Leben


Nina Merli am Donnerstag den 23. Februar 2012

Heirat oder Pranger

So nicht! Nicolas Sarkozy und Carla Bruni 2007 in Luxor - das damals noch unverheiratete Paar gab Anlass, die «offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren». (Bild: Keystone)

So nicht! Nicolas Sarkozy und Carla Bruni 2007 in Luxor - das damals noch unverheiratete Paar gab Anlass, die «offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren». (Bild: Keystone)

Deutschland hat nach der «Causa Wulff» seit wenigen Tagen mit Joachim Gauck einen neuen Bundespräsidentskandidaten – und bereits ist eine Debatte entflammt, die so rein gar nichts mit Politik zu tun hat: Gauck lebt in «wilder Ehe» mit seiner Lebensgefährtin, der Journalistin Daniela Schadt. Und es kommt noch schlimmer: Obwohl er seit 1991 von Gerhild Gauck, der Mutter seiner vier Kinder, getrennt lebt, ist er immer noch mit ihr verheiratet.

Wie verwerflich! Grund genug für den CSU-Familienpolitker Norbert Geis, Gaucks ungeregeltes Privatleben öffentlich in Frage zu stellen und zu kritisieren. Dies wiederum veranlasste weitere Politker, sich negativ über Moralapostel Geis auszulassen. Seither ist in verschiedensten Internetforen ein Hickhack über Sitte und Moral im Gang, das einen vergessen lässt, dass wir bereits das Jahr 2012 schreiben. Muss man heutzutage tatsächlich noch über den Zivilstand eines Politikers diskutieren?

Anscheinend schon. Und wirft man einen genaueren Blick auf das Privatleben der politischen Akteure, so fällt auf, dass so gut wie alle in «geregelten Verhältnissen» leben, zumindest was ihren Zivilstand betrifft. Kein Wunder. Dass eine «nichteheliche Verbindung» zum politischen Spiessrutenlauf führen kann, musste der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy erleben, als er im Dezember 2007 frisch verliebt mit Carla Bruni nach Ägypten flog: Er sei ein schlechtes moralisches Beispiel und gebe Anlass, die «offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren», kritisierte ihn der ägyptische Politiker Gamal Zahran. Sarkozy reiste weiter nach Saudi-Arabien – aber alleine, denn Bruni wurde offiziell ausgeladen. Und auch die gemeinsame Indien-Reise der Turteltauben stand auf der Kippe, weil Delhi den Umgang mit nicht verheirateten Begleiterinnen von Staatsbesuchern nicht vorsieht.

GERMANY/

Seit zwölf Jahren ein Paar ohne Trauschein: Joachim Gauck und Daniela Schadt. (Reuters)

Worauf es dem prominenten Paar wahrscheinlich zu kompliziert wurde, denn am 2. Februar 2008 heirateten Sarkozy und Bruni. Und endlich kehrte Ruhe ein. Geregelte Verhältnisse mögen ja vorgestrig sein, aber anscheinend verlangt es nun mal die politische Etikette.

Doch auch der Normalo-Alltag bleibt davon nicht verschont. Vor allem, wenn ein Kind unterwegs ist. Abgesehen mal davon, dass man als schwangere Frau oder werdender Vater die ganze Zeit gefragt wird, ob man nun denn auch heirate und wenn nicht, wieso nicht, meldet sich nach Niederkunft des Kindes die Vormundschaftsbehörde bei unverheirateten Eltern. Um zu prüfen, ob das Kindswohl gewährleistet ist. Statt sich also über das gemeinsam vollbrachte Wunder der Natur zu erfreuen, müssen sich die frischgebackenen Eltern als erstes mit einem Haufen Papierkram schwer tun. Denn, falls nicht schon geschehen, muss das Kind vom Vater anerkannt und ein Unterhaltsvertrag muss aufgesetzt werden. Das heisst, die Eltern müssen ihre finanzielle Situation offenlegen und definieren, zu welchen Teilen und von wem die Kosten übernommen werden. Was wahrscheinlich schon mal den ersten handfesten Krach der Neo-Eltern auslöst. Verheirateten Eltern bleibt diese bürokratische Geisselung erspart, denn – hallo – sie haben schliesslich Ja gesagt zueinander, halten in guten wie in schlechten Zeiten zusammen. Wozu braucht es da die Vormundschaftsbehörde?

