
Rentnerpapas nehmen es bewusst in Kauf, ihr Kind spätestens im Teenageralter zum Halbwaisen zu machen: Später Vater mit seinem Nachwuchs.
Franz Beckenbauer war 58, Paul McCartney 61, Anthony Quinn gar 81 Jahre alt: Sie alle sind im hohen Alter noch Vater geworden. Längst bekommen nicht mehr nur extravagante Stars spät Nachwuchs: In Deutschland hat bereits jedes zwanzigste Kind einen Vater, der bei seiner Geburt über 50 war, in den USA sogar jedes zehnte – Tendenz steigend.
Die meisten alten Väter sind sogenannte «Start-over-Dads» (SODs): Geschiedene Männer, die bereits erwachsene Kinder haben und nun mit einer neuen, deutlich jüngeren Ehefrau eine zweite Familie gründen. Wobei der Kinderwunsch in diesen Beziehungen selten vom Mann aus geht. SODs handeln eher nach dem Motto «Ich will die Frau, sie will Kinder – also soll sie welche bekommen».
Doch auch die Männer, die kurz vor ihrer Pensionierung zum ersten Mal überhaupt über Kinder nachdenken, gibt es immer häufiger. Einer von ihnen ist der Journalist Uly Foerster. Er wurde zwei Wochen vor seinem 60. Geburtstag Vater und hat nun ein Buch über das «Glück der späten Vaterschaft» publiziert. Bis vor ein paar Jahren konnte er sich eigene Kinder gar nicht vorstellen. Als seine zwanzig Jahre jüngere Frau sich jedoch ein Baby wünschte, habe er sich nach langem Überlegen für eine Familie entschieden. Aus Liebe, wie er sagt – und er wehrt sich gleich vehement gegen eventuell aufkommende Vorwürfe, er habe dabei egoistisch gehandelt: «Wäre es nicht viel egoistischer gewesen, wenn ich den Kinderwunsch meiner Frau nicht erfüllt hätte?» Mit etwas Glück habe er noch zwanzig Jahre vor sich. «Ist es etwa egoistisch, sich in dieser Zeit voll und ganz der Erziehung seines Kindes zu widmen?»
Die Lebenserwartung des Mannes liegt in der Schweiz bei rund 77 Jahren. Doch nicht jeder ist bis zum letzten Tag vital. Kann sich also ein Siebzigjähriger noch richtig um ein kleines Kind kümmern, mit ihm über den Fussballplatz rennen und im Schwimmbad herumtoben? Oder muss sich am Ende vielmehr das Kind um den Vater kümmern, weil dieser kaum mehr gehen kann und fast nichts mehr sieht?
Und was ist, wenn der Papa noch mit mag, den Sohn zum Fussballmatch begleitet – aber dieser sich vor seinen Teenagerkollegen schämt, weil der eigene Vater stets für den Grossvater gehalten wird?
Die oft gehörte Behauptung, ein Kind sei ein wahrer Jungbrunnen, dementiert Foerster. Er habe sich noch nie so alt gefühlt wie jetzt, «nie zuvor war ich mir meiner eigenen Endlichkeit so bewusst». Dass ihr Mann wahrscheinlich lange vor ihr sterben wird, darüber ist sich auch Petra Foerster im Klaren. Deshalb sei es schön, wenn ein Stück von ihm bei ihr bleibe in Form der gemeinsamen Tochter.
Dieser allerdings wird nichts von ihrem Papa bleiben als die Erinnerung, wenn er stirbt. Sie wird schon in jungen Jahren über einen immensen Verlust hinwegkommen müssen. Natürlich sind auch Kinder junger Eltern vor Schicksalsschlägen nicht gefeit. Doch Rentnerpapas nehmen es bewusst in Kauf, ihr Kind spätestens im Teenageralter zum Halbwaisen zu machen.
Ist das vertretbar, weil sie dem Kleinen dafür einige Jahre lang ihre volle Aufmerksamkeit gewidmet haben und nicht durch die Karriere abgelenkt waren wie viele jüngere Väter? Oder ist es schlicht selbstsüchtig, kurz vor der Pensionierung noch Nachwuchs zu zeugen, ohne Rücksicht auf die Folgen für das Kind?


