Leben


Michael Marti am Mittwoch den 26. Januar 2011

Zur Sache, Schätzchen

Es gibt, so gewinnt man den Eindruck, eine neue Sexismusdebatte, in der alles ein wenig komplizierter ist, als es scheint – und uns lieb ist. Michèle Binswanger und die Mamablog-Community spannten gestern einen Bogen auf von Katie Price über Emma bis hin zum biologischen Determinismus – die Fragestellung heute ist wahrscheinlich schlichter. Sie heisst: Weshalb nur schauen sich derzeit so viele Frauen so gerne die Storys über ein paar notorisch fremdgehende Obermacker an? Ich will sagen: Was nur bedeutet es, dass ausgerechnet die amerikanische Macho-Serie «Mad Men» bei Frauen so gut ankommt?

In «Mad Men» – die meisten werden es wissen – geht es um Don Draper, einen Creative Director in der New Yorker Werbeagentur Sterling Cooper Draper Pryce. Draper raucht und säuft und legt Frauen flach – alle drei Dinge tut er notabene im Büro –, und wenn er abends nach Hause kommt, ist der Tisch gedeckt, die Gattin sanft, die Kinderchen herausgeputzt. So waren die Sechziger. Eine super Zeit für Männer. Aber, so sollte man meinen, nicht unbedingt ein TV-Stoff, der das breite weibliche TV-Publikum begeistert.

In den USA wird die Serie von Erfolgsautor Matthew Weiner («The Sopranos») mit Preisen überhäuft. Und obwohl im deutschsprachigen Raum nur auf einem Spartenkanal ausgestrahlt, erlangte «Mad Men» insbesondere wegen der ästhetischen Ausstattung sogenannten Kultcharakter. Auch bei vielen Frauen, die vor kurzem noch «Sex and the City» als endgültigen Ausgang aus der Knechtschaft des Patriarchats feierten. Die DVDs der Serie sind jedenfalls auch hierzulande Bestseller.

Ja, «Mad Men» lässt den Stil jener Zeit offenbar so unwiderstehlich erscheinen, dass es zuweilen scheint, als ob Frauen – mal abgesehen von den eingangs erwähnten Feministinnen – nur davon träumten, wieder knappe Pullover mit Spitztüten-BHs zu Bleistiftröcken zu tragen, sich wieder in Korsagen zu zwängen, um dann im Traumberuf Sekretärin die Erfüllung zu finden.

Zwar will «Mad Man»-Macher Weiner sein Werk als explizit feministisch verstanden wissen, weil insbesondere in den späteren Staffeln drei und vier die Macker-Welt zerfällt, die Machos scheitern oder sich schlicht kaputt saufen, derweil einige Frauenfiguren sich emanzipieren. Doch selbst wenn einige Pop-Intellektuelle Weiner darin zustimmen – Tatsache ist: Mehr als dieses Nachzeichnen frühemanzipatorischer Bewegungen in den Sechzigern fasziniert das breite Publikum immer wieder die sexy Ästhetik der traditionellen Geschlechterordnung, einer Geschlechterordnung, in der Männer noch ganze Kerle sind und Frauen sich noch Schätzchen rufen lassen (lesen Sie dazu den Beitrag meiner Kollegin Bettina Weber).

Man kann es auch so sagen: Die Konstruktion klassischer Geschlechterstereotypen ist offenbar knackiger als deren Dekonstruktion – ähnlich wie im wahren Leben, wo rasierte weibliche Achselhöhlen womöglich doch appetitlicher sind als behaarte.

«Mad Men» hat eine eigene Gender-Debatte geschaffen, worin auch der Begriff «Retro-Sexismus» auftaucht («modern attitudes and behaviors that mimic or glorify sexist aspects of the past, often in an ironic way»). Retro-Sexismus wurde bislang vor allem der Werbung vorgeworfen, wenn sie, gewissermassen als Alibi, mit überzeichnetem, karikierten Sexismus operiert – im Endeffekt aber dennoch nur nackte Frauen zeigt. Unter den Retro-Sexismus-Verdacht gerät nun aber auch «Mad Men», stimmigerweise gerade eine Serie, die das Werbe-Business thematisiert. Dass Männer dafür empfänglich sind, mag kaum erstaunen, Männer amüsieren sich an Sexismus, ob retro oder nicht.

Die interessante Frage aber, die sich mit dem Erfolg von «Mad Men» auch beim weiblichen Publikum stellt, ist womöglich: Erlaubt es die historisierte und ästhetisierte Darstellung von, sagen wir mal, sehr konservativen Rollenmustern den Frauen zuzugeben, dass sie gegen diese so viel nicht einzuwenden haben? Sogar wenn Mann ihr auf den Hintern glotzt?

Es wäre natürlich toll, wenn uns Frauen diese Fragen beantworten.

MICHAEL-MARTI_100Michael Marti, 44, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

330 Kommentare zu „Zur Sache, Schätzchen“

  1. Daniel Zollinger sagt:

    An Pippi Langstrumph! Hast Du blöde tussi auch ein Hirn, oder schreibst Du einfach drauf los???

    • Bionic Hobbit sagt:

      Na, Na, Herr Zollinger. Das Hirn liegt zwar im Normalfall, oder zumindestens bei Frauen, über der Gürtellinie, Ihre obige Bemerkung aber deutlich drunter.
      Vielleicht sollten Sie Ihre Sekretärin diese Korrespondenz machen lassen.

    • Auguste sagt:

      hmm…, am liebsten sind mir die schwachköpfe, die mehr über sich selber aussagen, als ich es je könnte.

      na gut, jetzt bin ich wohl etwas zu bescheiden.

      • interim placeholder sagt:

        Einfach ignorieren, Auguste.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Auguste, ich bin froh, dass du es nicht einfach ignorierst, wenn Frauen im Blog so primitiv runtergemacht werden. Wenn von Männern da kein Widerspruch kommt, denken die Typen noch, sie würden die Mehrheitsmeinung vertreten. Nein nein, das ist schon wichtig, dass Mann hier klar Stellung bezieht. Ein grosses MERCI! :) :-) 8) :-P

      • Globetrotterin sagt:

        Also, wenn ich das so lese dann frage ich mich ernsthaft, weshalb Frauen Männer eigentlich attraktiv finden. Das ist doch sowas von DAS LETZTE, dass man als Frau nur noch den Rückzug antreten und sagen kann “Ihr könnt’ mich alle mal…!”

      • interim placeholder sagt:

        Tja, Pippi, da weiss ich von einem, dem ist es neulich hier SEHR schlecht ergangen, als er einen Streit “nicht einfach ignoriert” hat. Anscheinend kommt es vor allem drauf an, wer streitet. Es gibt Streithähne (oder -hennen), da hält man sich besser raus, bei anderen wird es geschätzt, wenn man seinen Senf dazu gibt.

