Leben


Michèle Binswanger am Montag den 13. Dezember 2010

Ja zu Seniorenmüttern

MAMABLOG-HITE-01

Alten Müttern wird Selbstsucht vorgeworfen – während man alten Vätern zur Feier der Geburt vom Nachwuchs die Zigarre reicht: Feministin Shere Hite.

Als der Blick vergangene Woche Dominique C. (64), die ältesten Mutter der Schweiz auf die Titelseite brachte, gingen die Emotionen erwartungsgemäss hoch. Reporter interviewten Fortpflanzungsmediziner und Juristen zum Thema, Chefredaktoren schrieben Kommentare und Zeitungsleser deponierten ihre Meinung dazu in Online-Threads und Leserbriefen.

Vergangenen Freitag dann erfuhr ich, dass der «Club» des Schweizer Fernsehens sich am kommenden Dienstag ebenfalls dem Thema widmen würde und begann mich zu fragen, warum diese Geschichte auf so breite Resonanz stösst. Natürlich sind solche Meldungen ähnlich aufsehenerregend wie zum Beispiel eine Hai-Attacke in einem Touristen-Tauchgebiet – und gleichzeitig sind es krasse Einzelereignisse, die für das Gros der Bevölkerung völlig irrelevant scheinen.

Warum also hängen wir das Thema dermassen hoch? Weil es eben um mehr geht – was sich schon an der Heftigkeit der Emotionen zeigt. In den Kommentarspalten und Leserbriefen schüttelt man kollektiv den Kopf und wenn auch einige Leser der Familie Glück wünschen, wird vor allem harte Kritik geübt: Hier werde Pfusch an der Natur getrieben, der medizinische Machbarkeitswahn gerate ausser Kontrolle, der Frau wird vorgeworfen, sie sei selbstsüchtig, denn das Kind werde mit Sicherheit unter seiner alten Mutter leiden und von seinen Kameraden gehänselt werden. Falls die Mutter das überhaupt noch erleben würde. Die Vorwürfe sind bekannt, im angelsächsischen Raum wird schon länger über die «Geriatric Mums» debattiert, ähnlich heftig, wie in der Schweiz.

Vom feministischen Standpunkt ist die Sache eindeutig: Jede Frau sollte in jedem Alter das Recht haben, ein Kind auszutragen. Dies forderte beispielsweise die Sexualhistorikerin Shere Hite vergangenes Jahr bei einem Kongress in London zur Mutterschaft im 21. Jahrhundert. Alten Müttern würde schnell einmal Selbstsucht vorgeworfen, während man alten Vätern zur Feier der Geburt vom Nachwuchs die Zigarre reiche, sagte sie dort. Sie vermutete hinter der Kritik an Seniorenmüttern eine patriarchalische Reaktion darauf, dass Frauen ihre Fortpflanzung zunehmend selbstbestimmt lebten. Ausserdem würde das christliche Abendland noch immer vom Bild der Jungfrau Maria beherrscht, einer jungfräulichen Teenager-Mutter. Frauen jeden Alters hätten das Recht, Kinder auszutragen.

Die 64-Jährige und ihr Mann aus Oberlunkhofen (AG) mit ihrer Tochter Katherine. (Screenshot: «Blick»)

Die 64-Jährige und ihr Mann aus Oberlunkhofen (AG) mit ihrer Tochter Katherine. (Screenshot: «Blick»)

In einem Punkt hat Hite recht. Es ist eine feministische Frage – aber eben nicht nur. Die Biologie des weiblichen Körpers wird in Fragen der Fortpflanzung schnell zum Politikum. Am Beispiel von Seniorenmüttern zeigt sich zunächst vor allem die absolute und technische Planbarkeit der menschlichen Fortpflanzung. Das erzeugt Unbehagen, ist aber eigentlich nichts Neues: Die Frauen haben noch nie gezögert, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es um Geburtenkontrolle geht. Ja, es wird heute erwartet, dass Frauen hier dem Zufall möglichst wenig Chancen lassen, alles andere gilt als unverantwortlich.

Es kann also eigentlich nicht darum gehen, ob es ethisch vertretbar ist, ob Frauen die natürlichen Voraussetzungen ihres Körpers technologisch frisieren. Denn wenn es auf der einen Seite verlangt wird, warum sollte es auf der anderen Seite verboten sein? Allerdings spielt noch ein weiterer Aspekt hinein. In der Kritik an Seniorenmüttern artikuliert sich auch die Angst vor einer aus dem Ruder laufenden Emanzipation. Schliesslich geht es in der Sache ja nicht nur um Feminismus, sondern auch um Bioethik. Da Fortpflanzung nicht die Frau allein betrifft – es sind auch noch Männer und Kinder beteiligt, müssen auch ihre Ansprüche und Rechte berücktsichtigt werden. So muss man sich fragen, inwiefern die Freiheit der Frau, sich für das «Projekt Kind» zu entscheiden, die Freiheit der anderen Beteiligten tangiert. Ist etwa der individuelle Wunsch einer Frau, auch nach der Menopause noch Mutter zu werden höher zu gewichten, als das Risiko des Kindes, früh zu verwaisen?

Noch sind wir nicht so weit. Zwar steigt das Alter von Erstgebärenden in den westlichen Länden kontinuierlich, Mütter über 40 sind heute keine Ausnahmen mehr. Doch bis in welches Alter der Trend vorhält, bleibt abzuwarten. Ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft die Mehrheit der Frauen im Rentenalter lieber auf einem Kreuzfahrtschiff durch die Karibik schippert, als sich mit Geburt und Aufzucht von Kindern herumzuschlagen.

Der Club zum Thema.

Lesen Sie auch: Wie spät darf eine Frau Mutter werden?

639 Kommentare zu „Ja zu Seniorenmüttern“

  1. Peter Berger sagt:

    Diese Mutter handelt aus reinem Egoismus und überblickt nicht was sie dem Kind antut.

    • Niala sagt:

      Fragen Sie doch das Kind in 20 Jahren. Ich auf jeden Fall wäre froh auf die Welt kommen zu dürfen, ist doch egal wie.
      Das Kind kann auch in frühen Jahren aufgeklärt werden und für die Zukunft ohne Mutter (Eltern) kann vorgesorgt werden. Es gibt tragischere Fälle, wo die Eltern bei einem Unfall plötzlich “weg” sind und die Kinder total unvorbereitet hinterlassen werden. Also nicht auf dem Buckel der Kinder moralpredigen.

    • Katharina sagt:

      Sind so gesehen nicht alle Mütter irgendwo egoistisch? Die haben ja ihre Kinder alle nicht gefragt, ob sie wirklich geboren werden wollen. Und sie können alle den Kids ebenso nicht garantieren, dass sie alles richtig machen und bis 100 leben werden.

      Ich selber würde mir in dem Alter sicher nie ein Kind antun. Und, ja, es gibt die eine oder andere kritische Frage, die man in diesem Zusammenhang durchaus stellen kann. Ich finde es grundsätzlich schon richtig, dass man sich Gedanken macht über die Segnungen und Grenzen der modernen Medizin. Aber bitte nicht auf der persönlichen Ebene. Das, was diese Frau tut, geht mich nichts, aber auch gar nichts an, auch dann nicht, wenn sie sich selbst für Geld ins Gespräch bringt, vielleicht auch, um die Zukunft ihres Kindes zu sichern. Wenn das Kind ihr später ihren Egoismus vorwerfen möchte – auch das ist nicht meine Sache.

