Leben


Nina Merli am Donnerstag den 23. Februar 2012

Heirat oder Pranger

So nicht! Nicolas Sarkozy und Carla Bruni 2007 in Luxor - das damals noch unverheiratete Paar gab Anlass, die «offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren». (Bild: Keystone)

So nicht! Nicolas Sarkozy und Carla Bruni 2007 in Luxor - das damals noch unverheiratete Paar gab Anlass, die «offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren». (Bild: Keystone)

Deutschland hat nach der «Causa Wulff» seit wenigen Tagen mit Joachim Gauck einen neuen Bundespräsidentskandidaten – und bereits ist eine Debatte entflammt, die so rein gar nichts mit Politik zu tun hat: Gauck lebt in «wilder Ehe» mit seiner Lebensgefährtin, der Journalistin Daniela Schadt. Und es kommt noch schlimmer: Obwohl er seit 1991 von Gerhild Gauck, der Mutter seiner vier Kinder, getrennt lebt, ist er immer noch mit ihr verheiratet.

Wie verwerflich! Grund genug für den CSU-Familienpolitker Norbert Geis, Gaucks ungeregeltes Privatleben öffentlich in Frage zu stellen und zu kritisieren. Dies wiederum veranlasste weitere Politker, sich negativ über Moralapostel Geis auszulassen. Seither ist in verschiedensten Internetforen ein Hickhack über Sitte und Moral im Gang, das einen vergessen lässt, dass wir bereits das Jahr 2012 schreiben. Muss man heutzutage tatsächlich noch über den Zivilstand eines Politikers diskutieren?

Anscheinend schon. Und wirft man einen genaueren Blick auf das Privatleben der politischen Akteure, so fällt auf, dass so gut wie alle in «geregelten Verhältnissen» leben, zumindest was ihren Zivilstand betrifft. Kein Wunder. Dass eine «nichteheliche Verbindung» zum politischen Spiessrutenlauf führen kann, musste der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy erleben, als er im Dezember 2007 frisch verliebt mit Carla Bruni nach Ägypten flog: Er sei ein schlechtes moralisches Beispiel und gebe Anlass, die «offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren», kritisierte ihn der ägyptische Politiker Gamal Zahran. Sarkozy reiste weiter nach Saudi-Arabien – aber alleine, denn Bruni wurde offiziell ausgeladen. Und auch die gemeinsame Indien-Reise der Turteltauben stand auf der Kippe, weil Delhi den Umgang mit nicht verheirateten Begleiterinnen von Staatsbesuchern nicht vorsieht.

GERMANY/

Seit zwölf Jahren ein Paar ohne Trauschein: Joachim Gauck und Daniela Schadt. (Reuters)

Worauf es dem prominenten Paar wahrscheinlich zu kompliziert wurde, denn am 2. Februar 2008 heirateten Sarkozy und Bruni. Und endlich kehrte Ruhe ein. Geregelte Verhältnisse mögen ja vorgestrig sein, aber anscheinend verlangt es nun mal die politische Etikette.

Doch auch der Normalo-Alltag bleibt davon nicht verschont. Vor allem, wenn ein Kind unterwegs ist. Abgesehen mal davon, dass man als schwangere Frau oder werdender Vater die ganze Zeit gefragt wird, ob man nun denn auch heirate und wenn nicht, wieso nicht, meldet sich nach Niederkunft des Kindes die Vormundschaftsbehörde bei unverheirateten Eltern. Um zu prüfen, ob das Kindswohl gewährleistet ist. Statt sich also über das gemeinsam vollbrachte Wunder der Natur zu erfreuen, müssen sich die frischgebackenen Eltern als erstes mit einem Haufen Papierkram schwer tun. Denn, falls nicht schon geschehen, muss das Kind vom Vater anerkannt und ein Unterhaltsvertrag muss aufgesetzt werden. Das heisst, die Eltern müssen ihre finanzielle Situation offenlegen und definieren, zu welchen Teilen und von wem die Kosten übernommen werden. Was wahrscheinlich schon mal den ersten handfesten Krach der Neo-Eltern auslöst. Verheirateten Eltern bleibt diese bürokratische Geisselung erspart, denn – hallo – sie haben schliesslich Ja gesagt zueinander, halten in guten wie in schlechten Zeiten zusammen. Wozu braucht es da die Vormundschaftsbehörde?

