
Zeig mir die Kleider deiner Kinder und ich sage dir, wer du bist: Jolie und ihre Kids (von links) Maddox, Zahara, Pax, und Shiloh. (Reuters)
Im Alltag mögen sich junge Familien manchmal unerwünscht fühlen, wenn es ums Geld ausgeben geht, werden sie hingegen richtiggehend umsorgt und verhätschelt.
Längst haben es nicht mehr nur die typischen Babygeschäfte auf Familien abgesehen, auch die Grossverteiler versuchen, Kinder und Eltern mit ihren Familienclubs «Famigros» (Migros) und «Hello Family» (Coop) an sich zu binden, indem sie der umschwärmten Zielgruppe spezielle Aktionen anbieten, sie mit Gratismagazinen für Eltern und Kinder und verlockenden Wettbewerben umgarnen.
Kein Wunder, wenn man sich die Zahlen ansieht: Obwohl die Geburtenrate sich konstant auf tiefem Niveau bewegt, steigen die Ausgaben für Kinder und Jugendliche Jahr für Jahr weiter an. Acht bis zehn Milliarden Franken werden in der Schweiz momentan jährlich für die jüngste Generation ausgegeben. Der stete Aufwärtstrend liegt laut Experten darin begründet, dass «Kinder in der Gesellschaft als Statussymbole gelten und Eltern zugunsten ihres Kindes die eigenen materiellen Bedürfnisse zurückstellen», schreibt die «SonntagsZeitung» Ende 2011.
Auf kaufwillige Eltern zielen auch die beiden Familienmessen, die im Raum Zürich kurz hintereinander stattfinden: Die Famexpo, die Anfang Juni in Winterthur über die Bühne geht und die Baby&Kids-Messe, welche letztes Wochenende in der Messe Zürich stattgefunden hat. Ich habe Letztere gemeinsam mit meiner Tochter besucht und mich auf die Suche nach neuen, überraschenden Produkten gemacht.

Schick und mit einem Augenzwinkern gemacht: Das «Tuxedo-T-Shirt» von Justaddakid.
Überrascht war ich erst einmal von einigen Preisen – im negativen Sinn. Passend zum Thema «Statussymbol Kind» gab es an der Messe Anzüge für Kleinkinder zu kaufen, die mehr kosten als eine Familien-Jahreskarte für den Zürcher Zoo. Wenig später entdeckte ich am Stand von Margaretha’s Bébé- + Kinderparadies jedoch noch die günstigere, witzige Alternative, die sich an einer Hochzeit ebenso gut macht: das «Tuxedo-T-Shirt» von Justaddakid (Bild oben).
Um Kleider gehts auch bei der Marke Boca. Und um Geselligkeit, wie die Dame am Verkaufsstand enthusiastisch verkündete: Das skandinavische Kinderkleiderlabel wird nämlich von Boca-Beraterinnen an Privatpartys verkauft. Kinderkleiderkauf nach dem Tupperware-Prinzip sozusagen – auch wenn die Boca-Fachfrau den Vergleich überhaupt nicht mag. Gar keine so schlechte Idee eigentlich, wenn ich daran denke, wie ich meiner Tochter manchmal durch den Kleiderladen nachrennen und sie unter vollbehängten Regalen hervorfischen muss.

In Handarbeit hergestellt: Kinder-Einkaufswagen von Züri-Täsch.
Sofort ins Auge gestochen sind mir die bezaubernden Einkaufswägelchen von Züri-Täsch. Die Plastikplanen-Tasche ist abnehmbar und kann auch als Rucksack getragen werden. Und es gibt sie in kitschigen Mädchen-Designs wie auch als Piratenversion für harte Jungs. Mit 109 Franken sind die Teile zwar nicht billig, doch es handelt sich hier schliesslich nicht um ein Massenprodukt, sondern um in Handarbeit hergestellte Unikate. «Wir haben nächtelang im Keller an der Kollektion genäht», sagt Corinna Maier, eine der beiden Macherinnen, schmunzelnd.
