Leben


Michèle Binswanger am Dienstag den 20. Dezember 2011

Kinder ohne Zukunft

Wer ein schwer krankes Kind hat, lebt intensiv im Hier und Jetzt: Eine Mutter und ihr Sohn in einer Krebsklinik für Kinder in Weissrussland.

Zwei Jahre ist es her, dass meine Freundin ein schwer behindertes Kind zur Welt brachte, das nach einigen Wochen wieder verstarb. Kurz bevor sie ihren Sohn gebar, hatte sie geheiratet und mein Mann und ich hatten dem Paar eine Übernachtung im Hotel mit Baby-Hütediensten geschenkt. Dann kam alles anders. Mit dem Tod rechnet man nicht. Man rechnet nicht damit, dass er kommt, einem die Liebsten raubt und damit auch sein eigenes Leben, wie man es zuvor kannte.

Eltern unterhalten sich gern über die immer gleichen Themen. Was ihre Kinder schon alles können und wie man die alltäglichen Verrichtungen mit ihnen meistert, und dass sie schlecht schlafen und einen manchmal an die Grenzen bringen. Später geht es um Schule und Erziehung und ihre zahlreichen Verpflichtungen und dass einen das manchmal ebenfalls an die Grenze bringt. Noch später setzt man sich damit auseinander, dass die Kleinen inzwischen schon ganz schön gross geworden sind, aufsässig und laut und leider kein bisschen gelassener und abgeklärter, als man selber als Teenager war. Und dass sie einen immer noch an die Grenzen bringen. Aber es sind Grenzen, die man immer wieder überwindet. Das Leben geht weiter, vorausgesetzt, es gibt eine Zukunft.

Die meisten Eltern bemühen sich, ihre Kinder zu befähigen, eine Zukunft zu meistern, von der wir fraglos ausgehen. Und wir stellen uns die Zukunft so vor, wie sie sich für uns Gegenwärtige abzeichnet. Es wird wohl eine Welt sein, in der es mehr Wettbewerb und weniger Ressourcen geben wird. Und Tiger Moms wie Amy Chua halten uns dazu an, unsere Kinder mit entsprechender Härte darauf vorzubereiten.

Aber was, wenn diese Projektion gar nicht stimmt? Im aktuellen «Zeit Magazin» schreibt die amerikanische Autorin Emily Rapp unter dem Titel «schrecklich frei von Erwartungen» über eine ähnliche Situation, wie meine Freundin sie erlebte. Rapps Kind wurde mit einem schweren Gendefekt und einer Lebenserwartung von lediglich einigen Wochen geboren. Im Text reflektiert sie darüber, was das für sie als Mutter bedeutet. All die Erwartungen normaler Eltern, sind für sie hinfällig. Alles, was sie je über Erziehung, Ernährung und Kleinkindpflege gelesen hat, ist hinfällig. Denn in Sachen Elternschaft sind alle Ratgeber, alle gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen auf die Zukunft ausgerichtet. Aber ihr Kind hat keine Zukunft. Es gibt nur die Gegenwart und die Frage, wie man ihm ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen kann.

Angesichts des Todes denkt man nicht mehr in Begriffen von Konkurrenz und Wettstreit, von Erfolg oder Misserfolg, von Träumen und Wünschen. Sie werde nie eine Tigermutter sein, schreibt Rapp. Für ihre Situation brauche es ein anderes Tier. «Wir sind Dracheneltern: heftig und loyal und höllisch liebevoll. Unsere Erfahrungen haben uns gelehrt, Eltern zu sein für das Hier und Jetzt, um des Elternseins willen, für die Menschlichkeit, die darin steckt.»

Wir wissen nicht, was die Zukunft uns bringt und in welcher Welt unsere Kinder leben werden. Deshalb glaube ich, dass in diesen Worten einer Mutter, die weiss, dass ihr Kind bald sterben wird, eine wichtige Lektion verborgen ist. Wir alle möchten, dass unsere Kinder zu den Siegern gehören werden, zu den Erfolgreichen und Starken. Und vergessen dabei, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Dass wir nämlich in erster Linie Menschen sind, zum Leiden geboren, mit der bescheidenen Hoffnung, ein menschenwürdiges Dasein zu leben und Liebe erfahren zu können. Dies ist das Höchste, was es für unsere Kinder anzustreben gibt, nicht Geld oder Macht. Und selbst wenn das Glück ihnen hold sein sollte, können sie es nur weitergeben, wenn sie Liebe und Menschlichkeit erfahren haben.

Dies ist die Lektion, die wir Eltern gesunder Kinder von der Drachenmutter lernen sollten. Oder wie Rapp selber es formuliert: «Eine solche Erfahrung macht man nicht, ohne an Weisheit zu gewinnen, an tieferem Verständnis dafür, was das Leben bedeutet. Es sind schwer erlernte Lektionen, geschmiedet aus Trauer und Hilflosigkeit und tiefer Liebe, die einem nicht nur beibringen, wie man ein Vater oder eine Mutter sein kann, sondern ein Mensch.»

263 Kommentare zu „Kinder ohne Zukunft“

  1. Erika B. sagt:

    Also an diesem Satz habe ich jetzt auch herumgebissen, ehrlich gesagt: “Dass wir nämlich in erster Linie Menschen sind, zum Leiden geboren….” Klingt christlich. Irgendwie kann ich ihn nicht hinunterschlucken, irgendwie stimmt er, stimmt er doch. Gibt mir jedenfalls zu denken. Sind wir zum Leiden geboren? Könnte es sein, dass wir etwas (zu) selten daran denken, dass wir nicht zum Lieben und zum Erfolg haben geboren sind? Bei meinem Büro um die Ecke hat es ein Behindertenheim, dort leben Menschen in ganz eigenen Realitäten. Ob sie leiden?

    • Nano sagt:

      Dies würde ich nicht ohne weiteres unterschreiben. Zum Leiden geboren… dies entspricht übrigens auch nicht der christlichen Kultur, soll uns ja nach den Lehren des Christentums das Leiden genau durch den Tod Christi erspart bleiben.
      Aber geht Leid und Freude nicht vielfach nebeneinander her? Ich denke nicht dass die Eltern diese Wochen nur gelitten haben. Sicherlich haben sie auch viel Freude erlebt mit ihrem Kind, aber immer mit dem Leiden im Hinterkopf.
      Wir sind zum lieben geboren, ein Neugeborenes kann ohne Liebe nicht leben – mit Leid aber schon. Aber leider klappt dies nicht immer…

    • Hotel Papa sagt:

      Nein, ist Buddhismus. Leben ist Leiden. Ziel ist, den Zyklus der Wiedergeburt zu durchbrechen, weil man seine (Erkenntnis-)Aufgabe erfüllt hat

    • Widerspenstige sagt:

      Ja genau, Hotel Papa, und damit ist in erster Linie das psychische Leiden gemeint und weniger das physische Leiden durch Krankheit, Hunger, Unfall. Denn die grössten Leiden/Feinde der Menschen sind Hass, Neid, Missgunst, Geiz, Narzissmus, Egoismus, Gier…Diese fügen dem Menschen – auf jeden Fall hier im Westen gut sichtbar an der jüngsten Finanzkrise – viel mehr leid zu als wir wahrhaben wollen. Und durch einen tragischen Verlust eines Kindes werden ‘Leiden’ von einer anderen Perspektive wahrgenommen als vor dem Verlust. Im Sinne von wertvoller wie eine Metamorphose zu neuer Erkenntnis.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige:
        beziehe mich auf Ihre Aussage von S1
        “wieso wir Leiden anders angehen sollten als das Christentum es uns lehrt.”
        wie geht denn “das Christentum” in Ihren Augen das Leiden an, resp. was wurden Sie darüber gelehrt?
        Denn ich für meinen Teil habe diesbezüglich nie etwas anderes als Aufrufe zur Barmherzigkeit, Fürsorge, Helfen, Hinstehen und “sich die Hände schmutzig machen”, sich für den Nächsten welcher leidet einsetzen, gehört!

        Und auch für die Liste von Hass, Neid etc gibt “das Christentum” eigentlich Klartext durch:
        liebe deinen Nächsten so wie dich selbst…

      • Widerspenstige sagt:

        Brunhild, ja, so steht es geschrieben und es gibt NGOs, Private die es beherzigen. Aber mir fehlen einfach die spontanen Gesten des Hinstehens im Alltag zB die Occupy-Bewegung in der CH: jämmerlich kleine Anzahl von Beteiligten u die Anderen? Fühlen sich nicht betroffen, zucken mit den Schultern u verurteilen im Gegenteil noch eine Pastorin (eine Frau, jaja), welche kurzfristig u spontan Asyl in ihrer Kirche gewährte. Besonders im Katholizismus wird zuwenig gelebt danach, sondern man geht brav zur Kirche u kaum draussen, wird wieder über Andere gelästert etc. Zuviel Theorie, zuwenig Praxis!

      • Widerspenstige sagt:

        Ganz anders mein Eindruck zB im Buddhistischen Zentrum in Gretzenbach: dort wird vor dem gemeinsamen Ritual des Betens in der Küche gemeinsam gekocht, geplaudert etc. Dann wird das Essen den Mönchen bereit gestellt, welche etwas erhöht vorne im Lotussitz Platz genommen haben. Es folgt das Ritual, dann das gemeinsame Essen im Tempel zusammen mit allen BesucherInnen u den Mönchen. Ein Erlebnis der ganz speziellen Art! Ich werde es nie vergessen. Und so geht es weiter im Alltag: gemeinsames Kochen, Essen, lustig sein u keine Politik während des Gesprächs – einfach nur Sein! Also Praxis pur!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige: danke für die Antworten und das Einblick geben.
        Mitgliedschaft in einer Kirche, im schlechteren Fall durch blosses “Hineingeborenwerden”
        sagt noch gar nichts über die Herzenshaltung aus,
        auch nichts über das persönliche und überzeugte Einbeziehen von transzendenten Überzeugungen/Überlieferungen (und ihrer Aufforderung zu handeln) im Alltag-, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen wie es so schön heisst, und diese Taten lassen sich schon finden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ Bloss gehen diese Menschen dann vielleicht nicht an Paradeplatz, aber unterstützen seit Jahren mit einem fixen Lohnanteil Hilfsprojekte und Menschen die sich “an der Front” die Hände schmutzig machen, machen vor Ort Freiwilligenarbeit, kümmern sich um Menschen in Not ohne das je an die Glocke zu hängen.
        Zu Ihren Erfahrungen im buddh. Zentrum, spielt da nicht auch noch die asiatische Kultur mit hinein?
        Das Zentrum ist doch auch kultureller Treffpunkt für Menschen mit ähnlichem Hintergrund, welche sich im Alltag nicht so oft einfach über den Weg laufen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/
        selbstverständlich dass in diesem Kontext kochen und essen einen sehr hohen Stellenwert geniesst!
        Aber ich würde das jetzt nicht einfach so 1zu1 dem anderen wertend gegenüber stellen,
        zumindest nur unter Einbezug der Information dass solche Essensgemeinschaften,
        ja sogar Lebensgemeinschaften sich auch “auf der anderen Seite der Bühne” finden lassen…,

        aber es tut mir leid dass Sie bisher eher den abschreckenden Beispielen über den Weg gelaufen sind.

