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Bravo, ihr Höhlenbewohner in Bundesbern!

Mamablog-Redaktion am Mittwoch den 12. Oktober 2011

Ein Papablog von Lukas Egli.

Alle Hände voll zu tun: Ted Danson in «Three Men and a Baby» (1987).

Mann mit Baby am Herd: Schauspieler Ted Danson in «Tree Men and a Baby» (1987).

Der Bund will den Vaterschaftsurlaub noch einmal diskutieren, konnte man Mitte September lesen. Man wolle eine Auslegeordnung der verschiedenen Modelle «trotz grundsätzlicher Vorbehalte» vornehmen, schrieb der Bundesrat in einer Antwort auf ein Postulat. Bravo, Ihr Höhlenbewohner! Wahrscheinlich haben schon die Männer der Pfahlbauer mehr Zeit mit ihren Neugeborenen verbracht als wir Schweizer im Jahr 2011.

Ihr habt es offenbar noch immer nicht verstanden, verehrte Politikerinnen und Politiker. Zwei Tage bekommt man in der Schweiz als frischer Vater zugestanden, um das Wunder des Lebens zu erleben. Um diese Prüfung zu bestehen. Um sein Leben umzugestalten. Zwei Tage? Wissen Sie, wie lange eine Geburt dauert? Im Schnitt sind es 13 Stunden. Okay, bleiben ja noch 35 Stunden. Husch, etwas Schlaf nachholen, einen Kinderwagen kaufen, Windeln nicht vergessen, zuhause aufräumen, allenfalls ein Blüemli fürs junge Mami? Mach vorwärts, Paps, die Zeit läuft!

Ich weiss ja nicht, aus welchem Holz Eure Frauen geschnitzt sind, liebe SVPler, aber meine Frau scheint mir ziemlich robust – trotzdem war sie froh, dass in den ersten Wochen abends zwischen dem 17- und dem 19-Uhr-Stillen etwas Warmes auf dem Tisch stand. Denn so ein Kleines macht doch etwas Arbeit. Und nein, liebe Freisinnige, nicht jeder kann sich eine Nanny leisten. Der normal fühlende Mann will auch keine. Er will dabei sein, will teilhaben. Er will das neue Leben mitgestalten.

Der Schweiz fehlen 1,1 Millionen Kinder, schrieb der emeritierte Professor für Kinderheilkunde Remo Largo kürzlich im «Magazin». 1,1 Millionen Kinder in 40 Jahren, Tendenz weiter negativ. 2010 lag die Reproduktionsrate bei 1,54 Kindern pro Frau; 2,1 müssten es sein, um die Schweizer Bevölkerung stabil zu halten, rechnete der «Vater der Nation» vor. Die Bevölkerung schrumpft – ist doch prima, möchte man rufen. Wer braucht schon das Geschrei kleiner Kinder? Sie stehen im Weg, machen Windeln voll, halten uns von wichtigen Sachen ab. Und dieses Theater erst, wenn die Schnuddernasen in die Pubertät kommen!

Wer so spricht, sollte sich dringend mal mit den Folgen der rückläufigen Geburtenrate auseinandersetzen. Spätestens wenn in der Schweiz mehr Greise leben als Kinder, die Renten nicht mehr überwiesen werden und das Gesundheitswesen unbezahlbar wird, werden es auch die Ruhe liebenden Berufssingles verstehen. Das wird schon bald der Fall sein: Ab 2015 wird die Arbeitsbevölkerung in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik abnehmen. Könnte sein, dass es schon zu spät ist: «Die 1,1 Millionen Kinder können nicht nachgeboren werden», so Largo lapidar.

Okay, die Reproduktion scheitert nicht am nicht vorhandenen Vaterurlaub. Trotzdem ist er zentral: Wenn ein Kind nur über das Schnuppern an einem veralteten Partnermodell – Frau, du musst zuhause bleiben, allein! – zu haben ist, muss sich keiner wundern, wenn jungen Frauen der Entscheid zum Kinderkriegen schwer fällt. Und sich potenzielle Väter noch länger zieren. Seiner Frau oder Freundin das Modell Heim und Herd zumuten, auch wenn es nur für die ersten Wochen ist – vielleicht doch lieber nicht.

