
Natürliche Autorität fusst auf Durchsetzungsvermögen und sozialer Intelligenz.
Es überkam mich am helllichten Tag und ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Nach einer meiner Aufforderungen, nun endlich ihr Zimmer in Ordnung zu bringen, machte mir die Tochter den Gandhi, schaltete auf passiven Widerstand, lümmelte herum, ging mir aus dem Weg und ignorierte meine Appelle. Also stellte ich sie. Ich holte Luft und verabschiedete mich innerlich schon von meiner sorgfältig gehegten Ruhe, die ich auf dem Altar der Autorität zu opfern gedachte, um etwas rumzubrüllen. Aber ich wurde nicht laut. Stattdessen sagte ich: «Nun gut, du willst dein Zimmer nicht aufräumen? Das werde ich heute Abend deinem Vater sagen.» Und hopp, schon sprang das Töchterchen auf wie ein Popcorn, hüpfte ins Zimmer und kam ihrer Pflicht nach.
Wow, wer hätte das gedacht? Hatte ich das wirklich gesagt? Darf ich vorstellen: Mama Binswanger, Miss Law and Order, die zu Mitteln greift, für die ihr früheres Ich sich immer zu gut gehalten hatte. Angenehm. Scheisse.
Meine eigene Mutter drohte nie mit dem Vater. Musste sie auch nicht, weil sie den Tarif durchgab. Der Vater war die Berufungs-Instanz. In meiner Familie ist, wenn es darum geht, elterliche Autorität durchzusetzen, mein Mann der Mann.
Ich finde das gut. Zwar kritisierte ich, als die Kinder noch kleiner waren, öfters die meiner Meinung nach zu harte erzieherische Linie des Gatten und er beklagte sich, dass ich ihm diese Rolle zuweise. Aber heute lehne ich mich gemütlich an jene Autorität an, welche er damals unter meinen Protesten geschaffen hat. Und danke ihm für seine Starrsinnigkeit.
Ich höre sie schon, die Hardliner, die nun aufjaulen und auf die fundamentale Bedeutung von Respekt in der Erziehung pochen. Aber es ist ja nicht so, dass meine Kinder vor mir keinen Respekt hätten, nur habe ich eine andere Rolle. Ich bin die Supporterin, schaue zu, dass alles zusammenhält. Auch eine Art von Autorität, sagt jedenfalls der Pavianforscher, Biologe und Neurologe Robert M. Sapolsky. Nach jahrelangen Studien unter Primaten beschrieb er Autorität als Eigenschaft, die einerseits auf körperlichen Vorteilen und Durchsetzungsvermögen beruhe. Das alleine aber reiche nicht. Genau so wichtig seien soziale Intelligenz und psychologisches Geschick. Bei einem Elternpaar verteilt sich das meist zu ungleichen Anteilen auf zwei Personen.
In den hier geschilderten Familienverhältnissen spiegelt sich ein Konflikt, der sich auch in der Gesellschaft als Ganzes manifestiert. Denn einerseits ist in unserer unübersichtlichen Gegenwart das Bedürfnis nach Führungsfiguren gross, andererseits steht jegliche Autorität seit 1968 auch grundsätzlich unter Verdacht. Auch an der Erziehungsfront zeigt sich dasselbe Bild. Hier im Mamablog sind immer wieder die Rufe nach mehr Erziehung, Disziplin, Regeln und Grenzen zu hören, und Erziehungsratgeber wie «Lob der Disziplin» oder «Von der Pflicht zu führen» des Pädagogen Bernhard Bueb verkaufen sich gut.
Andere Erzieher wie der Psychotherapeut Arist von Schlippe machen sich dagegen für eine andere Form von Autorität stark, die auf gewaltfreiem Widerstand und Bindungstheorie fusst. Eltern sollten in Konfliktsituationen nicht immer sofort Sieger (die Eltern) und Verlierer (das Kind) bestimmen, sondern impulsive Reaktionen vermeiden und auf Deeskalation setzen. Und dafür beharrlich sein in der Sache.
So sehr ich mit der skizzierten Kuschelautorität sympathisiere, ich denke, es braucht beides. Kinder müssen die sozialen Regeln lernen und respektieren lernen. Aber sie haben auch verdient, dass sie das liebevoll lernen können. Was die Genderfrage angeht, so halte ich es mit meiner äusserst lebensklugen Schwiegermutter, die mir damals von meinem Mann als Original-Hippie vorgestellt wurde. Vater und Mutter hätten in jeder Familie komplementäre Rollen und zur Vaterrolle gehöre es eben auch, die Regeln durchzusetzen. Denn das Kind braucht, um Mensch zu werden, beides, den Leader und den Supporter.
