Eine Carte Blanche von Mamablog-Leserin S. T.

Die alleinerziehende Mutter und Schauspielerin Salma Hayek.
Vom Vater meines Sohnes hatte ich mich bereits getrennt, als ich bei meinem Frauenarzt den Schwangerschaftstest machte. Zwar war er beim ersten Ultraschall dabei, doch hatten wir unsere Beziehung sechs Wochen vor dem Tag der Offenbarung bereits beendet.
Mein Sohn ist inzwischen 21 Monate alt, ich bin alleinerziehend und – zufrieden!
Immer wieder begegne ich Menschen, welche dies für äusserst seltsam halten. Warum, weiss ich nicht so recht. Natürlich ist es anstrengend, nächtelang aufzubleiben, weil das Kind krank ist. Und wenn es dann wieder gesund ist und zur Krippe geht, sitzt man müde am Arbeitsplatz. Doch sind nicht alle, die arbeiten und Kinder haben, immer müde? Und die, die nicht arbeiten, scheinen sich bei mir genau so oft über Müdigkeit zu beklagen. Wenn nicht öfter. Spielt es da eine Rolle, ob man alleine oder zu zweit im Haushalt ist?
Oft höre ich von meinen Freundinnen, dass die Väter in der Nacht nicht aufstehen, wenn das Kind erwacht. Und dass die Väter meist gar nichts mehr im Haushalt machen, vor allem wenn man sich als Doppelverdienende eine Putzfrau leisten kann. Und da wären wir auch schon beim Thema Geld: Im Unterschied zu Paaren steht man als alleinerziehender Elternteil finanziell tatsächlich nicht besonders gut da, das stimmt. Aber dafür gibt es ganz andere Vorteile. Ich persönlich kann für mich folgende Punkte erkennen:
1. Gebe ich das Kind den Grosseltern oder sonstigen Betreuungspersonen ab, entscheide ich alleine, was ich mit meiner kindfreien Zeit unternehmen möchte: Ich gehe ins Kino, treffe mich mit Freunden, mache Sport. Welchen Film ich schauen möchte, muss ich mit niemandem absprechen. Auch nicht, wo ich was esse in dieser Zeit. Ob ich überhaupt was unternehme oder einfach zu Hause koche und eine DVD schaue, bestimme ich alleine. Natürlich auch, was ich koche. Und welche DVD ich mir anschaue.
2. Ich bin die Erziehungsberechtigte. Ein neuer Partner kann nichts anderes als lieb sein zu meinem Kind, um zu zeigen, dass er mich gerne hat. Verwöhnen ist also erlaubt, erziehen aber nicht wirklich. Ich bin die Chefin im Haus, wenn es um die Erziehung meines Kindes geht. Nur ich darf Regeln aufstellen und diese auch brechen, wenn ich es möchte. Ich bin froh, dass ich nicht immer alles absprechen muss, ich kann es so machen, wie ich es für richtig halte. Tipps sind manchmal willkommen, manchmal auch nicht. Bestimmen tue ich auf alle Fälle alleine. Das ist angenehm und erspart mir viele Diskussionen. Meistens bin ich dann zufrieden mit meinen Entscheidungen und kann mit gutem Gewissen schlafen gehen.
3. Ich habe viel sogenannte «Quality Time» mit meinem Sohn. Oft unternehme ich mit ihm bewusst Sachen alleine. Wir fahren zum Beispiel Fahrrad, er sitzt im fixmontierten Kindersitz, auf dem Kopf den blauen Helm und ich zeige ihm, verschiedene Gebäude, Orte und Strassen, welche mein Leben geprägt haben. Mir ist klar, dass er noch nicht versteht, was ich ihm zeige und erkläre, doch eines Tages wird er verstehen, dass ich ihm eines meiner Lieblingsrestaurants im Quartier zeige, wenn auch nur von aussen oder wo ich zur Schule gegangen bin. Ich habe das Gefühl, dadurch eine speziell innige Beziehung zu meinem Sohn zu haben, welche mich unglaublich glücklich macht. Unsere Zeit zu Zweit ist wunderbar, da sind dann einfach nur er und ich. Und der Rest der Welt ist um uns herum, als wären wir in einer «Mami-Sohn-Seifenblase».