Ich finde dies alles, ehrlich gesagt, unsäglich. Und wäre ich ein Mann, würde ich mich noch viel mehr nerven. Denn als nichtverheirateter Vater habe ich so gut wie gar keine Rechte meinem Kind gegenüber. Das Sorgerecht liegt automatisch und ausschliesslich bei der Mutter – das heisst, sie entscheidet über ALLES, was das Kind betrifft. Kracht ihr übermorgen die Decke auf den Kopf, kann sie samt Kind auf eine einsame Insel auswandern und muss niemandem Rechenschaft ablegen. Der Vater darf dann allerdings seine Pflichten wahrnehmen und für ihren Unterhalt sorgen.

Um solche Szenarien zu verhindern, können die Eltern das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kinder beantragen: Sie müssen bei der Vormundschaftsbehörde ein Gesuch stellen. Diese entscheidet dann, ob der Vater in Zukunft auch ein Wörtchen mitreden darf.

Wie man es auch dreht und wendet, die ganze Prozedur hinterlässt bei mir automatisch einen Beigeschmack von Opfer und Täter, wobei die Rollenverteilung klar definiert ist: Hier die arme Kindsmutter, die finanziell abgesichert werden muss, da der böse Kindsvater, der erst einmal beweisen muss, dass er das Zeug zum Vater hat. Ein Kind, zwei Fronten. Von einem gemeinsamen Miteinander nicht die geringste Spur – und genau dabei geht es doch eigentlich, wenn man eine Familie gründet?

242 Kommentare zu „Heirat oder Pranger“

  1. Katharina sagt:

    Dass in einem freiwillig ausgehandelten Vertrag ein Paar die wesentlichen Aspekte von Rechten, Pflichten und Schutz der Interessen der Nachkommen regeln dürfen, ist geradezu Häresie in einem Land, das in sozialistischer Manier jedes kleinste Detail zwischenmenschlicher Beziehungen staatlich reglementiert und einer einzigen Norm unterstellen will.

    Gerade zu revolutionär republikanisch.

    • alien sagt:

      jawoll, sooo ist es hierzulande, alllessss muss stRRRRENG gerrregelt sssein!

      Katharina, Du bist heute aber wieder einmal speziell frustriert.

  2. Christoph Gatti sagt:

    Ich habe das Sorgerecht über meine Kinder mit einmal Bundesgericht und retour erkämpft. Bekomme nichts und zahle aber auch nichts, aber musste ihren Anteil an der Wohnung ausbezahlen und konnte es nicht verrechnen lassen.
    Betreffend Gütertrennung ist zu sagen, dass diese Regelung nicht Wasserdicht ist. Ein mir bekanntes Paar hat geheiratet und Gütertrennung vereinbart, damit sie nicht für die drei Kinder aus der ersten Ehe des Mannes aufkommen muss. Als nun einer der Kinder eine Ausbildung machte kam das Sozialamt und schickte eine Rechnung, welche gemäss Gericht zu bezahlen sei.

  3. reiff heidi sagt:

    Die junge Powersängerin Christine Stürmer bringt es auf den Punkt in einem von ihren vielen Liedern – lass mich doch so wie ich bin, BRAUCH KEINEN HEILIGENSCHEIN – Hildegard Knef war ein Kriegsopfer, Menschen direktbetroffene vom 2. Weltkrieg sprechen eine andere Sprache – ist das Verheiratet sein das A und O, haben die Blaustrümpfe sog. alte Jungfern nichts mehr zu sagen, das sog. Wort Liebe ist längst abgedroschen, auf der Reeperbahn Nachts um halb 1 ob du ein Mädel hast oder auch keins, hab etwas Mühe mit so vielen modernen Schlagwörtern Looser etc. etc. etc. etc. Das Youtube schätze ich

    • xyxyxy sagt:

      ich brauch keinen Heiligenschein? – das singt die junge Dame? das ist ja unglaublich frech, mutig und gewagt im 21. Jhd. Potzblitz! Wow – das haut mich glatt vom Sockel.