Nicht zur Nähmaschine, dafür zum Pinsel gegriffen hat Susanne Brem. Sie hat die Bilder zum Kinderbuch «Joschi und das magische Cajon» gezeichnet und ihr Werk an der Messe auch gleich selber präsentiert. Das Buch ist mit einer von Berner Schülern besungenen CD bestückt, auf der die passenden Lieder zu Joschis Abenteuern zu hören sind. Zwei Geschichten im Buch sind übrigens auf Berndeutsch geschrieben, der Rest ist in Hochdeutsch gehalten – die Herausforderung wäre sonst für manchen Nicht-Berner vermutlich etwas zu gross.
Zugegebenermassen nicht so hübsch anzusehen wie die übrigen Produkte auf der Messe sind die neuen Badewannen, WC-Sitze und «Häfelis» aus der Bio-Line von Rotho. Dafür bestehen sie zu 95 Prozent aus natürlichen Rohstoffen, wovon wiederum 70 Prozent aus nachwachsenden Bestandteilen gefertigt werden. Für das gute Gewissen nimmt man das bisschen Beige doch gerne in Kauf, nicht wahr?



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle» ist heute Reporterin bei Newsnet und leitet den Mamablog. Sie ist Mutter einer Tochter und lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 































































Das nennt sich dann wohl “Wirtschaftswachstum”!
…, wortlos über diesen Unsinn….!!! Wirklich…..
…da gehe ich doch lieber in eine traditionelle Kinderkleider-und Spielzeug-Börse wo ich gebrauchte, aber gut erhaltene Sachen finde die sonst auf dem Müll landen…aktives Recycling sozusagen
… und whs ziemlich viel Geld gespart…
@Bitta
Ich glaube nicht dass wir demnächst aussterben werden. Zur Zeit haben die Menschen eher das gegenteilige Problem!
Da ist es mehr als fraglich, dass überhaupt Kindergeld bezahlt wird. Jeder der keine Kinder hat tut der Welt einen gewaltigen gefallen. Es ist schon so, jeder soll sein Hoby selber finanzieren.
Ja, Sie hätte man am besten gar nicht geboren.
Jetzt wissen wir endlich, warum die Familienlobby nach immer höheren Kinderzulagen schreit. Also ich muss meine Hobbys auch selber finanzieren.
Sind Sie eigentlich wirklich eine Person – oder vielleicht doch nur das Hobby Ihrer Eltern??
Ich denke nicht, dass Familien, die finaziell kämpfen an solche Messen gehen….
wir kaufen Kleider und Spielzeug 2nd hand, wie die meisten uns bekannten Familien. Ausserdem sind Kinder kein Hobby, denn Hobbies kann man streichen, ohne dass AHV oder die Weltbevölkerung in Gefahr gerät. Wieder mal die Aussage eines Mannes, der gern Kinder hätte, aber keine Frau gefunden hat..
Jeder selber schuld, der solche Messen besucht, da werden Bedürfnisse geschaffen.
Die Verblödung schreitet unaufhaltsam voran.
Warum soll sich ein Designer nicht auf diesen Kram richten, wenn es dafür einen Absatz gibt…?
Ich werde mir damit jetzt keine Freunde und Freundinnen machen, aber im Moment sehe ich soviele hippen Kinderkram und Schwangerschaftsinszenierung wie noch nie zuvor… ich finde besonders die Wallpaper* mässig eingerichteten Kinderzimmer und die schicken und meistens unpraktischen und putzresistenten Kinderpüppli und -kleidli und -möbeli superbescheuert. Ich meine, man kann ja mal mit ein paar basics anfangen und nicht gleich die ersten 3 Jahre Leben schon vor der Geburt ausstatten… Es gibt tatsächlich Eltern die mit dem SUV und der Platinkarte beim Wehrli vorfahren und A L L E S kaufen.
