Eltern als Effizienzbestien

Ein Papablog von Philippe Wampfler.

Selbst das Konzept «Party» wirkt plötzlich nicht mehr so verlockend, wenn man Kinder hat.

Selbst das Konzept «Party» wirkt plötzlich nicht mehr so verlockend, wenn man Kinder hat.

Über Unterschiede zwischen Müttern und Vätern könnte man viel nachdenken und aufschreiben. Man beobachtet und konstruiert dabei eine Mutter- und eine Vaterrolle, welche einige biologische und einige soziale Faktoren beinhalten können – so genau weiss man das jeweils nicht. Und meist löst das Beschreiben dieser Rollen weniger Probleme, als es für die Menschen schafft, die den Rollen nicht entsprechen können oder wollen.

Deshalb verlasse ich in diesem Text den Unterschied zwischen Männern und Frauen, Vätern und Müttern und beschreibe ein Problem, das Eltern haben. Ich gehe einmal davon aus, diese Eltern verbinden Familienarbeit, Erwerbsarbeit und aktive Freizeitgestaltung – auch wenn mir bewusst ist, dass es in der Schweiz Familien gibt, in denen Mütter auf Erwerbsarbeit und aktive Freizeitgestaltung verzichten (müssen).

Um es vorwegzunehmen: Ich habe für das folgende Problem keine Lösung. Das Problem ist das Planen. Ich habe – wie wohl viele Menschen in der Schweiz – in einer Situation Kinder bekommen, in der ich sehr unabhängig, flexibel und aktiv war. Wenn ich am Morgen zur Arbeit ging, wusste ich noch nicht, was ich am Abend machen würde. Ich konnte mir zu Hause einen Film ansehen, mich mit Freunden für einen Theaterbesuch verabreden, Tennis spielen gehen, länger arbeiten. Konnte mich für etwas entscheiden und meine Pläne dann spontan ändern. Konnte spät nach Hause kommen und unter Umständen am nächsten Tag ausschlafen oder mal wieder früh ins Bett. Haushaltsarbeiten und Administratives konnte ich aufschieben und erledigen, wenn ich dafür Zeit hatte.

Als Vater habe ich viele dieser Möglichkeiten immer noch. Ich habe weniger Zeit dafür, aber dessen ist man sich bewusst, wenn man Kinder bekommt. Womit ich aber nicht gerechnet habe, ist die Notwendigkeit der Planung. Werde ich für einen Jassabend, einen Geburtstagsapéro oder einen Skitag angefragt, ist meine Antwort selten spontan: Meist gilt es Terminkalender zu vergleichen, Abmachungen mit meiner Partnerin zu treffen und Entscheide zu fällen. All das ist einzeln weder unzumutbar noch besonders anstrengend – aber als eher unorganisierter Mensch empfinde ich den Zwang, jede Sitzung, jeden möglichen Ausflug und jedes Nacharbeitsbier in einen Online-Kalender einzupflegen als anstrengend und unangenehm.

Damit sind auch schon die technischen Massnahmen angesprochen: Angehende Eltern sind gut beraten, sich zu überlegen, wie sie ihre Terminplanung koordinieren und kommunizieren. Mir bekannte Modelle sind der grosse Familienkalender auf Papier, den man manuell synchronisiert – oder aber die Smartphone-Kalender, die sich automatisch mit einem elektronischen Einheitskalender synchronisieren. Im Idealfall, müsste man vielleicht anfügen – und wenn der technisch versiertere Elternteil ab und zu einen halben Tag in die Feinabstimmung der Software investiert. Aber das Nachführen von Terminplanern reicht nicht: Ausserplanmässiges muss dem andern Elternteil in einem Moment mitgeteilt werden, in dem er aufnahmefähig ist und die persönliche Agenda zur Hand hat. Von diesen Momenten gibt es nicht besonders viele.

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Was genau tut man in einer Bar? Trevor St. John im Film «The Art of Getting Over It».