      • Brunhild Steiner sagt:

        4/
        und wünsche Ihnen noch ein gutes Sein heute abend, mein Bewusstsein verabschiedet sich jetzt dann…;-)

    • pierre amigeut sagt:

      Atheismus, lies Vernunft – selber denken, hilft am meisten nicht an solchen irrationalen Fragen herumbeissen zu müssen.

  2. Auguste sagt:

    hmm…, …i can’t ask momma, i know it’d make her sad, i don’t like to see her cry and it does the same thing to dad…

    youtube: how big are angel wings

  3. Bettina H. sagt:

    Ich finde wir sind für alles geboren: Es kann Leid sein aber auch totales Glück. Wichtig ist doch nur, dass wir das, was uns begegnet immer wieder versuchen anzunehmen und das Beste daraus machen – und was das jeweilig Beste ist, muss jeder für sich selber herausfinden. Der Text motiviert aber, das alltägliche Glück mit Kindern zu schätzen und immer wieder neu zu entdecken.

  4. Hotel Papa sagt:

    Wir alle möchten, dass unsere Kinder zu den Siegern gehören werden, zu den Erfolgreichen und Starken. Und vergessen dabei, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Dass wir nämlich in erster Linie Menschen sind, zum Leiden geboren, mit der bescheidenen Hoffnung, ein menschenwürdiges Dasein zu leben und Liebe erfahren zu können.

    Der Sieger braucht als Gegenpart den Verlierer.

    Wer menschenwürdig behandelt werden und Liebe erfahren will, braucht als Gegenpart den, der das liefert (und gleichzeitig erfahren kann.)

    Wo lohnt es wohl mehr, sich einzusetzen?

    • Daphne sagt:

      Der grösste Fehler, den man als Elternteil machen kann, ist, seinem Kind das Denkschema Sieger/Verlierer einzuprägen. Wem eine Siegermentalität eingeimpft wurde, läuft Gefahr, als Narzisst zu enden (und im Falle eines Versagens den Boden unter den Füssen zu verlieren); als Verlierer gestempelte (”Du verdienst das nicht!”, “Wieso kannst Du das nicht?!”) kämpfen zeitlebens mit Minderwertigkeitsgefühlen und Versagensängsten. Mir scheint deshalb wichtig, bei Kindern Freude und Engagement für eine Tätigkeit/Sache zu wecken – statt ihren “Wert” nach ihren diesbezüglichen Fähigkeiten zu bemessen.

  5. Baghira sagt:

    Gefühlsmässig habe ich ähnlich wie Erika B. auf dieses Zitat reagiert. Doch ganz schnell kam ein anderer Gedanke hinzu, den ich versucht habe in Worte zu giessen. Doch leider sind es mehr Worte geworden als man hier eingeben darf. Drum habe ich mein Kommentar hier ins Netz gestellt.

  6. heidi reiff sagt:

    Wut gehört auch zum Homo sapiens. Ich vergleiche jetzt die Wut mit einem Dampfkochkessel, den man in der Küche braucht, wenn das Ventil pfeifft, muss man das Feuer abstellen, sonst gibt es eine Explosion. Fatal ist ja, dass in Japan oder China den Babys die Füsse eingebunden wurden aus Kultur- oder Religionsfanatismus. Ich zieh mir jetzt noch mal die CD von Klaus Hoffmann rein “Jedes Kind braucht einen Engel”. Babys haben auch Spass, mal ihre Füsse kennen zu lernen, geht nur wenn die Zehen frei sind und sie diese in den Mund stecken können, das gehört zu einer normalen Entwicklung oder nicht ?

    • alien sagt:

      Ein Dampfkochtopf explodiert nicht so schnell, sonst gäbe es ja viel mehr Unglücke. Ausserdem haben die Leute heute ja oft gar keinen mehr, leider. Dabei spart er Zeit und Energie.

      • Doris Kaufmann sagt:

        @ Alien: Stimmt! Ich liebe meinen Dampfi, weil er Zeit und Energie spart. Und explodiert ist er trotz 20 Jahren Gebrauchs noch nie.
        @ Heidi Reiff: Die Chinesen haben viele Frauenfüsse und -leben verkrüppelt. Aber auch heute lassen sich Menschen, insbesondere Frauen, verkrüppeln, indem sie sich allerlei Folter antun, um mager, langhaarig, faltenlos, BLOSSNICHTGRAU-haarig mit Spitznase und dem ‘$tandardgebiss’ und mit künstlich aufgepumpter Brust zu leben. So viel weiter als die Chinesinnen im 18. Jhdt. sind die Europäerinnen des 21. Jhdts. – LEIDER – nicht.

  7. Katharina sagt:

    “Dass wir nämlich in erster Linie Menschen sind, zum Leiden geboren” – dahinter ist ja das buddhistische Konzept des Karmas.

    oder: dass Situationen des Leidens wegen des Karmas ein Sühne seien. eine Art Payback aufgrund von Handlungen in früheren Leben.

    damit habe ich sehr Mühe. einerseits, weil damit implizit das leiden selbst-verschuldet sei. das Kind der Freundin zeigt exemplarisch, wie fragwürdig Karma eben als Konzept/Gaube ist.

    und wegen des Konzeptes von Karma ordne ich Buddhismus gleich ein wie andere Religionen.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Wenn die Religionen den Menschen das Leiden auf Erden als gut verkaufen, erscheint das himmlische Reich als umso verheissungsvoller. Mit dem ‘Leiden müssen’ kann man Menschen bestens manipulieren. Cui bono?

      • xyxyxy sagt:

        natürlich tun das Religionen – weil Religion immer auch Machtausübung ist – Kirche über Volk – Prediger/Guru/Meister/Lehrer über seine Anhänger.
        Aber in den Religionen/Philosophien haben Menschen die existenziellen Fragen aufgegriffen und versucht Antworten zu finden. Diese Antworten sind keineswegs immer so 0815, wie sie das darstellen, Pippi.
        Sie sind uns nur so 0815 präsent, weil a) die Masse nicht in der Lage ist differenzierte Gedanken nachzuvollziehen und b) weil Mächtige mit 0815 Aussagen eben die Massen leicht manipulieren können.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Religion = Opium fürs Volk.

        Ob 0815 oder nicht, ist doch gar nicht der Punkt, sondern, wer davon profitiert, wenn er andere Menschen manipulieren kann. Wer tut so, als sei er im Besitz der absoluten Wahrheit? Vor der Aufklärung brauchten die Menschen die Religion, weil sie sonst nichts hatten, sich die Welt zu erklären. Ich denke, wir sind nun einen Schritt weiter.

      • xyxyxy sagt:

        sie reden von der Aufklärung, als wäre sie Universal und Absolut.
        Was wir unter Aufklärung verstehen, ist eben gerade auch aus dem Nährboden unserer Religion gewachsen.
        Auch ihr Denken ist vielmehr von der Religion geprägt, von der sie meinen, sie sei keinen Pfifferling wert und sie hätten nichts mit ihr zu tun. Darum sollte der wirklich aufgeklärte Mensch nicht einfach vereinfachte Stereotypen nachplappern, sondern den Dingen auf den Grund gehen die ihn zum dem gemacht haben, was er ist. Nur so wird die Aufklärung weiter voranschreiten.

      • Katharina sagt:

        “Was wir unter Aufklärung verstehen, ist eben gerade auch aus dem Nährboden unserer Religion gewachsen.” also den möchte ich mir von Ihnen genauer erklärt haben, xy.

      • Katharina sagt:

        und wenn wir dabei sind: wie unterscheiden Sie Religion und Philosophie, xy? Oder machen Sie diese Unterscheidung nicht?

      • xyxyxy sagt:

        @Katharina – danke für das Nachfragen
        ich gebe zu, ich habe für das format eines 600 Zeichenblogs ein etwas zu grosses Thema angerissen. Und die Gefahr besteht, dass ich mit jedem Satz den ich weiter schreibe, weniger Klarheit zum Thema beitrage… hm, wie komm ich da raus, ohne dass sie denken, ich hätte nichts zu sagen?
        zur zweiten Frage: die Grenzen sind fliessend – Religion als Machtkonstrukt ist das eine. Doch in Geschichten – und Religionen transportieren Geschichten, finden sich immer philosophische Gedanken.

      • xyxyxy sagt:

        @Katharina 2
        zur ersten Frage: ja glauben sie ernsthaft, dass das was wir denken und fühlen vom Himmel geflogen kam und nicht eine Evolution der Gedanken und Ideen ist? Warum entwickelte sich die Aufklärung, der Feminismus, die moderne Wissenschaft, der Rock’n'Roll, der ausserordentliche Hang zur Selbsthinterfragung und Selbstkritik ausgerechnet im Abendland?
        Der denkt wirklich nicht nach, der meint, das Eine hätte nichts mit dem anderen zu tun.
        Kürzer geht es nicht! Lassen sie die Gedanken einfach mal in sich gären.

      • Katharina sagt:

        tia.. ich verstehe das Abendland – oder der Westen – als eine Zivilisation, die durch die Aufklärung Religion überwunden hat etwas pauschalisierend und grob gesagt. Eine Konsequenz des Rationalismus ist eben auch die permanente Hinterfragung als Motor der Entwicklung.

      • xyxyxy sagt:

        Katharina – und warum haben sich diese Gedanken so prächtig ausgerechnet im Westen entwickelt? Weil eben bereits in der hiesigen Religion (bzw. Religionen, wenn man die Griechen noch mit dazu nimmt) humanistische und rationalistische Gedanken bereits formuliert waren. Es ist nur Ignorant wenn man diese Ansätze nicht sieht. Wie wir heute denken, ist das Produkt einer jahrtausenden alten Entwicklung.
        Selbst ein Bertrand Russel musste am Ende seines Lebens zugeben, dass er einer Kathedrale näher steht, als einem antiken Tempel der Griechen.

