
Väter drücken sich nicht unbedingt vor der emotionalen Verantwortung, aber sie äussern sie anders. Zum Beispiel, indem sie ihre Kinder zu Unternehmungen animieren.
Eltern streiten sich über vieles. Übers Putzen, über Geld und darüber, wer wie oft in den Ausgang geht. Das Schöne an diesen Dingen ist: Man kann sie regeln, weil sie quantifizierbar sind. Und dann gibt es noch diesen nicht hintergehbaren Rest. Was vom Tage übrig bleibt, wenn alles aufgeteilt, eingetütet, aufgegleist ist und rollt. Was ich damit meine ist Folgendes: Neulich kam Sohnemann nach Hause, Mama und Papa sassen beide in ihren angrenzenden Büros am Computer bei der Arbeit. Der Junge betrat Vaters Büro.
Papa? fragte er.
Ja? antwortete Papa
Wo ist Mama? fragte der Sohn.
In ihrem Büro, sagte der Vater.
Mama? rief der Junge.
Ja? rief ich.
Kannst du mir bitte ein Glas Milch geben?
FRAG DOCH PAPA! müsste die korrekte Antwort an dieser Stelle lauten. Aber der Gescheitere gibt bekanntlich nach, auch wenn er dadurch zugibt, dass er mit seinen Konzepten gescheitert ist. Zum Beispiel dem Konzept: ausgewogene Aufgabenteilung in familiären Belangen. Ich dachte immer, das sei simpel. Jeder putzt, kocht, jeder ist mit den Kindern zu ungefähr gleichen Teilen beschäftigt. Über die Jahre gerechnet, war mein Mann vielleicht sogar mehr zu Hause als ich. Und es ist auch nicht so, dass er ein Drache und ich ein Lamm wäre. Wir sind ganz normale, berufstätige Eltern, Aber wenn wir beide zu Hause sind, dann ist mein Mann in den Augen meiner Kinder nicht da. Ich hingegen bin die Unique Selling Proposition für die täglichen Bedürfnisse, die Premium-Betreuerin bei Problemen aller Art. Manchmal komme ich mir vor wie eine Ente, der die Kleinen hinterher watscheln und den ganzen Tag geht es Quak, Quak, Quak. Oder wie ein Esel.
In fast allen Familien tragen fast ausschliesslich die Mütter die emotionale Verantwortung. Genau so, wie die Väter meist ungefragt fürs Finanzielle einzustehen haben. Nur weiss jeder, was Geld wert ist. Bei Gefühlen ist das schwieriger. Und so ist es für Frauen auch schwierig zu benennen, was sie eigentlich leisten. Und es ist auch schwierig, Männern klar zu machen, was es bedeutet, wenn die Kinder den ganzen Tag mit ihren Bedürfnissen an die mütterliche Küste branden, während sie lediglich punktuell eingreifen. Denn auch leidenschaftliche Mamas haben davon irgendwann genug. Aber bei ihrem Job gibt es keinen Feierabend.
Wahrscheinlich ist das alles wissenschaftlich erklärbar. Vermutlich ist Oxytocin dafür verantwortlich, das so genannte «Liebes-Hormon», das bei emotionalen Bindungen vom Blickkontakt bis zum Orgasmus beteiligt ist. Frauen bilden während Schwangerschaft und Stillzeit jede Menge davon, und die entsprechende Dröhnung wird mit dem typisch bemutternden Verhalten von Babysprech bis Kuddelmuddel in Verbindung gebracht. Übrigens bilden auch Väter das Hormon. Früher hiess es ja immer, Neugeborene würden dem Vater gleichen, ein Trick der Evolution, dass diese sich um ihren Nachwuchs kümmern. Das würde zumindest erklären, warum Babys bei der Geburt eher unattraktiv wirken. Aber heute weiss man, dass auch Väter auf Oxytocin anspringen. Als Nasenspray verabreicht, soll es sie sogar in zärtliche und einfühlsame Wesen verwandeln, die sich besser in andere einfühlen und sogar Gesichter lesen können.