Andere können es besser: In der Schweiz beträgt die «Elternzeit» 100 Tage; 2 Tage davon stehen dem Mann zu. In Schweden sind es 480 Tage – fast fünfmal mehr! Jeder Elternteil bekommt mindestens 60 Tage, über den Rest können die Paare frei verfügen. Wundert es Sie, geschätzte Volksvertreter, dass Schweden eine im nordeuropäischen Vergleich stolze Geburtenrate von 1,94 Kinder pro Frau vorweisen kann? Vielleicht bräuchten wir statt des im Parlament so beliebten Liberalitäts- ein Familienfreundlichkeitsrating.

Nun muss es ja nicht gleich die schwedische Maximallösung sein, liebe SPler. Wer mit demselben Anliegen schon mehrmals gescheitert ist, sollte seine Forderungen gelegentlich anpassen und vom sozialskandinavischen Kitsch Abschied nehmen. Bereits etwas mehr Freiraum würde uns jungen Vätern reichen. Die wenigsten wollen ja wochenlang zuhause sitzen – und ich bin überzeugt: die meisten Frauen wollten das auch nicht.

Meine Frau jedenfalls ist froh, dass ich morgens jeweils früh aus dem Haus gehe und ihr nicht bei allem dreinrede. Aber sie schätzt es auch sehr, wenn ich nicht erst spätabends wieder heimkomme. Warum also den Vätern nicht einen Vaterurlaubs in Form eines reduzierten Arbeitspensums gewähren? Warum nicht ein halbes Jahr lang 70 Prozent arbeiten? Diese 30 Prozent Erwerbsausfall müssten doch zu finanzieren sein!

«Eine Familie gründen darf für die jungen Schweizer nicht mehr eine zu grosse Last sein, sondern muss vermehrt auch Freude machen, sonst haben sie immer weniger Kinder oder überhaupt keine», schreibt Largo. So einfach ist es.

In einer Sache aber irrt der Übervater: «Die Kinderlücke zwingt uns, unsere Prioritäten weniger nach ökonomischen und materiellen Kriterien, sondern vermehrt nach zwischenmenschlichen Werten in Familie, Gesellschaft und Wirtschaft auszurichten», schreibt Largo am Schluss seines Aufsatzes im «Magazin». Falsch! Es ist gerade die ökonomische Vernunft, die uns – und Sie, liebe Volksvertreter – dazu bringen müsste, auch werdenden Vätern eine zeitgemässe Rolle zuzugestehen. Eine Familienpolitik, die diesen Namen verdient, ist eben nicht nur eine Frage der Familienzulagen und Steuern, werte Christdemokraten, sondern auch des Rollenbilds.

Der Staat hat in meinem Bett nichts verloren, werden die Betonköpfe unter Ihnen wieder rufen; einen Ausbau der Sozialwerke könnten wir uns in Zeiten der Krise nicht leisten, werden die Sparfüchse wie gewohnt einwenden. Ist die Frage nicht vielmehr: Können wir es uns überhaupt leisten, die dramatische demographische Entwicklung zu ignorieren? Durchaus möglich, dass Ihnen da die Höhlenbewohner voraus waren.

Die negative Demographie birgt keine vermeintlich theoretisch-statistischen Risiken, wie andere Errungenschaften unserer Zeit – die Folgen des demographischen GAUs sind absehbar. Die AHV, die wichtigste politische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts, ist in ernster Gefahr, und mit ihr der Rest des nationalen Konsenses. Aber schon klar: Kinderkriegen ist eben teurer und anspruchsvoller als fertige Erwachsene, lies: Arbeitnehmer zu «importieren». Oder doch nicht?

Schweden investiert in die Zukunft. Wir in Sanatorien und Hüftgelenke für alle. Oder in die Rettung krimineller Grossbanken, Kampfjets und so weiter – ein anderes Thema, ich weiss. Aber wenn eine Sache, liebe Politikerinnen und Politiker, wirklich too big to fail ist, dann das Kinderkriegen.

WandernLukas Egli ist Redaktor bei 20 Minuten Online. Er hat am 12. Juli eine Tochter bekommen.