      • Katharina sagt:

        xy – wie ich hier klar gesagt habe lehne ich Religion ab. das ist eine bewusste Entscheidung die ich machte, nachdem ich mich damit intensiv auseinandergesetzt habe. deshalb agnostisch. in dem Sinn finde ich auch, dass letztlich eine Diskussion über religiöse Themen nur für diejenigen etwas bringt, die daran glauben. ansonsten ist sie eben müssig.

        wichtig dabei, dass Religion eben nicht als Urteilsmassstab oder noch schlimmer als Grundlage für die Beschneidung von rechten herhalten kann.

        was unsere Entwicklung betrifft. ist es ein Resultat von weit mehr als ein paar Jahrtausenden.

      • Katharina sagt:

        weiter gibt es und gab es andere Hochkutluren die sich ausserhalb des eurozentrischen Kontextes entwickelt haben. ich denke da zb an Persien und Mesoamerika.

        der unterschied ist nur technologische Überlegenheit. angefangen mit dem römischen Reich und fortgesetzt zur zeit mit der Hegemonie der USA. Interessant da auch genau diese parallele. Rom war ein auf rationalen Grundsätzen aufgebautes Staatswesen, dessen Prinzipien bis in die Neuzeit nachwirken. sein Untergang: das Christentum – Religion.

      • xyxyxy sagt:

        @Katharina – nun weiss ich ja den Grund für ihre Betriebsblindheit. Sie denken fundamentalistisch (das ist für mich nicht aufklärerisch). Sie lehnen es ab, deshalb ist alles schlecht, deshalb wollen sie nicht einmal wissen, dass sie vielleicht selbst mehr davon geprägt sind, als sie meinen (z.B. in diesem fundamentalistischen Denken).
        Ich denke nicht so. Ich muss eine Religion nicht annehmen um von ihr etwas zu lernen oder in ihr Gutes oder Interessantes zu entdecken.
        Ich bin überzeugt, diese Art zu denken macht mich weeeeitaus freier und überlegener und fortschrittlicher.

      • Daphne sagt:

        @Katharina: Das Abendland – oder der Westen – hat die Religion überwunden? Aber hallo, Sie leben in Amerika! – Ich pflichte xyxyxy in seinen Statements zu, gerade deswegen, weil sie der historischen Perspektive gerecht werden.

      • Katharina sagt:

        nein xy, ich bin nicht betriebsblind, sondern entziehe mich bewusst einer Diskussion über Religion, die sich dann noch als Grundlage des aufgeklärten Westens aufspielt. die katholische Kirche, um es konkret zu benennen, hat Europa ca 1000 Jahre Chaos und Terror gebracht. (Mittelalter). der kontinuierliche Einfluss des arabischen Kulturkreises auf Europa wird dabei dann einfach ausgeblendet usw.

        Da weise ich den Fundamentalistenvorwurf zurück. Mir ist klar, dass Europa die Trennung von Staat und Kirche nicht so konsequent vollzogen hat wie die USA.

      • Katharina sagt:

        Diese Diskussion ginge schlussendlich eben genau dorthin wo ich nicht mitreden will, nämlich um den Islam und dessen nun grösserer Verbreitung in Europa. wenn Europäer dann darauf hinweisen, dass Islam in seinem totalitären Anspruch (explizit keine Trennung von Staat und Kirche) mit einem westlichen demokratischen Staatswesen nicht kompatibel ist, werden diese Europäer sofort als Fundamentalisten bzw. Rassisten abgekanzelt. Ich kenne diese Diskussionen ad nauseam.

      • Hotel Papa sagt:

        Mir ist klar, dass Europa die Trennung von Staat und Kirche nicht so konsequent vollzogen hat wie die USA.

        Formal mag das so sein. Real ist ein Politiker, der sich als Atheist outet, nicht wählbar.

        Auch ist Gott auch immer noch auf dem Greenback erwähnt.

        Im Alltag ist Religion in the good ol’ US of A bei Weitem omnipräsenter als hier.

      • Katharina sagt:

        Sicher kann gesagt werden, dass Religion, oder spezifisch die katholische Kirche, prägend war für Europa. absolut richtig, wie oben gesagt zb 1000 Jahre Chaos und Terror. Von den Kreuzzügen ganz zu schweigen. der Verein hat die grösste Blutspur in der Geschichte hinterlassen. So von wegen historischer Perspektive.
        Die Reformation war dann ein erster Schritt, sich davon zu lösen, in dem der erste Schritt der Aufklärung angegangen wurde: der freie Zugang zu Information, in dem die Bibel in die lokalen sprachen übersetzt wurde und damit der breiten Bevölkerung zugänglich.

      • Daphne sagt:

        “Mir ist klar, dass Europa die Trennung von Staat und Kirche nicht so konsequent vollzogen hat wie die USA.” Katharina, mir ist die “I thank God”-Formel im öffentlichen/politischen Leben eigentlich nur von Amerika her bekannt, nicht jedoch von Europa…

      • Katharina sagt:

        Eine andere Betrachtungsweise zur Geschichte ist eben die rationale. In der Sichtweise haben Staatsformen, die auf rationalen Grundlagen und der technologischen Überlegenheit mehr Frieden und Ordnung gebracht und sind somit by proof of historical record, erfolgreichere Staatsformen. Siehe Rom und dessen Nachfolger, die USA. Europa ist in der perspektive eine Übergangsform.

      • Daphne sagt:

        Hotel Papa, einmal mehr haben sich unsere Posts gekreuzt…

      • Daphne sagt:

        Rom und dessen Nachfolger, die USA… Woher haben Sie das bloss, Katharina?

      • Katharina sagt:

        Zur angeblichen Nichttrennung von Kirche und Staat in den USA:

        first amendment: http://en.wikipedia.org/wiki/First_Amendment_to_the_United_States_Constitution

        in Europa aber wird durch den Staat für die katholische und reformierten Kirchen Steuer eingezogen und diese Körperschaften haben öffentlich rechtlichen Status. hier ist das nicht so. das ist der grosse Unterschied.

        “Im Alltag ist Religion in the good ol’ US of A bei Weitem omnipräsenter als hier.” – das stimmt einfach nicht.

      • Daphne sagt:

        Katharina, ich habe in den Staaten wie auch in Europa gelebt, also weiss ich, wovon ich spreche – Kirchensteuer hin oder her. Der Rest Ihrer Argumentation beweist eigentlich nur, dass Sie von historischen Prozessen keine fundierte Meinung haben – oder was meinen Sie, wie die (idealistische) amerikanische Unabhängigkeitserklärung zustande gekommen ist? Sie ist ein genuines (!) Produkt der europäischen Aufklärung. Aber davor können Sie natürlich gerne die Augen verschliessen.

      • Sportpapi sagt:

        Um formale Trennung geht es ja nicht, sondern um Bedeutung und Einfluss: http://nachrichten.t-online.de/-religion-als-politische-waffe-/id_15026184/index

      • Hotel Papa sagt:

        das stimmt einfach nicht.

        Sorry, ich habs sehr anders erlebt. War zugegeben im Bible Belt.

        Aber auch sonst ist das öffentliche zur Schau stellen von Gläubigkeit bei Euch Standard, auch und gerade von Spitzenpolitikern.

        Hier wirkt so etwas nur peinlich und antiquiert.

        Ich drücks jeweils böse aus: All die religiösen Nutjobs, die in der europäischen Gesellschaft nicht tragbar waren (Quäker, Amish, Methodisten… Mormonen waren glaub’ ich eine gründung drüben), sind nach Amerika ausgewandert; das prägt das Land bis heute.

      • Katharina sagt:

        Daphne, Sie haben historische Perspektive (oder genauer eine bestimmten, eurozentristische, Perspektive) ins Gespräch gebracht. Eine andere Perspektive ist eben, inwiefern technologische Überlegenheit den Einfluss etablierte und sicherte. dies trifft sowohl auf Rom, die europäischen Kolonialmächte, als auch auf die USA zu.

      • Daphne sagt:

        Katharina, ich weiss nicht. Das müssten Sie mir dann doch im Detail erklären. Wobei ich mich dagegen verwehren würde, eine (ausschliesslich) eurozentristische Perspektive einzunehmen…

      • Katharina sagt:

        absolut richtig, HP. Dieses Land garantiert eben die freie Ausübung von Glauben. Zum Beispiel eine kleine Gruppe von Schweizern, die immer noch in etwa so leben wie im 17. Jahrhundert: die Amishen. Auch das wird durch die Verfassung garantiert. Ihr Einfluss ist politisch marginal.

      • Hotel Papa sagt:

        Technologische Überlegenheit, oder der Wille, die eigenen Interessen auch im Ausland mit der Waffe in der Hand durchzusetzen?

      • Hotel Papa sagt:

        Ihr Einfluss ist politisch marginal.

        Ganz im Gegensatz zu diversen die Bibel wörtlich auslgenden protestantischen Gruppierungen. Du kannst Dich winden wie Du willst, Religion IST im politischen Leben der USA ein wesentlicher Faktor. Das ‘gottlose’ Kalifornien mag da eine Ausnahme sein, aber für die USA als ganzes stimmt es.

      • Katharina sagt:

        Daphne, habe ich gesagt, dass die Gründung der USA nicht direkt ein Resultat der Aufklärung ist, bzw. die französische Revolution und die amerikanische Gründung sich gegenseitig beeinflussten?

        Da ist ihre Aussage “dass Sie von historischen Prozessen keine fundierte Meinung haben ” billiig.

      • Hotel Papa sagt:

        Die Gründerväter haben das sicher nicht beabsichtigt; Gott wurde aus der Verfassung willentlich draussengehalten. Bloss hat das Fussvolk eben nicht mitgespielt.

      • Daphne sagt:

        Katharina, Sie selbst sind von Imperium Romanum sozusagen umstandlos zum Imperium Americanum gesprungen – was soll ich da also denken? Ich halte Sie im Übrigen für klug und bedacht, deswegen war ich ja auch so bass erstaunt ob dieser unreflektierten Gleichsetzung von Rom und den Staaten.

      • Katharina sagt:

        es gibt hier keine christlich demokratische Partei, oder eine evangelikale. es gibt keine Kirchen mit öffentlich rechtlichem Status, wo der Staat das Recht hat, für die steuern einzuziehen. der direkte politische Einfluss der Kirchen ist in Europa einfach viel stärker. darum geht es mir.

        und wie gesagt, wenn ein religiöser Verein die Bible wörtlich auslegen will, so können sie das. es ist ein privater Verein und damit private Befriedigung eines religiösen Bedürfnisses. Sie HP betreiben da Judgmentalism weil ihnen solche Vereine so wacko erscheinen wie mir auch.