        Allerdings hast Du schon Recht, an sich, obwohl ich ja bei der Waffendebatte keinen Stich hatte, habe ich den Meinungsführern dennoch immer wieder einen solchen versetzt.

        Und wieso Frauen Männer IM PRINZIP attraktiv finden, Globine? Evolution. Wenn es nicht so wäre, gäbe es keine Menschheit mehr.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Patrick, hör auf die beleidigte Leberwurst zu spielen, das ist lächerlich. Auguste spielt sich nicht als Schiedsrichter auf, sondern weist die Frauenhasser auf die Plätze, das tut er schon seit einem Jahr, stetig und unvoreingenommen.

      • Globetrotterin sagt:

        Frau kann’s auch übertreiben mit der Evolution – vor allem der männlichen. Wir sollten uns auf die weibliche konzentrieren und die “Affen” “Affen” sein lassen.

      • interim placeholder sagt:

        Ich versteh zwar nicht, was hier abgeht, aber sei’s drum. Hauptsache Ihr tut’s.

        Pippi, ich habe die Frage gestellt, warum es so unterschiedlich sein soll, wenn zwei das gleiche tun. Und Schimpfereien geerntet und die Titulierung als “beleidigte Leberwurst”. Dabei war es wirklich eine ernst gemeinte Frage. Auf die es, folgere ich jetzt, keine Antwort gibt ausser “es ist halt so.” Die klassische Antwort derer, die nicht mehr weiter wissen…

        Ich verstehe es wirklich nicht! Und ich würde gerne!

      • interim placeholder sagt:

        Äh und Globine, ich hoffe ja wirklich, dass Sie mich nicht einen Affen nennen.

      • Globetrotterin sagt:

        Wie war das doch gleich mit der Parthenogenese?
        http://www.marianne-wex.de/pdfs/Parthogenese.pdf

      • Globetrotterin sagt:

        Sorry für den Tippfehler. Aber der Link bringt Euch ja trotzdem ans Ziel.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Patrick, es ist nicht dasselbe! Wenn dir die Unterschiede nicht auffallen, kann ich dir auch nicht helfen, dieses Gschtürm langweilt mich. Ich werde hier nicht mehr antworten!

      • Auguste sagt:

        hmm…, pippi, ignorieren ist tatsächlich keine option. es war, glaub ich, hannah ahrendt, die in ihrem buch über eichmann zum schluss kam, dass vieles was damals in deutschland geschah, in einem klima passierte, das suggerierte, dass ausschreitungen gegen juden toleriert würden – was ja dann auch tatsächlich geschah und im holocaust endete.

        glücklicherweise sind es hier nur vereinzelte wirrköpfe, die über ihr tun einfach nicht nachdenken, wenn sie wieder einmal bei einem ausflug in den mamablog-thread übel austeilen. die müssen deutlich darauf hingewiesen werden, dass so etwas nicht hingenommen wird und zwar nicht in erster linie von den blog-verantwortlichen.

        schlimmer sind diejenigen, die es vorsätzlich tun – da besteht geradezu die pflicht zum vehementen einspruch, wenn man es antrifft.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ach so, die Juden nehmen sich heute alles heraus? Nicht mehr wie früher, wo sie sich diskriminieren und knechten liessen, nicht wahr, dito die Frauen.

        Man sollte nicht alles vermischen, Kakatakakakakakakaka – sehr aussagekräftiger Nick – vor allem sollte man nicht von gesundem Menschenverstand sprechen, wenn einem jeglicher Verstand fehlt, Zusammenhänge zu begreifen.

    • Gene Amdahl sagt:

      Super Herr Zollinger – es scheint eine grosse Anzahl von Weibern haben permanent ein PRoblem. Falls keines existiert wird eines kreiert. Eine permanent Unzufriedenheit scheint einigen angeboren zu sein – unfähig Partnerschaften zu führen und wohlwollend noch das Wohl/Interesse von Kindern zu vernichten. Unterstützt werden dann noch solche von den pervertierten Behörden – meisten d.h. zu 95% erneut Weiber angeführt.

      • Globetrotterin sagt:

        Ihr habt einfach keine Frauen verdient! Seht zu, wie Ihr alleine zurecht kommt.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ja Globe, Planet der Affen…. wobei, das ist eigentlich eine Beleidigung dieser Tiere.

      • interim placeholder sagt:

        WENN Amdahl jetzt einfach keine Antwort gekriegt hätte, hätte dann irgendjemand, auf den Sie ihrgendwas geben, Globine, denken können, sein Hingekotztes sei irgendwie akzeptabel? Ich glaube das nicht. Und darum hätte ich Ihnen hier ebenfalls das Ignorieren empfohlen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        …..und kannst du dir vorstellen, dass Frauen auf deine Ratschläge verzichten können? Du bist eine echte Nervensäge, hör auf!

      • Globetrotterin sagt:

        Nun, solange es bei “Empfehlungen” bleibt….die muss frau ja nicht unbedingt befolgen. Männer können es halt einfach nicht lassen, den Frauen immer und immer wieder Ratschläge zu erteilen. Glücklicherweise sind wir klug genug zu wissen, dass solche Ratschläge in den meisten Fällen einfach nur Wichtigtuerei sind.

      • interim placeholder sagt:

        Ja, das denke ich. Wie auch ich die Ratschläge von Frauen öfters mal annehme.

      • interim placeholder sagt:

        Wichtigtuerei? Vielleicht andere Typen, zu anderen Zeiten. Ich nehme mich sehr sehr unwichtig (sicher zu unwichtig).

      • Globetrotterin sagt:

        …und: das letzte Wort müssen Männer selbstverständlich auch haben!

      • beat sagt:

        du sagst es

      • Orlando S. sagt:

        hahahaha, Unfrieden im Kuschelzoo, bei dem Emanzenduett brennen die Hormone durch und Dumpfback-Plüschtigri löst sich im Nichts auf, weil er sich so unwichtig nimmt. Grosses Kino!

