
Sex zwischen Teenagern ist in den USA nicht immer problemlos: Ellen Page und Michael Cera scheren sich im Film «Juno» nicht um Konventionen.
Renata liebt Ervin und Ervin liebt Renata. Und darüber regt man sich bis weit über die Grenzen Österreichs auf. Denn Renata Juras ist 43 und Ervin Unterlechner gerade mal 16 Jahre alt. Als das ungleiche Paar zum ersten Mal Sex miteinander hatte, war Ervin 13. Der Stiefvater des Teenagers zeigte die Frau an, worauf diese zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Doch das Paar begann sich schon bald wieder zu sehen und hatte auch keine rechtlichen Schritte mehr zu befürchten, denn in Österreich liegt das Schutzalter bei 14 Jahren – diesen Sommer erwarten die beiden ihr erstes gemeinsames Kind, weshalb Renata und Ervin aktuell wieder für Schlagzeilen sorgen.
In den USA hätte die Liebesgeschichte von Renata und Ervin wohl ein anderes Ende genommen. Denn wenn es um Sex mit Teenagern geht, kennt die US-Justiz kein Pardon. Dabei spielt es keine Rolle, wie gross der Altersunterschied zwischen dem Paar ist: Unterliegt man dem Schutzalter – was von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden geregelt wird – ist sogar der Sex zwischen Gleichaltrigen verboten. Wie weit dieses Verbot gehen kann, musste Ken Thornsberry (mittlerweile 26 Jahre alt) aus Royal Oak, Michigan, am eigenen Leib erfahren.
Seine Geschichte ist dermassen absurd, dass sie kürzlich sogar dem Nachrichtenmagazin «Newsweek» eine mehrseitige Reportage wert war. Ken ist 18, als er sich in die 14-jährige Lester verliebt. Die beiden wissen, dass sie gegen das Gesetz verstossen würden, wenn sie zusammen schliefen. Sie tun es trotzdem. Lesters Vater beschliesst eine sofortige Trennung des Paars und zeigt Ken an, als sich dieser gegen seinen Willen weiterhin mit seiner Tochter trifft.
Der ungehorsame Teenager wandert für ein Jahr ins Gefängnis. Und wird anschliessend drei Jahre auf Bewährung gesetzt. Drei Jahre, in denen er – als offiziell registrierter Sexualstraftäter – keinen Kontakt zu Minderjährigen haben kann, schon gar nicht zu seiner Freundin Lester. Doch nach seiner Entlassung beginnt das Paar sich wieder zu sehen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Nur weiss man auch aus eigener Erfahrung, dass vor allem für Teenager, das Verbotene eine noch viel stärkere Anziehungskraft ausübt.
Lester und vor allem Ken verbrennen sich jedoch ganz gehörig die Finger, wobei er jetzt nicht mehr so «glimpflich» davonkommt: Ken verbringt über sechs Jahre hinter Gittern. Letzters Jahr im August wird er aus dem Gefängnis entlassen und ist jetzt zwei Jahre auf Bewährung. Er trägt eine elektronische Fussfessel und als verurteilter Sexualtäter darf er sich nicht in die Nähe von Kindern begeben, muss zweimal wöchentlich einen Verhaltenskurs besuchen, darf kein Mobiltelefon mit integrierter Kamera benutzen (er könnte ja heimlich Fotos von Kindern und Jugendlichen machen!) und die Nutzung von Facebook oder anderen Social-Media-Foren ist ihm auch verboten. Zu gross ist die Gefahr, dass er sich unter einem falschen Profil an Minderjährige ranmachen würde.
Seine Freundin, die stets beteuert hat, einvernehmlichen Sex mit ihm gehabt zu haben, unterliegt inzwischen nicht mehr dem Schutzalter. Doch eine Wiederaufleben ihrer Romanze – wie im Fall des österreichischen «Skandalpaares» Renate und Ervin – ist ausgeschlossen: Ein Richter hat Lester offiziell zum Opfer ernannt – Ken darf während der Bewährung keinen Kontakt zu ihr haben.