      • Daphne sagt:

        PS: Denken Sie darüber nach, weshalb es eine europäische (oder westliche) Aufklärung gegeben hat – nicht aber eine nahöstliche, zumindest nicht bis jetzt.

      • Hotel Papa sagt:

        Wo sich Rom und USA gleichen ist in ihrer Rolle als Machtzentren.

        Wo sie sich diametral unterscheiden ist in der Organisation, zumindest zur Zeit der Landnahme. Rom basiert auf seiner Militärmacht auf dem Territorium, die Besiedelung folgt später, und die lokale Kultur wird wo möglich assimiliert.
        Die USA verlassen sich auf die Siedler als Pioniere. Die Armee löscht allenfalls Brandherde. Und die lokale Kultur wird verdrängt (hat allerdings auch mit der jeweiligen Dichte der vorexistierenden Kultur zu tun.)

      • Daphne sagt:

        Katharina, ganz ehrlich: Wie erklären Sie sich den Einfluss der Tea Party? Ist dieser in irgendeiner Weise rational begründbar? Zudem: In der Schweiz wie auch im restlichen Europa gibt es keine christliche “(Splitter-)Partei”, die dem öffentlich-politischen Einfluss nach der amerikanischen Evangelikalen nahe käme. Zu Demonstrationszwecken schauen Sie: “Jesus Camp”.

      • Katharina sagt:

        Daphne, Tatsache ist doch dass die USA eine Hegemonialmacht ist. Und dies zu einem grossen Teil wegen der technologischen und militärischen Überlegenheit. ganz genau gleich wie Rom. der amerikanischen Regierung wird ja von Europäern imperialistisches Gehabe vorgeworfen. Die Analogie ist deshalb eben schon gerechtfertigt. die habe ich auch bewusst zynisch so gemacht. Europa ist in der Gleichung dann das antike Griechenland, oder? Somit das ganze zu lesen als der europäischen kulturellen Arroganz eben die hegemoniale Arroganz diesseits des Atlantiks entgegenzustellen.

      • Hotel Papa sagt:

        Wie gesagt: Formal hast Du recht. Real ist aber etwas völlig anderes. Bei uns gibt es zwar noch Anarchronismen wie staatlich eingezogene Kirchensteuern (und erhebliche Widerstände von der Basis dagegen.) Oder auch die Präambel in der Verfassung, die das Parlament nicht geschafft hat zu kippen. Im Alltag und im täglichen politischen Leben ist aber die Trennung deutlich vollzogen.

      • Katharina sagt:

        “In der Schweiz wie auch im restlichen Europa gibt es keine christliche “(Splitter-)Partei.” Stimmt, die CVP ist ja eine Partei mit grossem Stimmenanteil, ditto CDU/CSU in Deutschland. eben keine Splitterpartei.Und wie ist das nun wieder mit der finanzierung der Kirchen?

        die Teaparty , wenn Sie deren Verbbindung zu den religiösen Gruppen meinen . richtig, das ist irrational, siehe CDU/CSU.

        Es gibt aber auch rationale gründe für deren Existenz und Finanzierung. nämlich, dass jene Kreise die Bundesregierung soweit schwächen wollen wie es nur geht.

      • Daphne sagt:

        Katharina, gut, jetzt nähern wir uns der Sache. Nur, was glauben Sie, was für einen Input Amerika erhalten hat, durch zahllose europäische Emigrationsbewegungen – über die Jahrhunderte, ja bis hin zum zweiten Weltkrieg! Gehen Sie allein der sogenannten Gegnerforschung nach, und verfolgen Sie von dort aus den Weg zum Behaviourismus. Wie Rom, war auch Amerika jederzeit auf Input “von aussen” angewiesen.

      • Daphne sagt:

        Katharina, im Vergleich zur Tea Party können Sie das C im Namen dieser Parteien getrost streichen…

      • Hotel Papa sagt:

        Auch in der GOP ist der Einfluss der Christenmenschen deutlich grösser. Aber eben, Form…

      • Daphne sagt:

        PS: Katharina, bitte, nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich Sie hart anfasse – es ist ein Zeichen von Respekt. Gegnerschaft muss man sich erst einmal verdienen, Mitleid hingegen nicht…

      • Katharina sagt:

        das ist der Grund, dass die tea party eine absolut nicht kompromissbereiten Kurs fährt. dummerweise ist es so, dass die Bundesregierung dermassen Geld verbraucht, dass sie eben der tea party Tribut zollen muss. dies, weil die Bundesregierung seit langem nur mit provisorischen Budgets operiert. Die ta party kann in jenen Verhandlungen immer mit der Drohung ihres neins und dem daraus resultierenden government shutdown (mangels funding) drohen. somit ist die Existenz jener party rational begründet. das ganze mit den religiösen sind lippenbekenntnisse zwecks Stimmenfang.

      • Sportpapi sagt:

        Kaum zu glauben, dass Katharina ernst meint, was sie sagt. Wo in der Schweiz gibt es noch einen relevanten Einfluss der Kirchen auf die Politik? CVP, EVP sind im Sturzflug, obwohl oder gerade auch, weil ihre ersten Buchstaben so an Bedeutung verloren haben. In den USA hingegen sieht die Sache doch ganz anders aus. Seien wir mal realistisch und lesen nicht nur die Verfassung, sondern sehen auch die Realität!

      • Daphne sagt:

        Sportpapi, seien Sie bitte nicht unfair – Katharina hat Gründe, weshalb Sie so schreibt, wie Sie schreibt. Ich für meinen Teil möchte diese verstehen, allen gegensätzlichen Sichtweisen und Missverständnissen zum Trotz..

      • Katharina sagt:

        HP. mir geht es wirklich darum, dass, solange eine Kirche einen öffentlich rechtlichen Status haben darf, und nicht , weil Religion ja Privatsache ist, nur den rechtlichen Status eines Vereins oder ähnlicher privater Körperschaft, ist die Trennung von Staat und Kirche nicht vollzogen. es geht da wirklich um die Finanzierungsart und den rechtlichen Status.

      • Daphne sagt:

        Katharina, Sie wissen es besser, als sich jetzt auf Detailfragen zurückzuziehen… Ich jedenfalls habe eine Hochachtung vor Ihrem vielfältigen Wissensspektrum!

      • Hotel Papa sagt:

        Habe ich ja von Anfang an zugestanden. Dennoch: Der Einfluss der Religion aufs Alltags- wie auf das politische Leben ist bei uns ein Klacks im Vergleich zu dem, was bei Euch abgeht.

        Bei uns stimmen die Mitgleider mit den Füssen ab. Viele mögen eben nicht mehr mit einer Zwanngssteuer das zweifelhafte Gebaren jener Organisationen stützen.

      • Katharina sagt:

        “PS: Denken Sie darüber nach, weshalb es eine europäische (oder westliche) Aufklärung gegeben hat – nicht aber eine nahöstliche, zumindest nicht bis jetzt.” – Daphne, habe ich nicht schon gesagt, dass Islam eben gerade weil dieser die Trennung von Kirche und Staat, so wie Europa das durch Reformation und Aufklärung gemacht hat, eben mit einem westlichen Demokratie-Verständnis inkompatibel ist? Ich habe dann darauf hingewiesen, dass aber in Europa formell diese Trennung auch immer noch nicht konsequent vollzogen ist.

        Nur: das sind rationale Überlegungen, nicht religiöse.

      • Katharina sagt:

        und xy hat, so mein Eindruck seiner Kommentare, eben versucht, die Aufklärung als religiöse Gedankenleistung darzustellen.

      • Katharina sagt:

        Sportpapi, ich dachte die CVP, EDU zusammen hätten in etwa 20% Stimmenanteil. Frage ist dann inwieweit die SVP religiöse Gruppen repräsentiert.

        in DE haben CDU/CSU meines Wissens fast die Hälfte Stimmenanteil. kann mich wie gesagt irren. wegen Realität anschauen: wenn sie nicht hier sehr lange gelebt haben, werden sie den Einfluss von Religion anders einordnen. sie müssen die Innenpolitik über 10 Jahre erlebt haben um das zu verstehen.

      • Daphne sagt:

        Katharina: Ehrlich, ich schätze Sie sehr, aber: Man muss gewisse Dinge sehr sauber auseinander halten. Argumentation – Ideologie.

      • Hotel Papa sagt:

        Bei der CVP wie bei der CDU / CSU ist das “C” wohl für die wenigsten Wähler heute das relevante Kriterium (Bei der EVP schon). Diese Parteien vertreten einfach das überkommene (von mir aus “patriarchale”) Gesellschaftsbild. “C” ist darin ein Faktor, aber im urbanen Umfeld ein marginaler. Im einen oder anderen Dorf mag es noch anders sein.

        Es sind die “Familienparteien” (Reicht natürlich als Feindbild *duckundwech*)

        Bei der SVP findest Du sicher auch Fundis, aber einfach deshalb, weil da das Erzkonservative zu Kongruenz führt.

      • Katharina sagt:

        “Katharina: Ehrlich, ich schätze Sie sehr, aber: Man muss gewisse Dinge sehr sauber auseinander halten. Argumentation – Ideologie.” care to elaborate? no insinuations, please……

      • Sportpapi sagt:

        Hier gibt es Erklärungen aus erster Hand zum C im Namen der CVP: http://www.cvp.ch/die-cvp/portrait/

      • Katharina sagt:

        Sportpapi: Im link schreibt die CVP von “sondern uns auch einer vertikalen Dimension verpflichtet fühlen”. Ich lese vertikal als Bezug auf einen Gott im christlichen Sinn und daraus eine Ableitung ihrer Positionen zu Werten. die CVP weist das als Unterschied zu (anderen) ideologischen Betrachtungsweisen (rechts-links Schema) aus.

        Ich denke es darf gesagt werden, dass CVP eine religiöse Partei ist. was in der Parteischrift nicht erkennbar ist, ist deren Beziehungen zur katholischen Kirche. Diese müsste die CVP klar offenlegen. auch die finanziellen Verstrickungen.

      • Katharina sagt:

        Die Frage ist nun die: gehen wir mal von meiner Sicht einer strikten Trennung von Staat und Kirche aus. Und, dass in der politischen Arbeit die Ausarbeitung von Gesetzen und Verordnungen nicht eine vertikal orientiertes (also einen Bezug zu einem Gott) Diktat Einfluss nehmen darf.

