Leben


Michèle Binswanger am Dienstag den 18. Januar 2011

Das Lustgefälle und die Sex-Ökonomie

MAMABLOG-SEX

Lieber Spielchen als die Ehe: In «Sex and the City» kann sich Carrie (Sarah Jessica Parker) lange nicht überwinden, ihren Mister Big (Chris Noth) zu heiraten.

Auch wenn die Neunzigerjahre längst vorbei sind, gibt es ab und zu diese «Sex and the City»-Momente. Oder vielleicht eher «Sex and the Province». Oder eben «Desperate Housewives». Ich sass mit Freundinnen zusammen in der Küche und wir sprachen über Sex. «Ich weiss nicht, wie mir das passieren konnte», sagte Freundin A. «Seit ich Mutter geworden bin, hat sich zwischen uns ein Lust-Gefälle aufgetan, das es so vorher nicht gab. Je mehr er mir auf der Pelle rückt, desto mehr ziehe ich mich zurück. Und wenn ich es ab und zu doch versuche, arbeitet er sich auf mir ab, während ich darüber nachdenke, was ich zum Essen kochen werde. Meine erogenste Zone ist im Moment der Abfalleimer – zumindest, wenn er ihn abends runterbringt.»

Freundin B, die Single ist und das auch ausgiebig zelebriert, grinste. «So funktioniert Sex-Ökonomie. Mit der Ehe hast du ein geschlossenes System. Die Frau kontrolliert das Angebot, und weil der Mann für ständige Nachfrage sorgt, kann sie den Preis dafür beliebig erhöhen. Am Schluss ist Sex ein Zahlungsmittel und das war noch nie besonders sexy. Jedenfalls nicht für die Frau.» «Das hat doch nichts mit der Ehe zu tun», warf ich ein. «Oder willst du behaupten, dass Single-Frauen immer aus rein sexueller Lust mit einem Mann ins Bett gehen? Es geht doch immer auch darum, sein Ego zu streicheln, jedenfalls gehört das sicher zu den erogenen Zonen der Frau.» Freundin B, Single und kein Kind von Traurigkeit ergänzte: «Das Ego und das Versprechen, seinen sozialen Status verbessern zu können. Das wäre dann das Lustgefälle mit umgekehrten Vorzeichen. Aber um ehrlich zu sein, bin ich schon froh, wenn ich einen Mann finde, mit dem der Sex besser ist, als wenn ich es mir selbst besorge.» Aber Freundin A war nicht in Stimmung für theoretische Diskussionen: «Aber soziales Gefälle war bei uns nie ein Thema. Ich bevorzuge Partner auf Augenhöhe und der Sex mit ihm war, bis wir Kinder hatten, auf jeden Fall besser als Selbstbefriedigung.» Damit schloss sie und die Vergangenheitsform hing dabei in der Luft wie der Rauch einer Zigarette.

Nachdem meine Freundinnen gegangen waren, dachte ich weiter darüber nach, während ich die Gläser spülte. Zum Beispiel, warum es in den meisten Ehen mit Kindern zu einem solchen Lust-Gefälle kommt. Haben Frauen grundsätzlich weniger Spass am Sex? Suchen sie aus anderen Gründen Sex als Männer? Befriedigt Mutterschaft das weibliche Ego so weit, dass Sexualität plötzlich weniger wichtig wird? Oder liegt es vielleicht daran, dass die weibliche Sexualität mit der Schwangerschaft plötzlich im Kostüm einer Walkuh daherkommt und es einem mit einem Säugling an der Brust schwer fällt, sie irgendwo im Trümmerfeld des eigenen Körpers wieder zu entdecken?

Wahrscheinlich lässt sich das so pauschal nicht beantworten. Sicher aber ist, dass es der Liebe nicht förderlich ist, wenn das Lust-Gefälle zur Sex-Ökonomie führt. Und das ist schade, denn Liebe ist eine erstaunliche Kraft. Sie treibt Menschen aus ihren Umlaufbahnen und lässt sie kollidieren, auf dass etwas Neues entstehe. Und wie das mit Planeten so ist, von der Ferne mögen sie unheimlich bezaubernd, schön und vollkommen wirken, aber wenn man näher heran kommt, erkennt man Reliefs, Berge, Täler, Abgründe. Und irgendwann stellt man fest, dass man dauernd damit beschäftigt ist, Brücken zu bauen. Dies gilt insbesondere dort, wo das Terrain besonders schlüpfrig ist, in der Sexualität zwischen Erwachsenen. Dennoch bin ich immer noch der vielleicht bescheuert postmodernen, aber zumindest neoromantischen Ansicht, dass Liebe die beste Basis ist für eine Familie. Auch wenn es bedeutet, dass man zuweilen so lange in Abgründe starren muss, bis sie auch in einen selber zurückstarren. Und das ist auf lange Sicht wenigstens fruchtbarer als Selbstbefriedigung.

484 Kommentare zu „Das Lustgefälle und die Sex-Ökonomie“

  1. Esther sagt:

    Haben die SchreiberInnen schon mal vom umgekehrten Fall gehört, wo der Mann nicht mehr wollte?
    Kaum Schwanger, nie mehr angerührt – nur noch Abweisung total und in jeglicher Hinsicht.
    Mission Completet.
    Stammhalter da – wozu noch Sex oder irgendeine Form von Zärtlichkeit. Alles weg. Ich bin mittlerweile geschieden – nach 12 Jahren ohne jeglichen Sex konnte ich nicht mehr mit dieser Lüge einer “perfekten” Ehe leben.
    Aber das ist nicht mal alles.
    Meinen Sohn hat er mir auf subtile und absolut perfide Art und Weise “weggenommen”, indem er mich stets unterschwellig und nicht fassbar als “schlechte” Mutter inszeniert hat. Ich musste ohnmächtig zusehen und konnte nichts dagegen tun, denn es fand auf einer Ebene statt, gegen die ich mich mit meiner direkten und offenen Art keinen Hauch einer Chance hatte, mich wehren zu können.
    Eigentlich einfach nur ein traumatisches Schockerlebnis meine Ehe. Nur die Jahre, bevor ich schwanger wurde, die waren schön. Habe es bis heute nicht verkraftet. Manchmal, ab und zu, wenn ich daran denke, kommt mir nämlich immer noch das grosse Heulen.
    Ich liebe meinen Sohn über alles.
    Vielleicht wird er die Situation seiner Eltern eines Tages verstehen, wenn er erwachsen ist.

    • Tamar von Siebental sagt:

      Viel Kraft

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Das ist ja furchtbar, Esther! Lass nicht zu, dass dein Sohn dir noch fremder wird, melde dich immer wieder, mach dich bemerkbar, bleib Teil seines Lebens. Gerade in der Pubertät ist derjenige, der immer um das Kind ist, oft in einer gar nicht beneidenswerten Lage, er bekommt alles ab. Da ist es dann sehr gut, wenn noch jemand da ist, der nicht den Alltag hat mit dem Kind, eine Ausweichstation, die kannst du vielleicht sein.

      Ich hoffe, es gelingt dir, zu deinem Kind wieder eine Beziehung aufzubauen. Viel Glück! :)

      • Christoph sagt:

        Tja, sehr traurig. Aber so geht es vielen Männern. Denen werden auch ihre Kinder weggenommen, auf perfide Art. Und sie können und dürfen sich nicht wehren.