Ja natürlich haben wir das Wägeli und diverse “Startersets” auch beim Wehrli gekauft. Die Praxis als Jungeltern lehrt einen dann schnell, dass der Kaufpreis und die kurze Benutzungsdauer all dieser Dinge nicht so ganz zusammenstimmen. Aber auf so richtige “Unbrauchbarkeiten” wie in diesem Artikel sind wir dann doch nicht reingefallen.
Liebe Jeanette Kuster, und das haben Sie erst jetzt herausgefunden? Mein Sohn ist jetzt 10 und seit er auf der Welt, da mals konnte man schon (wenn man will) BABY MEXX, DIOR BABY, Catimini, Petite Beauteaux, Benetton Kids und viele andere namhafte Anbieter kaufen. Unsere Kinderkleider bringe ich alle in die Kinderkleiderbörse und die sind immer SOFORT verkauft. Da herrscht ein richtiger RUN auf Labelware. Das war vor 10 Jahren schon so und hat sich nicht geändert. Es gibt Mütter die machen daraus Pilgerfahrten, von Börse zu Börse nur um Labelkleider ergattern zu können. So ist nun mal die Welt
Da ist’s wieder, alles schon vorausnehmen. Nix bleibt als spätere “Freuede”. Einkaufswägelchen? Normalerweise- ab ca. 80?
Und übrigens sehr praktisch für jüngere ohne Auto/Führerschein, von denen es in Basel zumindest immer mehr gibt. Ob man sowas teures für ein Kind braucht? Eigentlich nicht, aber als Geschenk für das Gottenkind doch recht nett und eben was besonderes (wenn das Kind von den Eltern sonst eher im kik eingekleidet wird erst recht)
Ich glaube, um wirkliche Geldverschwendung erleben zu dürfen, muss man nicht an so eine Messe, das ist doch klar, dass man dort keine Schnäppchen findet und die Leute, die sich dort bewegung höchstwahscheinlich eh nichts besseres zu tun haben, als Unsummen für die Kleinen zu verprassen. Die Standbetreiben stehen ja nicht aus Freude dort. Ich sehs schon in der Familie; Da kann der Knopf noch nicht einmal richtig laufen, hat der schon mehr Spielzeug, als das Alphabet Buchstaben….
Was regen sich die Leute denn so auf? Da geben ein paar Eltern etwas Geld für ihre Kinder aus. Wieviele Leute verhätscheln denn ihre Hunde? Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass die Tierfütterregale bei Migros etc. länger sind als die Regale für Kindernahrung? Das ist pervers. Überall bellen Hunde – aber wenn mal irgendwo Kinder laut spielen gehen sofort die Fenster auf … Traurige Gesellschaft.
Danke!!! Leider muss ich das fast täglich erleben. Ich habe 2 Kinder (5 Jahre und 3 Monate), meistens werde ich von Personen angemotzt, wenn eins meiner Kinder laut ist, die einen Hund haben, der natürlich lauter ist als die Kinder!
Denken Sie ja nicht man würde mit Hund in Ruhe gelassen… Die die einem am meisten blöd kommen, sind die Eltern der Kinder. Ich habe Hund und Kind.
Kinder sind zum Vorzeigeobjekt degradiert!! Arme Kinder-Welt!!
Ach was, das hat es immer schon gegeben. Die Auswahl ist einfach viel, viel grösser. Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es eben kein H&M, sondern zur Auswahl standen tristes C&A-Zeugs oder eben das teure Babyzeug aus dem Einzelhandelsgeschäft. Und heute gibt es viel mehr Informationen über das, was man da kauft. Es hat also jeder die Wahl – und das finde ich völlig in Ordnung.