Ich finde dies alles, ehrlich gesagt, unsäglich. Und wäre ich ein Mann, würde ich mich noch viel mehr nerven. Denn als nichtverheirateter Vater habe ich so gut wie gar keine Rechte meinem Kind gegenüber. Das Sorgerecht liegt automatisch und ausschliesslich bei der Mutter – das heisst, sie entscheidet über ALLES, was das Kind betrifft. Kracht ihr übermorgen die Decke auf den Kopf, kann sie samt Kind auf eine einsame Insel auswandern und muss niemandem Rechenschaft ablegen. Der Vater darf dann allerdings seine Pflichten wahrnehmen und für ihren Unterhalt sorgen.

Um solche Szenarien zu verhindern, können die Eltern das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kinder beantragen: Sie müssen bei der Vormundschaftsbehörde ein Gesuch stellen. Diese entscheidet dann, ob der Vater in Zukunft auch ein Wörtchen mitreden darf.

Wie man es auch dreht und wendet, die ganze Prozedur hinterlässt bei mir automatisch einen Beigeschmack von Opfer und Täter, wobei die Rollenverteilung klar definiert ist: Hier die arme Kindsmutter, die finanziell abgesichert werden muss, da der böse Kindsvater, der erst einmal beweisen muss, dass er das Zeug zum Vater hat. Ein Kind, zwei Fronten. Von einem gemeinsamen Miteinander nicht die geringste Spur – und genau dabei geht es doch eigentlich, wenn man eine Familie gründet?

242 Kommentare zu „Heirat oder Pranger“

  1. Helge Harder sagt:

    Wir haben das ganz unsentimental geregelt, als unsere Kleine zur Welt kam: Mit einem Kind ist es sinnvoll unsere Beziehung, seit 15 Jahren ungeregelt, rechtlich zu regeln. Der Staat hält einen einigermaßen vernünftigen Rechtsrahmen daüfr bereit (Ehe). Also aufs Standesamt und unterschrieben. Dann noch Gütertrennung und fertig ist die Chose.
    Bei der ganzen Pseudo Zeremonie im potthässlichen Standesamt haben wir still in uns hinein gelacht.

    • Helge Harder sagt:

      Am steinzeitlichen Schweizer Eherecht udn den Behörden kritisiere ich eigentlich nur folgendes:
      - Es braucht Trauzeugen
      - Gütertrennung ist nicht automatisch vereinbart
      - Kinder erhalten automatisch den Bürgerort des Vaters (wenns nicht im Pass stehen würde, wärs auch wurscht)
      - Eheschließung ksotet (fast) nichts, Scheidung ist teuer (gut das ist in allen europ. Staaten glaub ich genau so)
      - Amtliche Post wird immer an mich, den Herrn des Hauses, persönlich adressiert, auch wenn es die ganze Familie betrifft. Frau und Kind, mein Hab und Gut, werden mit keinem Wort angesprochen

      • Era Dam sagt:

        Was an Ihrer Beziehung rechtlich geregelt wurde ist einzig, dass Sie künftig alle Kinder Ihrer Partnerin finanzieren müssen, auch wenn sie sich einen Sport daraus macht, sich mit anderen Samenspendern als Ihnen zu reproduzieren. Offensichtlich haben Sie sich nicht mit dem Eherecht auseinandergesetzt – auch ihn Deutschland, wo ja (wie immer) alles besser ist, läuft’s nicht anders…

      • Helge Harder sagt:

        Ja, ne ist klar…lassen Sie Ihren Frust doch woanders ab. Versuchen sie mal eine Ehevertrag aufzusetzen der am Ende NICHT wie das Eherecht aussieht. Zudem gab es gerade in letzter Zeit einige interessante Urteile von EUGH bezüglich Sorgerecht und Vaterschaftstests.
        Die Ehe regelt außerdem:
        - Finanzielles (Steuern, Krankenkasse, Erbe etc.) gerade wenn man mal im Ausland lebt
        - Rechte ggü. Partner und Kindern im Fall von schwerer Krankheit oder Schlimmerem
        - Trennung durch verhandelbare Entscheide (Schlichtung, Gericht)

      • Stadelman Reto sagt:

        Grundsätzlich gebe ich ihnen bei vielem recht. Für irgendwas hat man ja die Ehe. Warum also anauernd unverbindlich bleiben? Nur stört mich das sie scheinbar die Gütertrennung für sinnvoll halten. Wozu denn das? Meiner Meinung nach ist eine Errungenschaftsbeteiligung wünschenswert, sonst können Sie das mit dem heiraten auch gleich lassen. Es sei den für sie zählt wirklich absolut nur der rechtliche Vorteil und ihrer Frau trauen Sie nicht…

      • Müller sagt:

        ZGB Art. 270
        1 Sind die Eltern miteinander verheiratet und tragen sie verschiedene
        Namen, so erhält das Kind denjenigen ihrer Ledignamen, den sie bei
        der Eheschliessung zum Namen ihrer gemeinsamen Kinder bestimmt
        haben.