Die konstante Planung hat einen negativen und einen positiven Nebeneffekt: Eher unangenehm ist eine neu aufkommende Party-Langeweile. Nach Abend- und Nachtschichten mit kranken, zahnenden oder schlecht schlafenden Kindern ist man wieder einmal im Ausgang. Man hat die Kleider angezogen, welche man sich von den Kindern nicht beschmutzen lassen will, ist an den Orten, wo sich Erwachsene unter sich treffen und konsumiert Getränke, die man bei LeShop nicht bestellen kann. Man nimmt an dem Teil, was früher das Leben war. Und weiss nicht, wie man damit umgeht. Was tut man genau in einer Bar? Sich ein wenig unterhalten, gut. Aber irgendwie fühlt es sich sinnlos an, eine oder zwei Stunden lang keine konkrete Aufgabe zu haben. Die Fähigkeit, Freizeit zu geniessen, müssen sich Eltern immer wieder von neuem aneignen.

Damit gekoppelt ist aber ihre enorme Effizienz. Ein Professor hat mir erzählt, lang liegengebliebene Dissertations-Projekte würden von Doktorandinnen und Doktoranden oft gerade dann fertig gestellt, wenn sie Kinder bekommen. Die Pflicht, seine Zeit zu verplanen und einzuteilen führt offenbar auch zur Fähigkeit, in der zur Verfügung stehenden Zeit viel zu erledigen.

Der Übergang vom Leben als selbständige Erwachsene zum Leben als Eltern bringt gravierendere Veränderungen mit sich, als die Herausforderung, seine Zeit vorausblickend einzuteilen. Aber für mich persönlich war diese Anforderung die, mit der ich am wenigsten gerechnet habe; vielleicht, weil sie nur sehr indirekt von den Kindern ausgeht.

2_phwampfler_1287912460_74Philippe Wampfler ist Gymnasiallehrer und bloggt auf philippe-wampfler.com und fragenfragen.wordpress.com, auf Twitter zu finden unter: http://twitter.com/#!/kohlenklau

92 Kommentare zu «Eltern als Effizienzbestien»

  • Roland sagt:

    Ich habe ein rpaa Wochen altes Baby. Es ist supersüss etc blabla aber ich habe schon jetzt genug vom Windelwechseln usw. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass es mich im wahrsten Sinn des Wortes ankackt. “ Ich habe weniger Zeit aber dessen ist man sich bewusst, wenn man Kinder bekommt.“ Echt? Ich war mir dessen nicht bewusst bzw. hab’s mir nie wirklich überlegt weil’s ganz einfach kein Thema war. Aber jetzt weiss ich: ich glaub das ist alles nix für mich. Bin froh wenn die Windelwechselzeit vorüber ist. Hoffe danach wird’s entspannter.

  • sara sagt:

    was auch wichtig war:man konnte affären haben! wenn man seine kinder liebt und ein ehrlicher mensch ist sollte man dies nicht mehr tun.

  • Kendrick sagt:

    Super Artikel! Ich habs ja schon auf deinem anderen Blog geschrieben. Vor allem der „Übergang von selbstständigen Erwachsenen zum Elternteil“ ist gut gelungen. Bei mir ist es aber nicht LeShop, sondern diese Babypaketeria.de Blog, der zum Standardshop für Babygebrauchsgegenstände wurde. Ein bisschen absurd das ganze. Lohnt sich aber definitiv, Kinder meine ich 🙂

  • 1. Planung läuft bei uns über Mail und Firmenkalender. Blackbery sei Dank.
    2. Plötzliche Freizeit wird gerne genutzt, um sich unmotiviert auf dem Sofa zu lümmeln. Von kinderlosen Freunden verständnislos bestaunt. (Mein Mann macht mittlerweile die besten Caipi´s der Stadt.)
    3. Sofern man den Fakt in die Planung aufgenommen hat, dass die wichtigsten Termine garantiert boykottiert werden, nimmt man auch die akute Mittelohrentzündung des Nachwuchses kurz vor einer Dienstreise mit einer gewissen Gelassenheit auf.
    4. Wer deshalb keine Kinder hat, ist selber schuld.