      Hmmmm…. nein also wenn schon “ich will kein Engel sein” von Rammstein – da geht wenigstens die Post ab

  4. reiff heidi sagt:

    im Einklang mit Google und kein Haremswächter.

  5. fufi sagt:

    Und vielleicht noch was zur Grundfrage “Heirat” oder “Pranger”

    Nun denn, ich mag da nicht den Richter spielen.
    Fragen Sie doch bitte

    Monica Levinsky
    JFK
    DSK
    und vor allem den lieben guten Cavalliere!

    bungaBunga wünscht

    fufi
    :evil:

  6. Marcel Zufferey sagt:

    Nochmals zur Erinnerung: Geschiedene machen z. Z. genau 7,8 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Dem Gefühl nach und dem Lärm, müssten es aber mindestens 50 Prozent sein. Da kann ich fufi nur recht geben: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Lieber Blut im Kopf, als im Schwanz, sorry. Zumindest im entscheidenden Augenblick. Etwas Menschenkentnis schadet im allgemeinen auch nicht. Oder einfach genauer hinschauen und vor allem noch viel genauer hin hören, wenn sie spricht. Das heisst aber manchmal uffe Schnauze hocken, um mehr mit zu bekommen. Wer mit dem Schwanz denkt, hat verloren.

    • marie sagt:

      das nenne ich ein männlicher aufruf an die männer! :-) ist so. und den frauen kann ich eignetlich auch nur das gleiche empfehlen. hirn einschalten.

    • Gabi sagt:

      Wer mit der Muschi hört, aber auch!

      ;-)

    • Frank Baum sagt:

      @Zuffrey: Hören Sie auf mit statistiken herum zu hantieren. Sie interpretieren diese ja jedes mal falsch. Wir haben in der CH eine Scheidungsrate von 50%. Diese haben wir erreicht, als wir mit unserem Eherecht geschiedene Mütter vergoldet haben. Die finanziellen Anreize erklärt die Scheidungsrate. Das “drum prüfe…” galt schon vorher. Das Eherecht ist ein Beschiss gegenüber den Männern. Wir haben kein Gesetz in der Schweiz, das Frauen auch nur annähernd so ungerecht behandelt, wie das beim Eherecht gegenüber den Vätern der Fall ist. Was falsch ist, muss korrigiert werden.

      • Gabi sagt:

        “Die finanziellen Anreize erklärt die Scheidungsrate”

        Abenteuerlich einfache Erklärung.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Da muss ich Gabi recht geben: Diese Aussage entspringt einem sehr vereinfachten Weltbild. Die Ursachen sind da wesentlich komplexer. Ausser aus Sicht eines Traditionalisten, an dem die Zeit spurlos vorüber zieht. Was das Scheidungs-, nicht Ehe-, aber v. a. das Sorge- und Umgangsrecht anbelangt: Da haben Sie recht Baum, da stellt die Schweiz das rote Schlusslicht dar in Europa.

      • Frank Baum sagt:

        Ein sehr vereinfachtes Weltbild? Na schön. Nennen Sie mir andere Gründe, die die Scheidungsraten erklären und die greifen würden, selbst wenn wir nicht das geltende Eherecht hätten, das die geschiedenen Mütter vergoldet. Welche Faktoren erklären also die Explosion der Scheidungsrate in den letzten 40 Jahren?

