
Karrikatur: Frank Stiefel
Eigentlich war ich ganz zufrieden mit meinem ganz normalen Kindergärtler. Im Elterngespräch vor drei Wochen wurde ihr attestiert, dass sie sich bestens in die Kindergartengemeinschaft eingegliedert habe, dass sie motorisch ihrem Alter gemäss entwickelt sei, sich sprachlich sehr gut auszudrücken vermöge und sich rege am Unterricht beteilige. Und dass sie sehr gerne mit den anderen Kindern spiele. Wie fast alle Fünfjährigen. Super Zeugnis, dachte ich. Bis ich im Zug auf eine Bekannte traf, mit einer Tochter im selben Alter.
Sie: Lasst ihr eure Tochter auch einschulen? Ich: Nein, wieso? Sie: Braucht sie denn wirklich ein zweites Jahr Kindergarten? Liest sie noch nicht? Ich: Nur Wörter, die sie auch schreiben kann, ihren Namen zum Beispiel. Sie: Aha. Meine hat sich das Lesen selbst beigebracht. Selber! Ich: Aha. Sie: Sie langweilt sich im Kindergarten. Ich: Weisst du das von den Kindergärnerinnen? Sie: Ja. Die haben gesagt, sie beteilige sich selten am Unterricht. Ausserdem malt sie nicht schön aus. Ich: Weil sie sich langweilt? Sie: Klar. Kann deine ohne Finger rechnen? Ich: Keine Ahnung. Sie: Meine schon. Bis zehn locker, sogar darüber. Ich: Wow! Sie: Ja, gell. Wir müssen wirklich aufpassen, dass sie endlich richtig gefördert wird. Ich: Finden die Kindergärtnerinnen, dass das im Kindergarten nicht geht? Sie: Sie finden, dass unsere Tochter noch sehr verspielt ist. Ich: Das haben sie über meine Tochter auch gesagt. Sie: Das sagen sie immer, wenn sie ein Kind nicht einschulen wollen. Ich: stimmt es denn nicht? Sie: Keine Ahnung, aber das ist doch kein Argument. Ich: Aber… Sie: Auf alle Fälle lassen wir sie abklären. Sie ist überdurchschnittlich begabt und soll nicht deswegen unter die Räder kommen. Ich akzeptiere verspielt als Argument gegen die Schule nicht. Und du solltest dir das auch überlegen. Ich: Was? Sie: Deine Tochter früher einzuschulen. Ich: Meine ist aber tatsächlich verspielt. Sie: Hmm.
Dieses «Hmm» klang wie: «Das tut mir aber leid für dich, dass du eine Fünfjährige zuhause hast, die noch gerne spielt». Und man konnte deutlich heraushören, was sie nicht sagen wollte, als sie «Hmm» sagte, nämlich: «Zwei Jahre Kindergarten brauchen bloss Verlierer». Jedenfalls war dieses «Hmm» ein Frontalangriff auf den Glauben, dass ein unauffälliges Zeugnis ein gutes Zeugnis sein konnte. «Unauffällig» droht heute zum Synonym für «zurückgeblieben» zu werden. Weil «verhaltensauffällig» im Zuge der politischen Korrektness in der Schule erst in «verhaltensoriginell» und nun immer öfter in «unterfordert» umgedeutet wird.
Kleine Genies haben Konjunktur. Wo immer man hinkommt, hört man von hochbegabtem oder aber zumindest sträflich unterschätztem Nachwuchs. In der Kinderkrippe, in Spielgruppen, im Kindergarten, in der Schule. In Deutschland sprechen Psychologen und Pädagogen bereits von einer «Hochbegabten-Hysterie», wie der Spiegel vor Ostern vermeldete. Offenbar ist es bei unseren Nachbarn längst Alltag, «dass Mütter und Väter rüpelhaftes oder arrogantes Verhalten der Sprösslinge mit herausragender Intelligenz rechtfertigten.»