  • heidi reiff sagt:

    Ich bleibe meinem Grundsatz treu – was du nicht willst was man dir tu, das fueg auch keinem andern zu. Angewiesen sind wir immer auf Nahrung, einfach ein Grundbedürfnis, ich bin keine Lichtfresserin, diese Scharlatane sind zum Glück längst entlarvt, vergleiche mit totalitären Staaten sind absurd. Missionsheinis haben null Chance bei mir, gleich welcher Hautfarbe. Stress ist nicht mehr mein Ding.

  • Franz Oettli sagt:

    Ja also ich habe manchmal schon etwas Erbarmen, wenn ich die Eltern sehe, wie sie herumhetzen. Aber ich finde, sie wollen auch zuviel. Warum nicht einfach mal zurückstecken, etwas kürzertreten, statt das Kind abzugeben, vielleicht auch mal sich Zeit nehmen? Wir hatten zwar auch Sorgen, aber wegen des Geldes, nicht wegen der Zeit, die gefehlt hat. Da lernt man automatisch Nein sagen. Man muss nicht jedes zweite Wochenende an irgendeine Veranstaltung.

  • Einzelkind sagt:

    Schön geschrieben, und eine herrliche Bestätigung für mich, weiter völlig ungebunden zu leben! Planen tue ich eigentlich kaum je mehr als einen Tag vorher, und spontane Abmachungen sagen mir am besten zu. Was gibt’s schöneres als mit ein paar gleichgesinnten Männern in einer Bar über so belanglose Dinge wie Autos, Politik o.ä. zu reden? Ich liebe es! Und übrigens braucht man sich dazu nicht zu betrinken…!

  • heidi reiff sagt:

    Weltweit sterben viele Menschen vor allem Männer an einem Herzinfarkt. Ich möchte es nicht verallgemeinern. Manchmal aergere ich mich, wenn der Bus mir vor der Nase wegfährt, jä nu, meine Devise im hier und jetzt, nimm dir Zeit und nicht das Leben. Auf dem Bahnhof Basel geht es in Stosszeiten zu wie in einem Bienenhaus vermutlich in allen grösseren Städten. Amüsiere mich trotzdem, wenn beim Flanieren so ältere Menschen mit Trottinets daherkommen in der CH ist das erlaubt, der OEV funktioniert gut. Das Wort Effizienz mag ich nicht mehr hören, vorallem wenn es um Kinder geht.

  • Isabella sagt:

    Oder man kriegt vor lauter Planung Depressionen, weil man nicht mehr weiß was man zuerst machen und wann man Zeit für sich finden soll.

    • Robert sagt:

      Depressionen sollten besonders sorgfältig eingeplant werden!

    • Auguste sagt:

      hmm…, sind solche symptome nicht bereits anzeichen, dass die depression schon völlig unangemeldet da sein könnte, isabella.

      würde depressionen wohl auch google calendar empfehlen, damit sie planmässig ablaufen?

  • Walter Ammann sagt:

    Um Planung geht es hier doch gar nicht, sondern darum dass Ihr erst als Ihr Eltern geworden seid endlich gemerkt habt wie pubertär Parties und Ausgang eigentlich sind. Intelligentere unter uns konnten mit all dem noch nie etwas anfangen, denn man sollte eigentlich früh realisieren dass Parties, Saufen, Rauchen usw. nur für Unreife interessant sind, die versuchen das nachzumachen was die vermeintlich „Grossen“ tun.

    • Man kann auch ohne Alkohol Spass haben, gell.

    • Robert sagt:

      Bloss – wie kommt man denn zu den Kindern? Ah ich weiss: GOOGLE!!

    • Natalie sagt:

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Herr Ammann!