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Baum: Zum Beispiel die im gleichen Zeitraum erheblich gestiegene Erwerbsbeteiligung der Frauen? Oder der Wandel des Frauenbildes in den letzten Jahren? Oder das Aufkommen unkonventionellerer Formen des Zusammenlebens? Der schwindende Einfluss des kirchlichen Segens? Die Bildungsexpansion und die damit verbundene Multiplizierung der Lebensoptionen? Die sexuelle Revolution (Wegfall rigider Moralvorstellungen)? Natürlich kommen da auch noch die Veränderungen im Arbeitsrecht, der Sozialgesetzgebung, dem Scheidungs-, Sorge- und Umgangsrecht in Frage, womit der von Ihnen erwähnte finanzielle Aspekt ins Spiel kommt. Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Umstand, dass eine Ehe heute durchschnittlich fast doppelt so lange halten muss, wie noch vor etwas mehr als 100 Jahren- wenn man denn gewillt ist, das Zeitfenster etwas grösser zu fassen. Vieleicht sollte auch noch der volkswirtschaftliche Wandel in unsere Betrachtungen miteinbezogen werden: Würden heute noch so viele Männer an einer Staublunge sterben, wie im Ruhrpott vor 30, 50 oder 100 Jahren, dann wäre die Erwerbsbeteiligung der Frauen in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich nicht so stark gestiegen. Das Dienstleistungszeitalter eröffnet Frauen schon fast zwangsläfig mehr Möglichkeiten bei der Lebensgestaltung.

      • Gabi sagt:

        Um nur das allerallereinfachste zu nennen, F.Baumann:

        … Dass es keine gesellschaftliches Tabu mehr ist.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Lieber Baum: Es sind nun mal einfach nur 7,8 Prozent, ob es Ihnen passt oder nicht. Belegen Sie mir bitte, dass ich falsch liege, liefern Sie die richtigen Zahlen!

      Sollte das nicht möglich sein, belassen wir es einfach dabei.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Und was das von Ihnen benannte Falsche beim Sorgerecht anbelangt: Selbstverständlich gehört das korrigiert! Aber haben Sie schon einmal weiter gedacht, wie torpedierbar dieses heilige, gemeinsame Sorgerecht eigentlich ist? Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, ganz im Gegenteil, das ist nichts weiter als Symptombekämpfung. Ich hätte da gerade einen sehr interessanten Fall aus der Praxis, in dem zwei Partner das gem. Sorgerecht zwar abgemacht haben, sie sich aber überhaupt nicht an die Abmachungen hält. Sind Sie eigentlich naiv oder was?!

      • marie sagt:

        persönliches interesse: wie sehen diese abmachungen denn aus?

      • Frank Baum sagt:

        Zuffrey: Sie glauben also, die Geschiedenen machen lediglich 8% der Bevölkerung aus, weil 7,8%, die den Zivilstand “geschieden” angegeben haben? Das meine ich eben damit, dass Sie Statistiken nicht zu interpretieren wissen. Die Zahl bedeutet ja nicht, dass lediglich 7,8% der Bevölkerung eine Scheidung hinter sich haben. Das weist lediglich diejenigen aus, die seither nicht wieder geheiratet haben.

      • xyxyxy sagt:

        @8% der Bevölkerung sind natürlich die Kinder nicht mitgerechnet und die Witwer und die Nie verheirateten.

        die Frage stellt sich, wieviel % der Bevölkerung ist verheiratet
        und wieviel der 50% Scheidungen, geht auf die notorischen Wiederholungstäter (3mal verheiratet, 4 mal verheiratet)

        Wie auch immer der hohe Scheidungsanteil hat vor allem mit dem Wohlstand zu tun und der zunehmenden Unfähigkeit zu einem Menschen wirklich JA sagen zu können come rain or shine.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Baum: “Knapp 600′000 Personen fungieren derzeit in den Bundesstatistiken quasi offiziell als gescheiterte Eheleute.” Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wer-sich-scheiden-laesst-soll-wieder-ledig-werden/story/10350056

        Sie haben recht, dieser Artikel zeigt nur die halbe Wahrheit, ich bin einer Ente aufgehockt: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/06/blank/key/05/03.html

        Das passiert mir sonst selten. Ein grosser Teil der Ehen wird überdies von bereits Geschiedenen abgeschlossen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ich komme wieder einmal nicht durch, zum Teufel nochmal. Aber Sie haben recht Baum, ich bin einer Zeitungsente aufgehockt, wie mein “auf Freischaltung” wartender Kommentar zeigt oder vielmehr zeigen würde. Alleine mit der Nichtehelichenquote hätte die im erw. Artikel bezeichneten 7,8 Prozent wiederlegt werden können. Sorry, tut mir leid. Was ich allerding nicht auf mir hocken lasse, ist, dass ich Statistiken nicht lesen könne. Ich bin zwar fehlerbehaftet, aber Analphabetentum, nein, definitiv nicht. So, und nun warte ich noch auf erw. Freischaltung. Morgen dann vieleicht. Oder übermorgen…

