
«Huch, was sieht man da unter der Bluse? Ein Nach-Baby-Bäuchlein!»
Kann es an Promi-Fotogalerien wie dieser liegen, dass Frauen nach der Geburt Mühe haben, ihren Körper zu akzeptieren? Dass Mamablog-Leserin Diana «Männer manchmal beneidet, da sie keine körperlichen Veränderungen nach dem Kinderkriegen bewältigen müssen.» Oder Kommentator Aldo Guerrino feststellt: «Da hilft gut zureden meistens nicht weiter, weil die Frau unabhängig vom Partner mit ihrem Aussehen nicht mehr zufrieden ist.»
Längst haben wir uns daran gewöhnt: Models und Filmstars überbieten sich gegenseitig mit einem gnadenlosen Vorher-Nachher-Wettberwerb, sie präsentieren der Welt über Monate ihren vollendet gerundeten Babybauch und rückverwandeln ihn ein paar Wochen nach der Geburt in ein perfekt trainiertes Sixpack. Bauch auf, Baby raus, Bauch weg.
Neu ist, in welchem Ton die Klatschpresse, in diesem Fall die Bunte, Stars wie Jennifer Garner verbal abstrafen, wenn sie zwei Monate nach der Geburt noch aussehen wie eine Mutter: «Das Baby ist da, der Bauch bleibt. Bis die schöne Schauspielerin wieder in glanzvolle Roben passt, muss sie wohl noch etwas abspecken.» Huch, wie kann man sich nur so gehen lassen, Jennifer!
Heute schwanger – morgen schlank ist offenbar das Motto, dem sich auch immer mehr Normalsterbliche verschreiben, wie man in der Titelgeschichte der März-Ausgabe von «Wir Eltern» nachlesen kann. An die unbefleckte Empfängnis glaubt nur noch der Papst, die unbefleckte Niederkunft hingegen ist auf dem besten Weg zur neuen Religion aufzusteigen.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Sehr passend zu diesem Thema: Der heutige Style-Check zu Milla Jovovich (auf Tagi.ch und im NEWS). Da steht: “Keine Spur der 30 Kilo Schwangerschaftsspeck. Die hat sie sich im letzten Jahr mühsam abtrainiert. Und so präsentierte sie sich rank und schlank wie einst in ‘Das Fünfte Element’.” Hm….
In der erwähnten “Bunte”-Strecke ist sehr schön zu sehen, wie ambivalent sich dieses Medium verhält (einmal gegen die Dicken, einmal gegen die Mageren..). Fazit: vergesst “Bunte”, ist einfach nicht relevant.
Meine Erfahrung ist folgende:
Mit jedem Kind verlängerten sich die Nachwehen und der “Speck” ging immer ein bisschen langsamer weg, wobei ich nicht beurteilen kann ob das bei Kaiserschnitt ebenso ist.
Meine Frau hätte auch am liebsten die “vorigen 2 rugel” weggeschnitten damit der Bauch wieder schön straff sei wie vor den Kindern. Oder aber den Speck nach oben transferieren, denn Brüste sehen nach 4 mal 1 Jahr stillen einfach auch nicht mehr gleich “knackig” aus.
So fühlt sich denn meine Frau als Michelin-Männli obwohl die Aussenwelt das gar nicht so wahrnimmt. Den Vergleich mit anderen Frauen (positiv/negativ) lässt sie sowieso nicht gelten, was mir zeigt dass sie einfach mit ihrem (neuen) Körpergefühl noch nicht klarkommt.
Es ist aber auch so, dass sich meine Frau nicht mehr in der Intensität bewegt wie vor den Schwangerschaften (z.B. tanzen). Somit ist auch wichtig, dass sie von meiner Seite her den Freiraum bekommt um wieder damit anzufangen (wenn sie will).
Frauen wissen es längst, Diäten bringen nichts, denn schlussendlich darf der Anteil zugeführter Kalorien pro Tag nicht grösser sein als der verbrauchte…
Was die unbefleckte Niederkunft betrifft kann ich nur folgendes sagen:
Kinder sind nicht Lifestyle, Kinder sind (meistens) eine Freude und bedeuten viel Arbeit.
Also an alle Lifestyle-Tussies:
Schleppt von mir aus ab was ihr könnt, vergnügt euch ohne Ende, aber kommt nicht auf die Idee ein Kind fehle noch in der Sammlung der Trophäen. Das haben die Kinder nicht verdient!