      • Katakakito(m) sagt:

        Sehr geehrte Leserschaft…

        was ist denn hier los?!
        zum einen lassen sich die “Vertreter” meines Geschlechts auf ein unsagbar tiefes Niveau herunter. (was hier ja auch bereits zur Genüge von euch allen festgestellt und ebenfalls festgehalten wurde)
        aber tut mir leid, aber wenn ich die oberen Zitate oder Aussagen lese, stehen mir die Haare zu Berge.
        was soll der Mist, dass alle Männer in einen Topf geworfen werden?! Ihr beklagt euch, wie das weibliche Geschlecht hier teils beschrieben oder mit Kraftausdrücken benannt wird. eure Einfälle sind aber auch nicht ohne… (Planet der Affen usw…) naja, ein Wenig besser als das F-Wort mag es ja sein, aber sei’n wir ehrlich, ein anderes Niveau kann ich nicht erkennen…

        Emanzipation ist ja gut und recht, aber irgendwann gibt es auch Grenzen. Man könnte es teilweise sogar mit dem Holocaust vergleichen. Ich will hier keinem zu nahe treten oder in irgendeiner Hinsicht alle Frauen oder alle Juden in einen Topf werfen. aber ist es nicht so, viele Juden denken doch sie können sich heute erlauben was sie wollen, nur weil vor 70 Jahren (!!!) eine riesen Katastrophe zu Lasten vieler Juden passiert ist…
        natürlich hätte ich einen Hass auf die Mörder meiner Grosseltern oder Eltern oder wie auch immer, jedoch sollten genau diese Menschen wissen, wie sich der Schmerz anfühlt, und dass Rache wohl kaum etwas verbessern wird…

        genau so ist es doch teilweise bei den Frauen… viele denken sich doch, da die Frauen früher unterdrückt wurden seien jetzt endlich mal sie am Zug… wir sind wiederum beim Punkt Rassismus. Man macht spätere Generationen für Fehler deren Vorfahren verantwortlich und will nun diese zur Rechenschaft ziehen. aber macht euch das nun zu besseren Menschen als es unsere Vorfahren waren?! – NEIN!
        ihr lasst euch auf genau das selbe erbärmliche Niveau runter… genau so erbärmlich sind die Typen die heute noch Frauen unterdrücken oder wie den letzten Dreck behandeln. Klar, man wird auch entsprechend von der Gesellschaft und von den Medien so erzogen oder geformt, aber schlussendlich hat jeder einen freien Willen und ein Hirn das – jetzt aber aufpassen – zum Denken da ist.

        mit etwas gesundem Menschenverstand (an den ich hiermit laut appelliere) , den jeder von euch grundsätzlich entwickeln könnte, würde das Ganze bestimmt weniger aus dem Ruder laufen!

        ich erwarte weder eine Stellungnahme noch irgendeine schlaue Antwort auf meinen Beitrag, ich erwarte noch nicht mal, dass irgendjemand das lesen wird, ich habe jedoch die Hoffnung, dass damit zumindest jemand von euch was davon mitnehmen kann und auch nur ansatzweise versteht was ich hier zum Ausdruck bringen wollte…

        in diesem Sinne, wünsche ich einen schönen Tag, und im Dezember wieder frohe Weihnachten!.

      • interim placeholder sagt:

        Agent Doppelnull hat gesprochen. Strasser, Sie Armleuchter…

        Sorry, Katakakito, Dein Post war sehr gut und hätte etwas Anständigeres verdient von mir.

      • Orlando S. sagt:

        @Kakatakito(m)

        Ihr Vergleich mit den Juden trägt einen üblen antisemitischen Beigeschmack. Pfui Teufel!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Antisemitismus – und das ausgerechnet am Tag des Holocausts, einfach widerlich. Wie kann man mit einem frechen Spruch über das Leid von X Millionen hinweggehen, es ist unterträglich, sowas lesen zu müssen. Die Wunden der Hinterbliebenen sind nicht verheilt, sie werden das nie, ein bisschen Respekt vor diesen Menschen wäre das Mindeste.

      • mila sagt:

        eigentlich finde ich es ziemlich praktisch, dass sich die anmassenden ‘gutmenschen’ jeweils selbst desavouieren…

      • Til sagt:

        Naja, also tatsächlich sind wir Menschen ja Affen, oder nicht?
        Wo gibt es da ein Problem?

  2. Katharina sagt:

    Ich finde, da wird viel zuviel in diese Serie hineininterpretiert.

    Solche Serien sind meist Unterhaltung und bei besserer Qualität Kunst, nicht ein sozialkritisches Spiegelbild.

    Nur ist es so, dass Sie meine Teilnahme an der Diskussion unnötig behindern, wenn sie Begriffe der gender Orientierung auf ihrem Filter haben. Das habe ich nun gestern und heute dreimal beobachtet.

    Tut mir leid, aber das empfinde ich als Beleidigung. In dem Sinn finde ich dann ihren Ausdruck Community etwas zynisch.

    • interim placeholder sagt:

      Ich bin noch nicht durchgestiegen, was für Reizworte ihren Filter zum Zuschlagen bringen. Zuweilen waren es harmlose Posts, die in die Schleife gerieten, manchmal sind solche mit Kraftworten glatt durch.

  3. Daniela sagt:

    Ich mag die Serie weil ich sehe wieviel die Generation Frauen vor mir, für mich erreicht hat. Als ich die Serie das erste Mal sah, erinnerte ich mich wieder an meine Jugendzeit und sah, dass sich wirklich viel zum positiven geändert hat.

  4. Daniela sagt:

    Aber das Schlimmste was im Moment im TV läuft ist diese absolut sexistische Doktorserie: Doktors Diary oder so ähnlich. So unfassbar dumm wie die Frau in dieser Sendung dargestellt ist, sollte eine Klage zur Folge haben. Aber ich kann ja zum Glück abschalten und Mamablog lesen .-)

    • Hans Mustermann sagt:

      Also das abspringen des obersten Knopfes sollte man in Zeitlupe alla Matrix zeigen. Das würde ganz schön aufwerten *gg*
      ich find es trotzdem irgendwie lustig.. oder sprechen da schon wirder die hormone aus mir?

      • Daniela sagt:

        BITTTTE NEIN das kann niemand lustig finden, tun Sie mir das nicht an :-)

      • Hans Mustermann sagt:

        Glauben sie einem Vater der gerade zwangsweise DSDS Casting schauen muss. Irgendjemand hat immer gerade den richtigen Hormonpegel für fast alle Sendungen die es gibt. Und sie ist ja so schön blond, oder? (^_^)

      • Daniela sagt:

        Wenn man die Wahl zwischen DSDS und Doktors Diary hat, dann ist wohl kein Fenster zu klein um den Fernseher rauszuschmeissen.

        Sie haben mein volles Mitgefühl und ich verstehe dann sogar, warum manche ihren Kindern einen TV ins Zimmer stellen. .-)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich kann Katharina nur unterstützen: Austeilen ist nicht das selbe wie verbale Gewalt. Dass der ich-hab-ein-grundsätzliches-Problem-mit-Frauen-Zuffrey diesen Unterschied nicht kennt, hat er schon oft bewiesen und tut es immer wieder, so spontan kommt mir da gerade das F…… – Wort in den Sinn, dass er mir kürzlich an den Kopf warf, ABSOLUT UNTER JEDER KANONE! Wer das tut, disqualifiziert sich selbst!

      • Henri sagt:

        @Pippi Langstrumpf 27. Januar 2011 um 09:50

        Seien Sie doch etwas nachsichtiger, Pippi Langstrumpf – auch Sie haben sich schon des öfteren selbst disqualifiziert.