      Und ob uns dieses Kind viel Geld kosten wird, das lässt sich nicht sagen. Vielleicht wird es durch die älteren Eltern besonders gefordert und gefördert und wächst dann über sich hinaus und wird am Ende noch Professorin und zahlt dann gute Steuern.

      Ich stelle mir gerade vor, wie dieses Kind in vielleicht 25 Jahren sagt: “Ich bin so froh und dankbar, dass meine Mutter mich auf die Welt gebracht hat! Ich bin froh, dass ich lebe! Und wenn sie auch eher eine kurze Zeit bei mir war, so habe ich doch enorm viel Gutes von ihr gelernt.” Wer würde dem Mädchen dann antworten wollen: “Es wäre besser, wenn du nie geboren worden wärst!”??

      • zeitungsleser sagt:

        pro-life also?

      • Katharina sagt:

        stop using my nick name. this is an insult!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina von hierzulande: Korrekterweise müsste es heissen “ich bin so froh und dankbar dass meine soziale Mutter von meiner biologischen Mutter eine Eizelle gekauft hat…” aber eigentlich ist es absurd über das Existenzrecht des Kindes zu verhandeln, insbesondere wenn dieses Kind vielleicht auf eine anders formulierte Frage, nämlich “wenn Du wünschen könntest welches Alter Deine Mutter gehabt hätte” sehr wohl das hohe Alter eher negativ beurteilen würde.
        Die dahinterstehende Hightechindustrie ist nicht an Einzelfällen und Ausnahmeerscheinungen interessiert, und von daher gesehen gilt es jeden Tropfen zu beachten.

      • Katharina sagt:

        And I know you do this on purpose you …..

      • Patrick Tigri sagt:

        Könntest Du Dich nicht einfach “Katharina b)” oder irgendwie so nennen, damit wir keinen Hashkonflikt haben mit unserer Prinzessin von Bel Air?

      • Rotkäppchen sagt:

        Wieso denn das, Panther, wieso nimmst du sie so in Schutz? Hat sie das nötig oder ist sie die Prinzessin auf der Erbse? Dann ist hier aber der falsche Märchenraum, sorry…

      • Patrick Tigri sagt:

        Weil ich sie kenne und schätze. Und weisst Du, wie oft sie mich schon angeschissen hat hier drinnen? Die kennt nichts. Ansonsten kennt sie aber alles…

        Nimm ihr nicht übel, wenn sie manchmal verletzt. Und nimm es nicht zu persönlich.

      • Katharina sagt:

        What is your problem, red riding hood? you should know that the nick jacking is a recurring problem here. And it predominantly happens with me. some people here talk about community, but the ones that do are all-telling silent on this.

        So. Should i go on then? tell them who you are? you seem to love wikileaks, as you proudly proclaimed on your own space, so i guess it would be morally absolutely correct, no? funny little game from the clones. no? although you are not exactly working for one of the clones. But it is you who operates under an alias, afraid to operate under your real name, as a proper journalist should. What are you afraid of? that it would reveal the one asset important to journalism: credibility and reputation?
        Who I think I am you once asked me. Well I can ask you the same. Who do you think you are, misusing this platform as a stage for your game? And violating terms of use on the other platform? – technically even this one here, if you read the small print?

        As to the sicko introducing this game again on this stage, well you know who you are. bitter and lonely and unforgiven. in short a low life. but enough of a coward to remain incommunicado.

      • Rotkäppchen sagt:

        Oh dear – don’t forget what Elvis said in a song: “the world is a stage and everybody is playing a game…” Don’t worry about me – I do my thing in my game and you should consider to play your game on your stage – this platform here is open for everybody! Thanks for cooperation, woman from L.A.

      • Katharina sagt:

        Thanks for messing around with me. I don’t play games, because my life never was a game. It is serious. As serious as life and death. If there is any purpose for me in this life, then it is conveying it. Hopefully some will learn from it. But I resent being invalidated and taken for a ride. So. Thanks for your cooperation? Cooperation in what? If you mean augmentation of this platform, thank you. If you mean the story of my life, then it is a matter of trust. A very delicate and vulnerable matter. Simple words, allegations and actions can destroy it.

        When you say “I do my thing in my game”, do you indirectly condone or be active in nick jacking?

      • The Symbol, formerly known as Katharina sagt:

        Ach, Katharina, Prinzessin von Bel Air, komm mal runter… Du hast den Vornamen “Katharina” nicht gepachtet und wenn internetunerfahrene Menschen hierherkommen und was schriben tut niemand on purpose deinen verfl. nick missbrauchen. so wie ich damals nicht, die neue Katharina auch nicht,

  2. Bruno sagt:

    Hallo Gedanekngewitter, der Baum der Erkenntnis hat nicht so viele Aeste wie Sie Worte um uns eine Weltzu erklaeren in der ich zumindest nicht leben moechte. Wenn auf meine 75 noch 25 weitere Jahre dazukommen ist (vielleicht) gut, doch dann reichts.

  3. mammab sagt:

    Solange man der künstlichen Befruchtung und allem weiteren keinen Riegel schiebt, wird es auch “alte” Mütter geben. Das Problem ist meines Erachtens eher der medizinische Eingriff in die Natur überhaupt, als das Alter der Frau. Entweder verbietet man diese Eingriffe ganz – auch für jüngere – oder auch ältere Damen werden in Zukunft vermehrt Kinder kriegen.
    Meiner Meinung nach sollte ein medizinischer Eingriff nur solange gestattet sein, als Ei und Samen auch von den werdenden Eltern stammen. Alles andere ist zuviel des Guten und führt uns in eine Welt anonymer Kinder, die nie ihre wahren Wurzeln kennen lernen können. Und das ist falsch.

  4. Hermann sagt:

    Wenn mein Sohn 20 ist und ich 80, werde ich ihm sagen, er solle stolz sein, er sei ein Transhumaner und er sei “Vorwärts zurück hinauf in die heimischen Sphären höherer Frequenz”. Ich kann es ihm dann nicht uebelnehmen, wenn er mich in eine Anstalt einweist…..

  5. Niala sagt:

    Solange die Abtreibung erlaubt ist, soll auch die unterstützte Befruchtung erlaubt sein.

  6. bruno rechberger sagt:

    so alte mütter sind was komplett degeneriertes, ist das kind 16 jahre alt, ist diese mutter genau 80 jahre alt, genau sowas braucht ein pubertierendes kind, im durchschnitt ist so eine mama seit 2 jahren tot. echt zum kotzen, so was degeneriertes.

  7. Reto Marty sagt:

    Es schadet sicher nichts, auch diesen Aspekt dieser späten Empfängnis zu kennen: 64-jährige Mutter machte Deal mit Boulevard-Blatt

    • macho sagt:

      das ist normal, zu viele frauen sind mediengeil, armselig…

    • Willy Black sagt:

      Und so nebenbei kostet das Kind den Steuerzahler 200000 Franken bis es 20 Jahre alt ist und ein wenig mehr sollte es noch in Ausbildung sein mit 20 Jahren. Ab dem AHV Alter bekommt man 850 Franken Kindergeld pro Monat. Es ist ja widersprüchlich einserseits ist die Befruchtung in der Schweiz nicht erlaubt in diesem Alter und andernseits kommen wir für alle anderen Kosten auf.

      • Hermann sagt:

        warum denken sie denn, dass die alte Mamma 200′000 Franken vom Boulevard Blatt will? Mindestens ist sie geschaeftstuechtig, oder ist das auch eine Suende?