Als alleinerziehende Mutter habe ich oft das Gefühl, die Leute empfinden mir gegenüber eine Mischung aus Respekt und Mitleid. Die Wahrheit ist aber, dass es vor allem Mut gebraucht hat, mich für das Kind zu entscheiden – mit dem Wissen, dass ich eine alleinerziehende Mutter werde. Ich bin wirklich stolz auf mich – und wie gesagt: zufrieden!
Darf man das sagen?
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und erwartet ihr erstes eigenes Kind.
Jeanette Kuster ist Redaktorin bei einem Fachmagazin, freie Journalistin und Mutter eines zweijährigen Mädchens. Vor der Geburt ihrer Tochter war sie bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Jeanette Kuster lebt mit ihrer Familie in Zürich.
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Betrachten wir die Situation doch mal umgekehrt:
Ein Vater nimmt das Kind unmittelbar nach der Entbindung an sich, und lebt sein eigenes Leben mit dem Kind. Er muß sich an keinerlei mütterliche Vorgaben halten, kann machen was er will. Mutter? Egal, zumindest nebensächlich. Hauptsache Papa muß niemanden fragen welche DVD abends geguckt wird.
Aber nein, DAS wäre natürlich mütter- und kinderfeindlich…
Macht die jedoch die Mutter genau dasselbe, ist das schon ok, hauptsache sie fühlt sich gut, oder wie?
Liebe Damen, stellt euch doch mal vor euer Partner würde das genauso machen, dann würdet ihr das vermutlich ganz anders sehen.
Übrigens: Das Modell “Ich-bestimme-allein-was-mit-meinem-Kind-passiert” ist das gelebte Modell im Iran. Nur um mal aufzuzeigen, wie weit manche hier schon die Kindbesitzer-Mentalität verinnerlicht haben.
@ HorstKevin oder ein Mann nimmt sich alles Geld nach erfolgreicher Firmengründung (Zahltag) und macht sich aus dem Staub und lässt die Frau mit den Kindern alleine.
ich wüsste in jedem Fall nicht, was ich von meinem Ex alles verlangt hätte, nur damit ich bei ihm bleibe. Geschweige denn, habe ich ihn immer runtergemacht “er sei nichts wert und ohne mich absolut aufgeschmissen”. Er ist gegangen, es gibt ja schliesslich genug Frauen, warum soll er sich um eine Beziehung mit mir “anstrengen”. Nur, hat das mit dem Sozialamt nicht funtkioniert, der ist ja aus alles Wolcken gefallen. Da verlässt er mich und ich lande noch nicht mal auf dem Sozialamt oder am Sihlquai. Hahaha. Auch ich habe ein Minimum an Wertempfinden und das lasse ich mir nicht gerne vor die Nase reiben. So wie ein Stück Fleisch. Was kann ich denn dafür, dass ich den Mann gerne gehabt hätte, gerne eine Familie wollte und er von mir erwartet, dass ich zumindest auf allen vieren krieche, wenn ich denn schon einmal ein Mann haben könnte. Adios amor, ich verstehe deine Fremdsprache nicht.
NOTABENE ALLEINEERZIEHEND UND SEHR; SEHR SEHR SEEEEEHHHHHHHRRRRRRRRRRRR GLÜCKLICH.
Solltest vielleicht mal deine Kriterien für die Auswahl deiner Männer überdenken. Das war wohl echt ein Griff ins Klo
Hätte dir aber auch mit einer Frau passieren können. Dieses Verhalten ist nicht ans Geschlecht gekoppelt, ich hatte auch schon ähnliche verkorkste Partnerinnen. Wenn du die Suchkriterien ev. mal vom rein äusserlichen auf den guten Charakter eines Partners verlegst, dann wirst du wohl auch viel glücklicher sein. Ist ein Versuch wert.