    • Edgar Sponter sagt:

      Lieber Herr Ammann, es freut mich für Sie, dass sie so wahnsinnig intelligent sind. Wenn Sie jetzt zusätzlich noch dei Gelassenheit hätten, Mesnchen, denen andere Dinge wichtig sind als Ihnen, zu respektieren anstatt sie als dumm hinzustellen und sie belehren zu wollen, dann könnten sie mir vielleicht sogar sympatisch sein.

    • Rahel sagt:

      Was bitte schön, ist an einem gepflegten Abend im Ausgang mit meinem Mann pubertär? Wir sind, neben dem Elternsein, auch immer noch Menschen geblieben und brauchen hin und wieder die Abwechslung ohne Kinder! ( Was nicht heisst, dass wir uns ins Partyleben schmeissen, wenn wir in den Ausgang gehen, was wirklich selten ist, dann machen wir etwas nur für uns zwei! )

      • Valeria sagt:

        Ich möchte die wilde Partyzeit nicht missen und staune immer wieder über die Unreife junger Mitmenschen, die damit, wie oben beschrieben „noch nie etwas haben anfangen können“. Es gibt nun einmal Dinge, die man praktisch erlebt haben muss. Gehört irgendwie zur Horizonterweiterung und die funktioniert nur beschränkt theoretisch.

      • mira sagt:

        @Valeria
        Nicht jeder braucht die gleichen Erfahrungen… Und ja, es gibt Leute, die sind einfach schon früher reif als andere. Ich selber „brauchte“ jede Menge Parties, Alkoholexzesse und sonstiges Ungeziemliches bis ich geschnallt habe, was mich wirklich befriedigt. Ich bereue nichts, aber wünsche mir mein Leben auch niemand anderem…

      • Valeria sagt:

        @ mira:
        Sie haben bedingt Recht, es braucht nicht bedingt Alkoholexzesse, um ein vernünftiger Erwachsener zu werden. Aber man kann „Feiern“ nicht mit „Unreife“ in Verbindung bringen. Die Gespräche im Ausgang haben mich in dieser Zeit unheimlich befriedigt (man kann sich in einer Bar ja auch über intellektuellere Themen wie das Wetter unterhalten), und ich muss lachen, wenn ich dran denke, wie viele tolle Projekte und Ideen in leicht angeschwippstem Zustand entstanden sind…

      • Valeria sagt:

        Traurig stimmte es mich, als ich einmal von einer fleissigen, intelligenten, aber doch noch sehr naiven 24-jährigen Mitstudentin gefragt wurde, was man denn in einer Bar so mache… Man muss nicht Drogen genommen haben, um seinen Enkeln mal was erzählen zu können, aber ohne die Abstürze und Umwege im Leben, wirkt die Bilanz dann doch sehr langweilig.

    • xyxyxy sagt:

      @Gähn Herr Ammann – sie haben sich soeben als Pharisäer geoutet. Sie gehören also zu den besseren, intelligenteren und reiferen – da sie einfach nichts anfangen konnten mit Partys und einem Drink oder evt. mal etwas über die Stränge. Das ist nicht ihr Ding. Das ist ok. Müssen ja nicht alle gleich sein. Anstatt das einzusehen, unterstellen sie aber allen die nicht auf ihrer WEllenlänge sind, unreife und Minderwertigkeitsmotive.
      Das ist gaaaanz oberflächliches Denken. Zeugt für mich nicht von Reife und Sozialkompetenz. Vielleicht fehlen ihnen einfach die positiven Erfahrungen einer Party.

    • mira sagt:

      Ich stimme ihnen zu, ausser das mit der Intelligenz… Damit hat es leider gar nichts zu tun…

  • Heinz Kuhn sagt:

    Toent so als ob Eltern sich hin und wieder einen Joint genehmigen sollten..