      • Müller sagt:

        NEUES NAMENSRECHT
        Art. 271
        1 Das Kind erhält das Kantons- und Gemeindebürgerrecht des Elternteils,
        dessen Namen es trägt.

        Der Bundesrat wird in den nächsten Wochen das Datum der Inkraftsetzung festlegen.

      • Helge Harder sagt:

        @ Stadelmann
        Dann ist Gütertrennung der falsche Begriff, wenn es darum geht vor der Ehe erworbenes Vermögen getrennt bleibt? Das wollte ich sagen. Bei uns waren die Unterschiede ziemlich eklatant, und es sollte nicht der Eine vom Anderen durch Heirat finanziell profitieren.

        @Müller
        Danke für die Aufklärung! Mir war nicht klar, dass die Übernahme des Bürgerorts auch reformiert wird! Für uns leider zu spät…

      • JJ. Kalt sagt:

        Kinder erhalten automatisch den Bürgerort des Vaters (wenns nicht im Pass stehen würde, wärs auch wurscht)
        Dann brauchen sSie @Harder auch keinen Pass. Ohne Bürgerortsangabe reisen sie in kein fremdes Land. Mal in fast keines.

  2. Helge Harder sagt:

    Zu dem Theater um Gauck und die wilde Ehe nur so viel:
    http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4777&cHash=5447cdc06869272b38e1e82084fc1332

    Wie man die Würde eines Amtes wiederherstellt. Eine Handreichung für Konservative:
    1. Einen wiederverheirateten Jetsetter solange stützen, bis ein Staatsanwalt eingreift
    2. Bis zur Neuwahl das Amt einem katholischen Ehebrecher übertragen
    3. Dann den Posten einem in wilder Ehe lebenden evangelischen Theologen andienen
    4. Den Neuen mit SED-Prozentzahlen wählen
    5. Und dann: Werte predigen. Immer wieder Werte.

  3. Stefan Schmid sagt:

    Frau Merli, sind sie wirklich so eine Träumerin? Weshalb hat der Staat wohl diese Formalitäten eingeführt? Einfach aus Spass, damit ein paar Beamte etwas zu tun haben und um die armen, unverheirateten Eltern zu schikanieren? Wohl kaum.
    Nicht überall läuft es so locker-flockig wie vielleicht bei ihnen… Was, wenn es Streit gibt, wenn keiner bezahlen will, wenn einer geizig ist etc…? Nicht alle können sich auf das “gemeinsame miteinander” verlassen.

    • andrea sagt:

      stimmt, das passiert ja bein einer scheidung nicht…

      • P.M.Lu sagt:

        …genau dort liegt ja der Hund begraben….viele Formalitäten für Nichts und wieder Nichts….und wenn es Hart auf Hart kommt ist meist der männliche Part, auch wenn nachweislich unverschuldet, vom Richter abgesegnet, der Leidtragende…Bezahlvater…usw…

  4. Helge Harder sagt:

    Gauck ist übrigens noch nicht Bundespräsident! Er ist im Moment “nur” der Konsenskandidat von CDU,SPD, Grünen und FDP. Im Moment hat Deutschland gerade keine Grüßaugust…

  5. shusha sagt:

    Was da über das Prozedere der Vormundschaftsbehörde erzählt wird, habe ich so nicht erfahren. Ich habe es im Gegenteil sehr fair und interessant gefunden. Die Berechnung ist hochkomplex und berücksichtigt alles, was man sich nur vorstellen kann. Das gemeinsame Sorgerecht ist tatsächlich etwas ein Witz, da es nämlich lediglich das Recht auf Mitsprache bedeutet. Allerdings wurden wir beide ausdrücklich und mehrmals gefragt, wer die elterliche Obhut übernehmen würde – d.h. bei wem das Kind leben würde, und diese Person ist dann unterstützungswürdig, und das muss keinesfalls die “arme Mutter” sein

  6. shusha sagt:

    Das wirklich seltsame an dem Vorgang ist, dass man einen Vertrag aufsetzt, der erst im Falle einer Trennung gültig wird (und dann auch mit den aktuellen Zahlen und Verhältnissen aktualisiert werden muss). Man spielt also die finanziellen Konsequenzen einer Trennung gleich zu Beginn durch – das ist drastisch und etwas verstörend. Allerdings finde ich es gut, sich vorab mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Ich finde, das sollten auch verheiratete Paare machen müssen – denn wer ist schon fähig, in einer Trennung faire Abkommen zu machen, wenn man kaum noch miteinander reden kann?