        Wenn dem so ist, ist dann die Existenz dieser Partei ein Verstoss gegen das First Amendment?

        Dieses besagt: “Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people to assemble”.

      • Katharina sagt:

        Meine Antwort ist Ja.

        Das First Amendment wurde in den meisten westlichen Verfassungen als Vorbild genommen und entsprechend verankert. Es hat meiner Meinung nach deshalb auch für die Schweiz, deren Verfassung sich an unserer anlehnt, Bedeutung.

  8. Hotel Papa sagt:

    das Kind der Freundin zeigt exemplarisch, wie fragwürdig Karma eben als Konzept/Gaube ist.

    Wieso? In der Widergeburtslehre hat dieses Kind sein Schicksal selbst gewählt. Niemand kann schlisslich aus dem Erdenleben zurückblicken.

    Das ist in sich völlig schlüssig. Du kannst es ablehnen. Das ändert aber nichts daran, dass das Konzept aufgeht.

    • xyxyxy sagt:

      @Papa – ein virtuelles Konzept kann immer aufgehen.
      Die Lehre dass das Kind selbst gewählt hat, als Krüppel zur Welt zu kommen, um so für frühere Leben zu sühnen. Hilft dem Kind real einen sch….dreck.
      So ein Denken, könnte u.U. auch Nihilismus fördern. “Es wollte ja das Leid, es hat es selbst gewählt, das Leid wird ihm im nächsten Leben helfen.” Wunderbar – da brauchen wir ihm ja nicht zu helfen.

      Lassen sie es sich gesagt sein: Hüten sie sich vor Konzepten die aufgehen. Die spotten meist der Realität.

      • Hotel Papa sagt:

        Wunderbar – da brauchen wir ihm ja nicht zu helfen.

        Wunderbar, wenn man die Dinge so schön vereinfacht. So simpel ist es natürlich nicht. Genau mit der Haltung lädt sich der (nicht) Handelnde Karma auf.

        Jedenfalls entspricht Buddhismus sehr dem heutigen Menschen der sich eigenverantwortlich fühlt und nach spirituellem sucht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy:
        das ist ein tatsächliches Dilemma in welchem sich Menschen in dortigen Gebieten sehr wohl befinde können-
        bloss spricht man darüber nicht!
        Einerseits bietet meine Hilfeleistung Pluspunkte für mein Karma, andererseits verhindere ich aber auch ein “Negativpunkteabarbeiten” wenn ich zu fest helfe, und schade dann möglicherweise mehr als ich nütze.

      • xyxyxy sagt:

        @Hotel Papa – sie haben ja so vereinfacht und simpel gesagt: No Problem Kind sich das Leid selbst ausgesucht.
        Dass man in einer Philosophie/Religion sehr wohl Gutes und Nützliches herausdestillieren kann, will ich nicht verneinen, aber dann sollte man sie nicht als ein System sehen, das aufgeht. Denn Systeme die aufgehen, sind Vereinfachungen, welche der Realität nicht gerecht werden, bzw. verderblichen Simlifizierungen der Massen Vorschub leisten.
        @Brunhild – ich könnte genauso kritisch über das Christentum schreiben – wenn jmd behauptet, es sei ein System das aufgeht.

    • Katharina sagt:

      HP: jede Religion ist in sich schlüssig, weil sie immer eine Tautologie ist. Das ist ja der Trick dieser Gehirnfunktonsstörung. Alle Religionen nähren den Schuld/Sühne-Komplex und einige besetzen die menschliche Sexualität mit diesem Komplex. Damit können die Leute dann bequem ferngesteuert werden. Es ist somit nichts weiter als ein Herrschaftsinstrument.

  9. Blitz Blank sagt:

    Es ist Weihnachtszeit und somit Zeit für Artikel die Betroffenheit auslösen. Artikel, die uns aufzeigen, was wirklich wichtig ist im Leben, was wirklich zählt. Zusammengefasst kann man sagen: Was zählt ist (Mit)-Menschlichkeit. Nichts ist falscher als das. Am Beispiel Weihnachten: Alle die positiven Gefühle an Weihnachten zählen nichts im Vergleich zu den Umweltkosten, die alle Geschenke verursacht haben. Der Mensch lebt nicht von den Gefühlen, sondern von der Erde. Die Erde ist wirklich; ist das,was wirklich zählt. Was nützen die edelsten Gefühle und die besten Wünsche (die ja immer Zukunftswünsche sind) wenn wir gleichzeitig mit unserem (Konsum)-Verhalten die Zukunft (unserer Kinder) gefährden? Was wir verbrauchen ist das, was wirklich zählt, was wirklich wichtig ist, denn es hat ganz konkrete Auswirkungen auf unsere Erde und somit auf unser (Über)-Leben. Wenn wir unsere Liebe nur auf unsere „Horde“ beschränken und jenseits der Horde gleichgültig, gewalttätig und ausbeuterisch sind, wird das private Glück irgendwann bedroht sein. Privates und Globales sind heute vermischt. Noch bis vor kurzen war die Welt unendlich. Man entdeckte Amerika, Australien etc. und konnte sich immer weiter ausbreiten und somit auch Konflikten ausweichen. Neue Kontinente sind heute nicht in Sicht. Vielleicht werden wir uns irgendwann mal auf den Weg zum Mars machen. Bis dann ist aber unsere Erde (leider) zu einem endlichen Dorf geschrumpft.
    Gewisse Neurowissenschaftler sind sehr pessimistisch, ob wir Menschen neurologisch überhaupt in der Lage sind über unsere eigene Horde hinaus zu denken und fühlen. Ich hoffe aber, dass wir Menschen unsere Liebe ausdehnen können, so dass sie die ganze Erde umfasst.
    Ein nachhaltiges Leben, das unsere Zukunft sichert statt gefährdet wäre für mich ein Ausdruck dieser Liebe. Ein Leben das Nichts für selbstverständlich nimmt, sondern alles als Geschenk sieht und sorgsam und liebevoll mit den Geschenken umgeht.
    Ich denke, das Potential dazu hätten wir.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Das hast du schön gesagt, B.B. :)

    • Brunhild Steiner sagt:

      @BlitzBlank:
      übersehen Sie dabei einfach nicht dass Weihnachten, wenn Sie damit nicht ein Wintersonnenwendefest meinen, sondern “das religiöse”, geschickt auf jenes Ereignis fest-datierte (einfach der Korrektheit halber…;-) ),

      also dass das mit dem ganzen Konsumrausch herzlich wenig zu tun hat.
      Mit-menschlichkeit zeigt sich ja nicht unbedingt in der Anzahl erstandener Geschenke inkusive dazugehörender Umweltbelastung…

    • xyxyxy sagt:

      @BB – da haben sie ja eine wunderbare Weihnachtsrede gehalten – soll die uns jetzt betroffen machen?

      das ist doch eben genau das bla, bla das sie verurteilen und es ist ihr bla, bla in dem sie sich sonnen und sich nun als besserer Mensch vorkommen, weil sie es gesagt haben. STellen sie ihren PC ab, sparen sie Strom – alles andere ist Gefühlsduselei, nicht real.
      Ach immer diese weihnächtlichen Antiweihnächtler, die nicht merken, dass genau sie selbst dazugehören.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy: naja, so ein kleiner Seitenhieb, dass wir in unserer durchkommerzialisierten Westwelt wohl den tieferen Ursprung leicht aus den Augen verloren haben kann nicht schaden-
        bleibt allerdings anzufügen dass sich das nicht auf die Weihnachten beschränkt,
        dieses Kommerz-Denken finden wir genauso bei der “ich muss das neuste Handy, die neuste Garderobe, den neusten Breitbildschirm, die weitgereistesten Ferien” etc usw Aktivitäten
        und ist somit NICHT jahreszeitengebunden! ;-)

      • Blitz Blank sagt:

        Ist mir eigentlich schnurzegal was meine Zeilen auslösen oder nicht auslösen. Ich habe damit vor allem über mich erzählt und Überlegungen über das “Wichtige” und “Wesentliche” angestellt. Sie können damit machen, was sie wollen.
        Mit dem PC abstellen haben sie aber Recht und ich werde heute weniger lang vor meinem Notebook sitzen.

      • fufi sagt:

        Blitzblank!

        Weisst du, am Ende werden wir ja eh alle zu Staub und kehren in den Schoss der guten alten Mutter Erde zurück.
        Aber wenn’s vorher etwas (Mit-)Menschlicher zugehen würde? – wäre ja echt kein Seich?
        Mit 50′00 Sievert grüss ich denn doch!

      • Blitz Blank sagt:

        @fufi

        Danke für dein “Strahlen”!

        Deinen Worten kann ich sehr viel abgewinnen. Danke!

        Noch eine Korrektur zu meinem obigen Post:
        Natürlich ist es mir nicht egal, was meinen Zeilen auslösen, denn ich hoffe natürlich auf eine positive Wirkung im dem Sinne, dass es das menschliche “Liebesvermögen” unterstützt/erweitert.
        Jene, die keinen solchen Effekt nicht spüren, bitte ich meinen Text einfach zu “spülen”.

    • fufi sagt:

      Oh je, und DAS mein ich jetzt wirklich ernst!
      Da frag ich mich wirklich, wie wer einen solchen Schtuss von sich geben kann.
      :roll:

      • xyxyxy sagt:

        ja eben BB – eine Weihnachtsrede, nichts weiter. Eine mehr. Jetzt halt die ökologische, die ist noch surrealer als die Mitmenschliche. Denn Mitmenschlichkeit kann ich heute und jetzt leben. Inwiefern ich als PC Benutzer, etwas an der Ausbeutung in Asien ändern kann, ist da schon viel surrealer.
        Aber darum werden Weihnachtsreden ja gehalten, damit der Redende und die ihm applaudierenden sich besser fühlen.

        @Brunhild – richtig Kommerz ist das ganze Jahr über. Aber ich kauf mir ja selbst auch was mir gefällt und ich mir leisten kann… so what?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @xyxyxy:
        “Aber ich kauf mir ja selbst auch was mir gefällt und ich mir leisten kann… so what?”
        Wirklich? Tun Sie das?
        Tja, also wenn selbst so ausgewogene Exemplare wie Sie dem hemmungslosen
        (in Ihrem Fall noch vom Kontostand begrenzten) Konsumrausch verfallen sind,
        also dann sehe ich auch nur noch dunkelgrau…;-)

      • xyxyxy sagt:

        @ach Brunhild
        ich bin ein bekennender Konsumist – während alle anderen heucheln. Ich glaube nciht dass ich mehr konsumiere, als all die Anti-Konsum-Propheten hier. Ich geniesse das Leben, wie es schon Salomo geraten hat zu tun (sie kennen bestimmt sein Buch). Ja, dazu stehe ich. Hemmungslos bekenne ich mich dazu, was nicht heisst, dass ich hemmungslos jeder Dekadenz fröhnen würde (derzeit kann ich sie mir eh nicht leisten). Ich würde es nicht tun, weil ich es gar nicht tun will, weil es mich nicht glücklich machen würde.