So unglaublich dieser Fall auch tönt, ist er kein Einzelfall. Allein im Staat Michigan gibt es 1341 registrierte jugendliche Sexualstraftäter. Wieviele von ihnen tatsächlich ein Verbrechen begangen haben oder einfach nur Sex mit ihrem Freund oder ihrer Freundin hatten, weiss man nicht. Kens Mutter kämpft seit der ersten Verurteilung ihres Sohnes für eine Lockerung dieser Gesetze. Denn laut der Staatsanwaltschaft ist sie indirekt mitschuldig am ganzen Dilemma. «Kinder müssen das Gesetz berücksichtigen und Eltern müssen ihre Kinder unter Kontrolle halten», so die lapidare Bemerkung des Staatsanwaltes auf ihre Frage, ob die Regelung nicht zu streng sei.
Dass es nicht ganz einfach ist, Teenager «unter Kontrolle» zu halten, wissen wohl auch andere amerikanischen Eltern. In den letzten Jahren haben sich in allen 50 Bundesstaaten Eltern-Organisationen formiert, um ihre Kinder zu schützen: Vor einer unverhältnismässig strengen Gesetzgebung.



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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ja die schriftliche was auch immer wird dann im sinne der Banque Wegelin behandelt. Auch die konnte ja nicht anders.
Beim Mittagessenvorbereiten zappe ich (TV in der Küche – super!) rum und wen treffe ich da auf ORF in “Vera exklusiv” per Zufall an?
Renate und Erwin.
Wissend, dass natürlich auch ein solches TV-Format in wenigen Min. nicht mit DER Wahrheit gleichzusetzen ist, so zeigt es doch krass und deutlich, wie schnell sich hier ein paar Bloger über ein paar Zahlen und Zeilen Urteile anmassen, die ihnen in keiner Weise zustehen.
Die Beiden wirkten wesentlich reifer und vernünftiger als manche gleichaltrige Paare, nur dass sie offenbar noch voll verschossen waren. Der “Junge” wirkte wie ca.26 und
machte einen erwachseneren Eindruck als mancher ältere Strassenbahngenosse. Sie hatte ebenfalls ein Leuchten in den Augen und Beide freuten sich auf ihr gemeinsames Kind.
Gesetze und Regeln sind für eine Gemeinschaft unerlässlich.
Der Gedanke, dass nur die strikte Befolgung und scheuklappenmässiges Festhalten an Paragraphen mit “Gerechtigkeit” gleich zu setzen sei, ist ein Witz.
Ich habe Verständnis für the rule of law, aber keinerlei Verständnis für moralinsaure Besserwisser, die diesem Paar das Glück sogar noch jetzt – nach gesetzlicher Sühne – verbieten wollen.
Wow… Hallo Redaktion?!
Auf diesem Blogbeitrag kommen wirklich alle Meldungen nie an den Ort, an den sie gepostet wurden. Bitte mal Technik verständigen.
Merci
Redaktion:unglaublich, was hier abgeht! Ich lese den Mamablog seit Beginn, doch was hier seit Wochen abläuft und nun den Höhepunkt erreicht hat, befremdet mich, widert mich an. Ich verstehe die Redaktion nicht, dass sie Personen wie K nicht sperrt. Und ich verstehe nicht, dass man solche Postings wie jenen von K einfach stehen lässt. Viele Leser sind schockiert. Was bezweckt die Redaktion damit? Ich finde es schade um den Mamablog, was ist nur daraus geworden? Schon lange kommentieren nur die Gleichen. Taucht ein neuer Name auf, ist das meistens nur ein neuer Nick. Wollen sie das wirklich?
Keine Ahnung, wieso das hier erscheint. Sollte eigentlich am Schluss stehen.
Tja, Sissi, gegen Drecklereien haben bedächtigere Leute wenig auszurichten. Das war schon immer so, und es ist hier nicht anders als im nichtvirtuellen Leben.
Quattro Passi per una vita di successo: 1, solitaria durata nel tempo; 2, resistere alla tentazione, 3, sanno dare, 4, imparare a scegliere
Hanno detto che la rete era falso, ho riso, come se la realtà è davvero la stessa
Also ich weiss ja nicht, worüber Sie hier genau schwadronieren, aber in der Schweiz gibt’s die Einzelfallprüfung, in Östereich denk ich mal auch. Das Schutzalter besteht zum Schutz Minderjähriger und geistig Unmündiger und gründet mitnichten auf biblischer Moral, sondern auf der – verglichen mit früher – höheren Gewichtung der kindlichen Integrität.