      • Marcel Zufferey sagt:

        @xyxyxy: Wieviele Prozent der Bevölkwrung verheiratet sind, lässt sich nicht einfach so sagen, da müsste man Zahlen aus der letzten Volkszählung beiziehen. Googeln Sie mal nach der zusammengefassten Erstheiratsziffer und nach der Nichtehelichenquote. Wenn ich die Links reinstelle, werden sie gesperrt. Doch weder die erste noch die zweite Ziffer werden ihre Frage schlüssig beantworten: Ein Grossteil aller Ehen wird heute von bereits (einmal) Geschiedenen geschlossen.

      • Katharina sagt:

        gemeinsames Sorgerecht……. der defautl hier, wenn nichts anderes vereinbart war oder Gründe, die stark genug waren, dagegen sprechen.

        the rest is history. Child kidnapping, murder suicide usw. wohin das geht kann an den Verbalkriegen hier ja schon abgelesen werden. Alos ich wäre vorsichtig mit einem einfachen gemeinsamen Sorgerecht, nur dort, wo eine Scheidung in gegenseitigem Einvernehmen getroffen wird, also nicht Kampfscheidung mit langwierigen Verfahren.

        witzig ist das: Wiederholungstäter. Scheidung ist eine Tat im Sinne des StGB?

        dass das Bundesamt für Zahlenkochen keine klaren Zahlen liefern kann liegt an etwas ganz einfachem: Einerseits basieren sie eben oft auf der Volkszählung mit einem simplen Formular der Selbstdeklaration, somit nicht unabhängig verifizierbar, und weiter, dass echte Zahlen wegen diverser Datenschutzrichtlinien nicht vorhanden sind. wenn A B heiratet und dann später eine Scheidung beim familiengerecht gesprochen wurde, dann wäre ein simpler Abgleich mit geschlossenen Ehen das, was die echte Scheidungsquote liefern würde.

        Geht nicht, weil dazu die individuellen Daten geliefert werden müssten und eben die Datenschutzrichtlinien das verhindern.
        Die Quote von 50% ist nichts anderes als Anzahl Heiraten vor dem Zivilstandesamt und Anzahl der Scheidungen in der gleichen Erhebungsperiode pro öffentliche Gebietskörperschaft. im besten Fall. Oder eben nur die Volkszählung mit den darin selbst deklarierten Angaben.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Es ist der “beste Fall”,
        also gelieferte “Scheidungsanzahl” (und wohl auch Eheschliessungen) von dem jeweiligen Zivilstandesämtern ans Bundesamt für Statistik. Die gelieferten Zahlen sind der Gesamttopf, es findet (leider) keine Aufsplittung nach Erst, Zweit etc Scheidung statt- hab dort mal nachgefragt was die effektive Scheidungszahl von Erstehen ist weil ich’s ein bisschen seltsam finden von einem 50%Risiko auszugehen, wenn in Wahrheit diese 50% eben der “Gesamttopf” sind-
        aber sie können leider keine genaueren Zahlen liefern, und so redet die ganze CH vom 50%Risiko.

      • xyxyxy sagt:

        @Katharina – Wiederholungstäter war tatsächlich witzig. Falls sie ihnen das mangels Humor entgangen ist, ist das natürlich auch witzig.
        Sache ist doch die: wer zweimal heiratet, findet nicht dass die Beziehung wegen der EHE zerbrach, sonst würde er nicht mehr heiraten – und wieviel % der 1. Ehen werden geschieden? Solche die sich dauernd verheiraten und scheiden (also 3mal und mehr), sollte man aus den Statisktiken weglassen. Aber eigentlich war das ja nie das Thema.
        Thema war, warum sich unverheiratete Eltern mit versch. Sachen auseinandersetzen müssen und ob dies ein “Pranger” sei.