      • fufi sagt:

        @Christoph

        War DAS wirklich nötig?
        Wünsche jedenfalls Allen, die unter vergleichbaren Situationen leiden Alles Gute und -eben!

      • Ja, fufi, war es, und nützlich für die Frauen, die vielleicht denken, so ein Schicksal sei selten. Ist es mitnichten, meistens trifft es aber Männer.

        Wo ist es schlimmer, bei Frauen oder Männern? Nirgends, es ist immer schlimm.

        Der Tipp von Pippi ist wertvoll, Esther.

      • fufi sagt:

        @Patrick und Christoph

        Habe keine Kinder und auch keine Scheidung hinter mir, kann’s also auch nicht beurteilen, was ich mir aber auch nicht anmassen wollte.
        Was ich gemeint habe ist – ACHTUNG: VERSUCHE eine Gender-Neutralität einzuhalten und mich Bewertungen zu enthalten!
        Ich habe schon oft gelesen /gehört, dass Männer sich nach einer Trennung ausgenutzt und abserviert vorkommen. Und dass das auch – wie den Kommentaren zu diesem Blogtest zu entnehmen ist – bereits nach der Geburt des ersten, oder aber des letzten Kindes (das die gewünschte Kinderzahl vervollständigt) der Fall sei.
        Ich nehme das “wohlwollend” zur Kenntnis (will und kann das ja von ganz weit draussen eh nicht beurteilen).
        Aber ich finde es wichtig, dass auch “betroffene” Männer das Leiden der – wenn vielleicht auch viel seltener von solchen Situationen betroffenen – Frauen ernst nehmen. Denn gerade WENN Frauen viel seltener in solche “Situationen kommen”, stehen sie damit – gesellschaftlich – auch viel einsamer da. Wenigstens HIER, in der “Gemeinsamkeit des erlebten Leids”, sollten sich die Geschlechter doch eher zusammentun? Geteiltes Leid? – NAJA; bin vielleicht recht naiv?
        ;-)

    • Johnny Boy sagt:

      Ich habe eine Idee: eröffnen Sie auf Facebook ein tolles Profil, stellen Fotos rein und bloggen sich mal richtig die Seele frei. Selbstzensur ist der Anfang vom Ende. Nur eines funktioniert: die absolute Wahrheit. Mit Namen, Fotos, Adressen. Alles andere ist bloss hysterisch-esoterisches Gelalle.

    • Roland Stuber sagt:

      Liebe Esther
      Wirklich einfach nur schrecklich was dir widerfahren ist und wenn deine Momente des “grossen Heulens” wiederkommen beweist das höchstens, das deine Liebesfähigkeit noch da ist und noch Leben in dir steckt. Wünsche dir viel Gelassenheit & Mut. Ich möchte nur ebenfalls hinzufügen, dass unzählige (eine Zahl, die zu gross ist um sie hier wiederzugeben) Männer dieses “Mission completet”-Gefühl kennen und mit der Ohnmächtigkeit hadern, der Sie in keiner Art beikommen können. Was ich sicher weiss ist, dass wenn Kinder ins Alter kommen, wo Sie selber Eltern werden, Sie anfangen zu verstehen, wo und weshalb Ihre Eltern gescheitert sind. Meistens stehen Sie dann selber vor gleichwertigen Herausforderungen. Sich selbst in den gleichen Schwierigkeiten wiederzuerkennen, lässt die Liebe zu den (vielleicht inzwischen geschiedenen) Eltern aufblühen. Mag es auch ein paar Jahre dauern….

      • Esther sagt:

        Danke Euch!
        Ich wollte einfach nur sagen, dass es in allen Situationen auch das Umgekehrte gibt.
        Auch wenn ich mehr Männer kenne, die unter dem “mission completet” Effekt leiden.

        Meist kann man so etwas nicht vorhersehen – oder sich eine solche Entwicklung in der Ehe nicht vorstellen.
        Manchmal kann man es nicht verhindern – und auch mit noch so viel Beziehungs-arbeit nicht mehr retten.

        Es ist immer schlimm – egal, ob es Mann oder Frau betrifft.

        Und wenn man in einer Ehe ohne Sex leben musste, so sieht man auch das mit der Untreue
        mit ganz anderen Augen.
        Jede Situation ist anders und man darf da nicht so leichtfertig richten oder verurteilen.
        Ich wäre auch untreu geworden, wenn sich die Gelegenheit ergeben hätte.
        Aus diversen Gründen kam es interessanterweise nicht dazu.

        Liebe mit all den Begleiterscheinungen finde ich das Wichtigste auf der Welt.
        Für mich ist es der Sinn des Lebens schlechthin. Sex bedeutet für mich LEBEN.
        Ohne ist alles grau, trüb, traurig, freudlos und voller Blockaden.

        Manchmal kann man eben nicht so einfach scheiden lassen.
        Oft bedeutet es für einen Mann den finanziellen Ruin,
        oder die Kinder sind noch zu klein, so dass man
        auch in einer zerrütteten Ehe ausharren sollte, dem Kind zuliebe.

        Ich kenne viele Väter, die ihre Kinder sehr lieben, und darunter leiden,
        dass sie sie kaum mehr sehen können nach der Scheidung (das war bei mir auch ein Grund, warum ich mich mit der Situation arrangieren konnte, dass mein Sohn bei meinem Ex bleibt… immerhin sorgt er gut für ihn)

        @ Pippi: Ich versuche es… es hat auch mit verletztem Stolz zu tun.
        Aehnlich wie wenn ein Mann immer zur Schwiegermutter rennt, weil sie alles besser kann als die Ehefrau…

        Heute geniesse ich das Leben und bin umgeben von netten Menschen, die mich respektvoll behandeln – wie ich sie.
        Alles andere kommt für mich in keiner Sekunde mehr in Frage.

        Ich wünsche allen alles Gute!

    • Freddy sagt:

      Uiuiui… Das ist ja wirklich ganz schlimm. Ja, kann dich da gut verstehen. Es tönt so, als ob du dich da über Jahre ehrlich für etwas bemüht hast, sogar viele Kompromisse in Kauf genommen hast. Am Ende schien dein Mann ja nicht wirklich an einer Beziehung und an Dir interessiert gewesen zu sein. Viel mehr war ihm das tolle Bild wichtig. Da passt du jetzt nicht mehr rein und er organisiert sich halt anders und er macht so weiter als wäre das alles nichts gewesen. Auch ich habe so eine Scheidung hinter mir. Ist ganz ähnlich abgelaufen, zum Glück noch ohne Kind. Am Ende hatte ich das Gefühl, auf den wohl berechnendsten Menschen reingefallen zu sein. Das erschüttert schon den Glauben an die Menschen, wenn man so was erlebt. Also, viel Kraft und es gibt zum Glück ganz viele andere gute Leute.

      • Bernd sagt:

        Stimmt: der böse Mann, der chauvinistische Patriarch ist Schuld. Hach, ist das Leben als Feminist einfach!