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
auf Facebook



























































































Nach der Lektüre des Artikels und einiger Kommentare ist mir schon etwas seltsam zumute. Seltsam, weil bei all diesen Zahlen, Abwägungen, Einteilungen und Verurteilungen das Naheliegendeste und Schönste des Menschenlebens, die Liebe, unberücksichtigt bleibt. Denn, auch ein älterer Mann und eine jüngere Frau können sich einfach nur lieben. Gerade heutzutage ist nun wirklich nichts besonderes mehr, wenn etwa ein um die 50iger und eine um die 40iger ein Paar werden. Und was gibt es schöneres als wenn ein Kind aus Liebe und aus Freude am Abenteuer Leben auf die Welt kommt? Etwa wenn es aus finanziellen, altersmässigen, ausbildungs- oder berufsmässigen Gründen gerade passt und von vorne und hinten durchgeplant wurde? Kaum. Armes Leben, armes Kind.
Danke für’s Vorschreiben Dänu, kann ich auch so unterschreiben.
Ach die Liebe… Sorry Dänü, die Liebe kannst du auch zu zweit geniessen. Und wenn du sie erst triffst, wenn du alt bis, also 50ig oder so, dann soll es eben so sein. Aber mach dann bitte keine Kinder mehr!
Wer bist Du Kathy, dass Du jemanden vorschreiben willst keine Kinder zu zeugen?
Das scheint mir etwas gar romantisch.
Vielleicht gerade WEGEN der intensiven Liebe zueinander werden doch gewisse in fernerer Zukunft liegende Konstellationen, die schlecht für das Kind sind, häufig wohl nicht oder zu wenig berücksichtigt. “Von vorne und hinten durchgeplant” wirkt zudem im Zusammenhang mit dem Schönsten im Menschenleben etwas widersprüchlich, zumindest problematisch.
Finanziell ist Stabilität wichtig, nicht Luxus. Stabilität ist bei vielen jüngeren Paaren vorhanden. Sonst gibt es ja in der Regel auch noch die Grosseltern, die allenfalls helfen können.
Intensive Liebe zueinander ist etwas Wunderbares und Wundersames. Schliesst das aber Egoismus gegenüber dem Kind als eigenständigem Subjekt aus oder eher ein? Diese Frage ist wohl nicht eindeutig zu beantworten.
Mein Vater war 50 bei meiner Geburt.
Ich habe ihm nie verübelt, dass er mich gezeugt hat.
Ich habe meine soziale Ader ausgelebt, 8 Jahre Altersbetreuung , Alterszentren, Spitex zu Hause etc. war echt spannend, das Konzept “graue Panther” sehe ich als Alternativlösung für alte Menschen, die werden nicht schon um 07.00 aus den Betten gerissen, “Gfühl i Reih und Gfühl, millitant. Pfui Teufel ……………
Ich meine, der wichtigste Aspekt wurde bereits angesprochen:
Zu welchem Zeitpunkt haben die Väter 50+ denn “Zeit” für ihre Kinder? Genau dann, wenn bei diesen die Pubertät in vollem Gange ist, d.h. grundsätzlich eher ein Ablösungsprozess einsetzt (also je nachdem vielleicht schon ab 13, spätestens aber ab ca. 15/16). (Zeitlich ausgedehnte) Präsenz brauchen die Kinder doch besonders im Kindesalter. Dann ist aber einigen die Karriere doch wichtiger; dagegen arbeiten andere (Väter und Mütter!) dann vielleicht auch etwas weniger, um für ihren Nachwuchs da zu sein. In der Jugendzeit ist die Erzeihungsarbeit sicherlich nicht einfach vorbei. Aber ich denke es geht dann tendenziell weniger um ANleiten als mehr um BEgleiten von Menschen, die sich zu Erwachsenen entwickeln. Zudem wollen Jugendliche mit zunehmendem Alter auch ihre eigenen sozialen Netze entwickeln und pflegen. Mit wem hat man als Jugendlicher denn seine Probleme besprochen? Etwa mit den Eltern, die oft mindestens Mitursache des Problems waren (sei es auch, dass das Problem nur einem pubertierenden Jugendlichen als solches erscheint…)? Sicher nicht! Ansprechpersonen von Jugendlichen sind in der Regel deren Freunde und Kollegen.