      • Katharina sagt:

        xy: “warum sich unverheiratete Eltern mit versch. Sachen auseinandersetzen müssen” stimmt. ich finde das aber gar keine schlechte Sache, dass eben die Rechte Pflichten usw. und was ist, wenn eine Trennung nötig wird, bewusst in einem Vertrag festgehalten wird. siehe was ich am morgen sagte. morgen = Pacific Standart Time.

        ich finde übrigens dass Trennungen oder Scheidungen für den nächsten Partner/Partnerin kein Negativum ist, im Gegenteil. denn eine solche Person hat das auf und ab der Gefühle und Sachlagen schon einmal durchlebt und geht dadurch hoffentlich bewusster in eine Bindung

      • Sportpapi sagt:

        Ob nun Kampfscheidung, oder einfach Kampftrennung mit ganz vielen, in guten Zeiten vereinbarten Verträgen, ist doch eigentlich das Gleiche.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Katharina: Ich finde es ehrlich gestanden langsam etwas degoutant, wie Du uns Schweizer hier immer wieder in die Holzzoggel- und Primitivenecke stellst. Das Bundesamt für Zahlenkochereien- nicht einmal in Deutschland ist man in der Lage, die absolute Zahl verheirateter Menschen genau zu beziffern, auch nicht in der Fachliteratur- und wenn, dann sind das bestenfalls ganz grobe Schätzungen. Aber vieleicht kannst Du uns ja die (genaue) Zahl Verheirateter an der Gesamtheit aller in den USA lebenden Menschen hier hin linken (Link)..?

      • Carolina sagt:

        Herr Zufferey, jetzt mal ganz entspannt (was mir in diesem Fall selber schwerfällt): Was sagt uns das über K? Jemand wandert aus, sitzt dann aber Tag für Tag an einem PC und ‘beteiligt sich’ an einem Blog in der alten Heimat? Warum: damit wir alle auch einen Eindruck von der grossen weiten Welt erhalten? Damit sie sich ihre Wut aus dem Leibe schreiben kann? Damit sie uns doofe kleine Schweizerlein (plus Deutsche, Oesterreicher und outen Sie sich ja nicht als Engländer!) immer wieder in den Senkel stellen kann? Keine Ahnung, aber es hat s’Gschmöckli……

      • Gabi sagt:

        … Also Moment mal:

        Darf ich dran erinnern, dass wir von Katharina, alias Mme de P. oder Amanda de Pompadour oder etc. einzig wissen, was sie selber behauptet?!

        Noch dazu sind ihre regelmässigen Stimmungsschwankungen in diesem Blog offensichtlich (und berüchtigt) und welche “Zusammenhänge” und “Musteranalysen” sie hier konstruiert hat, ist schon legendär.

        Einer Frau (sicher?), die hier schon ihren eigenen Tod inszeniert hat, nehme ich mal gar nix mehr ab. Ob krank oder notorische Lügnerin ist mir dabei vollkommen egal… Missbrauch als Kind, Schwangerschaft, Lesbisch, Amerika – Blablabla!

      • Katharina sagt:

        Zuffy, denkst Du die Amerikaner kochen die zahlen hier nicht auch? Was Minderheiten betrifft, sind die offiziellen Zahlen garantiert nicht korrekt nur als Beispiel. Davon hängen Bundessubventionen ab, also werden in den entsprechenden Kongressdistrikten eben in der Volkszählung falsche Angaben gemacht. (e.g. Afro-Amerikaner statt Mischling, steht als Frage in dem Formular).

        Somit, auch hier sind die Zahlen über offizielle, landesweite Quellen nicht genau. Das Problem liegt ähnlich, wenn auch die über private Quellen erhältlichen Informationen gläserner sind.

        Wegen degoutant: sehr wohl degoutant und ich sage dir auch weshalb: eine Gesellschaft, die öffentliche Diskriminierung, zur Schau Stellung und dabei höhnendes Zujubeln duldet, kann ich keinen Respekt zollen, sorry.