        Aber nicht wahr: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

        Und Ihre Dauerfehde mit Marcel Zufferey ist ja mittlerweile stadtbekannt – bloss, warum hier wieder einen Seitenhieb, so völlig im Vakuum, gewissermassen, wo doch weit und breit kein Kommentar von Ihm in Sicht ist?

        Und dass Sie dafür, wenn es wieder mal einen kleinen Raid gegen die Männer gibt, sogar mit der Globetrotterin zusammenspannen und jeden ihrer dümmlichen Ausrutscher mittragen, naja, sagt viel aus über Sie.

    • Katharina sagt:

      Sicher… die k0mmentare hier sind ja zur mehrheit nicht frauenfeindlich oder so.. ganz sicher.

      • Hans Mustermann sagt:

        @Katharina Nur wenn man alles todernst nimmt ^^

      • Katharina sagt:

        Ich nehme verbale Gewalt leider ernst. ich kann darueber nicht lachen. sorry. Und einiges was ich lese geht in die richtung.

      • Katharina, bei allem Wohlwollen: Wenn Du von verbaler Gewalt sprichst, kannst Du Dich gleich selber am Schopf packen. Im Austeilen bist Du immer- auch mir gegenüber- sehr gut.

        Doch wenn’s dann um’s Einstecken geht, berufst Du Dich dann schnell auf Deine Verletzlichkeit. Wer austeilt, muss auch einstecken können.

        Diese Rechnung geht für mich nicht auf.

        Das nur so nebenbei.

      • interim placeholder sagt:

        Tja, Marcel, es ist genau das, was Du einstecken musst. Capisc?

      • Hör doch auf, das Interim Placeholder-Melodrama zu spielen, Patrick.

        Du bist sowas von oberlächerlich.

        Sag doch einfach, dass Du verletzt worden bist, wo und von wem auch immer. Doch die Show, die Du da gerade abziehst, ist wirklich jenseits von Gut und Böse! Ist das eine Art von postpubertärer Krise, die Du da gerade durchläufst?

        Nenn Dich doch einfach wieder Patrick- the zutiefst verletze, super sensitive und immer für alles verständnsivolle- Tigri, der den Mamablog öfters mit einem Chatroom- samt Link aufs eigene Facebook-Profil (könnt’ sich ja mal eine gute Gelegenheit ergeben, nicht?)- verwechselt.

        Wäre viel ehrlicher!

      • Katharina sagt:

        das weise ich zurueck. insbesonder bei leuten die staendig auf incommunicado machen. Mit wenigen ausnahmen habe ich nie verbale gewalt benutzt. einige starke woerter ab unz zu. das gebe ich zu.

      • Katharina sagt:

        das weise ich zurueck.

      • Katharina sagt:

        insbesondere von ihnen herr m. sie reagieren manchmal ausserordentlich emotional. das war geradezu schockierend. haette ich nie gedacht. naja.

        aber die zeit hochstehender beitraege, die sich mit dem thema selber befassen und dazu eine eingehende analyse bieten, ist wohl vorbei.

      • interim placeholder sagt:

        Show? Indem ich interimsmässig ein alternatives Pseudonym verwende? Jetzt lömmer aber t Chile im Dorf.

        Denk, was Du willst. Ist mir einerlei. Und bald sind die Streifen wirklich fertig aufgefrischt. Geduld.

      • interim placeholder sagt:

        Abgesehen davon find ich den neuen Namen immer noch ganz lustig.

      • Also auf explizite, destruktive Hasspropaganda gegen Männer reagiere ich mit aller Schärfe und der gebotenen Emotionalität. Und Globi ist ein Kind des Hasses. Völlig abnorm, was da jeweils geboten wurde.

        Das sind wiederum bei mir die Ausreisser. Ansonsten hat sich einiges tot gelaufen stimmt. Auffälligerweise vor allem seit ich Judith Buttler ins Feld geführt habe. Da ist man natürlich sofort homophob- oder ein der Homophobie- versteckter natürlich- Verdächtiger. Auch wenn man es erwiesenermassen nicht ist. Das ist genau das, was Philipp Gut seinerzeit in seinem viel beachteten Artikel in der Weltwoche kritisiert hat: Als in alle Richtungen kritisch denkender Mensch stösst man beim Thema Homosexualität plötzlich an sehr enge Grenzen.

        Schade. Aber das muss man wohl akzeptieren.

      • Katharina sagt:

        Ich weiss dass, Du nicht homophob bist. Dafuer stehe ich ein. zwischen Dir und mir war das nie ein Thema von disputen, M.

    • mila sagt:

      @daniela: jetzt gehen sie mal das gretchen nicht so an. sie haben wohl die ganze ironie, die in der serie verpackt ist, vollkommen ausgeblendet. für eine deutsche produktion kann ich nur sagen: hut ab!

      • Daniela sagt:

        Schon zwei, die die Sendung anschauen können ohne einen Gehirnbruch zu bekommen??? Jetzt haben sie mein ganzes Weltbild von weiss und schwarz durcheinander gebracht. Dachte wirklich NIEMAND könne die Serie gut funden :-)

        aber sie haben mich schon fast soweit, dass ich die Serie nochmals schaue, ich liebe sonst Ironie, aber die muss ich übersehen haben 3:)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Gehirnbruch gibt es nicht, Daniela, das Hirn ist eine weiche, bewegliche Masse, da kann nichts brechen. Wenn du das Gretchen schauen würdest, wüsstest du das. ;)

        Die Serie ist in keiner Weise frauenfeindlich, sondern ironisch und das Gretchen vor allem selbstironisch, genauso wie die Mama. Wir alle kennen die Momente, wo einfach jemand auf dem Schlauch steht, obschon wir normalerweise keine lange Leitung haben. Genau solche Szenen sind es, die diese Serie so sehenswert machen. Ausserdem werden gewisse Klischees so überzeichnet, dass sie einfach lustig rüberkommen, dazu die Dialoge, echt witzig.

        Gestern musste ich das Gretchen leider verschmähen, auf 3Sat kam noch was viel Spannenderes: Das Tier im Menschen – nein, das ist kein scharfer Film, sondern die Geschichte der menschlichen Evolution auf äusserst unterhaltsame Weise verfilmt. Hat mich stark an entsprechende BBC Produktionen erinnert.

        @Mila, wir sind schon 3, die Kathy liebt das Gretchen auch.

  5. Worin der Reiz dieser Serie besteht? Die Männer wirken irgendwie zufrieden und selbstbewusst.

    Wenn auch auf eine… verlogene… Art.