“Schwadronieren” tun Sie selber, guter Mann, denn es gilt das Gesetz, sowohl in Österreich als auch in der Schweiz, und da gibt es keine Einzelfallgerechtigkeit. Entweder es ist verboten, oder es ist es nicht. Lediglich bei der Strafzumessung besteht Spielraum. Runter vom Hübel, Hänschen.
@Burgener
Es wurde ja Schaden angerichtet!
Gerade im Falle Polanskis (der als Jugendlicher bei einem Missbrauch fast gestorben waere) liegt der Fall in keiner Weise so herzig eindeutig, wie man sich das als Moralwaechter gerne vorstellen will.
So tragisch das für jeden Vergewaltigungsvorwurf ist: wir sind alle nicht dabei gewesen… Ganz abgesehn davon, dass wir selbst im Falle wenn, ev. immer noch ein unterschiedliches Urteil fällen würden!
Ja und? Was wollen Sie damit sagen, Gabi? Ich habe beruflich häufig mit Pädophilen zu tun. Als nachgerade revolutionär-liberal und progressiv ist mir in all den Jahren noch keiner vor gekommen- ganz im Gegenteil: Bünzlig-verkrampft / verklemmt wäre da wesentlich treffender. Dies nur als Entgegnung auf Ihren unterschwelligen Vorwurf der Moralwächterei, der wohl auch mich trifft.
super Gabi – wir waren nicht dabei, deshalb kein Urteil. Vergewaltigung muss von jetzt an Videobeweis haben PLUS Zeugen die während des Videodrehs anwesend waren und bezeugen können, dass es kein FAKE ist.
Das zusammen mit der primitiven Forderung, das Schutzalter nicht ernst zu nehmen (Mädchen bei Polanski war 13) ist ja der Freibrief für jeglichen Missbrauch.
Bei jeder Sexbeziehung duch Heimleiter oder durch Priester waren wir nicht dabei. Also nichts mehr verurteilen, nach Gabi.
Schutzalter respektieren!!!! Es ist tief genug. Daran kann sich jede vernünftige Person halten.
Ich denke nicht, dass man Gabi so verstehen darf. Sie hat v.a. vom VergewaltigungsVORWURF gesprochen, und ob ein solcher zutreffend ist, ist ja gerade durch eine polizeiliche Ermittlung und durch ein Gerichtsverfahren usw. herauszuarbeiten, was wir als “Aussenstehende” in der Tat nicht tun können (da können wir nur auf Basis der meist selektiven Informationen aus den Medien spekulieren, Vermutungen anstellen). Dass wenn “beyond reasonable doubt” eine Vergewaltigung stattgefunden hat, diese zu verurteilen ist, denke ich, sollte klar sein.
Eben: Sie waren dennoch nicht dabei. Sie wissen nicht genau, was Polanski gewusst hat und was nicht. Dass SIE hier und jetzt wissen, dass das Mädchen 13 war, wissen Sie einige Jahrzehnte später aus Funk und Fernsehen. Und es sagt noch überhaupt nichts über die genauen Umstände aus.
Und tun Sie bitte nicht so, als ob ich grad Videobeweis gefordert hätte oder gar anwesende Zeugen.
Gerne einmal mehr, auch an Sie: Lesen Sie, was da wirklich steht, trennen Sie das, was Sie da reinlesen vom tatsächlich Niedergeschriebenen. Geben Sie sich Mühe Interpretationen als solche zu benennen!
…?
Chum überhaupt nid druss?!
Ich weiss nicht was Sie meinen. Ich will das sagen, was dort steht. Nicht mehr, nicht weniger.
Einen Zusammenhang zw. Pädophilie und revolutionär-liberal bis progressiv zu bilden, steht Ihnen natürlich frei. Hat aber gewiss nichts mit mir zu tun.
Das Einzige, mit dem ich die Vewirrung erklären könnte, wäre, dass dieser Beitrag von mir – meiner Erinnerung nach – ursprünglich unter einer Meldung (glaub nicht von Ihnen, oder?) stand, der auf einen “internationalen Regisseur” anspielte, gegen den man natürlich nicht vorginge, oder so.
Non comprendo.
Sorry: Beiträge erscheinen stets am falschen Ort. Also nicht unter jenen, wo von mir hin geplant.