
Alten Müttern wird Selbstsucht vorgeworfen – während man alten Vätern zur Feier der Geburt vom Nachwuchs die Zigarre reicht: Feministin Shere Hite.
Als der Blick vergangene Woche Dominique C. (64), die ältesten Mutter der Schweiz auf die Titelseite brachte, gingen die Emotionen erwartungsgemäss hoch. Reporter interviewten Fortpflanzungsmediziner und Juristen zum Thema, Chefredaktoren schrieben Kommentare und Zeitungsleser deponierten ihre Meinung dazu in Online-Threads und Leserbriefen.
Vergangenen Freitag dann erfuhr ich, dass der «Club» des Schweizer Fernsehens sich am kommenden Dienstag ebenfalls dem Thema widmen würde und begann mich zu fragen, warum diese Geschichte auf so breite Resonanz stösst. Natürlich sind solche Meldungen ähnlich aufsehenerregend wie zum Beispiel eine Hai-Attacke in einem Touristen-Tauchgebiet – und gleichzeitig sind es krasse Einzelereignisse, die für das Gros der Bevölkerung völlig irrelevant scheinen.
Warum also hängen wir das Thema dermassen hoch? Weil es eben um mehr geht – was sich schon an der Heftigkeit der Emotionen zeigt. In den Kommentarspalten und Leserbriefen schüttelt man kollektiv den Kopf und wenn auch einige Leser der Familie Glück wünschen, wird vor allem harte Kritik geübt: Hier werde Pfusch an der Natur getrieben, der medizinische Machbarkeitswahn gerate ausser Kontrolle, der Frau wird vorgeworfen, sie sei selbstsüchtig, denn das Kind werde mit Sicherheit unter seiner alten Mutter leiden und von seinen Kameraden gehänselt werden. Falls die Mutter das überhaupt noch erleben würde. Die Vorwürfe sind bekannt, im angelsächsischen Raum wird schon länger über die «Geriatric Mums» debattiert, ähnlich heftig, wie in der Schweiz.
Vom feministischen Standpunkt ist die Sache eindeutig: Jede Frau sollte in jedem Alter das Recht haben, ein Kind auszutragen. Dies forderte beispielsweise die Sexualhistorikerin Shere Hite vergangenes Jahr bei einem Kongress in London zur Mutterschaft im 21. Jahrhundert. Alten Müttern würde schnell einmal Selbstsucht vorgeworfen, während man alten Vätern zur Feier der Geburt vom Nachwuchs die Zigarre reiche, sagte sie dort. Sie vermutete hinter der Kritik an Seniorenmüttern eine patriarchalische Reaktion darauf, dass Frauen ihre Fortpflanzung zunehmend selbstbestimmt lebten. Ausserdem würde das christliche Abendland noch immer vom Bild der Jungfrau Maria beherrscht, einer jungfräulichen Teenager-Mutter. Frauen jeden Alters hätten das Recht, Kinder auszutragen.

Die 64-Jährige und ihr Mann aus Oberlunkhofen (AG) mit ihrer Tochter Katherine. (Screenshot: «Blick»)
In einem Punkt hat Hite recht. Es ist eine feministische Frage – aber eben nicht nur. Die Biologie des weiblichen Körpers wird in Fragen der Fortpflanzung schnell zum Politikum. Am Beispiel von Seniorenmüttern zeigt sich zunächst vor allem die absolute und technische Planbarkeit der menschlichen Fortpflanzung. Das erzeugt Unbehagen, ist aber eigentlich nichts Neues: Die Frauen haben noch nie gezögert, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es um Geburtenkontrolle geht. Ja, es wird heute erwartet, dass Frauen hier dem Zufall möglichst wenig Chancen lassen, alles andere gilt als unverantwortlich.
Es kann also eigentlich nicht darum gehen, ob es ethisch vertretbar ist, ob Frauen die natürlichen Voraussetzungen ihres Körpers technologisch frisieren. Denn wenn es auf der einen Seite verlangt wird, warum sollte es auf der anderen Seite verboten sein? Allerdings spielt noch ein weiterer Aspekt hinein. In der Kritik an Seniorenmüttern artikuliert sich auch die Angst vor einer aus dem Ruder laufenden Emanzipation. Schliesslich geht es in der Sache ja nicht nur um Feminismus, sondern auch um Bioethik. Da Fortpflanzung nicht die Frau allein betrifft – es sind auch noch Männer und Kinder beteiligt, müssen auch ihre Ansprüche und Rechte berücktsichtigt werden. So muss man sich fragen, inwiefern die Freiheit der Frau, sich für das «Projekt Kind» zu entscheiden, die Freiheit der anderen Beteiligten tangiert. Ist etwa der individuelle Wunsch einer Frau, auch nach der Menopause noch Mutter zu werden höher zu gewichten, als das Risiko des Kindes, früh zu verwaisen?