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398 Kommentare zu „Bravo, ihr Höhlenbewohner in Bundesbern!“

  1. Muttis Liebling sagt:

    Das ist schon eine ziemlich armselige Diskussion hier und über zig Iterationen MamaBlog kommt es nicht vorwärts. Natürlich ist es schön, wenn der Papi gleich nach der Geburt präsent ist. Da er nicht Stillen kann, ist es aber nicht wirklich wichtig. Wichtig wird der Papi zwischen 1-3. Da muss er die Omnipräsenz der Mami relativieren.
    Aber wirklich wichtig ist, festzustellen, das Kinder ein gesellschaftlicher, kein privater Auftrag sind. Die Gesellschaft muss das finanzieren und darf sich dafür einmischen. Arme Kinder darf es ebenso wenig geben, wie individualverwahrloste Mittelschichtblagen.

    • Peter sagt:

      Die Fruchtbarkeitsrate lag in Schweden schon 1969 bei genau 1.94 (Quelle: Weltbank Entwicklungsindikatoren) und kann somit nicht als Erfolgsindikator der schwedischen Familienpolitik angeführt werden, auch wenn das immer wieder getan wird. Die seit den 70-er Jahren mehr oder weniger stabile Fruchtbarkeitsrate zeigt, dass die Familienpolitik in dieser Hinsicht nur wenig Einfluss hat.

  2. Daniel sagt:

    Die Zeiten als die Frau am Morgen gebar und am Nachmittag schon wieder auf dem Feld die Kartoffeln erntet ist schlicht vorbei, da bin ich auch dafür! Eine Mutter soll auch ihren Mutterschaftsurlaub bekommen, ganz klar! Aber Vaterschaftsurlaub? Nein, da hört es bei mir auf! Wer hat denn das Kind geboren und die ganzen Schmerzen ertragen und wer muss in Zukunft mehrheitig für die Kinder da sein? Logischerweise die Mutter! Also, hört mit der Diskussion auf, das der Vater auch noch Urlaub dafür braucht!

    • heidi reiff sagt:

      In der heutigen Zeit ist es möglich, dass ein Mann sich umbauen lassen als Frau und Kinder gebären kann, das gibts real auch, ein umgebauter Mann hat Kinder auf die Welt gebracht, sicher war der Samenspender ein Mann ev. eine Samenbank, dass sich ein Mann als Frau umbauen lässt, nur um einmal die Geburtsschmerzen zu erfahren, das finde ich pervers.

      • Daniel sagt:

        Es geht bei der Diskussion ja nicht um umgebaute! Im übrigen, das sich ein Mann als Frau umbauen kann ist mir auch klar, aber das er bzw. sie dann auch noch Kinder kriegen kann, das glauben Sie ja selber nicht!

    • Lemuria sagt:

      Aber wie gnädig von Ihnen, dass sie den frischen Müttern den Mutterschaftsurlaub gönnen. Gemeint ist nicht, dass der Vater sich ins Wellness erholen geht. Er wird von eben dieser Mutter, die die Schmerzen ertragen hat und die Nächte durchmacht und kaum zum essen kommt GEBRAUCHT! Nun sind auch SIE informiert.

      • Daniel sagt:

        Ja was ! Nein aber auch! Schön, wieder einmal von so einer Klugscheisserin belehrt zu werden! Früher ging es auch ohne Vaterschaftsurlaub, aber so wie Sie schreiben müssen Sie noch ein ganz junges Ding sein.Sonst würden Sie ja wissen wie das zu meiner Zeit war!

      • tststs sagt:

        “Früher ging es ja auch…” Bei welcher Baby- und Wochenbettsterblichkeit?
        Der Vater hat ja nicht Urlaub, sondern soll sich um Frau und Kind kümmern… Aber ja, in “Ihrer Zeit” war die Rolle des Mannes bei der Kindzeugung nach 30sek erledigt :-)
        Und bitte, lassen Sie Heidi Reiff in Ruhe, sie ist ein Unikum des MBs (was Sie auch wüssten, wenn Sie “Ihre Zeit” etwas früher verlassen und Ihre Nase hierhinein geteckt hätten :-) )

    • Ein Mann sagt:

      Der Verfasser des Artikels hat in überlegter und scharfsinniger Weise die Höhlenbewohner in Bundesbern angesprochen. Wie sich zeigt, gibt es die nicht nur dort sondern auch hier im Blog. Die ewig Gestrigen – Daniel – ! müssen somit natürlich auch ihren Höhleneingang mit der Keule der Ignoranz, Faulheit, Selbstversessenheit und Pseudokompetenz verteidigen. Wer nicht weiter als vom eigenen Kontostand bis zu seinem Stammtisch denken kann, sollte also auch in seiner Höhle bleiben und dort weiter auf die böse, gleichstellungsinteressierte Welt mit seinem eigenen, selbstproduzierten Schwachsinn um