    • Bernd sagt:

      Dein Schicksam über deinen Sohn betrifft sonst üblich nur Männer, die sich scheiden lassen – aber das ist dir als Feministin natürlich egal, schließlich betrachtest du dein Kind als dein Eigentum…

  2. fufi sagt:

    Irgendwie verstehe ich gewisse Männer nicht, die über ihre Beziehungen oder eben deren Defizite SO schreiben:
    ——————————-
    „Unter vier Augen erzählen auch viele Männer, dass ihre Frau vor der Ehe/vor den Kindern eine Granate war im Bett, nun aber nur noch ein Blindgänger.“

    „Es stellt sich schon die Frage, ob der Sex vor der Ehe von den Frauen einfach als Speck verwendet wird, um die Mäuse zu fangen….“

    „Wir Männer warten ja seit jahrtausenden auf ein Elixier, dass die Frauen scharf macht, sowies wir täglich sind..“
    ————————————
    Bei allem Verständis für (scheinbar männlich-unbedingte) Bedürfnisse, aber damit werden Frauen ja bestimmt nicht als Lebens(Abschnitts)Partnerinnen angesehen, sondern (wie im Blog bezeichnet) als „Service-Stationen“ oder „Befriedigungs-Personaleinheiten“. Oder so!
    (Hoffe, Zitat Nr. 3 ist ironisch gemeint …….)

    Klar, Sex IST wichtig. Sex ist sogar NOTWENDIG, wenn’s nämlich um die Fortpflanzung geht (ok, heute auch nicht mehr unbedingt!).
    Dennoch meine ich:
    Sex hilft, eine NEUE Beziehung zu vertiefen (Freud grinst wieder mal!) Aber irgendwann kommt doch der Zeitpunkt, da sich eine Beziehung – im Sinne einer Lebensgemeinschaft – auch oberhalb der Gürtellinie etabliert (Herz, Geist) sodass SEX nicht mehr der wichtigste Bestandteil des GEMEINSAMEN Lebens sein wird.

    Krass wird’s natürlich, wenn SEX einseitig aufgekündigt!? wird, so etwa zugunsten „der Sorge um die Kinder“ oder aber “der Karriere“, sei es des Weibchens oder des Männchens!
    So im Stil: „Hallo Schatz, hatte einen strengen Tag, war’s gut mit den Kindern? Checke noch rasch meine E-Mails und gehe dann schlafen. Hab dich lieb!“
    Aber ich denke, spätestens zu DIESEM Zeitpunkt ist die eigentliche Beziehung/Partnerschaft ja eh schon längst beerdigt. Kein Wunder, dass SIE – um in diesem Beispiel zu bleiben – vielleicht nicht allzu grosse Lust verspürt, wenn ER das gewisse Kribbeln abarbeiten möchte! Klaro: Umgekehrt geht’s natürli auch nicht!

    Eben – das wurde ja auch schon so ähnlich gesagt:
    SEX ist GEIL, sex mit oder ohni „Liebi“.
    LIEBE ist SCHOEN, sex mit oder ohni oder mit vil oder mit wenig Sex!
    :-D

    Und zum Schluss noch dies:
    Habe – unter den berühmt-berüchtigten 4 Augen – auch schon von Männern gehört, dass deren sexuelle Lust und die entsprechenden Aktivitäten mit den Jahresringen nachgelassen habe!
    ;-)

    • gamine sagt:

      wer a sagt, muss auch b sagen. frauen (oder männer, was eindeutig seltener der fall sein dürfte), die eine bruder-schwester- ehe führen und sich dem partner verweigern sollen einfach nicht aufjaulen, wenn besagter partner sich ausserhalb vergnügt. eigentlich müssen sie dann sogsr dankbar sein, wenn der partner weiter gute miene zum bösen spiel macht und die ehe(farce) aufrecht erhält, resp. sich weiterhin brüderlich verhält. kürzere unlustphasen und stress- oder krankheitsinduzierete abstinenz mal ausgeklammert.

      • Julia sagt:

        @ gamine: Anstatt konsequent zu sein und nach einer Lösung zu suchen oder allenfalls einen Schlussstrich zuziehen, betrügenen Sie den anderen lieber. Das ist echt feige. Das der andere etwas Ungerechtes tut, gibt Ihnen nicht das Recht ebenfalls eine miese Nummer abzuziehen.

      • Ja, aber, was gegen diese Ungerechtigkeit tun? Ich meine, gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeiten gibt es eine Justiz, die uns im Ernstfall schützt, gegen diese Ungerechtigkeiten nicht. Der oder die Leidende ist also allein mit dem Problem. Was kann er oder sie tun, wenn er keine “miese Nummer abziehen” will?

      • Julia sagt:

        Was spricht gegen eine Trennung? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man jemanden eiskalt belügen kann, den man liebt.

      • Abwägen, was schlimmer ist. Wenn Liebe noch da ist, aber die Umstände nicht mehr stimmen, dann will man jene richten, und dabei macht man mitunter Sachen, die nicht ganz sauber sind.

        Oder anders gesagt: Was tut mehr weh? Den anderen belügen, aber meistens diese Tatsache moralisch aushalten oder zwar moralisch sauber sein, aber unter der Trennung leiden (und andere Leute, etwa Kinder, noch viel mehr leiden lassen)?

        Trennen ist eine simple Antwort. Ihre Kosten, jetzt nicht vorab die ökonomischen Kosten, können exorbitant sein.

      • gamine sagt:

        ich habe nicht gesagt, dass man den anderen hintergehen muss. nur dass man das vergnügen aussearhalb der ehelichen gemeinschaft praktiziert. das kann man klar kommunizieren, zieht aber meistens eh nur ein melodrama nach sich. und im ernst: leute die hier schreiben, dass in ihrer ehe seit jahren oder gar jahrzehnten kein sex mehr stattfindet verschliessen sich der realität, wenn sie sich vormachen, dass der partner auch abstinent lebt. naiver geht’s nicht.

      • Patrick Tigri sagt:

        Du gehst davon aus, dass der Partner lügt, wenn er den Sex an sich verschmäht, dass er den Sex nämlich nur mit dem Partner verschmäht. Darum geht es hier, denke ich, nicht. Es geht um Ehrlichkeit.

      • fufi sagt:

        @gamine
        Du schreibst: ” und im ernst: leute die hier schreiben, dass in ihrer ehe seit jahren oder gar jahrzehnten kein sex mehr stattfindet verschliessen sich der realität, wenn sie sich vormachen, dass der partner auch abstinent lebt. naiver geht’s nicht. ”
        Ich empfinde das nicht nur als ziemlich anmassend, sondern als ebenso naiv: weil du damit DEINE Weltsicht (oders so) 1:1 auch anderen andichtest, OHNE Einsicht, dass das Innen,- Liebes- und Sexualleben anderer Menschen vielleicht anders gestaltet sein könnte, als das eigene!

        Wie der Tiger sagt(19.1.11, 8:26)
        Es geht um Ehrlichkeit – in der Partnerschaft und auch sich selbst gegenüber!
        Ach ja:
        Und es muss ja gar nicht darum gehen “SEX” zu “verschmähen” – sondern bloss, selbiges Tun in der Prioritätenliste etwas nach hinten zu stellen?
        ;-)

    • Henri sagt:

      Hallo Fufi,

      da haben Sie ja wieder mal grosse Worte in einen grossen Beitrag verpackt.

      Gratuliere,
      und Sie konnten sich einmal mehr als Frauenversteher präsentieren, bzw. als Retter aller Frauen.

      >>>
      Aber ich denke, spätestens zu DIESEM Zeitpunkt ist die eigentliche Beziehung/Partnerschaft ja eh schon längst beerdigt.
      >>>

      Aha.

