Leben


Michèle Binswanger am Donnerstag den 2. September 2010

Sextherapie

Und nun zu etwas ganz anderem. Ich muss schliesslich auch mal entspannen. Und deshalb reden wir heute über etwas Einfaches: Sex. Morgen und übermorgen auch. Von nun an jeden Tag, ein ganzes Jahr lang. Das ist Ihnen zu viel? Keine Angst, war bloss ein Scherz – wir sind schliesslich nicht verheiratet. Beschränken wir das Sexthema vorerst auf heute. Dafür wollen wir über täglichen Sex sprechen. Im Elternschlafzimmer. Mit dem langjährigen Partner. Sie sind dabei? Dann los.

MAMABLOG-CHARLA-MULLER-HOCH

Womöglich sollten wir uns ein Vorbild an ihnen nehmen: Charla und Brad Muller.

Zunächst die Sachlage: Sex ist in den meisten Beziehungen, zumindest zu Anfang, eines der Haupttriebwerke. Im Taumel der frühen Elternjahre gibt es dann oft stotternd und spuckend den Geist auf. Und wird es erst mal in die Garage gestellt. Da setzt es dann Staub an. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Frauen müssen ihren Körper nach einer Geburt neu sortieren, die Männer sind verunsichert. Aber ohne Triebwerk geraten die meisten Beziehungen mit der Zeit in Schieflage. Obschon naheliegend, ist es allerdings gar nicht so einfach, das Ding da wieder rauszuholen und in Gang zu kriegen. Denn erstens hat man schliesslich genug anderes zu tun und zweitens ist es den meisten peinlich, über ihre Bedürfnisse zu reden. Oder darüber, dass man momentan eben keine hat.

Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Nämlich nicht darüber zu reden, sondern es einfach zu tun. Jeden Tag. So jedenfalls machte es Annie Brown. Sie offerierte ihrem Mann Douglas zum vierzigsten Geburtstag ein spezielles Geschenk: Täglich Sex, 101 Tage lang. Andere durchqueren zu Fuss die Wüste Gobi. Die Browns verlegten sich auf Ausdauersport im Ehebett. Das Experiment war eindrücklich genug, dass Annie Brown es schliesslich zu einem Buch verarbeitete. Titel:«Just do it».

Ein ähnliches Experiment machten Charla und Brad Muller, die ein Jahr lang täglich Sex hatten – und ebenfalls ein Buch darüber schrieben. Natürlich haben die beiden etwas ganz anderes erlebt, aber das Fazit bleibt dasselbe: Die Beziehung profitierte auf er ganzen Linie von der Sextherapie.

Es mag nicht jedermanns Sache sein, einen Sexvertrag mit seinem Partner abzuschliessen, und der Gedanke, seinen Trieb einem Stundenplan unterzuordnen, ist nicht sonderlich romantisch. Viele Paare gehen davon aus, dass sie sich erst grundsätzlich wieder näher kommen müssten, dann würde sich das Sexualleben schon von selber einstellen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es auch umgekehrt funktioniert. Vielleicht nicht für jedermann. Aber viele Paare würden staunen, wie viel in Bewegung kommen kann, wenn man sich Sex verordnet. So wie man sich Sport verordnet. Um dann plötzlich zu merken, dass man es richtig braucht. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie des National Opinion Research Center Chicago. Paare mit regem Sexleben schätzen ihre Partnerschaft als glücklicher ein als ihre sexfaulen Kolleginnen und Kollegen, so sagt der Leiter der Studie, Tom W. Smith. Zwar sei nicht klar, ob glückliche Paare einfach mehr Lust hätten oder ob häufiger Verkehr die Paare glücklicher mache. Wahrscheinlich spielten beide Faktoren eine Rolle.