Auch in der Schweiz gehört es zum guten Ton, einen Kindergärtner zu haben, der mindestens den Erstklassstoff beherrscht. Die wenigen Kinder, die hierzulande noch auf die Welt kommen, sind ebenfalls immer öfter hochbegabt. Zumindest in den Augen ihrer Eltern. Und so frage ich mich manchmal: Bin ich einfach nur altmodisch oder vielmehr zurückgeblieben, wenn «verspielt» in meinen Ohren nicht klingt wie eine Beleidigung? (na)


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Es ist normal, dass man das eigene Kind für etwas ganz besonderes hält. Ebenso normal ist, dass man sein Kind optimal fördern will. Viele Eltern sollten sich allerdings fragen, ob sie ihrem Kind mit der Förderungswut einen Gefallen tun. Ich habe im Bekanntenkreis zu oft erlebt, dass Kinder durch die Begeisterung ihrer Eltern überfordert wurden.
Und in einigen Fällen war ich schon geneigt an Misshandlung zu denken, da, was die Eltern euphemistisch Förderung nannten, mehr einem (unnatürlichen) Drill entsprach.
Kurz: Ich verstehe den Wunsch und den Drang der Eltern, ihre Kinder zu fördern, doch sollten die beratenden Stellen versuchen, dort zu bremsen, um die Kinder vor der Begeisterung der Eltern zu schützen. Wer möchte seinem Kind eine Kindheit a la Mozart oder Michael Jackson (oder anderer “Wunderkinder”) wünschen? Und wieviele dieser “Wunderkinder” sind tatsächlich zu Berühmtheit gelangt und wieviele bereits in jungen Jahren “gescheitert”?
leider habe ich den namen der psychologin vergessen, aber der spruch ist mir geblieben:
“alle eltern haben immer ganz spezielle kinder – man fragt sich, wo all diese normalen erwachsenen herkommen”.
in diesem sinne: fröhliches frühfördern!
Seit diesen Herbst ist unser Sohn ein Schulkind in einer zweisprachigen Klasse. Er findet das Turnen cool, das Ausmalen eher langweilig und die neuen fremdsprachigen Lieder sind für ihn wie Beschwörungsfomeln.
Was er aber am meisten geniesst: er hat endlich Freunde, er wird so viel eingeladen oder bringt Kinder zum Spielen heim, wie in seiner ganzen Chindikarriere nicht.
Er scheint endlich angekommen zu sein. Einfach ein Jahr früher als üblich.
Ich habe Freunde mit zwei tatsächlich Hochbegabten Kindern. Die meisten Eltern mit dem Hochgebaten-Fimmel würden staunen, wenn ihre Kinder so wären. Da reicht nämlich etwas Frühenglisch nicht, um dem Wissensdurst und den Bedürfnissen gerecht zu werden. Geniesst doch alle Eure gesunden und normalbegaten Kinder und schaut zu, dass sie in intakten und fröhlichen Familien aufwachsen können.
Wer sagt eigentlich, wann es richtig ist mit lesen, schreiben und rechnen anzufangen. In anderen Ländern lernen 5, 6-jährige und sind weiss Gott einfach Kinder. In Thailand lernte ich ein 5-jähriges Mädchen kennen, das lesen und schreiben konnte, wie alle anderen auch, sie sprach auch ein paar einfache Sätze Englisch. Gib einem Kindergartenkind die Möglichkeit zu lernen-es wird es tun. Natürlich gibt es auch Kinder, die vielleicht mit 7, 8 Jahren noch nicht soweit sind, aber das lernt uns ja Largo zur Genüge, das jedes Kind anders ist, weshalb soll sich das im Kiga ändern? Das ein Baby mit neun Monaten schon gehen kann macht es auch nicht zum Genie. Mein Sohn hat all die tollen Sachen seiner älteren Schwester zur Verfügung und tja, hätte ich sie ihm wegnehmen sollen? Ist er jetzt hochbegabt mit bald sechs, nur weil er die Ohren gut spitzt, wenn seine Schwester “Ufzgi” macht? Schön, er lernt lesen, rechnen, auch weil seine Schwester ihm Vorliest, gewisse Dinge erklärt- Darf sie das nicht? Weil er noch im Kiga ist und sonst alle meinen ich züchte ein HB-Kind? Ich bremse ihn nicht, füttere ihn auch nicht extra. Er ist immer noch ein kleiner Junge, der manchmal brüllt, wenn es nicht nach seinem Köpfchen geht, riskante Klettereien und Dreck mag. Also alles im Grünen .
