Ein Papablog von Christoph Brunner Caffi.

Musikalische Erziehung kann nicht früh genug beginnen: Babys werden mit Musik berieselt.
Es sah vielleicht aus wie eine Szene aus einer dieser US-TV-Serien, als ich mich irgendwann im Frühherbst letzten Jahres mit meinem iPod und Kopfhörern neben meine schwangere Frau ins Bett legte. Ich nahm die Kopfhörer, platzierte sie auf ihrem Bauch und spielte «With or Without You» von U2 ab. Ein Papa, eine Mission: Unser ungeborenes Kind sollte die Musik kennenlernen, die seinem Erzeuger gefällt und die er die ganze Zeit im Ohr hat.
Die musikalische Früherziehung ging weiter in den ersten Wochen, nachdem Nuria schliesslich auf der Welt war. Meine zwei Wochen Papiferien nutzte ich umsichtig. Jeden Morgen nach dem Zmorge, während meine Frau unter der Dusche stand, setzte ich mich mit meiner Tochter aufs Sofa und legte eines meiner Lieblingsalben auf. «Achtung Baby» von U2, R.E.M. mit «Automatic For The People», Stephan Eichers «Carcassonne», Ben Folds, Beatles, Bob Dylan, Arcade Fire, Radiohead, Züri West – jeden Tag ein anderes grosses Werk der Popmusik. Spätestens bei Song Nummer 3 schlief die Kleine jeweils ein, was ich als positives Zeichen wertete: Die Musik störte sie offensichtlich nicht.
Meine stille Hoffnung bei dieser Berieselungsaktion: dass Nuria in ihrer Kindheit möglichst viel gute Musik zu hören bekommt und damit imprägniert wird gegen richtig schlechte Musik. Seelenlose Kommerzmusik, die nur laut, überproduziert und in der Hitparade ist. Jene Musik, auf die Kinder so abfahren wie auf ungesundes Essen oder Süssigkeiten. Ich sehe es bei meiner fünfjährigen Nichte, deren Eltern eigentlich keinen schlechten Musikgeschmack haben. Aber es reichte eine einzige «Die grössten Schweizer Hits»-CD im Auto-CD-Player, und schon sang die Kleine ein halbes Jahr lang nur noch «Ewigi Liebi», «Schwan» und «Das Feyr vo dr Sehnsucht». (Zur Verteidigung meiner Nichte muss ich sagen, dass bei ihr mittlerweile Kinderpop wie Tischbombe und Schtärneföifi aktuell ist – Gott sei Dank!)
Obwohl: Vielleicht sollte ich Nuria einfach ihre eigenen popmusikalischen Fehler machen lassen? Vielleicht muss man seine Kindheit erst mit trashiger Musik verbringen, um später die richtig gute Musik zu schätzen? Schliesslich habe ich mein Kinderzimmer Ende der 80er-Jahre auch mit Müll wie Modern Talking, Sandra oder Michel Villa (jawohl: Michel Villa) beschallt. Und meine erste selbst gekaufte Vinylplatte 1988 war nicht etwa Roxette mit «Look Sharp!», «Rattle and Hum» von U2 oder Bon Jovis «New Jersey», nein, es war der Soundtrack zur Thomas-Gottschalk-Klamotte «Zärtliche Chaoten II» (die erste CD ist auch nicht besser: «Otto – Die neue Filmmusik»).
Und trotzdem: So, wie jene Eltern, die nie studieren konnten, ihre Kinder am liebsten auf die Uni schicken, hoffe ich, dass Nuria später einmal musikalisch einen eigenen, guten Geschmack entwickelt. Dass sie, wenn sie mit Bono, Bob und den Beatles aufwächst, gar nie in Versuchung gerät, sich den Appetit mit Bieber, Bligg und Britney (oder deren Nachfolgern) zu verderben.
Aber wer weiss: Vielleicht kommt sowieso alles anders und meine Tochter interessiert sich keinen Deut für Musik, weder für gute noch für schlechte. Stattdessen begleite ich Nuria in 10 Jahren nicht zum U2-Reunionkonzert ins Letzigrundstadion, sondern muss mit ihr an einen FCZ-Match.