      Und was tun, dann, wenn die Beziehung/Partnerschaft ja eh schon längst beerdigt ist?

      Scheiden?

      bei einem Einkommen von, sagen wir mal, CHF 5′780 je Monat, haben Sie o allwissnder Fufi, eine Ahnung, was dies bedeutet, und zwar für beide (für den Bezahler im Regelfall etwas mehr als für die Empfängerin)?

      Er landet unter dem Existenzminimum,
      und sie weiss auch kaum, woher die Knete nehmen.

      Das wäre eigentlich die Frage gewesen: “Und was tun, dann, wenn die Beziehung/Partnerschaft ja eh schon längst beerdigt ist?”

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Eben! Die Hausfrauen-Ehe* führt bei einer Scheidung direkt in den Ruin, wissen wir doch. Wie kann man ein solches Modell trotzdem propagieren? Das ist schon fast wie Russisch Roulette, auch wenn es “nur” um die finanzielle Existenz geht.

        *Die Hausmänner-Ehe übrigens genauso.

      • Sportpapi sagt:

        Weil man gegen alle Statistik optimistisch ist. Weil man glaubt, dass es für die Kinder am besten ist. Weil man (bzw. vor allem frau) die ersten Jahre der Kinder nicht verpassen will, während die beruflichen Aussichten nicht so verlockend sind. Weil man sich eine Fremdbetreuung eigentlich nicht leisten kann (ab 2 und vor allem ab 3 Kindern). Und weil man entsprechend nicht ein Modell leben will, bei dem man von Beginn weg der Gesellschaft auf der Tasche liegt.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sportpapi, kann ich alles nachvollziehen, vor allem die ersten Kinderjahre. Aber auch da muss es nicht ausschliesslich sein, Frauen sollten immer einen Fuss fest im Berufsleben haben und nach und nach aufstocken können. Vieles kann man auch outsourcen, meist lohnt es sich, 10 % mehr zu arbeiten und dafür eine Putzfrau einzustellen – und schon wieder ein Arbeitsplatz geschaffen. Nein, das ist nicht Ausbeutung, das ist BEZAHLTE Arbeit für weniger Qualifizierte.

        Was das letzte Argument betrifft: Das ehrt dich, aber du wärst der Erste, der an die Gesellschaft denkt, wenn es darum geht, für sich ein praktikables Lebensmodell zu finden.

      • fufi sagt:

        @Henri

        Besten Dank für den “Frauenversteher” – möchte dieses Kompliment dennoch lieber von “den Frauen” selbst hören – am liebsten, wenn sie mir als “ihrem Retter” um den Hals fallen!
        Oh, Henri!??!!!
        —————————–
        ABER:
        Das wäre eigentlich die Frage gewesen: “Und was tun, dann, wenn die Beziehung/Partnerschaft ja eh schon längst beerdigt ist?”

        DA haben Sie aber GROSSE FRAGEN in einen KLEINEN SATZ verpackt.
        Frage Sie ehrlich: WOHER SOLL ICH DENN DAS WISSEN?
        —————————–
        WER KANN HENRI WEITERHELFEN?

      • Henri sagt:

        @Pippi Langstrumpf 19. Januar 2011 um 08:49

        Sie ziehen den falschen Schluss.
        (Ich weiss, ist für Sie unglaublich, aber es ist halt, wie es ist).

        Die Ursache des Problems bei der Scheidung bzw. dem darauf folgenden finanziellen (und sozialen wie seelischen) Desaster ist nicht in der Ehe zu finden, sondern in der leichtfertigen Scheidung, allenfalls auch in der leichtfertigen Heirat (im übrigen kann auch eine Konkubinats-”Scheidung” mit einigen Folgen verbunden sein…).

        Ursache Nummer 1 ist dabei, dass bei der Scheidung die Schuldfrage eliminiert wurde. Damit sind letztlich alle Dämme gebrochen, denn nun kann man sowohl die Ehe aktiv oder passiv zerrütten, sich danach scheiden lassen und dennoch Geld kassieren (im Regelfall trifft dies meist auf die Frau zu).
        Das Verursacherprinzip wurde komplett ausgehebelt!
        Ist wie einkaufen ohne bezahlen zu müssen.

        Man sollte sich, bevor jetzt hier die üblichen Argumente “für” eine Scheidung daherprasseln, folgendes überlegen:
        Wir alle stehen an vielen Orten im Leben in Situationen, wo wir nicht so einfach und ohne Konsequenzen den Bickel hinschmeissen können, wo also “durchhalten” angesagt ist.

        Nur bei der Ehe wird neuerdings, seit den 80ern etwa, argumentiert, dass die eigene Selbstverwirklichung prioritär ist.
        Kein Wunder, schmeissen so viele Leute den Ehe-Bickel hin, anstatt durchzubeissen, zu schauen, was man verändern und verbessern kann.

        Natürlich kann und soll es Scheidungen geben. Aber die Hürde müsste wieder höher angesetzt sein.

        “Mir stinkts” sollte einfach nicht mehr reichen als Scheidungsgrund.

      • Sportpapi sagt:

        @Pippi: Nein, ich wäre nicht der erste, der bei der Gesellschaft anklopft, um mir mein Lebensmodell zu finanzieren. Habe früh gelernt, dafür selber geradezustehen. Und habe bereits mehrfach auf mir zustehende Leistungen verzichtet, weil ich es nicht korrekt fand. Zum Beispiel, als man mir zum Studium Stipendien zusprechen wollte unter der Voraussetzung, dass ich deutlich weniger selber verdienen/arbeiten würde. Ich bin sehr davon überzeugt, dass Hilfe des Staates oder von einer Versicherung nur als Nothilfe dienen sollte. Ansonsten hast du völlig recht. Ein Fuss in der Arbeitswelt sollte man/frau immer haben.

      • Henri sagt:

        @Sportpapi 20. Januar 2011 um 15:41

        Das. was Sie demzufolge nicht sind, nennt man “Mitnehmer” – Leute, welche alle Vergünstigungen, welche der moderne Sozial- und Umverteilungsstaat so bietet, mitnehmen – auch wenn sie diese nicht wirklich benötigen.

        Mein Respekt – denn wenn die Kohle mal gerade knapp ist, sind solche Versuchungen gross.

        Und es sind genau diese Versuchungen, welche man in unserem Staat abstellen muss, denn sie (bzw. die Mitnehmer) diskreditieren den Sozialstaat.

      • Sportpapi sagt:

        Richtig. Und wenn man das Gefühl hat, alle anderen tun es, nur man selber nicht, kommt man sich vielleicht auch irgendwann blöd vor – wie im Gesundheitswesen. Oder wie die Doper, um mal bei meinem Lieblingsthema zu bleiben.

  3. mikkesch sagt:

    Überall schätzt eine Frau einen perfekten Gentleman, nur nicht im Bett.
    (Noel Coward, britischer Dramatiker)

  4. heidi reiff sagt:

    Für männliche Windhunde gibts ja das Milieu, mir ist ein Normalo lieber als ein STALKER ODER EXTREMER EXHIBITIONIST , die Unzufriedenen sollen doch auswandern und ein Harem gründen, Zuhälter sind nicht mein Ding, gibts auch, hilflose Frauen werden oft gezwungen zur Prostitution, die Hilflosigkeit vieler Menschen wird brutal ausgenutzt, auf solche Maschen fall ich nicht rein, ich hab da nicht so fixe Vorstellungen. Ich renne keiner Liebe nach, die es nie gegeben hat, das Wort Liebe ist eben so abgefackt sie das Wort Gott Treue etc. Ich esse, wenn ich Lust habe , ist für mich zum Glück nichtmehr zeitgebunden nach Stundenplan.