Als Mutter eines hochbegabten Sohnes kann ich gewisse undifferenzierte Äusserungen einfach nicht mehr hören! Wer denkt, es sei ein Zuckerschlecken, ein solches Kind zu haben, der täuscht sich sehr. Diese Kinder brauchen extrem viel Zeit und noch viel mehr Geduld, wenn man all die Fragen, welche sie einem stellen, nicht beantworten kann und die Antworten in Wikipedia oder auf Google suchen muss. Auf Unterforderung in der Schule reagiert unser Sohn mit unglaublichen Aggressionen – und auch damit müssen wir uns selbstverständlich auseinandersetzen und Lösungen suchen – denn einem Schläger bringt man kein Verständnis entgegen (was ich auch begreiffen kann). Aber unser Schulsystem ist zwar darauf ausgerichtet, schwächere SchülerInnen zu unterstützen (was ich auch in Ordnung finde), nicht aber darauf, unterforderte Kinder zu fördern. Das überlässt man gerne uns Eltern.
Liebe Eltern, die ihr mit einem hochbegabten Kind prallt, seid froh, dass euer Kind “normal” ist!
Warum googelt ihr Kind nicht selber?
Unser mittlerer Sohn hat sich mit 4, 5 sich schon das lesen beigebracht . Nie und nimmer wärs mir in den Sinn gekommen ihm das beizubringen und ja er rechnet im 20 Bereich hat sich die Zahlen im Tausenderbereich selber beigebracht. Nein er ist nicht Hochbegabt einfach anders interessiert. Wir mussten ihn abklären lassen, weil die Kigärtnerin ein ADS vermutete. Nicht sehr lustig für uns. Jetzt ist klar, er ist normalbegabt mit einer Teilleistungsstärke im Rechnen.
Mein Ältester hat sich auch das Lesen mit fast 6 beigebracht, der Kommentar der Kindergärtnerin war, das sei einstudiert.Wo zum Teufel hätte ich mir die Zeit nehmen sollen mit 3 Kleinkindern ihnen noch Rechnen und Lesen beizubringen? Ich verstehe Eltern, wenn sie ihre Kinder gefördert haben möchten. In der Schweiz herrsch dieses defizitäre Denken, man muss alle Defizite ausmerzen, statt die Stärken der Kinder zu fördern, fördern nicht überfordern. Ein Kind kann auch ständig übermütig sein, weil es im kognitiven Bereich mehr erfahren möchte und zuwenig gemacht wird. Man erwartet von uns Eltern zu Recht, dass wir die Kinder erziehen, ich erwarte aber auch, dass meine Kinder in der Schule gefördert, wie auch gefordert werden!
Sarah
Hallo Rabenmutter, ich denke nicht, dass Sie ein hochbegabtes Kind haben, eher, dass Ihr Niveau nicht so hoch ist und deshalb überfordert sind, denn sonst wüssten Sie, dass begreifen nicht mit zwei F geschrieben wird und prahlen, mit einem H und nicht mit doppel L >> was bedeutet, dass Sie ja grad zwei Fehler in einem relativ einfachen Wort gemacht haben. Vieleicht sollten sie einfach mit Ihrem agressiven Kind etwas mehr Zeit in der Natur verbringen und ihn Fussball spielen oder eine andere Sportart machen lassen.