Sogar die wenigen Kilos, die einer Frau nach der Schwangerschaft bleiben, darf sie mittlerweile nicht mehr mit sich herumtragen. Schuld daran sind verblödete und oberflächliche Lifestyle-Tussis wie Heidi Klum. Ich kenne einige sehr intelligente Frauen, die sofort nach der Geburt in die Diäthölle abgestiegen sind. Der Druck, den u.A. auch die Medien auf die Frauen ausüben ist unerträglich. Zudem ist es leider immer noch so, dass Frau um ein Vielfaches mehr über ihr Äusseres definiert werden (und sich darüber definieren), als Männer. Ein radikales Umdenken wäre gefragt. Solange die Schönheits- und Medienindustrie aber solche Super-Mummy-Diäten als Headlines bringen, sehe ich leider keine Chance.
Naja, für solche Frauen wie Milla Jovovich oder Jennifer Garner ist es ihr Job, gut und schlank auszusehen. Das wird immer vergessen. Sie verdienen ihr Geld damit.
Und deshalb werden sie auch schneller schlank. Sie bezahlen auch dafür: mit Geld für ihren Fitnesstrainer und wahrscheinlich auch mit der Freiheit, einfach mal so zu sein wie man ist.
Sicher haben solche Berichte damit zu tun, aber man sollte es schon abstrahieren können.
@Herr Aldo Guerrino
Super Statement. Danke.

Wenn nur alle Männer so denken würden…. oder sind am Ende wir Frauen viel kritischer mit uns selbst als die Männer?
Andererseits… wahrscheinlich schauen auch Männer, die so denken wie Sie, am Ende doch immer den jungen, knackigen, “unverbrauchten” Frauenkörper nach… und welche Frau möchte sich denn schon eingestehen müssen, dass sie objektiv betrachtet einfach nicht mehr gleich attraktiv wie vorher ist?
@ Melissa
Ja schaust du den alten, dicken, glatzköpfigen Männern nach?????
Vielleicht sollte man einfach nicht die Klatschpresse lesen. Denn die lebt doch davon, dass man sich Illusionen macht. Meine Erfahrung in einem hundsgewöhnlichen, unkurvigen Körper ist: Viele Männer finden eine Frau vor allem dann unsexy, wenn sie sich andauernd über ihren Körper beklagt. Medien hin oder her.
Nicht erst seit es die Klatschpresse gibt, wollen Frauen attraktiv sein. Aus diesem Grund gibt es auch unzählig mehr Fashion- und Stylemagazine für Frauen als für Männer. Die ich übrigens mir übrigens Fotograf wegen der tollen Fotostrecken sehr gerne anschaue.
Da die Medien ein Spiegel der Gesellschaft sind, wäre es meiner Meinung nach zu einfach den schwarzen Peter den Vogues, Anabelles oder gar Heidi Klum zuzuschieben. Würde die Gesellschaft nicht nach Frauen wie Heidi Klum verlangen, so hätte Sie vielleicht Ihre Ausbildung zur Modedesignerin doch abgeschlossen und uns wäre GntM erspart geblieben.
Ich denke, der Wunsch einer Frau nach der Geburt schlank und rank zu sein ist nur natürlich – mit oder ohne Klatschpresse. Falls deshalb ein paar Damen alles stehen und liegen lassen und ins Fitness Center stressen: Models, Schauspielerinen, Sängerinnen verdienen ihr Geld wenn Sie gut aussehen. Insofern gehört die gute Figur zu den buchhalterischen Aktiven(!) – das Training fällt somit zu 100% in die Arbeitszeit und die Rendite folgt beim nächsten Auftritt. Das hätte ich übrigens auch gerne.