Wer hat in ihrer Familie die Hosen an und wie zeigt sich das? Und was ist wichtiger, die harte Linie oder Kuschelautorität?



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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“Was die Genderfrage angeht, so halte ich es mit meiner äusserst lebensklugen Schwiegermutter, die mir damals von meinem Mann als Original-Hippie vorgestellt wurde. Vater und Mutter hätten in jeder Familie komplementäre Rollen und zur Vaterrolle gehöre es eben auch, die Regeln durchzusetzen. Denn das Kind braucht, um Mensch zu werden, beides, den Leader und den Supporter.”
Somit bin ich weder Mensch noch Frau…….
Katharina, Du hattest sicher jemand anderes als Supporter und/oder Lehrer. Gell?
Logik, Patrick. Der zitierte Satz ist eben unlogisch, bewegt sich innerhalb der nicht belegbaren Gender-Stereotypen und meine Biografie ist lebender Beweis, dass “zur Vaterrolle gehöre es eben auch, die Regeln durchzusetzen. Denn das Kind braucht, um Mensch zu werden, beides, ” nicht stimmt. Ausser, es wird davon ausgegangen ich sei kein Mensch.
Da ein Kind schon als Mensch geboren ist, gibt es keinen postnatalen Menschwerdungsprozess. Auch in dem Sinn stimmt die zititerte Aussage eben nicht.
“was die Genderfrage betrifft” impliziert, dass der Menschwerdungsprozess eben eher ein Prozess der Gender-Normierung wäre.
Wie die Autorin selber zugibt: “Aber heute lehne ich mich gemütlich an jene Autorität an”, hat ein Sinneswandel stattgefunden, indem sie sich der gender-normierten Rolle unterwirft. Sowohl ihrer eigenen als auch der ihres Partners.
Dazu ist wiederum meine Biografie lebender Gegenbeweis, weil die Unterwerfung unter die sehr massive Autorität nicht stattgefunden hat, somit auch nicht die gender-normative Submission des Weiblichen unter das im Vater-Prinzip enthaltene prinzip des Männlichen, schlicht einfach, weil die ‚vater-rolle’ eliminiert ist und die Submission innerlich nicht stattfand. Der Logik des Satzes folgend wäre ich somit nicht Frau geworden – was offensichtlich nicht stimmt, denn ich bin als Frau geboren und habe mich der Gender-Normierung widersetzt.
ergo: “Somit wäre ich weder Mensch noch Frau…….“ wenn das Zitat zutreffen würde.
Nun gut, du kannst schon die Rolle des dialektischen Gegenübers zu mir einnehmen. Dazu ist aber kristallklare analytische Logik Vorbedingung.
Meine Logik funktioniert hier weicher. Ich sah im Zentrum des Satzes die Worte “Leader” und “Supporter”. Und nicht “Vater und Mutter”.
Du bist natürlich ein Mensch und eine Frau, und zwar beides in vielerlei Hinsicht. Deine Verletzung ist Dir deutlich anzumerken. Und Du hast Dich mit diesen Vorgängen viel viel mehr beschäftigt als ich. Erlaube mir darum, dass ich hier nicht so messerscharf sein kann wie Du. Abgesehen davon nützt Dir diese intellektuelle Schärfe eben hier wenig, es geht ja nicht um eine Doktorarbeit oder ein wissenschaftliches Paper.
you got a problem with me?
man beachte diese formulierung: “Du bist natürlich ein Mensch und eine Frau, und zwar beides in vielerlei Hinsicht”
in vielerlei hinsicht.
die gedachte und durchschimmernde meinung ist…in vielerlei heisst eben nicht in toto.
nicht ganz mensch, nicht ganz frau. tia, dort ist mir nichts neues gewachsen und das bleibt hoffentlich auch so.
weiche logik…. wenn du hier den dialektsichen impetus raushaengst, und mir bei jedem meiner beitraege aus prinzip einfach mal opponierst, ohne sachlich mithalten zu koennen, dann bitte nach den regeln des logischen diskurses. dialketik.