      • Willy Black sagt:

        Nein der Steuerzahler nicht der Blick bezahlt 200000 Franken. 850 Kinderzulage im Monat gibt 10200 im Jahr und folgedessen 204000 bis das Kind 20 Jahre ALT IST.

  8. Bierbäuchlein sagt:

    Meiner Meinung nach gibt’s hier absolut nichts schön zu reden: Übler Auswuchs der Sebstverwiklichung.
    Es gibt doch gute Gründe, warum die Fruchtbarkeit (auch bei Männer) mit zunehmendem Alter natürlicherweise abnimmt. Es ist ziemlich sicher unweise und die Überheblichkeit des Menschen, dem mit aller Gewalt (und Technik) entgegenzuwirken.

  9. Harry sagt:

    Meines Erachtens nach gibt es für alles eine gute Zeit. Ein Baby mit 64 ist nicht ideal, das hat die Natur nicht vorgesehen und ich finde man sollte das respektieren. Schliesslich ist der Prozess des Alterns sehr anstrengend und auch eine psychische Herausforderung der sich alle stellen müssen. Urteilen wie die Sache dann verläuft können wir nicht, veruteilen tue ich es auch nicht. Aber ein gutes Gefühl dabei habe ich nicht. Wir alle lernen mit Verlusten zu leben, der Verlust der Eltern in jungen Jahren ist aber eine Sache die ich niemandem Wünsche.

    • frieda sagt:

      Komisch – die wichtig plötzlich wird, was die Natur angeblich will. Die Natur hat auch vorgesehen, dass Mädchen ab dem Einsetzen der Peiode schwanger werden und Kinder bekommen können – also mit etwa 12 oder 13. Sollen wir das auch respektieren? Nein? Da finden wir es plötzlich völlig richtig, nicht dem “Ruf der Natur” zu folgen, sondern ihr ins Handwerk zu pfuschen und dafür zu sorgen, dass ein so junges Mädchen eben keine Kind bekommt. Wir finden’s auch richtig, nicht der Natur zu folgen, wenn wir Empfängnisverhütung betreiben. Aber wenn dann ein Paar, bei dem die Frau 64 ist, der Natur ins Handwerk pfuscht und der Empfängnis auf die Sprünge hilft, dann… ja dann fällt uns ein, was die Natur vorgesehen oder nicht vorgesehen hat. Ja, die Chance ist gross, dass diese Mutter stirbt, bevor ihr Kind erwachsen ist. Nur ist das nicht neu – noch im 19. Jahrhundert starben viele Frauen im Kindbett oder sehr früh, weil sie von vielen Geburten erschöpft waren. Sie waren also auch tot, bevor ihre Kinder erwachsen waren. Das ist in vielen Drittweltstaaten noch heute so. Regt aber kaum jemanden auf. Weil das der Lauf der Natur ist? Oder weil eine Mutter mit 64 einfach gegen gesellschaftliche Konventionen verstösst, eine die nach der neunten Geburt mit 35 stirbt, aber nicht?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Gefällt mir, Daumen hoch! 8)

      • zeitungsleser sagt:

        mit der natur haben Sie recht (ich bin grad ziemlich froh um meine heizung).

        aber äh, also die meisten hier hatten bedenken wegen dem umstand, dass das kind früh verwaist.

        und neun geburten sozialadäquat? reden Sie von der schweiz?

      • Rotkäppchen sagt:

        So isses frieda – aber scho genau so!! Sehr gute Gedanken, die ich mir auch so gemacht, aber noch nicht auf Papier gebracht habe…ach diese Weihnachtszeit geht mir einfach zu stressig wieder durch den Tannenwald…seufz!

      • Auguste sagt:

        hmm…, frieda, da sind ein paar interessante gedankenansätze drin, aber einige vergleiche hinken. um zu einer vernünftigen beurteilung zu kommen, muss man diesen trend zur späteren und späten mutterschaft in relation zum umfeld setzen, wo er stattfindet. das ist hier und jetzt. mit heutigem wohlstand, wissen und know-how ist eine verschiebung der mutterschaft in eine altergruppe möglich, in der die risiken vergleichsweise höher sind, aber immer noch im für alle vertretbaren rahmen liegen. im hier diskutierten fall ist das überhaupt nicht mehr gegeben und alle versuche hätten ohne den massiven einsatz von fortpflanzungsengineering auch niemals zu einem resultat geführt. wie man es auch betrachtet, es bleibt ein unsinn sondergleichen und das gilt auch alle erklärungs- und rechtfertigungsversuche.

      • Rotkäppchen sagt:

        Nein, Einspruch! Es ist doch eh eine Ausnahme der Regel und deshalb nicht sooo eng zu sehen. Die frieda hat das gut verpackt meiner Meinung nach und es in die richtige Relation gesetzt. Wieso jetzt daran rummäkeln über Sinn oder Unsinn dieser Ausnahmeerscheinung? Die Dominique C. hat sich über gesellschafltiche Konventionen hinweg gesetzt und sich das gegönnt. Es ist und bleibt ihr Problem und wer jetzt mit Folgekosten dieses Kindes für die Allgemeinheit kommt, dem ist wohl nicht zu helfen. Da gibt es andere Kosten, die für die Allgemeinheit mehr als eine Zumutung sind. Ja, u.a. ist das UBS-Debakel noch nicht mit der letzten Weihnachtsgans gegessen worden, gopf!!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Auguste: und Ihr Statement verdient dann mindestens viermal Daumen hoch! ;-)

        @frieda: es geht nicht einfach nur um “Natur” oder “nicht-Natur”, es geht um die eingesetzten Mittel welche zum Ziel führen, es geht um Verantwortungsübernahme der Konsequenzen usw usw, mit dem Natur ja/nein-Argument lässt sich fast alles totschlagen, bloss greift es eben viel zu kurz, wie auch die ewig beschworene Selbstbestimmung.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Rotkäppchen: es ist jetzt noch eine Ausnahme, weil es jetzt noch in der Schweiz verboten ist.
        Dahinter stecken nicht nur wohltätigkeitsoriente Engagierte, sondern ein ganzer hochentwickelter Technikzirkus,
        der alles Interesse an zunehmender Kundschaft hat.
        Wenn wir für die Problemstellungen von übermorgen gerüstet sein wollen, dann müssen wir uns heute mit den ersten Erscheinungen davon befassen, es unter Ausnahmeerscheinung abzubuchen ist Vogel-Strauss-Politik.

      • Pym sagt:

        @ frieda:
        Bei allen legalen Eingriffen in die Natur geht es immer darum, die berechtigte Interessen von “Schwachen” zu schützen.
        - Teenager sollen möglichst nicht schwanger werden, weil sie sich – ohne dessen wirklich bewusst zu sein – damit ihre Möglichkeiten bzgl. Berufsausbildung und Selbstverwirklichung versauen (vgl. http://www.beobachter.ch-Jammerei über arme “alleinerziehende” Mütter.
        - Schwangerschaftsverhütung soll die Frauen vor ungewollten Schwangerschaften schützen.
        - Frauen sollen über die Fortpflanzungsmedizin – und dank längerer Lebenserwartung und ruhigerer Lebensumstände auch etwas über die Menopause hinaus – Mutter werden können.
        - Lebenserhaltende Massnahmen, Organtransplantationen, etc. sollen Schwer-Kranken ein (Weiter-)Leben ermöglichen.
        Das ist alles kein “Pfusch”.

