
Gute Lehrer sind Helden - leider machen es ihnen heutige Eltern schwer, auch gute Lehrer zu sein. (Jack Black als Lehrer in «School of Rock»)
Ich habe einen Bekannten, er ist Lehrer. Nennen wir ihn Hans. Hans ist ein guter Lehrer, engagiert, pflichtbewusst, verantwortungsvoll, vom richtigen pädagogischem Elan erfüllt, der ihn regelmässig dazu veranlasst, eigens Theaterstücke für seine Klasse zu schreiben und mit ihnen zur Aufführung zu bringen. Diese Art Lehrer.
Als ich ihn jüngst traf, erschrak ich leicht. Er wirkte müde und ausgelaugt. So fühle er sich, bestätigte er. Und erzählte von der sehr schwierigen Klasse, die er übernehmen musste. Es war nicht seine erste schwierige Klasse und er ist auch keiner, der sich schnell entmutigen lässt. Doch die letzten paar Wochen waren zu viel. Gaben ihm den Gong. Schuld daran waren allerdings nicht nur die Schüler, sondern vor allem deren Eltern.
Es gab die üblichen Probleme. Schüler wurden beim Saufen und Kiffen erwischt. Es wurden die üblichen Massnahmen ergriffen: man informierte den Klassenlehrer in Erwartung einer disziplinarischen Reaktion. Hans forderte also beispielsweise einen beim Kiffen im Schullager erwischten Übeltäter, doch bitte den Hergang der ganzen Geschichte schriftlich zu schildern. Doch da warfen sich die empörten Eltern dazwischen. Eigentlich war es die Mutter. «Dieser Lehrer hat dir gar nichts zu sagen», teilte sie ihrem Sohn mit. Der glaubte ihr. Es gab einen endlosen Austausch von E-Mails, tags und nachts und an den Wochenenden, von Eltern, Schulbehörden und anderen Lehrern. Als mein Bekannter nicht klein beigab, hetzte sie den Vater gegen ihn auf. Der zwar wenig Ahnung hatte, was eigentlich vorgefallen war, aber dem Wunsch seiner Frau willig entsprach und ein bisschen mit geschwellter Brust um den Bekannten herumstrich.
Was ihn am meisten fertig mache, sagte Hans, seien nicht die Probleme mit den Schülern. Die Intrigieren der Erwachsenen gegen seine Funktion als Lehrer machten ihm zu schaffen.
Tatsächlich befinden sich die Lehrer in einer unglaublichen Zwickmühle. Eltern delegieren die Erziehung an die Schule. Die Gesellschaft fordert von dieser mehr Strenge. Und wenn die Schule versucht, die erzieherischen Defizite auszubügeln, wird sie von den Eltern ausgehebelt. Der Lehrer darf den Hampelmann spielen, die Schiessbudenfigur, jeglicher Handlungsfähigkeit beraubt. So vergeht letztlich die Freude am Beruf – zum Leidwesen der problemlosen Schüler.
Man wirft Lehrern zwar gerne Faulheit und anderes vor, was völlig lächerlich ist. Lehrer ist einer der verantwortungsvollsten Berufe überhaupt, wenn man bedenkt, dass die Schule die wichtigste Schnittstelle zwischen Elternhaus und Gesellschaft ist, dass hier die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Und dabei arbeiten sie nicht mal fürs eigene Ego wie die Manager, denen das Geld gern sonstwohin geschoben wird. Gute Lehrer sind Helden, nur leider machen es ihnen die Eltern immer schwieriger, auch solche zu sein.
Und nun kommt das Aber. Natürlich sind nicht alle Lehrer, wie mein Bekannter. Ich habe die lebendigsten Erinnerungen an Fachkräfte der Branche, die sich benahmen und auch so aussahen, als bestände ihr Leben im Wesentlichen darin, in einem Kleiderschrank zu stehen. Den sie nur ab und zu verliessen, um in das Leben von uns Schülern einzumarschieren wie Napoleon in Russland. Ich hätte mir oft gewünscht, dass meine Mutter intervenieren würde. Was sie selten tat und wenn, sprach sie zuerst mit dem Lehrer, um sich ein Bild der Lage zu machen. Denn Lehrer und Eltern sollten eine Erziehungsfront bilden, da kann es nur schiefgehen, wenn man sich gegenseitig auszuspielen versucht.