Was ich persönlich dazu sagen kann: Mehr Sex bedeutet grössere physische Nähe. Das führt automatisch zu einem intimeren emotionalen und geistigen Verhältnis. Und wer das pflegt, ist auch eher daran interessiert, Konflikte und Streitigkeit gütlich aufzulösen und schnell aus der Welt zu schaffen. Ausserdem macht es einfach Spass, wenn das potenteste Triebwerk wieder einwandfrei funktioniert. Oder was meinen Sie? Können Sie sich eine Sextherapie vorstellen?

279 Kommentare zu „Sextherapie“

  1. Katharina sagt:

    “Nos amamos…” decía nostálgica Palmera al narrarle la historia al marqués y sorbiendo golosamente una copa rebosante de “Sandemann” (Very Old Tinto).
    “Nos amamos con pasión…”

    El marqués lloró un poquito para ponerse a tono con la melancolía de su pidolo, y luego -interesadísimo- preguntó.

    - ¿Y cuánto tiempo os amasteis?
    - Ciento veintidós espasmos.
    - ¿Divididos entre…?
    - Cuatro meses justos.

    El anciano aristócrata sacó su estilográfica e hizo números en un márgen de “la carta”. Al acabar, declaró:

    - A espasmo diario.
    - No, marqués. Jamás he amado con metrónomo. Además hay días en que las mujeres tenemos que prescindir de amar.

    • Katharina sagt:

      Auf Deutsch:

      “Wir lieben uns…“ sagte Palmera nostalgisch als sie dem Marquis die Geschichte erzählte und ein Glas randvoll mit Genuß” Sandermann “(Very Old Red) sippte.
      „Wir lieben einander leidenschaftlich…“

      Der Marquis weinte ein wenig, um in Einklang mit der Melancholie seiner Bockspringereien zu kommen, und fragte dann ganz interessiert:

      - Und wie oft haben Sie geliebt?
      - Hundert und zwanzig Spasmen.
      - Verteilt auf…?
      - In etwa vier Monate.

      Der alte Aristokrat nahm seinen Stift und hatte eine Spanne von Zahlen im “Schreiben.” Als er fertig war, sagte er:

      - Eine täglicher Krampf.
      - Nein, Marquis. Nie habe ich mit einem Metronom geliebt. Darüber hinaus gibt es Tage, an denen Frauen ohne Lieben auskommen müssen.

  2. Die biologische Evolution hat die mit Lust kombinierte Sexualität ja nur geschaffen, um die Fortpflanzung der Spezies
    Mensch zu sichern, genau so wie den Trieb, zu essen und zu trinken, d.h. Hunger und Durst. Weil aber der Mensch
    aus unerfindlichen Gründen ein kulturschöpferisches Wesen ist, hat er aus Hunger und Durst die Kochk u n s t und
    aus der Sexualität die E r o t i k geschaffen, also Schmuckformen wie Edelsteine und schicke Kleider. Wobei auch
    die letzteren beiden wieder der Erotik dienen. So wie man sich nicht besaufen und auf das tägliche Tortenessen
    verzichten soll. so ist es klug, auch die Erotik nicht durch Uebermass zum rein biologisch bedingten Sex und Lust-
    konsum veröden zu lassen. Entweder wird man krankhaft süchtig (Nymphomanie, Satyriasis) oder dessen über-
    drüssig. Das Mass ist das Geheimnis aller Freuden, zwar individuell unetrschiedlich, aber stets in Grenzen. Erkenne
    dich selbst! Nichts zu viel! – Das waren Leitsprüche der antiken griechischen Kultur. K u l t u r ist menschlich.

  3. Tommy N. sagt:

    Mit dem Sex halte ich es wie mit dem Geld und dem religiösen Glauben: Es ist schön, wenn man davon viel hat; aber deswegen braucht man noch lange nicht ständig davon zu reden. Ausser mit den wenigen Vertrauten, die ich da einbeziehe.

  4. Bitta sagt:

    toll, so wird Sex der Arbeit gleich gestellt: man geht hin, auch wenn man keinen Bock hat, spult lustlos sein Pensum ab, weil man einen Vertrag unterzeichnet hat.. und ich habe noch nie erlebt ,dass die Arbeit umso mehr Spass macht, je öfter und länger ich arbeite..