Die umwerfende brillianz zeigt sich dann hier:
“Ich sah im Zentrum des Satzes die Worte “Leader” und “Supporter”. Und nicht “Vater und Mutter”.”
der originalsatz heisst:
“Vater und Mutter hätten in jeder Familie komplementäre Rollen und zur Vaterrolle gehöre es eben auch, die Regeln durchzusetzen. Denn das Kind braucht, um Mensch zu werden, beides, den Leader und den Supporter.”
die korrelation vater – leader und mutter -supporterin ist eindeutig.
sowas wird in den IQ tests abgefragt, etwa fuer eine ETH aufnahmepruefung, nciht?
oder ist sowas seit der Bologna reform auch nur noch Boloni?
oder in klassischem Brooklyn akzent: phoney bloni – change of venue.
und als nachtrag:
du kennst den ausdruck “privileged information”
das da: “Deine Verletzung ist Dir deutlich anzumerken” ist eine solche.
reiss dich zusammen! und lies dies bitte als warnung, my little predator.
I’m no phoney. At least not in my view.
Katharina, wer aus Deinen Beiträgen hier nicht Deine tiefe Verletzung sehen kann, ist ein Klotz. Irgendeine privileged Information wäre ganz und gar überflüssig, um das zu erkennen. Katharina: Natürlich bist Du ganz und gar eine Frau, ich wollte aber betonen, dass man dies auf viele Arten anschauen kann, und dass Du immer eine Frau bist! Versteh mich bitte nicht mit Absicht falsch, sondern geh davon aus, dass ich KEIN ARSCHLOCH BIN. Wenn Du nicht verstehst, warum ich etwas sage, dann frag mich, oder geh darüber hinweg. Dir selbst auszumalen, was wohl meine Motive waren, geht oft schief.
Die Zurodnung Mutter-Supporter und Vater-Leader habe ich nicht gemacht, nicht impliziert, nicht einmal daran gedacht. Und aus lauter Naivität nicht einmal aus des anderen Post herausgelesen. Nein, sie ist ja nicht Realität, was auch in vielen Voten hier zum Ausdruck kommt. Und wünschenswert ist sie natürlich nicht. Wer also daran denkt, denkt in meine Augen rückständig.
Dass ich Begriffe aus anderen Posts in meinen verwende heisst nie, dass ich sie als richtig voraussetze. Ich benutze sie, weil ich etwas darüber sagen will. Meine Gedanken sind aber meine.
Und dann zur ETH-Aufnahmeprüfung. Sowas gibt es nicht für Leute, die in der Schweiz maturiert haben, weder vor noch seit Bologna. Weisst Du, mir Dummheit nachzusagen geht mir brutal wenig nahe, weil ich, wenn ich überhaupt etwas weiss, weiss, dass ich nicht dumm bin. Wie gesagt: intellektuelle Schärfe ist gut, wenn man sie aber benutzt, um anderen das Wort im Mund umzudrehen, ob nun bewusst oder nicht, wird sie zum Fluch.
Dann noch zur Doppelbindung. Interessante Sache. Sie impliziert bewusst oder unbewusst implizierte Botschaften. Ich versuche die seit Jahren ganz bewusst zu vermeiden.
Wie gesagt, Du scheinst ein Problem zu haben mit mir. ich habe in diesem thread das A-Wort dir gegenueber nicht benutzt, nur den Eindruck kommuniziert, dass du bei meinen beitraegen konstant die gegenposition einnimmst.
ich habe bereits nach dem dritten wort aufgehört zu lesen… genderfrage… gehen sie doch zur bild zeitung
Hallo Katharina.
Nach so viel Gescheitem bin ich einfach fast sprachlos.
Ich bewundere Deinen enorm geistreichen und intellektuell hochstehenden Schreibstil.
Vielleicht wäre es so tatsächlich besser, als zu drohen.
Aber ich denke, dass das Kind das nicht verstehen würde…
Als einer, der nie eine Aufnahmeprüfung für die ETH machen durfte, bin ich damit selbst im Erwachsenenalter überfordert.
Aber irgendwie macht es auch Spass, hocgestochen gescheit zu tönen und dem anderen dabei zu sagen, dass er ein A… ist
Danke.
er hat es allerdings nie begriffen.