Für Eltern von Jugendlichen ist es glaube ich viel entscheidender, eben im Sinne von “Begleiten” den Überblick nicht so zu verlieren, dass man sich entfremdet (in der Praxis kann das natürlich durchaus eine Gratwanderung sein). Wichtig scheint mir, als Eltern dann für die Jugendlichen da zu sein, wenn es der Jugendliche selbst will oder wenn die Situation es erfordert (d.h. wenn etwas nicht gut läuft). Wie gesagt soll das nicht heissen, es sei völlig problemlos zu einem pubertierenden Jugendlichen gerade als Eltern eine Zugang zu haben, wie man sich das vorstellt. Entsprechend sollte man sich vielleicht auch mit anderen Eltern austauschen (ohne investigativ zu werden) und sich bei Fachpersonen informieren.
Also: Zeit haben sollten Väter in erster Linie für ihre KINDER (im engeren Wortsinn, als vor ihrer Pubertät). Ohne sich danach total von den Kindern zu entfremden, ist während der Jugend ausgedehnte zeitliche Präsenz wohl eher problematisch.
Ist also der pensionierte Vater, derjenige also, welcher so Anfang 60 ein Kind bekommt, der ideale? Auch da sehe ich Probleme. Wenn wir vom statistischen Sterbealter ausgehen, sprechen wir bei Männern in der Schweiz (Stand 2009) bei Neugeborenen von 79.8 Jahren, bei zu diesem Zeitpunkt bereits 65-Jährigen sogar von 83.8 Jahren (Quelle: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/06/blank/key/04/04.html). Wer also mit 65 Vater, stirbt statistisch gesehen, wenn das Kind 15 bis 18 Jahre alt ist. Wahrscheinlich ein ziemlich schweiriges Alter, um mit dem Tod eines Elternteils umzugehen.
Ich persönlich halte 40 für eine sinnvolle, wenn auch nicht absolut gemeinte Grenze. Natürlich ist das letztlich jedem selbst überlassen. Nur befürchte ich, dass die Diskussion um den eigenen Tod bzw. das Kindeswohl in diesem Zusammenhang zum Zeitpunkt der Zeugung häufig zu wenig geführt wird. Auf der einen Seite verständlich, wenn ein Paar glücklich ist und einen Kinderwunsch hat. Auf der anderen Seite etwas gar egoistisch, da eine praktisch vorprogrammierte, schwierige Situation für den künftigen Jugendlichen ausser Acht gelassen wird.
Ich muss sagen, dass ich der Entwicklung von einigen Frauen mit Schrecken beobachte. Denn ich finde ich es egoistisch von jenen, die um jeden Preis ein Kind wollen, und dies mit älteren Herren die entweder bereits erwachsene Kinder haben oder aber nie Kinderwunsch hatten. Für mich käme ein 20 oder gar 30 Jahre älterer Mann nur dann in Frage wenn ich keinen Kinderwunsch hätte, denn wenn es in einer Beziehung wirklich nur darum geht: “Sie will ein Kind also gebe ich es ihr” dann “verbarmt” mich das Kind…
@Franziska: Interessant, dass Sie sich den Mann anhand Ihres vorhandenen oder nicht vorhandenen Kinderwunsches “aussuchen”. Komisch, dass es bei mir bis jetzt immer anders rum war: Zuerst war da der Mann, den ich liebte – und dann, EVENTUELL, der Wunsch, ein Kind mit ihm zu haben… egal wie alt er war!