  5. sepp zürcher sagt:

    Meine Frage an viele der kommentierenden Männer, deren Frau nach der Geburt keinen Sex mehr wollte: Habt ihr das nicht schon am Anfang der Beziehung gemerkt, dass das so kommen würde? War ihr Sex nicht immer schon nicht so wichtig? Oder verwandelt sich Frau mit ihrem Sexleben tatsächlich von heute auf morgen? (Habe selbst keine Kinder, deshalb die Frage)

    • Albatros sagt:

      @ Sepp, ich persönlich bin mit meiner, nun Exfrau, zusammen sehr Glücklich gewesen. Sex hat uns zusammengebracht und ich bin der Meinung, dass eine Partnerschaft Sex beinhalten soll. Sonst ist das für mich eher eine WG. Ich konnte mir gut vorstellen mit dieser Frau bis ins hohe Alter Sex zu haben ohne dass es langweilig wird. Wir hatten auch etwa drei Jahre täglichen Sex. Dann wurde sie Schwanger und ja, da änderte sich vieles. Gerade die Schwangerschaft gewöhnt einen Mann daran, enthaltsamer zu sein. Er muss sich auch ändern. Ich für meinen Teil würde keine Beziehung führen ohne Sex, aber nun sind ja da Kinder, eine grosse Zukunft, unterwegs. Das will man doch für den Sexualtrieb nicht hergeben. Also nahm ich halt in Kauf wenig Sex zu haben und ich begriff die Männer, die ihren Ausgleich sonstwo holen. Wenn die Kinder dann da sind, sich die Frau von der Geburt erholt hat, geht ein paar Monate, ist es schwierig wieder anzuknüpfen. Man ist Eltern geworden und die Kleinen müssen umsorgt werden, da bleibt nur ein kleiner Zeitpunkt für Gemeinsamkeiten. Meine Ex, hatte, als das Lustempfinden wieder aufkam blöderweise zu anderen Zeiten Lust als dass es möglich war. Und übrigens ist mann mit Kindern am anfang Abends hundemüde. In diesem Fall würde die Therapie greiffen, mit dem Beginnen kommt auch die Lust. Egal, ich blieb Treu, nahm Rücksicht, hatte Sex wenn sie wollte und das ging so sieben Jahre. Die Kinder kamen in die Schule, ihr wurde es langweilig und verliebte sich in einen Anderen, für den sie mich verliess. So geht das….

      • sepp zürcher sagt:

        danke für deine antwort.
        keine tolle sache.
        auch wenn möglicherweise andere eltern andere erfahrungen gemacht haben: klingt recht abschreckend.

  6. Albatros sagt:

    Ja hat mich auch sehr abgeschreckt, und glaube mir, ich bin mit sehr gutem Gefühl in dieses Leben gegangen. War wohl zuwenig mich selber.. Was mich in der Sexfrage in der Partnerschaft beschäftigt, ist, dass ich glaube, dass die Frauen mehr auf ihre Kosten kommen als die Männer. Meist will der Mann ja sowieso, die Frau aber nur wenn sie grad Lust dazu hat. Ich fühlte mich da unterdrückt, schliesslich gehöhrt das immer noch zu den ehelichen Pflichten. Auch da würde ein Sexvertrag die Machtverhältnisse gleichstellen, da diese in vielen Fällen ausgenutzt wird. Wie die Grossmutter sagt: ab und zu musst du halt wieder, dann ist er ruhig… Schöne Aussichten, aber ein wichtiges Thema in einer Ehe das unbedingt besprochen sein sollte. Und noch was, der Grund ist nicht dass die Frau sich durch die Schwangerschaft ändert, sondern dass sich das Gemeinsame Leben grundsätzlich mit den Kindern so sehr umkrempelt. Mit dieser Wandelung stehen beide in einem ganz anderen Leben und passen dann vieleicht gar nicht mehr gut zusammen. Vieleicht war ich ein guter liebhaber, aber kein guter Ernährer. Es ist auch keine Schande, zu scheitern, schliesslich fast 50% trifft dieses venomen. Ich denk dann die Chance in einen Verkehrsunfall zu geraten ist kleiner, nur so als Beruhigung, dass ich da weiss Gott nicht der einzige bin. Diese Muster sind ja schon sehr alt, aber die Möglichkeit auszubrechen ist neuer und die wird auch wahr genommen.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      @Albatros
      Sex gehört nicht zu den ehelichen Pflichten, du hast keinen Anspruch darauf, nur weil du verheiratet bist. Sex als Pflicht ist sowieso der Ablöscher schlechthin, kann ausserdem nur auf Frauen angewendet werden. Oder will soll ich mir einen Mann vorstellen, der zum Sex gezwungen wird? Du merkst, Sex als Pflicht läuft darauf hinaus, dass Frauen in der Ehe vergewaltigt werden dürfen und genau dass dürfen sie eben nicht mehr, Vergewaltigung ist auch in der Ehe ein Straftatbestand.