Sag mal, ist es nicht schön,
Wenn Dir der Sonnenuntergang
allein’ gehört
Dann stößt Du auf Dich an und
Darauf, dass niemand dabei stört
Und fühlst Du Dich nicht auch
am wohlsten dort,
Wo Du keinen triffst
Dann lass’ Dir Zeit,
Doch sag’ Bescheid,
Wenn’s das mal nicht mehr ist
-
-
Max Herre, “Sag Bescheid”
-
-
Ich bin auch alleinerziehend und zufrieden.
Und würde mir nichts sehnlicher wünschen, als das tägliche Mamiglück mit einem Partner teilen zu dürfen. Prost!
Nein Markus, diese Frau ist nicht von Männern geschädigt sondern vorallem von Ihresgleichen – den Frauen. Von solchen welche zu den Stammleserinnen der trivialen Belletristik mit Zielgruppe Frau zählt – macht ja heute bereits den Grossteil der Auslage in Buchhandlungen aus – und der ‘Wir-sind-ach-so-coole-Powerfrauen”-Bewegung. Ein Opfer der undifferenzierten und gender-einseitigen medialen Berieselung also – Frauen können ja nur Opfer sein. Wenn Frau dann noch vergisst trotz der aktuellen gesellschaftlichen Gleichstellungsdogmen dann noch vergisst ab und zu trotzdem ihr Hirn zu benutzen um all die sektenartig tausendfach wiederholten Glaubenssätze und vermeintlichen Wahrheiten zu hinterfragen, dann ist es auch schon passiert. Ja der Zeitgeist……es ist zu hoffen, dass diesbezüglich die Zeit wieder den Geist zur Vernunft bringt…..
Was mir bei solchen Themen immer wieder auffält: Wer keine bitteren Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht hat und noch nicht geschieden oder getrennt ist, gerät argumentativ schnell einmal ins Hintertreffen.
Mir fehlt dieser Hintergrund beispielsweise vollkommen. Schade eigentlich, dass solche Dikussionen immer von gebrannten Kindern dominiert werden. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache.
Warum habt Ihr Euch eigentlich so unmögliche Partner oder Partnerinnen ausgesucht? Hat man sich vor der Familiengründung denn nicht lange genug gekannt? Ich dachte immer, Frauen hätten hier so eine Art siebten Sinn..? Wo’s bei den Männern leider häufig mangelt, weiss ich nur zu gut (Herz in der Hose u. ä.). Man könnte sich ja auch einmal ganz nüchtern über die zukünftige Partnerin Gedanken machen! Oder muss es immer Pamela Anderson sein?
Naja Marcel, Menschen wandeln sich mitunter, Umstände verändern sich, durch Belastungen treten ganz unbekannte Seiten hervor- Du kennst das ja alles.
“Und zwar weil ich nicht daran glaube, dass nach einer Scheidung ein Zustand herbeigeführt werden kann, der schon während der Beziehung nicht existiert hat. Da müsste man den Hebel schon anderswo ansetzen. Hier hingegen beginnt man mitten in der Problemzone. Sinnvoller wäre es, ganz am Anfang anzusetzen- Stichwort Rollenwandel.”
Auch der vollkommenste abgeschlossene Rollenwandel schützt nicht vor Arbeit an sich selber,
Erkennenwollen der eigenen Verhaltensmuster und deren Herkunft,
der partnerschaftlichen Sprengstoffthemen,
das sich aneignen eines konstruktiven Konfliktmanagements,
um das alles kommt niemand der eine langfristige erfolgreiche Partnerschaft erleben möchte,
und am besten geht es wenn da Beide mitmachen, deshalb wäre es von Vorteil wenn solche Dinge auch schon zu Beginn von Beiden festgemacht werden würden, über die Bereitschaft sich auf diesen Prozess einzlassen gesprochen wird, und zwar richtig gesprochen nicht bloss drüber romantisiert.