        Wenn aber eine 64-Jährige (ein viel jüngerer Vater scheint ja nicht wirklich präsent zu sein) ein Baby will, dann ist Letzteres das “Schwache” und eben vor der egozentrischen Mutter zu schützen.

        Mich freut aber umgekehrt ihr Post aus zwei Gründen:
        1. Weil er Blind-Feministinnen (die Betreffenden werden sich betroffen fühlen) dazu verleitete, sie als Verfechterinnen von “Frauenwille über alles!” zu outen.
        2. Weil er aus nicht-frauenfeindlichem Mund klar anerkennt, dass die Mütter (sie starben ja noch im 19. Jh. sowieso meist weg) nicht die natürlichen Erzieherinnen sind, was ja sonst in entsprechendem Zusammenhang immer gleich postuliert wird.
        Danke für diese unbeabsichtigten Offenbarungen ;-) !!

      • Katharina sagt:

        Bravo frieda!

      • Katharina sagt:

        das bin nicht ich. such a sicko, why you have to start this f-ing game again?

      • Rotkäppchen sagt:

        Tja, Brunhild, das sehe ich natürlich auch in diese Richtung laufen. Aber gerade bürgerliche und ängstliche Menschen scheren sich anscheinend einen feuchten um zukünftige Horrorszenarien. Sonst hätten sie anders abgestimmt bei den letzten Volksinitiativen. Das ist doch eine Doppelmoral und Vogel-Strauss-Politik, die zum Himmel stinkt. Nein, so nicht!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Rotkäppchen: korrigieren Sie mich wenn ich falsch liege, aber soviel ich weiss setzen sich eher linkslastige dem Machbarkeitswahn auf diesem Gebiet ebenfalls nicht grossartig dagegen?
        Zudem ist so lähmend wenn die Debatten in der Schublade “matriarchal versus patriarchal” und nun noch “bürgerlich versus, versus was eigentlich genau?” landen.

      • Jürg. sagt:

        “eine Mutter die nach der neunten Geburt mit 35 stirbt, aber nicht?”

        nein, weil hier eine Familie ist, die das Baby aufziehen kann.

      • independent sagt:

        Auch von meiner Seite: “Daumen hoch!” an frieda.

      • Rotkäppchen sagt:

        @Brunhild Steiner
        “aber soviel ich weiss setzen sich eher linkslastige dem Machbarkeitswahn auf diesem Gebiet ebenfalls nicht grossartig dagegen?”
        Da kann ich nicht zustimmen. Gerade was Komplementärmedizin anbelangt war ein deutliches JA im Mai 2009 bei der Abstimmung ein klares Signal an das Gesundheitswesen, genau solchem Machbarkeitswahn etwas auf den Zahn zu fühlen – angefeuert durch, wie Sie ein wenig abschätzend betonen wie mir scheint, linkslastige BürgerInnen.
        Das ist halt überall dasselbe auf dieser Welt: wer bezahlt, befiehlt! Und der schnöde Mammon hat wenig Geld, möchte aber Teilhaben am grossen Kuchen und was macht er? Er kritzelt mal ein NEIN auf den Stimmzettel, wo eigentlich ein JA hingehört und umgekehrt. Es ist halt schon ziemlich anstrengend, die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man nicht mehr selber Hand anlegen muss wie in Afrika und den Mehlsack fix-fertig aus dem Regal nimmt. Der Bezug zur Realität geht verloren und so können Propagandamittel und Werbeplakate vor Abstimmungen den armen Stimmberechtigten den Durchblick versperren. Wüssten sie nämlich, woher das Geld für diese Propagandamittel herstammt, dann würden sie sich ein JA oder NEIN bei Abstimmungen gründlicher überlegen. Aber eben…Geld stinkt nicht und Gutgläubige sind sooo dankbare Opfer.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Rotkäppchen, der Komplementärmedizin zustimmen bedeutet noch nicht zwangsläufig vehement auf einer strikten Regelung im weiten Gebiet der Fortpflanzungsmedizin zu bestehen.

        Und warum sollen immer nur diejenigen die Spreu sauber vom Weizen getrennt haben, welche den Abstimmzettel in Ihrem Sinne ausgefüllt haben? Oder wie muss ich den Satz verstehen?
        Übrigens sieht mein Stimmzettel abwechslungsweise links-und rechtslastig aus, somit nehme ich mir das Recht heraus bei beiden Polen Unzulänglichkeiten feststellen zu dürfen.

      • macho sagt:

        Wie kann man eine extrem junge mit einer extrem alten Mutter Vergleichen?! Sorry aber völlig unlogisch deine Argumentation.

  10. Tobe or not Tobe honest? sagt:

    EGOISMUS BIS ANS LEBENSENDE!!! Dies zieht sich durch die heutige Gesellschaft wie ein roter Faden.!

    Wer von ihnen ist nicht auch ein kleiner EGO? oder besser gesagt hat mit alter Ego noch nicht abgeschlossen?

  11. Marielouise sagt:

    wenn man hier die Argumente liest ist es also völlig normal und natürlich wenn eine Frau dank Technik mit 64, oder 72 oder 80 ein Kind hat. Ist es auch völlig normal wenn ein 9 oder 10 jähriges Mädchen ein Kind hat, von einem Vater der ebenso jung ist.?
    Wenn man schon der Natur ins Handwerk pfuschen will sollte man konsequent sein. Also auch keine Verhütungsmittel etc, und keine Abtreibungen….
    Mir scheint die Mama dachte nur an sic. Weshalb hat sie sich in dem hohen Alter noch ein Kind gewünscht? Sieht ein bisschen nach Hirnwäsche und Egotrip aus. Wo steht es geschrieben dass einen Frau Kinder haben MUSS? Gewisse Religionen predigen ja immer noch dass eine kinderlose Frau wertlos sei- .
    Frauen die so besessen sind mit der Idee man müsse unbedingt Mutter sein tun mir leid. Vielleicht sollten sie sich ein bisschen mehr um andere kümmern und weniger an sich selber denken.
    Im 21. JH MUSS niemand Kinder haben, niemand MUSS heiraten- . Ich hoffe die alte Mama hat genug Geld dass für ihr Kind gesorgt ist wenn sie dann in ein paar Jahren stirbt….

  12. heidi reiff sagt:

    Meine Tochter hat in 7 Minuten per KS als ich 30 Jahre alt war das Licht der Welt erblickt, ein Geburtsrauma wurde uns somit gegenseitig erspart, beim Scherzen sag ich zu meiner Tochter, ich will 90 Jahre alt werden, ich will doch noch erleben, wie du mit 60 Jahren aussiehst.

  13. Mirjam sagt:

    Brief an eine alte Mutter:
    Mama, wieso hast du so lange gewartet bis Du mir erlaubt hast zu Dir kommen? Mama, wieso bist du jetzt immer so müde und magst nicht mit mir auf den Spielplatz kommen? Mama, wieso haben meine Kindergartengspändli Mami und Papi, welche mit ihnen draussen rumrenne, Schlittschuhlaufen gehen, baden, schlitteln? Und Du bist immer nur zuhause und magst nicht mit mir kommen? Mama, wieso sagen alle Kinder in meiner Klasse, dass du mein Grosi bist? Du bist doch meine Mama. Mama, wieso lachen mich die anderen Kinder aus und sagen immer, ich hätte ein uraltes Mami? Mama, wieso bist du so häufig krank? Mama, wirst du bald sterben? Mama, hast du mich denn gar nicht lieb?