      Lass’ dir was einfallen, wenn der Ofen aus ist, vielleicht versuchst du es mal mit Verführung, das bedeutet, dass du dir Mühe geben musst, aber das sollte es dir wert sein. Sonst hast du ja die rechte Hand, falls du Rechtshänder bist, also jammere hier nicht rum.

      • Sportpapi sagt:

        Vogel friss oder stirb. Ganz so einfach geht es dann doch nicht. Mit der Ehe ist sicher auch die ideale Vorstellung vorbunden, künftig regelmässigen, lustvollen Sex zu haben. Wenn dann die Frau nicht mehr will und auf die “rechte Hand” verweist (oder ist auch das unmoralisch? Fremd gehen darf der Mann aber sowieso nicht, schon gar nicht zu bezahlten Damen…), bzw. die ganze Verantwortung dem Mann überträgt (muss halt seine Verführungskünste auspacken…), dann stimmt einiges an der Vereinbarung nicht mehr. Es ist meiner Meinung nach sehr wohl die Pflicht der Frau, sich auch auf körperlicher Ebene für die Beziehung zu engagieren. Das heisst, gemeinsam mit dem Mann Lösungen zu finden.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Eigentlich will die Frau sich auch auf körperlicher Ebene engagieren, aber wenn rundherum alles krumm läuft, läuft halt auch körperlich nichts mehr. Wenn ich mit Frauen über solche Themen spreche, höre ich eigentlich immer das Gleiche: Er foutiert sich um meine Probleme mit Hauhalt und Kindern, aber abends soll ich dann in Stimmung sein für Sex, nein, so nicht. Die Verführung fängt nicht im Schlafzimmer an, sie ist viel umfassender, eigentlich ist es ein Werben, zuerst steht das Eingehen auf die Partnerin, ihr zuhören, sie unterstützen, ihr das Gefühl geben, dass sie nicht allein steht, dass sind die wirklichen Verführungskünste, sie haben nur ganz wenig mit Kerzenlicht und Champagner zu tun.

      • Eni sagt:

        Warum wird hier nur über die Unlust der Frauen geschrieben? Umgekehrt ist es genauso, ich kenne viele Frauen die bei ihren Partnern am ausgestgrecktem Arm verhungern müssen.

        So viel ich weiss, ist man eigentlich nocht immer verpflichtet, Sex mit dem Ehepartner zu haben, aber der Partner darf den Sex nicht mehr erzwingen, sondern müsste sich dann halt scheiden lassen. Weiss nicht ob diese Pflichten noch ihre Gültigkeit haben, weiss nur, dass im Jahre 1991 das noch so verschrieben war, aber Vergewaltigung der Ehefrau war zu diesem Zeitpunkt schon einige Zeit verboten.