    Mad Men lässt die Illusion in unseren Köpfen aufleben, dass dazumal die Welt noch in Ordnung war: Es gab ein klares Oben und ein Unten, ein Rinks und ein Lechz, Kommunisten und Kapitalisten, Reiche und Arme, den Süden und den Norden, die Industrie, einen Feierabend ohne schlechtes Gewissen, Wohlstand für alle, Vollzeitarbeitsplätze ohne Ende, gesicherte Existenzen, Ehen, Beziehungen, Männer und Frauen, Norden und Süden, den Mond und die Sterne, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Jerry Cotton und andere Groschenromane, grosse Menschen und kleine Menschen, dicke und auch schlanke, Alkohol und Zigarren in rauhen Mengen, John Wayne und Charles Bukowski, Geschichten vom südlichen Ende der Couch, Of Mice And Men, grosse Autos und Kühlschränke, Appartements und Motels, Highways und Rocker, das wilde Leben… und Wachstum, Wachstum, Wachstum an allen Ecken und Enden, ohne dass sich jemand Sorgen darüber gemacht hätte!

    Zusammen gefasst: Einfach Wirtschaftswunderjahre und einen unverbesserlichen Zukunftsoptimismus!

    • interim placeholder sagt:

      Und aus heutiger Sicht unendlich naiv.

    • Nicht unbedingt naiv, aber einmalig. Die Wirtschaftswunderjahre waren auch wirtschaftshistorisch betrachtet eine einmalige Epoche.

      Würde man versuchen, diese Zeit in einem Chart nach zu bilden, dann stellen sie einen aussergewöhnlich steilen Ausreisser nach oben dar- also eine Art von klassischem Trendbruch. Der Abgang der US-Amerikaner vom Goldstandard unter Richard Nixon 1971 und der kurz darauf folgenden Ölschock hat den goldenen Jahren, wie die Wirtschaftswunderjahre manchmal auch genannt werden, ein jähes Ende bereitet.

      Diese Serie ist von nostalgischem Wert- wenn auch nicht nur für Nostalgiker.

      Die Zeit der Wirtschaftswunderjahre wird nicht mehr wiederkehren. Und wenn, dann nicht mehr bei uns, sondern in Asien.

      • Katharina sagt:

        troztdem ist amerika wirtschaftlcih immer noch nummer 1. china wird ja demnaechst implodieren. da ist viel wunschdenken in deinem beitrag.

      • interim placeholder sagt:

        Ach, wie schön war die Zeit, als es noch keinen Klimawandel und keine Atomkraftabfalldebatte gab…

        War doch künstlich.

      • mila sagt:

        kubakrise, vietnam-krieg – sie haben recht, marcel, das war schon eine einmalige zeit. mit der nostalgie ist es leider so: sie legt einen glorienschein um einige wenige dinge, und verdeckt gleichzeitig all die unschönen erinnerungen. natürlich ist die serie nostalgisch – nur wird eben am ende der nostalgiker entlarvt.

      • Orlando S. sagt:

        @Marcel: und was waren die Achtziger Jahre anderes als Wirtschaftswunderjahre? Und die späten Neunziger? Und dann wieder die Jahre nach 2001 bis 2008?

        Sofern man die richtigen Leute im Weissen Haus hat bekommt jede Generation mal ihr Wirtschaftswunder…

        Einerseits haben wir uns an das “Wunder” gewöhnt und andererseits ist die Dauer der Abfolge Rezession-Konjunktur kürzer geworden.

      • Hm, also das mit den kürzer werdenden Konjunkturzyklen lässt sich aber historisch nicht eindeutig belegen, Ronaldo. Kommt natürlich wieder auf das Zeitfenster an, das man wählt. Und die Optik, die man dabei verwendet. Die Achziger waren hierzulande zweifellos gülden. Doch die Neunziger waren die Hölle- wenn man über den Betrachtungshorizont von BIP-Statistiken hinausgeht.

        Was ich im 21. Jahrhundert für unabdingbar halte.

      • Orlando S. sagt:

        Ich weiss nicht, ob BIP-Statistiken in diesem Fall genügen. Es geht vielmehr um die Wahrnehmung aus der jeweiligen Zeit heraus. Aufbruch, Goldgräberstimmung, günstige Kredite, viel Kleinunternehmertum, Immobilieneigentum wird erworben, Luxus leistet man sich, es entstehen breite Mittelschichten, die Zeit umgibt den Ruch, dass man in eine neue Ära eintritt (wie vielleicht zuletzt Ende der Neunziger mit dem Internet und den neuen Kommunikatioinstechnologien).
        Fragen sie mal die Bürger in den asiatischen Tigerstaaten, was für sie Wirtschaftswunder bedeutet, oder noch besser: Menschen in Polen, Tschechien oder Ungarn.

        Ironischerweise ist “Wirtschaftswunder” eher ein kultureller Begriff. Das meinte ich.

      • “Fragen sie mal die Bürger in den asiatischen Tigerstaaten, was für sie Wirtschaftswunder bedeutet, oder noch besser: Menschen in Polen, Tschechien oder Ungarn.”

        Hm, Ronaldo: Also wenn ich die Menschen in Polen, Tschechien oder Ungarn jetzt, nach der Finanzkrise fragen würde, was meinen Sie, würden Sie mir antworten?

        Und bei den Asiaten war im Zuge der Tigerkrise genau dasselbe zu beobachten: Zu hoch hinaus, in zu kurzer Zeit- und alles auf Sand gebaut. Doch die haben sich in einem sagenhaften Tempo wieder erholt- was ich damals noch voraus gesagt habe. Wohl auch deshalb, weil sie sich geweigert haben die Tips vom IWF zu befolgen. Und weil z. B. Mahathir Mohamad, der damalige Premieminister Malaysias, die eigene Währung vom Dollar abgekoppelt hat. Und den janusköpfigen George Soros mit verantwortlich gemacht hat für die Krise.

        Die klassischen Wirtschaftswunderjahre waren im Vergleich dazu aus ganz anderem Holz geschnitzt. Wussten Sie, dass sich z. B. das Wirtschaftswachstum in allen frühindustrialisierten Nationen (EU-17, Japan und in minderem Masse auch in den USA) seit den Siebzigern- also nach dem Ende des Goldstandards und des Ölschocks- halbiert haben? Sie ziehen zwar seit Kurzem wieder an, aber nicht mit denselben Raten, wie seinerzeit nach dem Krieg.

        Aber Sie haben recht: Die Wirtschaftswunderjahre sind eher ein kulturell besetzter Begriff.

  6. Markus Schneider sagt:

    Einen Scheissdreck “waren so die 60er” – das sind bloss die Phantasien irgendwelcher Idioten im Jahre 2011.

    • Eremit sagt:

      Wenn man die wirtschaftliche Situation hier betrachtete und die Demonstrationen in der USA wegen dem Vietnamkrieg, dann scheint die Äusserung zuzutreffen.
      Sieht man in der Serie mad men auch regelmässig von Kriegen verkrüppelte Männer?