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Mirjam, wieso bist du so kitschig, hast du denn gar keinen Stil……..

      oder: Wieso ist die Banane krumm?

      • Mirjam sagt:

        Ich versuche mich in die Situation dieses armen Kindes zu versetzen. Der Beitrag ist zugegebenermassen etwas gewöhnungsbedürftig, aber das ist der Gedanke, dass eine Rentnerin ein Kind geboren hat ja auch.
        Was ich damit aufzeigen wollte: das Kind wird später riesige Probleme haben, im Kindergarten, in der Schule, spätestens dann als Teenie (sofern die Eltern dann noch leben).
        Armes Kind.

    • independent sagt:

      Die meisten Mütter, egal ob 15, 25, 35, …, erfüllen diese Wünsche genau so wenig wie eine 70jährige. Nicht, weil sie es grundsätzlich nicht könnten, sondern, weil sie nicht wollen oder wegen “Umständen” nicht können (z. B. keine Zeit haben).

      Ich sehe da fast keinen Unterschied.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich auch nicht, Independent 8)

        @Mirjam:
        “Was ich damit aufzeigen wollte: das Kind wird später riesige Probleme haben, im Kindergarten, in der Schule, spätestens dann als Teenie (sofern die Eltern dann noch leben).
        Armes Kind.”

        Arme Kassandra, äh Mirjam! Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Mitleid ist ein schlechter Ratgeber, wie immer. Frag’ das Kind, ob es lieber nicht hätte geboren werden wollen, das ist hier die Alternative und nichts anderes. Zu andern Zeiten wäre es eben nicht gerade dieses Kind gewesen, sondern ein anderes, dieses Kind entstand aus diesem Ei und diesem Spermium, fertig.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ich sehe, wie auch Mütter im idealen Alter mit ihren lebendigen Kindern an ihre Grenzen stossen, sind die Bedenken von Mirjam sehr wohl berechtigt. Ausserdem hast du, Pippi, die Frage: ist ein schlechtes Leben besser als keins an anderen Orten auch schon bedenkenlos anders beantwortet.

      • independent sagt:

        Eine pensionierte Frau hat aber wenigstens den Vorteil, dass sie für Gelderwerb halbtageweise oder noch länger ausser Haus muss oder mit einem allenfalls sehr tiefen Budget haushalten muss.

        Geld und Zeit sind bei der Erziehung zwar nicht zwingend wichtig, aber im Zweifelsfall von grossem Vorteil.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das ist richtig, Sportpapi, Kinder bringen einen oft an die Grenzen, aber darum geht es hier nicht. Und mir geht es darum, dass ich überzeugt bin, dass wir nicht andern Menschen dreinreden können mit Sprüchen: Das ist das Beste für dich.

        Ein schlechtes Leben besser als keines, oder umgekehrt, wer will das endgültig beantworten? Das ist immer subjektiv, was mir wichtig ist, ist die Selbstbestimmung der Frau, da bin ich Partei, werde ich immer sein.

      • Sportpapi sagt:

        Ich bin nicht Partei, sondern einfach konsequent. Hin und her, wie es gerade passt, nur weil es um das Selbstverwirklichungsrecht – pardon, -bestimmungsrecht der Frau geht, das ist wohl weibliche Logik.

      • Jürg. sagt:

        @Sportpappi
        Tja schade ich habe immer Gedacht Frauen könnten vielleicht besser regieren als Männer.
        Leider wird hier für das Prinzip die Vernunft geopfert.

      • Sportpapi sagt:

        Beim Regieren bin ich überzeugt, dass sie auf jeden Fall anders könnten. Auf das Ergebnis wäre ich jedenfalls sehr gespannt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: soll das weibliche Selbstbestimmungsrecht wirklich grenzenlos sein und ausserhalb jeder bioethischen Diskussion ausgelebt werden können, solange irgendwer entsprechende Technologien zur Verfügung stellt? Und ist das wirklich noch Selbst-bestimmung? Oder ist es nicht auch eine Verweigerung sich bestimmten, universalen und unisexen, Lebensprinzipien zu stellen?
        Offenbar ist es kein Problem dass Bibliotheken mit Büchern gefüllt werden, worin die männlichen Motive bis auf den letzten Milimeter auseinandergenommen werden. Gibt es kein Gegenrecht?

      • zeitungsleser sagt:

        was Sie, pippi, offensichtlich nicht verstehen ist der angemessene unterschied zwischen “wichtig” (da sind ziemlich sicher alle hier schreibenden dafür) und “absolut unabwägbar”.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ja Brunhilde, das weibliche Selbstbestimmungsrecht kommt zuerst, für die jeweilige Frau, alles andere wäre ein Fremdbestimmungsrecht, wollen wir das? Nein, sicher nicht, die Frauen mussten zu lange, ca. 3000 Jahre, auf das Selbstbestimmungsrecht warten, das lassen wir uns auf keinen Fall nehmen, es ist das Herzstück des Feminismus.

        Keine Angst, die Männer schauen schon, dass sie dabei nicht auf der Strecke bleiben, darin haben sie Übung, viele tausend Jahre lang. Die Männer sind nicht die Glücksbringer der Frauen, dazu sind sie nicht verpflichtet, umgekehrt auch nicht. Seien Sie ein grosses Mädchen und schauen sie den Tatsachen ins Auge.

      • zeitungsleser sagt:

        das hat überhaupt nichts mit feminismus zu tun, sondern mit der einsicht, dass man in gesellschaft nicht anders als unter freiheitsbeschränkung leben kann.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Vergessen wir einfach nicht: Solche alten Mütter werden immer Ausnahmen sein, die meisten Frauen wollen eher Kinder, ich könnte mir nicht vorstellen, mit 65 noch Mutter zu werden. Vielleicht sieht das dereinst, wenn alle Menschen 200 Jahre alt werden, anders aus, aber das werden wir nicht mehr erleben. Also, cool down, Jungs und Mädels 8)

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf: ich bin ein grosses Mädchen und stehe für gleiche Augenhöhe ein,
        für universale und unisexe Lebensprinzipien an die sich der Mensch, egal ob Frau oder Mann, zu halten hat.

        Und wiegen Sie sich da mal nicht in falscher Sicherheit, die Anbieter dieser Hightechversorgung sind nicht an wenig Kundinnen interessiert, und die werden einen Weg finden, Marketing heisst das, Bedürfnis schaffen durch gezielte Publikationen in den entsprechenden Heften usw usw um noch mehr Frauen in ähnlichen Situationen für diese Vorgehensweise zu erwärmen. Wo ist da Ihr kritischer Geist und das Hinterfragen, was Ziel und Absicht hinter der ganzen Technologie ist, geblieben? Das Hinterfragen woher die Motive kommen?
        Frauen sind genauso zu hinterfragen wie Männer und umgekehrt!
        Und grosse Mädchen sollten sich dem stellen und sich nicht hinter dem
        “die Frauen mussten zu lange, ca. 3000 Jahre, auf das Selbstbestimmungsrecht warten”-Mantra verstecken! ;-)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Brunhilde, Selbstbestimmung heisst auch, nicht auf jeden Marketinggag reinzufallen. Warum sollten Frauen plötzlich noch ein Kind wollen, wenn sie bisher keines wollten? Da braucht es mehr als Marketing, da bin ich ganz optimistisch. 8)

      • Widerspenstige sagt:

        Da bin ich ganz Deiner Meinung, Pippi, und kann diese ganze Hetzjagd wegen einer Frau, die es gewagt hat gegen Konventionen anzugehen nicht ganz nachvollziehen. Sie wird ein Einzelfall bleiben, davon bin ich mehr als überzeugt. Die neue Generation von emanzipierten Frauen wird sich kaum dieser Marketingmaschinerie der Spitzenmedizin unterwerfen lassen. Sie haben Denken gelernt und werden sich eher dahingehend entwickeln, sich den Raum oder die Infrastruktur zu schaffen, um in ihren besten Jahren Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. DAS ist das Ziel und nicht als alternde Frau noch Mutter zu werden. So ein Unsinn!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Pippi Langstrumpf:
        @Widerspenstige:
        “Selbstbestimmung heisst auch, nicht auf jeden Marketinggag reinzufallen. Warum sollten Frauen plötzlich noch ein Kind wollen, wenn sie bisher keines wollten?”
        Das ist ja genau die Frage, und das Darübernachdenken sollte nicht verboten sein bloss weil über eine Frau nachgedacht wird.