  7. Pippi Langstrumpf sagt:

    Ich seh’ das Problem nicht. Innerhalb der Ehe ist alles geregelt, was Familie und Kinder betrifft, weil das lange Zeit der normale Status war. Wenn sich das langsam ändert, braucht es neue Leitlinien, wie Kinder auch ausserhalb einer ehelichen Gemeinschaft genügend geschützt werden, wie ihre Interessen gegenüber dem Vater und der Mutter wahrgenommen werden können. Dass das alles komplizierter ist, weil das regelnde Gefäss der Ehe fehlt, liegt auf der Hand. Jeder ist frei, zu heiraten oder es zu lassen, aber wenn Kinder geboren werden, haben die davon unabhängig schützenswerte Interessen.

    • E.H.Roth sagt:

      hm, ich denke mal, bei einer Ehe geht es in erster Linie nicht allein nur um die Kinder vor allem zu beginn. Ich finde es sollten alle genau gleiche Rechte und Pflichten haben.
      Ich sehe das Problem jedoch an einem ganz anderen Ort nämlich, dass eine Beziehung / Ehe selten ohne pers. Ego Absicht und Hintergedanken eingegangen wird. Ich sage nicht bei allen aber bei den meisten. Es geht zu oft um den eigenen Vorteil. Oder hat jemand schon sagen gehört, hey Leute, ich habe einen looser/in geheiratet und zusammen bringen wir nix auf die Reihe aber wir lieben uns.

      • marie sagt:

        ” Oder hat jemand schon sagen gehört, hey Leute, ich habe einen looser/in geheiratet und zusammen bringen wir nix auf die Reihe aber wir lieben uns. ” hr bei ca 50% der scheidungen findet sich sicherlich eine solche konstellation, MINDESTENS. ;-)

      • E.H.Roth sagt:

        hm marie, jetzt stellt sich die Frage wie messen wir “looser” was ist das Kriterium, die Parameter. Ist ein Gewinner der viel Geld verdient? Jemand der Chef von 1000 Leute ist? Einer aus guter Familie, Politik und Wirtschaft? Oder ist eine Krankenschwester ebenfalls ein Leistungsträger obwohl die erst in ca 1000 Jahren in etwas das Gehalt eines Ackermann’s verdient könnte? Ich bin überzeugt, dass wir seit der frühen Industrialisierung mit unserem Messen von Leistung der Menschen ob Gewinner oder Verlierer komplett auf der falschen Schiene fahren.

      • marie sagt:

        ich definiere für mich die menschen nicht in gewinner und verlierer.
        aber viele heiraten doch mit einer rosabrille und plötzlich ist der alltag da. am anfang einer beziehung leckt man dem partner aus lust, freude und begierde das tropfende ei vom munde – nach mehreren ehejahren brüllt der partner beim frühstück: du sabberst wie ein(e) olle(r) greisIn… ;-) um ein harmloses bild zu verwenden.

      • E.H.Roth sagt:

        ja marie und das finde ich auch so schade, diese Respektlosigkeit mit dem Touch Enttäuschung als Beigeschmack der da mitschwingt…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das ist die Frage Roth, wie Loser definiert wird. Was ich als Loser definiere, ist so jenseits meiner Ideale, dass ich gar nie in Versuchung käme, mit so einem Subjekt näheren Kontakt zu pflegen, resp. ich würde es schnell merken und dann die Konsequenzen ziehen, das ist mir auch schon passiert. Aber zusammenleben, Kinder haben, also nein! Loser definiere ich übrigens nicht über das Einkommen, es gibt Männer mit tollem Einkommen, die totale Loser sind, und umgekehrt.

  8. Jeanclaude sagt:

    Die Ehe ist ein Auslaufmodell und wird seitens Steuerrecht und AHV nach wie vor benachteiligt. Vertraglich kann man auch sonst alles je nach Situation und Bedürfnis regeln.

  9. marcus sagt:

    ich weiss nicht, aber nicht das eherecht ist das problem, sondern das scheidungsrecht.

  10. John Kipkoech sagt:

    Der Zivilstand ist nicht das Problem bei Gauck – das Problem ist sein Alter. Wie kann mann einen Greis zum Staatsoberhaupt machen, Gauck ist längst pensioniert und kann von seiner Altersrente leben – er braucht keinen Job mehr! Zudem kann
    er jederzeit sterben, dann geht das ganze Theater wieder von vorne los. Gibt es keine junge, unbescholtene Deutsche
    mit klugem Kopf?