  7. Katharina sagt:

    Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe geht es um die Frage, warum solche Serien überhaupt als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklung gesehen werden.

    Der Autor versucht eine Erklärung. einerseits, wo ich Ihnen zustimme, dass eben das ganze Unterhaltung ist, dass Ästhetik zum Genuss der Serie beiträgt, dass vielleicht das ganze als retrospektive mit den Augen des 21. Jahrhunderts auf die 50er Jahre gesehen wird.

    Oder wie bei City als Hyperbel eines urbanen Lebens, das so real nicht existiert.

    Wo ich Sie kritisiere, ist ihr Schluss, dass es um Geschlechts-Stereotypen geht, oder die Zuschauer/innen solchen Serien immer anhand dessen den Vorzug geben.

    Die Frage, die Sie nicht anschnitten ist, weshalb es anscheinend sehr viele Leute gibt, die sich mit solchen Serien sehr stark identifizieren und den darin dargestellten Lebensstil nachzuahmen versuchen. – Ein Aspekt, der zur Dynamik des Soziallebens beiträgt.

    Interessant für mich ist, dass der Artikel etwas die europäische Wahrnehmung widerspiegelt. Insofern für mich amüsant und ein Kichern kann ich mir da nicht verheimlichen. Sehen die das dort wirklich so? Lesen die dermassen viel da hinein?

    Ich bestreite, dass es uns Vergnügen macht, dass Frau und Mann auf meinen Hintern glotzt. in einer Arbeitsumgebung ist das lästig, in der girl bar aber erwünscht. Der Kontext der Situation ist wichtig!

    Ich habe weder city noch mad men lange mitverfolgt. ich finde beide Serien langweilig, die Dialoge in der Originalsprache hastig und zwitschernd, ohne grossen Inhalt.
    Ich bin mir nicht sicher, wieweit Ihr Artikel Ironie hat. Es scheint mit zu schwingen, aber es kommt nicht ganz klar durch.

    Da finde ich, Sie sollten vielleicht weniger ambivalent schreiben.

    Es ist ein Artikel für Mittwoch, also wo Themen etwas leichter sein mögen. Mit der Themenwahl haben sie das gut getroffen. Ich finde jedoch, eine etwas stärker durchscheinende Ironie würde den Artikel stärker machen.

    • Orlando S. sagt:

      schreiben sie doch selber einen Text! Wann kommt die exklusive Carte Blanche von Krazy-Kat aus dem materialistisch-enthemmten/bigott-ultrareligiösen (zutreffendes bitte unterstreichen) Amerika der Jetztzeit?

      Schreiben sie doch über L-Word.

      • Katharina sagt:

        solche bemerkungen von ihnen lese ich als beleidigung.
        und, ja ich habe mir das schon ueberlegt. nur wenn leute in ihrem ton hier herum schwirren sage ich eher, nein danke.
        ehrlich gesagt habe ich wohl auch muehe, nie noetige kuerze zu erreichen. das ist ja eine der grossen leistungen der autoren hier. neben vielem anderem.

      • Jürg Heldner sagt:

        Ob den Beiträgen von Katharina kann ich mittlerweilen nur noch ungläubig den Kopf schütteln. Ihr umfassendes Scheinwissen in sämtlichen Belangen, frei von jedem Selbstzweifel und komplett unreflektiert, wären lustig, aber sie meinen das ja leider auch noch ernst was sie dem Plenum stets ausführlichst zukommen lassen.

      • Katharina sagt:

        Ach, immer noch betupft dass ich eben sage die Ironie kam nicht durch? Es ist Aufgabe des Autors, seinen Punkt effektiv zu kommunizieren. Und nicht auf ‘Kooperation’ des Lesers zu hoffen. Da hilft es auch nicht einen getarnten Namen zu benutzen.

    • Was Katharina anbelangt, liegen Sie eher falsch, Jürg. Da wären jetzt ihre Sachbeiträge gefragt.

  8. Katharina sagt:

    Und wieder ein laengerer beitrag im orkus. sh….

  9. Orlando S. sagt:

    Nun, ich habe zwar alle Episoden aber nur der ersten beiden Seasons von “Mad Men” gesehen, erst kürzlich auf DVD erworben. Und ich bin ziemlich begeistert – so begeitert wie seit “Sopranos” nicht mehr (die ich auch verspätet und kompakt innerhalb weniger Wochen gesamthaft inhaliert habe).

    However, es wird in dieser Serie alles andere als die heile Welt von gestern vordemonstriert. Ziemlich im Gegenteil. Einige Erkenntnisse ergeben sich dem geneigten Zuschauer:

    1) Einer der Grundkonflikte ist die Spannung zwischen der Welt der vorangehenden Generation, die fast übermenschlich-heroisch eine neue Zeit geschaffen hatte (Depression, Weltkrieg, Atommacht, Wirtschaftswunder) und der neuen Modernität, die anbricht und wofür die gezeigten Ostküsten-(gehobener)-Mittelstand nicht robust genug sind – wie Kinder, die Spielzeuge in die Hand bekommen, die sie selber gefährden

    2) Die Basslinie ist das unerhörte wirtschaftliche Wachstum und der technologisch-kulturelle Fortschritt jener Zeit. Die Handlung setzt ein in jenem Übergang von der wertemässig soliden Eisenhower-Ära (die ganz den graugeschläften Herrenmenschen gehörte, die Jugendlichkeits-Kult-Besessenheit setzte erst damals langsam ein, James Dean, Monroe…starben beide jung und schön), dem Übergang von den Fünfzigern zu den Sechziger Jahren der verkommenen aber sexy Kennedys, den schrillen Pilzköpfen aus Liverpool, dem Siegeszug des Fernsehens, des nie dagewesenen Luxus für alle Schichten, und…

    3) …einer entfesselten Sehnsucht der Spätergeborenen nach Abgrenzung von der fast übermenschlich ausstrahlenden älteren Generation mit ihren hohen Erwartungen an “den Amerikaner”. Eine Abgrenzung, die darin bestand, dass Freiheit neu definiert wurde als eine Ware, die individualistisch jedermann und -frau zustand und konsumiert werden wollte. Freiheit von Verantwortung, Freiheit von Zwang, Freiheit von Moral und Freiheit von…

    4) …dem American Way of Life: der ja schon aus Propagandagründen gegen die sowjetische Hälfte der Erde als leuchtendes Beispiel gelten sollte: Materialismus pur als Widerlegung des Materialismus der Marxisten. Aber mit Gott auf unserer Seite. Der Siegeszug von Demokratie und Kapitalismus fand folglich erstens vor allem zuhause mit Kühlschränken, Automobilen und freien Massenmedien statt und nicht in…

    5) ..Vietnam. Die Entwicklung in den USA liefen etwas anders, setzte aber früher ein (eben davon erzählt “Mad Men”) als in Europa – hier war das Jahr 1968 der grosse Wendepunkt, der auch viel gründlicher und radikaler ausfiel. In Amerika manifestierte sich der Wandel bereits früher und er gebar sich aus dem in 3) beschriebenen hedonistischen Freiheitsdurst der Gesellschaft. Es gibt den Spruch: “If you remember the Sixties, you haven’t really lived in them.”, der die Frivolität der Sechziger (the Sixties) beschreibt. Die Bürgerrechtsbewegung, Anti-Vietnamkundgebungen, Woodstock, das kam alles erst später. Und: diese gesellschaftlich-kulturelle Welle begann Ende der Fünfziger und verebbte erst mit Reagan in den Achtzigern.