      • Sportpapi sagt:

        @Pippi: Eigentlich will die Frau ja, aber sie ist halt nicht glücklich? So wird der Sex zum Machtmittel, um eigene Wünsche durchzusetzten. Zur Verführung bin ich einverstanden, nur sollte halt auch das von beiden Seiten ausgehen. Wenn ich dich richtig verstehe, gibt es Sex nur wenn die Frau die Partnerschaft gerade als stimmig betrachtet. Ein falsches Wort, und die Lust ist weg?
        @Pippi: Auch die Männer haben nicht immer Lust, sind müde oder möchten gerade lieber noch etwas Sport schauen :-) Deine Kolleginnen haben deshalb genauso Recht, sich zu beklagen, und von ihren Männern wieder einmal etwas Zeit, Wertschätzung und Sex zu fordern.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Nein, Sex soll kein Machtmittel sein, aber körperliche Nähe ist wohl nur erwünscht, wenn man sich auch sonst nahe ist. Es soll aber auch Paare geben, die sich streiten und sich als Versöhnung lieben, wie auch immer, Hauptsache, es geht auf.

        Die Wörter “Sex” und “fordern” gehen für mich gar nicht zusammen, sowenig wie “Liebe” und “fordern”. Beides wird mir immer wieder geschenkt in einer Partnerschaft, wenn es fehlt, ist das ein schlechtes Zeichen. Zeit, etwas zu ändern.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ich in einer Partnerschaft Wünsche habe, fordere ich sie ein. Ich mache das, weil ich meine Frau liebe. Ich hoffe, sie meldet ihre Bedürfnisse ebenso an, so dass ich sie wenn möglich erfüllen kann. Ich finden den Begriff fordern in diesem Zusammenhang nicht übertrieben, vor allem wenn es um Sachen geht, die für mich zentral wichtig sind.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ein Wunsch ist ein Wunsch, die Erfüllung desselben ist freiwillig. Eine Forderung erhebt Anspruch auf Erfüllung, da kann geprüft werden, ob die Forderung zu Recht besteht, wenn sie das tut, muss sie erfüllt werden.

        Seinem Liebsten Wünsche zu erfüllen, macht Freude und ist ein Bedürfnis – Geben ist seeliger denn Nehmen – Forderungen zu erfüllen kann befreiend wirken, aber es macht nicht glücklich.

      • Sportpapi sagt:

        Es gibt Forderungen meiner Frau, die ich erfülle, ohne dass es mich glücklich macht. Ich bin sehr froh, dass ich die Liebe geschenkt bekommen habe. Die daraus entstandene Partnerschaft und Ehe ist aber dann eine gemeinsame Vereinbarung, in der sehr wohl auch Forderungen Platz haben. Ode randers gesagt: wenn meine Wünsche dauerhaft nicht erfüllt werden, weil es offenbar meiner Frau weder Freude noch Bedürfnis ist, dann muss ich allenfalls daraus Konsequenzen ziehen. In der Kommunikation wird daraus meiner Meinung nach eine Forderung oder halt ein dringender Wunsch.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Klar, ein dringender Wunsch. Aber eben noch immer ein Wunsch. Was in Beziehungen passiert, in denen die Frauen sexuell fordernd werden, ist allgemein bekannt, der Mann klinkt sich aus. Dazu war gerade im Tagimagi kürzlich ein aufschlussreicher Bericht. Begehren entsteht nicht durch Forderung, aber am Anfang einer erfüllten sexuellen Begegnung steht das Begehren, ohne geht es nicht. Ein Wunsch kann beim Gegenüber ein Begehren auslösen, eine Forderung nicht.

        Du führst offenbar eine glückliche Beziehung, Wunsch und Wirklichkeit scheinen bei dir zu stimmen, Liebe wird geschenkt etc., also mach dir keinen Kopf. Wenn es mal nicht mehr so sein sollte, musst du damit umgehen lernen und eine Lösung finden, aber mit einer dannzumaligen Forderung wirst du nicht weiterkommen. Der Mensch ist frei, Konsequenzen zu ziehen, wenn seine Wünsche im höchstpersönlichen Bereich nicht mehr erfüllt werden, aber aus Wünschen können nie Forderungen werden, weil bei Wünschen kein Anspruch auf Erfüllung besteht.