Im Unterschied zu Früher haben wir heute einfach Herden von Psychologen, Esoterikern und Pharmazeuten, die sich dann im Erwachsenenalter der geschundenen Kinderseele annehmen…

Man überlege, wie weit es Mozart noch hätte bringen können mit moderner Therapie
Oh ja. Da lässt sich sicher noch ein -ismus finden, der das Geldausgeben für Kinder pathologisiert….. Wenn ich dann den ersten Erwachsenen zu therapieren habe, der sich traumatisiert fühlt, weil er in seiner Kindheit mit Boss-T-Shirts bzw C&A-Hosen traktiert worden ist, gehe ich in Pension…. En Guete!
Es ist noch nicht so lange her, da haben alle ihre Kinderkleidchen selbst genäht oder gestrickt. Sie sahen halt nicht nach “little dude” und “little princess” aus, waren aber sicher billiger und bequem.
ja genau, vielleicht robuster aber bequemer? Der Stoff und Schnitt einer Tenue B Hose ?
@Bionic Hobbit
Mein Vater musste Sonntags noch mit Kravatte und Buntfaltenhose wandern gehen und meine Mutter war immer im Partnerlock mit ihren 3 Schwestern, die Mutter nähte gleich im Multipack (ging schneller und war günstiger). Bequem sehen die Kleider auf den alten Photos allemal nicht aus. Da lobe ich mir die heutigen C+A und H+M-Kleider…
Bionic Hobbit, da hatten Sie aber Glück: meine Mutter hat die Kleider für uns drei alle selbstgenäht, zumindest die ‘für gut’. War sicher gut für den ‘jöh’-Faktor damals, aber uns hat es beelendet, weil wir ständig die Klamotten versaut haben und Aerger gekriegt haben. Sprechen wir mal gar nicht von den selbstgelismeten Strumpfhosen der Urgrossmutter, die der absolute Horror waren – super Qualität sicher, haben aber schon beim Anschauen gejuckt. Bis heute kann keine von uns Wolle auf nackter Haut vertragen.
Ich selber bin auch viel zu geizig/zu tiefer Lohn, als dass ich nicht auch gerne auf Second-Hand zurückgreife. (Vorallem die wirklich teueren Sachen, wie ein richtig guter Kinderwagen)
Aber die Empörung, die einige hier an den Tag legen, kann ich nicht verstehen. Da tun einige fast schon so, als wäre es ein Verbrechen Geld für sein Kind auszugeben! Wieso auch nicht?! Wenn jemand das Geld hat, oder die Prioritäten so setzt, ist das absolut ok. Ja mir ist es sogar lieber, es wird unnützes Babyzeugs gekauft, als zB in eine Spritfresser zu investieren oder sonstigen Humbug (wobei dies nur meine Meinung ist und wenn jemand viel Geld für ein Auto ausgeben will, dann ist dies natürlich in meinen Augen genauso ok, wie der McLaren fürs Baby…)
Ich kaufe zwar auch fast alles Secondhand, aber beim Kinderwagen hätte ich das besser nicht gemacht… 1x Secondhand, und dann doch noch ein neuer…Abgesehen davon gehe ich ganz einig mit Ihnen.
Ich hatte sogar einen McLaren für meine Kids…das war der günstigste der stabilen Zwillingsbuggys vor 15 Jahren…;-)
Ansonsten bin ich absolut einer Meinung mit Ihnen, mir fehlt zwar tatsächlich das Verständnis für schwachsinnig überteuertes Zeugs, hätte ich aber das Geld, wer weiss, vielleicht würd auch ich abheben, hmm.
Soll doch jede ihr Geld aus geben, wie sie will. Geht man an die Bootsmesse oder an den Auto Salon vor allem um zu schauen, ob es billig ist? Oder an die Giardino? Es kaufen sich auch nicht alle ein Occasionsauto, obwohl das auch billiger wäre oder ein 2nd Hand Boot. Ist wirklich alles, was ich selber nicht unbedingt hab oder möchte, zum Protzen? Also so ganz sicher bin ich mir da nicht. Protzt man eventuell auch mit der neuen Armut und Bescheidenheit? Gerade in der Schweiz.