Und mich würde ein Kind “dure”, welches einen Vater (oder zumindest Erzeuger) hat, der dies nur seines jugendlichen Alters wegen geworden ist…
Ich finde es schade, dass die gesundheitliche Gefährdung für das Kind durch einen alten Vater nicht angesprochen wird. Bei Frauen heißt es dann direkt: Risikoschwangerschaft etc. Dass aber Kinder mit alten Vätern auch höhere Risiken haben, wird immer noch verschwiegen. So ist die Kindersterblichkeit nach neueren Studien doppelt so hoch und auch Krankheiten wie Epilepsie, Autismus treten weit häufiger auf.
Mein Vater war gut 50ig, als ich geboren wurde und meine Mutter 35. Er war ein sehr zärtlicher, lieber Vater, den ich über alles liebte als Kind. Aber als ich dann ins Teenageralter kam, hopla, dann war er nicht mehr der liebevolle Vater, er verstand die Jugend nicht, vorallem die damalige Musik, die wir Jugendliche liebten (Ende 50iger anfangs 60iger Jahre). Er verstand die Welt nicht mehr und ich glaubte einen Opa als Vater zu haben. Es war gar nicht lustig damals, glaubt mir. Das ist Realität. Gut, heute wird es vermutlich doch etwas anders sein, denn wir bleiben doch viel länger jung im Gemüt als damals.
Die Lebenserwartung ist ja auch ganz anders.
Anfangs 60iger Jahre war die Lebenserwartung der Männer mit Jahrgang 1910 (d.h. bei der Geburt) bei 59.5 Jahren (Frauen 66.5). Ein heute 60jähriger mit Jahrgang 1950 hat bei der Geburt eine Lebenserwartung von 73.7, Frauen 80.4 Jahre.
Rein aus diesen Gründen kann man die guten 50/60er Jahre nicht mit heute vergleichen.
Zur Musik… Mein Vater war 26 als ich auf die Welt kam und verstand dann nach 12 Jahren meine Musik auch nicht wirklich.
Dasselbe bei meiner Frau, deren Vater war sogar nur 19.
Aus meiner late Fifties Sicht waren in meiner Kindheit alle Leute über 50 absolute alte Menschen und graue Mäuse. Das kann man mit heute auch nicht mehr vergleichen.
Aber generell veweise ich auf Dänu’s Post. Die ganze Diskussion ist für meinen Geschmack zu kalkulatorisch und abwägend. Das Leben ist keine Buchhaltung.
Die Zahlen betreffen die Lebensdauer nicht die Lebenserwartung. Quelle BFS.
Mutig !
Es gibt auch 25 jährige, welche Kinder in die Welt setzen, und plötzliich für das Kind nicht mehr erreichvar sind.
Weil die Mutter es nicht will…
Man weiss nie wie es kommt! Meine Tante hat einen 20 Jahre älteren Ehemann. Meine Vater warp gleich alt wie meine Mutter. Mein Onkel ist inzwischen 90 Jahre alt und mein Vater ist seit 3 Jahren Tod!…
Das ist ein Blog, bin 67 und moechte den Loeffel nicht vor 130 abgeben, wenn die Prognosen stimmen. Da werden wir uns ganz schnell mit anderen Problemen konfrontiert sehen, habe Kinder, Grosskinder und Urgrosskinder und in jeder Ehe kann es ueber Nacht Veraenderungen geben auf beiden Seiten. Hier geht es nur ums Geld. Nach meiner Ansicht hat keiner Anrecht auf Geld ausser er/sie hat es selbst verdient und ich oder meine Frau erlauben uns damit zumachen was jedem gefaellt, Liebe vergeht Partnerschaft haelt und das ist etwas was junge Frauen lieben. Bin immer noch am arbeiten voll, uebervoll und amusiere mich koestlich an den jungen Clown’s die alles Wissen und nichts koennen. Frauen haben einen natuerlichen Instinkt wo Sie Schutz und Sicherheit erhalten und den ist meistens bei gestandenen Mannsbilder zu erhalten. Leider werden mit den Jahren die Emanzen ins Abseits gedraengt und ploetzlich wird Ihnen die Rechnung im Alter praesentiert die Sie nicht bezahlen koennen. Bin ein Nomade und habe schon lange die Schweiz verlassen, Kinder kriegen kann ich noch, meine Frau nicht mehr, was solls wir haben genug zu tun um es uns so gut als moeglich bequem und angenehm zu machen. Cougar und Golddigger sind eine andere Rasse, anstaendige Frauen und Maenner haben andere Sorgen. Have a nice day!
