich das zusätzliche Risiko gut bezahlen. Es trifft einzig und allein die Frau, die man eigentlich schützen will. Je mehr wir den Rotlichtbereich liberalisieren, desto eher erlangt die einzelne Frau Rechtsschutz. Arbeitet sie legal, kann sie zur Polizei gehen, wenn sie unter Druck gesetzt wird.”

    • Blitz Blank sagt:

      Sehr interessante Gedanken.
      Ich finde es herrscht eine gewisse Tendenz, gesellschaftliche Probleme über das Strafgesetz lösen zu wollen.
      Als vor ein paar Jahren in Europa/USA bekannt wurde, dass die Kleider in Bangladesh von Kindern genäht wurden, entstand eine Welle der Empörung und die Kleider aus Bangladesh wurden auf breiter Front boykottiert. Diejenigen, die darunter litten waren natürlich wieder vor allem die Kinder und deren Familien, die jetzt arbeitslos wurden und kein Einkommen mehr hatten. Das in der Theorie moralisch Richtige ist also nicht immer das Richtige. Als man diese Auswirkungen erkannte, ginge manche dazu über, wieder Kinderarbeit zuzulassen, aber die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen.

    • Marcel Z. sagt:

      Blitz Blank, Sie haben den Nagel einmal mehr auf den Kopf getroffen. Wir hier im Westen versuchen zunehmend alle gesellschaftlichen Probleme über das Strafgesetz zu lösen- was ja auch unbestreitbar eine grosse Wirkung zeigt. Ich bin, wie gesagt, nicht einfach per se gegen Gesetze und Verbote, ganz im Gegenteil. Doch das in der Theorie moralisch Richtige ist in der Praxis nicht immer das Richtige, wie Sie richtigerweise festgestellt haben. Ich bin zum Beispiel für eine Legalisierung von Drogen- in einem gesetzlich enger gefassten Rahmen natürlich.

  18. Sportpapi sagt:

    Wie viele der von Gallade angetroffenen “sehr jungen” Frauen sind denn wirklich 16/17jährig? Wie viele jugendliche Prostituierte gibt es überhaupt? Nur damit wir mal wissen, wovon wir überhaupt sprechen. Für mich ist dann klar: Verbot unter 18 ist für mich selbstverständlich. Wobei in der Regel auch die Frau bestraft werden sollte, da sie sonst am nächsten Tag wieder da steht. Gleichzeitig sollte aber auch die Prostitution von Frauen und Männern über 18 Jahren endlich klar und sauber geregelt werden (als Gewerbe mit Aufsicht).

  19. Marcel Z. sagt:

    Der neue Freischalt-Filter scheint jedes zweite Wort zu sperren: Von drei völlig seriösen Kommentaren landen zwei im Filter- sonst alles in Ordnung bei der Redaktion?

    • max sagt:

      @Marcel
      Vermutlich nicht. NA und MB hatten wir zum nötigen Anstand erzogen mit viel Mühe. Vermutlich müssten wir den Lernprozess neu in Gang setzen. Allerdings fehlt mir zur Zeit die nötige Zeit.

    • pixel sagt:

      @marcel: versteh ich nicht. bei mir geht alles durch.

    • Marcel Z. sagt:

      Dann muss ich zur rethorischen Delinquentengruppe gehören hier drinnen, pixel, die es strenger zu überwachen gilt. Also mein kopierter Kommentar vom 13. April an Sie bzgl. meiner Haltung ggü. der Prostitution 16-Jähriger ging erst nach dem dritten Mal durch, als ich eine durchaus geläufigen Bezeichnung für das Haus-s-chwe-in (extra verfremdet) durch ein völlig harmloses Attribut ersetzt habe.

      • Anh Toan sagt:

        Marcel Z. Bei mir blieben halt Jacques Brel Zitat, oder eine Tierbezeichnung hängen, ich glaube da prüft eine software alles mal, die kann nur Deutsch, schmeisst z.B. Tierbezeichnungen, die auch als Beleidigung verwendet werden können, in die Warteschlaufe. Vielleicht ist Dein Wortschatz zu komplex.

  20. Widerspenstige sagt:

    Prostitution in Japan (aus Wiki)

    Wenn man von Prostitution in Japan spricht, muss man sich vom europäischen Verständnis des Begriffes entfernen. Im Gegensatz zum christlich geprägten Weltbild wurde Prostitution in Japan nicht in Verbindung gebracht mit Scham oder Sünde, sondern durch andere Moralvorstellungen beeinflusst. Demnach genossen Kurtisanen Prestige und Anerkennung. Bei der Suche nach einem europäischen Äquivalent könnte man sie am ehesten mit den griechischen Hetären vergleichen. Die Begriffe „Kurtisane“ und „Prostituierte“ werden in der Literatur eher…

    • Widerspenstige sagt:

      /2 …wahllos und willkürlich verwendet, da es kein allgemein akzeptiertes Kriterium für eine Trennung gibt. Um Prostitution in Japan verstehen zu können, ist es nötig, die Gepflogenheiten und Ansichten der vormodernen japanischen Gesellschaft zu berücksichtigen…’

      Wir reden hier nur über den geläufigen Begriff von ‘Prostitution’ im Westen. Ich entferne mich jeweils davon und meine damit den kulturhistorisch anerkannten Begriff in einem völlig anderen Blickwinkel wie auch in der Antike, Renaissance etc.

Kommentieren

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.