Heutige Eltern wissen, wie wichtig die Schule für die Zukunft ihrer Kinder ist, das mag der Grund sein, warum viele sich bemüssigt fühlen, sich einzumischen. Aber der Lehrer ist kein Dienstleister für die persönlichen Ziele der Eltern, sondern steht letztlich im Dienste der Gesellschaft, von heute und von morgen.
Oder was meinen Sie?



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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@ Globetrotterin
Herzlichen Dank für Ihre Schützenhilfe, ich schätze Ihre autenthische und auch kritische Haltung in diesem Blog. Bleiben Sie sich selbst treu, freue mich, dass es auch Globetrotterinnnen gibt und nicht nur Globetrotter, eine bunte Mischung.
@ H.S. Roth
Ich habe persönlich keine Psychiatrieerfahrungen, bin auch kein Physiater wie das Alfred Rasser mal so gut in rübergebracht hat, HD Läppli hat ja das MILLITANTE AUF DIE SCHIPPE GENOMMEN . Ich bin war konfrontiert mit Menschen aus meiner nächsten Nähe, die fast alle Psychiatrieerfahrungen hatten einige haben den Freitod gewählt, es gibt auch Antipsychiatrieverlage, z.B. Suhrkamp, (Vorischt Jiddisch) Alice Miller die Pionierin, die sich weltweit engagiert hat in Bezug auf Kindsmisshandlung konnte Ihre Bücher nur beim Suhrkamp-Verlag auflegen , vorsicht Jiddisch .
Der Mengele aus der Psychiatrieecke brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.
Ja, Heidi. Mir selbst treu zu bleiben, ist die oberste Maxime in meinem Leben. Aber ich kann Ihnen sagen, das ist oft eine teure Angelegenheit…nicht nur finanziell. Aber ich war immer und bin immer bereit, den Preis zu bezahlen, egal, was es kostet.
Ich meine, der Satz kommt ja schon aus einer nicht gerade als literarisches Meisterwerk zu bezeichnenden Science-Fiction-Reihe für Jugendliche, aber er ist ziemlich cool:
„Woran du glaubst, dafür sollst du leben und sterben.”
Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Brandis:_Weltraumpartisanen
Ja, Patrick. Es ist einfach ein umwerfendes Gefühl, morgens beim Zähneputzen die Person zu mögen, die einem da aus dem Spiegel entgegensieht. Meine Würde, mein Stolz und meine Integrität haben keinen Preis, sie sind unverkäuflich.
Globine, ich biete eine Million. Na?
da ist man doch glatt versucht, goethes orphische urworte hinzuzufügen…
Witz, natürlich. Erstens hab ich keine Million und zweitens ist das auch mein Leitspruch.
und schon wieder redford, patrick. der scheint dich zu verfolgen.
Globe, das kann ich nur bestätigen, geht mir ebenso.
Tand, Tand ist das Gebilde aus Menschenhand…
obiges bezieht sich auf die Million.
das gedicht scheinst du aber zu kennen, globetrotterin…
Ehrlich gesagt, finde ich ihn ganz ok. In All The Presiden’s Men habe ich ihn richtig cool gefunden. Hat sicher auch mit seinem Beruf zu tun in dem Film.
den streifen mag ich auch, also haben wir etwas für den filmabend gefunden – finally.
Ok, im Juli bei Globine. Wir können dann zuerst etwas Obenohnebaden
vergessen.
Patrick, Juli geht nicht. Juli/August entfleuche ich hier vor den Touristen und bin meistens in der Schweiz. Die schönsten Monate hier sind Juni und September. Ihr seid alle herzlich willkommen.
Ja, auch wenn’s nicht von Goethe stammt.
ups! obiges geht an mila.
Ich habe, hjajaaa, einen DVD-Spieler. Kommt hierher im Juli. Weiss eh nicht, ob ich Geld und Zeit habe für Ferien….
(und im Juli kann man im Zürisee Obenohnebaden
)
globetrotterin, die urworte, die ich meine, stammen durchaus von goethe. vielleicht meinst du etwas anderes, ich wüsste gerne was…
tiger, das obenohne überlasse ich gerne dir. ich mag meinen bikini, auch das oberteil.
ach, jetzt sehe ich es, du meintest fontane. in meinem gedicht gibts aber auch die zeile: “Im Leben ists bald hin-, bald widerfällig, Es ist ein Tand und wird so durchgetandelt.” zufall aber auch.
fontane, klar. war zu sehr in meinem eigenen ‘tand’ verfangen… (ein erster kommentar dazu kommt momentan nicht durch)
Auch mit Hunden?