      • xyxyxy sagt:

        Brunhild 2
        heute z.B. freute ich mich über die Lieferung ausgewählter Teesorten
        und in zwei Tagen sollte mein neues Soundsystem eintreffen
        meine Frau freut sich auf eine neue Tasche
        ich geniesse das ohne den Hauch eines schlechten Gewissens und ich bin ehrlich genug, zu wissen, dass wenn ich mehr Geld hätte, ich mir noch mehr leisten würde
        Aber ich weiss, dass ganz andere Dinge die sind die zählen und wahres Glück ausmachen. Für diese bin ich wirklich dankbar.

      • Blitz Blank sagt:

        @xyxyxy

        “Aber ich weiss, dass ganz andere Dinge die sind die zählen und wahres Glück ausmachen. Für diese bin ich wirklich dankbar.”

        Sag ich ja.
        Der Konsum zählt ja nicht wirklich und macht ja nicht wirklich glücklich. Warum konsumieren sie dann, wenn Konsum so unwesentlich ist?
        Konsumieren sie von mir aus so viel sie wollen, aber seien sie wenigstens ehrlich und gestehen sie sich ein, dass er wichtig ist und seien sie xxx noch mal dankbar für das was sie konsumieren (können).

      • xyxyxy sagt:

        BB warum? weil ich nicht so ein entweder/oder Hardliner bin. Ich glaube das Leben ist vielfältig. Ich glaube auf Polen lebt es sich nicht gereade erspriesslich. Dort ist auch meistens die Selbstgerechtigkeit zu Haus, welche ich sehr verachte.

        Im übrigen Konsumieren sie ja auch. Sie haben einen PC. Eine Wohnung, Kleider, Essen, Warmwasser, womöglich noch Fahrräder, Auto etc. – also, was reden sie gegen den Konsum? Oder meinen Sie, dass ausgerechnet Sie das richtige Mass des Konsums haben? Ich kann diese Logik beim Besten Willen nicht nachvollziehen.

      • Blitz Blank sagt:

        @xyxyxy

        Sie sind jener, der den Konsum schlecht redet, indem Sie vom “wahren Glück” und den “wirklich wichtigen Dingen” quasseln. Ich sage, es ist ein grosses Glück und keine Selbstverständlichkeit konsumieren zu können. Die meisten Menschen können nicht das konsumieren, was sie und ich können.
        Sagen sie doch mal den Armen, dass sie doch zufrieden sein sollen, denn das Konsumglück sei eh nicht das wahre Glück und mache eh nicht wirklich glücklich und sie sollen doch besser ihre Beziehungen etc. pflegen und dankbar sein, dass sie so wenig haben.

      • Blitz Blank sagt:

        Stellen sie sich mal vor Sie könnten kein Trinkwasser aus der Leitung, kein Strom aus der Steckdose, keine Kochhitze und kein Wäschewaschen auf Knopfdruck konsumieren? Diese Dinge sind für uns selbstverständlich sind aber in Wahrheit Himmel auf Erden.

        Hier ein Vortrag über die Auswirkungen der Waschmaschine auf die Menschen:
        http://www.ted.com/talks/lang/de/hans_rosling_and_the_magic_washing_machine.html

      • Blitz Blank sagt:

        Abschliessend:
        Die weihnachtliche “Wahre-Werte-Betroffenheit” kommt wohl vor allem in reichen Gesellschaften vor, dort wo die Konsumbedürfnisse weitgehend erfüllt sind.
        Es ist der Konsum, der in unserem Leben von zentraler Bedeutung ist, in negativer wie in positiver Hinsicht. Negativ, dass er unserer Zukunft bedroht, wenn er nicht nachhaltig ist; positiv, dass Konsum (und damit Technologie) überhaupt erst den Freiraum schafft, wo Leben und somit menschliche Entwicklung und Menschlichkeit, und nicht nur Überleben möglich wird.
        Wenn es also eine Weihnachtsbotschaft gibt, dann ist das eine konsumistische: Alle Menschen brauchen Zugang zu Konsum und Technologie, um ihr Leben menschlicher gestalten zu können.

  10. fufi sagt:

    Zunächst möchte ich allen, die Ihr Kind verloren haben, mein Beileid sagen!

    • fufi sagt:

      Und dennoch frage ich mich, wenn da steht:
      “Die meisten Eltern bemühen sich, ihre Kinder zu befähigen, eine Zukunft zu meistern, von der wir fraglos ausgehen.” “Es wird wohl eine Welt sein, in der es mehr Wettbewerb und weniger Ressourcen geben wird.” “Und vergessen dabei, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Dass wir nämlich in erster Linie Menschen sind, ..”
      Weil, scheint’s
      “Angesichts des Todes denkt man (frau etwa NICHT?, fufi!) nicht mehr in Begriffen von Konkurrenz und Wettstreit, von Erfolg oder Misserfolg, von Träumen und Wünschen.”

      • fufi sagt:

        Weshalb erziehen “WIR” denn unsere Kinder nicht ganz einfach zu “MENSCHEN”?

      • Muttis Liebling sagt:

        Eltern erziehen ihre Kinder in der Regel innerhalb der Grenzen, die sie sich selbst gesetzt haben. Wer in den Kategorien Wettbewerb, äusserlicher Erfolg, usw. denkt, kann seine Kinder schlecht zu Kooperativität und sozialer Verantwortung erziehen. Wir haben uns doch damit abgefunden, dass eine engagierte Altenpflegerin zu den ökonomischen Verlierern gehört. Dann ist es zynisch, nach Menschlichkeit zu fragen. Markt und Menschlichkeit gehen nicht zusammen, auch und gerade, weil es gebetmühlenartig zelebriert wird. Entweder sozial oder wirtschaftlich erfolgreich, nach 1976 nicht beides zusammen.

      • Astrid sagt:

        ML, genauso gebetsmühlenartig wird immer wieder heruntergebetet, dass Markt und Menschlichkeit nicht zusammengehen – und das ausgerechnet am Beispiel einer engagierten Altenpflegerin. Damit sprechen Sie weiten Kreisen der arbeitenden Bevölkerung zu, nur noch resigniert, unempathisch und defätistisch zu sein. Ich – und wenn Sie ehrlich sind, Sie wahrscheinlich auch – habe extreme Ekelpakete erlebt, die objektiv ‘arm’ sind, aber auch mitfühlende, sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlende ‘Superreiche’. Der Artikel von MB und einige der Reaktionen hier zeigen mir nur, dass genau diese

      • Astrid sagt:

        /2 ideologischen Voreingenommenheiten da aufhören, wo uns Leid, Krankheit und Tod ereilen oder begegnen. Und das soll uns vielleicht etwas sagen: dass wir nämlich in der Beziehung alle gleich sind: wir können es fast nicht ertragen, wenn unsere Kinder sterben, wir haben Angst vor dem Sterben und Tod – in diesen Momenten fallen alle, aber wirklich alle ideologischen Mauern. Ich sehe die ganze Bandbreite von Reaktionen bei Eltern, denen die Kinder gestorben sind – uns bleibt da nur, zu schweigen, still zu sein. Und ich meine, dass der ‘Lerneffekt’ von solchen Ereignissen darin liegt, dass wir,

      • Astrid sagt:

        /3 als Begleiter wie auch Betroffene, für einen kurzen Moment zumindest sehen, dass unsere politischen, ideologischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen völlig sinnlos sind. Was in dem Moment zählt, ist, Achtung: Kitsch, Herzensbildung, und absolut jeder kann die erwerben. Jeder, der anderen eine Grundmenschlichkeit abspricht (im Sinne von: haha, er ist ja Banker) hat noch einen langen Weg zu gehen.

      • Astrid sagt:

        /4 Ich habe gelernt, dass Hilfe und wirkliche Begleitung oft aus Ecken kommen, aus denen man es nicht erwartet: es sind oft die Schweiger, die, die ihre Taten nicht erwähnt haben wollen, die auch ganz sicher keine grossen Diskussionen über ihre Menschlichkeit führen, die mich am meisten beindruckt haben, als ich selber in Not war. Die Schreihälse, die gewissen Gruppen von vornherein jede Güte und Menschlichkeit absprechen, die gern lauthals gelobt werden wollen, sind selten die wirklich ‘Guten’.

      • Urs Vonlanthen sagt:

        Ist es für einen Banker (kann auch sonst ein reicher Sack sein) nicht einfach, etwas von dem zurückzuspenden, das er vorher anderen abgenommen hat? Will sagen: Astrid, Sie legitimieren ein im Prinzip ausbeuterisches System und deren Gewinner.

      • Daphne sagt:

        Astrid, danke für diese Voten.

      • Sportpapi sagt:

        Markt und Menschlichkeit gehen nicht zusammen? Habe gerade die neu aufgelegte Duttweiler-Biographie von Curt Riess gelesen. Sehr eindrücklich, und ein Hinweis, dass es auch anders geht.

    • alien sagt:

      Und denen danken, die sich um die Kinder von verstorbenen Eltern kümmern. Nein, Laura TI, ich habe das nicht vergessen. Ich bin immer noch schwer beeindruckt.

      • Laura TI sagt:

        Es möge Sie anregen dazu, mit offenen Augen und offenem Herzen durch das Leben zu gehen. Die Hand zu reichen, wenn es nötig ist und Glaube, Liebe, Hoffnung in das Leben derer zu bringen, die es brauchen. Glaube an die Richtigkeit der Vergangenheit, Liebe zum Hier und Jetzt und Hoffnung auf das Morgen.

      • alien sagt:

        Mi raccomando, non darmi del lei…

  11. Honululu sagt:

    Im Artikel geht es darum, am Beispiel todgeweihter Kinder und ihrer Eltern zu zeigen, dass es im Leben nicht nur darum geht, dass man immer der Beste, Erfolgreichste ist, sondern es auch andere Werte gibt, wie Liebe und Mitgefühl, dass man nicht immer an die Zukunft denken sollte, sondern auch an die Gegenwart und diese nicht der Zukunft opfern sollte!