        “und kann diese ganze Hetzjagd wegen einer Frau, die es gewagt hat gegen Konventionen anzugehen nicht ganz nachvollziehen”
        Warum “Hetzjagd”? Es handelt sich um eine engagierte Diskussion. Mit “Hetzjagd” werten Sie die dahinterstehende Dimension ab, denn es geht hier nicht um Konvetionen, es geht um angewandte Biotechnologie und um Bioethik. Es geht um sehr unterschiedliche Definitionen der Kriterien was das Kindswohl betrifft und so weiter und so fort.
        “Sie wird ein Einzelfall bleiben, davon bin ich mehr als überzeugt”
        Mit Sicherheit wird sie kein Einzelfall bleiben!

      • zeitungsleser sagt:

        …es gab bisher zwei ziemlich kritische artikel im mamablog über alte väter. zu späte vater und frühe mütte, späte väter. da haben Sie auch nicht protestiert. der zweitere fing an mit:

        “Hallelujah, Boris «Bum Bum» Becker ist Vater geworden. Wir gratulieren! Besonders auch, weil Boris sich nicht darauf beschränkt, einfach seine Gene weiter zu geben. Nein, er wirft auch noch ein paar Weisheiten hinterher.” nicht unbedingt sehr höflich das.

        und jetzt reden Sie von hetzjagd bei einer frau? die sich hat bezahlen lassen vom blick wie es scheint?

        ist das das fazit: unhöflichkeiten an becker sind ok, aber eine frau, nein, da ist es weil die böse gegen konventionen verstossen hat?

      • zeitungsleser sagt:

        …es gab bisher zwei ziemlich kritische artikel hier über alte väter. zu späte vater und frühe mütte, späte väter. da haben Sie auch nicht protestiert. der zweitere fing an mit:

        “Hallelujah, Boris «Bum Bum» Becker ist Vater geworden. Wir gratulieren! Besonders auch, weil Boris sich nicht darauf beschränkt, einfach seine Gene weiter zu geben. Nein, er wirft auch noch ein paar Weisheiten hinterher.” nicht unbedingt sehr höflich das.

        und jetzt reden Sie von hetzjagd bei einer frau? die sich hat bezahlen lassen vom blick wie es scheint?

        ist das das fazit: unhöflichkeiten an becker sind ok, aber eine frau, nein, da ist es weil die böse gegen konventionen verstossen hat?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @zeitungsleser: dort ist der Kontext eben ein ganz anderer! Und Sie wissen mit Bestimmtheit was das entscheidende Detail ausmacht, oder?! Der Unterschied ist ein fehlendes X-Bein…

      • zeitungsleser sagt:

        feminismus ist wirklich meine lieblingsidelologie.

        wenn eine birne zu boden fällt, ist es, weil sie weiblich ist und das ist gemein. fällt ein apfel zu boden ist das die gravitation gewesen.

        logisch, dass da der kontext andres ist.

        er ist sogar so anders, dass becker ein paar jahre jünger ist, eine junge frau hat, die übrig bleibt, wenn er nicht da sein sollte, einen haufen kohle auch, da kann man alles kaufen fürs verwittwete mami. und becker hat sich nicht künstlich befruchten lassen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Feminismus, nicht Feminismus, bla bla bla……

        Genauso wie ich mich für das Selbstbestimmungsrecht der Frau einsetze, hab ich auch für Toleranz gegenüber alten Vätern geworben, wer will, kann das gern nachlesen, ich such es jetzt nicht heraus. Ich will eine offene Gesellschaft, Schwache sollen geschützt und nicht ausgenutzt werden, ansonsten soll jeder nach seinem Gusto glücklich werden.

      • zeitungsleser sagt:

        dass Sie becker verteidigt haben, ist sehr ehrenhaft von Ihnen.

        erwägen Sie den fall, in dem das schwache kind vor dem selbstbestimmungsrecht der mutter geschützt werden muss.

        oder nicht – ich muss weg: Sie haben das letzte wort.

      • Sportpapi sagt:

        Wollen wir wirklich alte Grabenkämpfe wieder führen? Müssen sich die Männer selbst um ihre Rechte kümmern, da die Frauen konsequent nur ihre vertreten? Hätten das die Männer auch gemacht, gäbe es heute in der Schweiz noch kein Frauenstimmrecht und auch keine Gleichberechtigung. Die Zeiten sind anders, diskutiert werden die Verhältnisse heute, nicht vor 3000 Jahren – da war ich zumindest nicht dabei. Argumentieren wir doch vernünftig, grosszügig und logisch, vor allem aber fair für alle.

      • zeitungsleser sagt:

        ich unterstütze dieses votum. ich bin nicht für grabenkämpfe, sondern für gute argumente und fairness.

      • Widerspenstige sagt:

        Also um das ganz klar hier nochmals zu kommunizieren: ich bin für eine GLEICHWERTIGKEIT zwischen Frau und Mann und nicht GLEICHMACHEREI. Das ist ein wesentlicher Unterschied und ob jetzt ein Boris Becker Vater geworden ist oder eine 64-jährige Frau Mutter ist für mich völlig irrelevant. Bisher hörten wir Frauen halt nur von Männern, die es sich leisten, mit einer viel jüngeren Frau noch in hohem Alter ein Kind zu zeugen. Vom umgekehrten Fall war nicht viel zu lesen und zu hören.

        Dieser Einzelfall – doch Brunhild, es kommen andere Generationen von Frauen ins gebärfähige Alter und die sind einfach etwas selbstbestimmter gepolt, sorry! – wirft so hohe Wellen, weil es eine Frau gewagt hat. Anders ist diese Hetzjagd nicht zu interpretieren, denn in jedem Alter kann die Mutter sterben – durch Unfall oder Krankheit. Ich verstehe diese ganze Aufregung schlicht nicht.

        Es ist aber klar stossend für mich, dass sie es publiziert hat und via Blick vermarkten lässt. Das verurteile ich aufs Schärfste und zeugt von schlechtem Stil ihrer Familie und vorallem ihrem Kind gegenüber. Wie wird es sich fühlen, wenn es überall wo es hinkommt darauf angesprochen wird wie ein roter Hund?! Es sollte anonym in die Medien kommen und nur reine Information sein – aber eben das ist ja anscheinend nicht mehr so gefragt. Bescheidenheit war gestern…!