@Maria: Ich kann dir ziemlich genau sagen, was auf dich zu kommt. Wir haben unseren Dreijaehrigen gehabt, als ich 59 war: Die meisten Leute kuemmert es wenig, wie alt dein Partner ist. Man projiziert oft Ideen in andere, die gar nicht zutreffen, besonders wenn man gewissen Kaese hier gelesen hat. In meinem Fall verstehen unsere Freunde gut, dass wir Menschen sind, bei denen ein Kind als natuerliche Konsquenz der Liebe zweier Menschen gewollt entsteht. Beim Arzt ist alles sachlich: Erhoehte Gefahr von genetischen Schaeden, also etwas mehr Tests. Mit 41 musst du die aber sowieso auch machen. Die Geburt ist wie jede andere (ich habe drei erlebt). Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ist der/die Kleine normal und alle freuen sich. Meine erwachsenen Soehne kamen vorbei und freuten sich an ihrem winzigen Halbbruder. Wir sprachen darueber, dass es eine eher seltene Situation sei, wo Eltern ihre Kinder um Rat fragen koennen. Meine Aelteren sagten mir, wie sie ihre Kindheit erlebten, was ich besser machen koennte mit meine neuen zwei. Unser 8 Jaehriger ist aus erster Ehe meiner Frau, deren Ehemann toedlich verunfallte. Er hatte ernsthafte Entwicklungsstoerungen ohne Vater, die jetzt weitgehend behoben sind. Unser jetzt Dreijaheriger ist normal, er spricht fliessend englisch und russisch und lernt auch deutsch. Er geht durch die gleichen Trotzphasen wie meine anderen Soehne. Unser Haus ist meistens ein Puff weil niemand aufraeumen will, und unser Kleiner kraeht wie jeder seiner Altersgenossen, wenn er spielen und nicht essen will. Ich gehe mit ihm auf den Spielplatz genau wie damals mit meinen nun erwachsenen Soehnen. Ich stehe nachts auf wenn ich an der Reihe bin, ohne Probleme. Ich arbeite in einem anstrengenden Beruf, achte aber darauf, dass ich abends zuhause bin und mit allen Znacht essen kann (wie bei den ersten Kindern). Mein Stress kommt vom Beruf, selten von den Kindern. Meine Frau stresst eher aus wegen den Kindern, ich bin dann oft der Vermittler. Ich bin oft bei Lehrergespraechen dabei, meine Frau schaetzt meine Erfahrung, zwei KInder bereits vom Kindergarten zur Universitaet gebracht zu haben. Finanzplanung wird kompetent gemacht, ich habe darin viel mehr Efahrung als meine 22 Jahre juengere Frau. Leider hat sie eben ihre Stelle verloren, was hier bei hoher Arbeitslosigkeit schlimm ist. Unsere Langzeitplanung ist, dass sie in etwa 5 Jahren Hauptverdienerin sein wird. Und a propos Gesundeit: Wir gehen oft zusammen velofahren, der Dreijahrige hat nur noch nicht kapiert, dass er auf dem dritten Rad, welches an meinem Velo haengt, manchmal auch mitpedalen koennte statt die Umwelt zu bestaunen. Und zum Kaese wegen Golddiggers: Wir haben keine Pensionskassen, nur Erspartes und in ein paar Jahren Social Security, $1300 im Monat. In die Schweiz zurueck koennen wir kaum, unsere Registrierungsformulare unserer Familie liegen seid drei Jahren in der Schweiz herum, da unser Dreijaehriger ein paar Wochen vor der Eheschliessung zur Welt kam, also die Vaterschaft angezweifelt wird. Also koennen all die Veraengstigten von diesem Blog aufatmen, wir werden Euch kaum jeh belaestigen (und by the way, unseren besten Freunde kommen aus Brasilien). Also, liebe Maria, freu Dich auf Dein Kind, es wird eine wunderbare Erfahrung sein. Dein Mann wird bestimmt ein guter Vater sein und auch seine Freude haben. Seine Lebensfreude wird dazu beitragen, dass Kruecken und Rollstuehle einmal fuer die Neider in diesem Blog rechtzeitig bereit stehen.