    • Bernd sagt:

      “das Wort Liebe ist eben so abgefackt sie das Wort Gott Treue etc.”

      Eine typische Wortwahl einer frustierten Emanze vom Schlage Alice Schwarzer. Trotzdem danke für die Bestätigung.

  5. Kim sagt:

    Anregendes Thema heute…. bringt mich doch glatt auf eine seeeeeeeeeehr gute Idee, und – oh Glück – die Kinder schlafen schon :-D
    Wünsche allen eine guuuuuuuuuute Nacht. ;-)

  6. Sind unsere Beziehungen wirklich… dermassen trist? Oder machen sich viele Menschen einfach falsche Hoffungen?

    Klar, in einer Welt voller Superlative muss natürlich auch immer alles total super sein.

    Wär’ nicht gut, wenn nicht, nicht wahr?

  7. Carla sagt:

    Drei Dinge müssen hier mal gesagt sein. Ich spitze sie stark zu und riskiere damit, dass die Kommentare dieses Blogs auf unterdurchschnittliches Niveau sinken. Egal. 1. Weshalb um alles in der Welt haben Männer das Gefühl, Sex sei ein Menschenrecht? ES IST KEIN MENSCHENRECHT, SEX HABEN ZU KÖNNEN, WENN MANN SEX HABEN WILL. Wenn es nicht im gegenseitigen Einverständnis klappt, kann sich Mann zum Ziel setzen, seine Triebe zu kontrollieren. Durch Masturbieren etwa oder – besser – dadurch, dass er seine Triebe auf andere Art kanalisiert. 2. Durch ihre Fixierung auf Sex sind Männer extrem manipulierbar. “Schuld” der bösen, bösen Frauen, die den Sex “verweigern” – oder Verantwortung der Männer, die sich nicht kontrollieren können? Wohin das schlimmstenfalls führen kann, zeigt aktuellerweise die Affäre Berlusconi. Auch Roland Nef war kein schlechtes Anschauungsbeispiel. Ein wenig Stolz und Selbstbeherrschung könnten hier nicht schaden. 3. Wenn Männer wollen, dass Frauen sie behandeln wie “vor Ehe und vor Kindern”, dann sollen sie ihre Frauen auch so behandeln. Nach wie vor wählen die meisten Paare ein traditionelles Rollenmodell. Will heissen: Wenn die Frau “scharf” sein soll wie zu Single-Zeiten, soll sie von ihrem Mann auch respektiert werden wie damals – und beispielsweise keine dreckigen Unterhosen, Socken etc. von ihrem “Mann” waschen und die Windeln der Kinder (in seinem Vokabular: “Stammeshalter”) wechseln müssen.

    • gamine sagt:

      carla, werden sie erwachsen bitte. nicht mal selber hand anlegen ist für sie wirklich i.o. – sind sie in allen bereichen des lebens so streng? das bedürfnis kann ‘dem mann, nun wirklichnicht abgesprochen werden. es geht im artikel auch nicht darum, dass frau 24/7 bereit sein muss. sondern dass die lust generell abhanden gekommen ist.

      wenn eine frau sich benutzt fühlt oder ihre bedürfnisse (ich mein jetzt nicht nur in erster hinsicht die bett-technischen, sondern z.b auch einfach mal kuscheln, ein kompliment erhalten, eine kleine anerkennung, ein langes gespräch, whatever) nicht erfüllt werden, dann schuldet sie es sich und dem partner regelrecht, eine aussprache / lösung zu suchen. aber mana steigert sich halt gerne ins eigene ‘unglück’ und malt die welt schwarz-weiss: böser mann, arme frau…

      genau das mein ich auch damit, dass liebe heute falsch verstanden und in dem sinne wie sie verstanden wird auch überbewertet ist. eine beziehung ohne respekt, toleranz, anerkennung und unbedingte loyalität kann nicht funktionieren. ein paar wilde schmetterlinge in der magengegend, die sich nach 6-12 monaten aus dem staub machen, können das nicht wett machen.

      • Tamar von Siebental sagt:

        @ Carla

        Warum soll Mann im Ochsenstall schlafen? Weil Sie ihm das vorschreiben? Träumen Sie weiter ;-)

        Mann oder Frau lebt entweder abstinent weil er oder sie sich so entschieden hat, oder er/ sie lebt eben nicht abstinent auch ohne die Erlaubnis des Partners/der Partnerin. Es gibt kein Menschenrecht auf Treue wenn man den Vertrag bricht und den Partner am ausgestreckten Arm verhungern lässt.

        Der Seitensprungmarkt ist riesig, machen Sie sich keine Illusionen.

    • Poco Loco sagt:

      Carla, der Mann SOLL doch gefälligst seine Triebe kontrollieren? Ist das nicht ein wenig arrogant… Der Mann hat also nix zu sagen aber die Frau darf über die Sexualität des Mannes verfügen? Der Mann als ”Haustier”..

    • sepp z. sagt:

      Carla, denken Sie wirklich, Sie können über die Sexualität des Mannes bestimmen? Als ob Sie das was angehe, ob Mann seine Triebe mit Selbstbefriedigung oder sonst einer ausfüllenden Tätigkeit auslebe. Es ist immer noch die Sexualität des Mannes, und das ist gut so.
      -
      Dann erwähnen Sie Berlusconi. Berlusconi und seine heimliche Beziehungen zu Frauen oder Prostituierten. Sie schreiben: “Ein wenig Stolz und Selbstbeherrschung könnten hier nicht schaden”. Meinen Sie nun Berlusconi, der sich die Frauen gekauft hat, oder die Frauen, die sich gegen Gefälligkeiten oder Geld verkauft haben? Wer sollte nun hier etwas stolzer sein? Etwas mehr Selbstbeherrschung üben? Möglicherweise beide?
      -
      Das mit den dreckigen Unterhosen versteht sich von selbst. Sind jene der Frau immer sauber? Hoffentlich :-)

  8. Henri sagt:

    Was mir so beim Lesen von einzelnen Kommentaren einfiel:

    Da gab es doch diesen Thread vom Co-Sleeping.

    Da wurde mir auf meine kritischen Fragen beschieden, dass man immer Zeit finden würde, und vor allem Orte, umd es so richtig sauverdammt wild treiben zu können.

    Hier nun lese ich vom Problem, dass man so erschöpft sei und überhaupt die Lust von dannen ging.

    Aber vermutlich täusche ich mich wieder einmal grausam, wenn ich meine, dass vereinzelt genau dieselben, welche das Co-Sleeping in alle Himmel hoben, hier zufälligerweise von Sex-Problemen berichten?

    Ja, es kann nur so sein: ich muss mich täuschen!

    Oder?

  9. Katharina sagt:

    Mir gefällt dieser Artikel sehr gut. Er führt durch die Assoziationen zu bekannten Serien gut in die Szene am Küchentisch ein. Diese kann dadurch geradezu konkret visualisiert werden.