Da kann ich Ihnen nur zustimmen…
Naja, wen’s interessiert, soll sich halt seinen Kinderhaushalt so zusammenstellen. Wir kaufen eher weniger ein, die Kleider sind schnell ausgetragen und zuviele Spielsachen oder Kinderwagen stehen bloss rum, Kindermode ist so überflüssig wie ein Kropf.
hmm…, hat sich sonst noch jemand gekugelt vor lachen, als er/sie am sonntag vor dem “sonntalk” den bericht von jener messe in zürich sah, wo ein stolzer vater seinen kaum einjährigen sprössling – jamie-diego – auf dem arm in die kamera hielt und die mutter daneben das anmeldeformular einer kindermodel-agentur ausfüllte? man liest ja manchmal von solchen sachen, aber wenn man sie dann praktisch live sieht, bekommt der schwachsinn noch einmal eine ganz andere qualität – und ich meine jetzt nicht den “sonntalk-schnack” über den abwesenden stammgast, doris fiala.
Jaaaa! Und das allertollste, bei dieser Agentur muss man CHF 100.- bezahlen… spätestens da sollte doch den Eltern klar werden, dass die Chancen des eigenen Kindes doch nicht ganz so berrauschend sind…
hmm…, und wie bei allen glücksspielen gewinnt am ende immer die kindermodel-agenturbank. bless ‘em.
hm Auguste, ts, und diese 100.- ist noch die kleinste Investition in seine noch junge Familie. Lassen wir doch seine Freude, denn das Familienglück… wer weiss schon wie lange dies anhalten wird…
Ich würde meine Kinder niemals für sowas hergeben. Aber……… irgendjemand muss es ja machen. Ansonsten könnte man keine Prospekte/Werbung etc für Kinder mehr herstellen. Naja, vielleicht wäre das ja auch gar nicht so schlecht. Zumindest einen Gedanken wert…
Ich kenne ein Kind, das mal für die Migros-Windeln-Verpackung Model war… war wirklich stressfrei und das Kind hat keinen Schaden davon getragen… Es musste aber auch nichts “Spezielles” machen, sondern einfach Kleinkind-sein….
Und ich selber bin mal als 6jährige an einer Hinz-und-Kunz-Modenschau in einem Einkaufszentrum gelaufen (meine Eltern kannten da wohl jemanden, der in einem Bekleidungsgeschäft arbeitete). Also ich empfand es als grossen Spass… aber eben, war eine einmalige Sache ohne Druck…
Was ist daran neu? Gab es schon immer und wird es immer geben. Man ist in keiner Weise gezwungen, beim Label-’Zwang’ mitzumachen – wenn man es tut, muss man wahrscheinlich damit rechnen, dass das Abgewöhnen in härteren Zeiten schwer fällt und der Nachwuchs sich an den Luxus gewöhnt.
Es heisst ja immer, dass Schuluniformen die schlimmsten Auswüchse in der Schule verhindern könnten – meine Erfahrung ist, dass sich das Ganze verlagert auf sauteure Taschen, Schuhe, Elektronik und die Kleidung in der Freizeit. Scheint eine ‘never-ending’ story zu sein.
Mhhmmm, wieso ist es so schlimm, ein paar Franken mehr für die Kids auszugeben? Ist es Luxus, wenn man ein paar Rappen mehr in Biogemüse vom Obsthändler investiert, anstatt die 0815-Ware aus dem Migros-Regal zu nehmen (die absolut den Ansprüchen eines Kindermagens gerecht werden)? Verwöhne ich meine Kinder dann…?
Nee, tsts, habe ich auch nicht gesagt. Ich sagte, dass man sich einfach über die Konsequenzen bewusst sein sollte (idealerweise). Kinder, die mit Polo und Boss grosswerden, werden sicher nicht einfach so auf H&M umsteigen, falls es mal nötig sein sollte. Als (Auch-)Oekonomin bin ich dezidiert der Meinung, dass niemand irgendjemandem ins Konsumverhalten hereinzureden hat – aber persönliche Ansichten, vor allem, was Selbstverantwortung angeht, habe ich auch.
tststs: Nicht alle haben das Geld, bei diesem Wettrennen mitzumachen. Bei Biogemüse, übrigens, geht’s nicht um Statussymbole.