Hey man, you’re welcome here, believe me. Your kids and wife as well.
Nice text btw.
Schön geschrieben, Hermann, das ist Leben. Mir gefällt besonders, wie sie für ihre Kinder da sind, auch nachts aufstehen, Kompliment! Weltoffene Menschen wie sie kann die Schweiz gut gebrauchen, also zögern sie nicht, wenn es sie heimwärts ziehen sollte.
Ich, Kind junger Eltern, bin grad heute mit meinem Vater unterwegs gewesen. Er hat eine neue Freundin mit 4 Kindern und ich quetschte ihn aus, wie es denn mit den Kindern ist und er hat Freudestrahlend erzählt. Ich war ziemlich erstaunt, denn für uns hatte er nie Zeit und auch nicht gross Interessen. Ich hab ihn natürlich danach gefragt und er meinte, er sei einfach viel zu Jung (22) Vater geworden.
Wir nun, mein Partner und ich, wir sind eher ältere Eltern. Wir haben uns sehr bewusst für unsere Kinder entschieden, hatten aber auch unseren “Einsendeschluss”. Hätte es nicht geklappt, bis mein Mann 45 Jahre gewesen wäre, wir hätten den Wunsch nach unserem zweiten Kind nicht weiter verfolgt.
Nun, ich weiss wirklich nicht, was besser ist. Einen älteren Vater (ok, bei uns auch noch Mutter, ich bin 37), der sich voll und ganz auf die Kinder einlässt, mitlebt und miterzieht, oder einen jungen Vater, der einfach von seiner Rolle überfahren wurde?
Und ich weiss, dass sind meine Erfahrungen, es kann ganz gut auch gerade andersrum passieren.
Deshalb finde ich wirklich das Wichtigste, dass der Vater wirklich Vater ist, mit all seinen Aufgaben, ganz egal wie alt er ist.
und jetzt? rein statisch gesehen liegt die Lebenserwartung bei Männern über zwischen 50 und 65 Jahren zwischen 82 bis 84 Jahren. Aber vielleicht hat die Menscheit ja Glück und Sie gehen kinderlos von dannen.
Ich bin 22 – und habe bereits jetzt keinen Vater mehr, weil er sich viel mehr für seine Karriere interessiert. Er ist jung Vater geworden, ich bin ihm nur eine Last, weil ich nicht das studiere, was etwas bringt, und weil ich sonst auch nicht perfekt bin und Probleme habe.
Ich hätte lieber einen 50 Jährigen Vater gehabt, der sich Zeit nimmt für mich und der mich liebt wie ich bin, anstatt einen karrieregeilen 48 Jährigen, der jetzt noch ein 3tes kind mit seiner neuen Frau adoptieren musste, um es so zu erziehen, wie sie es will.
Soeben das da gelesen: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(10)60704-0/abstract und mich an die hiesige Diskussion erinnert. In einer ebensolchen Diskussion meinte ein alter Vater aus meinem Freundeskreis mal, es gebe ähnliche Erkenntnisse aus der Zeit der grossen Kriege des 20. Jahrhunderts, wo die Väter ja – pardon – gestorben sind wie die Fliegen. Spezifisch erwähnte er, wer im Kleinkindesalter die Mutter verliere, habe ein deutlich höheres Depressionsrisiko als Erwachsener, für die Väter sei dieser Effekt nicht nachweisbar. Ich habe natürlich nicht nach seinen Quellen gefragt, es war bloss so eine Mediziner-Tratschrunde, fand das aber hochinteressant und ziemlich plausibel und habe es mir gemerkt. Gibt es neuere Untersuchungen dazu in unserer Ecke der Welt???
Das habe ich natürlich auch nicht untersucht, aber meine Beobachtung würde hier zumindest kein Gegenbeispiel liefern (sondern die These stützen).