Ging an Patrick. Heute tue ich mich offenbar etwas schwer mit dem @.
“Sich selbst treu zu bleiben heisst, sich immer wieder von sich selbst verabschieden zu müssen”
Fu Fi, chinesischer Weiser
Ja, glaubs oder nicht, wir haben eine Ecke der Badi, wo Hunde erlaubt sind (und auch oft anwesend).
hmm…, lassen sie sich nicht beirren, heidi reiff, ich schätze ihre form der kleinkunst sehr.
youtube: fleetwood mack – go your own way
Oh Gott, Fleetwood Mac ist eine der besten Bands des letzten Jahrhunderts.
http://www.youtube.com/watch?v=6ul-cZyuYq4&feature=related
Go your own way
You can call it
Another lonely day
Tiger: das letzte Jahrtausend?
Wenn man sich Tigris Quatsch wegdenkt (auf den eh kaum jemand eingeht), ist das eine ganz interessante Unterhaltung.
Ups, das gehört ja gar nicht hierhin! zwei Seiten weiterhinten, sorry.
Ich lege Ihnen den Volkshochschulkurs “Betreutes Posten für Senioren” nahe.
patrick, ich glaube, der orlando ist jünger als du. 42 war doch dein alter, oder irre ich mich?
Ja, das ist aber nur die Biologie. Geistig ist uns O allen voraus, mei len weit.
wie war das noch einmal mit den schultern von giganten? manche sitzen darauf, andere wiederum meinen, es zu tun. was im einzelfall zutrifft, ist ansichtssache. kein urteil über o meinerseits (sonst komme ich auch noch auf seine berüchtigte liste).
Ich darf’s ja kaum sagen, was ich denn tat, als ich auf den Schultern von Giganten sass!
Es waren Zwerge, die auf den Schultern von Giganten. Die anderen bleiben eben dann einfache Zwerge., dafür ganz modische und zeitgeistige
wem wird es wohl besser gehen, orlando und fufi: den früh- oder den nachgeborenen?
Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.
Gedenket unserer mit Nachsicht.
(ich teile manchmal mit BB die kämpferische Verbissenheit. Er war wie ein Mönch im Dienste seiner Sache. Aber ein Benediktiker kein Zisterzienser…:-))
@mila: ich weiss, ich weiss, das Heil und ide Erlösung liegen NICHT in der Geschichte. Fuck Hegel! Ich mag BB. trotzdem.
wieso erstaunt es mich nicht, dass sie die benediktiner den (reformierten) zisterziensern bevorzugen…? doch überraschung, überraschung: wir sind uns in diesem punkt einig.
ich wäre übrigens auch gerne weise. und kann es genausowenig sein wie BB.
hoffen wir mal, dass an dieser stelle innert eines vernünftigen zeitrahmens ein (kurzer) kommentar folgt…
kürzestform: ziehe die benediktiner dem reformorden ebenfalls vor (überraschung!). wäre zudem auch gerne weise wie BB, und kann es genausowenig sein.
er will und will nicht, trotz zweitem anlauf.
Ich kenne diverse IV-Bezüger, die nicht auf dem Sofa sitzen (ausser zu Tagesschau-Zeit). Dürfen die dann?
sehr guter beitrag; ähnliche geschichten habe ich auch schon aus meinem umfeld gehört. lehrer war doch einst ein traumberuf (auch meiner, bis in meine teenagerjahre)- heute würden mich keine zehn pferde hinters lehrerpult bringen!
bleibt zu hoffen, dass sich lehrer wie “hans” nicht entmutigen lassen. carry on!
Meine Elfjährige macht schon richtig Unterricht und Prüfungen mit meiner Achtjährigen, Lehrerin ist absolut ihr Traumberuf. Und die Achtjährige kann es nicht erwarten, endlich ein richtiges Zeugnis zu erhalten…
Also von mir hat sie das nicht…
Nein, denn Du hast es ja offensichtlich noch……….
Muss grad mal nachschauen…
Ich finde, Du hast noch was vergessen: Rübe ab!
