
Der Kinderstring: Textil und Wort gehören auf den Index. Aber mal ganz abgesehen davon: Wem überhaupt gefällt dieser gruselige Fetzen?
Minijupe, ein tiefer Ausschnitt, Highheels: Die Art und Weise, wie junge Frauen oder Mädchen mit Mode ihren Körper ausstellen, sorgt immer wieder für rote Köpfe. Auch in diesem Blog: «Ich bin nach wie vor geschockt, wenn ich 10-Jährige in Hot Pants, bauchfrei und auf hohen Absätzen mit Mutters gesamten Kosmetikartikeln im Gesicht herumstolzieren sehe», kommentiert Mira den zurzeit meistgelesenen Blogeintrag «Wenn die Kindheit schrumpft». Rudolf Bieler relativiert: «Kinder wollen ausprobieren, wo die Grenzen sind und was ihnen passt. Dabei verkennen Sie leider oft ihre Wirkung auf das starke Geschlecht und kommen dadurch in Gefahr, missverstanden zu werden.»
Beide Kommentatoren haben wohl recht. Vergessen aber geht in der ganzen Diskussion um frühreife Mädchen oft, dass auch Kinder Konsumenten sind, also anziehen, was in den Kleiderläden verkauft wird. Und jeder, der sich in den Kinderabteilungen der grossen Modeketten mal umgeschaut hat, weiss: Nicht zuletzt die Mode macht aus kleinen Mädchen kleine Vamps.
Haben Sie in letzter Zeit mal versucht einen Rock in der Grösse 140 zu finden? Ich schon. Meine Tochter trägt im Sommer nämlich gern Röcke. Ein Kleidungsstück, das viele Generationen von Mädchen durch ihre Kindheit begleitet hat. Nur: Für unsere Mädchen ist die Kindheit offenbar zu Ende, wenn sie aus der Kleidergrösse 128 hinausgewachsen sind – also mit ungefähr sieben oder acht. Ab Grösse 134 sind bereits Drittklässlerinnen reif für die «Young-Collection» und dort gibt es keine Kinderröcke mehr, sondern Fashion-Statements. Es gibt Minijupes, schulterfreie Hippie-Bustierkleidchen mit Quernaht für den richtigen Sitz des Busens, der vielleicht bald einmal spriessen wird. Wer günstig Sandalen kaufen will, findet oft nur solche mit Absätzen und fast überall werden zur Zeit Hängerchen feilgeboten, in denen sich ein Mädchen nicht bücken kann, ohne die Unterhose zu zeigen.
Apropos Unterwäsche: Die gibt es für meine Tochter auch nicht mehr. Ab Grösse 140 bietet der Modemarkt den Mädchen Dessous an: statt Unterhemden findet man in den Kinderabteilungen der grossen Modeketten Bustiers, manch eine Unterhose hat sich in ein Höschen verwandelt, reich an Spitze aber knapp an Stoff. Im Internet führen selbst anständige Versandhäuser wie Jacko-o den Kinderstring. Will Mutter ihrer Tochter den ersten Büstenhalter kaufen, geht sie am besten gleich in ein Wäschegeschäft für Erwachsene. Die Läden, die sich auf Teenager spezialisiert haben, verkaufen nämlich fast ausschliesslich wattierte Push-ups. Die gibt es dafür schon für Neunjährige.
Es ist schlimm genug, wenn erwachsene Frauen dem Modediktat nichts als die nächste Hungerkur entgegenzusetzen haben. Gefährlich aber ist es , wenn die textile Zwangserotisierung die Kindheit unserer Töchter verkürzt. Eine Kindheit, die sowieso schon schrumpft.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook



























































































@Ian Sobiesky
Die wenigsten Menschen sind sich dessen bewusst, dass Zeitgeist eine Kreation von Vordenkern ist und zugleich die wirksamste Methode den Untergang eines Volkes herbeizuführen. Man verderbe schlangenschleichend und stetig die guten Sitten, verführe durch alle verfügbaren Mittel die Menschen zu Geldgier, Spielsucht, Lasterhaftigkeit und Skrupellosigkeit und überlasse sie dem Feuer ihrer Leidenschaften und Begierden.
Um Sexsucht oder Geltungssucht oder sonstige Leidenschaft ausleben zu können muss sich der Mensch anstrengen, sich attraktiv erhalten, kaufen und konsumieren, damit er im Konkurrenzkampf wenn auch nicht lange in Jugend und Schönheit so doch mit schönem Auto, Haus, Kleidern etc., mithalten kann. Ein gutes Geschäft für die Habsüchtigen, – der Markt blüht. Und wir glauben denen auch noch, dass es ohne ein solches Wirtschaftssystem nicht ginge.
Heute sind zu den Printmedien, Kino und TV die virtuellen Medien z.B. Verbrecher-Spiele für Computer und Spielkonsolen nutzbar, um die Jungen nicht nur zu beeinflussen, sondern auf Verbrechen zu konditionieren. Übung macht den Meister.
Gewohnheiten beherrschen das menschliche Verhalten und das ist später sehr schwer zu ändern. Man achte also darauf, was man sich und seinen Kindern angewöhnt. Alles hat auf alles, Jeder hat auf Jeden einen Einfluss. Gutes Vorbild ist wichtig, braucht allerdings inmitten reissender Einflussströmungen die Standfestigkeit eines Nilpferds.
Überlegen wir uns also wie die Alternativen aussehen. Ein genügsames, natürliches Leben im Einklang mit der uns umgebenden teilweise noch intakten Natur. Füreinander und Miteinander, dazu braucht es keine Top-Saläre und man muss sich auch nicht fünf Tage die Woche für Arbeiten versklaven, deren Sinn man nicht sieht.
AMEN.
Solche Unterhosen sind doch nicht praktisch, was denken sich die Eltern eigentlich dabei? Aber die Eltern sehen ja noch selber aus wie Kinder. Solche Unterhosen geben doch nicht warm, und nachher sind die Kinder wieder verpfnüslet. Meine Enkel wachsen zum Glück noch bodenständiger auf, haben nicht so extravagante Kleidung an. Kinder wollen spielen und da gibtsnhalt mal einen Grasflecken auf dem Leibchen.
Spitzen höschen und hotpants sind ja wohl nicht schlimm aber was strings und push ups angeht, das ist einfach nur apart und entwürdigend.
Warum überhaupt bh’s wenn nichtmal ansatzweise Busen vorhanden ist?
Mädchen solten das Recht haben Kind zu sein und sich modisch kleiden zu können.