    Ich bezweifle, dass man etwas gewinnt, wenn man mit einem genderpolitischen Tunnelblick an die Serie herangeht. Ein grosser Pluspunkt der Serie ist, dass sie – niemals mit dem Besserwissen der Nachgeborenen wertend – ein faszinierendes Panoptikum einer damals herrschenden gesellschaftlichen Realität bietet. Indem sie plausible Geschichten mit komplexen Charakteren erzählt, die das ganze Unbehagen der Zeitgenossen im Sinne von 1) bis 5), aber auch ihre Frivolität, ihre Unvernunft und Schwachheit vordemonstriert.

    Ein Fernsehgenuss, der zum Nachdenken zwingt – und dennoch vor allem ästhetisch eine wahre Pracht ist: Die Kleider, die Accessoires, die Möbel, die Interieurs, die Autos und das pausenlose Gerauche (sicherlich auch als ein Kommentar zur politisch korrekten und aseptischen Jetztzeit gedacht) und Whisky-Getrinke – einfach herrlich!

    • Orlando S. sagt:

      Der Titelmusikbeginn der Serie ist übrigens Programm: der Zeichentrickmann stürzt an einer Werbeplakatfassade herunter. Er stürzt – Vertigo!

      Diese Menschen stürzen in einen Strudel vom Modernität, dem sie nicht gewachsen sind.
      Und oft scheinen die Figuren selber nicht zu verstehen, warum sie trotz allem so unglücklich sind (auch so ein modernes Sentiment).

    • Auguste sagt:

      hmm…, strasser, entweder sollten sie mit dem saufen aufhören oder sehen, dass sie diesen pegel halten können.

    • mila sagt:

      sieh an, orlando , wir haben ja doch etwas gemeinsam – die sopranos gehören ebenfalls zur liste meiner all-time-favourites. dass ich das noch erleben darf…

  10. ivo rieser sagt:

    So etwas Peinliches wie auf dieser Kommentar-Seite habe ich kaum je gelesen. Wirkt wie ein Rudelkampf alter, getretener Hund. Hört doch bitte auf zu schreiben!

    • madwoman sagt:

      Dem muss ich absolut zustimmen. Es entsteht v.a der Eindruck, dass die Sendung – um die es hier eigentlich geht – von mindestens 80% der Kommentatoren noch nie gesehen wurde (da lobe ich mir orlando S). Also zurück zur Ursprungsfrage “warum sehen Frauen Mad Men gerne?”.

      Also, die Serie – wie im Artikel – auf (Retro)-Sexismus zu reduzieren ist schon mal völlig falsch. Die Dialoge (zumindest im Original und nicht Synchronisation) sind gehaltvoll, spitzfindig und unheimlich witzig. Sicherlich ist die Ästhetik der Folgen mit schuld, dass wir Frauen besonders gerne reinschauen – die Möbel, die Kleider/Anzüge und nicht zuletzt den sehr ansprechenden Don Draper. Ich erachte mich selbst als ziemlich “emanzipiert” (ein fürchterliches Wort), doch seien wir mal ehrlich, bedeutet das eigentlich, dass wir Frauen keine Freude empfinden dürfen an gut angezogenen, sehr ansprechenden Männern? Dass wir nicht insgeheim uns wünschen können, ein mal so ein fantastisches Kleid à la Betty Draper tragen zu dürfen? Die Serie bringt uns auf eindrückliche Weise die anfangs 60er ins Haus. Da gehört das Rauchen dazu und den entsprechenden Chauvinismus. Im Übrigen ist die heutige Werbebranche weiterhin von “Sexismus” geprägt und da stört sich offenbar auch keiner dran. Die Arbeitsatmosphäre bei Sterling Cooper entspricht teilweise den heutigen Zuständen bei grossen Investmentbanken, mit dem Unterscheid, dass sich die Frauen von heute gerichtlich wehren. Also lasst mal die Kirche im Dorf und geniesst die prickelnde Sendung MadMen – oder wenn ihr es nicht kennt, schaut mal rein und bildet euch eine Meinung!

  11. beauvoir sagt:

    An Genderdebatten fasziniert mich immer wieder, dass es nur um Frauen geht. Dabei ging es im Feminismus schon früh um die Befreiung des INDIVIDUUMS aus engen Geschlechterrollen. Es ging und geht um stärkere Menschen, die sich nicht ängstlich an irgendwelche vordefinierten Verhaltens- und Denkschemata klammern müssen um über die Runden zu kommen. Ich habe nur die erste Staffel gesehen, doch so far sind die Machos in Mad Men erbärmliche Gestalten – besonders gut repräsentiert von Pete Campell. Sie müssen die Frauen runtermachen und abwerten, um ihre fragilen Egos notdürftig zu stützen. Wollt ihr das wirklich zurück, Männer? Braucht ihr das immer noch?

    • Orlando S. sagt:

      Pete Campbell ist aber nicht einfach nur ein Serienbösewicht. In seinem Opportunismus und seiner Verletzlichkeit ist er zumindest eine ambivalente Figur. Wenigstens in den ersten beiden Seasons, als Nebenfigur hat er am meisten Potenzial. Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!
      Ich fand sehr rührend wie er und Trudy sich verhalten in den Tagen nach der Ermordung Kennedys. Ich war rasend gespannt darauf, wie dieses Ereignis in der Serie verarbeitet werden würde und war schlicht begeistert. Musste gar ein Tränchen wegdrücken.

      Himmel je mehr ich über diese Serie nachdenke, desto grandioser finde ich sie!