Aber bevor Sie jetzt in die Apotheke rennen und Ihren Mann mit einem Oxytocinspray attackieren, sollten Sie noch dies wissen: In Sachen Kindern und Familie hat das Hormon bei Männern einen leicht anderen Effekt als bei Frauen. Männer bilden nämlich mit der Vaterschaft ähnlich viel vom Liebes-Hormon wie die Frauen. Aber während Frauen auf Oxytocin dazu neigen, ihre Kinder zärtlich zu umsorgen, bewirkt es bei Vätern eher stimulierendes Verhalten gegenüber ihrem Nachwuchs. Statt dem Sohn Milch zu geben, hätte der Vater ihn also eher dazu angehalten, das Zimmer aufzuräumen. Wobei, das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Das nächste Mal werde ich in der Apotheke nach Oxytocin fragen.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
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Bei unserem 2 jährigen hat auch die Zeit begonnen, wo der vieles ‘läigäää’ machen möchte. Und das lassen wir ihn dann auch. Wenn’s mal ne Überschwemmung gibt, so what? Einzig vor wirklich Gefährlichem versuchen wir Ihn fernzuhalten.
Ich merke als Vater/Mutter ja in der Regel, ob er
a: etwas extra verschüttet (mich dann von der Seite anschaut und ruft ‘Luuusä’)
b: in seiner Begeisterung einfach etwas fahrig ist (mit dem Milchchännli zum Grosi rennen, damit sie Milch in den Kaffee bekommt) oder
c: er etwas zwar gerne selber machen würde, aber schlicht noch nicht kann (respektive darf).
Auch wenn das Ergebnis in allen drei Fällen ein Fleck ist, so denke ich muss ich in den drei Situationen ander reagieren. Was ich nicht verstehe, sind Eltern, die z.B. Ihre Kinder zusammenstauchen, weil Sie im Auto mit den Schoggiguetzli auf’s teure Leder krümeln. Entweder ist es einem egal und man steht drüber, oder es gibt halt im Auto keine (Schoggi-)Guetzli.
Etwas ist mir aber aufgefallen: Wenn’s eher Mut braucht ist der Papa wichtig, und wenn’s Zuspruch und Verständnis braucht, zum Tränen wegwischen und eingeklemmte Finger ‘heilen’, taugt Mami viel besser. Papi kann dann wieder die teschnischen Dinge, (Pfläschterli hole und abschniide) oder die Flecken vom Holztisch kriegen, besser.
und einmal mehr scheine ich die gaaaaanz grosse ausnahme unter vätern zu sein. was die nahrungsversorgung unserer tochter angeht, war hauptsächlich ich verantwortlich, sogar als die sie noch gestillt wurde habe ich sie nachts aus ihrem bett geholt und meiner schlafenden frau an die brust gelegt.
arme frauen, die sich hier immer wieder über ihre emotionale überlegenheit und ihre rückständigen männer auslassen müssen…
Ich nehme an, Du weisst, dass Du keine Ausnahme bist. Nicht in dieser Absolutheit, wie Du das beschreibst, aber eigentlich ist diese Arbeitsteilung doch heute die Norm. Lässt sich aber halt nicht so schön zu Feindbildern instrumentalisieren.
Ändert aber nichts an dem Phänomen, das Michèle beschreibt: Für die Kinder ist trotzdem die Mutter erster Anlaufpunkt. Kann sein, dass es in einer reinen Hausmann-Familie anders ist, aber in der Regel ist das so.