@Marcel: genau. Es sind aber gebrannte Kinder beiderlei Geschlechts, und ob nicht Absicht dahinter steckt, ein Kind mit einem Mann zu zeugen, von dem man annehmen muss, dass er abspringt, ist auch nicht klar. Hat ja auch Vorteile, wenn man alleine Herrin und Meisterin ist.
Und zu den empörten Herren der Schöpfung hier: es gibt ein einfaches Mittel, nicht in die Rolle des zahlenden Dummkopfes zu geraten: Gummi drum. Wer in der Situation ist, wie der Erzeuger ganz oben, der hat halt auch sein Gehirn in einer gewissen Situation auf Stand-By gehabt. Oder ausgeschaltet.
Ich bin auch alleinerziehend und “zufrieden”. Bloss würde ich mir nichts sehnlicher wünschen, als mein Mamiglück mit dem geliebten Partner teilen zu können. Da bin ich wohl zu wenig egoistisch, dass mir mein Glück für mich ganz alleine reicht.
Und warum habt Ihr Männer geschlechterpolitisch so lange geschwiegen? Weil’s irgendwie doch geht, doch gehen muss? Warum haben sich Männer analog zu den Frauen vor dreissig Jahren nicht früher für ihre Rechte (und Pflichten) stark gemacht?
Nun gut, jetzt regelt ja der Zeitgeist das, was Männer eigentlich selber zustande hätten bringen müssen. Insofern löst sich also jedes Problem tatsächlich von selbst, man muss nur lange genug warten. In der BRD sind sie im Falle von Scheidungen / Sorgerecht für Unverheiratete schon einen entscheidenden Schritt weiter:
Ehepartner könnten künftig leer ausgehen
Ganze Artikelserie über das neue Sorgerecht bei unverheirateten Paaren in Deutschland, sehr lesenswert!
Und in der Schweiz wird gerade über eine Revision des Sorgerechts diskutiert:
http://www.mannschafft.ch/aktuell/mannschafft-news/439-das-gemeinsame-sorgerecht-flle-eltern-jetzt-mch
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Geschiedene-Vaeter-haben-kuenftig-mehr-zu-sagen/story/12568874
Wobei beachtet werden muss, dass die Gerichtspraxis mindestens ebenso entscheidend ist, wie die Gesetzeslage.
Wobei ich noch anmerken muss, dass ich dieser Revision in der Schweiz äusserst kritisch gegenüberstehe. Und zwar weil ich nicht daran glaube, dass nach einer Scheidung ein Zustand herbeigeführt werden kann, der schon während der Beziehung nicht existiert hat. Da müsste man den Hebel schon anderswo ansetzen. Hier hingegen beginnt man mitten in der Problemzone. Sinnvoller wäre es, ganz am Anfang anzusetzen- Stichwort Rollenwandel.
Würden all die Frauen nicht ihre ganze Liebe aufs Kind verlagern, wenns dann da ist, dann gäbe es nicht so viele alleinerziehende
Mütter! Sprüche wie:” Es braucht keine Männer, es gibt ja Samenbanken!”, widern mich an. Diese stammen wohl aus den Mündern total selbstverliebter Emanzen, die gar nicht wissen, was es bedeutet, bedingungslos geliebt zu werden.
Gute Besserung euch!
Ich denke, es ist umgekehrt: wer sein Kind wirklich liebt, tut ihm die symbiotische Zweierkiste Mami-Kind nicht an.