Gerichtet an ‘Quark’ (Stern) – super, Nicole!
Danke Astrid, ich habe mich einfach so sehr über diesen stupiden Kommentar von Quarkstern genervt, dass ich kontern musste…
Ich habe hier übrigens auch meinen Unmut ausgedrückt. Aber mein Kommentar ist ins schwarze Loch gestürzt.
Interessant, dass der Post selbst seit geraumer Zeit verschwunden ist – UND meine zwei (!) Posts dazu auch. Seltsam, seltsam……
Heinz Rühmann hat doch mal den Pauker gespielt, war echt köstlich. Ich bleibe dabei , LehrerInnen haben einfach die Aufgabe Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen, Kinder sind offen und lernfähig, mögen Geschichten, in der Rudolf Steiner Schule wird der Lehrstoff farbig vermittelt nichtmehr so fanatisch wie der Gründer Rudolf Steiner mit schwarzer Magie.
Als naive Kinder idealisieren wir doch Lehrer Lehrerinnen. Ich mag mich einfach noch errinnern an die Primarschule, die farbige Kreide an der Wandtafel war für mich damals Auslöser, ich werde Lehrerin, ich wurde keine Lehrerin, Fakt ich kann nicht autoritär sein, hab ich da was verpasst, soll ich jetzt bei dieser Chua Muh mich noch unterrichten lassen, der Mao würde sich freuen und mir ein Rezept schreiben wie ich endlich das Nirwana erreiche , sorry das war glaube ich ein anderer Guru, spielt ja auch kein Rugel, der Rubel rollt nach wie vor, Männerbünde, Russisch Roulette , Vorwärts Marsch in Schritt, und Tritt vergesst die Gewehre nicht auf den Schultern, Achtung – fertig – los . Stahlhelm und Schiesssichere Weste nicht.
Credo, wenn Waffen abgeschafft werden weltweit, brauchen wir uns nichtmehr zu schützen, die Ruag ……. brrrr, ist der wilde Westen Texas wieder in, ein Schuss ein Schrei, das war Karl May. – Kriminaltango aus der Taverne und plötzlich fällt ein Schuss …… Ich bin extrem empfindlich auf Bilder, so Totenköpfe mag ich nicht. Auch Friedhöfe nicht, ich schenke meine Blumen lebendigen Menschen, dieser Grabkultus ist nicht mein Ding.
heidi, sie schweifen wieder mal ab…
aber im ernst: farbige kreide an der wandtafel war der auslöser dafür, dass sie lehrerin werden wollten? brrrrrrr kreide quietscht an der tafel, hässliches geräusch…
Luther sagt dazu:
Was dem einen sein Uhl, ist dem andern sein Nachtigall.
Habe Sie GAGA gesagt, Lady?
@mostindianer
keine angst, heute verschwinden die tafeln und ihre unangenehmen kreidekreischgeräusche zunehmends und werden mit modernen dashboards ersetzt, welche direkt mit dem compi verbunden sind und zu jeder zeit zugriff zum internet gewährlesten können.
Gebe Michèle B., respektiv dem Lehrer in fast allen Punkten recht.
Auf die zugrundeliegenden „Probleme“ wurde auch schon mehrfach hingewiesen. Dennoch nochmal:
Ich denke, das ganze Theater ist eine Folge der, ich sag mal „neuen Pädagogik“.
Lehrer, Eltern und Kinder sind jetzt nämlich „Partner“!
Uebersehen wird dabei aber, dass „Lehrer“ damit zu „Dienstleistern“ geworden sind, wie M.B. so treffend sagt. Und noch viel schlimmer: zu STAATLICHEN Dienstleistern, die meist – im Unterschied zur Privatwirtschaft – NICHT selbst gewählt/ausgesucht werden können. Ganz abgesehen davon, dass staatliche Dienstleister, sofern sie nämlich über Steuergelder bezahlt werden, allgemein nicht gerade beliebt sind (Polizei, Finanzverwaltung inkl. Steueramt, Tief=Strassenbau, Soziales, Gesundheitswesen) – obwohl wahrscheinlich NIEMAND auf die effektiv erbrachten Leistungen verzichten möchte …. !
Nun denn: Dienstleister an WEM?
Den Eltern? Erziehung und Karriereförderung?
Oder nicht vielmehr zugunsten der Kinder? -> Bildung und Wissensvermittlung?