Christoph Brunner Caffi ist Redaktor / Moderator bei Radio 24.



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Meine heutigen Musikvorlieben habe ich mit 16 Jahren selbst entdeckt.In meinem Elternhaus ist kaum je Klassik gespielt worden,der Vater trällerte etwa Marina,Marina von Rocco Granata,Catherina Valente und Peter Kraus habe ich auswärts zu hören bekommen.Als ich etwa 16 Jahre alt ist mir eine Platte mit einem Klavierkonzert von Mozart in die Finger gekommen,ich habe mir das angehört und ich war absolut begeistert.Es folgten Bach,Beethoven,Tartini Scarlatti auch Strawinsky und viele andere.Ich schwärmte für Friedrich Gulda,Glenn Gould,Klara Haskil und D.Oistrach.Nehme jetzt Klavierstunden.
Mal abgesehen vom bescheidenen Musikgeschmack des Autors, haben wir das anders gelöst: Unsere Zwillinge kriegten Namen von Songs.Die wunderbare Sara ist nach Thin Lizzy’s (und ein wenig Fleetwood Mac) fantastischem Song benannt,Michelle wurde von den Beatles geadelt.Meine Kids hören Musik seit Bauch. Und immer.Sind sie gut drauf,läuft meine 350 starke “Hard” Liste, oder “Soft Hard” (DC, Owar, Priest, Maiden, Rainbow,Tallica,Naz etc.). Gehts ruhiger zu und her, die Kids List (Cat Stevens,Ronan K,Nena,Schwan,Liebi,Träne,Pingu).Das Schlimmste finde ich Eltern, welche ihren Kids KEINE Musik geben!
Als Imprägnierung gegen teutonische Klotzmusik empfehle ich Heino und Heintie. Die Deutsche Sprache eignet sich einfach nicht zum Gesang. Noch schlimmer Schweizer Dialekt. Do chirpschets nor no.
I bi der Schacherseppeli, im ganze Land bekannt, bi friener s’ flottischt Bürschtli gsi, jetzt bin i e Vagant , hoffe Sie verstehen Spass
. Ich mag Schweizerdialekt, jeder CH-Kanton hat ein anderes, c’est le ton qui fait la musique, auch in der Sprache .
klar, heidi. mir gefallen die Dialekte auch, nur beim singen, da macht mein ohr nicht mit. Obwohl das lied oh laeck du mier am tschoepli (weiss nicht welche gruppe) nur auf dialekt gut geht.
Katharina, Patent Ochsner und Züri West sind Ihnen aber schon ein Begriff? Wollte nur sicherheitshalber nachfragen…
Ich mag Schweizer Dialekt auch, aber nicht in der Musik. Dieses Genöle, da muss ich weit fortspringen, wenn ich Patent Ochsner höre, kommt mir ein Ghüderwagen in den Sinn. Auch die meisten Schweizer Filme sind zum Davonspringen, der einzige grosse, international ernst zu nehmende Regisseur war Daniel Schmid, ich liebe sein Filme, sie sind grosse Kunst. Aber sonst? Vielleicht liegt es daran, dass bei uns die Künstler Kulturschaffende heissen, so ein absoluter Kackbegriff, da kann nur was Verschwurbeltes rauskommen. Ich lebte mal eine Zeitlang in einer ‘Künstler-WG’ Mamma mia, es war…..
Daphne, mit Rock und ähnlichen Genres und mir ist es wie mit Wasser und Katzen. aber ich habe mir die Mühe gemacht und gegooglet. kannte den Namen der Gruppen aber nicht deren Musik. Beides nichts für mich..
Vielleicht gefällt’s ja mit orchestralem Hintergrund…
http://www.youtube.com/watch?v=bnDFseiDE-4
Die legendär besungenen Damen V. Nuss und Ludmilla wären einen zweiten Mausklick wert.
tia. also der Clip ist reif für die Hollywood Bowl. Wobei die Berner Altstadt halt schon eine waehrschafte Kuliise gibt. Die können also auch in grand style. nur die Harfe fand ich etwas out of place.
W. Nuss spricht mich nicht so an.
Ludmilla aber umso mehr. schön melancholisch.
thanks for the hint.