Und wenn sie dann plötzlich bspw. magersüchtig sind? Was wissen dann die Ratgeber? Waren es dann zu viele Regeln? Gab es zu wenig Privatsphäre? Plötzlich ist fertig mit Schnellrezepten à la Leader und Supporter. Weil es keine Rezepte gibt, und schnelle schon gar nicht. Schön, wenn es in der Familie gut läuft, weniger schön, wenn man das mit ein paar Einfachrezepten stolz meint erkären zu können. Egal ob die Eltern, Schwiegereltern oder sonst wer erklärt. Einfach überflüssig. Genau wie dieser Artikel.
Bindungstheorie…..
«Nun gut, du willst dein Zimmer nicht aufräumen? Das werde ich heute Abend deinem Vater sagen.»
genau genommen entspricht die beschriebene Situation etwas anderem: Einem double bind. (Doppelbindung im psychologischen Sinne).
Ein Kommunikationstheoretisches Modell genannt Doppelbindunstheorie:
Der Begriff Bindung ist in diesem Modell im Sinne der Etablierung einer Kopplung innerhalb eines behavioristischen Reiz-Reaktions-Musters zu verstehen (Botschaft = Reiz; Verhalten, Wahrnehmen oder bestimmte somatische Reaktionen = Reaktion). Gleichwohl sollten auch bestehende soziale Bindungen zwischen Personen bei der Gesamtbetrachtung berücksichtigt werden. Diese Botschaften oder Signale richten sich mit widersprechenden Reaktions- oder Handlungsaufforderungen auf unterschiedlichen Ebenen der Kommunikation (Inhalts- oder Sachebene bzw. Sachaussage, Beziehungsebene bzw. Beziehungsaussage, Appellebene bzw. Appell oder Ich-Aussage) an einen Betroffenen.
Weiter erschwert wird die Auflösung einer solchen Doppelbindungssituation, wenn sich die Botschaften auch auf einer unbewussten Ebene an den Adressaten wenden oder Reaktionen hervorrufen (sollen), die nicht oder nur eingeschränkt der bewussten Kontrolle unterliegen. Der Adressat erlebt eine solche Doppelbindung als unhaltbar, unauflösbar, wenig durchschaubar und existentiell bedrohlich, weil:
ihm eine Wahl im Sinne der paradoxen Scheinalternativen tatsächlich nicht möglich ist,
er die der sprachlich korrekten Botschaft innewohnende Paradoxie nicht erkennen kann / darf (z. B. unterstützt durch Verbot einer Metakommunikation),
er sich aber aufgrund eines Abhängigkeitsverhältnisses gezwungen sieht, der Aufforderung dennoch zu entsprechen und
er die Situation nicht verlassen kann.
Der Zwangscharakter und die „Illusion der Alternativen“ in einer Doppelbindung schaffen für ihn eine „Lose/Lose-Situation“ (engl.: to lose = verlieren). Der wiederkehrende Einfluss solcher Kommunikationsmuster auf Kinder innerhalb ihrer Familie ist einwesentlicher auslösender Faktor für die spätere Entwicklung von Schizophrenie.
Damit ist nicht ausgesagt, dass ein Krankheitsbild der Schizophrenie mono-kausal auf Kommunikationsmuster nach dem Muster der Doppelbindung zurückgeführt werden kann. Man kann lediglich sagen, dass dort, wo Doppelbindung zur vorherrschenden Beziehungsstruktur wird, das Verhalten dieser Personen den diagnostischen Kriterien des klinischen Bildes der Schizophrenie entspricht. Nur in diesem Sinne kann die Doppelbindung ursächlich und pathogen genannt werden.
Es zeigte sich, dass die in Doppelbindungen enthaltenen kommunikativen Anomalien tatsächlich ein weitverbreitetes Risiko der Alltagskommunikation von Menschen sind.
Wenn ich deine Zeilen richtig interpretiere, ist der Zustand wo ein Kind eine bestimmete Bindung an die Mutter und eine andere an den Vater hat, ein Fall des double bind. In traditionellen Schweizerfamilien der 50er Jahre und frueher, war das immer so. Der Vater tobte und die Mutter kroch. Die Mutter versuchte dann, emotionlae Beduerfnisse an die Kinder zu richten, womit diese total ueberfordert wurden. Der Vater kam zu kurz und tobte weiter. Solche Strukturen existieren weiter in heutigen Familien, wenn auch mit weit weniger Energie als frueher. Ich denke, eine Familie funktioniert dann am besten, wenn alle das Recht haben, ihre Beduerfnisse anzumelden. Fuer Erwachsene ist das nicht leicht, Kinder haben das einfacher, wenn man es ihnen erlaubt. Damit wird eine Familie zu einer Gruppe von Gleichberechtigten, welche allerdings sehr verschiedeen Ansprueche haben. Wenn alle die noetigsten Regeln der Gruppe verstehen, entstehen so keine unnoetigen Regeln. Dies ist viel Arbeit, aber es lohnt sich.