@Carolina: War jetzt gar nicht so sehr an Sie gerichtet, eher die Gedanken, die Sie bei mir ausgelöst haben…
Und ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass sich Kinder mal daran erinnern, was sie als Babies getragen haben. Und auch dann wäre es nicht problematisch. Es sind ja nicht die Markenklamotten an sich, die schlecht sind (eher im Gegenteil, was Qualität etc betrifft), sondern die Gedanken, die mittransportiert werden könnten (Marke ist besser, ergo bist du besser, H&M ist schlecht… etc)
Im schon genannten Bericht von Tele Züri kam auch eine Anbieterin vor, die meinte, dass es doch gar nicht so schlecht sei, wenn Kinder auch irgendwann lernen, dass es Alltagsklamotten für auf den Spielpi gibt, und schöne Kleidung, für spezielle Anlässe zu denen man auch Sorge tragen muss…
@ Erich: Um was denn sonst? Ich kann auch mit dem Argument kommen, dass ich Wert auf Markenklamotten lege, weil dort mehr Wert auf Umweltverträglichkeit etc. gelegt, wird… (mal ein bisschen überspitzt formuliert)…
Ganz ehrlich, tststs: mich langweilt das Thema heute – hatten wir doch alles schon. Und da jetzt auf Teufel komm raus eine ‘Diskussion’ draus zu machen, ist müssig, finde ich.
Aber eines muss ich doch noch loswerden: Markenklamotten haben in der Regel keinerlei Qualitätsvorsprung, im Gegenteil. Sie werden in der Regel in derselben Fabrik in China hergestellt wie die Billigware. Das einzige, was besser ist, sind die Margen der Händler. Man kommt sich dann schon leicht verarscht vor, wenn man das mal weiss.
@Carolina: in beiden Punkten kann ich Ihnen beipflichten. Vorallem den zweiten Punkt wegen der Produktion in China ging mir auch durch den Kopf (habs aus Platzgründen dann gelassen). Aber es gibt einen immer grösseren Markt für “Bio-Kleidung” (was immer das genau sein soll), und das würde ich dann doch zu den “Markenklamotten” zählen…
“um was denn sonst”: z.B. faire und möglichst umweltschonende Produktionsbedingungen, Abwasserklärung, …
@tststs:
das Wort Markenklamotten (mit der vermeintlich besseren Qualität oder Sozialverträglichkeit)
kann durch “Marken mit cleanclothes-Label” ersetzt werden.
Auf deren Seite werden die Schatten so mancher Marken beleuchtet,
sowie die vorbildlichen klar deklariert.
Die aktuellste aufgeschaltete Bewertung stammt aus dem Jahr 2010.
Natürlich haben Sie recht Erich. Aber es muss, wenn beim Geldausgeben für Kinder die Frage nach dem Prestige gestellt wird, auch bei Biogemüsen die Frage gestellt werden. Denn sehen Sie, es ist zB alles andere als Bio eine Ananas oder Banane zu essen (denn egal wieviele Max Havelar-Kleber drauf sind, es wurde einmal um den halben Globus transportiert, da kann man wirklich nicht mehr von Bio sprechen)…
Oder anders gesagt, wer in der Migros zu Bio greift, will vllt auch nur ein Statement setzen: “Schaut, ich kann mir Biogemüse leisten…” oder “Schaut, ich kümmere mich um die Umwelt…”
Enttäuschend am Artikel fand ich nun eher, dass die Autorin sich zuerst ja eher kritisch geäussert hat, dann aber doch ins jööö-wie -süsses-zeugs gewechselt hat. Und so bleibt für mich wenig Inhalt übrig, den es zu diskutieren gibt – jedem seins, wieviel Geld er für Kinder ausgibt, ist doch logo, eigentlich…
Ist mir zuerst gar nicht aufgefallen… aber, trifft die Autorin nicht genau damit den Nerv der Zeit?! So im Sinne: der Kopf sagt “unnötiger Luxus”, der Bauch sagt “jöööö, muss haben” (oder Alternativ für die Kerle “boah eh, muss haben”)….