    • E.H.Roth sagt:

      doch es gibt junge kluge Köpfe aber die sind (noch oder wollen nicht) im Beziehungsfilz verankert. Dieses Problem haben viele Länder. Will man Europa endlich zum Erfolg führen, müssen diese alten Korrupten Säcke (Männer wie Frauen) subito verschwinden und zwar endgültig. Keine Beraterfunktionen nichts. Sie sollen von mir aus Kreuzfahrten unternehmen die Welt bereisen und Party’s feiern Hauptsache weg von der Wirtschaft und Politik.

  11. Erika B. sagt:

    Was im Blogtext nicht zur Sprache kommt, sind die Nachteile einer Ehe.
    Die Verträge der Vormundschaft zwingen zu Klarheit, das stimmt, aber was ist daran falsch?
    Ich habe zwei Töchter (allein erzogen), bin unverheiratet geblieben, und sehe Vor- wie Nachteile: Bei der Trennung hätte ich im Falle einer Ehe Unterhaltszahlungen bekommen für MICH. So bekam ich sie nur für die Kinder. Und das gemeinsame Sorgerecht ist so oder so eine persönliche Sache; wir hatten es, über Jahre, hat mal gut, mal weniger gut geklappt.

  12. Brunhild Steiner sagt:

    Eine Frage, Frau Autorin (den Namen lass ich weg, keine Lust auf Schlaufereien…)
    und was genau möchten Sie nun diskutiert haben?
    Die verschiedenen Zivilstandsformen und
    ihre prozentuale Verteilung vom “Normalberuf” über MangerInnen bis zur Hochpolitik?

    Oder zivilrechtliche Handhabung von Beziehungen mit Kindern?

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      “Wozu braucht es da die Vormundschaftsbehörde?
      Ich finde dies alles, ehrlich gesagt, unsäglich. ”

      Was konkret schwebt Ihnen denn als Alternative vor?
      Wie wollen Sie die Rechts/Pflichtfragen verbindlich geregelt haben?
      Wer soll dafür die Verantwortung übernehmen?

    • Brunhild Steiner sagt:

      3/
      “Was wahrscheinlich schon mal den ersten handfesten Krach der Neo-Eltern auslöst.”
      Also wenn das der allererste Krach in der Beziehung ist,
      bin mir nicht ganz sicher ob das wünschbar wäre…?

      Abgesehen davon auch nicht gerade zuversichtlich stimmend
      wenn eine Basicsangelegenheit zu einem handfesten Krach führt-
      fragt sich allerdings ob werdende, nicht-verheiratete Eltern tatsächlich dermassen naiv sind
      wie ihnen mittels solchem Satz unterstellt? Ich vermute doch eher nicht?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Frau Merli
      nun nimmts mich doch wunder obs mit Namen in der Schlaufe landet,
      das obenstehende sind Fragen welche Ihr Artikel offenstehenlässt, ich komm immer noch nicht ganz mit wo genau Sie die schreiende Ungerechtigkeit oder Unverschämtheit sehen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        16.10h ist also wegen Namensnennung in der Schlaufe, dann bin ich mal gespannt wielange es dauert…

  13. Weissenböck Erich sen. sagt:

    Da besteht ein wesentlicher Unterschied.
    Der Französische Präsident ist ein durch und durch bürgerlicher Vertreter, er nimmt für sich, wie Gauck”ler” den Anspruch für sich der anderen Moralapostel zu sein.
    Diesen Mann überhaupt für das Aushängeschild der Bundesdeutschen hervorzuheben zeigt wie tief der moralische Verfall dier Deutschen ist.
    Als erster Mann im Staat braucht man keinen Ehebrecher und keinen willführig einsetzbaren Vertreter der stets rückwärtsgerichteten,

  14. Frank Baum sagt:

    Männer werden in unserem Familienrecht systematisch benachteiligt. Das ist bei Ehen nicht anders als bei “wilden Ehen”. Als Mann wird man nur zu Zahlungen verpflichtet und hat absolut keine Rechte. Dieser Misstand müsste endlich einmal beseitigt werden.

    • E.H.Roth sagt:

      das ist Wunschdenken lieber Herr Baum… haben Sie diese Woche im Tagi den Artikel bezüglich Strauss-Kahn gelesen? Dort steht es geschrieben … macht doch Sinn oder?

      • Frank Baum sagt:

        Im Schweizer Familienrecht sind Väter Subjekte ohne Rechte. Das gehört korrigiert. Es ist eine wesentliche Voraussetzung, dass man überhaupt eine Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle anstreben kann.