Es gibt schon deutsche Lieder, Chansons, die echt gut sind. Mein Liebster ist Konstantin Wecker, das weisst du ja, Kate. Sein ‘Liebeslied’ oder ‘Wenn der Sommer nicht mehr weit ist’…… zum niederknien. Jemand sprach von ihm mal als ‘bayrischer Saftwurzel’ das trifft es sehr gut. Ich hab ihn oft live erlebt, es sind unvergessliche Abende für mich.
A bisserl gwamperter vielleicht?
nana, aber sicher doch!
http://www.youtube.com/watch?v=Ur-b-Fkf1d0
Danke fufi, wenn ich gut aufpasse, verstehe ich sogar was. Ich denke, es ist eine ziemlich alte Aufnahme, er spielt so den Stenz, so gefiel er mir nie besonders, aber die Stimme macht alles wieder wett, der Konstantin hat eine fantastische Stimme.
“Achtung Baby” von U2 ist eine der genialsten Platten der Neunzigerjahren! http://www.youtube.com/watch?v=ftjEcrrf7r0 http://www.youtube.com/watch?v=A53BDbV7m4Y
es wird ie Zeit des Rolf Zuckowski kommen. mit Songs wie…”In der Weihnachtsbäckerei” http://www.youtube.com/watch?v=2BtQtmToUVI …… dass der Mann einst 1987 als Dirigent bei Celin Dion am ESC dabei war – macht die Guätzlibachmusig nöd besser!
also bei pflanzen haben wissenschaftliche STUDIEN gezeigt, dass metal sich am besten auf das wachstum auswirkt. ich empfehle den versuch am kinde!
yeah!
vielleicht nicht grad Death Metal, wäre sonst ja ironisch…
death Metal – find ich selbst nciht so toll. Eluveitie, wos ein bisschen keltischer zugeht und zwischendurch Dudelsack gespielt wird. Das liegt noch drin. Bei zuviel Gebrüll finden sies etwas seltsam.
Aber klassischen Metal wie Iron Maiden finden sie nicht schlecht.
Der Knirps in der Mitte hört aber nichts, was ihm gefällt. gleich schreit er Mama!
Blow your minds on this one:
http://www.youtube.com/watch?v=6sPzQsNrWpg
S’ist wohl der Nix wo’s ausmacht.
Zum Beispiel:
Beethoven – Steppenwolf
Bob Dylan – Schubert
Hindemith – Lou Reed
Pink Floyd – Mahler
(so aus dem Handgelenk)
Und wenn die Kleine dann Heino mag:
Nichts gegen ein fröhliches Familienschunkeln!
Neineineineinei!
Nicht NIX
(Freud dreht freudig seine Runden!)
MIX, meinte ich, MIX
MIX
MIX
MIX
Capito?
Nö, nix capito. Hööö?
Luja, sag i!
Luja Bruda.
Super Bild, der kleine vorne in der Mitte errinnert mich an Jean Todt als Boxengeneral bei Ferrari
hahaha, genau das machen wir auch, und zwar etwa mit den gleichen bands
ihr selbst erwählter lieblingssong ist jetzt aber “well well well” von duffy… naja, besser als ewigi liebi
Das arme Kind (des Autors); Mainstreamrock wie U2 und R.E.M. … hoffentlich wird daraus mal eine richtige Rebellin! Als ich “Moderator bei Radio 24″ las, war ich überhaupt nicht überrascht.
Achtung Baby – von U2 ist eine gute Scheibe.
Passt ja auch thematisch, wenn man einen Säugling zur Umsicht anhalten will.
Genau das musste ich auch grad denken. Wenn wenigstens etwas unbekannteres von U2 dabei gewesen wäre, der Soundtrack zu “Million Dollar Hotel” beispielsweise, wär’s ja ok:
U2 – The Ground Beneath Her Feet: http://www.youtube.com/watch?v=hQ-XKz0eNb8
Und ansonsten soll meine Tochter alles hören, von “ein Stern” bis “Einstürzende Neubauten”, von “Enya” bis “Trummer”. Und gern darf sie später mit dem langhaarigen Nachbarn zu Death Metal ihre Haare schütteln.