    • Rahel sagt:

      @ Sportpapi

      Meine Angst, wenn Du so von Forderungen, die Du Deiner Frau erfüllst obwohl es Dir keine Freude macht, ( nebenbei: Hut ab davor, finde ich super ) schreibst, ist die, dass es früher oder später mal in einer Auseinandersetzung zu Vorwürfen diesbezüglich kommt ( ich sage nicht, dass es soweit kommen muss und auch nicht dass es bei Dir so sein muss, also bitte nicht falsch verstehen, aber allgemein bei Paaren bei denen es so läuft wie bei Dir in der Ehe )

      • Sportpapi sagt:

        Ein Beispiel, um mal vom Sex wegzukommen (da ist bezüglich Zusammengehörigkeit von ausreichend Sex und ehelicher Treue meiner Meinung nach alles gesagt): Meine Frau wünscht/fordert, dass das Wochenende möglichst arbeitsfrei bleibt und für Familienaktivitäten reserviert ist. Selber würde ich lieber unter der Woche mal etwas früher heimkommen, und dafür am Wochenende ein paar Arbeiten erledigen. In diesem Fall gebe ich nach. In einem anderen Fall werde ich eher meine Vorstellungen durchbringen, weil es mir wichtig ist. Das ist halt aushandeln.

      • Rahel sagt:

        Ah, okay! Habs mir doch gedacht, dass Sportpapi nicht “nur” nachgibt :-)

        Nein, im Ernst: so wie bei Euch sollte es sein! Es kann auf Dauer nicht gut gehen wenn das Nachgeben nur von einer Seite kommt!

  7. Rahel sagt:

    Oh bitte Sportpapi! Ich denke nicht, dass ich meinem Mann zu Sex verpflichtet bin, schliesslich leben wir in der Schweiz! Das “Problem” von uns Frauen ist halt schon, dass wir theoretisch immer können! Heisst aber noch lange nicht, dass wir auch immer Lust haben müssen, schon gar nicht immer wenns dem Mann drum ist :-)

    • Sportpapi sagt:

      Zwischen immer Lust und nie gibt es einen grossen Unterschied. Wenn der Sex nicht mehr klappt, und das für die Beziehung zur Belastung wird, ist es eine gemeinsame Aufgabe, das Problem zu lösen. Mehr habe ich nicht gesagt. Aber ich werde gerne noch provokanter: für mich gehört der Sex genauso zu den ehelichen Pflichten wie die Treue gegenüber dem Partner. Hoffentlich fällt beides nicht allzu schwer.

      • Rahel sagt:

        Okay, was den ersten Teil Deines Kommentars angeht bin ich einverstanden! Sorry, hab Dich da wohl etwas missverstanden :-)

        Beim Rest bin ich anderer Meinung, aber ich habe kein Problem damit, dass Du es so siehst :-)

      • Kathy sagt:

        Bei mir gibt es Phasen – es gibt Zeiten, da würde ich am liebsten dreimal am Tag und dann habe ich auch wiedermal längere Zeit (bsp. zwei Monate) gar keine Lust dazu. Man sollte das mit dem Partner besprechen und ev auch mal “nachgeben”, also seiner “Pflicht” nachkommen. Macht dann eigentlich auch immer Spass, obwohl man es nicht erwartet hat:)

      • albatros sagt:

        @ Pipi, das ist genau der Terror, der sich ein Mann wünscht. Er soll sich mühe geben sein Sexualtrieb im Griff zu haben, ja nie aufdringlich sein, immer schön nett und zuvorkommend, im Bett selbstverstäntlich in erster Linie für die Dame da sein, ja keinem anderen Hintern nachschauen. So stellt sich ein Mann immer hinten an und was soll das, vieleicht freut sich die Frau mehr über Blumen und der Mann über die Erleichterung. Und um mit meiner rechten Hand vorlieb zu nehmen, was auf jeden fall die spannung lindert, brauche ich keine treue Partnerschaft. Das ist die Vergewaltigung des Mannes, sie läuft psychisch.Ein altes Ehepar hat mir erzählt, wie sie das abmachten, für ihn ist Sex wichtiger, also fingen sie an zu tauschen. Er putzt für sie eine stunde, dafür schenkt sie ihm Sex. Das sind einfach offene wünsche, die man sich erfüllen sollte, wenn nicht in der Partnerschaft, dann halt anders… Schliesslich sollen beide nicht stehen bleiben und wünsche haben um auf die Erfüllung hinzuziehlen. Finde ich ganz ganz wichtig.