  • Robert sagt:

    Ich glaube, das hat nur exemplarisch mit den Kindern zu tun. Man entwickelt sich weiter – und lernt, das Leben mit allem was dazu gehört in den Griff zu bekommen. Sei das zu Hause oder bei (und mit) der Arbeit. Es gehört zu den Qualitäten von Leuten, die eine gewisse Verantwortung übernehmen können, dass sie sich organisieren. Und es gehört einiges dazu, sich irgendwann einmal nicht einfach als „eher unorganisierten“ Menschen gehen zu lassen, sondern solche Qualitäten aufzubauen. Zu planen, sich an Pläne zu halten, umzuorganisieren, wenn Pläne umgeworfen werden. Zuverlässig zu sein.

    • Robert sagt:

      Und vielleicht gehört das Gefühl, nicht mehr zu wissen, was man in einer Bar macht, dazu. Logischerweise.

  • Werner Rosenberger sagt:

    Cooler Blog! Seit der Geburt unserer Zwillinge vor 6 Monaten hat meine Frau keine Zeit mehr fürs Internet. Ich bin jetzt der Familiensurfer.

    Da wir beide elektronische Agendas nicht mögen, hängt in unserer Küche der gute, alte Tagi Kalender. Gemeinsame Daten, Ferien, Kinderdaten etc. sind grün angemalt und reserviert.

    Komm ich mal wieder, selten, in eine Bar, trinke ich Jack Daniels und sinniere was ich vor den Zwillingen in den Bars gemacht habe. Und bestelle noch einen Jack.

    Sitze ich zu Hause und kann mal Musik hören nehme ich „Moon Of Alabama“, den Whiskey Song der Doors.

    • Auguste sagt:

      hmm…, soviel zu plänen, erinnerungen, bars und tennessee courage…

      youtube: keith whitley – between an old memory an me

    • alien sagt:

      Ich würde das hier hören, Werner:

      http://www.youtube.com/watch?v=5bsT1OBJ5mA&feature=related

      (und immer schön Präservative benützen)

      • Werner Rosenberger sagt:

        Haha danke für den AC DC link. Mein erstes AC DC Konzert war am 14. Dezember 1980. Meine Mädchen tragen bereits beide AC DC Shirts. Präservative brauche ich keine mehr. Die Mädchen machen so viel freude, da verpasst man gerne mal was. Mein Haus ist ein Heavy Metal Hard Rock Haus.

      • alien sagt:

        Erfüllt.

      • alien sagt:

        Präservative wirken gegen den Jack (oder Tripper), sagt man…

      • Werner Rosenberger sagt:

        alles klar – …. she gave me her body – but – she gave it to anybody …. einer meiner Lieblingssongs meiner Helden …. guter Rat wenn zuviel Jack intus, in der Bar … und als Doppelvater steigt die Begehrtseinskurve enorm, unerwartet haha

  • mira sagt:

    Ach, und wegen der Bar-Frage: Was ich heute sehr schätze, sind die Zeiten, in denen ich ungestört mit meinen Freunden sprechen kann. Der Ort ist dabei weniger wichtig (Bar, Restaurant oder im Park), die Zeit jedoch ist viel wert.

  • Francesca sagt:

    So schön! Bloss: das mit der Planung kann man vergessen, obwohl sie unerlässlich ist. Windpocken sind ebensowenig geplant, wie niederkommende Kindergärtnerinnen, ausfallende Babysitter und dergleichen. Sind die lieben Kleinen erst älter, dann ist ihre Flexibilität unerreicht, und man hat am Tisch entweder keinen sitzen, weil spontan was dazwischen kam, und kann dann alles alleine futtern, oder es ist nichts im Kühlschrank und das Haus proppenvoller hungriger Mäuler… Flexible Planung und Nerven aus Stahl, und dann geht alles gut.

    • Regula sagt:

      Eine Planung zu haben, ermögicht immerhin, sie wieder über den Haufen zu werfen. 😉 Ich habe das jahrelang erfolgreich praktiziert (wegen Windpocken, kranken Lehrkräften, ausfallenden Babysittern usw). Jetzt sind alle Kinder aus dem Haus, und ich finde das sooooooooo schön. Das Leben ist einfach. 🙂

    • Robert sagt:

      Hoff ich doch, dass sie am Tisch keinen sitzen haben!