    Im Wesentlichen werden die Hauptgründe des Abnutzungseffekts in lang dauernden Beziehungen gezeigt.
    Einerseits das „Je mehr er mir auf der Pelle rückt, desto mehr ziehe ich mich zurück“ – das Gefühl des fordernden Partners, das als Abtörner den Partner vehementer fordern lässt, ein sich selbst nährender Teufelskreis, der nur aus der Geisteshaltung entsteht, es gäbe einen Anspruch, der einforderbar wäre. Kulminiert dann darin, dass der kurze stille Augenblick, wo der Partner den Abfall raus bringt, Momente des Freiraums schafft.

    Andererseits dann das geschlossene System einer konsequent monogamen Beziehung, in der Libido zu einem dies für das wird, weil Ehe von vielen von Anfang an als permanente Verfügbarkeit einer Befriedigung missverstanden wird. Da muss ich sagen, dass das nicht eine gender-typische Einstellung ist. Über lesbische Beziehungen wird gewitzelt, dass wir nicht Beziehungen schmerzlich und manchmal dramatisch beenden, sondern den Zügelwagen bestellen. Übertragen auf die Heterowelt betrifft das dann oft die Mamaboys, die nie gelernt haben eigenständig zu leben. Stattdessen wandern sie von Mama zu Mama – oft dann bei der wirklichen Mama wieder hereinschneiend, weil die anderen es satt haben Mama und Seelenklempnerin zu spielen.

    Schwangerschaft ist körperlich eine ganz grosse Belastung, die lange und oft permanent sichtbar bleibt. Umgekehrt ist Aussehen mehr mit dem Selbstwertgefühl verknüpft als viele zugeben. Es ist nicht einfach Eitelkeit, sondern Teil des sich selber Mögens und Liebens. Das temporäre Dasein als trächtige Kuh schlägt da schon eine Delle ins Selbstbewusstsein. Es gilt also auch, das Selbstbewusstsein als Frau (nicht als Mama) wieder aufzubauen. Wenn das gesellschaftliche Umfeld dann aber die Wahrnehmung vermittelt, dass frau nun mutter ist, und nicht mehr Frau, wird das etwas schwieriger. Ein Partner, der ihr vermittelt, dass sie seine Angebetete ist, hilft da Wunder.

    Die kraft der Liebe dann, macht aus dem Wort Sex das Wort Libido. Ein Ausdruck der ich im Artikel schmerzlich vermisse. Denn das eigentliche Problem der Einstellung finde ich den Ausdruck „Spass am Sex“ und dem mechanischen dahinter. Es geht nicht um mechanisches Bedürfnis befriedigen, als ob am Trog Erleichterung gefunden werde, sondern um Kommunikation und Dialog.

    In meinem Fall dann eben: Rede mit ihr! In den vielen, vielen Arten wie wir das können. Da ist das Mundwerk eher der kleinere Teil des Dialoges. Dialoge sind es aber und wenn ihr virtuos seid, eben ein sagenhaftes Duett. Und sorgt euch nicht über die Mithörer.

  10. Henri sagt:

    das ganze Problem auf zwei Zeilen zusammengefasst:

    - Frauen wollen Sex, weil sie etwas haben oder erreichen wollen.
    - Männer wollen Sex, weil sie Sex wollen.

    Das ist auch der Grund, warum Frauen irgendwann keine Lust mehr haben auf Sex: sie haben bekommen, was sie wollten,
    Und das ist auch der Grund, warum Männer nicht aufhören, Sex zu wollen.

    Ach ja, und hier noch ein kleiner Rückblick als passende Referenzen zum aktuellen Thema:

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/4786/warum-frauen-sex-haben/

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/10444/lasst-sich-sex-aus-der-beziehung-outsourcen/

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/9346/die-wahrheit-uber-das-mannliche-gehirn/

    • Sabrina sagt:

      @Henri: Als würden Frauen keinen Spass am 6 haben… dies kann ich nie und nimmer zustimmen (vielleicht gibt es vereinzelte Frauen wo das noch so zutrifft aber dort liegt es wohl auch am Partner)

      • Henri sagt:

        @Sabrina 19. Januar 2011 um 06:44

        Ich habe sehr zusammengefasst, das stimmt, und dabei die 80/20-Regel angewendet, dh. die 20% der Frauen, welche (nach Hairat & Kinder) noch immer aktiv Sex suchen, sind dabei aussen vor geblieben, genauso wie die 20% der Männer, welche lieber ein Buch lesen oder Sport machen anstatt sich sexuell mit der Frau zu vergnügen.

    • mila sagt:

      wirklich, so viel undifferenzierte, unvergorene pauschalität ärgert mich masslos. aber eigentlich wollte ich auf solche unsinnigen posts ja nicht antworten.

      • Henri sagt:

        Man mag das so sehen.

        Das grosse Ausmass des Lustgefälles zwischen Mann und Frau ist aber eine Tastache, welches auch in vielen Publikationen thematisiert wird.

        Meine freihändige und provokante Zusammenfassung kann man gerne bachab schicken, die Fakten dahinter bleiben.

    • Kim sagt:

      ?- Frauen wollen Sex, weil sie etwas haben oder erreichen wollen.
      ?- Männer wollen Sex, weil sie Sex wollen.

      Könnte man auch synonym auffassen. Etwas-haben- und Erreichen-Wollen? “Höhepunkte” verschiedenster Art im Leben, auch im Bett? Welche Frau will das nicht erreichen?

  11. Sigi sagt:

    Schlechter Sex ist immer noch besser, als ein guter Arbeitstag…..

    • Sabrina sagt:

      @Sigi: Was ist bei Dir schlechter 6 und was ist guter 6? Ist schlechter 6 bei Dir wenn Du danach unzufrieden bist? Ist das den besser als ein guter Arbeitstag (mit Zufriedenheit)?

  12. Gedankengewitter sagt:

    Love will not be controlled, analyzed, bossed around or stifled. Love will not try to make you feel comfortable or appeal to your vanity. It won’t be fooled either. Love sets you on fire until your skin melts and your heart is pierced. Soon you will be walking bones that becomes ashe, then blows away. Love turns you into thin air.

  13. Gedankengewitter sagt:

    An die ach so gemächtig ausgestatten uns von uns selber erlösenden schlussendlich doch ewig quengelnden Mamaboys:

    http://www.youtube.com/watch?v=zwTy8caR4AE

  14. Esel am Berg sagt:

    Hallo Ihr Schreiber

    Hat jemand einen konkreten Vorschlag wie eine Beziehung aus dieser Situation wieder rauskommt? Ich sehe, dass schlimme Erlebnisse zur Sprache gekommen sind: Denjenigen, die das erlebte zu verarbeiten haben, denen wünsche ich viel Kraft und Ausdauer.

    Aber ansonsten habe ich, für mich, nicht viel brauchbares gesehen. Also dann mal los.

  15. Cara Mia sagt:

    An alle grossen Jungs, die hier leiden: Frauen wollen begehrt und erobert werden, spielt das Spiel weiter, welches Ihr spieltet, als ihr “sie” angebaggert habt, und es funktioniert (höchstwahrscheinlich). Keine Frau geht gern mit ihrem Kumpel in die Heia. Ein Mann, der im Trainer vor der Kiste Sport schaut, und dann kommt ihm in den Sinn, “es” wäre nun auch noch toll, und dann der Griff an einschlägige Stellen bei der besseren Hälfte – das funktioniert nicht.