      • Ich sehe es tatsächlich wie Sportpapi: Wenn in einer Beziehung Sex verweigert wird, kann das ebenso zum Problem werden wie Untreue.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sex als Tauschmittel – was ist das anderes als Prostitution? Für solche Kuhhändel wäre ich mir zu schade. Aber du verstehst mich miss, niemand muss einem andern zu Diensten sein.

      • Ich sprach nur vom Problem. Eine “Lösung” habe ich keineswegs skizziert…

      • Sportpapi sagt:

        Die Ehe ist nüchtern betrachtet eine Vereinbarung, in der man sich gegenseitig Zugeständnisse macht und auf eigene Freiheiten verzichtet. Ist das Prostitution?

      • Sportpapi sagt:

        @Rahel: was siehst du anders? Das mit der Treue?

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ehe = Prostitution? Ich weiss es nicht, diese Frage hab’ ich mir schon mit 20 gestellt und kam zu keinem abschliessenden Urteil, es kommt wohl immer auf die Umstände an. Als ich damals die Frage bei meiner Schwägerin und ihren Freundinnen, alle jung verheiratet, so lockerflockig in die Runde warf, wurde ich beinahe geteert und gefedert.

      • Rotkäppchen sagt:

        Wenn ich eure Kommentare so lese, dann kommt mir das Grauen…besonders wenn von “ehelichen Pflichten” was sexuelle Handlungen angeht gequaselt wird. Das kann doch kein Mensch ernst nehmen sowas. Natürlich gibt es Durststrecken, aber das hat ja dann Gründe und die müssen dann halt besprochen werden. Und wer immer nur Sex mit Lusthaben verbindet, liegt schon mal quer in der Landschaft. Du meine Güte, ich hatte schon öfters kein Bock, aber der Hunger kam dann mit den Apérohäppchen reinspaziert…soll’s geben, glaubt’s mir Frauen! Und, es soll aber immer Spass machen…ob mit oder ohne Lust – das ist bei mir Bedingung! ;-

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Rotkäppchen, Spass ohne Lust? Das musst du mir jetzt aber erklären. Dass der Appetit beim Essen kommen kann, ist klar, aber dann ist es eben bereits Lust.

      • Eni sagt:

        Meine Rede: der Appetit kommt beim essen.

        Oder: wer seinen Partner/seine Partnerin im Ochsenstall schlafen lässt, muss sich nicht wundern wenn er/sie sich anderswo das holt was er “Zuhause” nicht bekommt. Niemand hat das Recht auf Treue zu bestehen während er sich gleichzeitig sexuell auf Dauer verweigert.

        Auch bin ich der Meinung, dass man in einer Parnerschaft doch irgendwie dazu verpflichtet ist. Schliesslich geht der Parnter/die Partnerin davon aus, dass man in einer Beziehung das bekommt was man braucht an Zuwendung.