Nun, so ganz ohne Mann, mit dem frau sich einig werden muss bzgl. Wochenenden, Ferien usw. geht es ja wohl nur im Fall, wo sich der Vater ins Ausland absetzt oder das Kind via Samenbank gezeugt worden ist. Einer Bekannten von mir ist das passiert, das Kind war erst ein paar Monate alt, und etwas Besseres hätte ihr nicht passieren können. Der Staat schiesst die Alimente vor und sie hat ihre Ruhe-allen Aussenstehenden war klar, dass die beiden hinten und vorne nicht zusammenpassten. Mitleid als verlassene Mutter bekam sie auch von allen Seiten. Ich habe meinen Mann nach 14 Ehejahren verlassen, die Kinder waren 10 und 12- ich bekam wenig moralische Unterstützung. In meiner Familie wären sie viel besser klar geworden mit der armen, verlassenen Frau, die man bemitleiden und umsorgen kann. @ Marcel Zufferey: mit dieser Frage habe ich mich lange gequält, bis ich endlich den Mut zur Ehrlichkeit hatte. Meinem Mann habe ich übrigens weder die Kinder vorenthalten noch muss er mir Alimente bezahlen- der Besitz wurde aufgeteilt. Trotzdem war das fortane Elternsein wegen seinem nicht vergehenden Groll echt mühsam- ich habe mir oft gewünscht, er hätte sich abgesetzt, es wäre sowohl für mich wie die Kinder leichter gewesen.
Schön, wenn eine alleinerziehende Mutter sich darüber freuen kann alleine zu sein und sich nicht nur über denn alltäglichen Wahnsinn beklagt. Kenne genügend nicht alleinerziehende Mütter die darüber klagen.
Es freut mich auch, dass sie das Kind behalten hat im Wissen, den Vater nicht an Ihrer Seite zu haben. (Wo ist dieser dann geblieben? Kann will oder soll er sich um das Kind kümmern?)
Trotzdem. Ich möchte nicht alleinerziehend sein. Und dies aus folgenden Gründen:
1. Die Symbiose die aus Mutter und Kind entsteht bei all den gemeinsamen Unternehmungen ist nicht nur positiv. Es entsteht eine eingespielte Routine/Sichtweise, aus der Frau und Kind nicht austreten kann. Mein Mann, der Vater meiner Kinder, sieht Dinge einfach anders, macht Dinge anders. Dies ist nicht immer nur einfach, aber viel spannender. Gerade für die Kinder. Und als Denkanstoss für mich.
2. Ich liebe meine Kinder, aber manchmal könnte ich sie auf den Mond schiessen, an die Wand nageln oder verschenken. Natürlich nur für kurze Zeit. Ich bin einfach froh, dass in solchen Situationen ein Partner da ist, der mich unterstütz. Als Alleinerziehende habe ich ja nie Pause. Zumindest in meiner Vorstellung. Trotz Partner und Grosseltern habe ich sehr selten eine freie Zeit, in der ich die DVD oder das Essen für mich alleine bestimme oder einfach nur rumhängen kann. Was auf die Verfasserin anscheinend nicht zutrifft, verfügt sie doch über massig Zeit nur für sich?
Wenn ich diesen Beitrag lese, tut mir diese Mutter und ihr Kind leid. Vielleicht war ihr Ex ja ein Arsch, vielleicht hat sie schlechte Erfahrungen mit Männern gehabt. Aber das ganze klingt wie eine Trotzreaktion. Seht her, ICH ziehe mein Kind alleine gross und bestimme ALLEINE was wie wo und warum. Ist doch einfach traurig. Und einen neuen Partner findet sich so bestimmt auch nicht. Wahrscheinlich ist die Frau sehr jung.
Leute die allzulaut verlauten lassen wie glücklich sie sind, sind’s meistens so ganz.
Ich stimme Dir grundsätzlich zu.
Der grösste Mangel der Geschichte dieser ST ist es aber, dass wir nichts über die Vorgeschichte mit dem Vater wissen (und wir müssten nicht nur die Version von ST, sondern auch die vom Vater kennen). Dies würde vielleicht einiges erhellen.