Und manchmal gewinnt der Kopf, manchmal der Bauch…
Dachte auch, dass sich das ein wenig wie eine versteckte Werbekampagne liest… Abgesehen davon ist es mir ist so lang wie breit wenn Leute Geld für goldene Badewannen, Louis Vuitton Taschen oder was auch immer ausgeben. Sollen sie doch, das kurbelt die Wirtschaft an! Besser, die Leute, die Geld haben, geben es auch aus, als dass sie es auf die hohe Kante legen. Dort hilft es nämlich niemandem.
Yep, Francesca, sehe ich auch so. Irgendwie habe ich das Gefühl, wir hatten das Thema vor gefühlten drei Tagen schon mal…….?
Sind wir doch ehrlich – mit Kindern kann man sich immer selbst auch darstellen. Manchmal durch Markenkleider, durch schweineteure hippe Grossstadt-”In”-Produkte (siehe ZüriTäsch) oder nostalgische Gadgets/Kleider wie z.Bsp. WisaGloria oder unpraktische aber ultracoole uralt-Kinderwagen etc.
Schlussendlich setzt jede Familie ihre Prioritäten im Geldausgeben bezüglich Kindern an unterschiedlichen Orten, spannend ist dann einfach zu schauen wo. Wir haben mehr Zeit und Geld als jede vorhergehende Generation unser “Projekt Kind” gemäss unseren Ideen (Ideologien) dementsprechend auszustatten.
Oder… es ist (Achtung Klischees) der typisch, nicht-dazu-stehen-aber-eigentlich-ist-es-so neidische Blick der Schweizer auf seine Nächsten…. Uiuiui, die hat ein Tragtuch, die will sich sicher als Bio-Tusse hinstellen und glaubt sie sei viiiiiiel besser als ich…. eieiei, die haben einen McLaren-Kinderwagen, die müssen Grossverdiener sein…
und den Audi A6 nicht vergessen… und hoffentlich ohne Kratzer
Es gibt tatsächlich Kinder die auf dem Spielplatz nicht sauen dürfen… da rennen gutangezogene Papis und Mamis bei jedem Dreckschüfeli in den Sandkasten. Das habe ich selber so erlebt. Und die vorwurfsvollen Blicke wenn unser Dreckspatz fröhlich im Schlammwasser am choseln ist. So ein Geschlechtsgenosse hat mir doch damals gesagt “Dein Papi trinkt sicher auch alles” – dem hätte ich eines überziehen sollen.
Aber nein, Sie hätten einfach sagen sollen: Stimmt – und ich rauche auch alles!
Hehe.
P.S. den Kopf in das Schlammwasser drücken, Sand in den Kragen lehren, Sandkuchen fressen lassen, Papis Spielzeug wegnehmen und ins Gebüsch werfen.. an den Beinen packen und über den Rasen schleifen..
…und wieso haben Sie genau das Bedürfnis, sich darstellen zu müssen? Ich versteh das einfach nicht: Sind Sie doch einfach, wer Sie sind, Sie brauchen nichts und niemanden darzustellen.
@ Erich
wie? wer redet hier von einem Bedürnis? Ich habe davon geredet, dass man das KANN. und ehrlich gesagt, bin ich auch der Meinung, das die Meisten von uns genau das tun. Ist doch bis zu einem gewissen Grad auch normal und menschlich, dass man die Kinder so kleidet, wie’s einem gefällt und die Spielsachen/Kinderwagen/Gadgets anschafft, hinter denen man selbst stehen kann. Schwierig wirds dann, wenn die Kleinen in was gepresst werden, das sie so nicht möchten. Süsse aber unpraktische Kleidung zum Beispiel. Oder schon fast gekleidet, wie der Szenie aus der Bar nebenan.