    Also, himmelt Eure Frauen an, und zwar nicht nur fünf Minuten vor dem wie seit 10 Jahren vollzogenen GV , macht Komplimente, ermuntert sie, sich im Alltag schön zu machen, überseht die neue Frisur nicht, geht mit ihr in den Ausgang. Das turnt an. Die trockene Frage “hast Du Lust?” hingegen, wenn frau gerade endlich die Jungmannschaft im Bett hat, die könnt Ihr vergessen. Frauen müssen sich bei einem Mann als Frauen fühlen, wenn sie Lust haben sollen.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Tausend :-)

    • Hermann sagt:

      An alle grossen Damen, die hier leiden: Maenner wollen begehrt und erobert werden, spielt das Spiel weiter, welches Ihr spieltet, als ihr “ihn” angebaggert habt, und es funktioniert (höchstwahrscheinlich). Kein Mann geht gern mit seinem Kumpel in die Heia. Eine Frau, die im Pijama vor der Kiste eine Soap Opera schaut, und dann kommt ihr in den Sinn, “es” wäre nun auch noch toll, und dann der Griff an einschlägige Stellen bei der besseren Hälfte – das funktioniert nicht.

      Also, himmelt Eure Maenner an, und zwar nicht nur fünf Minuten vor dem wie seit 10 Jahren vollzogenen GV , macht Komplimente, ermuntert ihn, sich im Alltag attraktiv zu machen, überseht das neue Auto nicht, geht mit ihm in den Ausgang. Das turnt an. Die trockene Frage “hast Du Lust?” hingegen, wenn man gerade endlich die Jungmannschaft im Bett hat, die könnt Ihr vergessen. Maenner müssen sich bei einer Frau als Maenner fühlen, wenn sie Lust haben sollen.

    • Alter Falter sagt:

      “ich will, ich will, ich will…”
      also dürfen frauen alles wünschen was sie wollen. darf ich als mann jetzt auch die ganze zeit nur ansprüche stellen?
      tststs…

      villeicht habe ich keine lust auf diese ganze theater inszenierung und befasse mich deshalb lieber mit youp**n?

      • Sabrina sagt:

        @Falter: Natürlich sollen und dürfen Frauen alle ihre Wünsche sagen und nach Möglichkeit auch einfordern. Dasselbe gilt aber auch für die Männer umgekehrt. Nur Offenheit und Transparenz führt in einer Partnerschaft oder Beziehung weiter. PS: Mit was befasst Du dich lieber?

    • Poco Loco sagt:

      Mama und Papa sollten sich also gegenseitig anbaggern. Hand aufs Herz, wer der hier Anwesenden und schreibenden kann sich seine eigenen Eltern bei leidenschaftlichem Sex (oder gar beim M….n) vorstellen?

    • Til sagt:

      Und was soll die Frau dafuer tun?
      Mir scheint das jetzt etwas einseitig, aber sehr typisch.

    • sepp z. sagt:

      Cara Mia: “Frauen müssen sich bei einem Mann als Frauen fühlen, wenn sie Lust haben sollen.”
      Aus meiner Erfahrung ist es für den Mann besser, die Finger von Anfang an von den Frauen zu lassen, die sich OHNE Mann nicht als Frau fühlen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Frauen gemacht, welche sich z.Bsp. für sich selbst sexy anziehen. Und ein selbstverständliches Verhältnis zu ihrer Sexualität und ihrer Lust haben.
      Also Männer: “Die trockene Frage ‘hast Du Lust?’ hingegen, (…) die könnt Ihr vergessen.” Yep. Und DIE Frau vergesst ihr am besten auch gleich.

  16. xyxyxy sagt:

    Zusammenfassend gilt folgendes zu sagen:

    1. mit zwei, drei Kindern wird das Sexleben zwangsläufig ein wenig leiden müssen, man hat tagsüberkeine Ruhe und Musse mehr und in der Nacht, ist man auch nicht sicher vor zwischenfällen, geschweige denn dass man am Sonntag bis um 10 Uhr im Bett rumfläzen kann. Das sind einfach natürlich Fakten, denen man sich stellen muss.
    Da den allermeisten Frauen nun noch das seelische Drumrum wichtig ist, ist für sie diese Situation noch hemmender als für Männer. Durch die Mehrbelastung mit Kindern, brauchen sie ein mehr an emotionalem Ausgleich, was aber schlicht unmöglich ist, weil Papi ja ebenfalls unter Mehrbelastung steht und mehr Stress hat.
    Das ist nicht weiter schlimm. So ist das Leben halt nun mal.

    2. Wurde es bereits richtig gesagt: Es ist nicht so, dass Kinder aus Sexkanonen plötzlich frigides Dürrobst machen. Sondern ist es vielmehr so, dass die Frauen, die schon vorher mässig an Sex interessiert waren, jetzt es durch die erschwerten Umstände erst recht Mühe haben in Fahrt zu kommen. – Die Kinder dienen dann als Ausrede. Im vergoldeten Rückspiegel sagt man: Früher war alles ganz anders. In Wahrheit waren die Anlagen zu den heutigen Problemen schon früher vorhanden.
    So sehe ich auch die anderen Geschichten – wo der Partner sich seit Kinder da sind völlig entfremdet etc. – dieser Mensch war schon immer so. Die Kinder zeigen uns bloss wer wir wirklich sind. Im Guten, wie im Schlechten. Sie machen deutlich: ob wir Beziehungsfähig sind oder nicht. Ob wir den Partner wirklich lieben oder nicht. Ob wir fähig sind Verantwortung zu übernehmen oder nicht.

    Das ist für mich ein starkes Plädoyer zur Elternschaft.

    • ogareff sagt:

      Cara Mia, genau so ist’s – und es funktioniert.

    • Patrick Tigri sagt:

      Dein 2. gefällt mir.

    • Poco Loco sagt:

      Plädoyer für Elternschaft? Um im Nachhinein (d.h.erst wenn die Kinder da sind, denn sie zeigen uns wer wir sind) herauszufinden dass es eigentlich besser gewesen wäre hätte man keine Kiddies gezeugt da man nicht in der Lage ist diese Aufzuziehen ohne die Beziehung mir dem Partner zu gefährden? Da beisst sich die Katze irgendwie in den Schwanz, lasst doch bitte die Kinder aus dem Spiel, diese Verantwortung können sie unmöglich übernehmen!

  17. fufi sagt:

    SEX wis well!
    Wish you WELL!

  18. Karl Burkhardt sagt:

    Manchmal frage ich mich, warum man geheiratet hat: um sich den geselllschaftlichen Normen anzupassen? Um den FreundInnen anzugeben?

    Dann stelllt sich die Frage, WEN man geheiratet hat:
    - kenne ich den anderen überhaupt?
    - kenne ich seine Bedürfnisse?
    - kenne ich meine Bedürfnisse?
    - wie stelle ich mir eine Beziehung resp. eine Ehe vor? Hat man darüber geredet?

    Eine Beziehung besteht aus Kommunikation, sowohl als auch aus verbaler als auch nonverbaler. Kommunikation muss man pflegen, ja es ist sogar eine Kultur, miteinander zu kommunizieren.