      • Rahel sagt:

        @ Sportpapi

        Nein, nicht das mit der Treue sehe ich anders! Treue ist absolut wichtig! Aber das Sex zu den ehelichen Pflichten gehört, mit dem bin ich nicht einverstanden! Und auch Sex ohne Lust kann doch nicht der Sinn sein! Aber Schwamm drüber :-)

    • Andy M sagt:

      Ich denke schon dass es etwas wie eine “Pflicht” oder Verpflichtung gibt.
      Ich versuche, es möglichst geschlechtsneutral zu formulieren. Sobald zwei Menschen sich darauf einigen, nur noch mit dem Anderen Sex zu haben, schränken sie den Anderen ja ein (faktisch, auch wenn das gerne in Kauf genommen wird). Daraus erwächst m.E. die Verpflichtung, die Bedürfnisse des Anderen mal wenigstens so minimal zu erfüllen. Wenn ich jemandem sage, ich bin dein einziger Beck, du darfst von niemandem sonst Brot kaufen, nur von mir, dann kann ich auch nicht plötzlich auf Gartenzubehör umstellen und erwarten, der akzeptiert das einfach so.
      Fazit: Treue bringt diese “Pflicht” mit sich.

    • sepp z. sagt:

      natürlich ist niemand dem partner zu sex verpflichtet.
      allerdings steht es auch jedem frei, die beziehung zu verlassen.
      merkwürdige einstellung.

  8. albatros sagt:

    @Kathy, Genau das mein ich die Lust kommt mit dem machen.. darum täte so eine Therapie einigen sehr gut..

  9. albatros sagt:

    @ Pipi, die haben sich so wenigsten gehalten. Und man ist nicht dem anderen zu diensten, mann beschenkt sich.. Ich könnte mir vorstellen, dass du keinen Partner hast..

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Ja, ich bin ein armes Wesen, das auf dem Trockenen sitzt – du könntest dich täuschen…..

      • Albatros sagt:

        Ja das kann ja sein, wünsche es dir aber nicht. Eher ein Picknick im schönen Herbstwald, was fürs Herz.

    • Wieso bloss stellt man sich hier was vor unter dem anderen und hat noch den Nerv, das zu sagen? Lasst das doch. Wenn Ihr über Leute reden wollt, dann am besten über Euch, dann über Abwesende (nil nisi bene).

      • Eni sagt:

        Warum muss man jetzt Albatros zurechtweisen, wegen seiner Bemerkung? Es war doch nur eine Frage und Pippi hat gut gekontert. Glaube nicht, dass Pippi einen Babysitter braucht, die ist taff genug.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Eni, der Tiger hat doch recht mit seiner Bemerkung, deswegen ist er nicht mein Babysitter.

      • Eni sagt:

        Ich fand nur, dass Sie das gar nicht so krumm genommen haben von Albatros und man nicht bei jedem falschen Räuspern ein Tamtam machen muss. Ich fand Ihre Reaktion auf diese Bemerkung super (wünsche mir selber mehr Gelassenheit) und hatte nicht den Eindruck, dass man Sie dafür verteidigen musste.

        Im Übrigen hat ja Albatros seine Bemerkung wieder entschärft.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Auch grosse Mädchen freuen sich über Flankenschutz…..

      • You’re welcome.

  10. Mike Müller sagt:

    täglich?

    ich wäre schon überglücklich mit alle zwei Wochen.

    Habe mich aber damit abgefunden, 1x pro Monat, wenn überhaupt.

    Lieber weniger Sex, dafür einen treuen Partner.

  11. Harry sagt:

    Sex macht nur Spass mit jemandem der seine Lust teilen möchte, das kann man und soll man nicht erzwingen.
    Frauen haben oft keine oder stehen nicht zu Ihrer Lust aus den verschiedensten Gründen. Sie heiraten Männer die sie für gute Papis halten und die der Familie Sicherheit geben. Bis das alles geregelt ist gibt es Sex auch von einer Frau die den nicht besonders mag. Dann kommt das erste Kind mit dazu gratis die erste Sexpause bis das nächste Kind gezeugt werden soll, dann ist plötzlich Sex wieder an der Tagesordnung und dannach ist dann der Ofen aus und es fängt die Familienbetreuung an. Ich finde man soll wenn man eine Familie gründet seine Aufgaben wahrnehmen. Sex gehört nicht zu den Aufgaben. Deshalb kann ich nur wiederholen Sex macht nur Spass mit jemandem der seine Lust teilen möchte. Wenn sie oder er das nicht gerne tut ist man auf verlorenem Posten.

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