      • Gabi sagt:

        Apropos “öffentliches Zurschaustellen”, Katharina:

        Wo rangiert, in Ihrer achsohoch angsetzten Ethikvorstellung eigentlich das Zurschaustellen eines vorgegebenen Selbstmordes – der offenbar einigen Lesern ziemlich in die Knochen fuhr?

        Ich hab wirklich nur Verachtung für eine dermassen impertinente, selbstgerechte Freude an Double Standards übrig. Und gewiss keinen Grund, Äusserungen eines derartigen Lunies mit besonderer – jöggisneiau – Sorge und extrafeinen Glacehanschuhen auseinander zu nehmen.

        Haben Sie Mühe, an Ihrem eigenen Stuss gemessen zu werden, dann verbreiten Sie ihn halt nicht!

  7. Alain de la France sagt:

    In Frankreich gruenden sehr viele Paare eine Familie,
    ohne verheiratet zu sein.
    Wo ist das Problem – und wer macht schon Staatsbesuche in Saudi-Arabien ?

    • Brunhild Steiner sagt:

      Tja, die Probleme kommen mit dem Unvorhergesehenen und Unerwartetem,
      mal abgesehen von Trennungsszenarien,
      wie sind in Frankreich die rechtlichen Vorgaben für unverheiratete Paare mit Kindern
      (welche keinerlei privaten Verträge miteinander abgeschlossen haben)
      im Bereich “Erziehungshoheit” wenns um Entscheidungen geht,
      wenns um Sorgeleistungen geht, was passiert wenn ein Elternteil stirbt, schwerbehindert etc wird.
      Sind diese Dinge geregelt, gibts formulierte Rechte/Pflichten für Unverheiratete mit Kindern welche mit oder ohne Einverständnis einfach greifen würden?

  8. Julia sagt:

    Ey Leute, gibt`s denn nichts “Schlimmeres” als `ne wilde Ehe?

    • Herr Aufdermaur sagt:

      Nein.

    • marie sagt:

      das problem liegt nicht in der “wilden ehe” oder der ehe. die probleme liegen im rechtlichen bei einer trennung, und zwar grundsätzlich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        …und bei vorhandenen Kindern brauchts nicht mal eine Trennung um der Luftleerigkeit (resp. Rechtsprobleme) zu begegnen, solange mensch nicht Schwerwiegendem und alles Durcheinanderwirbelndem begegnet lebts sich leicht mit “gibts denn nicht Schlimmeres?”
        Gäbe mittlerweilen,
        @Julia! aureichend Lesefutter hier diesbezüglich…

      • marie sagt:

        ja ist so, aber ich denke brunhild, dass wenn ein paar sich gegen eine ehe entscheiden, dann sind denen die mängel bewusst. (siehe posts von katharina b weiter oben; vorbildlich. und plop stellt die richtigen fragen und überlegt sich ihre “situation”). vllt bin ich zu naiv, aber ich gehe davon aus, dass paare, wenn sie sich für kinder entscheiden, in erster linie pro kind(er) entscheiden. bin aber nach wie vor überzeugt, dass es sich lösen lässt. man muss nur darüber sprechen/handeln.
        ich sehe aber die krux eher, wenn sich paare trennen, da diese oft irrational handeln. was menschlich ist.

      • marie sagt:

        ich bin keine gegnerin der institution ehe, freue mich jedes mal, wenn sich bekannte heiraten (nicht nur der party wegen ;-) ). aber es gibt viele, die diese institution ablehnen, weshalb sei dahin gestellt ich will’s nicht werten. ich finde sowieso dass im recht was paare betrifft, stimmt einiges nicht mehr. weshalb sollte es nicht möglich sein den partner im krankenhaus nach einem unfall zu besuchen? weshalb ist es nicht automatisch so, dass in einem todesfall der elternteil das sorgerecht erhält, wenn der andere stirbt? ich finde das könnte wirklich gelöst werden. vllt nicht alles, aber…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @maire:
        offenbar ist es aber doch nicht allen bewusst wenn solche Artikel generiert werden können?

        mit drin schwingender Empörung dass sich staatlicherseits jemand um den drohenden luftleeren Raum kümmert?!