@ kinderlos
Ich denke die Schreibfehler haben sich bei Rabenmutter ungewollt eingeschlichen
@kinderlos:
Der erste Satz ist ein wenig krude, den Sie schreiben: Alle Relaitvsätze entfernt schreiben Sie:Hallo Rabenmutter, ich denke [...] eher, dass Ihr Nievau nicht so hoch ist und deshalb überfordert sind. Wer ist jetzt überfordert?
Und “vielleicht” schreibt man nun tatsächlich mit einem Doppel LL.
Aber hier ist ja die Rede von einem hochbegabten Kind, nicht von hochbegabten Eltern…
Also bitte,
was haben denn Schreibfehler in einem Kommentar damit zu tun, ob man ein hochbegabtes Kind hat oder nicht hat? Das ist doch hier unterstes Niveau, da einen Zusammenhang herzustellen. Übrigens können Hochbegabte selbst auch mal Leghasteniker sein, das schließt sich gegenseitig nicht aus. Normalbegabte Eltern und hochbegabte Kinder (beziehungsweise umgekehrt) auch nicht.
Als ehemaliges hochbegabtes Kind und jetzt hochbegabte Erwachsene kann ich sagen, dass es hochbegabte Kinder und ihre Eltern manchmal wirklich nicht leicht haben. Anderes Denken, Fühlen, Wahrnehmen, nahezu unstillbarer Wissensdurst, manchmal auch Hoch-/Übersensibilität hinsichtlich Sinneseindrücken, sich oft als “Alien” unter all den anderen Kindern zu fühlen kann das Kind selbst und seine Eltern manchmal wirklich überfordern.
Ich selbst sehe überhaupt keinen Grund dafür, Hochbegabung als Statussymbol mit sich herumzutragen. Förderung ist natürlich die eine Seite, die andere Seite ist aber, dass sich auch ein hochbegabtes in der “normalen” Alltagswelt zurechtfinden muss, lernen muss Grenzen zu akzeptieren und soziale Verhaltensweisen zu lernen (auch und gerade weil es manchmal die Verhaltensweisen seiner Umgebung nicht versteht, zuviel darüber grübelt, sich zu sehr anpassen möchte). Nicht jedes hochbegabte Kind ist aggressiv, nur weil es nicht gefördert wird. Da kommen immer auch noch andere (erzieherische) Defizite hinzu.
Hochbegabung heißt nicht automatisch, allein mit der richtigen intellektuellen Förderung ein liebenswertes, freundliches Kind zu erziehen. Genauso wie unter Normalbegabten gibt es auch unter den HBs rücksichtslose Egoisten, Depressive, Aggressive, sehr nette Menschen, glückliche und unglückliche Zeitgenossen. Hochbegabung ist EIN Faktor in der Persönlichkeit eines Kindes, aber nicht der einzige. ALLE Kinder sollten in ihren Stärken und ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen werden, egal ob mit IQ 85 oder IQ 130. Und daneben eine Erziehung genießen, die auf Rücksicht gegenüber anderen, angemessener Vertretung eigener Bedürfnisse und Wünsche, Wahrnehmung von sich selbst und seiner Umwelt und menschlichen Werten beruht. Was oft vergessen wird, ist dass hochbegabte Kinder in ihrer intellektuellen Entwicklung vielleicht etwas schneller sind, emotional aber oft auf dem gleichen Stand wie normalbegabte Kinder ihres Alters. Und da brauchen sie genauso Zuwendung und Orientierung, keine Überforderung.
Wieso machen sich die Eltern so viele Gedanken über hochbegabt oder nicht!? – Wir können sowieso nicht Alles steuern im Leben eines Kindes. – Am Besten immer aufmerksam sein, fördern, wenn es etwas zu fördern gibt. – Die lange Leine nicht vergessen , – das Kind werden lassen, es ist auch gut, wenn es nicht zu den ” Ober – Gescheiten ” gehört, denn die Intelligenz eines Menschen ist nicht allein, was zählt. – Und sollte das Kind doch sehr intelligent sein, einfach dankbar sein und es im Weiterkommen nicht bremsen. – Das Kind sollte doch auch einfach glücklich sein, – es soll auch seine Hobby,s entwickeln dürfen. – Ich habe es auch gemerkt, -1. Es kommt sowieso anders und 2. – als du denkst!!_ Und dies auch , sollte Jemand viel beim Kind gewesen sein, oder vielleicht wenig, – es funktioniert nicht so, wie wir es uns wünschen oder sogar “planen “.