      • Jürg. sagt:

        @Widerspenstige

        Wichtig ist das das Kind in ein soziales Netz geboren wird, zb. dass schon Geschwister da sind.
        Dies ist bei der 64-Jährigen eben scheinbar nicht der Fall und deshalb gehört es verboten.
        Wer mit 64 noch ein Kind will (egal ob mann oder frau) ist in sowieso vermindert Zurechnungsfähig.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige:
        “Dieser Einzelfall – doch Brunhild, es kommen andere Generationen von Frauen ins gebärfähige Alter und die sind einfach etwas selbstbestimmter gepolt, sorry!”

        steht in ziemlichen Gegensatz zu:

        “Vom feministischen Standpunkt ist die Sache eindeutig: Jede Frau sollte in jedem Alter das Recht haben, ein Kind auszutragen. Dies forderte beispielsweise die Sexualhistorikerin Shere Hite vergangenes Jahr bei einem Kongress in London zur Mutterschaft im 21. Jahrhundert. Alten Müttern würde schnell einmal Selbstsucht vorgeworfen, während man alten Vätern zur Feier der Geburt vom Nachwuchs die Zigarre reiche, sagte sie dort. Sie vermutete hinter der Kritik an Seniorenmüttern eine patriarchalische Reaktion darauf, dass Frauen ihre Fortpflanzung zunehmend selbstbestimmt lebten.”
        Wie stehen Sie denn nun persönlich zu den Forderungen von Frau Hite?

      • Widerspenstige sagt:

        @Brunhild Steiner
        Anscheinend habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Ich bin nur teilweise mit den Aussagen von Shere Hite einverstanden. Mit Gleichwertigkeit von Frau und Mann meine ich wie sie, dass beide die gleichen Rechte dazu haben und auch spät noch ein Kind haben dürfen. Ob es sinnvoll und vorallem wertvoll für das Kind ist, das ist eine andere Frage und kommt doch eher selten vor. Meistens ist aber das soziale Netz der Eltern in diesem Alter gut ausgebaut und viele Bekannte und Verwandte sind vorhanden um das Kind zu betreuen wenn es nötig sein sollte. Die sozialen Aspekte wurden ja eingehend besprochen hier und es ist für so ein Kind sicherlich kein Zuckerschlecken während seiner Kindergarten- und Schulzeit, nein. Das sind aber gesellschafltiche Vorurteile und keine biologischen Hindernisse. Das darf doch nicht miteinander vermischt werden. Was andere darüber denken ist Nebensache, das Kindeswohl ist und bleibt massgebend und das ist dann sehr individuell zu betrachten. Eine ältere Frau wird sich das alles sehr gut und lange überlegen, bevor sie doch noch ein Kind möchte. Aber eine Adoption würde ich doch lieber sehen als eine erzwungene Schwangerschaft in diesem Alter. Die Geburten und der Energieverschleiss stellen ab 45 Jahren wirklich ein zu hohes Risiko dar – egal was die Spitzenmedizin dazu meint.

        Ich tendiere dazu, dass sich diese wichtige Lebensfrage die Männer früher stellen müssen und sich der Verantwortung einer Familiengründung bis ca. 35 Jahre bewusster werden sollten. Gerade habe ich in einem Artikel gelesen (weiss leider nicht mehr wo), dass sich die jüngeren Männer vor der Verantwortung drücken und dies habe ich hier schon öfters bemängelt. Die jungen Frauen wären bereit, eine Familie zu gründen aber der passende Mann dazu streikt. Deshalb kommen immer mehr Frauen in Bedrängnis mit ihrer biologischen Uhr, ihren inneren Instinkten und wählen den Weg der späteren Schwangerschaft um 30 oder gar 40 Jahren. Wir befinden uns anscheinend genau in dieser Phase wo ein Umdenken stattfindet bei den Frauen.

        Späte Schwangerschaften dürfen mE nicht das Ziel des 21. Jh. sein, sondern die Unterstützung der jüngeren gebärwilligen Frauen in allen Belangen durch lebensmutige und verantwortungsbewusste Männer und Infrastrukturen! Wo sind die entsprechenden Männer? ;-)

        @Jürg
        Über verminderte Zurechnungsfähigkeit in diesem Zusammenhang zu reden ist respektlos. Menschen sind sehr verschieden und urteilen nach eigenem Gutdünken. Deshalb ist es wichtig, klare und sachliche Argumente zu liefern und nicht zu verurteilen. Denn Zitat: Viele Wegen führen nach Rom.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige: gut, das klingt für mich nun schon ein bisschen ausgewogener (dass Sie Frau Hite nicht gleich blankounterschreiben…;-) )
        Abgesehen vom Kindswohl, und da frag ich mich schon in welcher Altersklasse denn die Bekannten und Freunde sein werden? finde ich den Aspekt der angewandten Mittel schon auch sehr wichtig.

        Eizellen die als Handelsware taxiert werden
        Befruchtete Eizellen die aber noch x Tests durchlaufen, selektioniert werden
        Überschüssige befruchtete Eizellen
        usw

        unser Umgang mit dem Wunder des Lebens ist da in meinen Augen auf eine sehr schiefe Ebene geraten, und die Art und Weise wie da vorgegangen wird hat Auswirkungen auf das Gesamte. Deshalb bin ich so vehement dagegen, diese Fragen bloss als Angelegenheit der individuellen Frau, ihrer Selbstbestimmung und dem Kindswohl zu betrachten.

      • Widerspenstige sagt:

        @Brunhild
        Auch dieses Thema des respektlosen Umganges mit Eizellen, Spermien etc. durch die Spitzenmedizin wurde schon eingehend in anderen Threads diskutiert. Meine Meinung habe ich dazu immer klar gesagt, dass ich da ein grosses – nein ein sehr grosses Fragezeichen dahinter setze. Nicht alles was möglich ist soll dem Machbarkeitswahnwitz ausgeliefert werden! Und dahin führt natürlich auch diese künstliche Befruchtung und die ethischen Fragen sind nach wie vor ungeklärt. Das möchte ich nicht damit unter den Tisch wischen. Es ging hier aber um eine feministische Sicht dieser späten Schwangerschaft von Dominique C. und wie wir, die Gesellschaft verkörpernd, darüber denken und urteilen. Eine emotionale Diskussion ohne grosse Ausleuchtung der ethischen Fragestellungen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige: ich kann das nicht voneinander trennen und losgelöst von den einzelnen Aspekten, welche erst zusammen das Ganze, also in diesem Fall
        “nicht mehr eizellenreifende, aber selbstbestimmte Frau und ihre Entscheidung samt Resultat” und
        “welche Mittel wurden beansprucht um das Resultat herbeizuführen” und
        “mit was für Ereignissen wird das Resultat rechnen müssen”
        diskutieren, da käme ich mir wie “gedanken-amputiert” vor.
        Aber ich setz mich nun erschöpft hinter Ihr sehr grosses Fragezeichen und ruhe ein wenig aus…

  14. Georg Stamm sagt:

    Das mit der Zigarre für Grossvater-Väter ist völliger Blödsinn. Es geht nur darum, dass ein Kind nicht schon mit 10, 15 Jahren seine Mutter (meist schlimmer) oder seinen Vater verlieren soll. Das ist halt rel. wahrscheinlich, wenn man bei der Geburt schon 65 oder noch älter ist. Bei solchen Selbstverwirklichungen erhebt sich der Verdacht, dass an die Bedürfnisse des Kindes wenig, an seine eigenen aber viel gedacht wird. Aber der sog. Egotripp ist ja heute in, Verantwortungsbewusstsein out. Zudem: Mit 80 und einem/einer 15-jährigen Jugendlichen dürfte man ziemlich am Anschlag sein. Ob das gut kommt ?