    • Ein Mann sagt:

      sich werfen. Die Zahlen sprechen für sich, wer sie ignoriert, ist entweder dumm, blind oder eben: ewig gestrig

  3. Dancer sagt:

    also ich “opfere” seit 4 Jahren praktisch jeden Ferientag für eine Weiterbildung. Die dazu führt, dass ich nach Abschluss mehr verdiene, aber auch mehr Steuern bezahlen darf (was ja der Allgemeinheit auch zugute kommt). Da sollte es einem Vater das eigene Kind doch Wert sein, ein paar Tage Ferien zu beziehen. Eine wirkliche Hilfe für Eltern wäre nicht 2 Wo bezahlten Urlaub, sondern genügend Teilzeitstellen und bezahlbare Wohnungen / Krippenplätze.

    • Nico Meier sagt:

      Teilzeitstellen liegen in Einflussbereich der Wirtschaft und sind nicht sache des Staates.
      In meinen augen ist auch der Wohnungsbau sache de rWirtschaft.
      Es gibt desweiteren sehr viele gute bezahlbare Wohnungen diese sind aber nicht gerade mitten in der Stadt. Es gibt aber auich kein Anrecht auf eine günstige und grosse Wohnung mitte in der Stadt.

      • Sportpapi sagt:

        Trotzdem hat er/sie natürlich recht – es wäre eine wichtige Hilfe.

      • Widerspenstige sagt:

        @Nico Meier: gibt es ein Anrecht auf Subvention für Landschaft- und Tierpflege? Ist das nicht ein Hobby von naturverliebten Menschen?

      • Nico Meier sagt:

        Die Subventionen in der Landwirtschaft sind gesetlich so vorgesehen, da eine Mehrheit der Stimmberechtigten dies so wünschen. Sollte sich dieser Wunsch endern können diese Zahlungen auch aufgehoben werden ich würden dann einfach mal davon ausgehen, dass wir in der Schweiz dan relativ schnell keine Lebensmittel mehr produzieren werden, da diese zu teuer wären ohne diese Subventionen. Oder es wird Fleisch produziert aber in Tierfabriken wie dies im ausland auch geschieht. Wenn das Ihren Wünschen entspricht.

      • tststs sagt:

        Tja, und wenn wir nicht bald Frauen und Männer in ihrer Rolle als Eltern unterstützen, werden” schnell keine Kinder mehr produziert werden”…und an wen wollen Sie dann das ganze subventionierte Essen verfüttern ;-)

      • Widerspenstige sagt:

        Ich denke, Leute wie Nico Meier sehen die Zusammenhänge nicht so klar. Diese subventionierten Nahrungsmittel aus Schweizer Landwirtschaft sind klar etwas vom ganzheitlichsten, WENN denn ALLE Bauern auch die Biodiversität wie zB Bergbauern pflegen würden und dieselben Subventionen wie der ‘Traktor-Milchkühe-Bauer’ erhält!! Hier fehlt es an Fairness den Bergbauern gegenüber, denn er schufftet echt! Wir essen immer noch vorwiegend mit Düngemitteln ‘bestäubtes’ Gemüse/Früchte und mit Antibiotika vollgestopfte Tiernahrung. Darauf können wir glaube ich getrost verzichten u dieses Gesetz ändern.

      • Widerspenstige sagt:

        @tststs
        Genau! Um das geht es doch und vorallem, wenn die milchtrinkenden Leute immer weniger werden im eigenen Land, dann werden Butterberge, Käseberge oder was weiss ich nicht für subventionierte Überschüsse ins Ausland verschoben – günstiger als für uns Konsumenten in der Schweiz! Und diesselbe Volkspartei, welche den Ausländerüberschuss verteufelt, will aber von denselben Ausländern ihre subventionierten Milch- und Käseberge gekauft und gegessen sehen. Verhältnisblödsinn noch und nöcher! Und wir schauen alle deppert diesem Treiben zu – Wahlen sind am 23ten!