      • Brunhild Steiner sagt:

        oje, das ist nun schon das zweite mal dass ich aus Ihnen eine maire oder so mache,
        entschuldigung!!!

      • xyxyxy sagt:

        @marie – das wäre natürlich wünschenswert
        Kompliziert ist jede Gesellschaftsform aber wegen dem Menschen. Wenn alle Menschen ob verheiratet oder unverheiratet human und gutmeinend wären, würde praktisch jede Gesellschaftsform funktionieren.
        Aber nun ist es nicht so. Jetzt sagt jemand er sei der Freund, aber ist es gar nicht. Eine andere Person hatte 3 feste Partner und jeder der 3 sagt nun (jetzt wos um die Kohle geht): nein ich war der wahre und wirkliche, ich habe Anrecht, etc. etc.
        da ist die Familie, die plötzlich die Partnerschaft bestreitet (Erbschleicherei) …. seufz

  9. Stephan Baumann sagt:

    Vor der Geburt vom dritten Kind haben wir geheiratet, wir hatten den ganzen Amtszirkus satt. Als Vater ist das Konkubinat nur scheisse, das gemeinsame Sorgerecht kann nur die Mutter beantragen, die erste ID der Kinder kannst du nicht auf der Post abholen, sie machen geht auch fast nicht, bei der SBB die Juniorkarte lösen ist glückssache, die Post vom Kanton wegen Schule und Kindergarten wird nur an die Mutter adressiert, die Grenze ist immer ein spezielles Erlebnis, weil niemand weiss, wie man an die Vaterschaft beweisen soll, die Kinder sind schliesslich auch nur im Niederlassungsausweis der

    • philipp sagt:

      die Post vom Kanton wegen Schule und Kindergarten wird nur an die Mutter adressiert….

      das ist auch bei verheirateten Paaren so – jedenfalls in Zürich.

  10. Stephan Baumann sagt:

    Mutter eingetragen,…. Es nimmt kein Ende. Vor der Heirat hat man dann einen Ehevorbereitungstermin, hier werden dann Sachen wie Familiennamen etc geregelt. Unsere Kinder haben durch das Konkubinat bisher den Namen meiner Partnerin gehabt, sie haben sich dran gewöhnt. Also wollen wir ihren Namen als Haubtnamen behalten, braucht einen Antrag mit Begründung. Seit der Heirat werden die Sachen für die Kinder an die Kinder adressiert, nicht mehr an die Mutter, das ist doch wenigstens etwas. PS, unsere Heirat war eine Sache von unter 5 Minuten, ein Fest gab es nicht. Es war eine Kapitulation

  11. Franz Oettli sagt:

    Ja das ist halt schon ein wenig ein Durcheinander heute. Wer mit wem und wie lange weiss man eben nicht mehr so einfach. Man sieht es ja schon an diesen komischen Namen: Mal nur einer, mal zwei, dort dann mal hinten, mal vorne, mit und ohne Bindestrich, einfach ein Durcheinander und keiner weiss mehr, wie’s richtig wäre. Und darunter leiden dann auch die Kinder!

  12. Anonymous sagt:

    Einmal mehr eine Bestätigun, warum ich diesen Blog nicht lesen mag.

  13. Steff sagt:

    mir fällt auf, dass bei paaren mit nachwuchs der zivilstand “geschieden” ohne probleme akzeptiert ist. heisst es dann aber “ledig” muss jeder seinen bescheuerten senf dazu abgeben!

  14. Pascal Meister sagt:

    Wieso bloss wird die Ehe nicht komplett abgeschafft? Sorgt nur für Ärger und Stress. Jeder soll einfach einen Menschen bestimmen können, der erbt und bei Krankheit ans Spitalbett darf, und das muss nicht auf Gegenseitigkeit beruhen und kann jederzeit geändert werden. Und wenn es Kinder gibt, sorgt ein automatischer Vaterschaftstest bei JEDER Geburt dafür, dass die richtigen Menschen (v.a. Männer) die Rechte und Pflichten erhalten.

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