      • beauvoir sagt:

        Du hast natürlich Recht, Orlando. Pete Campell ist komplex und die meisten anderen Charaktere auch. Das Geschlechterthema ist nur eines unter mehreren aber ein sehr dominates. Und schliesslich ist es das Thema des Textes von Michael Marti auf das wir hier reagieren. Marti unterliegt meines Erachtens – wie neuerdings die meisten Journis – dem von der Weltwoche sehr erfolgreich kreierten antifeministischen (und nebenbei auch wahnsinnig vereinfachenden) Zeitgeist*. So kann er sich das Interesse, das die Serie auch bei Frauen weckt nur mit ihrer Sehnsucht nach den guten alten Zeiten, wo Frauen noch Frauen sein durften, erklären (das war jetzt im Fall ironisch gemeint). Für mich kann ich sagen, dass ich die Serie gerne schaue, weil sie eben sehr komplex und menschlich ist. Als Feministin hoffe ich zudem, dass junge Frauen, die die Serie schauen, vom Sexismus geschockt sind und die Radikalität und Wut der früheren Feministinnen vielleicht jetzt etwas besser verstehen. Und Orlando, hast du eigentlich auch eine Meinung zum Thema der Diskussion oder beschränkst du dich auf Filmkritik? Übrigens: Kann mir jemand die zweite Staffel ausleihen?

        *Dort hat sich eine Journalistin mal allen Ernstes gefragt, ob Männer Frauen ohne feminine Schuhe überhaupt attraktiv finden können.

      • Orlando S. sagt:

        ach wissen sie, die Texte oben interessieren mich meist nicht die Bohne. Nicht einmal die Diskussionen, die sich aufs Thema beziehen. Und schon gar nicht die gutgemeinte Erfahrungsaustausch- und Ratgeberfunktion, die dieser Bl0g eigentlich haben könnte. Aber immer, wenn vom speziellen Auslöser die Debatte auf grundsätzlichere und spannendere Fragestellungen hinüberschwenkt, dann ist Orlando dabei.

        Ich nehme an, ihre Mutter lebte in den Sechzigern, oder vielleicht ihre Grossmutter. Fragen sie die mal, wie schröööckckclich sexistisch die Sechziger wirklich waren. Oder ist das sowieso nur Rubbish, was die alten Schachteln erzählen?
        Und ihre Generation von Frauen, Frau Bellevue, ist eine der ersten in der Menschheitsgeschichte, der Mann nicht mehr ungestraft auf den Hintern gucken kann?

  12. Jürg Heldner sagt:

    Der “Mama-Blog”, speziell die Beiträge der fleissigen KommentarschreiberInnen, sind in etwa so lustig, emanzipiert und interessant wie minderjährige Prostituierte in Berlusconis Villa.

  13. Scholli65 sagt:

    Nun, ich bin wirklich sehr erstaunt darüber, wie hier miteinander umgegangen wird. Ich denke beide Seiten hören sich frustriert und enttäuscht vom anderen Geschlecht an. Zum Glück gehört dies bei uns allen zum Leben. Den dann besteht die Möglichkeit zu lernen und mann und frau haben evtl. die Möglichkeit ihre Illusionen über das andere Geschlecht endlich loszulassen und die Wahrheit zu erkennen.
    Du kannst die Probleme bei Anderen nicht lösen sondern nur bei Dir selbst!
    Aber das ist halt bekanntlich sehr anstrengend und deshalb ist es wohl einfacher ihr hackt euch frisch und fröhlich gegenseitig nieder! Bravo! So kommen wir wirklich weiter.
    Vergesst bitte nicht, bevor wir Frauen oder Männer sind, sind wir einfach Menschen.
    In diesem Sinne auf uns Menschen und unsere Fehler aber auch auf unsere Fähigkeit zu verzeihen und zu vergeben.

    • heidi reiff sagt:

      Sehe das auch so, wie Sie das im hier im Cyberblog rüberbringen, Menschen werden zu Bestien gemacht durch Religionsfanatismus gekoppelt mit Pechschwarzer Paedagogig, wer sein Kind liebt züchtigt es brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Guantanamo ein Ammenmärchen ? Kindsmissbrauch von Priestern und Nonnen ein Ammenmärchen inkl. Eltern ein Ammenmärchen ? – Kinder die liebevoll begleitet werden müssen ja nichts vergeben, werden ja nicht zu Sündenböcken gemacht, ES GIBT KEINE BOESEN KINDER. PUNKT. Thomas Mann hat mit seinem Roman die Boodenbrooks noch gut reflektiert in Bezug auf oft die etwas übertriebene Euphorie – Friede – Freude – Eierkuchen, von diesen extremen Szenarien in Familien ist ja bekannt, wenn ich nicht leben kann, sollst auch du nicht leben ist ja bekannt aus dem Szenario Selbstmordattentäter . Ist Rache so süss ? Eltern rächen sich an ihren Kindern weil sie ihre eigenen Leichen nicht aus dem Keller geholt haben, Kinder sind leider nach wie vor die Opfer, diese Niggertussis die Schmuckbehangen herumstolzieren für mich nicht das A und O. A. Miller hat das gut reflektiert in ihren Büchern , diese idealisierten Bilder der Niggerfrauen mit Kinder auf dem rückentragend, so werden wir immer wieder getäuscht und lassen uns täuschen, aus diesen destruktiven Mustern könnten wir auch was lernen, ganz einfach, es besser zu machen

  14. Katharina sagt:

    Retro….
    oder eben auch das ganze mondaene leben der gewoehnlichen:

    http://www.youtube.com/watch?v=kf8TM4CIk5g

  15. Martin sagt:

    Ueber so einen Schwachsinn zu diskutieren….gohts eigentlig no? Diese Serien sind doch alle doof!

  16. heidi reiff sagt:

    Kommt mir jetzt nur ein Lied in den Sinn, crazy, das Lied gibts , ich schau mal im Wiki nach . Ich habe mir jahrelang so Seifensoaps am TV reingezogen einfach zur Unterhaltung – Gute Zeiten – schlechte Zeiten – meist gehts um blöde Intrigen die ich hasse wie Gift. Die Naturfilme von Moser haben mir mehr gebracht am TV, das Verhalten der Tiere die gehören ja auch zur Mutter Erde. Amerikakitsch was TV betrifft – Sex and the City – für mich Nein Danke .

  17. Stephan sagt:

    wer mal etwas halbwegs intelligentes zum thema lesen möchte:: http://www.clack.ch/index.php/ressort/artikel/leben/1443/sch

  18. Rosendreck sagt:

    Ich versteh die/der ganz/e Aufregung/in nicht. Wir haben grösser/e Probleme/innen als dise/r ganze/r Geschlechter/inn Quatsch/in.

  19. Franz Oettli sagt:

    Ja, früher war man einfach noch direkter. Willst Du mit mir einen Kaffee trinken? Und dann hat man sich kennengelernt. Vielleicht ist es das, was man sich heute noch sehnt. Heute sitzt ja man mehr vor dem PC oder dem Telephon und sieht sich nicht mehr in die Augen!

  20. Spinnette sagt:

    An all die Streithähne: seid Ihr etwa alle Eltern??
    Irgendwie traurig…

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