Also so war es bei uns jetzt gar nicht. Wobei schon meine Mutter es doof fand wenn Mütter mit dem Vater, Samichlaus etc. drohten.
ein ueberaus interessanter beitrag, maja. sehr intelligent, du hasts erlickt
“In traditionellen Schweizerfamilien der 50er Jahre und frueher, war das immer so. Der Vater tobte und die Mutter kroch.”
ja und der Storch brachte die Kinder..
früher waren ja alle Idioten und die nächste Generation wird uns auch als Idioten bezeichnen nicht nur wegen Atom- und Plastikmüll und Klima- und anderen Katastrophen..
Das Double-Bind-Muster in der Kommunikation und in der Erziehung ist schwerwiegend. Es ist kaum verstanden und wird so oft angewendet, es “passiert” laufend. Es ist eigentlich psychische Gewalt, psychische Haft, psychische Folter. Eltern wären viel vorsichtiger in ihrer Wortwahl, wenn sie dieses Muster bei sich erkennen würden und die schweren Folgen, wie von Ihnen gut beschrieben, verstehen würden. Dieses Thema verdient Aufklärung und Aufmerksamkeit, das würde unsere Kommunikation und unser Zusammenleben verbessern. Auch psychische Störungen und damit Verhaltensstörungen würden abnehmen. Hier könnte der Journalismus ein brachliegendes Feld bearbeiten.
Ich liebe Doppelbindungen!
«Nun gut, du willst dein Zimmer nicht aufräumen? Das werde ich heute Abend deinem Vater sagen.»
hier handelt es sich doch um eine einfache drohung. ich sehe den double-bind ehrlich gesagt nicht. ein double-bind wäre z.b.: die mutter hat sich darauf gefreut, den abend mit der tochter zu verbringen. als diese fragt, ob sie heute abend ihre freundin besuchen dürfe, antwortet die mutter: “ja natürlich. geh zu deiner freundin” (und lass mich allein zu hause, du undankbares kind).
hier sind die widersrüchlichen botschaften klar zu erkennen. die mutter sagt zugleich, das kind könne die freundin besuchen, bzw. eben nicht. das kind kann nur verlieren, denn geht sie zur freundin, so ist sie ein ‘undankbares’ kind. geht sie nicht, so tut sie das ‘freiwillig’. die mutter komuniziert nicht direkt, dass sie nicht möchte, dass die tochter die freundin besucht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie
stimmt.
Ich weiss, es ist gängige Praxis. Aber es ist ungerecht, wenn der Vater “Henker” über die Kinder spielen muss, während die Mutter ohne sein Beisein den “Richter” gespielt hat. Da muss sie meiner Meinung nach alleine durch. Dann halt in ihrer Art: vielleicht autoritär, vielleicht nett und verständnisvoll, vielleicht auch hysterisch (wenn auch nicht wünschenswert). Standpauken und evtl. sogar Strafmassnahmen durch den Partner durchsetzen zu lassen, der das Ganze ja gar nicht beobachtet hat, zeugt von purem Opportunismus. Motto: Wie gut, dass es Papi richtet und ich als Mami die Gute bleibe.
Besser: Egal, wer als Zweit-Involvierter später hinzukommt, er/sie unterstützt den anderen in seiner Erziehungsentscheidung. Gemeinsamkeit schafft Glaubwürdigkeit.
@Kim
Sehr schön gesagt, vom Richter und dem Henker!
oder eben gerade NICHT schön ……..
Ja, der Papa ist halt schon das Oberhaupt und hat das letzte Wort und muss halt zum Rechten sehen wenn er abends nach Hause kommt. Aber bei manchen hat ja seine Frau die Hosen an wie man so schön sagt.