      • Sportpapi sagt:

        Es gibt kein grundsätzliches Anrecht auf Subventionen. Dieses entsteht erst durch ein entsprechendes Gesetz, eine Willensäusserung der Parlamente oder der Bevölkerung direkt. “Wir” haben entschieden, dass wir die Bauern fördern möchten, und zwar vor allem wegen der Landschaftspflege, teilweise auch wegen der Selbstversorgung. Wir können dies auch wieder ändern. “Wir” haben uns auch entschieden, ganz viel in Kinder und ihre Eltern zu investieren: Gratis Schulen, Kinderzulagen, Mutterschaftsurlaub, Krankenkassensubventionen, subventionierte Betreuungsplätze, usw. Nur das Ausmass wird diskutiert.

      • tststs sagt:

        @sportpapi: Sie haben recht, das Ausmass gilt es zu diskutieren. Und Sie haben ebenfalls recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass für Kinder und Eltern schon viel getan wird – im Vergleich mit Schwellenländern. Wenn wir uns aber mit Skandinavien messen, stinken wir doch ziemlich ab. Natürlich kostet dies einiges, sollte es uns aber auch Wert sein…
        Und wenn man – eigentlich völlig unzulässig – die Anschaffung unnützer Jets den zwei Tagen Vaterschaftsurlaub gegenüberstellt, ist halt doch einiges ziemlich schief…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Gegen die Jets bin ich ja auch, nicht hingegen gegen eine funktionierende Armee. Beim Vaterschaftsurlaub denke ich auch, wir sollten über 5 oder sogar 10 Tage diskutieren. Aber die Monate, die Väter zum Teil im Ausland erhalten, empfinde ich als übertrieben. Und für die Betriebe aus organisatorischer Sicht schwierig (wie auch der regelmässige Militärdienst…).

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens wird hier immer so getan, als sei eine Mehrheit der Schweizer selbstverständlich für einen Ausbau des Sozialstaates, oder zumindest der “Familienförderung”. Dabei geht vergessen, dass nur schon die Mutterschaftsversicherung vor sieben Jahren relativ knapp angenommen wurde. Die Deutschschweizer, mit Ausnahme der grossen Städte, waren dagegen… http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/thematische_karten/gleichstellungsatlas/vereinbarkeit_von_familie_und_erwerbsarbeit/mutterschaftsversicherung.html

      • tststs sagt:

        Ich finde man sollte die Gesamtzeit auf zB 300 Tage heraufgesetzt werden, die dann zwischen den Partner nach eigenem Interesse aufgeteilt werden sollen (jedoch 3 Wochen beide zu Hause bleiben müssen). Ob der Vater oder die Mutter am Anfang zu Hause bleibt, sollte Privatsache sein…
        Ausserdem finde ich es ein echtes Armutszeugnis, dass ein Mann länger “frei” kriegt, wenn seine Frau stirbt, als wenn sie neues Leben spendet…
        Mit dem Militär sehe ich das übrigens genau gleich…

      • tststs sagt:

        @Sportpapi: Setzen Sie bitte “die Meinung” des Volkes nicht mit dem Stimmverhalten gleich. Dies ginge nur bei 100%er Stimmbeteiligung. So müssten man zB noch anfügen, dass konservativere Wähler eher abstimmen gehen, als progressiv eingestellte (ich setze hier Fremdbetreuung etc. einfach mal mit progressiv gleich)…
        Wenn jeder Bürger selber entscheiden könnte, wie seine geleisteten Steuern eingesetzt werden, würde Bildung und Familie wohl weeeeit vor Armee und Bauern liegen…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ich weiss, dass die Meinung des “Volkes” sich nicht immer mit dem Stimmverhalten deckt. Aber wer nicht abstimmen geht, ist wirklich selber schuld. Übrigens – achtung, polemisch – glaube ich auch, dass “progressive” lieber über den Zustand der Welt lamentieren, als sich im eigenen Umfeld zu engagieren. Oder an Abstimmungen und Wahlen teilzunehmen. Das ist halt spiessig und bürgerlich. Dafür geht man dann wieder demonstrieren…

      • Nico Meier sagt:

        Nur weiter mit der Extremargumentation.
        Die Höchsten Geburtenraten haben der reihenach Niger, Afghanistan, Somalia
        In diesn drei Staaten existiert keine Hilfe für Kinder und keine Infrastruktur. Aber in diesen drei Ländern ist entweder Verhütung aus religiösen Gründen verboten oder sie ist verpönt.
        Was in diesen drei Ländern unter Frauenrechten zu verstehen ist möchte ich nicht unbedingt ausführen.