Ich nehme ihr dennoch nicht ganz ab, dass sie derart glücklich ist (aber wir wissen ja nichts genaues). Während einer Krankheit meiner Frau musste ich auch mal für knapp drei Monate alleine den Laden schmeissen (natürlich ohne Alimente und mit 100%-Job). Irgendwie geht es, es ist vor allem eine Organisationssache. Wir hatten Leute die mir halfen, Freunde, Nachbarn, Familie. Lustig war es nicht, sondern Knochenarbeit und viel Improvisation. An “quality time” kann ich mich nicht wirklich erinnern.
Das positivste war, dass die Kinder, damals beide noch knapp im Vorschulalter, irgendwie mitgezogen haben. Sie waren viel braver als sonst – irgendwie haben sie begriffen, dass wir jetzt zusammenhalten müssen. Der Druck für sie war riesig, zuerst die Mutter im Spital, dann krank zu Hause. Ich hatte aufgrund dieses Drucks eigentlich sogar eine gegenteilige Reaktion erwartet. Dennoch: nein, so eine Situation brauche ich nicht mehr.
Schmerzen.
Zwei Wörter.
Schlafe in Ruhe.
Süsse Folter.
Süss und düster.
Der Schrei.
Die göttliche Liebe?
Die Täuschung.
Der Mann düster.
Der Haufen Unschuldiger.
Das Plädoyer.
Erwartet.
Am Nachmittag.
Dies ist Liebe, das ist die Liebe, glaube ich …
Ich, Ich, Ich …
Viel Spass mit dem Kind wenn es einen eigenen Willen entwickelt und auch Ich Ich Ich zu sagen anfängt. Dieser Blogbeitrag wird der Autorin in ein paar Jahren sehr sauer aufstossen.
Schon mal etwas gehört von Kommunikation? Jeder Mensch hat seine eigene Persönlichkeit ob Mann oder Frau. Lesen Sie mal das Buch “Die Kunst ein Egoist zu sein”, den Namen des Autors ist mir nichtmehr geläufig, machen Sie sich schlau im Wikipedia.
@heidi reiff
Der Autor hiess Josef Kirschner. Der Titel und Untertitel des Buches lauten: “Die Kunst, ein Egoist zu sein: Das Abenteuer, glücklich zu leben, auch wenn es anderen nicht gefällt”. Genau darum geht es übrigens im geschmähten anderen Bl=g.
Das Buch ist vor allem anderen eine Anleitung, wozu autogenes Training gut ist und wie man es erlernt. Abgesehen davon erfährt man noch, wie das Publikum von den Medien manipuliert wird und dass man lieber sich eine eigene Meinung bildet und sein eigenes Leben führt.
“Im Ausgang erlebe ich immer wieder wie alleinerziehende Frauen auf Beuteschau sind um einen potenten (finanziell) Ersatzvater zusuchen.” Das ist definitiv so, ja. Fällt mir immer wieder auf.
Glauben Sie mir ich weiss wovon ich rede ….
“Ein neuer Partner kann nichts anderes als lieb sein zu meinem Kind, um zu zeigen, dass er mich gerne hat. Verwöhnen ist also erlaubt, erziehen aber nicht wirklich. Ich bin die Chefin im Haus, wenn es um die Erziehung meines Kindes geht. Nur ich darf Regeln aufstellen und diese auch brechen, wenn ich es möchte.”
Aus meiner Erfahrung ist das eine grosse Illusion und eine grosse Gefahr für den Familienfrieden.
Das sehe ich auch so.
Hatten wir doch alles schon mal. In dern 90-er Jahren waren in den Systemmedien verheiratete oder in fester Partnerschaft lebende Mütter so was von out.
Mit anderen Worten alleinerziehende Mutter zu sein wurde zu einem (wenn man den “In” sein wollte) wichtigen Modeaccesoire.
Das herrschende Scheidungsrecht trug das seine dazu diese Entwicklung auch noch zu fördern.