So richtig nett ists nur im Bett, wau ich sorge für mich selbst endlich, ich bin ein gfröhri, warme Füsse sind für mich zentral, eine warme Bettflasche ist für mich die Lösung zum Einschlafen, das schaff ich auch ohne Tarotkarten und Horoskop. Ich renne keiner Liebe nach, die es nie gegeben hat.
hmm…, was für ein poetischer schlusssatz, heidi reiff. der mann von dem dies hier handelt, machte es eher umgekehrt und daraus wurde der vermutlich grösste country-song, den es gibt…
youtube: george jones – he stopped loving her today
Johnny Cash – Folsom Prison Blues
Johnny Cash – 25 minutes to go
hmm…, tiger, es gibt von kishon eine lustige geschichte, in der der name ben gurion als eine art höchster trumpf alles andere aussticht. mit johnny cash ist das ähnlich: was sollte man schon gegen ein stück musikalisches weltkulturerbe ins feld führen? tatsächlich ist es aber so, dass in umfragen dieser song, den george jones nicht einmal singen wollte, weil er es für einen “morbid bastard” hielt, immer obenauf schwingt. trivial pursuit für zirkus-angestellte.
“trivial pursuit für zirkus-angestellte.” mpfffffff. now zaaat’a a good one
Ring of Fire, Jungs, habt Ihr noch vergessen!
Und. Die Liebe gibt es. Fragt sich nur, was man sich alles unter ihre vorstellt. Manchmal sind es einfach die falschen Vorstellungen. Vieleicht wird die Bedeutungd er Liebe aber heutzutage auch einfach völlig überschätzt. Zweiteres halte ich übrigens für sehr wahrscheinlich.
Bei meinen Eltern und ihren beiden Geschwistern war es so, dass Mami die Hosen anhatte und Papi krampfte und kuschte. Bei meinen Grosseltern und deren Geschwistern war es auch so. Tragisch wenn ich so zurück schaue – Männlich = Schlappschwänze. Und bei mir ?? Naja, es ist nicht wirklich anders ….
Drohungen haben zwar eine gewisse Wirkung, insbesondere wenn eine enge Abhängigkeit wie in der Familie besteht. Auf lange Sicht sind Drohungen aber zerrüttend. Die katholische Kirche war jahrhundertelang erfolgreich mit Drohungen vor Hölle, Fegefeuer und Jüngstem Gericht. Kirchbesuche waren Pflicht, wollte man nicht geächtet sein, die Drohung war wirksam weil man sich ihr nicht entziehen konnte, hat aber das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört, heute wo man ohne grosse Angst vor Ächtung aus der Kirche austreten kann, sieht sich die Kirche mit immer mehr Kirchenaustritten konfrontiert, eine Folge der missbrauchten Macht mit den Drohungen. Im kleinen, in der Familie, spielt man mit Drohungen ebenso mit dem Feuer von Zerrüttung und Vertrauensschwund.
Beide Elternteile haben eine Rolle, und sie unterscheidet sich durchaus sowohl zwischen den Eltern, aber auch von Kind zu Kind – genauso, wie die Kinder gegenüber jedem Elterteil eine andere Rolle haben (spielen).
Es ist meines Erachtens sinnlos, der Rolle, die einem jeweils zufällt, ausweichen zu wollen – meist kommt sie von selbst, dem eigenen Charakter und den Umständen entsprechend – viel wichtiger scheint mir, dass man diese Rolle mit Augenmass, aber auch mit Gradlinigkeit ausfüllt: nichts Schlimmeres für das Kind als Eltern, welche unberechenbar sind: mal lachen sie, mal schimpfen sie, und das über ein- und dieselbe Sache – wie soll das Kind da lernen, was richtig und was falsch (oder besser gesagt; was erwünscht und was unerwünscht) ist?
Das Kind wird durch inkonsistentes Verhalten der Eltern verunsichert bis ins Mark.
Und wenn der Vater abends dem Kind Bescheid gibt, dies und das zu tun – wer sagt denn, dass dies brachial geschehen muss?
Ich las mal, dass die (im allgemeinen) tieferen Stimmen der Männer bei den Kindern tatsächlich mehr Respekt und damit auch Folgsamkeit produzieren, und das scheint mir oft zuzutreffen (abgesehen von den Fällen, wo der Vater heimkommt und die Linie der Mutter “aufweicht”, was das Kind messerrrscharf erkennen und zu eigenen Zwecken nutzen wird.
Alleinerziehende können solche “Durchsetzungs-Aufträge” natürlich nicht erteilen, aber das ist mE selbstgewähltes Schicksal – jede Münze hat eben zwei Medaillen.
Anfügen möchte ich noch, dass (wie so oft in solchen Diskussionen) einige Leute wieder mal jedes Augenmass verlieren.