        Die Geburtenrate lässt sich durch Betreuungsangebote und finanzielle Anreize nicht verändern.

        Einzig durch ein Verhütungsverbot dies wäre aber nicht im Sinne eines freiheitlichen Staates.

      • Sportpapi sagt:

        @Nico: “Die Geburtenrate lässt sich durch Betreuungsangebote und finanzielle Anreize nicht verändern.” Käme auf einen Versuch an. Aber richtig, ich glaube es auch nicht.

      • Nico Meier sagt:

        Wenn der Preis dieses Versuchs ein massiv aufgeblähtes kaum finanzierbares Sozialsystem ist, in dem Das Mutter und Vater werden massivst von Staat subventioniert werden soll bin ich dagegen den Versuch zu wagen.
        Betreuungskosten für kinder sollen mit einer Pauschale Steuerlich abziehbar sein und dieselbe Pauschale soll auch die traditionelle Familie abziehen können, bei der ein Partner zuhause ist und die Kinder selber betreut.
        Auch diese Massnahme erhöht keineswegs die Geburtenrate aber sie macht das Leben für Familien besser.

      • Sportpapi sagt:

        @Nico Meier: In vielem bin ich Ihrer Meinung. Aber nicht beim pauschalen Steuerabzug. Wer zuhause beim Kind bleibt, sollte auch nichts abziehen können. Er zahlt ja auf dem zweiten Einkommen auch keine Steuern. Bei den Doppelverdienern ist es klar, dass es ohne externe Kinderbetreuung nicht geht. Die Betreuungskosten sollten also vom zusätzlichen Einkommen abgezogen werden können, wie alle anderen Berufsauslagen. Das ist nur fair. Heute ist es doch so, dass ab spätestens dem dritten Kind die Auslagen grösser sind als die Einnahmen – dennoch zahlt man zusätzlich Steuern und Progression.

      • Sportpapi sagt:

        Er zahlt auf dem zweiten Einkommen keine Steuern, weil er kein zweites Einkommen hat…

  4. heidi reiff sagt:

    Ich habe nach meiner Konventionsscheidung Teilzeit gearbeitet, in dieser Zeit wurde meine Tochter in einer Krippe betreut, es blieb mir in dieser Zeit einfach nichts anderes übrig, Vogel friss oder stirb, ich habs überlebt, ich bereue nichts, das Rad kann kein Mensch zurückdrehen, die Zeit läuft für alle Menschen gleich ab, ich werde jeden Tag 1 Tag älter. Mit meiner Altersrente kann ich mir keine Ferien auf den Malediven leisten, Nischen und Felsenklippen waren traumhaft am Meer als wir noch campen waren in Spanien, hab kein Fernweh, My home is my castle, endlich kann ich tun und lassen solo.

  5. heidi reiff sagt:

    Ich gönne mir meine wohlverdiente Freizeit so wie es mir gefällt im hier und jetzt, ich esse wenn ich hunger habe, schlafe, wenn ich müde bin, für mich paradiesische Zustände, gesundheitlich geht es mir relativ gut, ich habe endlich gelernt mich auch mal zurückzulehnen ohne schlechtes Gewissen, da haben mich auch wohlwollende Menschen begleite, eigentlich immer Schutzengel ohne Flügel, meine wissenden Zeugen mit Herz auf dem richtigen Platz, wenn mich meine Tochter mal besucht mach ich ab und zu eine Pause auf Balkonia, paff paff paff paff :-) , eine Frau im Altersheim sagte immer, ich hab die

  6. heidi reiff sagt:

    beste Tochter der Welt, das sag ich jetzt schon noch als selbstständige AHV-Teenagerin, gegenseitig nehmen wir uns ab und zu auf die Schippe, Humor gehört auch zum Leben, bin froh, dass ich vorläufig noch für mich selbst sorgen kann. An der ersten Stelle in einem Altersheim war alles strikte geregelt, 07.00 Tagwache 08.00 Morgenessen, eine gute Alternative sind die grauen Panther, die alten Menschen durften ausschlafen, kein militärischer Drill, hatten auch die Möglichkeit gemeinsam zu kochen etc. auch in Kinderkrippen ist der Betrieb locker, alleinerziehende Mütter sind angwiesen auf KITA.