Nein, ich glaub nicht, dass dieser Wunsch einfach nur natürlich ist. Da wird sehr viel anerzogen – das erlebe ich als Mutter zweier Mädchen jeden Tag. Während meine Töchter immer wieder hören, wie süss sie sind und wie toll ihr Röckchen aussehen, erleben die Jungs meiner Nachbarin, dass man sie in ihren tollen Tagen bestätigt. Meine Tochter kann noch so viele wilde Sprünge auf dem Trampolin machen – sie sieht dabei vor allem herzig aus. Die Höhe ihres Sprunges wird hingegen kaum zur Kenntnis genommen.
ich meinte natürlich “Taten” und nicht “Tagen”…
Hach! Ich könnte jetzt wieder stundenlang reden…
Meines Erachtens liegt es an uns selbst; die Ansprüche die wir Frauen an uns selber stellen, sind total überzogen, die so genannte Emanzipation hat nur insofern stattgefunden (ausser ein paar wirklich rühmlicher Ausnahmen), dass wir heutzutage dreimal so viel schuften wie vor 40 Jahren, dass wir ständig ein schlechtes Gewissen unseren Kindern gegenüber haben und dass wir bei aller Anstrengung dennoch weniger verdienen als die Männer. Damit nicht genug, lassen wir uns auch noch auf unseren Körper reduzieren – über Grösse 38 läuft nichts, wir zahlen Tausende für Fitness-Studios und lesen Seiten lang Schlankheitstipps, Diäten und stehen morgens früher auf um pilates zu treiben, damit die Bikinifigur dem Image entspricht. Wir geben horrend Geld für Mode, Schuhe, Kosmetik und Beautysalons aus und kriegen Depressionen, wenn der Bauch aufbläht und wir 3 Falten entdecken oder 3 graue Haare. Wir stellen uns halbnackt in’s Fernsehen und verkaufen uns über Busen und Po und rennen zum lifting, weil in allerkürzester Zeit die nächsten Busen- und Podamen vor der Kamera stehen. Wir verbringen Stunden vor dem Spiegel und werden stutenbissig, wenn andere attraktive Frauen auftauchen. Unsere Kinder bringen wir mit dem SUV! und bis über alle Ohren geschminkt morgens um acht in die Schule (das ist wahrscheinlich der Grund, warum die angeblich nicht bis dahin laufen können…) und kaufen fast food ein, weil wir einen Termin im nailcenter haben..
JA JA – es gibt dem Himmel sei Dank auch die anderen, aber dennoch finde ich zumindest hier in Lugano ständig solche Weiber. Das sind die gleichen Weiber, die in 10 Jahren fassunglos vor ihren pubertierenden Töchtern stehen, weil die jetzt aufeinmal zu Rivalinnen werden und ausserdem rebellieren bis zum es geht nicht mehr.
Das Schlüsselwort heisst “Selbstbestimmung” = “Selbstverantwortung”! Und ja, ich bin mit einigen Kommentaren einverstanden und habe auch herausgefunden, dass die Männer keineswegs solche Ansprüche an ihre Frauen bzw. an potentielle Partnerinnen erheben. Sorry Ladies, aber ich fürchte, wir müssen uns an die eigene Nase greifen…
Natürlich ist es normal in der Schwangerschaft zuzulegen. Ich habe einen Sohn bekommen, das Zweite ist unterwegs. Nach meiner ersten Entbindung hatte ich drei Kilo drauf, die mit dem Stillen innerhalb von drei Wochen weggingen. Da hatte ich wohl einfach Glück, meine Mutter hatte noch ein Jahr nach meiner Geburt vier Kilo zu viel drauf. Aber was mir blieb: Eine leicht hängende Bauchhaut, trotz Studio und viel Bewegung.
Ich mache mich nicht fertig deswegen, unter anderem auch, weil mein Körper nicht mein Kapital ist. Natürlich bin ich irgendwie auch eitel, doch wer ist das nicht? Mein Mann hat, seit wir uns kennen, auch zugelegt und leidet darunter. Ich finde ihn immer noch sehr attraktiv, er hört das aber garnicht, er ist einfach unglücklich damit. Und er ist sicher kein Opfer des Schönheitswahns.
Wo ich allerdings eine Gefahr sehe: Wenn Models und Schauspielerinnen einem vorgaukeln, sie diäten mal eben kurz herum, können einen Monat nach einer Entbindung Bikini tragen und ihren Sixpack zeigen und lassen sich derweil Fett absaugen, die Bauchdecke straffen etc., damit Powermama eben auch sexy ist. Das ist nicht natürlich, und da sollten sich Frauen nichts einreden lassen. Egal, wie frau es macht, es ist falsch – ist sie schlanker, wirkt sie “abgemagert”, ist sie propper, hat sie “ganz schön zugelegt”. Was Promis mit ihren Körpern und ihrer Gesundheit machen (Blitzdiäten sind ja schließlich auch nicht gesund), sollte nicht unser Maßstab sein.