  12. fufi sagt:

    FRAGLOS? – FRAGLOS!
    “Die meisten Eltern bemühen sich, ihre Kinder zu befähigen, eine Zukunft zu meistern, von der wir fraglos ausgehen.”

    Selbsterfüllende Prophezeihung?

    :evil:

  13. Brunhild Steiner sagt:

    Für mich immer noch einer der berührendsten Artikel hier drinnen:

    Wenn Kinder sterben

    vom November 2009
    dort wird über diesen Einschnitt vor über zwei Jahren geschrieben, nachdem zuvor im Oktober bei
    Wenn Schwangere Gott spielen müssen,
    die Frage aufgeworfen worden ist,
    was tun wenn eltern wissen, dass das empfangene Kind keine Überlebenschancen hat?
    In der Schnelllebigkeit unserer, auch virtuellen Welt, sind für mich diese beiden Artikel
    Leuchttürme, welche nicht in der Vergessenheit abtauchen sollten.

    • Astrid sagt:

      Ja, das sehe ich genauso, Brunhild. Gleichzeitig fände ich es interessant, noch mehr darüber zu sprechen, wie Menschen mit solchen Dingen auch mittel- und längerfristig umgehen, was aus ihnen wird. In meinem Fall habe ich Jahre gebraucht, um zu akzeptieren, dass ich irgendwann eben nicht mehr täglich meine lebenden Kinder bewusst würdigen konnte und zu jeder Stunde des Tages dankbar für das sein konnte, was ich (noch) hatte. Irgendwann sagte mir jemand, man nenne das Alltag – das hat mich, so banal es war, von dieser Verpflichtung erlöst, anders und irgendwie erleuchtet sein zu müssen.

      • Astrid sagt:

        Die Menschen, die ich begleite, sehe ich selten nach ein paar Jahren wieder – darum interessiert es mich sehr, die völlig unterschiedlichen Arten und Weisen zu erfahren, mit denen Menschen ihre Schicksale meistern. Ich werde auch diesen Blog aus 2009 noch mal anschauen – damals war ich noch nicht dabei. Danke für den Tipp.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Astrid:
      dieses tägliche, bewusst im Moment würdigen und schätzen des Lebens, des Überlebthabens,
      ich wollte mir das stärker erhalten, die unendliche Dankbarkeit meine Familie noch nicht verlassen gemusst haben,
      meine Kinder noch begleiten zu dürfen-
      vielleicht verhält es sich ähnlich wie mit den starken Gefühlen der Verliebtheit, sie durchdringen/bestimmen alles, und wandeln sich in Liebe… wären wir wirklich genauso “funktionsfähig” würden wir die Intensität, das Elektrisiertsein dieses ersten Gefühles fast minütlich spüren?

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ so wünsche ich mir auch im Fall dass ich eines meiner Kinder verlieren müsste,
        dass sich das Gefühl des unendlichen Verlustes irgendwann in einen aushaltbaren Rahmen einpendelt,
        und ich glaube das würde es auch.
        Aber mit Sicherheit würde ich auch immer wieder mal einfach überfallen/überrollt von meiner Trauer, ich denke auch Jahre danach darf (und soll?) das so sein. Für das Umfeld vielleicht nicht immer einfach wenn etwas “abgehaktes” urplötzlich wieder aufbricht- aber ein Verlust kann nie abgehakt sein, denke ich.

  14. Katharina sagt:

    For most people, religion is nothing more than a substitute for a malfunctioning brain. if people need religion, ignore them ans maybe they will ignore you, and you can go on with your life. it wasn’t until I was beginning to do Star Trek that the subject of religion arose. What brought it up was that people were saying that i would have a chaplain on board the Enterprise. I replied, “No, we don’t”

    - Gene Rodenberry.

    • Hotel Papa sagt:

      Die meisten Menschen setzen etwas an ihre Stelle, das ähnlich irrational vertreten wird. Sei es ein kritikloses Akzeptieren von Wissenschaft, ohne sich ihre Grenzen bewusst zu machen, oder sei es eine Verschwörungstheorie, die gerade ins Weltbild passt.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das hingegen sind unbewiesene Behauptungen. Nicht alle Menschen brauchen eine Krücke, um sich die Welt erklären zu können. Du versuchst hier gerade, die Religion als das kleinere Übel darzustellen, ist sie aber nicht.

        Schatten über Europa: http://hpd.de/node/12465

      • Katharina sagt:

        Excellenter link, Pippi.

      • Katharina sagt:

        Ich denke Du meinst Atheismus, der oft etwas fanatisch daherkommt, HP.

        Nur: die grosse Leistung der Aufklärung war und ist, das menschliche Zusammenleben auf rationale Grundlagen zu stellen. Denn ausser rationales denken und die Fähigkeit der Liebe (Empathie) haben wir als Menschen keine sicheren Erkenntnisgrundlagen. In der heutigen Zeit ist die grosse Gefahr, dass genau dieses Fundament des Westens aufzuweichen versucht wird.

      • Daphne sagt:

        Katharina, Isaac Asimov ist Ihnen nicht zufällig ein Begriff?

      • Katharina sagt:

        klar ist mir Isaac Asimov ein Begriff. ich habe das meiste von ihm gelesen und bin ein Fan von ihm.

    • Daphne sagt:

      Beides sind interessante Gesichtspunkte. Problematisch wird es eigentlich erst dann, wenn man in “Entweder-Oder”-Kategorien zu denken beginnt. “Entweder Religion, oder Wissenschaft” – hier entstehen die (epistemologischen) Probleme.

      • Katharina sagt:

        beides, Daphne? was hat Agnostik mit Verschwörungstheorie (HPs Kommentar) zu tun?

        Was hat Religion mit Erkenntnis zu tun? nichts, ausser Menschen glauben an das was Religion ihnen sagt.

        Aus strikt erkenntnistheoretischer Sicht sind die letzten Fragen nicht beantwortbar. das Auftreten des Todes im persönlichen Umfeld beantwortet eben genau diese Frage: Wir wissen nichts. Wir haben ein paar Erkenntnisse über unsere Gegenwart und ein bisschen Vergangenheit. wir sind fähig, daraus educated guesses über ein bisschen Zukunft zu machen.

      • Daphne sagt:

        “Isaac Asimov was an atheist, a humanist, and a rationalist.He did not oppose religious conviction in others, but he frequently railed against superstitious and pseudoscientific beliefs that tried to pass themselves off as genuine science.” – Genügt das vorerst als Antwort?

      • Daphne sagt:

        Jetzt müsste man natürlich noch definieren können, was “pseudoscientific beliefs” und was “genuine science” ist… Ansonsten haben Sie absolut Recht: Mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise kommen wir an die letzten Fragen noch nicht einmal ansatzweise heran. Ausser, wir legen natürlich einen ausschliesslichen Materialismus als gegebenen Faktor zugrunde – dann nämlich gibt es keine letzten Fragen.

      • Katharina sagt:

        Ja, wollte gerade die frage stellen, warum Sie einen Bezug zu Pseudowissenschaft betreffend dem von mir gesagten machen.

        Isacc Asimov war meiner Meinung nach kein Atheist. das belegt seine foundation series sehr gut. Die Rolle des R. Daneel Olivaw ist eigentlich diejenige einer umsorgenden omnipotenten Vaterfigur.

        Ich sehe mich als Agnostikerin, nicht als Atheistin. ich sage, die letzen Fragen sind fuer uns in dieser menschlichen Leben nicht relevant. Und eben rational nicht beantwortbar – ausgenommen das wenige, was uns Kosmologie und Quantenmechanik dazu beantworten können.

      • Daphne sagt:

        Sie könnten die Frage natürlich auch unter einem andern Gesichtspunkt stellen, nämlich: Was für ein Verhältnis besteht zwischen Geist (mind – Religion) und Materie (body – Wissenschaft)? Oder: Wo Religion als gesellschaftliche Stütze wegfällt, nehmen “Ersatzreligionen” ihre Position ein. Ich denke, auf Letzteres wollte HP hinaus.

      • Daphne sagt:

        Denken Sie u.a. an “Reason”, und denken Sie das Ganze sozusagen rückwärts.

      • Katharina sagt:

        Aber hinzugefügt dann dies; einerseits dass wir einfach nicht wissen was alles ‘zwischen Himmel und Erde’ ist und der rein materialistische Ansatz zwar eine rationale Grundlage zu unserem Zusammenleben bietet und dies gut leistet, aber auch, dass die Naturwissenschaften mit letztlich der Reduktion aller wahrgenommenen Phänomene auf Zustände und Interaktionen von Materie und Energie das dritte Element ausblenden. das In-Forma. Information ganz weit gefasst. Erst die (theoretische) Quantenmechanik beginnt, diese Grenzen zu durchbrechen, mit der Einführung von Wahrscheinlichkeiten.

      • Daphne sagt:

        Ok, In-forma. Signal. Perception. Energie. Aber die Quantenphysik hat die Newton’sche Physik als wissenschaftliches Standardmodell noch lange noch nicht abgelöst.

      • Katharina sagt:

        Wichtig ist, dass durch die Quantenmechanik unsere Sicht darauf, was Zeit ist, sich ändert. Um den Bogen auf Asimov zurück zu bringen: in seinen werken wird die Wissenschaft der Psychohsitorik als plot element benutzt. Interessant ist, dass erste Ansätze dazu real existieren und erfolgreich angewandt werden.

        Sein bestes Werk finde ich übrigens ist Eterntiy Inc. wo gerade das Meme Zeit behandelt wird.

      • Katharina sagt:

        Daphne – die Zuordnung mind zu Religion mache ich nicht. ich mache auch die Zuordnung body zu Wissenschaft nicht. worauf hp wohl hinaus wollte ist, was Asimov eigentlich in seinem Werk machte… nämlich dass ein Bedürfnis dazu besteht, ein allumsorgendes omnipotentes Wesen als eine Art über-elter als geistigen Ankerpunkt zu haben.

        wie ein Kind sich von den Eltern abnabelt, muss die Menschheit wohl auch das selbe im theologischen Sinn vollziehen. Denn wie ein Kind, das dies nicht vollzieht, Entwicklungsstörungen haben wird, kann das auch der Menschheit geschehen.

      • Katharina sagt:

        Did we get lost, Daphne?

      • Daphne sagt:

        Sorry, ich musste irgendwann dann doch schlafen gehen, auch wenn die Diskussion hochinteressant war… Meine Gegenüberstellung von mind-body (body=Materie) (bzw. Religion-Wissenschaft) war zugegeben etwas plakativ, mir ging es darum, darauf hinzuweisen, dass moderne Wissenschaft sich auch heute noch über weite Strecken nicht für Geist/Bewusstseinsprozesse interessiert – Beispiel Medizin. Mit der Epigenetik ändert sich das allmählich – respektive überall dort, wo quantenmechanische Überlegungen Einzug ins wissenschaftliche Denken halten.