Spielt ja eh keine Rolle: Dienstleister haben – wie’s der Name ja schon sagt, zu gehorchen. Und zwar denen, die bezahlen, gefälligst!!!
Des Weitern:
- Klar sind Lehrer „heute“ keine Respektspersonen mehr, aber da geht es ihnen gleich wie den Polizisten, den Politikern, den „Beamten“ (der Beamtenstatus wurde übrigens zu Beginn dieses Jahrhunderts abgeschafft), den Pfarrern, den Aerzten, etc. – positiv gesagt: frühere personale Selbstherrlichkeit ist heute unter demokratischer Kontrolle.
- Diesmal zuerst das Positive: Aufgrund des allgemein höheren Bildungsstandes und der Informationsmöglichkeiten des WWW sind viele Menschen nicht mehr von Meinungen sogenannter „Autoritäten“ abhängig. (sind? nein: wären!, denn nunmehr werden auch irgendwelche anonyme Verfasser von Internet-Artikeln und vielleicht bald auch BLOG-Kommentatoren/Innen als Autoritäten verkauft!?!)
- Die Kehrseite: Jeder hält sich für einen Experten. Und zwar auch und vor allem auf solchen Gebieten, wo er’s denn definitiv nicht ist. Darunter „leiden“ übrigens nicht nur Aerzte, Theologen und Lehrer etc., sondern auch bestens ausgebildete Handwerker, die von passionierten Heimwerkern immer wieder hören müssen, wie’s denn „besser und vor allem billiger“ gehen möchte!
Und was tun?
Wenn ich’s wüsste, würd ich’s gerne sagen!
Jedenfalls wäre vielleicht und zumindest etwas mehr Respekt angebracht?
Doch, gerade im Ozean des verfügbaren W-W-Wissens brauchen sie Autoritäten. Menschen die Vertrauen erwecken und den Weg weisen vermögen, das Wesentliche und Relevante vom Unwesentlichen und Irrelevanten trennen. Es braucht ja nicht gleich Einer zu sein, der den Ozean teilt und einen sicheren Durchmarsch ermöglicht, ohne dass das Volk im Wissenozean ertrinkt…;-)
Ich für meinen Teil halte mich für keinen Experten, jedenfalls in keinem der Themen, die hier besprochen werden. Deshalb sind mir die sog. Pädagogikexperten und Besserwisser – und vor allem ihre treue, naive Gefolgschaft – ein Dorn im Auge, die besser darüber Bescheid wissen (da, wie ein Fluffy ein paar Jahre ins Kolleg marschiert), was Lehrer und Eltern seit Tausenden Jahren so machen.
Nichtsdestotrotz: die “Verpädagogisierung” der Schule hat scheinbar nur schlechte Resultate gezeitigt, wie Frau B.s Artikel ja aufzeigt. Und nun sind natüüüürlich die verunsicherten Eltern schuld, die den verunsicherten Lehrern auf die Pelle rücken – und über allem thronen jene, die die inhaltliche und organisationale Gestaltung unseres Schulwesens ZU VERANTWORTEN haben: Bildungspolitiker, Schulbehörden, Pädagogische Hochschulen, Fachkreise, die teuer bezahlten Alleswissen aus dem Elfenbeinturm.
So. Und wenn wir uns alle dessen endlich klar sind, dass wir das System rebooten müssen, dann können wir gemeinsam das Klagelied über nervige Eltern singen.
Weil Sie kein Experte sind, sind Ihnen Pädagogikexperten (und damit meinen Sie wohl ausgebildete Fachleute?) ein Dorn im Auge? Wenn Sie alle Leute, die in einem Gebiet etwas besser wissen als Sie, nicht mögen, werden Sie nicht viele Freunde haben, oder? Aber mal im Ernst: Statt der Dauerkritik wäre mal etwas Konstruktives sinnvoll. Also, System neuladen: Wie soll es denn künftig aussehen?
Sie lesen genau, Kompliment. Das “deshalb” ist falsch, streichen sie es.
Wie es in Zukunft aussehen sollte, fragen sie ausgerechnet mich?
Sehen sie, ich bin eben kein Schulexperte, deshalb bin ich nach Meinung einer grossen Mehrheit von Widerspenstigen gar nicht befugt, mich hierzu auszulassen.
Vielleicht lesen sie an meiner Bar einmal etwas darüber.