  7. Fränä sagt:

    Bravo Lukas, Du hast absolut recht. Merci

  8. heidi reiff sagt:

    Wo hat denn der Sisiphus aus der griechischen Mythologie das gelernt, immer den Stein nach oben zu rollen, hatte der grosse Stein es geschafft auf Berghöhe ihn immer wieder zurück zu schicken, welche Götter waren da am Werk, ZEUS der Hauptgott der Griechen.

    Auch Schwule und Lespen haben eine Lebensberechtigung, das Sakrament EHE ist auch nicht alles. Viele Patchworkfamilien gibts auch. Soll ich mir jetzt noch einen Mann angeln, nur dass ich gesellschaftlich besser da stehe, darauf verzichte ich, ich passe mich nicht an. Punkt. Bigotterie, nein Danke .

    • Erwin Geissbühler sagt:

      Ich finde es schön, dass Sie Ihr Alleinsein zelebrieren (können) und offensichtlich auch den Zugang zum Internet zu nutzen wissen, jedoch geht es hier um Väter mit Kind und nicht um Ihr Leben im Altersheim. Sollten Sie jedoch den Zugang zu Medikamenten, Betreuung, etc. auch Ihrer Tochter noch im hohen Alter wünschen, genauso, wie Sie es jetzt haben, dann wäre es schlau, wenn Sie die ganze Thematik nicht mit der Lupe analysieren und dabei nur SICH SELBER sehen, sondern etwas zurücktreten, um das (Schreckens-)Szenario mit den Problemen der realen Welt von MORGEN zu erkennen. Danke.

      • Daniel sagt:

        @Erwin Geissbühler: Danke Sie nehmen mir die Worte aus dem Munde. Bei so einer selbstverliebten, die das Gefühl hat das wir jetzt alle an ihrer Lebengeschichte teilhaben müssen und wenn möglich noch verbarmen haben! Natürlich wieder zum Leidwesen des Mannes!

    • Wildkatze sagt:

      That’s why the lady…that’s why this little lady….that’s why the lady is a traaaamp!

    • Astrid sagt:

      Daniel und Geissbühler, es wird mal wieder Zeit, darauf hinzuweisen, dass Heidi Reiff unter dem ganz persönlichen Schutz von mir und etlichen anderen Bloggern hier steht. Sie ist sozusagen Ehrenpräsidentin des Mamablogs. Falls Ihnen etwas nicht passt, seien Sie einfach ruhig – diese Option gibt es nämlich.

      • marie sagt:

        uh ja, hände weg von frau reiff! sonst werde ich biestig.

      • alien sagt:

        Ich stimme zu. Frau Reiff hat Stil. Ihren eigenen natürlich, aber unzweifelhaft Stil.

      • Katharina sagt:

        Astrid es wird auch wieder einmal zeit Dir zu sagen dass du hier nicht Moderatorin und Schildträgerin bist und sehr blind bist, wenn es dir gerade passt. greets from a dinosaur in this ‘blog’.

      • Astrid sagt:

        Katharina, bloss weil Sie ewig auf demselben Punkt herumhacken (Moderatorin? Sicher nicht von mir gewählt…..), wird er nicht einsichtiger. Kehren Sie doch einfach mal ein bisschen vor Ihrer eigenen Tür…… So wie Sie auch nehme ich mir das Recht, hier zu sagen, was ich will. Wenn es Ihnen nicht passt, Madam Speaker, können Sie mit meinen Posts dasselbe machen wie ich mit Ihren: ignorieren! Und Heidi Reiff zu verteidigen lasse ich mir ganz sicher nicht untersagen.

      • Astrid sagt:

        Oh, Katharina, noch etwas: wenn es um Betriebsblindheit geht (zu der ich übrigens stehe, weil ich auch nur ein kleines doofes Menschlein bin), kann ich nur sagen: look who’s talking, darling.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich finde Heidi Reiffs Beiträge auch erfrischend, meistens. Manchmal auch nervig, warum auch nicht, man muss nicht immer alles gut finden. Es geniesst hier aber auch niemand Sonderrechte, auch Heidi Reiff nicht, ich bin ziemlich sicher, dass sie die auch nicht beansprucht. Und manchmal verzapft sie halt argen Blödsinn, das darf man ihr sagen, es ist eine Form von Respekt, es zu tun. Nur Narren haben Narrenfreiheit und Heidi Reiff ist alles andere als eine Närrin. Sie braucht auch keinen Schutz, sie kann sich sehr gut selber wehren.