Oft kommt es eben, wie es einfach kommt! – Bleiben wir einfach ziemlich locker!
@kinderlos: “vieleicht” schreibt man mit 2 ll
Ich war ein sogenanntes hochbegabtes Kind. Drei Jahre war ich alt, als ich zweisprachig lesen und teilweise auch schreiben konnte. Was hat es mir gebracht? Leistungsdruck von allen Seiten bis ins Erwachsenenalter hinein. Ein Druck, mit dem ich weder damals umgehen konnte noch heute kann (ich bin mittlerweile 37 Jahre alt). An mich selbst habe ich den Anspruch, mehr zu wissen und zu können als die Anderen. Das bringt nicht besonders viele Sympathien ein.
Man sagt mir schriftstellerisches Talent nach. Heute vielleicht die einzige verbliebene Möglichkeit für mich, mit der ich dem Status des hochbegabten Kindes doch noch gerecht werden könnte. Aber ich kann all’ die begonnen und nie fertig geschriebenen Bücher schon gar nicht mehr zählen. Die Angst, als “Hochbegabter” versagen zu können und von Kritikern verrissen zu werden, lähmt.
Lasst Kinder Kinder sein. Wenn sie wissensdurstig sind, gebt ihnen Antworten. Wenn sie unterfordert sind, beschäftigt sie, aber altersgerechet. Ein Dreijähriger muss noch nicht lesen können, ein Fünfjähriger noch nicht zur Schule gehen und ein Zwölfjähriger noch keine quintischen Gleichungen lösen können. Mit der Projektion der eigenen unerfüllten Träume auf die Kinder oder mit dem (unbewussten) Wunsch, eigene Komplexe durch die Begabung der eigenen Kinder zu therapieren, tut ihr den Kleinen keinen Gefallen.
Meine kleine 6jährige Tochter hat gerade die Bedeutung der geschriebenen Sprache entdeckt; dass sie wenn sie Buchstaben aneinander reiht, einem anderen Menschen etwas mitteilen kann, das dieser versteht! Ich weiss nicht, wie es anderen Eltern geht, wenn sie diesen Entwicklungsschritt ihres Kindes miterleben; ich bin total sprachlos
, vor Erstaunen. Meine Tochter entdeckt die geschriebene Sprache als Mittel zur Kommunikation- und ich bin sprachlos ☺ Meine Tochter ist in eine Rakete eingestiegen, und bewegt sich in einem ganz neuen Tempo, es ist als würden sich ihr ganz neue Welten eröffnen. Aber es kommt manchmal auch vor, dass Lucie ob dieser neuen Geschwindigkeit fast verzweifelt. Das passiert, wenn sie sich zuviel zumutet, wenn sier von sich selber erwartet, genau so schnell zu sein, wie die Rakete, auf welche sie aufgestiegen ist. Das erste Mal, als ich dies bei ihr erlebte, war vor ca 2 Monaten, wirklich gerade nachdem sie entdeckt hatte, dass man ganze Geschichten erzählen kann, indem man Buchstaben aneinander reiht, Wörter und Sätze formt. Sie war so begeistert und wollte mir gerade am ersten Tag einen komplexen Satz schreiben, was aber natürlich für sie eine grosse Ueberforderung war. Ich habe versucht, ihr zu erklären, wie schwierig das ist, dass man nicht schon am ersten Tag Sätze schreiben kann, dass man ganz viel Geduld haben muss, aber sie war zuerst untröstlich. Jetzt, ei n paar Wochen später, kann sie Sätze schreiben und weiss, dass Geduld sich echt lohnt ☺
Was ich aber wirklich fragen möchte, dieses Adjektiv „hochbegabt“; es wird angewendet um gewisse Kinder zu beschreiben, andere Kinder haben nicht dieses Privileg. Nun, in dem Sinne wie ich gerade miterlebe, wie meine Tochter Sprache als Mittel zur Kommunikation entdeckt, sehe ich mir dieses Adjektiv an und frage mich, was bedeutet es? Hat es einen kommunikativen Wert, können wir uns damit gegenseitig austauschen? Ehrlich gesagt, ich sehe den kommunikativen Wert nicht. Es erscheint mir als ein Adjektiv, das eher ausgrenzend wirkt oder als „ conversation killer“.