Ich bin hier nicht fürs Konzepte entwickeln bezahlt
Nur soviel: man muss gar nicht so weit in die Zukunft schauen, sondern umgekehrt gar nicht mal so weit in die Vergangenheit, um zu klugen, mehrheitsfähigen Lösungen zu kommen. Ich selber habe die Reformitis nicht mehr erlebt, merke deren Folgen jetzt aber an den heutigen Zuständen (Lehrmeister beklagen sich über ungenügende Grundkenntnisse in fast allen Fächern, Eltern beklagen sich, dass ihre Kinder zu wenig/zu viel/das Falsche lernen, die Lehrer beklagen sich über Überforderung etc.etc.)….im Grunde beklagen sich alle nur noch!
Das ist, was vom stolzen, soliden, alten Schweizerischen Schulwesen übrigblieb: es ist nur noch das teuerste aber nicht mehr das Beste!
Hör ich da die Tiraden des alten Besserwissers vom Herrliberg dröhnen? oder Abschriften von einem Parteiprogramm?
Als behaupteter und wahrscheinlich realer Nicht-Experte allen Experten in Globo die Kompetenz absprechen, ist schon etwas dick aufgetragen. Schon mit gesundem Menschenverstand käme man weiter: nämlich dass es gute und schlechte Lehrer, Schüler , Eltern, Bildungsexperten, Schulpfleger, usw. gibt.
PS. es gibt auch gute und schlechte Nicht-Experten.
Ich glaub, DER ist sein eigener Dorn im Auge!
Monsieur 0. konstruktiv?
ich glaub, der schafft das nicht mal mit LEGO-Duplo!
Ich habe ihnen dazu geantwortet heute, Sportpapi. Warten wir ab ob es noch Durchlass findet…tictactctac
Was Eltern und Lehrer seit tausenden (!) von Jahren so machen, potzblitz, olli: Wollen wir uns mal über die Volksschule, bzw. über die allgemeine Schulpflicht unterhalten und wann sie in Europa eingeführt worden ist? Wobei ich es noch mühsam finde, mit jemandem zu diskutieren, der bar jeder kritischen Selbstreflexion durchs Leben geht: ICH, ich, ich… langweilig, auch und vor allem aus menschlicher Perspektive.
Es ist nicht nur die Pädagogisierung unserer Schulen, die das Schulwesen unterminiert- sondern vor allem die Demokratisierung: Alle glauben, Bescheid zu wissen, wenn es um Schulfragen geht. Und reden der Schule wo’s nur geht drein: Die Wirtschaft (Avenir Suisse), die Elternverbände, die Politik, die Gemeinde, selbsternannte Experten, Fachkommissionen… hier sollte man ansetzen: Das Schulwesen sollte wieder zu einer eigenständigen Instituion werden.
Langsam Zuffy: die Schule und die Erziehung ist kein exakte Wissenschaft, wir sehen ja gerade (und können etwa aus den Erfahrungen aus totalitären Staten, z.B. der DDR lernen), dass Experimente in diesem Gebiet immer auch Schäden hinterlassen.
Bevor ich darüber juble, dass Schwererziehbare in Regelklassen integriert werden, will ich mindestens eine Auseinandersetzung mit Pestalozzi und Humboldt haben. Wenn mir das jemand plausibel begründen kann, bin ich ganz Ohr. Und will dann dennoch kritisieren können, klaro?
Als Citoyen hinterfrage ich daher kritisch die Expertise von Leuten, die im Volksschulbereich grossen Einfluss haben, der dann mühsam via direktdemoratische Korrekturen wieder ausgeglichen werden muss.
@Frau Binswanger: Wieso lesen wir hier nicht einmal einen Essay von so einem Reformierer hier?
@Henry hat weiter hinten absolut richtig darauf hingewiesen, dass es sich bei den Experten immer um ihre Meinung geht. Und zu jeder Meinung gibt es eine Gegenmeinung. Das nennt man dann Diskurs, you dorks!
Die Leute, die im Volksschulbereich bestimmen, sind doch demokratisch legitimiert. Und im schlimmsten Fall werden sie abgewählt – siehe Aargau. Was aber wiederum nicht zwingend heisst, dass sie grundsätzlich etwas falsch gemacht hätten.