    An die Herren der Schöpfung: macht Euch mal zum Thema ‘erogene Zonen der Frau’ und ‘Stimulierung’ schlau. Oder man kaufe sich ein Buch zum Thema Massagen, auch Fussreflexzonenmassage. Euer weibliches Gegenüber wird sich freuen!:-)

  19. heidi reiff sagt:

    Ich mag diesen übertriebenen ^Sexismus> nicht, für keinen Mann der Welt würde ich Strapsen anziehen, Kommerz Kommerz Kommerz Kommerz, hier in Basel gibts einige Läden mit diesen Tangas und Sexyunterwäsche sicher auch in anderen Grosstädten in der CH, ich hab vor Jahren mal im Niederdorf in ZH gearbeitet, wow in einer Druckerei als kaufm. Angestellte, ich war einfach gute Zuhörerin bei meinem Chef so auf Augenhöhe, er fragte mich immer, wie geht es der Dedektivin. Ich hab mal vor vielen Jahren geheiratet in weiss, mein unehelicher Sohn war dabei, er war 4 Jahre alt, eine eingeladene Bekannte hat sich liebevoll um ihn gekümmert . Ich betrachte viele Dinge einfach anders als früher, meine Devise “zum Glück ist es nichtmehr wie früher” . Ich gehe nicht in Sack und Asche, ich bestimme längst SELBST was mir gut tut und was nicht, jetzt habe ich spontan Gegorps ist ja nicht zu hören im Cyber logo ………

    Ich mag keifende Weiber und Hexen nicht, sind nicht meine Freundinnen, da würde ich längst schwul, wenn ich ein Mann wäre. Xantippen aus der Griechischen Ecke sind nicht mein Ding, Sokrates eine Figur aus der griechischen Mythologie -seine Aussage – “Wir haben die Wahrheit gesucht – wir haben sie nicht gefunden – morgen reden wir weiter – “werft doch mal diese keifenden Weiber auf den Uranus oder sonst wohin”. Abnabeln beginnt bei der Geburt, ein Naturprozess.

    • Bernd sagt:

      Ein wirklich extrem dummer Beitrag, aber zum Teufel heisst ” Gegorps”?

      PS: du bist noch armseliger als gedacht.

      • Katharina sagt:

        Und was genau soll diese Attacke auf eine, die hier sehr wertvoll und oft amuesant mitwirkt?

      • Cara Mia sagt:

        “gorpsen” ist bestes Schweizerdeutsch, liebster Bernd, und Heidi alles andere als dumm. Wer das nicht begreift, ist selber – hm – begriffsstutzig. Wir sind ja nicht beleidigend.

      • Hotel Papa sagt:

        Yep. An Heidi muss man sich gewöhnen, und man darf nicht erwarten, dass sie auf die gegebene Situation eingeht. Aber ihre Beiträge enthalten immer etwas, das zum Denken anregt.

  20. Gabi sagt:

    Also hier das Votum eines Mannes, der seine Partnerin kaum mehr berührt; also keine Lust mehr empfindet… Worunter seine Partnerin augescheinlich leidet.
    Das ganze nun schon seit über zwei Jahren.
    Böser Mann und damit Thema erledigt?
    Ich musste beim Lesen der Beiträge schon ziemlich weit oben lachen: Man solle doch bitte nicht gendermässig, sondern ausgeglichen reagieren – hihihi… Aber wir möchten dabei grad versuchen, über ein paar wesentliche zwischengeschlechtliche Aspekte zu diskutieren. Doch aufs Aufspüren von ev. Unterschieden sollten wir keinesfalls hin arbeiten. Ein Brüller!
    Sehr gut war auf jeden Fall der clevere Herr, welcher die – gendermässig keinesfalls korrekte – Darstellung der Vorkommentatorin einfach “umgedreht” hat. Genau. Trifft es oft genug. Aber reicht wohl auch nicht.
    Nun gut: ich bin also ein Exemplar, dass keine Lust mehr auf seine Frau verspürt. Und ich bin nicht der Einzige, wie ich aus meinem Freundeskreis weiss.
    Erst jetzt entsinne ich mich eines Witzes, den ich vor Jahren nicht besonders fand. Heute trifft er leider den Nagel auf den Kopf: Fragt der Quizmoderator den Kandidaten: “Wenn Sie die Wahl hätten, mit einer der zwei folgenden Frauen zu schlafen; welche würden Sie wählen: A – Ihre Frau, B – …” Der Kandidat sofort schon: “B!”
    Ja. Es ist tatsächlich der ultimative Abtörner wollen zu müssen. Und es funktioniert dummerweise recht offensichtlich nicht, wenn ein Mann nicht mag. Wo keine Latte, da keine Lüge. Der Vorwurf steht dafür umso grösser im Raum und erhöht die Chancen auf ein lustvolles anderes Mal nicht gerade. Da muss ich gestehen, dass ich schon fast froh wäre um eine einfache “Beine-breit-machen-Alternative”. Gibt´s aber als Mann nicht.
    Ein anderes Klischee, über das ich mittlerweile nur noch Lachen kann und welches hier auch bemüht wird, ist die Idee von Mann = schwanzgesteuert. Hab ich so auch lange nachgeplappert.
    Ist dem aber wirklich so?
    Mittlerweile seh ich das genau umgekehrt. Denn das, was vielen Männern als triebgesteuert – und damit aus einer offensichtlich vollkommen vergeistigten Warte per se – zum Vorwurf gemacht und vorgehalten wird, ist zumindest tatsächlich nur auf die Befriedigung dieses Triebes ausgelegt. Schwanzgesteuert?! – Na schön… Aber scheint währenddessen auch nur jene Teile des Hirns in Mitleidenschaft zu ziehen und bloss eine temporäre Schwäche, sich auf anderes zu konzentrieren nach sich zu ziehen.
    Bei Frauen mache ich dagegen – in genau der von vielen BloggerInnen angesprochenen Situation – eine wesentlich tiefere Beeinträchtigung aus, wenn der Beischlafpegel nicht stimmt. Da muss dann eben nicht einfach nur “der Trieb” befriedigt werden, sondern gleich noch alle Unpässlichkeiten und Minderwertigkeitsgefühle von Wochen und Monaten. Da geht es dann um Akzeptanz, um Begehrtwerden, um das “Frau sein”, um den Kampf gegen das Alter, um die biologische Uhr, und, und, und.
    Und alles, alles, soll der Zauberstab des Partners richten, der genau dafür zu stehen hat.
    Und nun bleibt das Allheilmittel; der Jungbrunnen, Sex aus.
    Mit dem kommen Männer, die Abweisungen meistens etwas gewohnter sind, offenbar wesentlich besser zurecht als Frauen, die dabei offenbar schon mal in Richtung Hysterie kippen können und – jep; ich stütze mich durchaus nicht nur auf eigene Erfahrungen – das Thema dann zum Dauerbrenner machen. Ausgerechnet. Denn so sehr ja “über alles reden können” seine Berechtigung bei vielem hat… Eine Erektion ist gewiss nicht herbei zu diskutieren. “Beziehungsarbeit” ist so sexy wie Algebrahausaufgaben.
    Wie treffend hat es mir eine Frau einmal formuliert: “Der will ja bloss mit mir schlafen, denkt man oft genug verachtend. Aber wenn er NICHT mit einem Schlafen will… DAS ist erst die Katastrophe!”

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