  • StefanB sagt:

    Hm, da staune ich aber, und frage mich, wie haben die das eigentlich vor der elektronischen Revolution gelöst?

    • Francesca sagt:

      Eindimensional. Feuer ein, Feuer aus.

    • Britta Holden sagt:

      dann bleibt noch die oft vergessene Frage: wenn alles geplant und organisiert ist: Wann sehen wir uns wiedermal zu zweit? – Sonst plant man dann bald mal den Termin beim Mediator oder trauriger noch, beim Anwalt.
      Mir fällt auf, dass das in der Schweiz mit dem planen sehr viel aufwendiger ist, da die Kinder nicht den ganzen Tag versorgt sind (ausser in der Stadt) und die Nachbarschaft nicht zur Verfügung steht. Erste Anlaufstelle bei unvorhergesehenem und bei vorhersehbaren Abwesenheiten waren für mich immer Nachbarinnen im ganzen Quartier.

      • Britta Holden sagt:

        und: es sind auch längst nicht alle Papas fähig zu planen, und sich dann auch daran zu halten – vergessen, das Kind in der Krippe abzuholen, vergessen, dass man gemeinsam mit Freunden und kiddies ein Wochenende geplant hatte etc., das gibt es auch…

      • mira sagt:

        Das ist nicht nur in der Schweiz so…

      • Robert sagt:

        Am besten haben die Kinder auch einen Kalender auf Google 🙂

    • Auguste sagt:

      hmm…, sein ansatz hat mir immer irgendwie gefallen…

      youtube: jimmy buffet – if the phone doesn’t ring it’s me

  • Daniela sagt:

    ….ja wie wahr….da such ich auch noch die ideale Kommunikationslösung damit ich nicht ständig 3 Agenden nachführen muss. Gibts da was Elektronisches ? Mit Ausnahme von Outlook ?

    • Jürg. sagt:

      Kommentar auf best-app-youve-never-tried-cozi-family-organizer:

      We tried the Cozi calendar (even picked up the ad-free version when amazon had it as their app of the day a few weeks ago) — it worked okay, but frankly the Google calendar works better. We set up multiple calendars, so I have one, my wife has one, we have a „church events“ calendar, a calendar for kids, and a calendar for chauffering needs — all in Google calendars, all synced natively on our Android phones. Works great.

      es gibt auch ein deutsches Produkt:
      http://www.konsumgoettinnen.de/family_cockpit_online_organizer_p

      • Bodie sagt:

        Wir haben einen Google-Kalender, jeder hat seinen eigenen Kalender sodass man sieht wer wann was vor hat. Und mit einem Smartphone ist der Kalender jederzeit abrufbar ..

      • Auguste sagt:

        hmm…, auch ohne „church events calendar“ haben wir weihnachten und ostern noch nie verpasst – ich schwörs! was den rest angeht, da erinnern mich die innerschweizer und die deutschen jeweils total zuverlässig daran, dass grad wieder eine „jungfernfahrt“ o.ä. mit shopping in zürich gebührend gefeiert werden muss. bless ‚em.

    • Renato sagt:

      Auf iCalender des Familien-Mac’s lassen sich sämtliche Kalender (Outlook des Geschäfts, Privater Kalender) verschiedener Personen ohne Probleme einbinden!

    • Francesca sagt:

      Reden. Denn die tragen sich dann doch nicht alle ein, wie sie sollten…

    • Robert sagt:

      Google Kalender. Man hat ihn nicht, man nutzt ihn. Am besten zusammen mit Android-Handy.

  • Mamarazzi sagt:

    Nicht zu vergessen, da plant man, organisiert man, freut sich und just in dem Moment werden die Kinder krank und man darf alles abblasen. Deshalb mein Lieblingsspruch seit ich Kinder habe:
    Erstens plant man und zweitens hat man Kinder…

  • René Baron sagt:

    Schade eigentlich wenn man erst mit Kindern bemerkt, dass es Geistvolleres, gibt als in einer Bar rumzuhängen.