Was mich bei fast allen Beiträgen und Kommentaren stört, ist die Tatsache, dass die Erziehung bzw. Begleitung des Kindes als eine ARBEIT rüber kommt, die im Kern als mühsam und lästig wahrgenmmen wird! Wenn ihr Kinder nicht Begleiten wollt, dann geht doch einfach arbeiten und versucht nicht immer zweispurig unterwegs zu sein. Vermutlich käme nun das Gegenargument, es gäbe schliesslich auch Familien, in welchen beide Elternteile arbeiten müssten. Die gibt es ganz sicher. Nur glaube ich, dass dies nicht diejenigen Mütter bzw. Väter sind, die sich hier eine peinlichst genaue Bilanz betreffend Arbeitsaufwand ziehen.
Meine These:
Eltern, die sich nicht zum Erziehen berufen sehen, sind keine guten Eltern. Von diesen gibt es leider zu viele!!! Die These stütze ich mit dem äusserst aktuellen Thema des Lehrermangels, denn Lehrer müssen sich – dank diesen Eltern (auch MÜTTER) Karriere orientiertenimmer Eltern immer mehr “verzogenen” bzw. verschubsten Kinder behilflich sein. Dass diese dann keine Zeit für die Stoffvermittlung (PISA) haben, ist dann ja konsequenterweise logisch. Hauptsache in der Familienbrieftasche stimmts.
Ah, ich bin eine erfolgreiche Frau! Beruf: Mutter!
Was mich bei fast allen Beiträgen und Kommentaren stört, ist die Tatsache, dass die Erziehung bzw. Begleitung des Kindes als eine ARBEIT rüber kommt, die im Kern als mühsam und lästig wahrgenmmen wird! Wenn ihr Kinder nicht Begleiten wollt, dann geht doch einfach arbeiten und versucht nicht immer zweispurig unterwegs zu sein. Vermutlich käme nun das Gegenargument, es gäbe schliesslich auch Familien, in welchen beide Elternteile arbeiten müssten. Die gibt es ganz sicher. Nur glaube ich, dass dies nicht diejenigen Mütter bzw. Väter sind, die sich hier eine peinlichst genaue Bilanz betreffend Arbeitsaufwand ziehen.
Meine These:
Eltern, die sich nicht zum Erziehen berufen sehen, sind keine guten Eltern. Von diesen gibt es leider zu viele!!! Die These stütze ich mit dem äusserst aktuellen Thema des Lehrermangels, denn Lehrer müssen sich – dank diesen Eltern (auch MÜTTER) Karriere orientiertenimmer Eltern immer mehr “verzogenen” bzw. verschubsten Kinder behilflich sein. Dass diese dann keine Zeit für die Stoffvermittlung (PISA) haben, ist dann ja konsequenterweise logisch. Hauptsache in der Familienbrieftasche stimmts. Ah, ich bin eine erfolgreiche Frau! Beruf: Mutter!
nun verstehe ich endlich, was sich bei den Geburten unserer Kinder abspielte. Mir war wind und weh, als ich meine arme Frau in Qualen gebaeren sah, ja ich fuehlte mich schrecklich, dass ich meiner geliebten Frau so etwas angetan hatte. Ich hielt mich am Bett fest, denn ich war kurz vor dem Umkippen. Und es war mir kotzuebel. Die Hebamme schubste mich beiseite, denn sie wollte nicht auch noch einen Ohnmachtspatienten haben. Doch wie der Kleine nun da war, schoss mir eine gute Dose Oxycotin ins Voderhirn und ich sah meine eigene Haesslichkeit im Gesicht meines Sohnes wieder. Das so ausgeloeste Gluecksgefuehl brachte mich fast zum Oxycotinorgasmus und loeste eine lebenslange Bindung mit meinem haesslichen Sohn aus. Wir gehoerten zusammen, ich war nicht mehr allein haesslich. Was fuer ein Gluecksgefuehl. Doch ueber die Jahre gab das Oxycotin nach, nur meine Frau hatte noch genug davon, was der Bengel natuerlich merkte, und nur noch Oxycotin Milch wollte, natuerlich nicht von mir. Meine Welt brach zusammen, wo ist der Spray…….
lol, sie Armer