Hallo in was für einer Welt leben wir, und lassen wir uns wirklich so steuern. Natürlich sehe ich mir auch gerne schöne und schlanke Frauen an. Und jeder “Mann” der was anderes behautet ist meiner Meinung nach ein Lügner oder vielleicht nicht an Frauen interessiert. Aber genau so hat doch eine Frau auch so Ihre Reize auch wenn ihr Körper nicht “perfekt” ist. Einem normalen Man fällt doch so ein “Nach-Babybauch” gar nicht auf. Und bitte versteht mich jetzt nicht falsch, aber einem Mann springen die grösseren Brüste einer “frischen Mutter” viel mehr in das Blickfeld. Also was soll das. Eine Frau lässt sich erst dann gehen, wenn sie sich und IHRE Schönheit nicht mehr präsentiert. Und ganz bestimmt nicht dann, wenn sie als Bohnenstickel mit Maxi-Cosi herum läuft.
Also liebe Frauen und “frisch Mütter” da draussen, zeigt uns Männern EURE Schönheit und versucht nicht “perfekt” zu sein.
Meine Frau hat drei Mädchen auf die Welt gebracht und sieht nicht aus wie die gute Mila, aber ich liebe sie und versuche ihr täglich zu sagen wie schön dass sie ist. Unseren drei Mädels geben wir antizyklische Werte mit. Wenn sie ein Barbie sehen, wissen sie, die hat fest hunger und ist krank. Wir singen Lieder wie “villi feini Nüdeli, gänd es schöns runds Füdeli” und ” So en schöne runde Buch, das isch was ich bruch, nöd so en flache Schluuch”. Unsere älteste Kletter für’s Leben gerne auf Bäume, unsere zweite spielt am liebsten Piraten, baut Flugzeuge mit Kanonen aus Lego (sie ist 6 und wir sind erklärte Pazifisten) und ist auf der Warteliste für den Fussball-Club.Aber es ist tief in den Köpfen drin, auch bei meiner Frau, wie eine Frau aussehen sollte. Das Ideal ist 100% kulturell, in Afrikaist eine Frau z.B. schön, wenn sie “dick” ist, hängende flache Brüste sind ein Mutter- und Frauen-Ideal (im Süden von Angola binden sich die Frauen die Brüste runter damit sie besonders Flach und lang sind!!). Bereits in unserem Süden dürfen, müssen verheiratete Frauen mit Kindern rund sein, damit sie als gute Frauen, Mütter und Ernährerinnen gelten. Es liebt viel an uns Männern und auch an den Frauen, wie weit wir uns von diesen kranken Ideale terrorisieren lassen. Sind wir ehrlich, kaum 5% der Frauen entsprechen diesen auch wenn sie sich noch so abstrampeln würden. Also ihr Frauen, seid mutig und steht zu euch, ihr Männer erfreut euch an wahrer Schönheit und ihr Eltern macht mit im Anti-Barbie-Club!
Wichtig ist doch einzig, dass man/Frau sich wieder wohl fühlt. Fühlt man sich zu dick lässt sich das mit dem Kampf gegen das Schönheitsideal nicht beheben. Die Mehrheit der Menschen würde auch schlank nicht mit dem Schönheitsideal mithalten können, aber jeder weiss welches in etwa sein Idealgewicht wäre. Die militanten Schönheitsidealhasser sind mehrheitlich einfach darüber frustriert, dass sie diesem Ideal nicht entsprechen und auch nie entsprechen werden. Aus Frust bekämpfen sie diese Ideale um ihre eigene Unvollkommenheit zu verdrängen. Ich entspreche dem Schönheitsideal überhaupt nicht, ich habe ein Wohlstandsbäuchlein und bin mit einem minimalen Muskelpaket bepackt, von der Seite sehe ich aus wie ein Raketenglace kurz bevor man den letzten Bissen verspeist. Aber ich mag mich so wie ich bin und habe auch keine Lust ständig in irgendeinen Fitnesstempel zu rennen. Ich geniesse meine Freiheit dem Schönheitsideal nicht entsprechen zu müssen.
Für diejenigen, die ihren Speck nach der Schwangerschaft loswerden wollen:
http://www.familienleben.ch/fitness/abnehmen-nach-der-schwangerschaft