        Dieser Umstand ist auch derart einseitig, dass man ihn ohne Abstriche völlig pauschal und undifferenziert darstellen muss, um dem Problem gerecht zu werden.

      • alien sagt:

        Hm. Ich glaube eben nicht, dass das so sehr eine rechtliche Frage ist, das Ehe- und Scheidungsrecht ist schon viel besser als vor etwa 50 Jahren.

        Nein, ich glaube, dass die Ungerechtigkeit in den Köpfen drin ist, und das habe ich auch so erlebt. Eine Frau, die sich scheiden lassen will, wird viel weniger hinterfragt als ein Mann, der das anstrebt.

    • Stephanie sagt:

      Sie Armer, könn(t) einem ja richtig leid tun…

      • Gabi sagt:

        Schon mal überlegt, Stephanie, welcher Sturm der Entrüstung hier jeweils losbraust, wenn man nach einem subjektiven Hinweis auf echte oder vermeintliche Benachteiligung von Frauen, durch eine Frau, bloss ein lakonisches

        Sie Ärmste, könn(t) einem ja richtig leid tun…”

        hin schreibt?

        - ich schon.

        (und dazu muss ich die Ansichten eines E.H.Roth noch lange nicht teilen)

      • Dominique sagt:

        Ja Gabi, hab ich. Mich nervt diese dümmliche, eingleisige Selbstbetroffenheits-Pauschalisierungs-Opferhaltung von Männern genauso wie von Frauen. Da mache ICH keinen Unterschied.

      • Dominique und Stephanie sagt:

        Und bevor hier nun irgendein Gebrause bzgl. der Namen losgeht:
        Ich teile mir den PC mit meiner Arbeitkollegin und hab mich nicht mehr unter meinem Benutzer eingeloggt ;-)
        Es grüsst Stephanie

      • Gabi sagt:

        Dann ist ja gut!

        ;-)

        Hab übrigens weitere Coments von Stephanie gelesen und empfinde sie alle als sehr ausgewogen und differenziert… Von daher bin ich nachträglich froh, hab ich so “brav” formuliert, bei was ich mit Ihnen Dominique, offenbar einig gehe.

      • Gabi sagt:

        … Oh Gott: Sagen Sie bloss, bei Ihnen hat auch diese Unsitte Einzug gehalten, unter mehreren Nicks unterwegs zu sein, wie sie die Pasdaran überall vermuten und ständig selber praktizieren:

        Sind Sie, aufgrund der Formulierung Ihrer Antwort, ein und dieselbe Person, Dominique/Stephanie?

        Wenn ja: Wozu soll denn das nur gut sein???

        :roll:

      • E.H.Roth sagt:

        Sie erkennen bestimmte Diktionen / Schreibstile wohl sehr schnell Gabi? Das ist schön, kann ich leider nicht. Gut, besitze nicht ihre Fähigkeiten und vielleicht auch nicht ihre Intelligenz. Was ist schon richtig und was falsch? Wissen Sie es? Es gibt nur viele Meinungen und mit etwas Glück treffen wir Menschen die unsere Ansichten teilen. Sie jedenfalls wägen sich gerne auf der sicheren Seite mit dem geschrieben Wort. Mir soll’s recht sein.

      • alien sagt:

        Apropos Pasdaran:

        https://www.youtube.com/watch?v=VutH_G44daI

        Was eine Parodie ist auf den grossartigen Titel: https://www.youtube.com/watch?v=utHtDqwf5cQ ist, was wiederum die Urversion ist davon: https://www.youtube.com/watch?v=Iua7a93U6Cs

  15. E.H.Roth sagt:

    hm, die Heirat für sich ist für sich gesprochen nichts schlechtes nur was wir daraus machen. Der Mensch ist Ego getrieben, schaut erst einmal auf seinen Vorteil. All seine schlechten Eigenschaften sind die Schlussfolgerung warum wir für alles ein Gesetz und Regeln brauchen. Wäre der Mensch nicht so ein unbelehres piece of shit, bräuchten wir ja keine Richter keine Regeln nichts. Aber, Paragraphen sind Geldmaschinen – big business -

    • Erika B. sagt:

      Oh, schon wieder hier das alte Lied.
      Männer können sich um Kinder kümmern und Verantwortung übernehmen. Kein Gesetz der Welt verwehrt ihnen das.

      • E.H.Roth sagt:

        was? Ihre Post bezieht sich jetzt nicht auf die meinige Frau Erika B. Weil, das Thema Männer können sich .. usw. interessiert mich jetzt überhaupt nicht.