      • Daphne sagt:

        Natürlich, Einstein, aber wie Sie selbst sagen: Entscheiden ist das, was in der Praxis verwendet wird, also praxisrelevant ist. Aber, um auf Asimov zurückzukommen: In “Reason” wird am Beispiel von Cutie plastisch aufgezeigt, was Sie hier als das Bedürfnis nach einem allumsorgenden omnipotenten Wesen beschrieben haben. So, wie Asimov es darstellt, ist es nachgerade unumgänglich, dass intelligente Wesen (in diesem Fall Roboter) religiöse Vorstellungen entwickeln – dass das aber nicht zwingend ein Problem darstellen muss.

      • Daphne sagt:

        Überhaupt, frappant ist, wie ähnlich sich wissenschaftliche und religiöse Vorstellungen gemäss Asimovs Darstellung sind – zumindest lese ich den Text in diese Richtung. Was am Ende eben zur entscheidenden Frage führt: Wo fängt Wissenschaft an, wo hört Religion auf, und inwiefern kann (dogmatisch betriebene) Wissenschaft als aufgeklärte Ersatzreligion begriffen werden. – Gemäss HP kann man nun an die Stelle von Wissenschaft u.a. Verschwörungstheorien als Ersatzreligion setzen, wie vieles weitere auch: Sobald es sich um dogmatisch verfertigte “Glaubenssätze” handelt.

      • Hotel Papa sagt:

        “Dogmatisch betrieben” habe ich damit nicht gemeint (Was für eine Kombination von Begriffen, *schüttel”)

        Dogmatisch vertreten, ohne wirklich zu verstehen, war mein Ansatz.

        Es ist ja heute nicht mehr möglich, auf jedem Gebiet alles nachzuvollziehen. Wir sind also darauf angewiesen, an das Funktionierende System Wissenschaftsbetreib zu glauben.

        Und viele machen sich nicht mal die mühe, soweit zu überlegen sondern übernehmen Kritiklos.

      • Daphne sagt:

        Was die “technischen” Details angeht, sind Sie als ausgebildete Mathematikerin um ein Vielfaches besser gerüstet. Worauf ich, sehr knapp, hinaus wollte: Das Zusammenspiel von mind/body mittels in-forma, wobei ich in-forma als etwas verstehe, das über Signale innerhalb eines (Energie-)Feldes zustande kommt. In der Folge entsteht Perzeption (oder auch nicht). – Korrigieren Sie mich bitte, falls diese stark vereinfachte Beschreibung (völlig) falsch sein sollte. Ich bin auf diesem Gebiet nicht mehr als ein interessierter Laie.

      • Daphne sagt:

        Dogmatisch vertreten oder betrieben – das kommt auf die Perspektive an. Sie, Hotel Papa, referieren, wenn ich Sie richtig verstehe, auf die Laienwelt, die wissenschaftsgläubig ist, ohne selbst die Hintergründe zu kennen. Ich referiere auf die Wissenschaftler selbst, die sich nicht selten an (unhinterfragten) Paradigmen orientieren – und insofern dogmatische Wissenschaft betreiben.

      • Hotel Papa sagt:

        Das mit dem nicht Hinterfragen ist ein Riesenproblem. Es ist natürlich einfach zu sagen, Wissenschaft bewegt sich im moralfreien Raum.

        Wenn man dan aber hört, das in Holland Vogelgrippeviren gezüchtet werden, die via Aerosol zwischen Säugern übertragen werden könne, dann fragt man sich schon, was die Leute geritten hat. Vor allem, wenn man es dann noch stolz in die Welt herausposaunt.

        Dürrenmatt lässt grüssen.

      • Hotel Papa sagt:

        Zur Begrifflichkeit: Dogma und Wissenschaft schliesst sich eigentich aus. Der wissenschaftliche Ansatz ist ja, die These immer wieder zu prüfen. Das Dogma hingegen entzieht sich der Prüfung, verbietet sie nachgerade.

      • Daphne sagt:

        Sie sagen es ja selbst, Hotel Papa: “Eigentlich” schliessen sich Wissenschaft und Dogma aus. :) Ich denke, Kuhn war sehr sorgfältig bei der Begriffswahl, indem er von Paradigma, und nicht von Dogma sprach – in meinen Augen läuft es jedoch (weitgehend) auf dasselbe hinaus.

        Was die Vogelgrippeviren betrifft, so werden Ihnen die stolzen Wissenschaftler sicherlich Folgendes entgegnen: Indem sie die Übertragung zwischen Säugern zu manipulieren imstande sind, haben sie deren Prinzip verstanden – für den Fall, dass es zu einer “natürlichen” Mutation kommen sollte, sind sie also bestens gerüstet.

      • Daphne sagt:

        Klingt doch eigentlich logisch, einleuchtend. “Eigentlich”. Bleibt lediglich zu hoffen, dass das “Resultat” solcher Experimente nie den Weg aus dem Labor nach draussen findet… Ich bin mir sicher, unter Verschluss schlummert noch so einiges weit Schlimmeres als Vogelgrippeviren.

  15. Eni sagt:

    Schön geschrieben, danke Frau Binswanger.

    Wer denkt schon daran, dass das eigene Kind sterben könnte? Wer noch nie in einer solchen Situation war, hat keine Ahnung. Die schlimmsten Vorstellungen, sind ein Sonntagsspaziergang, wenn man sich plötzlich in einer solchen Realität wieder findet. Ein Albtraum ist ein Clace dagegen.

  16. Katharina sagt:

    Informa ist nicht Signal. Und es ist auch nicht Energie. Perception ist ein Vorgang , der aus transportierten Signalmustern Information im Empfänger erzeugt. Signale, Signalmuster und deren Transport kann mittels der klassischen Physik in mathematischen Modellen abgebildet werden, die experimentell bis heute zutreffen.

    Die Newtonsche Physik wurde schon länger abgelöst durch die Einstein’sche. Es ist nur so, dass letztere in der Praxis wenig Relevanz hat (ausgenommen GPS, wo seine Gleichungen angewendet werden müssen, da relativistische Effekte betr Zeit messbar wirken)

  17. xyxyxy sagt:

    @Katharina – ihr grosser Eifer war sehr amüsant, sie haben damit gerade bewiesen, dass sie nur in einer für einen Fundamentalisten typischen schwarz/weiss Kategorien denken können. Bei ihnen gibt es nur das Absolut Böse und das Absolut Gute. Obwohl ich mich sehr differenziert ausgedrückt habe, konnten sie darin nur eine absolutistische Aussage eines Gegners erkennen. Eine typisch fundamentlistische Denkweise. – Wie gesagt, sie sind mehr geprägt von dem, was sie zu verachten meinen, als sie denken. – Nein, ich meinte nicht das, was sie mir vorwerfen.
    Lesen und gären lassen.

    • Katharina sagt:

      klar ich war nicht differenziert. Dass Ihr Geschreibsel überhaupt nichts mit einer vorgefertigten Meinung über mich bzw. meine Meinungen zu tun hat, fällt Ihnen selbstverständlich nicht ein. Dass Sie nicht den Respekt hatten, eine Diskussion über Religion nicht anzuzetteln, obwohl mein Ansinnen dazu klar kommuniziert wurde, ist Ihnen auch nicht aufgefallen. dass auch sehr stark der Eindruck entsteht, dass einigen Leuten so einiges schwer zu vermitteln ist, weil sie geradezu in pawlowianischer Art mit ihren Antireflexen agieren, das ist Ihrer Indifferenz entgangen.

  18. xyxyxy sagt:

    @BB
    ihre entgegnung ist nun geradezu lächerlich. Nachdem sie (unbewusst?) gemerkt haben, dass sie keine Argumente haben, für ihre Anti-Konsum Weihnachtsrede. Versuchen sie mir, der ich mich als bekennenden Kosumisten geoutet habe, ihren eigenen schwarzen Peter unterzujubeln, als hätte ich mich hier als Antikonsumprophet hervorgetan. -ähm das ist einfach nur kindisch.
    Entgegnete ich doch lediglich Brunhild, dass ich nicht die wichtigeren Werte verleugne, weil ich eben nicht in einer polarisierenden Denkweise gefangen bin. Aber das haben sie einfach überlesen.

  19. @MB
    Das hat lange gedauert, bis Sie das Thema Krankheit und Tod von Kindern in Ihr Blog aufnahmen? Wie lange gibt es dieses Blog? Anderthalb Jahre? Und jetzt zum ersten mal stossen Sie auf dieses Thema?

    Welche Welt wir unseren Kindern hinterlassen hängt stark davon ab, welche Kinder wir in diese Welt schicken. Es müssten nicht immer die besten und die stärksten sein. Aber sie haben es besser, wenn sie eine ihren Beegabungen, ihren Interessen und ihrem Temperament entsprechende grundsolide Berufsausbildung bekommen.

    • /2 Darüber, ob wir den neugierigen und begabten die an der Uni die bestmögliche Ausbildung gewähren, darüber denke ich in meinem neuen Blog nach. –> auf meinen Namen klicken.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Juerg Brechbuehl:

      es hat überhaupt nicht lange gedauert, bloss ein paar Monate!
      Gehen Sie mal ins Archiv, wenn Kinder sterben, wenn Schwangere Gott spielen müssen
      alles im Oktober/November 2009!
      Möglicherweise gibts sogar schon in den Vormonaten diesbezügliche Artikel.

      Und den Blog gibts seit Frühling 2009, also bald mal 3 Jahre…

  20. alpha pfeiffer sagt:

    mein kommentar wirkt herzlos.
    wer wissentlich ein behindertes oder ein krankes kind zur welt bringt, muss sich nicht wundern und handelt vorsätzlich. ich persönlich würde das nie gutheissen. würde ich wissen, das ich oder meine partnerin einen massiven gen defekt vererben könnten, ich gänge ins heim und adoptierte ein kind. so wird auch ein weniger glückliches kind in einer famile glücklich. wir ersparen uns eine mege kummer und sorgen.
    den familien bei denen das schicksal hart zuschlug mit unfall, krankheit, behinderung wünsche ich viel kraft und glückliche momente .

    • Eni sagt:

      Auch behinderte und kranke Kinder/Menschen können Freude am Leben haben, aber dafür ist die Gesellschaft verantwortlich. Ihre Haltung ist einfach nur bequem.

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