Noch sind wir nicht so weit. Zwar steigt das Alter von Erstgebärenden in den westlichen Länden kontinuierlich, Mütter über 40 sind heute keine Ausnahmen mehr. Doch bis in welches Alter der Trend vorhält, bleibt abzuwarten. Ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft die Mehrheit der Frauen im Rentenalter lieber auf einem Kreuzfahrtschiff durch die Karibik schippert, als sich mit Geburt und Aufzucht von Kindern herumzuschlagen.
Der Club zum Thema.
Lesen Sie auch: Wie spät darf eine Frau Mutter werden?



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook



























































































Deiser Fall beweist wieder einmal klar und deutlich, wie krank unsere Gesellschaft ist und wie absurd die westliche Fortpflanzungstechnik bzw. Reproduktionsmaschinerie ist. In anderen Teilen der Welt verhungern Kinder, weil es an den elementarsten Lebensgrundlagen fehlt, und hier wird mit iillegalen Mitteln die Schwangerschaft einer 64-Jährigen erzwungen. Die Eltern des Kindes sollen sich schämen, sie handeln verwerflich und verantwortungslos. Für solches Handeln bleibt nur abgrundtiefe Verachtung übrig, umso mehr, als das “Ereignis” noch als Exklusiv-Story an Boulevardpresse verkauft wurde.
Für mich käme eine Schwangerschaft/Geburt in fortgeschrittenem Alter niemals in Frage. Kinderkriegen im Pensionsalter finde ich egoistisch, verantwortungslos, eine Art von Selbstverwirklichung, Torschlusspanik und eine Frechheit dem Kind gegenüber! Denn an dieses wird bei diesem “Mama-Projekt” nicht gedacht, traurig aber wahr
! Sorry, wieso muss es denn gerade mit 60+ sein? Ich verstehe einfach nicht, wieso Paare erst in diesem Alter auf den „Geschmack“ kommen, während sie es während 25 Jahren (15 – 45) nicht taten? Im Fall der 64jährigen Schweizerin bin ich überzeugt, dass es ein absolutes Wunschkind ist (sonst hätte sich die Frau ja nicht den Strapazen unterzogen!) und dieses Kind heiss und innig geliebt wird. Keine Frage, dem Mädchen fehlt es weder an Liebe, Wärme und Geborgenheit, zumindest momentan – doch wie lange noch? In ein paar Jahren werden die Eltern sterben, ist nun leider mal so. Das Baby wird dann Jugendliche in der Pubertät, eventuell junge Erwachsene sein und muss mit dem für seine Verhältnisse frühen Tod der Eltern klarkommen. Die Natur stellt doch nicht umsonst ab einem gewissen Alter die „natürliche Babyproduktion“ ein – die Wechseljahre kommen nicht „einfach so“ und haben ihre berechtigten Gründe… Nur schade, wollen das einige nicht wahrhaben und müssen “Umsverroden” der Natur immer wieder künstlich dreinpfuschen. Ich habe übrigens keine Probleme mit künstlicher Befruchtung, im Gegenteil – aber bitte nicht im AHV-Alter!
Volle Zustimmung zu Andrea.
Habt ihr auch andere Sorgen? Diese Frau ist vorallem eins: mediengeil.
Hab ich mich auch schon gefragt: Warum geht die Frau samt Fotos und allem drum und dran auch auch Werbetour durchs Land?
Noch vor kurzem wäre es ein teures Rassehündchen gewesen, inzwischen gibts für’s AHV alter ein Baby. Die Frau ist allerdings Opfer eines krankhaften Jugendwahn und der Werbemaschinerie der Reproduktionsindustrie. Noch bemitleidenswerter ist natürlich das Kind.