  9. Erwin Geissbühler sagt:

    Warum denn in die Kinder / Kinderbetreuung/ Mütter / Familien investieren, liebe SVPler? Die 1.1 Mio. fehlende Schweizer Nachkommen können ja auch einwandern… bloss sei mir die Frage erlaubt: Ist das WIRKLICH das, was die SVP will? Kann es sein, dass man dermassen kurzsichtig ist? (Hoffentlich sind jetzt einige nicht vor Schreck vom Melchstuhl gefallen…)
    Wofür man Kampfjets für zig Millionen brauchen soll, ausser zu Prestigezwecken, das wird mir auch immer ein Rätsel bleiben. Wenns wenigstens Helikopter wären, die man allenfalls für Bergrettung zweckentfremden könnte…

  10. heidi reiff sagt:

    @ Erwin Geissbühler > Daniel

    Es geht mir überhaupt nicht um eine Mitleidstour. Ich habe als Altersbetreuerin gearbeitet, ich kann zum Glück noch gut für mich selbst sorgen, hoffe noch lange Zeit, hatte immer einen guten Draht zu jungen Menschen zu Männern sowie Frauen.

  11. heidi reiff sagt:

    @ Daniel

    Das von dem umgebauten Mann, der 2 Kinder geboren hat hab ich in der Zeitung gelesen und nicht in Grimms Märchenbuch.

  12. heidi reiff sagt:

    @ tststs

    Danke für ihre Schützenhilfe :-)

    @ Daniel

    Das stimmt, Blick ist ein Sensationsblatt, ich bin ziemlich naiv, kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass ein Journalist oder eine Journalistin einer Zeitung es sich leisten kann sowas zu schreiben. Nach dem Naturgesetz ist es ja möglich, dass ein umgebauter Mann ein Kind gebären kann, der Samenspender ist nach wie vor der Mann, es gibt ja ausser Geldbanken auch Samenbanken für Leihmütter . Auch klonen ist in der heutigen Zeit möglich, das Schaf Dolly z.B. Von der Methode klonen hab ich keine Ahnung.

    Mein Compi ist auch geduldig !

    • tststs sagt:

      Bitte, wenn Sie hier mit “Samenbank” “klonen” und “Compli” kommen ist der arme Mann aus “seiner Zeit” ganz überfordert… :-)
      Und ja, die Geschichte, auf die Sie sich berufen, stimmt so…

    • Daniel sagt:

      Was Sie da für vergleiche bringen? Das geklonte Schaf Dolly mit einer umgebauten! Und Sie kriegen noch Rückendeckung von einigen Leserbriefschreiberinnen? Da kann ich nur sagen tststs, aber die tststs gibt es ja schon im Mamablog. Nur bei dem Kack die die schreibt wundert mich das gar nicht!

  13. heidi reiff sagt:

    Liebe Bhauptis in diesem Blog, das Wiki steht ja rund um die Uhr zur Verfügung 24 Std. Ohne schlechtes Gewissen können wir uns schlau machen , das Wiki wertet und verdammt nicht, liefert einfach Informationen ohne MEI MEI MEI MEI, Zeigefinger
    Der Cursor eilt beim Computer immer voraus, der ist ja neutral , kein Moralprediger und Weltverbesserer.

    • Katharina sagt:

      dann lies doch das Wiki selber. die Scheisse die Du wegen m to f transgender und kinder kriegen bruenzeltest stimmt nun einfach nicht, das ist leider nicht möglich du dummschwatz. uterus transplantation wurde bisher nur einmal versucht und funktioniert nicht. und ist auch keine von der gesundheitsbehoerde genehmigtes verfahren. Alos entweder war das eine der seltenen intersexuellen personen wo ein funktionsfaehiger uterus vorhanden war oder der blick hat sich das im bizzaro land runter geholt.

  14. Stefanie sagt:

    Wenn immer die anderen schuld sind, liegt’s wohl am eigenen Standpunkt.

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