Je mehr man hört, umso eher kann man Gutes von Schlechtem differenzieren, in JEDER Sparte.
Ich hoffe nur, der Autor quält die Ohren seiner Tochter wenigstens nicht mit den weissen Original-iPod-Kopfhörern. Mir graust es jedes Mal, wenn ich “Musikexperten” sehe, denen diese “Stöpsel des Todes” um den Hals baumeln… :-/
Oje, Väter und ihre Probleme…
Wieso wollen Eltern mit allen Mitteln Kinder zu Dingen zwingen, zu denen sie selbst nicht fähig waren?
Die Symbiose gibts ist für jeden Menschen nur einmal , im Fruchwasser im Mutterbauch, bei Säugetieren ist das auch so. Ein geklontes Tier gibts, das berühmte Schaf Dolly. Ob es schon geklonte Menschen gibt entzieht sich meiner Kenntnis.
Musik im Babybauch halte ich für Quatsch. Kinder trimmen wollen ebenso.
Aber als Musikliebhaber versuche ich meinen Kindern zugang zu jeglicher Musik zu verschaffen und ich bin stolz auf unsere Kleinen. Sie hören gerne Kinderlieder und das ist gut so. Aber als sie zum ersten Mal die DVD HAARP von Muse hörten waren sie hin und weg und jedesmal wenn sie Muse hören sind sie begeistert. Klassische Musik gefällt ihnen sehr gut, ebenso Jazz, das beschert meistens eine lange ruhige Spielzeit. Ansonsten sind sie herrlich unvoreingenommen: Shakira, Enya – One Love oder Ace of Spades, sie freuen sich.
na dann zieht euch mal das rein
http://www.youtube.com/watch?v=j8WP7aOD_9Q
ach, diese DVD MUSS man einfach haben. Kein alter Käse. Das ist innovative Rockmusik.
Ja, das ist schon toll.
jetzt haben sie bei mir 10 Steine im Brett.
das ist auch super
http://www.youtube.com/watch?v=PxXtQmy0RZY
da braucht man keine hilfsmittel mehr, um abzudriften und sich irgendwo einfach in anderen sphären zu bewegen. war vor einem jahr im wembley – zehre heute noch davon. einfach klasse!
war im Stade de Suisse – kann mich an kein genialeres Konzert erinnern
bei mir dauerte es ca. zwanzig jahre um die explosion im kopf von simple minds “city of lights-tour” zu toppen – es brauchte muse dazu! wohne neben dem stade – war hin und weg auf meinem balkon. dafür wembley.
warst du bei HAARP im Wembley oder bei der aktuellen Tournee?
hoffentlich gibts von der auch den DVD
the resistance am 10.9.10 – ich glaube davon gibt es keine dvd. gute jungs!
bin buchstäblich hin und weg, wenn ich sie höre, ein anderer film.
ich weiss Resistance gibt es noch nicht als DVD – ich hoffe nur, dass wir auch diese Tour zu Hause geniessen können.
du wohnst neben dem Stade de Suisse? Dann schlage ich vor, dass wenn MUSE uns wiedereinmal beehren, wir was abmachen, denn ich werde sie auf jeden Fall wieder “buchen”.
@xy
abgemacht, bis dann!
Sucht mal nach Rockabye Baby auf Youtube. Da findet Ihr Hits von Grössen wie Tool, Mettallica, Nine Inch Nails die als Schlaflieder abgeändert worden.
z.B. http://www.youtube.com/watch?v=rc2g9lbi4TQ&feature=related
Oder auch auf http://rockabyebabymusic.com/
Hab ich auch mal angehört, aber die sind teils sehr unterschiedlich gut. AC/DC fand ich da gelungen, Rolling Stones nicht so sehr.
Ansonsten wird gehört, was den Kindern Freude macht und getanzt. Das kann mal James Brown sein und mal Heidi, nur bei zu heftiger Rockmusik scheinen sie eher gestresst als begeistert.
Ist das ernst gemeint die Wahrheit? Ist ja fruchtbar. Und gute Musik von R.E.M.,Stephan Eichers und Bob Dylan? Kann ja wohl nicht angehen. Nein, ich glaube, so funktioniert das nicht. Das richtige Leben aus lauter Klischees …