Ich hab Mühe mit dem Wort Zucht, auch bei Tieren, für eine reinrassige Katzenzucht z.B. Siamesenkatzen blättern Menschen zig Tausend hin. Paradox ich bin keine Veganerin, esse ab und zu Schweineaufschnitt, meine Lieblingstiere waren immer Katzen , so wie ich informiert bin ist in China üblich, dass Katzen zum Essen serviert werden, es gibt ja Weltweit Tierzucht, Schweinezucht, Rinderzucht etc. Bei Menschen sehe ich das etwas differenzierter. Wenn Kinder einfach produziert werden damit der Homo Sapiens nicht ausstirbt finde ich das recht grotesk. Kinder einfach zu produzieren damit Mensch gesellschaftlich besser da steht finde ich fatal. Eltern sollten diese Verantwortung nehmen.
Ich halte Null und Nichts von diesen Aussagen – die Eltern tragen die jungen durch den Morgen – die Jungen tragen die Eltern durch den Abend – tönt für mich so nach Doppelmoral – . Es gibt Menschen die sich entscheiden, keine Kinder zu haben, landen die jetzt auf dem Scheiterhaufen . Lodert die schreckliche Inquisation aus dem Mittelalter erneut auf , hat Mensch nichts dazugelernt. Im Mittelalter wurden auch Männer verbrannt. Religion ist Opium für das Volk, ist für mich nicht so relevant wer das gesagt hat. Es gibt einfach Menschen die Bi sind, sind das schlechtere Menschen als andere ? Ich glaube einfach nicht an eine Reinkarnation, Lichter sind einfach physische Elemente, Naturphänomene.
Leider werden in China aber nicht nur Katzen gegessen, sondern auch Hunde, Tigerpenisse……….
Tiger…was??? Ich geh nie nach China.
Richtig gelesen Patrick! Das soll angeblich eine potenzsteigernde Wirkung haben!
Und die Hunde werden dort angeblich, bevor sie mit dem Flammenwerfer grilliert werden, grausam gequält, weil das so ausgeschüttete Adrenalin das Fleisch besonders zart macht!
Also auf mich als Tiger haben solche Mittel de fi ni tiv eine potenzsenkende Wirkung.
Ouuu ja, hab vergessen dass Du auch dieser Spezies angehörst………….
Musst aber keine Angst haben,ich werde Dich persönlich beschützen *hinterdenOhrenkraul*
Ich schätze meinen Computer, funktioniert zu 80 % , die Technik wurde Schritt für Schritt von MENSCHENHAND entwickelt, wer Menschen auf die Welt stellt ist Privatsache, hat nichts mit Alter zu tun. Lieber eine Mutter nach 40 die liebevoll umgeht mit ihrem Kind, als eine total überforderte Mutter mit 9 Kindern, in diesen Situationen sind leider meist Kinder die Opfer .
Heidi, Sie sind ja unsere Alice Miller Kennerin (von denen es wohl immer weniger gibt). Alice Miller hat doch in ihrem Buch ueber Hitler sehr genau beschrieben, wie der Mechanismus der Projektion, es auch dem “guten ” Buerger von damals erlaubte, an der Judenvernichtung mitzumachen, da er seine eigenen Unzulaenglichkeiten (um es milde zu sagen) endlich in jemanden projizieren konnte und es dann korrekt fand, dass dieser dafuer bestraft (oder eben vernichtet) wurde. Ich glaube, es ist nicht zu weit gegriffen, dass auch bei diesen Diskussionen solche Untertoene zu hoeren sind. Effektiv geht es niemanden etwas an, wer wann und wie Kinder bekommt. Wo kommt dann die Motivation her, diese alte Mamma am liebsten steinigen zu wollen? Es wird ja sicher nicht nur der Neid am Blick Batzeli sein.
Ich finde es stossend u. anmassend wie sich die Öffentlichkeit u. die Medien in die Privatsphäre einzelner Meschen (dieser Frau) einmischt. Wenn eine Mutter ihrem Kind die nötige “Nestwärme”, ein intaktes soziales Umfeld bietet u. körperlich u. geistig “fit” ist spielt das Alter eine sekundäre Rolle.
Wenn Kinder in zerütteten sozialen Verhältnissen aufwachsen u. leiden interessiert es die Öffentlichkeit u. die Medien kaum. Ebenfalls wenn alte “Gockel” eine blutjunge Frau schwängern nimmt kaum jemand Notiz.
falls sie’s nicht mitbekommen haben: die gute dame hat einen deal mit dem “blick” gemacht und ihre privatspäre selber ins blickfeld der öffentlichkeit gestellt. ihr mitleid ist nicht angebracht.