Und alle fliegen auf den selben Trick rein: Niemand weiss, was mit dem Vater ist- und genau auf diese Lücke entfallen 95 Prozent aller Kommentare.
Das macht die Sache auch nicht besser, die Lücke bleibt bestehen.
Nun ja, ist das so wichtig? Es geht ja nicht um die Schuldfrage hier, sondern darum, dass eine Mutter das grossartig findet, ihr Kind ohne Vater gross zu ziehen. Sie könnte sich ja auch bei einer Samenbank bedient haben, die wohl konsequenteste Art, diese Art Egoismus auszuleben. Arme KInder.
Der Verbleib des Vaters würde aber den in diesem Beitrag zu Markte getragenen Egoismus entweder als Selbstschutzmassnahme rechtfertigen oder als absoluten Egotrip entblössen. Mit einer Schuldfrage hat das eigentlich nichts zu tun. Es geht nur um eine inhaltlich vollständige Wiedergabe der Lebenswirklichkeit von dieser Autorin.
Solange diese Mutter nur ab und zu einen Bettgespielen nach Hause bringt, solange funktioniert möglicherweise:
Wenn das aber echt ein “Partner” sein soll, dann funktioniert das höchstens mit einem Waschlappen, der sich mit Bier und Chips vor den Fernseher fläzt und sich nicht um den Balg kümmert.
Spätestens wenn der Bub dann pubertiert ist fertig mit Bier, Fernsehen und Partner. Da gibts dann mächtig Krach, wenn der einzige Mann im Haushalt ein alternder Bubi ist und der Bub sich daran messen soll.
Auch wenn ich den Beitrag nicht in allen Punkten gut finde, so bin auch ich ebenfalls froh alleinerziehend zu sein.
Das Leben ist um einiges einfacher, wenn man es nur noch für zwei Kinder und einen Erwachsenen organisieren muss. Dazu spart man ganz viel Energie ein, weil man nicht mehr alless und jedes durchdiskutieren muss.
Auch habe ich deutlich mehr Geld zur verfügung weil ich eben alles vorhandene Geld so einteilen kann wie es mir und den Kindern nützt. Der arme Vater fährt finanziell wahrscheinlich sogar besser als wenn er mit den Kindern zusammen wohnen würde. Schliesslich sind die Ausgaben für Kinderbetreuung, Musikunterricht, Kleider, Freizeit und so weiter höher als das was er an Alimenten bezahlt und ich koste ihn natürlich rein gar nichts mehr.
Die Kinder kann er bei sich haben, wann immer es ihm passt und hat trotzdem alle Vorteile eines Kinderlosen mit Ausgang jedes Wochenende, Ferien zu zweit mit seiner Freundin,…
Und dass er die Kinder nicht erzieht, ist ein wirklich grosser Vorteil für die Kinder!
Ich bin nun fast fünf Jahre alleinerziehend und habe absolut keine Lust das zu ändern. Oft wundere ich micht, warum andere das so toll finden was ich leiste, weil ich habe ja den Vergleich und es ist ohne Partner um so vieles einfacher und weniger anstrengend!
Hunderte von Kommentaren, zu einem guten Teil von durch und durch altruistischen Männern. Dabei: Wer ohne Egoismus ist, werfe den ersten Stein.
Warum nur darf eine alleinerziehende Mutter nicht einfach glücklich sein? Nach bald 500 Kommentaren bin ich immer sprachloser!
Egal aus welchen Entscheidungen sie alleinerziehend geworden ist…
Was für ein Hass sich hier entlädt finde ich ungeheuerlich.
@Hutmaier
Hass?? Nein, nur Realismus und Lebenserfahrung. Die Frau Träitel ist noch jung und ganz offensichtlich reichlich unbedarft.