Ich fände es schön, wenn dieses Adjektiv nicht so wichtig wäre! Als Eltern denken wir doch alle.,dass unser Kind etwa besonderes ist! Zum Glück! Man stelle sich vor, jemand würde sagen: mein Kind ist strohdumm! Es ist total natürlich, sein Kind als das beste und grösste zu empfinden! Ein Kind braucht diese bedingungslose Liebe von seinen Eltern.
Das ist cool. Ich hatte einige solcher Momente. Da weiss man dann, dass sich ALLES gelohnt hat. Und wer mich kennt, weiss, dass ich nicht zu peinlichen Statements neige.
Aber es gibt sie, die Hochbegabung, auch wenn sie verschrieen, oft nichterkannt und missverstanden wird. Eine Hochbegabungs-Hysterie ist schädlich für die wirklich hochbegabten Kinder, denn diese brauchen zum Bsp. in der Schule Unterstützung und Förderung. Hier darf die Volksschule inkl. die Lehrerausbildungen noch etwas mutiger ans Thema rangehen. Es sollte eine SACHDISKUSSION über das Thema geben, das wäre wichtig, denn die Vorurteile gegenüber hochbegabten Menschen sind riesig.
Bei Kindern wird bei einer Abklärung meistens der HAWIK Test eingesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die vermutete Hochbegabung eine elterliche-Diagnose. Sie kann stimmen, oder auch nicht. Bei anhaltendem Verdacht auf HB enpfiehlt es sich, auf dem Schulpsychologischen Dienst, einen Test zu machen.
Mein Buchtipp zum Thema:
Hochbegabte Kinder – ihre Eltern, ihre Lehrer
Ein Ratgeber
Autor: James T. Webb, Elisabeth A. Meckstroth, Stephanie S. Tolan
ISBN (10 Stellen): 3456843674
ISBN (13 Stellen): 978-3456843674
Auf alle Fälle gilt: Kein Druck, ob hochbegabt oder nicht. Die sozialen Kompetenzen sind genau so wichtig im Leben eines Menschen wie seine intellektuellen, kreativen, musischen etc. Fähigkeiten.
J.D.
Ich glaube das JEDES Kind welches sich mit persönlichen Interessengebieten auseinandersetzt, in irgendeiner Art und Weise massiv vom Durchschnitt abhebt, aber dennoch keine Hochbegabung aufweist.(was zum Teil zu grotesken Abklärungen und Enttäuschungen bei Eltern und Kind führt) Die Eltern sollten dieses Verhalten beobachten und feststellen das sich die Interessen mit der Zeit verschieben und zum Teil nachlassen. Bitte keinem Druck von aussen nachgeben und das eigene Kind in eine Schablone pressen. Wenn die Eltern wirklich die Einschätzung haben, dass ihr Kind über eine längerer Zeit unterfordert ist, so sollte die Abklärung im Kinderspital / Entwicklungsabteilung vorgenommen werden. Dort erhalten die Eltern und das Kind nicht nur wertvolle Informationen wie mit einer ev. Hoch- oder teilweisen Hochbegabung umgegangen werden muss, sondern wie sie ihr Kind eine kindergerechte Entwicklung ermöglichen und kleine Genies nicht auf der Strecke bleiben um der Profilierungssucht der Eltern zu genügen.
Eine besorgte Mutter