    • Erika B. sagt:

      Nein, Herr Roth, falls Sie das überhaupt noch lesen, das hat sich an Frank Baum gerichtet, natürlich. Weiss der Gugger, warum mein Post bei Ihnen gelandet ist.
      Ihnen könnte ich nicht viel engegnen, ausser dass ich meistens nicht mit Ihnen einiggehe, Sie aber ehrlich finde. Ist doch auch etwas?

  16. Sportpapi sagt:

    Was soll denn an geregelten Verhältnissen so falsch sein? Gerade wenn man Kinder hat?

  17. Sportpapi sagt:

    Vielleicht sollte man auf dem Zivilstandsamt nicht “heiraten”, sondern eine “Familie gründen”. Mir scheint, hier geht es doch zu oft mehr um Wiederstand gegen traditionelle Verhältnisse, statt um die Sache.
    Klar ist aber, wer Sicherheiten will, muss gewisse Punkte regeln. Und wenn Kinder da sind, sind diese Sicherheiten zwingend – ihnen zu liebe.

  18. Katharina B. sagt:

    Entschuldigung Frau Merli, Ihre letzten Absätze strotzen vor Fehlinformationen!
    Weder muss das unverheiratete Paar vor dem Jugendamt seine finanzielle Situation offenlegen, noch geht es beim Unterhaltsvertrag um die Frau. Die unverheiratete Mutter hat KEIN RECHT AUF UNTERHALTSZAHLUNGEN DURCH DEN KINDESVATER!
    Letzterer muss auch nicht “beweisen, dass er das Zeug zum Vater hat”, sondern der Jugendrichter fragt im Rahmen der Anhörung wg. UH-Vertrag, ob das alleinige oder gemeinsame Sorgerecht gewünscht ist.

    • Katharina B. sagt:

      2/2
      Die rechtlichen Fragen, Vorteile und Nachteile von heiraten/nicht heiraten werden in den Ratgebern “Abenteuer Familie” und “Zusammen leben, zusammen wohnen . Was Paare ohne Trauschein wissen müssen” (beide beim Beobachter erhältlich) allgemein verständlich erklärt.
      Mein Lebensgefährte und ich sahen es übrigens durchaus als Vorteil an, die Alimentenfrage gelöst haben zu können, so lange wir uns noch lieben und miteinander sprechen und gute Kompromisse aushandeln können. Nach einer Trennung ist das ja leider oft nicht mehr möglich.

      • plop sagt:

        Und man muss dann auch daran denken, diese Alimentensache, besonders den Betrag, ab und zu mal neu zu definieren – damit dann nicht plötzlich der “kurz nach dem Studium” Lohn Verhandlungsgrundlage ist….

      • Katharina B. sagt:

        Die unverheiratete Mutter trägt jeden finanziellen Nachteil des Arrangements alleine. Reduziert sie ihre Arbeitszeit, geht das allein auf ihre Kappe: AHV, BVG, Erbrecht etc., überall schaut sie in die Röhre. Ledig Kinder zu haben geht gegen die Interessen der Frauen und dient mitnichten, wie hier behauptet, der privaten Bereicherung.
        Ich würde es schön finden, wenn Frau Merli das in ihrem Artikel korrigieren würde.

      • plop sagt:

        Katharina B., warum haben Sie sich denn auch für ein solch nachteiliges System entschieden?

      • Katharina B. sagt:

        @plop: Richtig. Ich kann mich und mein Kind selber finanziell absichern, musste mich also nicht aus wirtschaftlichen Gründen an einen Mann binden. Wäre dies nicht der Fall, hätte ich tatsächlich heiraten müssen, um im Falle einer Trennung “versorgt” zu sein. So aber beruht unsere Familie auf freiwilliges Zusammensein, für das wir uns jeden Tag neu entscheiden dürfen. Dieser Vorteil wiegt für mich die wirtschaftlichen Nachteile auf.
        Trotzdem ist es falsch, Frauen als finanzielle Gewinnerinnen des Konkubinats darzustellen. Das Gegenteil ist der Fall.

    • xyxyxy sagt:

      @Katharina B. – danke für die richtig Stellung.
      Es scheint hier Mode zu werden mit Tendenziösen Übertreibungen Punkten zu wollen. Aber, und das ist das Positive, das Gros der Leserschaft ist intelligent genug und fällt nicht auf die Stimmungsmache rein.
      Aber doch irgendwie ärgerlich wenn Profis nicht mehr zu bieten haben. Das war bei Frau B. und Frau A. nicht so. Deren Schreibe hatte definitiv mehr Qualität (auch wenn ich nicht immer einer Meinung war).