@Markus Schmidli
wenn all diese Stimmen auf der Lebenserfahrung dieser Leute beruhen dann Prost. Ich bin nicht mehr so “jung und unbedarft” wie die Autorin des Artikels und finde es trotzdem toll, wie sie es macht.
Mir graut es mehr von all den Alleinerziehenden in Opferhaltung und denen aus unglücklichen Beziehungen (die nichts an diesem Zustand verändern), diese schaden meiner Meinung nach den Kindern mehr als glückliche Mütter – egal in welcher Lebenssituation. Das sagt mir meine Lebenserfahrung.
Vielleicht müssen Männer einfach sehen, dass sich nicht alle Männer vorbildlich um den Nachwuchs kümmern und Frauen, dass Männer mehr in die Verantwortung genommen werden…. wenn sie denn wollen.
Leider schreibt das Leben aber andere Geschichten und mir gefällt jeder, der für sich und seine Kinder das erdenklich Beste macht, ohne das in so einer ungeheuren Art und Weise über ihn gerichtet wird.
@Hutmaier
Mir geht es auch so, es ist wirklich ungeheuerlich, soviel Frust und Hass, nur weil eine Frau ausdrückt, dass sie alleine mit ihrem Kind glücklich ist. Dass deren Frauen offenbar auch das allein Leben vorgezogen haben, ist nicht erstaunlich, mit solchen Zeitbomben ist man des Lebens nicht mehr sicher.
@Kate Bush
Das soll ein Argument sein? Auf welche Grundgesamtheit bezieht sich Ihre Aussage, man sei mit solchen Männern seines Lebens nicht sicher? Wie haben Sie die Stichprobe ausgewählt?
IHR Kind? Soweit mir bekannt ist, hat das Kind ZWEI Elternteile…
ok. ok. vielleicht ist Hass ein zu starkes Wort, meine Entrüstung gegenüber der Art und Weise allerdings kann ich nicht verstecken. Da werden dieser Frau Dinge unterstellt, von der sie nichts geschrieben hat und Mutmassungen angestellt über das Schicksal dieses Kindes, dass einem schwindelig wird.
Kinder mit ehelichen Eltern können glücklich sein und Kinder von Alleinerziehenden auch.
Halt halt, die Zeitbombe bezog sich auf all die hasserfüllten Kommentatoren, nicht auf den abwesenden Vater des Kindes der Autorin, der vielleicht von sich aus nie eine Rolle im Leben seines Kindes spielen will. Es werden zu viele Frauen umgebracht von ihren ehemaligen Partnern, die nicht klar kamen damit, dass die Frau gegangen ist. Prominentes Beispiel: Corinne Rey Bellet.
Die Zeitbombe ist vielmehr bei der Mutter zu vermuten, denn irgendwann wird das Kind den Ego-Trip der Mutter durchschauen, und höchst unbequeme Fragen stellen, auf die die Mutter keine Antwort hat.
“Da werden dieser Frau Dinge unterstellt, von der sie nichts geschrieben hat”
Das war ja das Ziel dieses Artikels- er lebt von einer Lücke. Einer relevanten Lücke noch dazu: Was ist mit dem Vater?
hmm…, ein klassischer fall von: mut zur lücke!
mit oder ohne Lücke, jedenfalls eine gute Nacht!
hmm…, danke gleichfalls.
Dass der Vater keine Erwähnung wert ist, spricht für sich.
In wie fern spricht dies für sich?
a) War er solch ein Egoist/Idiot, dass er es nicht wert ist erwähnt zu werden?
b) War/ist S. T. solch eine Egoistin/Idiotin, dass er es nicht wert ist erwähnt zu werden?
c) Da hatten sich zwei gleiche gefunden?
d) Beide sind Opfer einer Intrige geworden?
e) …
Die analyse von Martin schliesst m. E. a) aus. Ich würde eher auf b), c) oder emanzipationsbedingt, da heute kaum eine Frau öffentlich ein par positive, ehrenwerte Worte über Männer sagen will, auf d) tippen.