Zum Beispiel
@Stefan 25. November 2010 um 22:31
>>>
Drohungen haben zwar eine gewisse Wirkung, insbesondere wenn eine enge Abhängigkeit wie in der Familie besteht. Auf lange Sicht sind Drohungen aber zerrüttend.
>>>
Nun ja.
Ich muss meine Steuern zahlen. Ansonst werde ich irgendwann betrieben, und irgendwann ist (infolge Betreibung) mein Geld weg. Oder mein Computer. Oder sonst was, was ich lieber behalten würde.
Wenn das keine Drohung ist?
Eine Eventual-Drohung.
Ist mein Leben deshalb zerrüttet? Ich sage: nein.
Und ich darf nicht schneller fahren als erlaubt.
Ansonst, im schlimmsten Fall, verschrotten sie mein Auto, und zuvor muss ich viel Geld abladen, vielleicht sogar ins Gefängnis.
Eine Eventual-Drohung.
Ist mein Leben deshalb zerrüttet? Ich sage: solange ich gescheit genug bin, mich daran halte, sicher nein.
Unser ganzes Leben lang werden wir begleitet von Regeln – Regeln, welche wir einhalten müssen, ansonst manifestieren sich verschiedene Drohungen in verschiedenen Schärfegraden, bis zum bitteren Ende, quasi.
Nur den wenigsten von uns käme es in den Sinn, sich deswegen tatsächlich bedroht zu fühlen – wir verstehen diese Drohungen eben als Leitplanken, welche für alle gelten, und welche dafür sorgen, dass diese Regeln auch von den weniger Verständigen eingehalten werden.
Was also kann falsch sein, auch bei einem Kind Dinge zu fordern und dabei im Hintergrund Drohungen zu haben, welche bestenfalls nie real werden (oder nur in den ersten leichten Graden)?
(Entschuldigung, Herr Stefan, dass ich gerade Sie herausgepickt habe – aber Ihr Beitrag war so nah…)
(…kein Problem, das Forum ist zum diskutieren da…)
Ich meinte natürlich dem Kontext entsprechend die Drohung mit Delegation an eine mehr oder weniger im Hintergrund operierende, drohende Macht. Man könnte da als Beispiel auch diktatorische Staaten nennen, Situationen wo Bürger Gefahr laufen in Fänge von KGB, Stasi, etc. zu geraten, willkürlich gefoltert zu werden oder zu “verschwinden”.
Ihre Beispiele zur Staatsgewalt sind aber Regeln, welche wir alle in demokratischer Weise als sinnvoll für alle geltend aufgestellt haben. Da muss sich jeder daran halten, so lange er/sie nicht eine demokratische Mehrheit findet, um die Gesetze zu ändern. Es ist gerade mit ein Grund für das stabile und erfolgreiche (auch wirschaftlich erfolgreiche) System in der Schweiz, dass die Bevölkerung auf allen Ebenen in vielfältiger Weise in die Entscheidungsprozesse eingebunden ist. Wer damit ein Problem hat, hat wohl überall auf der Welt ein Problem.
genderblabla hin oder her.kinder brauchen regeln und jemand der diese duchsetzt.das stunden lange diskutieren bis papa oder mama es doch lieber selbst macht,hilft weder den eltern noch den kindern.kinder werden hoffentlich eines tages erwachsen,und werden einen beruf lernen oder studieren.glaubr ihr der chef wird mit seinem lehrling stundenlange gespräche führen,bis sich bubi oder mädi bequemt seinen anweisungen zu folgen.oder der hochschuldozent wird bei den prüfungen nachsichtig sein ,wie papa und mama?nein, es wird zeit,dass erziehung wieder bedeutet kinder auf das leben vor zu bereiten.die indios im dschungel brasiliens zeigen ihrem nachwuchs von klein auf,wie man sich im wald bewegt,welche gefahre auf sie lauern und wie man ihnen begegnet.nur so können sie als erwachsene überleben.auch unsere kinder müssen im dschungel der städte sich zurecht finden .die arbeitswelt ist voller stolpersteine und fordert den menschen.verwöhnte weichlinge werden scheitern.der sozialstaat kann nur für sie aufkommen,weil andere ihren part übernehmen.eltern tut euren kindern etwas gutes und erzieht sie wieder,auch wenn es ganz schön anstrengend ist .es ist eure verdammte pflicht.und noch etwas erziehen heisst auch lieben,es ist kein gegensatz.affenliebe ist nur bequemlichkeit der lieben papis und mamis.