  • mira sagt:

    Super Text. Spricht mir richtiggehend aus dem Herzen. Wir haben unsere Planung so gelöst: Jeder hat eine kleine Taschenagenda mit den wichtigen Terminen (auch vom Partner) drin. Steht etwas Neues an, so gibt es ein kurzes Telefon mit Abgleich und verbindlichen Zusagen. Fragt mich zB meine Chefin ob ich in 2 Wochen für 3 Tage ins Ausland gehen kann, so muss ich relativ schnell wissen ob ja oder nein. Dafür finden unsere Meetings nie am Abend statt, da kann dann mein Mann relativ frei planen.

    • Jürg. sagt:

      bei uns werden Termine via Google Talk vereinbart..

      • mira sagt:

        ja, wenn beide online sind dann auch mal per chat. das ist allerdings bei meinem mann nicht immer der fall…

      • Robert sagt:

        Wieso nicht gleich mit dem Google Kalender?

      • mira sagt:

        Weil ich meine Termine auch offline im Griff haben muss. Gleiches gilt für meinen Mann.

      • Jürg. sagt:

        @Robert
        andere Personen wie Schwiegermutter, Nanny kommen besser mit dem Papierkalender klar

      • mira sagt:

        Wichtig ist auch: die beste IT Lösung bringt es nicht, wenn keine Kommunikation da ist. Diese ist das Wichtigste an allem. Denn was bringt es mir, wenn ich einen Termin eintrage, mein Mann dann aber nicht kann? Ohne Absprache geht nichts. Ob man es dann schlussendlich auf Papier oder elektronisch festhält ist egal. Ich bin auf Paper immer schneller als meine Kollegen die erst 5 Minuten tippen müssen, bis sie was eingegeben haben. Aber jedem das Seine…

  • Gabriela sagt:

    Mir ist es schon mein ganzes Leben lang schleierhaft, was ich in einer Bar tun sollte – und ich habe keine Kinder.

    • Wildkatze sagt:

      Als ich noch in Zürich lebte bin ich gerne, wenn auch sehr selten, in der Kronenhalle-Bar gesessen, habe exotische Drinks konsumiert (mein Top-Favorit: Pisco Sour) und mit Vergnügen die Leute beobachtet.

      • SomeintPhia sagt:

        Das Schaulaufen in den Bars ist eh köstlich! Wir amüsieren uns immer wieder prächtig. Da braucht’s dann nicht viele Worte .. 😉

      • alien sagt:

        Also wenn ich in weiblicher Begleitung in einer Bar sitze, dann sind die anderen Besucher absolut irrelevant.

      • Wildkatze sagt:

        Schön, alien. Die Kronenhalle war damals auf meinem Heimweg. Wenn’s einen Parkplatz in der Bellevue-Garage gab, bin ich da auf dem Weg vom Büro nach Hause auch schon mal alleine hängen geblieben um ein bisschen abzuschalten.

    • Independent sagt:

      HAHA! nicht schlecht… 🙂 , kommt aber ein wenig auf die Bar drauf an!

    • Robert sagt:

      Dann gilt’s nicht. Erst wenn Sie es „vor den Kindern“ noch gewusst hätten…

      Komisch aber, dass wir uns nie getroffen haben. Ich war auch nie in einer Bar.

  • Wildkatze sagt:

    Life is what happens to you while you’re busy making other plans!

  • Alain Burky sagt:

    Schon der grosse Brecht hat ueber den Planungswahn geschrieben:
    „Ja, mach nur einen Plan
    sei nur ein großes Licht
    und mach dann noch ’nen zweiten Plan
    gehn tun sie beide nicht.“
    Dennn fuer dieses Leben – ….
    (Bertolt Brecht, Dreigroschenoper)

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