    • independent sagt:

      Auch hier: Kinder kommen mit Verlust und selbst mit vermeintlich traumatischen Umständen viel besser zu recht als allgemein angenommen. Ich sehe in dieser Frage kein Problem.

      Wenn ich sehe, wie unfähig 25jährige im öffentlichen Raum mit ihrem Nachwuchs umgehen, dann kann ich nicht glauben, dass eine 70jährige schlechter dran sein soll.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Leiten Sie das aus eigener Erfahrung ab?
        Vergessen Sie nicht dass dieses Kind in eine schiefe Generationenebene hineingeboren worden ist, die Freunde seiner Eltern und deren Kinder sind allesamt mindestens eine Generation weiter, wenn nicht sogar zwei. Von daher ist fraglich ob das soziale Umfeld so optimal ist um einen Verlust zu “kompensieren”.
        Doch das ganz grosse Problem ist die enorme Technik dahinter, ihre Anwendung und das Interesse der Anwender sie möglichst oft anwenden zu können.

      • Huber sagt:

        Das braucht nicht aus Erfahrung zu sein; Beobachtung reicht, denke ich. In Kriegen verlieren Kinder “ständig” Eltern und erleben sehr schlimme Zustände.

        Ein paar Jahre später sind die Kinder mehr oder weniger normale Erwachsene, oft im Gegensatz zu Erwachsenen, die in den Krieg hineingezogen wurden.

        Ich glaube auch, dass die Probleme wegen des Alters übertrieben dargestellt werden.

    • Auguste sagt:

      hmm…, und dann kämen noch die ca. 45% der bis zu fünfzehnjährigen hinzu, die ein elternteil mehr oder weniger “verlieren”, weil die doofen eltern nicht richtig zu einander schauen können.

      • Eni sagt:

        Danke für die Bezeichnung doof……

      • Huber sagt:

        Doof ist allerdings nicht völlig falsch, zumindest dann, wenn für das Kind der Verlust der Eltern resp. eines Elternteils eine einschneidende Erfahrung wäre.

  15. Christian Schenk sagt:

    uff Ich bin schon froh dass im Mamablog erwähnt wird dass Männer beteiligt sind an der Fortpflanzung, fragt sich bloss wie lange das noch so sein wird? Ich denke mal so lange die Medizin keine monatlichen Überweisungen macht. Vom Standpunkt des Kindes her finde ich es absolut unverantwortlich: Wenn das Kind 20 Jahre alt ist muss es sich schon um eine betagte Mutter kümmern, anstelle von zuhause auszuziehen und ein eigenes Leben aufzubauen. Es wird an den Kosten schier bankrott gehen. Das Gesetz sieht das so vor! Bevor der Staat eingreift müssen die Kinder schauen. Oder auch schlimm: Mit 20 die eigene Mutter zu Grabe tragen! Tolle Aussichten für das Kind, der Mutter scheint das völlig egal zu sein dass sie sozusagen ihr eigenes Kind ruinieren wird. Mit 20 hat man weder Ersparnisse noch ist man etabliert genug im Leben um eine solche Last zu tragen.

  16. Eni sagt:

    Nur weil etwas machbar ist, heisst es noch lange nicht, dass es gut ist und dass man ein spätes Kind mit feministischer Gleichberechtigung rechtfertigt ist das völlig jenseits.

  17. Regina sagt:

    Ich frage mich einfach, was eine solche Frau für eine Befriedigung daraus zieht, ein eigentlich “fremdes” Kind auszutragen, da die Eizelle ja nicht ihre eigene sein kann (ausser, die wurde vorher entnommen und eingefroren, 20 Jahre später befruchtet und wieder eingesetzt).
    Wer hat ernsthaft Lust, mit 60 noch ein Kind auszutragen? Zeugen macht ja Spass, aber Austragen? Und dann noch fremdes Sperma in fremder Eizelle? verstehe ich nicht.
    Vielleicht weil eine Adoption in diesem Alter nicht erlaubt ist?
    Vielleicht aus guten Gründen?
    Und das Selbstbestimmungsfeministending zieht hier ganz und gar nicht. In meinen Augen.

  18. Gaëlle sagt:

    Betrachtet man das Wohl des Kindes, so ist dies von existenziellen Grundbedürfnissen abhängig: Wärme, Liebe Geborgenheit, (finanzielle) Sicherheit, gute Nahrung. Die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse bedingt nicht zwangsläufig eine junge oder noch natürlich empfängliche Mutter bzw. Vater. Ich hätte nichts dagegen, ein “altes Grosi” als Mami zu haben, ich mag alte Menschen sehr :-)

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Gaëlle: diese Äusserung machen Sie aber nun als vermutlich erwachsener Mensch und nicht als Kleinkind, auch nicht als grösseres Kind welches ein gewisses Interesse an Langfristigkeit dieser Grundbedürfnisversorgung hat.
      Und es geht eben nicht nur darum ob wir persönlich da was dafür oder dagegen haben, es geht auch um einen riesen Hightechbetrieb dahinter, um Bioethik, um Gesetzesentscheide welche gefällt werden, welche überdacht werden, um Entscheidungsprozesse welche zu den Gesetzesentscheiden führen usw usw.

      • independent sagt:

        Gerade (kleine) Kinder haben sehr wenig Vorurteile alten Leuten gegenüber. Du projizierst deine eigenen Ansichten, fürchte ich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        es geht nicht um Vorurteile die das Kind haben könnte oder nicht, es geht um seine Perspektive auf die Betreuungsdauer. Und Sie werden wohl nicht abstreiten dass das Kind grundsätzlich an einer möglichst langen Dauer interessiert ist, oder?

  19. Cara Mia sagt:

    Diese Mutter hat sich einfach ihr eigenes Grosskind geboren. Es passiert bekanntlich immer mal wieder, dass Grosseltern ihre Grosskinder aufziehen (müssen), so gesehen ist das nicht tragisch. Dem Kind muss es nicht schlecht gehen, nur weil es von alten Leuten grossgezogen wird.

    Diejenigen, die sich hier über zu alte Eltern beklagen, kann man dennoch verstehen. Dass ihre Eltern (zu) alt waren, ist aber eine Tatsache. Also haben die Betroffenen nur die Wahl zwischen zwei Gesichtspunkten: entweder, sie freuen sich, überhaupt am Leben zu sein, oder sie jammern, weil ihre Eltern sie erst so spät hatten. Ich denke, mit der ersten Sichtweise sind sie glücklicher. Auch junge Eltern können sterben, das ist der Lauf der Dinge.

    Dennoch: die Mutter und deren Ärzte finde ich daneben. Geldmacherei, Egoismus pur. Anders kann man das nicht nennen.

  20. daniel charles sagt:

    Da geht nicht um ein Kind. Im Zentrrum steht diese Frau, die “ums verrode” ein KInd wollte. Wäre es wirklich um das Kind gegangen, und hätte man das KInd danach fragen können, hätte sehrwahrscheinlich dieses Kind im aktuellen Lebensabschnitt der Frau-Mutter sicher nicht kommen wollen. Auch ich gehöre zu den Verurteilern. Nicht aus Neid, nicht aus Misgunst, nicht aus Puritanismus oder aus Prüderie, sondern alleine dem Kind wegen. Da kann ich mit Vielen nur den Kopf schütteln… Verrückte Welt!

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