    • E.H.Roth sagt:

      hm, zwingt eigentlich ein Mann eine Frau ein Kind zubekommen? Wie steht es eigentlich mit Eigenverantwortung? Früher haben wir gelernt “wenn es unten hart wird, wird es oben weich!” Also aufpassen und erst mal überlegen, denn wenn… heute scheint mir, wird weil es einfach ist, immer erst ein Schuldiger gesucht um nur nicht eingestehen zu müssen, dass man selber Mist gebaut hat. Und, wenn ihr mit den Gesetz nicht einverstanden seid, geht wählt mal andere Politiker.

    • alien sagt:

      “Die unverheiratete Mutter hat KEIN RECHT AUF UNTERHALTSZAHLUNGEN DURCH DEN KINDESVATER!” Bist Du sicher? Also ich bin eigentlich sehr sicher, das das nicht so ist, zumindest in der Schweiz nicht. Wie das in Drittweltländern ist, etwa in den USA, keine Ahnung.

  19. Edith Habermann sagt:

    Für mich gehören Menschen an den Pranger, die Heiraten. Entweder haben sie noch nicht mitbekommen, dass über 50% der Heiraten irgendwann, eher früher als später von einer Scheidung gefolgt werden, oder die Heiratswilligen machen sich und ihrem/ihrer Partner/-in bewusst Etwas vor. Den glücklich verheirateten Paaren wünsche ich noch langes Glück und ich entschuldige mich bei ihnen für meinen Kommentar.

    • Carolina sagt:

      Na, das ist mal ein Kommentar. Erst gehören die Heiratenden an den Pranger, dann entschuldigen Sie sich? Ja, was denn nun? Könnten wir uns nicht darauf einigen, dass bei (angeblichen) 50 % Scheidungsrate eben auch 50% der Ehen zu halten scheinen, dass man eben auch das als Entscheidungsgrundlage nehmen könnte? Das hiesse dann, dass die militanten Ehegegner sich sagen lassen müssen, dass sie konsequent negativ denken und komplett risikoavers sind, oder? Da gibt es sicher noch einen Mittelweg, Frau Habermann.

    • fufi sagt:

      Wisst ihr, wie das alte Sprichwort lautet:

      Drum prüfe, wer sich “ewig” binden will!

      :P

    • fufi sagt:

      Ach ja, Frau H.

      Und woher, bittesehr, sollen die 50%, deren Ehe “halten” wird, das VOR der Ehe schon wissen sollen?
      Muss nun denn auch bald ein Attest der Kristallkugelhexe auf’s Standesamt mitgebracht werden?

      Oh wäh!
      :-(

      • Carolina sagt:

        Fufi, das ist aber auch eine Schwachstelle in meiner Argumentation. Es ist wohl ziemlich weltfremd anzunehmen, dass sich Paare erstmal die Statistiken zu Gemüte führen und danach entscheiden. Schön wäre es, wenn sich Paare über sich selber Gedanken machen würden bzw könnten und dann auf dieser Basis und von Vorannahmen ihre Entscheidung treffen könnten. Es beelendet mich immer wieder, wie viele (gerade hier) ihre eigenen, einmal selber getroffenen Entscheidungen, heute nur noch tiefstens bereuen und das auch immer wieder mitteilen müssen, als wären sie gezwungen worden.

      • alien sagt:

        Gott, das Problem ist doch, dass Leute denken, ihre Ansichten seien für andere massgeblich. Heiraten oder nicht heiraten, das ist beides perfekt legal. Dass ich auf gar keinen Fall je wieder heiraten würde ändert nichts daran, dass ich jedem und jeder erlauben muss, hier seinen eigenen Weg zu finden. Heee, Edith, Deine Ansicht gilt für Dich und fertig.

  20. fufi sagt:

    Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Beschreibung eines “Golden Reitrievers”:
    Der GR fühlt sich am wohlsten mitten im Chaos.
    Und wenn’s denn kein Chaos gibt, veranstaltet er eins.

    Was ich meine:
    Und wenn wir keine Probleme haben, machen wir uns welche!

    Oder aber wir beklagen sie bloss, anstatt sie zu lösen!

    • fufi sagt:

      Was ich meine:

      Die meisten in diesem Forum und im Thread gemeinten WISSEN verdammt genau, worauf sie sich einlassen.
      zumindest juristisch und zivilstandsgesetzlich und so.

      Aber danach “gränne” und töibele?
      Kannitverstan!
      :roll:

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