@Orlando: Wäre doch schön, von Ihnen doch noch etwas Konstrutives, Mehrheitsfähiges zu hören – auch ohne Bezahlung. Gibt es das heute noch? Haben wir nicht das Problem, dass die Schule heute zum politischen Kampffeld geworden ist? Ich teile die Meinung nicht, dass sich heute alle Anspruchsgruppen beklagen. Und wenn, müsste man doch schauen, ob zurecht. Hier bin ich zudem völlig anderer Meinung als Sie – ich finde, teure Reformen sollen auch den messbaren Output verbessern, es gibt hier schon auch empirische Daten. Obwohl grundsätzliche Entscheide am Schluss natürlich nach Glauben und Hoffen getroffen werden.
@Orlando: Das müsste Ihnen doch gefallen: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-SVP-will-Bildungsexperten-entmachten-/story/12727394#kommentar
Einer, der weiss, dass er nichts weiss, ist weiser als einer, der etwas zu wissen meint! (Sokrates?)
Nur etwas Wikipedia und Google sind noch lange keine Ausgleich für mangelnde Bildung und Ausbildung und schon gar nicht für Erfahrung und für einen Leistungsausweis taugt es schon gar nicht (höchstens zu Guttenplag).
Ihr Plädoyer für mehr Respekt ist angebracht für Fachleute sowohl im akademischen wie auch im handwerklichen Bereich und anderswo.
Ohne hier jemandem auf den Schlips treten zu wollen erlaube ich mir die Bemerkung, dass hier ziemlich realitätsfern duskutiert wird. Ich hoffe, die Kinder von einigen später nicht in der Klasse zu haben.
@ Mostindianer
Stimmt was Sie sagen mit der Kreide an der Wandtafel, das hab ich als hilfloses Kind nicht getcheckt, die Farben waren einfach für mich faszinierend, so Rauchzeichen von Indianern schätze ich, die Marderpfähle nicht, auch wenn es Rothäute waren, wo haben denn diese Urstämme ihren SADISMUS GELERN SOG. ROTHAUETE. ? Haben Sie eine Erklärung ?
kreide quietscht nur an der wandtafel, wenn sie länger als 7cm lang ist.
was mich in meiner unterstufenzeit sehr fasziniert hat: meine zweitklasslehrerin hat immer ein riesiges wandtafelbild gezeichnet (mit farbiger kreide! kunstvoll!), wenn wir am ersten tag nach den ferien wieder zurück ins schulzimmer kamen. das war volksschule, nicht steinzgi. heute haben die modernen schulzimmer videoprojektoren an der decke. medienüberflutung bereits in der ersten klasse. das ist auch sadismus, da haben sie recht…
übrigens: das mit der kreide war ein witz. haha…
wer’s genauer wissen will:
google: stick-slip-effect
“Was ihn am meisten fertig mache ….So vergeht letztlich die Freude am Beruf …”
Dies läuft m.E. nicht “nur” in den Schulen so, sondern auch in viele Firmen in der Privat- und (öffentlicher) Monopolwirtschaft. Es ist m.E. typisch für eine Egogesellschaft, dass Aufgaben (Pflichten) an andere delegiert werden, aber die für die Umsetzungen erforderlichen Entscheidungsfreiheiten (Rechte) man bei sich behält.
(600 Zeichen, das ist eine Gonadektomie der Sprache!)
Etwas verspätet stosse ich auch noch zu diesem Blogg. Ich selber bin Lehrerin und erlebe ganz ähnliche Geschichten. Was mir aber den “Gong” gab, war das Arztzeugnis, welches eine Oberstufenschülerin mit ins Lager brachte. Der Arzt bescheinigte ihr, dass sie süchtig sei und somit das Rauchen im Lager für sie quasi notwendig sei. So weit ist es gekommen. Die Kinder dürfen dank Arztzeugnissen im Lager qualmen und die “dummen” Lehrer können zuschauen.
Rauchen im ganzen Lagerhaus verbieten wegen Brandgefahr. Wenn die einen schlau tun, tun wir halt noch schläuer. Und draussen Rauchen nur, wenn niemand dabei ist.
Aber ich stimme zu. Das ist wirklich schlimm.
Es braucht eine regel vomit sich die Lehrer vor einem bournout schützen können, die Erziehung der Jungen ist nicht Sache der Lehrer sondern deren Eltern, die sind auch für das Schiksal ihrer Kinder verantwordlich.