Ich sehe kein Mitleid in Edwins Zeilen, sondern einen intakten Respekt eines erwachsenen Menschen gegenueber jemandem, dessen Meinung er vielleicht nicht teilt. Dass die alte Mutter einen deal mit dem Blick machte finde ich gut, denn jede oeffentliche Ausgabe fuer ihre Situation wird ihr sowieso angekreidet. Oder sind sie der Ansicht, sie sollte sich so verschulden, das sie auf oeffentliche Gelder angewiesen ist? Wuerden sie sie dann wegen ihrer Demut und Leidensfreude bewundern? Wohl kaum.
@ Rahel
Danke für Ihre Info, ich bin wirklich in vielen Dingen hinter dem Mond zu Hause, kenne ja angelesen den Kanibalismus, mich schüttelts durch brrrrrrr, stimmt ja schon, es gibt Nichts was es nicht gibt. Muss ich jetzt tapfer sein , auf die Zähne beissen, einfach schwierig auf der Stufe Schwamm steckengeblieben zu sein. Ich bin am üben, mir selber eine gute Mutter zu sein, für mich ein gangbarer Weg, ich schätze die CH, da gibts ev. mehr Sicherheit als in grossen Ländern wie China, Afrika, Amerika, im kleinen Land CH fühle ich mich noch relativ sicher, lasse mich nicht ein auf Tourismusangebote, Billigflüge etc. Kommerz Kommerz Kommerz, weltweit, bin manchmal vor lauter Anbebote überfordert, weiss oft nicht wie damit umgehen, Mike Shiva ist für mich keine Lösung auch Religion nicht. Uebe mich noch in Beweglichkeit auf der Tastatur am Compi und Entspannung mit Schlaf, jedem und jeder das Seine, brutal eigentlich, die Symbiose im Mutterbauch geht so schnell vorbei, dort wo Mensch sich ev. am wöhlsten gefühlt hat, der Grundstein des Lebens, die Natur lässt grüssen.
Nein, nein, Sie sind doch absolut nicht hinter dem Mond! Sonst würden Sie kaum so schreiben! Und schliesslich kann niemand alles wissen ( und wer meint, es zu können ist schlicht und einfach ein “Plöffsack” ). Was die Überforderung angeht muss ich Ihnen zustimmen, von vielen Sachen ist einfach zu viel auf dem Markt! Wie soll man sich da noch entscheiden!
Ich bin auch glücklich und heilfroh, Schweizerin sein zu dürfen!
Auf weiterhin schön entspannenden Schlaf………
Bauen Sie um den Schrebergarten eine Mauer. 50cm Stahlbeton. Deckel drauf.
Tja mal schauen! Kann ich bei Ihnen die Pläne bestellen?
Ich glaube das Zivilschutzamt bei Euch hat welche. oder dann das Bauamt (Bauvorschriften). So spaet noch auf?
Okay, dann werde ich mich mal informieren
Ja es wurde etwas spät, resp. früh heute morgen, wie so oft in letzter Zeit! Obs daran liegt, dass bald Weihnachten ist?
Aber Sie haben mich überholt, als Sie schrieben war ich nämlich in den Federn…………obwohl erst seit kurzem
Ich bin ja neun stunden hintennach.
Ja stimmt! Habs mir in der Zwischenzeit fast gedacht, war aber doch nicht ganz sicher ob Du die Katharina bist
Sehr witzig…….
Was ist wirklich, was ist nicht wirklich? Ich finde weltanschaulich und aus persönlicher Missgunst motivierte Säuberungen und Mobbereien viel schlimmer als vorgetäuschte Suizide und fingierte Identitäten und irre, erfundene Biografien.
Tragisch, wenns wirklich wäre, wenn auch nur irgendetwas davon wirklich wäre.
So aber hat es ja keine Bedeutung.
Daher: NEIN.
Das ist also wirklich der grösste Quatsch: Was will denn so eine alte Schachtel mit einem Kind? Das Kind wird ja nicht mal mehr erwachsen, schon ist seine Mutter gestorben. Das wäre, wie wenn ich noch Vater werden sollte. Was könnte ich alter Opa denn dem kleinen Kind noch bieten, ich wäre ja schon nach einem Tag hundemüde und des Schreiens überdrüssig. Nein nein, es ist gut, wenn man die Kinder noch mit jungen Jahren hat!
Excellent site, very good stories and family, we need more of this kind of subject that matters to every family.
Congratulations.